Nachdem der Sklave die Tür geöffnet hatte, so trat auch gleich Furianus ein und grüßte ihn mit einem Lächeln.
"Salve, Petronius Glabrio. Du ahnst vermutlich warum ich dich aufsuche."
Nachdem der Sklave die Tür geöffnet hatte, so trat auch gleich Furianus ein und grüßte ihn mit einem Lächeln.
"Salve, Petronius Glabrio. Du ahnst vermutlich warum ich dich aufsuche."
Das Kompliment fasste er leicht nickend und lächelnd auf, war jedoch danach wieder in gewohnter Haltung.
"Nun, das ist ein guter Punkt, Didius Sevycius. Zwar liegen die Kastelle in Hispania, doch ist der Kaiser immer noch oberster Heerführer und wenn man sich danach richtet, so gehört das Land und die Kastelle auch ihm."
Er machte eine kleine rhetorische Pause und fuhr dann wieder fort, ein wenig lauter.
"Da es sich hierbei nicht um eine kaiserliche Provinz handetl, sondern eine senatorische und dieser Plan Hispania zugute kommt und nicht ihm, so denke ich, dass Hispania die Kosten, sowie auch die späteren Einnahmen tragen wird. Vor meiner Abreise sagte der Kaiser selbst, dass die Kosten je nach der späteren Verwendung getragen werden müssten. Also von Hispania."
ZitatOriginal von Quintus Germanicus Sedulus
Wie ist das eigentlich mit Villen? Speziell im Fall Sedulus so hatte er ja ne Villa in Mogontiacum - könnt die dann auch verhökert werden? [Blockierte Grafik: http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=1183]
Villen sind ja SimOn, die Grundstücke doch eher als Geldanlage gedacht. Also gehören die SimOn Villen wohl nicht in die WiSim, was deren Schließung ja auch gerechtfertigt, wenn zu wenige Personen darin wohnen.
Bin Erster WiSim-Grundstücksbesitzer in der Geschichte des IR.
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"Wahrlich, die Einkünfte des Augustus waren auch eines Königs würdig. Schon Tiberius soll nach Schätzungen etwa 20-30 Millarden Sesterzen vermögend gewesen sein. Kaum zu glauben, dass uns unsere Legionen pro jahr etwa 900 Millionen Sesterzen kosten, der Staat also fast seine ganzen Einnahmen für die Legionen aufwendet. Der Kaiser sollte ruhig etwas von seinem Kuchen ageben können."
Er spielte ein wenig mit den Zahlen, doch entsprachen sie der bitteren Wahrheit. Der Staat verausgabte alle Gelder und war ständig knapp über dem Limit, doch der Kaiser wurde immer reicher und die Donativa waren nur Sandkörner im Vergleich zu seinem Vermögen, welches er hortete.
Die Vögel waren wieder einmal nicht stumm uter Hispanias Sonne und einer der vielen Tage brach an. Die Erde war eine Scheibe, die Götter saßen auf ihren Wolken und Furianus, der machte sich zur Schola auf.
Wie vorausgesagt würde er sich hier ein weiteres Mal anmelden, seinen Wissensdurst stillen und 500 Sesterzen los werden.
Wie gewohnt klopfte ein Sklave jenen Mannes an der porta zum Officium des Curators.
"Nun denn, wenn dies gewünscht ist."
Sagte er resignierend und ging zu einer Tasche, die er vorsorglich mitgebracht hatte. Daraus zog er ein großes Pergament, auf welchem etwas gezeichnet worden war.
Bitte weitergeben, damit jeder den Plan betrachten kann."
Und er reichte es an den ersten Mann.
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Er selbst setzte sich nicht, sondern stand noch in gewohnter Haltung.
"Herrschaften, sie sehen hier eine Zeichnung der beiden Straßen, welche durch das Kastell gehen, jedoch in schon fertiger Bauform und im Maßstab von ungefähr 400x400 Metern. Diese sind grau gekennzeichnet. In der Mitte ihres Schneidepunktes ist ein roter Kreis. Dieser soll die Statue unseres werten Imperator Caesar Augustus kennzeichnen, welche dort stehen soll. Um diese herum ist eine gepflasterte Fläche großen Ausmaßes. Nun, ich habe mir gedacht, dass man diese Fläche mit Brunnen, Sitzplätzen oder kleineren Tabernen ausstatten könnte, Platz wäre auch für ein kleineres Forum um den Platz, doch dazu später. Die markierten Flächen, nämlich rot, gelb und blau, sie verdeutlichen die Gebiete der Bauplätze. Warum sie sich farblich unterscheiden erkläre ich sogleich. Doch zuerst möchte ich sagen, dass dies eine Nekropole darstellen soll. Die fabrlichen Flächen sind Bauflächen, welche an die Privateigentümer verkauft werden können, damit sich diese wiederum die letzte Aufenthaltsstätte errichten können. So, wie auf den Straßen zu Rom, welche von Grabmonumenten überfüllt sind. Wir haben hier Abstufungen der Bauplätze. Da die roten Bauflächen an der Kreuzung liegen sind diese am teuersten. Die gelben Bauflächen sind billiger, da sie jeweils am Rande einer Straße liegen, von der Kreuzung fern sind, doch sie verfügen über einen Anschluss zum Wassersystem, das heißt, dass hier bewässerte Gärten mit den Baumonumenten problemlos errichtet werden könnten. Dies ist bei den roten Bauplätzen nicht möglich, da sie zu klein sind, jedoch am best gelegensten. Die blauen Bauplätze sind die relativ billigsten, da sie keinen Zugang zur Bewässerung bieten, diese jedoch gegen einen nicht gerade geringen Aufpreis gelegt werden kann. Doch dies wird Aufgabe der Prokuratoren der Wasserversorgung oder des Duumvirn sein, nicht die meinige. Außerdem sind die blauen Bauflächen sehr weit von der Kreuzung entfernt, darum auch billiger. Zu dem kürzlich angesprochenem Forum rund um den großen Platz der Säule will ich nun kommen. Wenn diese Idee Zustimmung findet, so würde dies auf Kosten der teuersten Bauflächen geschehen und einen wohl nicht allzu erheblichen finanziellen Verlust darstellen. Also muss dies bedacht werden, denn natürlich könnte man die Flächen am Säulengang des Forums vermieten, für Tabernen, Garküchen oder weitere Betriebe, jedoch ist dies noch zu entscheiden, es liegt an euch. Eine Anmerkung noch.
Die derzeitige Schutzmauer des Kastells könnte erhalten bleiben und so die Monumente vor Streunern, Randalierern oder Dieben, schützen und wäre ein zusätzlicher Blickfang."
Sein Blick glitt durch die Reihen der Mitglieder und versuchte erste Reaktionen zu lesen.
Das Problem ist, ein Theater, Bäder, Tempel, usw. kann nicht gebaut werden, da das Meiste schon in Tarraco steht oder der Bauplatz nicht geeignet ist, da ein Kastell außerhalb der Stadt lag und diese Gebäude immer im Stadtinneren oder mindestens in der Stadt selbst, aber nicht außerhalb der Stadtmauern waren. Außer eben eine Rennbahn, diese besitzt Tarraco aber, sogar eine Einzigartige im Stadtkern mit dem Forum verbunden.
Er verstand die Andeutung des Prokonsuls, doch vorerst wollte er sich dazu nicht frei äußern, denn schließlich gab es zwei Kastelle, die umgebaut werden mussten, nicht eines. Zuerst musste man Ideen und Vorschläge sammeln, eine Auswahl konnte man später immer noch treffen.
"Ja, Senator Matinius, einen Plan hätte ich, jedoch nur für ein Kastell. Das andere Kastell muss ja auch irgendwie einem dienlicheren Nutzen zugeführt werden, als einfach nur vor den Toren der Stadt in die Brüche zu gehen."
"Er ist eben die letzte und höchste Instanz. Auch wenn sich Augustus immer als princeps Senatus bezeichnete, so wusste doch jeder Römer mit ein wenig Verstand, dass dies schon eine Alleinherrschaft war und der Senat nur der Schein."
Diese Aussage unterstrich er mit einem leichten Kopfschütteln und Seufzer.
Gibt es ein Limit an Grunstücken, die eine ID besitzen darf?
Schließlich darf man ja auch nur 4 Betriebe halten.
Beide Kastelle befinden sich doch in Tarraco und nicht Carthago Nova. Oder irre ich mich da?"
"Leider ist es nicht an uns solch weitreichende Entscheidung alleine zu fällen. Das sollte doch wohl eher in die Hallen des Senats gehören, obwohl ja sowieso der Imperator das letzte Wort hat. Mir scheint, als wäre der jetzige nicht so kampfeslustig und eifert Augustus nach. Ob das wohl immer gut ist vermag ich zu bezweifeln."
Spurdelte es aus ihm einfach so heraus, doch war er sich nicht bewusst nun plötzlich Kritik an dem Imperator geübt zu haben.
Als Beisitzer war es ihm erlaubt Themen in die Kurie einzubringen, nein, vielleicht auch gar gewünscht.
Dies sollte seine erste Amtshandlung sein, schließlich sollte bald ein Brief an den Imperator verschickt werden, welcher auch entsprechend mit neuen Informationen gefüllt sein müsste.
So erhob er sich, nachdem ihm das Rederecht erteilt worden war und hielt sich bescheiden die Toga an der Brust, so, wie es üblich war.
"Herrschaften, Decurionen, Männer Hispanias. Vor nicht allzu langer Zeit entsandte mich unser ehrenwerter Imperator Caesar Augustus hierher, als Architectus Provincialis. Ich sollte die Provinz bereisen, als dienende Kraft für eben jenes Ressort dienen. Doch besonders lag ihm die Wiederverwertung der Militärareale am Herzen, der Kastelle der Legio IX Hispana und Ala II Numidia. Diese liegen schon seit langer Zeit unbenutzt vor den Toren Tarracos und so frage ich euch: Gibt es Vorschläge, was man aus diesen Arealen machen könnte? Wird etwas benötigt, was mit einem Bau abgedeckt werden könnte?"
Er machte eine kurze Pause, um die Worte erst einmal wirken zu lassen und lauschte den Männern.
Als er sich einen Becher einschenkte, ohne ihm selbst einen anzubieten, da musste Furianus ein wenig lächeln. Es war nicht amüsant, doch hatte er genau dies erwartet, was einen kleinen Triumph auf seine Lippen zauberte.
"Wenn du dich ein klein wenig präzisieren könntest, so würde ich dir gerne folgen. Vergiss nicht, es geht hier vordergründig um die Stadt, nicht um dich, mich oder eine andere Person."
Vielleicht wusste er auch gar nicht wie man Geschäftliches vom Privaten trennte oder wollte es einfach nicht. Nun denn, er hätte diesen Didier auch einfach übergehen können und mit dem Comes sprechen, vielleicht auch mit dem Proconcul, doch aufhalten würde er sich auf keinen Fall.
"Nein, danke, der Becher reicht."
Eine bescheidene Handbewegung des Ablehnens folgte.
"Crassus kostete der falche Weg das Haupt und etwa 40.000 Männern das Leben. Solch eine Schmach dürfte sich nicht wiederholen, doch die Aushebung neuer Legionen wird nicht unbemerkt bleiben, sowie auch deren Zug gen Osten. Ich würde vorschlagen neue Legionen auszuheben und diese dann an Stelle der in Osten stationierten einzusetzen. Dies hätte den Vorteil, dass die dortigen Legionen schon im Kampfe erprobt wären, anstatt nun den Großteil der Militäroffensive ungeübten Händen zu überlassen. Die Männer im Osten sind erprobt und ein Sieg über die Parther würde die Sicherung des Ostens nur vorantreiben, die Kontrolle steigen."
Nun fachsimpelten sie schon über den Einsatz von Legionen, das Gespräch war wahrlich facettenreich und er dem nie abgeneigt.
Er schien wohl eher überraschter als angenommen zu sein. Doch dies war ihm nur recht, so konnte man die Menschen am besten beeinflussen.
"Wahrlich gute Ideen, Caesoninus. Machen wir es so."
Sagte er lächelnd und klopfte ihm auf die Schulter.
"Erstmal sollten wir das Lager wohl vermessen, oder besser gesagt, du solltest es. Danach könnten wir uns den Kopf darüber zerbrechen wie wir die einzelnen Bauplätze einteilen sollten, wie groß sie sein dürften, ahja, die Rohrleitungen müssen auch alle ausfindig gemacht werden, nicht, dass einige zu Bruch gehen und Wasser ausströmt."
Es hätte mitunter auch weitreichende Auswirkungen auf Tarraco haben können, denn das Wassernetz ging sicherlich zuerst durch das Kastell und erst dann in die Stadt.
Das Bild passt wohl besser, das erste ist zu klein. ![]()
[Blockierte Grafik: http://img365.imageshack.us/img365/557/castellum4by.jpg]
Was der Senator von sich gab kommentierte Furianus nicht weiter, schließlich bedeutete die Absetzung des Kaisers nur einen Machtgewinn für jede Familie - außer der Ulpia. Daher war er der Idee nicht abgeneigt, der Vorstellung in ferner Zukunft als Konsul die gleiche Macht zu haben, wie sie in der Republik bestand, noch weniger.
"Ich verstehe auch selbst nicht, warum man nun diese Barbaren Germaniens unbedingt in die Knie zwingen will. Gut, sie stellen eine Bedrohung dar, doch wäre es viel logischer einen richtig großen Verteidigungswall zu bauen und einige Legionen abzustellen, das dürfte genügen. Denn dann könnte man sich auf reichere Provinzen stürzen, wie die im Osten, ja."
Er war sich bewusst, dass dies nicht so leicht realisierbar war, wie nun dahergesagt, aber es beschäftigte ihn. Vielleicht verfügte Germania auch über viele Ressourcen, aber darüber zerbrach er sich nie den Kopf, für ihn war es eine unattraktive Provinz und noch unattraktivere Barbaren, die es nicht unbedingt zu romanisieren galt.
Seine Hand fand sein Kinn, wo sie auch ruhte.
"Was meinst du, welche Gebäude sollte man als erstes einreissen lassen? Natürlich das Tor zuerst, damit die Kräne hindurch kommen. Zuerst müsste man die Gräben begradigen, das wäre wohl von Vorteil. Oder was meinst du?"
Just in jenem Moment drehte er sich nach hinten um, beobachtete die Gefolgschaft. Diese zwei Griechen waren ihm gänzlich unbekannt, zwei Fremde im Haus waren nie gut. Vielleicht hätte er mit Caesoninus reden sollen, vielleicht ergäbe sich eine Lösung für alle Beteiligten. Die Griechen übten aber ganz klar schlechten Einfluss aus, das war selbst ihm in dieser recht kurzen Zeit bewusst geworden. Ob das Sklaven waren oder doch bloß Freunde, die ihn nur der Sesterzen wegen umschwirrten? Diese Gedanken verdrängend glitt sein Blick wieder zu dem vorderen Gebäude mit Säulengang und sein Ohr wartete auf die Stimme seines Agrimensors.
"Der Schein blendet die Wahrheit. Mal sehen, ob dies hierfür zutrifft."
Warf er kurz hinein, bevor er sich nach vorne aufmachte und nun vor dem Wohngebäude des Stabs stand.
"Wirklich schade, dass dies nun einem anderen Zwecke zugeführt wird."
Murmmelte er in sich hinein und warf einen Blick nach hinten, ob ihm Caesoninus gefolgt war, was dieser glücklicherweise tat.
In Gedanken versunken hörte er ihre Worte und lächelte bei den letzten Bewegungen ihrer Lippen.
"Sage ihr, dass es mir gut geht und es mir hier an nichts fehlt. Ebenso soll sie wissen, dass sie mich jederzeit besuchen kann, wenn sie wünscht. Dass ich sie erwarten werde und ihr Wesen mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern wird, das weiß sie bereits."
Und eben jenes Lächeln war nun auch sogleich zu sehen. Sie kamen sich durch dieses Gespräch ein wenig näher, zumindest ging er nun mit Helena vertrauter um, was nicht zur Häufigkeit gezählt werden durfte. Meist war er verschlossen, besonders nach der Wiederkehr seiner vielen Vettern, seines Bruders. Seine Schritte konnte er nicht mehr nach freiem Willen tätigen, denn jeder einzelne sollte von nun an bedacht werden. So war er unangreifbar, freier im Geist und ohne Sorgen.