Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    "Nicht er will, sondern ich habe vor."


    Sagte er lächelnd.


    "Du darfst das nicht allzu negativ sehen. Das Kastell wird dann in Bauplätze geteilt, Bauplätze in besonders naher Straßenlage und daher sehr lukrativ und teuer. Damit könnte die Regio sehr viel Geld machen oder eben der Imperator, so denn geklärt werden kann, wem das Geld nach der Errichtung und Vervollständigung zufällt. Aber ich werde dies auch in der Kurie ansprechen wollen, vielleicht ist sowas nicht gewünscht oder man hat bessere Vorschläge. Doch vorerst beharre ich auf diesem Plan."


    Der Proconsul machte sich wohl die Bedeutung solch eines Projektes und das daraus resultierende Geld, den Gewinn, nicht klar. Doch das würde sich ändern, wenn genauere Pläne erfasst würden, denn schließlich gab es ja noch ein zweites Kastell, welches einer Bestimmung zugeführt werden sollte. Doch zuvor müsste er noch alles besichtigen, obwohl er schon wusste, wie ein übliches Kastell aussah.

    Man teilte ihm mit, dass der Senator ihn einlud und so machte er sich mit einigen Sklaven (und seinem Klienten?) auf zu dessen Casa.
    Er war gespannt darauf, wie man in Hispania feierte, welche Künste dargeboten werden würden. Vielleicht eine Rede, ein Theaterstück oder gar ein Rededuell.


    So klopfte ein Sklave an.

    Seine Frau also. Er hielt kurz inne, ob der doch bedeutenden Information, fuhr jedoch nach einem Augenblick weiter fort den Weihrauch zu verbrennen.


    "Ein wahrlich großer Mann, wenn du ihm so ergeben bist, selbst nach dem Tod."


    Sein Blick fiel nicht auf sie, denn er machte beharrlich weiter, hob die Amphore Wein auf und goss sie in die Opferschüssel. Nun war das Opfer vollzogen und er verharrte vor dem Bildnis des Maximus.


    "Die Ehe ist ein sicherer Hafen, die Liebe jedoch der gefährliche Sturm."


    Seine Worte würden sie im ersten Augenblick verwirren, doch dies war auch nicht verwunderlich, denn es war seine Philosophie, nach der er sich immer richten würde. Zumindest nahm er sich dieses Leben vor. Leicht lächelnd drehte er sich zu ihr um.


    "Und darum, Helena, liebe ich nicht. Solch Leid, wie du es gerade in deiner Brust spürst, das werde ich nie erfahren. Wärst du mit dem Mann verheiratet, so würdest du an seinem Trauerzug teilnehmen, ihn einige Tage betrauern und ihn dann vergessen. Doch du liebst diesen Mann, erfährst noch heute den Schmerz und du wirst Tage, Wochen, gar Jahre nach seinem Tod leiden. Du wähltest den gefährlichen Sturm und nun bist du ihm verfallen."


    Er hoffte, dass sie ihn verstand. Die Liebe war ein Spiel der Gefühle, welches am Anfang beflügelte, doch am Ende nur leid brachte. Diesem Leid zu entkommen war sein Bestreben, denn auf das anfängliche Glück konnte er nur zu gut verzichten, wenn er die Folgen, gerade ihren jetzigen Zustadn, anblicken musste.

    Er musste sich zurückhalten, seine überraschte Miene verbergen. Sie hatte er hier nicht erwartet. Zumindest kannte er sie nicht besonders gut, jedoch noch von seiner Verlobungsfeier. Claudia hatte sie extra einladen lassen, sie standen sich wohl nah.


    "Tiberius Maximus kann sich glücklich schätzen, dass eine Frau am heutigen Tage Tränen für ihn vergießt."


    Er musste ein großer Mann gewesen sein. Nicht groß im Sinne von Stärke und Macht, nein, groß in seinem Wesen und seiner Seele, die in jenem Augenblick der Aufmerksamkeit so edel erschien.


    "Lucius Flavius Furianus, du kennst mich."


    Sagte er nun mit einem leichten Lächeln. Vielleicht würde es sie aufheitern, denn vor einer Frau zu stehen, besonders wenn sie Tränen in den Augen hatte, das konnte er nicht. Zudem fühlte er sich in solchen Momenten ziemlich unwohl, hilfslos und schwach. Anders, als er sich sehen wollte, so anders, wie er sich immer gab.
    Vorsichtig hob er den Weihrauch auf, opferte ihn dem Feuer und versuchte ihr dadurch die Zeit zu geben sich zu fassen.

    Zitat

    Original von Marcus Aelius Callidus


    Das war ein sehr wertvoller Tip !!!! Endlich bin ich diese schrecklichen neuen Dinger los und hab meine alten Smilys wieder :]


    :verbeug: Danke, endlich...
    Diese neuen Dinger sind fürchterlich.

    Es vergingen schon einige Tage in der tristlosen Umgebung der Villa Flavia, der er sich hinzugeben versuchte, doch es war nicht Rom. Auf der Suche nach einer doch ergreifenden Landschaft und der Idylle, die es auch hier nicht gab, hatte er schon gestern diese via beschritten, sich die Garbmonumente angeschaut und bei dem ein oder anderem auch stehengeblieben. Schon gestern fiel ihm das Mausoleum der Tiberier ins Auge, schon gestern trat er hinein, verharrte und ging wieder schnell hinaus, denn gestern, ja, da war er mit leeren Händen gekommen. Heute schien alles anders, und doch war es kein großer Unterschied zum gestrigen Tage, lediglich der mit Opfergaben geschmückte Sklave an seiner Seite ließ das Fortschreiten der Zeit erkennen.


    Bevor der Sklave jedoch die Treppen erklimmen konnte, drehte er sich um und wies ihn an stehen zu bleiben.


    "Dieser Ort ist deiner Anwesenheit nicht würdig, warte hier auf mich."


    Behutsam nahm er den Weihrauch und die kleine Amphore Wein. Diese waren für Publius Tiberius Maximus gedacht, welchem seine Zukünftige nachzuweinen schien, sein Auffinden sie dermaßen durchwühlte, so dass er erleben konnte, wie grausam es ist sie weinen zu sehen. Würde Claudia das sehen, sie hätte sicherlich gelächelt. Doch sie war hier nicht, auch gab es keine anderen Gründe hier zu sein, lediglich der, ein Mitglied seiner bald hinzugewonnen Familie zu ehren.
    Doch kaum, als er den Raum beschritten hatte, sah er eine Frau. Auf den ersten Blick war sie nicht zu erkennen, doch die Szene, welche sich ihm hier bot, sie war Grund genug um zu handeln. So ließ er die Sachen zu Boden nieder und eilte herbei, um ihr aufzuhelfen. Er sagte nichts, denn die Tränen ließen ihn auch jetzt erstarren.
    Welche Macht, welch Ansehen und Reichtum ein Mann besitzen mochte, jeder wäre an seiner Stelle genauso macht- und hilfslos. Besonders gegenüber einer weinenden Frau.

    "Es kommt nicht darauf an, ob man Hausherr ist oder nicht, sondern wo man diese Rolle ausübt. Und glaube mir, Senator, in Rom erfüllte ich diese Rolle nicht gerade mit Begeisterung."


    Die Eireignisse in Rom ließ er lieber aus, denn diese waren nicht für seine Ohren bestimmt, noch prestigefördernd.


    "Nun, das Kastell der Legio IX liegt näher an der Stadt, so dass ich schon den Wunsch hege dort etwas einzurichten, was Tarraco wohl fehlt. Eine Nekropole, besser gesagt, Grundstücke der letzten Ruhe, die auch eine Gartenfläche einfassen könnten, denn die Leitungen sind ja aufgrund des Kastells verlegt. Man müsste nur vieles abreissen. Was mit dem Kastell der Ala geschieht, nun, das würde ich gerne in der Provinzkurie besprechen, so denn man mir Zugang gewährt."


    Natürlich war eine Nekropole die gewisse Überraschung, da dieses doch nicht allzu oft verwirklicht wurde, jedoch wären die Bauplätze der letzten Ruhe begehrt, liegt doch das Kastell in einer günstigen Lage, hat breite und vielbefahrene Straßen und eine Kreuzung.

    Ein Sklave klopfte an die Tür zum Cubiculum und übergab Caesoninus eine Mitteilung.


    Salve, Caesoninus.


    Der Proconsul Hispaniens, Matinius Agrippa, lud zu einer kleinen Fiesta.
    Wenn du gewillt bist mich dorthin zu begleiten, so treffen wir uns in der achten Stund im Atrium.


    gez.
    F. Furianus


    Sim-Off:

    Einfach bei Agrippas Casa am Eingang posten, wenn du kommen willst.

    Furianus wollte diese Möglichkeit noch gezielt verdrängen, doch nun hatte er Gewissheit, er war es. Er durfte bloß keine Abneigung zeigen, sondern nur weiter, jedoch bestimmt, reden.


    "Ja ich kenne ihn."


    Sagte er kurz und knapp. Was sollte er denn schon sagen? Sollte er dem Vater mitteilen, dass er seinen Sohn besser zuhause einsperren sollte, da dieser Calpurnia in Schande warf? Nein, sicherlich würde er das relativ neutrale Arbeitsklima nicht dem hitzigen und verhasstem Handeln vorziehen.


    "Ich werde mich mit ihm diesbezüglich auseinandersetzen. Ansonsten hätte ich noch ein Anliegen: den Zugang zur hispanischen Kurie. Als Architectus Provincialis liegt es natürlich auch in meinem Interesse zu wissen, was die Provinz bewegt, was gebraucht wird und was gut läuft. Außerdem übetrug mir der Kaiser das Mandat für die kaiserliche Kanzlei zu sprechen und auch die Anweisungen in dessen Namen durchzusetzen. Ein Platz in der Provinzkurie wäre mir da sehr gelegen."

    "Brauchen sicherlich nicht, doch neues Wissen oder das alte Wissen aufzufrischen, ist es mir durchaus wert."


    Sagte er lächelnd und würde sich wohl anschließend an sein marsupium machen, um nachzusehen, wie viel er für diesen Kurs brauchte. Ahja, das musste auch noch gefragt werden.


    "Die 500 Sesterzen müssen, so denke ich, auch für den zweiten Kurs aufgewendet werden?"

    Furianus wunderte sich, ob es denn tatsächlich sein sollte, dass ein Mann nur einen Namen haben könnte, doch das war abwegig und lächerlich, sicherlich verschwieg der Comes etwas über seinen Sohn.


    "Nun, ich selbst heiße Lucius, so, wie viele abertausende Römer wohl auch. Ein wenig präzisieren könnte helfen."

    "Ja, ich bin der neue Bewohner und wohl auch nun nochmals Hausherr."


    Zwar genoss er diese Funktion nicht, besonders in Rom, aber hier schien es wirklich ruhiger zu sein, so dass es sicherlich keinerlei Probleme geben dürfte.


    "Ich bin erst vor zwei Tagen angekommen und muss mich wohl noch ein wenig aklimatisieren."


    Sagte er lächelnd, denn das Klima war nicht anders, als das in Italia. Aber die Luft war um vieles reiner, als jene in Roma.


    "Der Kaiser schickt mich, als Architectus Provincialis. Ich soll mich gezielt um die Militärareale kümmern, die der Ala und der Legio IX."