Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Furianus lächelte. Es war nicht ganz die Einladung, der er gefolgt ist, sondern doch eher der Weisung des Kaisers, die er zu befolgen hatte. Doch der Besuch bei Senator Agrippa war dafür entlohnend und sehr in seinem Sinn.


    "Gerne lasse ich mich von euch bewirten."


    Sagte er mit seinem fortwährenden Lächeln.

    Das "mein Lieber" überhörte Furianus ganz schnell, denn seine Gedanken hingen immer noch an der Flavia Fausta, die den Comes geehelicht hatte und er somit nicht gerade beliebt war.


    "Ich verstehe. Nun gut, dann nehme ich mich der Sache an. Waren schon Vermesser dort, wurde die Strecke abgelaufen und schon vorab geplant oder waren es nur Entwürfe und Skizzen?"


    Über Talpasagen, Berge oder auch Flussüberquerungen wollte er sich nicht unterrichten lassen, denn er musste den Verlauf sowieso noch einmal selbst begehen, um sich seinen Eindruck zu machen. Besonders, da die ausgearbeiteten Pläne aus unerklärlichem Grund verschwunden waren. Neue mussten her, daher auch die grundlegende Untersuchung.

    Furianus trat, ohne die Sklaven, in das Perystilium ein, erblickte Agrippa sofort.
    Mit einem Lächeln auf den Lippen ging er auf den Senator zu.


    "Senator Matinius Agrippa. Ich grüße euch und folge eurer Einladung wohl schneller, als ihr euch erhofft habt."


    Furianus erinnerte sich an das freundliche Angebot Agrippas, welches damals in Rom in diesem Gymnasium entstand, als sie so frei über ihre politischen Gedanken sprachen.

    Furianus nickte.
    Er schien gebildet zu sein, sich der Bildung auch in Zukunft hingeben zu wollen. Dies war zwar nicht einzigartig, aber auch nicht usus.


    "Nun gut, dann sollst du mein Klient und ich dein Patron werden."


    Sagte er lächelnd und reichte ihm seine rechte Hand, damit er seinen Ring küssen konnte und somit in das Patronat eintreten.


    Sim-Off:

    Control Panel und anschließend auf "Bestätigungen". :)

    "Ich danke dir."


    Gab er dezent zurück und lehnte sich ein wenig nach hinten. Der primäre Gedanke, die Anfrage, war nun vollzogen, sogar erfolgreich. Natürlich war Furianus ein Mann des Interesses und unglaublich neugierig, deshalb beugte er sich ein wenig vor und lächelte zum ersten Mal.


    "Schmerzen wachsen mit der Zeit, Comes. So sage mir doch, was dich bedrückt, ich höre zu."

    Sein Ruf schien ihm bis hierher voraus zu eilen. Ein dezentes Nicken unterstrich seine nicht abgeneigte Haltung.


    "Gewiss bist du dir im Klaren darüber, dass ich auch durchaus um deine Hilfe bitten würde, sofern ich sie brauche. Diese besteht aus deiner Unterstützung bei Wahlen und der Verteidigung meines Rufes und meiner Person allgemein in der Öffentlichkeit. Aber dazu wirst du gewiss nicht allzu oft genötigt, noch bin ich angesehen, so denke ich."


    Sagte er lächelnd und wies mit seiner Handfläche auf eine Marmorbank, die man so häufig in den Gärten anfand.


    "Erzähle mir von dir, deiner Vergangenheit, deinen Plänen."

    "Nein, in Karthago Nova war ich bislang noch nicht. Aber meine Arbeit wird sich auch eher um das Gebiet um Tarraco drehen, denn ich habe einen festen Aufgabenrahmen zugeteilt bekommen."


    Er betrachtete den älteren Mann eingehend. Er schien ein gebürtiger Hispanier zu sein, braungebrant und wohl schon lange im Amt.


    "Ich würde gerne erfahren, ob und welches Officium ich zugestanden bekomme."

    Furianus betrachtete die verschiedenen Gewächse, die hier so spriesen, er in Italia jedoch noch nie gesehen hatte. Sogleich eilte ein Sklave herbei und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Er selbst nickte drauf und wandte sich lächelnd dem Besucher zu.


    "Salve. Lucius Flavius Furianus, mein Name. Man sagte mir, du suchst mich, Curator?"

    Furianus nahm sich ein wenig Zeit mit dem Sitzen, schließlich war das Zusammentreffen keine Hast, sondern eine art Kennenlernrunde, bei der er sicherlich einige Informationen über die Provinz und deren herausragende Persönlichkeiten erfahren könnte.
    Mit einer kleinen Handbewegung und leichtem Kopfschütteln zeigte er Sevycius, dass ihm derzeit nicht nach einem Schluck zumute war. Es schien schon zur obligatorischen Pflicht zu werden Besucher mit einem Schluck Wein, ob verdünnt oder unverdünnt, zu bewirten. Doch sogleich kam ihm ein Gedanke: Ein Briefträger hätte ja eigentlich eine ganze Zisterne füllen können, wenn er von Officium zu Officium Briefe bringt und dort jedes Mal was zu Trinken bekommt. Ein recht merkwürdiger Gedanke, jedoch auch amüsant.


    "Ich bin gestern erst angekommen und habe mir heute ein wenig Zeit gelassen. Ich war auf dem riesigen Forum Tarracos, betrachtete die architektonische Einzigartigkeit, die Symbiose des Forum in Verbindung mit dem Circus. Natürlich habe ich mir auch den Kaisertempel und den Triumphbgen angesehen. Wirklich schöne Bauten.

    Der Sklave wunderte sich, scheinbar war Hispania ein einziger Gerüchtekessel oder ein wohl organisiertes Informationszentrum. Die Dritte Möglichkeit, nämlich die, dass es zu wenige Einwohner gibt und man über alles bescheid weiß, lässt er mal lieber weg, ist Hispania doch so groß.


    "Na gut, er ist im Hortus. Folge mir."


    Und er ging ruhigen Schrittes voran.

    Am Tage nach seiner Ankunft und dem Einzug in die alte Villa, machte er sich - noch immer ohne Sänfte - auf zum Proconsul Hispanias. Er wollte den Mann nicht in der Regia besuchen, hörte er doch von den alten Sklaven der Villa Flavia Catus, dass man hier in Hispania ein freundschaftlicheres Verhältnis zu pflegen schien, welches durch persönliche Besuche und Zusammenkünfte nicht an Orten der Pflicht gestärkt wurde.
    Diesem Rat folgend stand er nun vor der Tür und klopfte an. Die obligatorische Sklavenscharr stand derweil hinter ihm und beobachtete gelassen die Umgebung der Casa, die den Namen einer Villa wahrlich verdient hätte.

    Die familia war im Umsturz, alles wurde hergerichtet, da man so einiges vernachlässigt hatte, wie die Bäder oder die Spielhalle.


    So machte auch der Ianitor recht spät auf und blickte den Fremden an. Naja, eigentlich war dies kein Fremder, denn den Curator der hiesigen Schola sah man oder hörte zumindest von diesem.


    "Salve. Wer bist du und was wünscht du?"


    Sicherheitshalber fragte er dennoch nach, natürlich konnte man sich keinen Fehltritt erlauben, besonders nicht unter den neuen Umständen. Denn wie milde der neue Herr war, das wusste keiner von ihnen.

    Furianus würde bei diesem Didier nicht die Fassung verlieren, schließlich hatte er geherrscht und eine Flavia erobern können. Dies musste man ihm zugestehen, der Ruf verhallte schon und man sprach nur ganz selten darüber. Dies noch einmal aufzuwerfen wäre wohl nicht in seinem, sowie auch des Diders Interesse.
    So ging er ausdruckslos hinein.


    "Salve. Lucius Flavius Furianus, mein Name. Ich bin der neue Architectus Provincialis und von des Kaisers Hand entsand."


    Die damit verbundene Befugnis für die kaiserliche Administration, sowie auch im Namen des Kaisers selbst, dies verschwieg er erst einmal. Als erstes mussten grundlegende Fragen geklärt werden, wie die nach seiner Unterkunft in der Kurie, sprich sein Officium.

    Auch er trank den Lebenssaft, welchen einige Römer wohl ernster als solchen bezeichneten.


    "Dank und Fluch gehen so manchen Weg zusammen."


    Sagte er leicht abwesend und schwenkte seinen Becher ein wenig umher, so dass er den daraus entstehenden Weinstrudel betrachten konnte.


    "Die Götter verwirren mich."