Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Furianus lächelte und setzte sich auf einen Korbsessel.


    "Ach Caesoninus, wie gerne würde ich feste Bretter unter meinen Füßen spüren, als den peitschenden Wind im Gesicht und das wilde Meer unter mir. Doch losreissen kann man sich nicht, entweder man bricht die Wellen oder man geht mit dem Schiff unter. Ein Schicksal, welches ich mir nie erträumt, jedoch nun inne zu haben scheine."


    Ein Becher Wein gäbe ihm in dieser Stund sicherlich den festen Halt, den nur Frauenhände vermochten. Eine Frau war nicht da, DIE Frau auch nicht, also musste der Becher her.
    Ein Wink an einen Sklaven gerichtet verschaffte Erleichterung.

    Furianus massierte sich derweil selbst die Schläfen und seufzte tief.


    "Caesoninus, ich fühle mich nun eher wie die Galionsfigur auf dem Schiff, als ein Kommandeur dessen."


    Man schien Furianus vorzuschicken, die Wellen zu brechen, doch auch die beste Galionsfigur ging auch mal kaputt, wenn die Wellen zu stark waren.

    "So geh und stürze sie in den sozialen Abgrund."


    Rief er ihm nach und seufzte.
    Wahrlich, er hätte dies nicht tun müssen. Was kümmerte sie ihn denn? Sie waren ja nicht einmal eng miteinander verwandt, vielleicht war sie eine entfernte Cousine oder gar noch weiter im Verwandschaftsverhältnis. Er tat es Aquilius zuliebe, den es wohl viel mehr belastete, als irgendeinen von ihnen in Rom.
    Ein guter Einstieg in die Gesellschaft Tarracos blieb ihm nun wohl vielleicht verwehrt, aber das musste er erst nach dem Gespräch mit dem Proconsul feststellen können.

    "Und dennoch, es ist für sie ein gesellschaftlicher Abstieg und auch die Gens Flavia kommt dadurch in Verruf! Denkst du, dass es uns egal ist, wenn Calpurnia sich sowas erlaubt und es dann letztendlich sowieso auf die in Rom lebenden Flavier zurückfällt? Natürlich, euch mag es egal sein, es gibt jedoch Familienmitglieder, die um ihren Ruf bedacht sind, das Ansehen der Familie mehren und da ist es nicht gerade von Vorteil, besonders als Politiker, wie ich es war, dass über das ganze Forum nur über die Flavier getuschelt und wir belächelt werden."


    Es schien aussichtslos, doch er durfte sich nicht schwach zeigen, sondern diesem Mann aufzeigen, wie ernst es ihm und den übrigen Familienmitgliedern war.


    "Und du kannst mir glauben, dass das, was ihr hier betreibt, auf die übrigen Mitglieder zurückfällt, auch auf mich und besonders während meiner Zeit in dieser Provinz. Also, wie viel willst du? 5000 Sesterzen, 8000?"

    "Ja, welche ich bestrebt bin zu unterbinden."


    Sagte er kalt und musterte den Mann, welcher sich die Frechheit erlaubte an eine Säule zu lehnen, wenn man mit ihm sprach. Wie ein kleiner Junge es tat, um sein Desinteresse zu verdeutlichen.


    "Du weißt, dass auf eurer Hochzeit kein einziger Flavier erscheinen würde, du weißt, dass Calpurnia schon jetzt in Rom belächelt und die Familie verspottet wird. Willst du ihr diesen gesellschaftlichen Abstieg zumuten?"


    Wenn der Mann sie wahrhaft lieben würde, so hätte er auf Calpurnia Rücksicht genommen und sich nicht mal mit ihr verlobt. Als Geliebter hätte er sie vor solch Leid ersparen können, doch als ihr Verlobter war er ihr Untergang.

    In diesem Moment kam der Ianitor an die Tür, welchen Furianus elegant zur Seite schob.


    "Lucius Flavius Furianus, ich werde hier verweilen."


    Sagte er diesem kurz und ging ins Atrium. Natürlich war ihm Crassus gefolgt, so dass er sich nun nach diesem umdrehte.


    "Also, du weißt sicherlich warum ich dich hier sprechen will?"

    Der Sklave nickte und eilte zu den Herren.


    "Herr, ein Lucius Didius Crassus hat sich um das Anwesen gekümmert, da zur Zeit scheinbar keiner hier wohnt."


    Furianus war überrascht, bestürzt und einfach alles zugleich. Dieser Didier, welcher mitunter der Grund für einige Gespräche in Rom war, er hatte sich der Villa angenommen?
    Nicht in Rage, jedoch durchaus wütend, ging er schnellen Schrittes auf den Mann zu.


    "Salve. Lucius Flavius Furianus, mein Name. Ich will dich in der Villa sprechen."

    So erreichte das Gespann auch die Villa Flavia Catus, die hier, wie jedes Haus, im mediteranen Stil gehalten wurde und so gar nicht römisch war. Es gefiel ihm, waren ja damit zugleich die Erinnerungen an seine alte Funktion als Hausherr verflogen.


    Ein Sklave sprang ab und klopfte an.


    Sim-Off:

    Wenn Calpurnia mag, dann kann sie mir ja freundlicherweise aufmachen. :)

    Schon von Weitem war die Hafenstadt zu sehen, die eine architektonische Einzigartigkeit aufwies, ein Forum mit einer Rennbahn verbunden. Furianus konnte es nicht abwarten diese gelungene Leistung zu sehen.


    Das Schiff legte nun endlich an und er entstieg diesem zusammen mit Caesoninus.
    Während das Gepäck abgeladen wurde, stand schon eine Kutsche bereit.


    "Endlich, wir sind da."


    Sagte er lächelnd zu Caesoninus und wies auf das Gefährt.


    "Und nun auf zur Villa Flavia, das Gepäck wird schon nachkommen."


    Und mit diesen Worten bestieg er das Zweiergespann.

    Und nachdem sich Furianus von seinem Freund verabschiedet und ihm alles erdenklich Gute gewünscht hatte, bestiegen sie das Schiff und brachen gen Westen auf, nach Hispania.


    Sim-Off:

    Entschuldige, Cicero, ich muss nun los.

    "Ich habe bei den Neptunalien geopfert, mein Freund. Ich hoffe er ist mir hold."


    Sagte er lächelnd und wandte sich auch sogleich zu Caesoninus.


    "Sowie, als auch, Cicero. Ich würde gerne Tarraco bereisen, der Kaiser gab mir aber auch den Auftrag mich dort um die älteren Militärareale zu kümmern. Und dies, Cicero, ist Lucius Helvetius Caesoninus. Er ist mein Klient und wird mir als Agrimensor in Germania behilflich sein."


    Mit einem Nicken zu Caeoninus wandte er sich wieder ein wenig Cicero zu.


    "Caesoninus, dies ist ein guter Freund, Titus Aurelius Cicero."

    "Ich freue mich auch dich endlich wieder zu sehen."


    Sagte er lächelnd und drückte ihre Hand ein wenig fester. Mit einem Blick aus dem Fenster versicherte er sich und deutete mit den Augen in des Fensters Richtung.


    "Doch leider kann ich wohl nicht lange bleiben, ein Gewitter scheint aufzuziehen."

    "Ich verstehe."


    Noch ein Leben, welches sich dem Götterdienst bereitwillig opferte. Vielleicht hätte er auch solch ein Leben in Erwägung ziehen sollen, doch es war schon zu spät, sein Weg war gewählt.


    "Natürlich stört es mich nicht, wenn du dich der kleinen Minervina annimmst."


    Sagte er lächelnd und hatte ihm Hinterkopf seinen eigenen Nachwuchs, der dann hoffentlich nicht im Schatten der kleinen Minervina stehen würde, die doch ein süßes Kind war.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Wie fast immer bei gesellschaftlichen Anlässen war Macer wieder einmal ohne Begleitung unterwegs und aus diesem Grund auch etwas verspätet, denn es war ihm immer etwas unangenehm, alleine als einer der ersten Gäste aufzutauchen. Die drückende Hitzen in der Stadt lieferte dazu natürlich auch eine willkommene Ausrede, es etwas langsamer angehen zu lassen. Außerdem war etwas zeit verstrichen, bis er sich entschieden hatte, ob er zu Fuß kommen sollte oder die bei der Acta Diurna gewonnen Sänfte nutzen sollte. Schließlich hätte er sich aber dagegen entschieden, dann spätestens auf dem Rückweg würde ihn kaum jemand damit sehen und da konnte er genauso gut zu Fuß gehen.


    Als er die Casa erreichte, stand gerade eine anderen Sänfte vor der Tür und Macer meinte zu erkennen, dass sie Flavius Furianus gehörte. "Salve," grüßte er, "Du bist also auch der Einladung des Praefectus Urbi gefolgt?"


    Furianus entstieg seiner Sänfte, als er die Stimme Macers hörte.


    "Salve Senator. Ja, ich bin ihr gefolgt."


    Doch irgendwie überkam ihn in diesem Augenblick ein Schwindelanfall, so dass er fast umgekippt wäre. Ein Sklave konnte ihn noch sützen und fühlte sogleich an seiner Stirn.


    "Her, ihr habt Fieber."


    Sagte er erstaunt und versuchte Furianus aufrecht zu halten.
    Entschuldigend lächelte Furianus zu Macer herüber.


    "Senator, ich glaube, dass ich noch nicht vollends genesen bin. Ich sollte wohl noch das Bett hüten. Sagt bitte dem Gastgeber, dass ich aufgrund von Fieber verhindert bin und entschuldigt mein Fehlen. Vale."


    Und er wurde in seine Sänfte getragen, worauf hin sich diese in Bewegung setzte.

    Furianus stand mit Caesoninus, sie unterhielten sich, als plötzlich...er drehte sich erstaunt um und entdeckte Cicero.
    Sofort ging er lächelnd auf diesen zu und ergriff dessen Hand.


    "Cicero, welche Freude! Ich grüße dich. Ja, ohne ein Lebewohl, denn dies Wort setze ich mit Trauer in verbindung, darum bin ich auch bedacht es nicht aufkommen zu lassen. Ich will nicht mit Trauer gehen, sondern unbemerkt verreisen, um dann wiederzukommen, als wäre ich nie weg."