Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Nach ein paar Stunden konnte Nadia einen kleinen Lichtschimmer durch den unteren Schlitz in der Tür erkennen.
    Es war der alte Sklave mit einer Kerze in der Hand.


    Vorsichtig schob er einen eisernen Napf durch den Schlitz, der mit einer weißen Brühe, vermutlich ein Brei, angefüllt war.
    Sogleich darauf kam ein Holzlöffel.


    "Iss!"


    Sagte der Sklave in einem doch kühlen Tone und machte sich davon.
    Der Lichtschimmer verschwand und es war wieder dunkel in der kleinen Kammer.

    "Nein, ich meine die Kentniss und nicht die Erfahrung. Wie mir scheint beschäftigt ihr euch nicht so sehr mit politischen Sachen oder täusche ich mich? Zumindest habe ich euch noch nie zuvor hier auf der Rostra gesehen, geschweige denn reden gehört. Darum kam ich auch zu dem Entschluss, dass ihr hierher gekommen sied nur um die nicht vorhandenen Spiele zu beanstanden ohne jegliche Kentniss."


    Kurz suefzte er, der Mann schien ein wichtiges Detail seiner Aussprache bewusst übershen zu haben.


    "Nicht doch, das meinte ich nicht. Ich meinte diese Aussage."
    Er dachte kurz über den genauen Wortlaut nach und glücklicherweise war ihm Apollo hold in diesem Augenblick.
    "Das ist doch alles, was die Politiker noch können!" sagte ihr. Es ist wohl kaum zu übershen, dass ihr damit meinen Vater als Person gemeint habt, da er ja ein Politiker ist. Gut, ihr könntet diesen Kommentar auch vor anderen Leuten benutzt haben, doch habt ihr es unmittelbar nach diesem "Abgekartetes Spiel" gesagt und auch gleich nach der Rede meines Vaters. Demnach, und ich erschließe es richtig, habt ihr meinem Vater unterstellt nicht vorhandene Wahlversprechen nicht einzuhalten."


    Ein Lächeln beglückte seinen doch eher ernsten Gesichtsausdruck.


    "Ihr fragt euch bestimmt warum ich sage, dass es ein nicht vorhandenes Wahlversprechen war? Berechtigt. Und doch habe ich eine plausible Erklärung dafür. Ich war nämlich damals dabei, hielt mich im Hintergrund auf, auf der Rostra. Ein Mann fragte meinen Vater ob es denn Spiele geben wird. Mein Vater sagte, dass er beabsichtigt Spiele auszutragen. Darauf hin fragte ein Mann nach dem genauen Termin und mein Vater antwortete, dass er sehr ungünstig sei einen Termin festzulegen, obwohl man noch nicht weiß ob diese Spiele überhaupt, durch den Willen der Götter, durchgeführt werden sollten. Er sagte auch er werde sich nach seiner Wahl zu einem Auguren begeben, damit dieser für ihn deutet ob man die Spiele abhalten sollte oder nicht. Anscheinend, Priester, hat der Augur meinem Vater gedeutet, dass man die Spiele lieber nicht abhalten sollte, die Götter damit nicht einverstanden seien. Hätte mein Vater diese Spiele trotzdem abhalten sollen? Hätte er gegen den Willen der Götter handeln müssen? Ihr, gerade ihr als Priester, wisst doch, dass man den Willen der Götter so akzeptieren muss."


    Für Furianus war die Sache gelaufen. Ein triumphales Lächeln umspielte seine Züge. Nun hatte er es doch geschafft, natürlich nur durch die Hilfe des Mercurius auf seinen rhetorischen Fähigkeiten basierend, die Ehre seines Vaters zu retten. 8)

    Bei allem Verständniss und seinem großen Götterglauben verstand er nicht warum man nun das Orakel befragen sollte.
    Aber gut, da sie ja Priesterin war konnte er nicht drum herum.


    "Gut, dann müssen wir wohl das Orakel befragen."


    Er trank noch einen Schluck.


    "Wir könnten dies auch sogleich tun, wenn du damit einverstanden bist."

    Eine heikle Frage. Und Furianus überlegte ein wenig.


    "Ich danke für das Kompliment, Tribun. Auf eure Frage kann ich euch leider keine genaue Antwort geben. Aber ihr werdet mich in der Castra noch sehen, da ich meine alten Kameraden wohl besuchen werde. Sollte mich die Politik nicht in ihren Bann ziehen oder das Imperium und die Bürger Roms mich nicht bei den nächsten Wahlen brauchen, so kehre ich zurück und verrichte bei den Vigiles meinen Dienst."

    Furianus machte sich sogleich auf den Weg um sich für das Jahr abzumelden und klopfte, nachdem er von einem Scriba angewiesen wurde wo sich das Officium befand.


    *KLOPF*


    Sim-Off:

    Ich weiß nicht ob ihr nun fertig seid oder nicht...darum auch die Überschrift. Aber ich werde wohl sehr bald ernannt und würde mich noch gerne offiziell abmelden."

    "Heeeey!"


    Brüllte der alte Sklave auf.


    "Was fällt dir ein, du törrichtes Ding?! Pietätlosigkeit scheint dir wohl angeboren zu sein! Na das wird man wohl schnell austreiben."


    Und mit diesen Worten packte er sie an den Schultern und stieß sie hinein. Schloss darauf hin die große Holztür, an der nur ganz unten ein Schlitz für das Essen angebracht war.
    Lachend stieß er gegen die Tür mit dem Fuß.


    "Na dann viel Spass, du junges Ding!"


    Weiter lachend und mit den Schlüsseln spielend ging der alte Sklave davon und kümmerte sich wie immer um die Gründlichkeit des Hauses.

    In der Kammer angekommen lagen in einer Ecke Lumpen herum und der Sklave deutete darauf.


    "Du ziehst dich nun um. Ich gehe währenddessen raus."


    Natürlich hätte der Sklave dem Ereignis liebend gerne beigewohnt, er lechzte nach noch anderen Dingen, die er hier machen konnte. Doch zurückhaltung kannte er immer und die Herren hier waren nicht gerade zimperlich.
    So ging er aus der Kammer, die höchstens zwei Menschen behrebergen konnte, hinaus und wartete dort mit dem Rücken der Sklavin zugewandt.

    Kein Vigilus, ein Optio Vigilae, korrigierte Furianus ihn in Gedanken. :]
    Doch er nickte nur lächelnd und ging zur Tür.
    Er war kein Freund des Abschieds und doch tat es irgendwie weh. Doch er wusste, das so mancher Besuch vollzogen werden würde.


    "Vale, Freunde."


    Und er ging hinaus zum Officium des Tribunen um sich abzumelden.

    Furianus stand auf.


    "Nein, Centurio. Ich verabschiede mich nun offiziell von allen hier Anwesenden."


    Und mit diesen Worten machte er den militärischen Gruß und zwar zu ALLEN Männern. Natürlich würde er noch das Officium des Tribun aufsuchen um sich dann auch auf dem Pyprus aus dem Militärdienst abzumelden.

    Er nahm seinen Becher und trank einen kräftigen Schluck.
    Atmete tief durch und stand auf.


    "Tiberia Claudia, so frage ich, Lucius Flavius Furianus, Sohn des Senators Flavius Felix und Aemilia Claudia Ingens Animi, willst du mit mir den Bund der Ehe schließen?"


    In diesem Augenblick konnte Furianus selbst nicht glauben was er da tat. Vielleicht war es die Ungewissheit, die Angst und die Sorge, dass sie einen Anderen ehelichen wird oder ganz einfach der viele Wein, welcher ihn dazu trieb. 8)