Beiträge von Lucius Flavius Furianus

    Furianus erkannte den Tribunus Plebis sofort, da er ihn auf der Rostra seine Rede halten sah. Es war nur zu verständlich, dass der Tribunus nun zu dem Priester hielt und sah würdigte er den Politiker eines Blickes des Missverständnisses.


    "Salve, ja, das stimmt Tribunus Plebis, man sollte seine Meinung nicht zu einem Amt äußern, welches man nicht kennt. Doch man sollte sich zu verschiedenen Punkten der Arbeit äußern dürfen, man sollte einzelne Punkte als positiv oder negativ kommentieren, je nach Meinung, denn das ist uns frei gestellt. Der Sacerdos bezieht sich jedoch allgemein auf meinen Vater, auf das Amt selbst, doch nicht auf den einzelnen Punkt der Arbeit und dies ist ein feiner Unterschied, Tribun, und doch von immenser Bedeutung. Mein Vater ist mit der vorgeschriebenen Arbeit zurecht gekommen, hat sie gewissenhaft und gut erledigt, dies bestreitet keiner. Doch gehören die Spiele nicht zu den vorgegeben Pflichten des Aedilats, es ist eine Option, ein Versprechen. Gut, mein Vater hat es gebrochen, hat sich verechnet, hatte keine Zeit, Hürden oder was auch immer zu den nicht vorhandenen Spielen führte, das ist auch egal. Aber, mein Vater hat nur einen Teil des Versprehens gebrochen. Er spendet schließlich einen Betrag für die Ausrichtung der Spiele."


    Dann dachte Furianus ein wenig nach, versuchte sich genau an den damaligen Wortlaut seines Vater zu erinnern. 8)

    Ein Sklave kam nach einigen Augenblicken zur Türe und öffnete sie vorsichtig.


    "Darf ich eintreten, Dominus?"


    Fragte er voller ehrfurcht und zitterte ein wenig.
    Durch ein Nicken von Furianus wurde es ihm erteilt. Vorsichtig und leicht verbeugt betrat er das Zimmer.


    "Sperre diese Sklavin in die Kammer. Du weißt welche. Doch vorher gibst du ihr schmutzige Sachen und sorgst dafür, dass sie die mit diesen hier tauscht."


    "Zu Befehel, Dominus."


    Nickte nun der Sklave und packte Nadia an der Hand.


    "Komm."

    Furianus hob seine Augenbraue. 8)


    "Nach deiner Aussage beruht deine Meinung nicht auf Wissen, du wirfst deine Aussage einfach hinein?"


    Leicht räusperte er sich.


    "Und den Grund, warum mein Vater die Rostra sogleich verließ, diesen kennst du bereits. Er hat ausdrücklich gesagt, dass er sich dafür entschuldigt. Er hat auch gesagt, dass er eine immense Summe für die nächsten Spiele beisteuern will. Damit beteilligt er sich daran, damit zeigt er, dass er sein Versprechen einhält. Warst du schon mal Aedil? Weißt du welche Arbeit und Pflichten damit verbunden sind?"

    Sim-Off:

    Ach, Gabriel, nicht der Rede wert...


    Furianus schaute ihm seelenruhig in die Augen.


    "Es gab Gründe warum ich dich nicht informierte, Centurio. Zuerst wäre da die Ansteckungsgefahr. Ich kenne dich und ich wusste, dass du dich zu dem Probatus begeben würdest und dieses Risiko konnte ich nicht eingehen, wärst du auch erkrankt wäre dies fatal für die Vigiles, du weißt selbst wie sehr du gebraucht wirst. Darum mied ich auch dein Büro, damit ich keinen anstecke."


    Honig um den Mund schmieren half besonders in solch delikaten Situationen. Und die Sache, dass er die Sesterzen für den Medicus selbst entrichtete wollte er auch für sich behalten. Er wusste, dass die Kasse nicht so voll war. 8)


    "Jawohl Optio, in Zukunft wirst du auch informiert."

    Sim-Off:

    Ja, richtig, du bist gemeint. :)


    "Und ich bin Lucius Flavius Furianus, der derzeitige Queastor und Sohn dieses ehrenvollen Senators."


    Sim-Off:

    Eigentlich sollte ich es schon längst sein. :]


    Er hatte wahrlich von einem Priester mehr Zurückhaltung und doch gewissen Respekt erwartet.


    "Ja, sie ist dafür da deine Meinung kund zu tun, Priester. Doch ist sie nicht da einen ehrenwerten Senator, der sein Leben in Aufopferung an Rom verbrachte, so respektlos zu kommentieren. Abgekartetes Spiel hast du gerufen, was veranlasst dich zu solch einer Behauptung, weißt du so viel Priester?"

    Furianus ging zur Tür und machte sie auf.


    "Sklave, herkommen!"


    Und ging dann wieder mit ernstem Gesicht zu ihr.


    "Brot wird man dir bringen und auch deine guten Kleider wechselst du. Die drei Tage vergehen wie im Fluge."


    Er wollte lieber nicht erwähnen, dass dort schonmal eine Sklavin starb und eine andere verrückt wurde und man sie den Löwen zum Fraß vorwarf. 8)

    Es war eindeutig wie sie auf die Situation in Britannia anspielte, doch tat Furianus alles daran die Geschehenisse zu vergessen, zu verdrängen. Langsam erhob er sich und legte ihr seine Hand auf die Schulter.


    "So sei es, Nadia."


    Doch dann lächelte er.


    "Nicht doch, dafür bestrafe ich dich nicht. Schließlich wusste er selbst, dass es ein Fehler war und wenn er es nicht einsah, dann spätestens heute."


    Ja, eine kleine Strafe hätte der Claudier verdient. Furianus ermahnte ihn, gab ihm Rat und doch schien dieser wie von Sinnen. Gerecht war es nur würde er zurecht gewiesen werden und so lächelte Furianus leise in sich hinein.

    Furianus setzte sich auf das Bett und nippte an seinem Becher.


    "Unterstelle mir nicht ich würde dich nicht kennen, ich habe meine Kindheit an deiner Seite verbracht. Und ich gehe so mit dir um wie es mir beliebt."


    Er nahm einen kräftigen Schluck.


    "Ich wünschte ich müsste es nicht tun, doch hast du mich unverzeihlich beleidigt. Sowohl vor dem Claudier, als auch vor mir selbst. Ich kann das nicht tolerieren, das verstehst du hoffentlich, wobei ich mir da auch nicht sicher bin. Auch werde ich die Tür sicherlich nicht zuschließen, du weißt warum. Wenn mich jemand sieht, dann ist es aus. Ich genieße einen guten Ruf, Nadia, und den will ich nicht aufgeben oder missen."

    Furianus ignorierte den Mann völlig, doch das Gerede brachte ihn in Rage. Zu gerne hätte er dem Mann nun seine Meinung gesagt, ihn aufgefordert sich zu entschuldigen, doch er hatte sich zu zügeln.
    So ging er schnellen Schrittes zu den Beiden und blickte dem Mann gereizt in die Augen.


    "Wer bist du, dass du solch Worte von dir gibst? Wer bist du einen Diener Roms zu tadeln? Sage es mir."

    Furianus lachte.


    "Ach Nadia, versuche mich nicht für dumm zu verkaufen. Sage nicht du wärest nicht gegangen weil du mein Vertrauen nicht brechen wolltest. Scherze nicht, ich weiß warum du die Chance nicht ergriffen hast. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass dir dann der Tod bevorstünde. Du weißt ganz genau, dass man dich wie ein Tier jagen und dann töten würde. Also erzähle mir Nichts von Vertrauen, ich bin kein Kind mehr."


    Obwohl er sich schon lange den Kopf über die Strafe zerbrochen hatte und zu diesem festen Entschluss kam schien er doch wohl übershen zu haben, dass sie Platzangst hatte. Ein böser Herr hätte dies natürlich ausgenutzt, doch kannte er Nadia zu lange um ihr sowas antun zu können. Auch obwohl sie Unverzeihliches sprach.


    "Wie du weißt sind manche Tiere hier in Rom wertvoller als Sklaven, ach was sag ich, viele Tiere sind teurer. Also benutze nicht diesen Vergleich, obwohl du ja für mich sehr teuer bist. Aber gut, ich lenke ein. Eine andere Option wäre der Lupanar, willst du dort lieber hin?"

    Furianus wusste von den Plänen seines heiß geliebten Vaters und begab sich auf die Rostra um ihm die Ehre zu erweisen.
    Laut applaudierte er :app: und ein paar Tränen rollten seine Wangen herunter..
    Sein Vater, der Rom mit seinen Diensten immer bereichert hatte, zog sich nun öffentlich zurück, es schmerzte nicht nur ihn, es würde auch eine große Lücke hinterlassen. Doch hatte sein Vater sorgenfreie und erholsame Tage vor sich, ein Grund für Furianus sich für ihn zu freuen.


    "Vater, du hats dich seit je her aufgeopfert. Für Rom, für den Kaiser, für deine Familia, du verdienst deine Ruhe!"

    Furianus wandte sich von ihr ab und schenkte sich nach.


    "Das mag so sein, Nadia, doch hast du mein Vertrauen gebrochen. Diese Fehler von dir lassen sich nicht rückgängig machen. Und deine Strafe erhälst du somit auch, ich mildere sie zwar, doch ist dies immer noch eine Strafe."


    Kurz dachte er nach.


    "Wir haben unten im Keller eine kleine Kammer. Dort begibst du dich hin, ziehst dich aber vorher um. Dort gibt es Lumpen, die dafür angebrachter wären. Dann begibst du dich in die Kammer hinein. Ich entscheide dann wie viel du zu essen bekommst und wann du heraus darfst. EInwände?"


    Das letzte Wort hätte er besser weglassen sollen, doch bat sie ihn ja von Person zu Person zu reden und nicht wie Sklavin und Herr.

    Bereitwillig tolerierte er ihre Annäherungsversuche.


    "Wie hast du dich denn gewiegert? Ihr wart recht redselig, ich kann mir kein Weigern darunter vorstellen. Und auch dein Benehmen gegenüber mir hat sich doch stark gewandelt. Vor dem Mann hast du mich getaelt, hast mir Vorschriften gemacht. Und dann, dann beleidigst du mich, beleidigst meine Familie. Wie sollte ich da nicht anders mit dir umgehen?"

    Irritiert blickte ihr Furianus in die Augen.


    "Ich habe dich nicht erklären lassen? Du standest doch hier und hast dich beschwert, ich habe dir zugehört. Und ist das der Grund dafür mich zu beleidigen? Du wusstest was das für Konsequenzen mit sich führen könnte und hast es trotzdem getan. Sollte ich dir nicht Vorwürfe machen, nicht du mir?!"

    Furianus ein wenig bestürzt.


    "So denken also die Bürger Roms? Ich muss sagen, dies schmerzt mich sehr. Gut, vielleicht war ich zu naiv, zu unerfahren, doch es kann nicht sein, dass das Volk solch eine Meinung von unserer höchsten Instanz hat."


    In diesem Augenblick wünschte er sich wieder zurück nach Britannia und seine naive Welt. Geistesabwesend kaute er auf der lukanischen Wurst.


    "Aber gut, schlechte Politiker wird es auch in jedem Land geben. Doch das Allgemeinbild sollte es auf keinen Fall sein, das Vertrauen sollte immer bestehen bleiben. Diese allgemein von uns gehasste sogenannte Patriziersteuer ist doch wahrlich das beste Beispiel dafür, dass Roms Politik sich noch wie die Jahre zuvor einsetzt, nicht schläft."


    Dies Beispiel missfiehl ihm selbst, doch hatte er kein weiteres parrat gehabt.