Beiträge von Marcus Petronius Crispus

    | Quintus


    Quintus hatte sich den schroffen Ton hier in der I. angewöhnt, denn sonst konnte man sich ja nie gegen diese Rauhbeine durchsetzen!


    Als er nun den Stärkebericht erhielt, stutzte er.


    "Der geht an das Officium des Primus Pilus. In der Principia!"


    meinte er dann. Hoffentlich würde der Optio ihm nicht befehlen, den Bericht selbst abzuliefern! Er hatte keine Lust, in die Kälte hinauszugehen!






    CACULA - MARCUS PETRONIUS CRISPUS

    "Das ist eine gute Idee. Wann seid ihr bereit?"


    fragte er daher und freute sich bereits darauf, mit diesen Männern zusammen zu arbeiten. Sie waren zwar nur Reiter, aber sie verstanden wohl etwas von ihrem Geschäft.


    "Und wie viele Vorräte benötigt ihr?"


    Er hatte keine Ahnung, was ein normales Alen-Pferd so am Tag verschlang...sicher nicht wenig!

    | Quintus


    Quintus hatte sich langsam an die finsteren Gestalten von der I. gewöhnt, dennoch war er vorsichtig, als er die Tür öffnete und den Optio draußen entdeckte.


    "Was willst du?"


    fragte er etwas unwirsch. Dem Zettel in der Hand zu urteilen wollte er irgendwelche Post überreichen. Ach ja, genau, das war ja Pontius Fullo, der neue Optio von Artorius!





    CACULA - MARCUS PETRONIUS CRISPUS

    Crispus blickte als Legionssoldat natürlich ein wenig arroganter auf die Ala herab, als es ihr Decurio tat. Aber andererseits glaubte er, dass die Auxilia tatsächlich die besseren Plänkler waren. Daher meinte er nur


    "Gut."


    Dann hörte er sich die Einschätzung des Decurios an. Es klang eigentlich ziemlich logisch. Andererseits war die Civitas relativ groß...


    "Da hast du Recht. Allerdings ist die Civitas groß und die Banditen sind nicht an den Raum gebunden und werden auf der Hut sein. Und die Kundschafter-Trupps sollten nicht allzu klein sein. Diese Germanen sind teilweise nicht üble Reiter..."

    Zitat

    Original von Lucius Albius Decius
    Lucius hatte eine. "Centurio, wann wurden denn schon Kundschaftertrupps in die Umgebung ausgesandt und welche Gebiete haben sie abgesucht?" Er wunderte sich ein wenig wieso man drei Turmae anforderte um sie dann die Zivilbevölkerung interviewen zu lassen. Das Ganze schrie für ihn nach verstärkter Suche im Umland. Von draussen waren die Geräusche zu hören, die entstehen, wenn sich beinahe einhundert Mann ihre Zelte errichteten.


    Der Centurio überlegte. Tatsächlich waren sie bisher eher in Borbetomagus geblieben und hatten Leute befragt, beziehungsweise Vorräte angelegt.


    "Wir haben noch keine Kundschafter ausgesandt - ohne beritten zu sein, hielt ich das für zu gefährlich. Ihre Zahl wird immerhin auf etwa hundertfünfzig Mann geschätzt. Ich denke, dass das eure Aufgabe wäre - das wäre Sache der Kavallerie."


    erklärte er dann. Irgendwie war es ihm fast peinlich, dass er noch nichts unternommen hatte. Andererseits hatte er auch kaum Möglichkeiten mit seiner Centuria voller Grünschnäbel...

    Mit einer einladenden Handbewegung bot der Centurio seinen neuen Untergebenen von der Ala in sein Zelt. Auch den anderen beiden Decuriones bot er, sein Zelt zu betreten.


    Der Innenraum des Zeltes war nicht besonders groß: Die eine Längsseite wurde von einem Feldbett eingenommen, auf dem der Bursche des Centurios die Decke sauber gefaltet hatte. Eine Kiste und ein Klapptisch nahmen weiteren Platz weg.


    "Meine Herren, ich nehme an, ihr seid bereits über den Auftrag informiert:


    In der Civitas Vangionum ist es in letzter Zeit mehrfach zu Problemen mit Banditen gekommen. Unter anderem fielen einige römische Veteranen zum Opfer: Ihre Höfe wurden geplündert und niedergebrannt. Auch der Handel über den Limes ist gefährdet.


    Der Stand ist folgender: Seitdem wir hier sind, ist nirgendwo mehr eine Spur von ihnen aufgetaucht. Nur unweit der Stadt hat einer meiner Männer auf einem Botengang eine Gruppe von verdächtigen Personen im Wald verschwinden sehen. Sie scheinen auch größere Beute in ihr Lager mitzunehmen.


    Mein Plan sieht vor, dass wir die Banditen durch Ermittlungen bei der Zivilbevölkerung aufspüren und unschädlich machen. Soweit Fragen?"

    Einen Augenblick musterte Crispus die Männer, die gekommen waren. Einige der Soldaten wirkten noch recht jung, andere waren dafür schon älter. Insgesamt waren sie also gut durchmischt. Ausgezeichnet!


    "Sehr gut. Ich schlage vor, ihr schlagt eure Zelte neben den unseren auf. Meine Männer werden helfen, die Palisade zu versetzen!"


    erklärte der Centurio und drehte sich ein wenig von den Reitern weg.


    "Milites venite!"


    Dann drehte er sich zu Decius zurück.


    "Kannst Du das Aufschlagen des Lagers deinem Duplicarius überlassen? Dann werden wir gleich eine Besprechung anberaumen."


    Crispus war schon lange genug hier, ohne irgendetwas auszurichten. Also wollte er rasch zur Sache kommen.

    Crispus verfolgte die Feierlichkeiten halbherzig. Als der Span erlosch, zog er allerdings eine Augenbraue hoch. War das Zufall? Soldaten waren für ihren Aberglauben bekannt und Crispus war keine Ausnahme.


    Als die Kasette zu ihm kam, grinste der Opfersammler ihn an. Er versuchte, unauffällig nur ein As hineinzuwerfen, doch der Sammler meinte ermahnend


    "Primus Pilus, also bitte!"


    Mit mürrischem Blick fischte der erste Speer also doch noch einen Denar heraus und ließ ihn hinterher in den Kasten fallen. Klimpernd kam er auf den ganzen Assen der Legionäre an.

    Der Centurio war gerade dabei, ein paar Legionäre zusammenzuscheißen, weil diese sich abgeseilt hatten und in ihren Zelten lagen, während die anderen arbeiteten. Daher meldete die Zeltwache, dass der Centurio nicht da wäre.


    Doch Crispus hatte die Reiter bereits gesehen und eilte daher zu seinem Zelt. Es waren doch einige, wie er feststellte! Und von der Ala, wie erwartet.


    "Centurio Petronius Crispus. Salve!"


    begrüßte er den Decurio.

    [Blockierte Grafik: http://img175.imageshack.us/img175/3885/priestervj9.jpg| Sacerdos Militaris


    Eine Lampe stand auf dem Altar, hinter dem die bronzene Saturnus-Statue in die Höhe ragte. Aus einer Kanne, die ein kleiner, aber dafür für einen Legionär fast zu dicker minister ihm reichte, goss der Priester nun Öl in dieselbe. Unterdessen ratterte er das Gebet mehr herunter, als dass er es wirklich sprach


    "Als Saturnus herrschte, war alles ein Kreislauf und alle Dinge kehrten sich um. Nur einmal jedes Jahr füllen wir diese Lampe mit Öl. Sie ist sonst leer, weil Saturnus schlafend liegt. Wir nähren ihn mit dem Öl des Getreides, dem goldenen Nektar der Körner. Trinke tief, oh Saturnus, von diesem goldenen Öl! Erwidere unser Geschenk und segne unsere heilige Erde!"


    Der Holzspan, den ein weiterer Legionärs-minister trug wurde just in dem Moment, in dem er ihn an den Priester weitergeben wollte, von einem Windstoß gelöscht. Erschrocken blickte sich der Opferhelfer um und holte sich dann auf einen Wink des Primus Pilus Feuer von einem der Fackelträger.


    Endlich gelang es dem Priester, die Lampe zu entzünden. Ein weiterer minister gab dem leitenden Priester nun eine Geldkasette. Diese nahm er und verkündete


    "Saturnus Gehilfe ist Consus, der die Saat bewacht.
    Von allem was wir ernten bewahren wir einen Teil, um es erneut in die Erde zu legen.


    Auch einen Teil unseres hart erarbeiteten Geldes bewahren wir auf,
    um es an einem anderen Tag zu benutzen.


    All das und mehr ist verborgen in der Erde anvertraut der Sorgfalt von Mutter Ops.
    Erinnert euch allen Reichtums den ihr besitzt und entscheidet weise, was davon zu bewahren ist. Gebt einiges von dem, was ihr besitzt, und bittet:


    Saturnus, bewahre das Korn für die Saat und mache es fruchtbar für die Ernte!"


    Etwa zehn Legionäre, die ebenfalls Kränze trugen, hielten nun ebenfalls Geldkasetten hoch und traten dann zwischen die Zuschauer. Jeder der Soldaten würde nun ein wenig von seinem sauer verdienten Sold hineinwerfen. Viele würden nur Asse geben, Stabsoffiziere zahlten jedoch obligatorisch deutlich mehr ;)





    SACERDOS - LEGIO II GERMANICA

    Der Centurio hatte weniger Probleme damit, Nahrungsmittel für sich zu requirieren. Vielmehr hatte er eher Sorgen darum, was mit den Banditen war und wann eigentlich seine Verstärkung eintreffen würde.


    Er holte die übrige Mannschaft zusammen und wies sie an, das Lager weiter auszubauen. Es würde möglicherweise noch schneien und da waren Lederzelte nicht gerade die beste Möglichkeit, sich warm zu halten. Außerdem wurde viel Feuerholz benötigt...

    [Blockierte Grafik: http://img175.imageshack.us/img175/3885/priestervj9.jpg| Sacerdos Militaris


    Als endlich alle erschienen waren, trat der leitende Sacerdos, der unter seinem Mantel eine rote Soldatentunika trug, hervor. Anders als in Rom war dies ein Feldgeistlicher, der neben seinem Priesteramt in den Schlachten den gleichen Dienst verrichtete, wie ihn die gewöhnlichen Soldaten versahen. Doch nebenbei war er vertraut mit religiösen Praktiken und so war es seine Aufgabe, die diesjährige Saturnalienfeier zu übernehmen. Da er die Männer aber kannte, hatte er das lange Ritual, das in Rom abgehalten wurde, geschickt gekürzt, bevor jemand einschlief.


    "Willkommen zu den Saturnalia!


    Der Kreis des Jahres teilt sich in vier Teile, und in den Ländern unserer Heimat und unserer Provinzen ist die dunkle Zeit von der Sommersonnenwende zur Wintersonnenwende die Zeit zu pflügen und den Boden zu bestellen und den Samen auszustreuen.
    Wenn dies getan ist ruhen die Menschen aus in der Winterzeit, bis zur Rückkehr der Sonne.
    Drei alte Götter werden in dieser Zeit geehrt: Saturnus, Ops und Consus sind ihre Namen.


    Nun hört den Mythos von Saturnus' Herrschaft:
    Lange bevor unsere Väter lebten, herrschte Saturn gemeinsam mit Ops, seiner göttlichen Gemahlin, über alle Götter und Menschen.
    Als sein Sohn Iuppiter jedoch die Herrschaft übernehmen wollte, trat Saturnus nicht beiseite und wurde geschlagen. Gemeinsam mit seinem Weib segelte er dorthin, wo unsere Väter einst ihre Stadt, das mächtige Rom erbauten.


    Er lehrte unsere Väter alle nützlichen Künste, die Jagd und den Ackerbau, aber auch Münzen zu schlagen und zu verwenden."


    An dieser Stelle hörte man ein rauhes Auflachen aus den Reihen der Legionäre. Etwas wie "Das hab'n meine Väter besonders gut gelernt" war zu hören, dann hatte der zuständige Centurio wieder für Ruhe gesorgt.


    "Seine glückliche Herrschaft wurde das Goldene Zeitalter genannt und niemand litt Not, sondern teilte alles mit seinem Nachbarn, sodass niemand lügen, stehlen oder kämpfen musste.
    Doch schließlich verließ er sein Reich, um die Herrschaft abzugeben und er bestieg ein Schiff nach Hyperborea, wo er jetzt schläft.


    In dieser kältesten Zeit des Jahres gedenken wir also jenem alten, goldenen Reich und erwecken den guten König, um ihn erneut zu uns zu bitten. Möge er mit uns jene kurze Zeit leben und feiern!


    Bona Saturnalia!"


    Damit war die Saturnalienansprache beendet und die Soldaten konnten einen Augenblick über die Worte nachdenken - oder einen Schluck Wein nehmen, falls sie ihn in die Principia geschmuggelt hatten.





    SACERDOS - LEGIO II GERMANICA

    Zitat

    Original von Servius Artorius Reatinus
    "Alles klar!", rief der Optio müde vom Inneren des Zeltes hinaus, während er einen kleinen Sack mit ein wenig Gemüse und Brot darin zuschnürte. Er ging was Verpflegungen betraf sehr gewissenhaft um. Ein hungriger Optio konnte eben keine Legionäre befehligen, wenn es darauf ankam. Reatinus versuchte, sich seine Ausgelaugtheit nicht anmerken zu lassen, weshalb er sich nun zusammenriss, um möglichst fit auszusehen. In stolzen Schritten trat Reatinus mitsamt benötigter Ausrüstung nun vor das Zelt hinaus, um die nötigen Contubernia zusammenzutrommeln. Er nickte kurz dem Centurio und dem Kundschafter zu, als Zeichen, dass bald alles bereit wäre. Bald würde ein neuer Hornstoß erklingen, die ganze Gegend wach rütteln und die Vögel aus den Bäumen verscheuchen.


    "Contubernia I bis VI, angetreten!!".


    Crispus nickte kurz, als der Optio bestätigte. Irgendwie wirkte Reatinus etwas blass um die Nasenspitze. Hoffentlich hatte er sich keine Krankheit eingefangen - er würde ihn in nächster Zeit dringend brauchen!

    "Nö, ich werd' ja von der Legion versorgt. Und Quintus kauft ein, was die Einkäufer von der Truppe nicht beschaffen."


    meinte Crispus und steuerte Heila auf einen Stand zu, an dem eine dicke Germanin Kohlköpfe gestapelt hatte. Mit lauter Stimme pries sie ihre Ware an, jedoch in einem hässlichen germanischen Dialekt, den Crispus kaum verstand.


    "Bisschen Kohl vielleicht? Meine Mama hat das auch als altes Hausmittel gegen Durchfall gekannt...also falls sowas notwendig wäre."


    Crispus wusste nicht, dass neben seiner Mutter auch Cato der Ältere ein großer Anhänger des Kohls gewesen war und es gegen allerlei Leiden empfohlen hatte.

    Crispus hatte sich gerade auf den Weg machen wollen, die Vorbereitungen der Männer zu überprüfen und dem ein oder anderen zu sagen, dass sie eigentlich auch ihre Maultiere mitnehmen könnten (darauf war er gerade noch gekommen :D). Da erschien ein Mann auf einem Esel, der in schwach germanisch akzentuiertem Latein zu ihm sprach.


    "Sehr gut. Du wirst meinen Optio begleiten. Warte, ich hole ihn sofort."


    Er ließ den Ex-Soldaten stehen und ging rasch zum Zelt von Reatinus. Rasch klopfte er auf die lederne Zelthaut, sodass feine Wassertropfen vom gestrigen Regen davonsprühten.


    "Optio, der Kundschafter ist da!"


    Damit kehrte er zurück. Irgendwie war ihm der Alte sympathisch, obwohl er noch gar nicht mit ihm geredet hatte...vielleicht lag dies daran, dass er in ihm einen romanisierten Germanen vermutete und sich das für seinen Schwiegervater wünschte?