Auch diesmal hatten fleißige Legionäre für die Grundausbildung die schweren Scuta angeschleppt, auf die Crispus nun deutete.
"Probati, holt euch die Scuta - und die Holzschwerter, die daneben liegen!"
Er wartete, bis die Männer zurückgekehrt waren und blickte dabei hinüber zu den mannshohen Pfählen, die am Rande des Exerzierplatzes im Boden verankert waren. Als er selbst an ihnen geübt hatte, war Schnee darauf gelegen und nun warfen sie deutliche Schatten auf die ausgetrocknete Erde.
"Wir beginnen heute mit dem Schwertkampf, der Königsdisziplin, die ein Legionär im Schlaf beherrschen muss.
Der Gladius ist ein relativ kurzes Schwert, wie euch sicher aufgefallen ist, denn es ist eine Stoß- und keine Hiebwaffe. Den Hieb eines zweihändigen Barbarenschwerts sollte man nur im äußersten Notfall mit diesem Ding parieren.
Damit ihr mit euren Holzdingern niemanden verletzt, haben wir dort hinten Pfähle, die eure ersten Gegner sein werden. Dabei ist es wichtig, stets Deckung hinter seinem Scutum zu suchen."
Hier erinnerte Crispus sich an seinen letzten Kampf ohne dasselbe - er hatte gegen Banditen gekämpft und sich an der Hand verletzt, wo ihn eine Narbe daran erinnerte, niemals betrunken gegen Banditen anzutreten.
"Pergite!"
Er führte die Soldaten an die Pfähle. Teilweise schienen sie heftig mit den Übungsgladii geschlagen worden zu sein, denn sie wiesen deutliche Einkerbungen auf - teilweise war es einigen übereifrigen Probati anscheinend gelungen, sogar kleine Stückchen Holz herauszuschlagen.
"Wie man unschwer erkennen kann, sind die meisten Treffer im Kopf- und Brustbereich. Das hat einen einfachen Grund: Wer auf die Beine schlägt, ist im Rücken nicht gedeckt. Wir zielen folglich ins Gesicht und auf die Brust, denn ein Treffer dort ist für den Gegner kaum zu verkraften.
Weiterhin ist es von großer Bedeutung, nicht zu schlagen, sondern schnelle Stiche aus der Sicherheit des Scutums heraus zu landen. Das Scutum bleibt immer vorn, nur für Stöße in die Brust darf es beiseite genommen werden. Also..."
"Jeder an einen Pfahl, greift ihn an!"
Der Centurio verschränkte die Arme hinter dem Rücken und beobachtete die Probati, wie sie ihre Pfähle angriffen.