Beiträge von Marcus Petronius Crispus

    "Und schon seht ihr den Vorteil des schweren Scutum! Dahinter könnt ihr verstecken und der Gegner weiß nicht, wie ihr ausholt, folglich nicht, wie ihr stecht!"


    erklärte der Centurio, als er erkennen konnte, dass die Männer diesen Umstand am eigenen Leib erfuhren.


    "Und nur gezielt zustechen - Kraft sparen! Lieber einmal weniger und dafür gezielter!"

    "Stoß - zurück - Stoß - zurück! Das muss schneller geh'n!"


    brüllte Crispus und wies den ein oder anderen Probatus auf eine Lücke in der Deckung hin, indem er ihm einen Schlag mit dem vitis verpasste. Wer nicht hören wollte, der musste eben fühlen. Nach einiger, für die Probati endloser Zeit beschloss der Centurio, dass es genug der Trockenübungen war.


    "Probati in aciem venite!"


    befahl er nun und als die verschwitzten und teilweise schwer atmenden Probati in der Reihe standen, ging er zum nächsten Übungsteil über.


    "Ihr wisst jetzt, wie man angreift - üben wir das ganze am lebenden Objekt! Je zwei Mann zusammen. Und keine Hemmungen - außer natürlich im Gesicht, ich brauch nicht noch mehr gebrochene Nasen in meiner Centurie!"


    Auf Kommando ging es weiter.

    Sim-Off:

    da ist kein Leder drauf, das war nur im übertragenen Sinne gemeint ;)


    Auch der Centurio wusste nicht, wieso das Schicksal ihn immer wieder an diesem Probatus vorbeischickte, den er besonders oft aufrief, ermahnte und strafte...


    "Weitermachen!"


    befahl er, als er sah, wie der Probatus sich anstrengte.


    "...aber gezielter!"


    fügte er dann hinzu und ging weiter um den nächsten Probatus zur Schnecke zu machen. Anschließend wandte er sich noch einmal an alle


    "Achtet besser auf eure Deckung!"

    Auch Crispus marschierte eher ruhig. Nur auf die Probati, die er zu dieser Aktion mitgenommen hatte, hatte er ein besonderes Auge. Diesmal mussten sie zwar nicht in Höchstgeschwindigkeit laufen, dennoch hatte auch das leichte Gepäck inklusive der Werkzeuge sein Gewicht, das gestemmt sein wollte. Dann beschloss er doch lieber, einen Moment auszuruhen und sprang auf sein Maultier auf. Dieses ritt sich wesentlich besser als Pferde, denen der Petronier noch nie etwas hatte abgewinnen können...

    Crispus sah den Männern zu. Sein Stock fuhr einem der Probati in die Magengrube


    "Deckung halten!"


    Der Probatus stöhnte auf und bemühte sich, das Scutum höher zu halten, doch der Centurio war bereits beim nächsten - Vocula.


    "Schneller! Damit durchstichst du ja nichtmal die Haut!"


    rief er, wobei er selbstverständlich übertrieb, aber einen Lederpanzer konnte man tatsächlich nur mit großer Kraft durchstechen.


    "Und beweg' das Scutum, verdammt!"

    Crispus hörte die Worte des Tribuns an, wobei er selbstverständlich bereits alles wusste, was hier geredet wurde - immerhin war er bei der Besprechung gewesen! Statt sich weiter seinen Träumereien vom Lebensabend hinzugeben, erwachte er nun und brüllte


    "Milites in agmine venite!"


    "Pergite!"


    Er selbst setzte sich an die Spitze - beziehungsweise hinter die andere Centurie, die im Rang über der seinen stand und reihte sich dann ein, um dem Tribun zu folgen...

    Auch diesmal hatten fleißige Legionäre für die Grundausbildung die schweren Scuta angeschleppt, auf die Crispus nun deutete.


    "Probati, holt euch die Scuta - und die Holzschwerter, die daneben liegen!"


    Er wartete, bis die Männer zurückgekehrt waren und blickte dabei hinüber zu den mannshohen Pfählen, die am Rande des Exerzierplatzes im Boden verankert waren. Als er selbst an ihnen geübt hatte, war Schnee darauf gelegen und nun warfen sie deutliche Schatten auf die ausgetrocknete Erde.


    "Wir beginnen heute mit dem Schwertkampf, der Königsdisziplin, die ein Legionär im Schlaf beherrschen muss.


    Der Gladius ist ein relativ kurzes Schwert, wie euch sicher aufgefallen ist, denn es ist eine Stoß- und keine Hiebwaffe. Den Hieb eines zweihändigen Barbarenschwerts sollte man nur im äußersten Notfall mit diesem Ding parieren.


    Damit ihr mit euren Holzdingern niemanden verletzt, haben wir dort hinten Pfähle, die eure ersten Gegner sein werden. Dabei ist es wichtig, stets Deckung hinter seinem Scutum zu suchen."


    Hier erinnerte Crispus sich an seinen letzten Kampf ohne dasselbe - er hatte gegen Banditen gekämpft und sich an der Hand verletzt, wo ihn eine Narbe daran erinnerte, niemals betrunken gegen Banditen anzutreten.


    "Pergite!"


    Er führte die Soldaten an die Pfähle. Teilweise schienen sie heftig mit den Übungsgladii geschlagen worden zu sein, denn sie wiesen deutliche Einkerbungen auf - teilweise war es einigen übereifrigen Probati anscheinend gelungen, sogar kleine Stückchen Holz herauszuschlagen.


    "Wie man unschwer erkennen kann, sind die meisten Treffer im Kopf- und Brustbereich. Das hat einen einfachen Grund: Wer auf die Beine schlägt, ist im Rücken nicht gedeckt. Wir zielen folglich ins Gesicht und auf die Brust, denn ein Treffer dort ist für den Gegner kaum zu verkraften.


    Weiterhin ist es von großer Bedeutung, nicht zu schlagen, sondern schnelle Stiche aus der Sicherheit des Scutums heraus zu landen. Das Scutum bleibt immer vorn, nur für Stöße in die Brust darf es beiseite genommen werden. Also..."


    "Jeder an einen Pfahl, greift ihn an!"


    Der Centurio verschränkte die Arme hinter dem Rücken und beobachtete die Probati, wie sie ihre Pfähle angriffen.

    Centurio Petronius war wie jeden Morgen mit seiner Centurie - oder mit denen, über die er zur Zeit verfügte (inklusive seiner Ausbildungstruppe) angetreten und während sich die meisten anderen zu ihrem allgemeinen Tagesdienst aufmachten, blieb er stehen und verfolgte den Solo-Auftritt des Tribuns. In den Augen des einen oder anderen Legionärs sah er jenes Glänzen, das auch er in seiner Jugend an den Tag gelegt hatte - einmal wollte sie alle auch dort ankommen, wo der Octavier nun war. Ganz anders Crispus: Er wusste, dass er das Ende der Fahnenstange erreicht hatte. Ein paar Jahre noch, dann würde er wohl sein Donativum einstreichen und mit Heila zusammen den Betrieb von deren Vater übernehmen - zwar konnte er noch nicht so richtig töpfern, aber mit dem Geld konnte er ja einen Sklaven einstellen. Oder mehrere. Und dann die Legio beliefern - er wusste gar nicht, wie viele Schalen und Becher Nachschub er jeden Monat bestellte.


    Als der Tribun endlich angekommen war, brüllte Crispus wie die anderen


    "Milites state!"


    Sicherlich würde der Tribun nun persönlich die Instruktionen geben.

    Crispus nippte an seinen Wein und dachte daran, dass er eigentlich demnächst gemeinsam mit Secundus einen trinken gehen wollte - das war allerdings hier in dieser noblen Casa kaum das erwünschte Gesprächsthema. Schließlich schien der Tribun die Centurionen zu entlassen - jedenfalls klang es so - , weshalb Crispus den Rest seines Bechers stürzte und sich erhob, um zu gehen.


    "Jawohl, Tribun! Vale!"


    verabschiedete er sich und wandte sich zum Gehen, während er mit Secundus schwatzte.

    Und möglicherweise noch bevor die Probati die Möglichkeit hatten, sich völlig zu erholen (obwohl der Centurio natürlich so tat, als wären sie es), stand Petronius am folgenden Tage wieder schreiend auf dem Exerzierplatz


    "Probati venite!"


    "State!"


    "Aciem dirigite!"


    Um ein wenig Variation in die Aufwärmübungen zu bringen, begann er diesmal sogleich mit...


    "L Liegestützen - los, runter! - I - II - III - IV - V - VI - Mitzählen!"

    Crispus befand, dass er selbst, sollte er sich einmal einen Sklaven kaufen, diesem auf jeden Fall einschärfen würde, bei Besuch etwas freundlicher dreinzublicken, dann war er auch schon im Tablinium, wo die anderen versammelt waren. Er grüßte militärisch und nahm Platz. Bis der letzte eintraf, unterhielt er sich mit Secundus, seinem Nachbar-Centurio. Schließlich erschien der letzte und der Tribun stellte sich vor. Ein wenig fragte Crispus sich bei dieser Geschichte, warum wirklich fast alle tragenden Rollen von Klienten und Verwandten besetzt waren - aber es war schließlich ein Tempel.
    Da Bauaufträge dieser Art keine Seltenheit waren und Crispus in seiner langjährigen Dienstzeit sicherlich häufiger einen Ziegel als ein Schwert in der Hand gehabt hatte, fragte er nichts.

    Zitat

    Original von Quintus Terentius Alienus
    Mein Name ist Quintus Terentius Alienus, ich bin neuer Tribunus Angusticlavius der Legio II. Ich möchte zum Legaten.


    Als Bestätigung für seine Worte zeigte Alienus den Brief des Augustus vor.


    | Legionarius Brutus
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    Als Brutus den Brief kontrollierte, staunte er nicht schlecht. Das war ein Schreiben aus dem Palast in Rom! Vom Kaiser eigenhändig gesiegelt...naja, vermutlich eher von einem Schreiberfutzi, wie das hier beim LAPP eben auch lief...dann sah er schnell auf. Der neue Tribun also - nicht schlecht.


    "Oh, geradeaus und...naja, eben da, wo der Befehlshaber immer sein Officium hat."


    Ihm kam plötzlich, dass der Tribun mit Sicherheit schon hunderte Male in einem Militärlager gewesen war und deshalb sicher auch die immer gleiche Raumaufteilung kannte.




    | Legionarius Brutus
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    In dieser Affenhitze eines besonders warmen Maitages hatte Brutus wieder einmal Wachdienst an der Porta Praetoria, als ein Stabsoffizier auftauchte, den Brutus nicht kannte - folglich gehörte er nicht zur Legion!


    "Salve, darf ich fragen, wer Du bist und wohin Du willst?"


    Schließlich wusste man nie, ob in einer Offiziersuniform auch ein Offizier steckte!




    Die Männer warfen und warfen und der Centurio schimpfte und schimpfte. Einige schienen nach den ersten drei Würfen etwas nachlässig geworden zu sein, sodass Crispus sie mit harten Worten ermahnen musste.


    Doch endlich hatten es alle hinter die Linie geschafft und Crispus ließ die Männer wieder antreten.


    "Milites in aciem venite!"


    brüllte er deshalb. Am Rande des Exerzierplatzes lagen die Übungs-Scuta, denn nun kam die Krönung der Speerwurfausbildung.


    "Holt euch jeder ein Scutum, dann tretet drei Mann tief an. Die vordersten werfen, ohne ihr Scutum zu verlieren, dann rücken die hinteren nach, geben ihr Pilum nach vorn ab, dann das ganze nochmal!"


    Es dauerte einige Zeit bis die Probati ihre Scuta geholt hatten, dann gab Crispus entsprechende Befehle.


    "In Aciem venite!"


    "Tollite pila!"


    "Mittite!"


    Auch diese Übung wiederholte er mehrmals.


    Sim-Off:

    keine Angst, ist das letzte Mal, habs nur mit Schilden vergessen ;)

    Als Crispus sein alltägliches Geschäft verrichtete, begegnete er auch dem Probatus, den er zu diesem Strafdienst verdonnert hatte.


    "Salve!"


    grüßte er und setzte sich dann auf die äußerste Öffnung, die Pictor anscheinend bereits gereinigt hatte. Dann nahm er eine Tabula heraus, auf der ein Schreiben des Stabs zum Thema Soldzuweisung an Soldaten außerhalb des Castellums geschrieben war. Hin und wieder sah er auf den irgendwie ziemlich schmutzig wirkenden Probatus, der aus dieser Extra-Aufgabe sicher eine Lehre ziehen würde.


    Schließlich verließ er wortlos die Latrinen und kehrte in sein Officium zurück.

    Die Vorstellung gefiel dem Centurio zwar schon viel besser, dennoch - Übung machte bekanntlich den Meister!


    "Nochmal!"


    Nachdem die Pila wieder zurückgeholt waren, gab er den neuen Befehl.


    "Jeder wirft fünfmal und passt dabei auf, dass er niemanden erwischt!"


    "Tollite pila!"


    "Mittite!"


    Die Männer warfen und holten die Pila zurück.


    "Tollite pila!"


    "Mittite!"


    Wieder das gleiche...


    "Tollite pila!"


    "Mittite!"


    Und ein weiteres Mal rannten die Probati...


    "Tollite pila!"


    "Mittite!"


    Und noch einmal...


    "Tollite pila!"


    "Mittite!"