Bis der völlig verstörte Scriba gekommen war, hatte Durus seine Gedanken wieder einigermaßen geordnet. Er war zu dem Schluss gekommen, dass Quintus zu weit entfernt war, um Politik zu betreiben - und vermutlich auch viel zu stur und einfach gestrickt. Auch er selbst war nur bedingt in der Machtposition, um selbst einen neuen Nachfolger zu bestimmen.
Dass Aelianus nur eine Ersatzlösung sein konnte, war ihm auch klar. Also blieb nur noch ein Kandidat, den es zu unterstützen wert war: Seinen Patron Vinicius Hungaricus! Er war Consular, ehemaliger Praefectus Praetorio und - wohl am wichtigsten - er verfügte als Praefectus Urbi über die wohl größte Streitmacht Roms (die Prätorianer waren ja zum Teil im Osten).
"Gut, pass auf. Größte Eile ist vonnöten!"
bereitete er den Scriba darauf vor, dass nun Dinge von größter Wichtigkeit folgten.
"Manius Tiberius Durus Marco Vinicio Hungarico Consular blablabla und so weiter.
Die unerfreuliche Situation im Osten - nein. Mit großer Trauer habe ich vom Tod des Kaisers - nein, unseres geliebten Feldherrn und Princeps Lucius Ulpius Iulianus erfahren. Nun stehen große Dinge - nein: Entscheidungen für den Senat und das Volk von Rom an. Als dein treuer Klient bitte ich also - nein: Als dein treuer Klient wünsche - nein...ähm...wende ich mich also an Dich, mein Patron, und suche dich um Rat. Deine überragende Kompetenz und Erfahrung - nein: Wer soll Rat wissen, wenn nicht du? - nein! Wie sage ich es?"
Der Scriba hatte inzwischen fleißig mitgeschrieben und sah nun genervt auf.
"Als großen Staatsmann bitte ich dich um Rat in dieser Situation?"
gab er dann mit monotoner Stimme zum Vorschlag.
"Nein, nein, nein! Wir fangen ganz anders an: Der Caesar weilt im fernen Illyricum, seine Gesundheit ist angeschlagen. Du, der du an seiner Seite gedient - nein, dessen bin ich mir ja gar nicht sicher! - Ist es also - nein: anbetracht dieser Tatsache also weise - nein: zum Wohle Roms und des gesamten Erdkreises, auf diesen - nein, nein - alles nochmal: Sollten wir uns ihm anschließen oder wäre es sinnvoll - nein: möglicherweise eher zum Wohle des Volkes von Rom, einen anderen zum Augustus auszurufen.
Ich möchte damit nicht den Codex Universalis infrage stellen, sondern nur alle Eventualitäten in Betracht ziehen, um den besten Weg für den Senat und das Volk von Rom zu finden - lass sehen!"
Damit sprang er auf und nahm dem Scriba die Tabula ab:
Senator M' Tiberius Durus Praetor Urbanus M Vinicio Hungarico Praefecti Urbi patrono suo s.p.d.
Die unerfreuliche Situation im Osten Mit großer Trauer habe ich vom Tod des Kaisers unseres geliebten Feldherrn und Princeps Lucius Ulpius Iulianus erfahren. Nun stehen große Dinge Entscheidungen für den Senat und das Volk von Rom an. Als dein treuer Klient bitte ich wünsche wende ich mich also an Dich, mein Patron, und suche dich um Rat. Deine überragende Kompetenz und Erfahrung Wer soll Rat wissen, wenn nicht du? Der Caesar weilt im fernen Illyricum, seine Gesundheit ist angeschlagen. Du, der du an seiner Seite gedient Ist es also anbetracht dieser Tatsache also weise zum Wohle Roms und des gesamten Erdkreises, auf diesen Sollten wir uns ihm anschließen oder wäre es sinnvoll möglicherweise eher zum Wohle des Volkes von Rom, einen anderen zum Augustus auszurufen?
Ich möchte damit nicht den Codex Universalis infrage stellen, sondern nur alle Eventualitäten in Betracht ziehen, um den besten Weg für den Senat und das Volk von Rom zu finden.
Vale bene in hoc temp
Durus überflog es, was durch die vielen Durchstreichungen gar nicht so einfach war.
"Hm, etwas holprig...aber die Zeit drängt! Schreib das ganze in Schönschrift auf eine Wachstafel ab! Und sucht mir einen vertrauenswürdigen Sklaven!"