Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    Unwillkürlich zog ich eine Grimasse, als ich mich zu sehr auf den linken Unterarm auflehnte und die Schnitte unter dem provisorischen Verband sich brennend auf ihr Vorhandensein aufmerksam machten. Ich war nun vorsichtiger und beobachtete Siv belustigt dabei, wie sie, scheinbar nachdenklich und in sich gekehrt, ihr Haar malträtierte, bis sie neuerlich aus der Traumwelt und an die Oberfläche der Wirklichkeit zurückglitt. Was sie sprach, war nur allzu verständlich, da die Germanen keine Sklaven hielten - soweit ich wusste machten sie nur Kriegsgefangene.


    "Du wirst alles bekommen, was du brauchst. Alle Sklaven in diesem haushalt bekommen, was sie benötigen." Das schloss zumindest die Grundbedürfnisse ein, denn einige Sklaven wünschten sich gar utopische Dinge, die für mich nicht einmal zur Diskussion standen. "Wenn dir etwas fehlt, sagst du es am besten Matho. Er sorgt dafür, dass alle versorgt sind, und er kümmert sich auch um die Austeilung des Geldes." Natürlich würde sie auch mir selbst sagen können, was sie brauchte, doch war es mir lieber, wenn ich nicht mit Kleinigkeiten wie einer fehlenden Haarbürste oder einer benötigten Nagelschere behelligt werden würde. Das sollten die Sklaven besser unter sich ausmachen, nicht Umsonst hatte jeder ordentlich geführte Haushalt einen maiordomus. Und eine Frau, Marcus, welche scharfsichtig die Oberaufsicht behält. Ich schob den Gedanken beiseite und seufzte. Das war noch so ein Problem, um das ich mich kümmern sollte. "Manchmal gibt es auch Belohnungen", fuhr ich also fort. Manches Mal bekamen die Sklaven das, was von Gastmählern übrig geblieben war - besonders hochwertiges Essen, gutes Fleisch, frisches Gemüse und Obst. Oder einer von uns zeigte sich in anderer Weise erkenntlich, beispielsweise mit freien Tagen, angenehmerer Arbeit oder einem kleinen Geschenk. Siv würde dies alles schon früh genug erfahren.


    "Die meisten Soldaten sind...anders. Im Krieg gibt es wenig Abwechslung, Siv, und die Männer müssen mit sehr wenig auskommen. Wenn dann Wein im Spiel ist, kann es schon..." - ich suchte nach einem Wort, welches sie verstand - "wild zugehen. Du sollst wissen, dass dir niemand Schaden zufügen wird. Das verspreche ich dir." Genaugenommen würde ich jeden, der gegen meine Zustimmung Hand an einen meiner Sklaven legte - gleich wie - schwer bestrafen.


    Ich lächelte flüchtig, als sie wieder ihr unverständliches Germanisch sprach. "Es gibt gewiss sicher auch Germanen, die danke sagen, wenn etwas Dank gebührt. Das ist nichts Ungewöhnliches. Du wirst aber auch viele Römer finden, die ihre Hunde besser behandeln als ihre Sklaven. Auch das ist an der Tagesordnung. Dann gehorchen sie aber aus Angst, nicht weil sie es wollen, und das finde ich nicht erstrebenswert", sagte ich, als es klopfte und Matho kurz darauf eintrat. "Die Münzen, dominus", sagte er und reichte mir einen kleinen Beutel aus rotem Schweinsleder. "Ah. Danke, Matho", erwiderte ich und nahm den Beutel. Kurz darauf war er - nicht ohne Siv ein hämisches Grinsen zuzuwerfen - auch schon wieder aus dem Raum gegangen.


    "So", sagte ich zu Siv und klingelte zweimal mit dem Beutel. "Das ist römisches Geld. Pass gut auf, was ich dir erkläre." Ich schüttete die Münzen, acht an der Zahl, auf den Tisch, an dem wir saßen, und ordnete sie der Reihe nach vom höchsten bis zum geringsten Wert. Dann wies ich auf die goldene Münze. "Das ist der aureus. Er besitzt den höchsten Wert und wird aus Gold gefertigt. Das hier ist der Denar, aus Silber. Fünfundzwanzig denarii entsprechen einem aureus", erklärte ich und deutete währenddessen auf die Silbermünze, welche den claudischen Kaiser Nero zeigte. Ich übersprang eine Münze und deutete nun auf einen Sesterz. "Das hier ist eine Sesterze. Einhundert hiervon entsprechen einem aureus. Die meisten Preise auf den Märkten werden in diesem Münzwert angegeben, daher solltest du dir gut merken, wie die Münze aussieht", sagte ich und reichte sie Siv, um hernach auf ein As zu deuten. "Ein As. Vier Asse entsprechen einem Sesterz. Und das hier", fuhr ich fort und zeigte nacheinander auf den quinarius, den dupondius und den semis, "sind Münzen, die nicht so wichtig sind. Sie besitzen jeweils den halben Wert der Münze, die links daneben liegt", erklärte ich und wies auf dem Tisch jeweils auf die zusammengehörenden Paare. "Die kleinste Münze ist der quadrans, aber meistens werden die Preise ohnehin auf- oder abgerundet und daher nur in Sesterzen und Assen angegeben. Vier quadrantes entsprechen einem As."


    Nachdenklich musterte ich Siv. Vermutlich war das etwas viel auf einmal gewesen... "Du kannst die Münzen ersteinmal behalten und sie dir einprägen, wenn du möchtest", bot ich an, wohlwissend, dass es eine ganze Stange Geld war, die ich einer Sklavin zu Lernzwecken auslieh. Aber etwas an Siv ließ mich nicht eine Sekunde lang glauben, dass sie mich hintergehen würde. Dazu hatte ich sie zudem viel zu gern.

    Moin,


    du hättest auf ein OK warten müssen, das ist im Prinzip alles. Und nächstes Mal die Anfrage an die ID SPIELLEITUNG senden, da ist sie richtiger (obwohl das durch macer sicher auch ankommt). Das steht sogar im tabularium, also hättest du mal besser auf die Stadtwache gehört, die ja jedem vorschlägt, die Spielregeln zu lesen. :D


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    Ich öffnete die Augen wieder, als ich erneut Ursus' Hand spürte, diesmal auf der Schulter. Tief in mir drinnen betitelte ihn gerade etwas als weibische Memme, aber eigentlich tat es ausgesprochen gut, zu wissen, dass er zumindest versuchte, mich dieses Mal zu verstehen und mir vielleicht sogar klarzumachen, dass ich nicht allein auf weiter Flur stand mit meinen Problemen, die jetzt nicht mehr die meinigen allein waren, sondern doch tatsächlich zur Familienangelegenheit avanciert waren, wie mir urplötzlich aufging.


    "Sie mag jung und unerfahren sein, aber diese Gefühle hegt sie schon eine geraume Weile. Ich weiß es seit der Meditrinalia, aber das muss bereits in Germanien seinen Anfang genommen haben. Nur war mir das da noch nicht klar", sagte ich ruhig und resigniert zu der Welt draußen vorm Fenster. "Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich einigermaßen perplex war, als sie es mir gestanden hat. Nur gut, dass sonst niemand etwas mitbekommen hat. Seither habe ich den Kontakt zu ihr zugegebenermaßen gemieden, weil ich nicht wusste, wie ich reagieren soll. Gestern dann konnte ich den Besuch zur Klärung nicht länger hinauszögern. Glaub mir, Titus, ich habe ihr versichert, dass sie mir gewiss nicht wenig bedeutet, nur eben..." Ich zuckte unbeholfen mit den Schultern - was zu Folge hatte, dass Ursus' Hand mindestens rutschte - und sprach weiter. "Sie ist meine Base, und als solche habe ich sie stets behandelt und werde ich sie auch weiterhin behandeln, denn selbst wenn ich es anders wollte, so dürfte es nicht sein." Ich holte tief Luft und wandte mich zu Ursus um. "Mir liegen solcherlei Dinge nicht besonders, ich fühle mich stets unförmig und plump dabei, ganz wie dieses hippopotamus, das man den Germanicern zur Hochzeit geschenkt hat. Ich habe mir die größtmögliche Mühe gegeben, behutsam vorzugehen." Ich legte eine Hand in den Nacken. "Nur scheinbar war das nicht genug. Wäre ich nicht erst zu ihr gegangen, hätte sich das alles nicht ereignet. Ich sollte von jetzt an vielleicht so wenig Zeit wie möglich mit ihr verbringen", resümierte ich matt und presste die Lippen etwas aufeinander.

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    Unbeeindruckt von Priscas Gekeife faltete Dina die Decke zusammen und legte sie auf das zerwühlte Bett, gerade als die edle Dame die Beine aus ebendiesem schwang und grummelnd aufstand. Ohne mit der Wimper zu zucken, ließ die Sklavin Priscas Unmut über sich ergehen - sie war eben ein Morgenmuffel - und wartete, bis Prisca sich ausgemeckert hatte. Einen langen Blick warf sie auf das am Boden liegende Nachtgewand, welches sie seufzend aufhob und ordentlich zusammenfaltete, während sie sprach. Dann tauschte sie einen vielsagenden Blick mit Rollo und trat wortlos zur Tür. Sie öffnete sie, machte eine auffordernde Bewegung und schloss sie eiige Sekunden später. "Männer", murmelte sie, denn Rollo hatte zuerst nicht gehen wollen.


    "So", meinte sie dann, als sie zu Prisca an die Kommode trat und sie mittels Spiegel ansah. "Natürlich, domina", sagte sie artig und wandte sich alsdann um, um in einer der Kleidertruhen nach dem Kleid zu suchen, welches Prisca meinte. Bals hatte sie es gefunden und ging zu der Patrizierin zurück, um jene anzukleiden. "Es ist ein wunderschöner Tag, Herrin, die Sonne scheint und es ist recht mild. Du wirst keinen Mantel brauchen, da wird der Armreif besonders schön zur Geltung kommen", plapperte sie drauflos, während sie Priscas Kleid verschnürte. "Fertig. Vielleicht eine schlichte Hochsteckfrisur?" fragte sie. "Das ist jetzt total Mode in Rom, Herrin, man nennt es Aus-dem-Bett-Frisur." Dina kramte bereits nach dem Armreif, platzierte ihn vor Prisca auf der Kommode und wartete, bis jene sich gesetzt hatte, um mit den Haaren zu beginnen, ehe sie die Schminke auftrug.

    Ich musste widerwillens schmunzeln. In gewisser Weise war es schon fast als rührselig zu bezeichnen, was Cadhla sich für Gedanken machte und wie sie jene äußerte. Inzwischen war ich mir fast sicher, dass sie entweder jemanden zum Thema 'sinnvolle Investitionen' ausgequetscht oder aber ein schlaues Buch gefunden hatte, dem sie diese 'Grundlagen der Finanzbuchhaltung' entnommen hatte. Anerkennend, doch immer noch schmunzelnd, sah ich ihr in das sommersprossige Gesicht.


    "Falsch", sagte ich und konnte mich eines belustigten Untertones nicht erwehren. "Es waren zweiitausendundfünf Sesterzen, was aber an sich auch nicht weiter groß von Belang ist. Ich kaufe zwar Sklaven, weil ich ihnen in diesem Haushalt verschiedene Aufgaben zuweise - was gewiss ein guter Grund ist, aus dem man nun einmal einen Sklaven kauft - aber ich sehe in ihnen nicht nur ihren Kaufpreis in Sesterzen, falls es das ist, was du denkst. Und wenn ein aurelischer Sklave krank ist, wird er die bestmögliche Hilfe erhalten. Das hat rein gar nichts damit zu tun, wie viel er gekostet hat. Andere mögen sich vielleicht nicht darüber im Klaren sein, dass ein Sklavenleben ein Menschenleben ist - ich bin es." Ihre nächste Bemerkung nahm ich ersteinmal nur überrascht zur Kenntnis, sagte jedoch nichts. Nach einer Weile des Forschens in Cadhlas Gesicht, änderte sich mein Ausdruck und wurde weicher. "Cadhla", sagte ich ernst. "So einfach ist das nicht. Selbst, wenn du mir von heute auf morgen deinen Kaufpreis mit sauberem Geld zurückerstattest, bist du dennoch nicht frei. Es ist.. Nun, dein dominus - ich - muss dir die Freiheit gewähren. Ein Schriftstück muss deine Freilassung belegen, sie wird im tabularium eingetragen und erst dann bist du frei, zu gehen, wohin du möchtest. Uns beide würde allerdings auch dann noch etwas verbinden, und zwar das Patronat. Und selbst wenn ich dich jetzt freiließe, so würde dir doch das römische Bürgerrecht und die damit einhergehenden Freiheiten versagt bleiben." Dass sie sich derart Gedanken darum gemacht hatte, wie sie ihre Freiheit erlangen konnte, zeugte nur von ihrem scharfen Verstand und der Tatsache, dass sie eine Kämpferin war. Das war an sich schon bemerkenswert. Ich sah sie an und versuchte, aufmunternd zu wirken. Ob mir jenes gelang, konnte ich nicht sagen. "Wenn du eine solche Schule besuchen möchtest, werde ich dir das gewähren. Nicht, um in dir eine sinnvolle Investition getätigt zu haben, sondern weil du mich darum gebeten hast, Cadhla." Ein Lächeln unterstrich diese Worte, und eine Hand strich ihr das Haar auf einer Seite hinter ihr Ohr.


    "Warum? Viele Frauen sind launisch, was recht schnell zu Streit und Frust führen kann in einer Ehe", antwortete ich ausweichend. "Das bedeutet nicht, dass ich mein Eheweib nicht respektieren und achten werde, wie es richtig ist, oder dass ich mich weniger verpflichtet oder weniger gebunden fühlen werde." Ich kannte die römischen Tugenden und wusste, was von mir erwartet wurde. Was ich allerdings nicht recht verstand, war ihr vorletzter Satz. Er entlockte mir ein unverständiges Stirnrunzeln, auf das ein nachdenklicher Ausdruck folgte. "Nein", sagte ich wahrheitsgemäß. "Nicht mehr als du selbst wohl gehabt haben magst."

    Kaum fühlbare und dennoch zu spürende Fingernägel streiften meinen Kopf und teilten die Haare, als Sivs Finger durch sie hindurch glitten und sich verkrallten. Eine Hand ergriff sie an der Hüfte, um sie an Ort und Stelle zu halten, die andere legte sich einseitig um den Hintern. Mit jeder kleinen Bewegung peitschte ich Siv näher an den Abgrund heran, von dem sie stürzen würde, haltlos und hoffentlich mit ebenso viel Freude wie ich sie hatte, indem ich sie dorthin brachte. Und ihr Gebaren war für mich nicht harmlos. Das Räkeln ihres ansehnlichen, warmen Körpers unter mir, unter meinen Berührungen, die Laute, die ich ihr entlockte, und nicht zuletzt die Tatsache, dass sie aktiv war, heizten auch mir ziemlich ein.


    Schneller, als ich es erwartet hatte, löste sich Sivs Anspannung, und während es langsam abebbte und sie allmählich wieder zu sich kam, beobachtete ich sie nur. Sie schien zufrieden, und zwar wahrhaftig und nicht bloß mittelmäßig geschauspielert. Es passte zu ihrem Verhalten von zuvor, überlegte ich, und doch misstraute ich dem Ganzen noch etwas. Kaum, dass sie sich jedoch wieder regte, waren die Gedanken diesbezüglich nebensächlich geworden, denn anderes hatte schlagartig wieder an Intensität gewonnen, und ich küsste mich an ihrem Bauchnabel vorbei zurück nach oben, bis ich halb auf ihr lag. Was mein nächstes Ziel sein würde, war gewiss recht leicht zu durchschauen, immerhin gab ich mir auch keine Mühe, es zu verbergen. Als eine Art letzten Test zur Vergewisserung blieb ich liegen, wo ich war, mich auf den Ellbogen abstützend. Sivs heißer Atem strich an meiner stoppeligen Wange vorbei, und ich war nicht minder erregt als sie es gewesen war, wenige Augenblicke zuvor, oder gar noch war. Instinktiv suchte ich ihren Schoß, jenen Ort, der Wärme, süße Qual und Erlösung zugleich versprach, und begierig wartete ich darauf, dass sie sich mir öffnete und damit einmal mehr zeigte, dass sie es nicht nur über sich ergehen ließ, sondern es begehrte. Längst ging der Atem nicht mehr ruhig, vielmehr drang er stoßweise aus Mund und Nase, und dieser weiche Körper, diese helle Haut und der wunderbare Duft raubten mir zusätzlich den Atem und machten eben jenes schwerer als es ohnehin schon war.

    Es waren unbedachte Kleinigkeiten, die unser Verhältnis zueinander schwieriger gestalteten, als es ohnehin schon war. Und sie hatten einen weiteren Haken: Sie blieben in der Ausübung zwar unbemerkt, doch die Folgen taten dies nicht. So auch jetzt, denn der kühle Unterton in Ursus' Worten blieb mir nicht verborgen. Ich runzelte irritiert die Stirn, beschloss aber, nicht darauf einzugehen. Es gab weitaus Wichtigeres, als sich nun damit zu befassen.


    "Gut", sagte ich schlicht und ging zu der Sitzgruppe hinüber, denn über einer der Sessellehnen hing eine tunica, die ich nun überzog. "Mattiacus - der Decimer?" fragte ich gedämpft, während der Kopf noch im Stoff steckte. Hernach traten jener und die Arme aus den dafür vorgesehenen Öffnungen aus und ich sah Ursus an. "Ja... Sobald er aufgestanden ist." Noch war ich damit beschäftigt, die tunica umständlich zu richten und die mir immer noch zu sehr schwankende Stimme gleich meinem Gemüt gefasster werden zu lassen, da konfrontierte mich Ursus erneut mit dem Brief, mit dem Grund für Helenas Misere und mit der Schmach, die ich damit auf mich geladen hatte. Ich griff mir beiderseitig an den gesenkten Kopf und flüchtete einige Schritte weit. "Ja, JA, JA! Verdammt!" wütete ich und schnaubte, einerseits frustriert, wie andererseits hilflos. Als ich mich Ursus wieder zuwandte, war mein Gesicht eine Mischung aus unterdrücktem Zorn, resultierend aus Hilflosigkeit, und Verzweiflung. "Ich weiß, Titus. Und ich wünschte, es wäre nicht so." Ich zog eine Grimasse und seufzte tief. Ja, war es nicht wahrhaftig ein Grund zum Verzweifeln?


    Abrupt wandte ich mich um, trat ans Fenster und schob einen Vorhang schwungvoll beiseite, um hinaus zu sehen. Am Horizont war bereits ein heller Streif zu sehen, was bedeutete, dass der Morgen nicht mehr fern sein konnte. Ich verschränkte die Arme vor der Brust, fuhr mir über das kratzige Kinn und starrte hinaus. "Vielleicht ist es besser, sie fortzuschicken. In den Süden zu ihrer Tante Matidia. Wie Sisenna", sagte ich leise und tonlos. Beschämt schloss ich dann die Augen. Dies war keine Lösung, und obwohl ich das wusste, hatte ich es gesagt.

    Bereiche? Schreib, worüber du möchtest und was du als mitteilungswert empfindest. Am besten, du sagst zuvor Bescheid, welches Thema du dir vorknöpfst, damit wir nicht hinterher zwei gleiche Themen haben. ;)

    Zitat

    Original von Caius Flavius Aquilius
    Motivierte Schreiberlinge werden immer gesucht, wenn ich nicht irre - oder, Cheffe? *zu Corvinus lins*


    Na sicher. Redakteure und auch freie Autoren, die nur ab und an einen Artikel einschicken, kann man immer gebrauchen. Das war schon zu Vor-Lucilla-Zeiten so. :]
    Gordianus, dann schreib doch einfach mal den ein oder anderen Artikel und schick den per PN an mich oder einen anderen Redakteur. Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist der 29. Januar.


    Fiona: Das Lob gebe ich mal an die richtige Stelle weiter....wobei...hat sie sicher schon gesehen. Es heißt übrigens wirklich Noric Walking, ohne D - norisches Walking. :D

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    Dina ließ erschrocken die Decke los, als Prisca sie zurückriss. Dann stemmte sie sich die Hände in die Seiten und zog eine Grimasse. "Also", sagte sie und griff dann wieder nach der Decke, die sie dann mit einem straffen Ruck vom Bett beförderte. "Du stehst besser auf, denn soweit ich weiß, hat dein Onkel so einiges mit dir zu besprechen. So zumindest waren seine Worte. Er hat mir eine halbe Stunde Zeit gegeben, dich herzurichten, nicht länger. Und wenn du noch weiter im Bett liegen bleibst und grummelst, wird das nichts!" Oh ja, manchmal konnte Dina schlimmer sein als eine Mutter.


    "Ihm sagen....?" Dina tauschte einen Blick mit Rollo und zuckte anschließend mit den Schultern. "Das geht nicht. Ich soll mit dir zurückkommen. Also husch, raus aus den Federn!" Und damit begann sie, Prisca aus dem Bett zu schieben...

    In gewisser Weise wollte ich auch gar nicht wie mein Vater sein. Zumindest in gewissen Punkten nicht. Aber im Endeffekt hatte ich seine Rolle als Familienoberhaupt geerbt und musste sie auch entsprechend ausfüllen. Ich ließ die Hände sinken und wünschte mir für einen Moment etwas Licht, um Cadhlas Gesicht besser sehen zu können. Doch nur ungern wollte ich aufstehen und damit die keltische Sklavin von meinem Schoß verfrachten, denn mir gefiel die Nähe, die nurmehr etwas Beruhigendes hatte, nichts Leidenschaftliches mehr.


    "Nein", sagte ich kategorisch und meinte es ernst. "Ich weiß zwar nicht, wie gut du tatsächlich kämpfst - nur dass du es vermutlich besser tust als ich -, aber im Zuhören bist du mindestens genauso gut." Was ein aufrichtiges Kompliment war. Mit einem Stirnrunzeln indes fragte ich mich, wo sie das mit dem Geldinvestieren aufgeschnappt hatte. "Lass das mal meine Sorge sein, Cadhla. Hier geht es gerade weniger um Investitionen als um dich", entgegnete ich ernst und auch ein wenig abschmetternd. Geld war zum Glück ein Problem, das in dieser Familie zumeist keines war. Ganz leicht verstimmt kratzte ich mich an der Schläfe und seufzte dann. "Also würde dir die Aussicht behagen, in einer römischen Schule ausgebildet zu werden? Mit römischen Techniken?" fragte ich nach.


    Die Worte, eine potentielle Frau betreffend, ließ ich kurz im Raum stehen. Im Endeffekt war mir selbst auch klar, was sie gesagt hatte. Ich wäre auch niemals auf die Idee gekommen, unter Sklavinnen nach einer potentiellen Heiratskandidatin zu suchen. Allein der Gedanke war bereits absurd. Und an eine Heirat aus Liebe glaubte ich seit Längerem nicht mehr. Nicht als Patrizier, und nicht nach dem Reinfall mit Deandra. Ich zog eine Grimasse und vergaß ganz, dass diese klaren Worte Cadhla eigentlich nicht zugestanden hatten. Andererseits hatte sie auch keine Ahnung davon, wie es war, wenn man dem Verlangen nachgab, schoss es mir durch den Kopf. Ihr Vergleich mit dem Bier war zudem unpassend, schließlich lud ich keine zehn Sklavinnen in mein Bett ein, und ich verteilte auch nicht jeden Abend Einladungen. "Das kann man nicht miteinander vergleichen", entgegnete ich also überzeugt und schüttelte den Kopf. "Und darum geht es auch nicht. Ich weiß nicht, wie das in deinem Volk ist, aber wir schließen eine Ehe nicht aus, wenn man - um dein Beispiel aufzugreifen - öfter Bier trinkt."

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    Während Dina durch die Flure der villa schlurfte, unterhielt sie sich leise mit Rollo, ihrem unsichtbaren Freund, über den Sklavenzuwachs in letzter Zeit. "Ach und hast du schon gehört, angeblich soll Cadhla inzwischen auch... Nein wirklich?" Entsetzte sah Dina nach rechts und schüttelte dann den Kopf. "Tz! Und dabei dachte ich eigentlich immer, die hätte nur ihre komischen Übungen im Kopf. Aber du hast da ganz recht."


    Da waren sie auch bereits angekommen und Dina hob die Hand, um anzuklopfen. Einen Moment später trat sie einfach ein und hielt die Tür für Rollo auf, der unsichtbar hinter ihr ins Zimmer schwebte. "Wir wünschen dir einen wunderschönen guten Morgen, domina!" sagte sie stellvertretend auch für Rollo und strahlte Prisca an, die scheinbar heute ungewöhnlich lange geschlafen hatte. "Raus aus den Federn, der Tag ist schon alt! Außerdem wünscht dein Onkel dich zu sehen, er sitzt auf dem xystus beim Frühstück." Und schon fummelte Dina an der Decke herum, um sie Prisca wegzuziehen.

    "Genau. Thing", bestätigte ich nickend und nahm in ihrer darauffolgenden Antwort erfreut zur Kenntnis, dass sie sich selbst verbesserte, wenn sie in ihrem Latein einen Fehler entdeckte. Dennoch verstand ich den letzten Teil nicht. "Keinen Wein.. Ich nehme an, sie trinken Met. Das habe ich in Germanien auch probiert, aber es hat mir nicht geschmeckt. Viel zu süß." Ich schmunzelte und strich abwesend über den behelfsmäßigen Verband meiner rechten Hand. Was ein echter Römer war, der stand eben nicht auf süßliche Präppelbrühe. 8)


    "Ja. Flicken, reparieren... Aber du kaufst dir besser eine neue, immerhin wirst du sie kaum länger machen können." Ich überlegte einen Moment. "Außerdem schulde ich dir in gewisser Weise eine neue, und die sollst du dann auch bekommen." Ein Lächeln bestätigte die Worte und erwiderte zugleich Sivs eigenes Lächeln. Da! Da war es wieder. Ihre Nase...kräuselte sich. Wie Wasser, über das eine Windbö strich. Amüsiert grinste ich die zierliche Germanin an, schließlich wusste ich nichts von den Gedanken, die diese Mimik begleiteten, sonst hätte ich sie vermutlich ermutigt, Rom kennenzulernen und ihr versichert, dass man sich leicht zurechtfand, wenn man nur einmal grob wusste, wo sich welches Viertel befand.


    "Münzen", bestätigte ich und nickte. Ich verwahrte mein Bargeld in meinem Arbeitszimmer, sodass ich Siv nicht augenblicklich zeigen konnte, was es damit auf sich hatte. Aber wozu hatte man schließlich Sklaven? Ich grinste, erhob mich und ging in einem Bogen um die Scherben herum zur Tür, vor der eigenartigerweise Matho herumlungerte. Er sah mich, ich ihn - und da wollte er schon umdrehen und verschwinden, doch ich kam ihm zuvor und trug ihm auf, mir je eine Münze jeder Art zu bringen. Als er verschwand, wandte ich mich um und ging zurück zu meinem Sessel, dabei das Chaos auf dem Boden und der Kommode musternd. Ich konnte in diesem Moment gar nicht mehr verstehen, warum ich das getan hatte. Ich setzte mich und betrachtete Siv, wie sie mit ihren Haaren spielte. Das ließ sie unschuldiger wirken, als sie eigentlich war, fand ich, und meine Gedanken glitten zurück zu jenem Morgen nach der ersten Begegnung und ließen mich kurz schmunzeln. "Ich zeige dir gleich Münzen", versprach ich. "Und am besten versuchst du nicht, sie zu essen", witzelte ich und grinste breit.


    "Hm. Da hast du natürlich recht. Aber manchmal ist es einfacher, auf diese Weise Anschluss zu finden", erwiderte ich und dachte an die Blicke, die einige der Sklaven jenen Sklavinnen zuwarfen, die gelegentlich mein cubiculum aufsuchten. Freundlich waren sie nicht gerade. Ihr Latein war kurz darauf wieder einmal grausam, und ein leicht gequälter Ausdruck trat auf meine Züge, ehe ich ihn bezwang und sie indirekt verbesserte, indem ich die Frage wiederholte. "Warum ich es dir ermögliche, Dinge für deine Freunde zu kaufen? Nun ja, du besitzt kein eigenes Geld, Siv, und ich möchte nicht, dass du ausgeschlossen bist von der Saturnalienfeier. Allen anderen gewähre ich ebenfalls eine bestimmte Summe zur freien Verfügung für diesen Zweck. Wenn du sparsam bist und nicht alles ausgibst, bleibt sogar noch etwas übrig, das du nur für dich ganz allein übrig hast." Ich lächelte sie an und lehnte mich weiter im Sessel zurück, nun ernst werdend. "Dass du eine Sklavin bist, bedeutet nicht, dass du keinen Dank verdient hast, Siv."