Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    Wäre ich imstande gewesen, klar über die Bedeutung von Ursus' Blicken und seiner Gesten nachzudenken, hätte ich vermutlich erraten, was er dachte. So aber hatte ich genug mit mir selbst und meinen eigenen Gedanken zu tun, welche gepflastert mit Vorwürfen sich stetig wiederholten, und Ursus' absurde Befürchtung, ich könne labil zusammenbrechen, blieb von mir unbemerkt.


    Und dennoch: Sie war nicht tot, sie lebte. Sie hatte es überlebt, das allein zählte und war wichtig. Ich schluckte krampfhaft den Kloß herunter, welcher sich in meiner Kehle verankert hatte und nun im Magen weilte, klein, hart und Übelkeit verursachend. Als eine Art Reflex auf den Schock zu später - oder früher - Stunde, sammelte sich bittere Galle unter meiner Zunge. Ich schluckte auch sie und blinzelte irritiert, um wieder klar zu werden. Als ich ihren Aufenthaltsort erfuhr, war der erste Gedanke, zu ihr zu gehen und um Verzeihung zu bitten, doch auf jenen Gedanken folgte sogleich die Einsicht, dass dies vermutlich das Dümmste war, was ich tun konnte in ihrer jetzigen Situation. Nein, es war besser, wenn ich sie nicht sah. Oder eher, wenn sie mich nicht sah. Ich holte tief Luft und tat einen mächtigen Seufzer. Man hatte also bereits einen medicus organisiert. Dass Siv bei ihr war, beruhigte mich. "Siv. Gut. Sie soll sich abwechseln, am besten mit Cadhla. Jemand muss bei Helena bleiben, bis sie wieder genesen ist. Bis wir...hm, wissen, dass sie keine Dummheiten mehr anstellen wird." Ich sah Ursus an, blickte dann innerlich verwundert auf seine Hand und nahm die meine fort, um Anstalten zu machen, aufzustehen. Schlaf würde ich in dieser Nacht ohnehin keinen mehr finden.


    "Warum hat sie das nur getan", murmelte ich halblaut und mehr zu mir selbst als zu Ursus, als ich neben dem Bett stand und seufzend den Kopf schüttelte. Und wie konnte ich mir jemals sicher sein, dass sie nicht wieder so töricht versuchte, sich das Leben zu nehmen? Ich brauchte... Was ich brauchte, war... Ja.... Nachdenklich starrte ich ein Loch in die Wand neben der Zimmertür.


    ...und allmählich reifte eine Idee in mir.

    Es war meine zweite Sitzung, aber die erste in diesem neuen Jahr. Die letzte Zusammenkunft hatte meines Empfindens nach eigentlich nur einem Zweck gediehnt, nämlich, mir alle vorzustellen und mich auf die cena zum Amtsantritt festzunageln. Weiter war nichts geschehen. Heute aber versprach es spannend zu werden, dies zumindest ließ Vitellius Rufio verlauten, der angeblich bereits mit dem magister gesprochen hatte. Und jener wiederum hatte von einer "ernsten Angelegenheit" gesprochen. So trat ich denn ein, entdeckte meinen Freund Aemilius und steuerte diesen auch sogleich an, um mir die Liege neben ihm zu sichern.


    Nach der obligatorischen Begrüßung folgten die üblichen Ermahnungen an die Schwatztanten der hinteren Reihe, und nach der dritten Bemerkung dieser Art war es tatsächlich auch still im Raum. "Also", sagte Opimius Naso und blickte gewichtig im Raum umher. "Ich hatte heute Nachmittag ein Gespräch mit einer jungen Dame von der acta, und ich habe ihr versichert, dass wir dem collegium pontificium in Kürze einen Maßnahmenkatalog zur Mehrung der Priesterschaft vorlegen werden, denn das ist der wichtigste Punkt unserer heutigen Tagesordnung." Stille breitete sich aus, und Aemilius lehnte sich zu mir herüber und murmelte etwas von "Wird auch Zeit", was uns gleich einen strafenden Blick einbrachte. "Na was soll man da schon groß tun?" meldete sich Fulvius Frugi zu Wort und schüttelte unwillig den Kopf. "Es will eben niemand dem cultus beitreten, da kann man nichts machen..."

    "Ein paar Tage, nicht länger", erwiderte ich und machte mir eine Notiz, wo der Fabier zu finden war, wenn ich die Nachricht hatte, wer die Prüfung ihm abnehmen würde. "Ich schlage dir vor, in der Zwischenzeit noch einmal die Unterlagen zu konsultieren, die du zweifelsohne von deinem Lehrer erhalten haben magst. Dieser Tage scheinen die Götter uns nicht wohlwollend gegenüberzustehen, selbst ein kleiner Fehler während des Opfers könnte ihre Missgunst noch weiter schüren", riet ich dem Fabier und lächelte aufmunternd. "Wenn du sonst keine weiteren Anliegen hast...?"

    Ungeduldig harrte ich aus, bis Ursus sich durch sein Gestammel gehangelt hatte und mir sagte, dass es nicht sein Blut war. In verständnisloser Manier hoben sich meine Brauen und zogen sich fragend zusammen, als Ursus sich bereits auf die Bettkante sinken ließ und meine Verwunderung schlagartig in Sorge umschlug. Irgendetwas war vorgefallen. Einbrecher? Aber ich hatte die Hunde nicht anschlagen gehört, also konnte das doch nicht der Fall sein...?


    Der müde Ton ließ mich - nach dem harmlosen Satzanfang - ein ebenso harmloses Satzende vermuten, doch bereits als Ursus erwähnte, dass Helena in etwas involviert war, das ohne Zweifel mit dem ganzen Blut zu tun hatte, setzte ein Frösteln ein, das sich über meinen Körper zog und mir begann, die Luft abzuschnüren. Sie hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie hat versucht.... sich das Leben zu nehmen. Sie hat versucht, sich das Leben zu nehmen! Sie hatte sich töten wollen. Es war ihr Blut. Ihres. Das ihn besudelte und meine Laken färbte, anklagend und tiefrot wie das eines Opfertieres, in dessen Kehle ein Messer tief eingedrungen war... Ursus schien plötzlich nicht mehr vorhanden zu sein, ebensowenig seine Worte im Raum. Ich starrte einen der dunklen Flecken an, die im gelben Licht der Öllampe eher bräunlich wirkten. Ich kannte den Grund, aus dem sie das getan hatte. Ich war der Grund. Meine Worte. Mein Verhalten. Die Tatsache, dass ich sie zurückgewiesen hatte. Die Leere in ihren Augen, ich hatte sie gesehen!


    Erstarrt, wie ich war, hörte ich nicht mehr, was Ursus sagte, sah ihn nicht mehr, sondern an seiner statt Helena, die mich aus diesen seltsamen, leeren Augen anstarrte. Anklagend, traurig, entschlossen. "...ich..." krächzte ich heiser mit zitternder Stimme. Ja, Marcus, du hättest dass verhindern können! Mit geweiteten Augen, in denen schwarze Pupillen wie große, stille Seen aus Angst und Schuld lagen, starrte ich immer noch einen der Flecken an, die Ursus anhafteten. Verklärt blinzelte ich, nahm das leise Knistern des verbrennenden Öls verstärkt wahr und nun auch wieder Ursus, der mir mit zweifelhaftem Blick einen Pergamentfetzen hinhielt. Wie lange war er schon hier, fragte ich mich. Die Kälte war mir vollends in die Glieder gefahren, der Alptraum schien auf eine bizarre Art doch Wirklichkeit geworden zu sein. Helena. Sie hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Satz hallte in meinem Kopf wider, als sei er eine riesige leere Halle. Scheinbar nahm ich den Brief. Es sah zumindest so aus, auch wenn ich nichts fühlte. Meine Finger waren taub und meine Bewegungen stockend und langsam, ganz so als wäre ich nicht eben einem Traum entstiegen, sondern einem Grabe.


    Nur widerwillig sprangen meine Augen von Wort zu Wort, schwarz auf erlesenem Pergament. ...mehr als ich ertragen kann.. Wieder und wieder las ich diesen Teilsatz, nachdem ich mir jedes einzelne Wort dort einverleibt hatte, nachdem sie sich in meine Seele gebrannt und sie gezeichnet hatten. Mehr als sie ertragen konnte. Langsam ließ ich den Brief sinken, bis die Hand in meinem Schoß angekommen war und das Papier ihr entglitt. Ich schloss die Augen, wollte Ursus nicht ansehen müssen. Ich hatte angst vor der Anklage in seinem Blick, denn nichts anderes, so war ich mir sicher, würde ich dort finden. Vielleich Hass. "Wo...?" begann ich planlos und schwankend, und bereits nach diesem ersten Wort brach ich wieder ab, die Augen immer noch geschlossen. Eine Hand hatte sich um etwas Stoff geschlossen und presste es so fest zusammen, dass ich mir selbst halbmondförmige Kerben in die Hand drückte und die Knöchel weiß hervortraten.


    Bei den Göttern! Das hatte ich doch nicht gewollt!

    "Hm?" machte ich, um etwas Zeit zum nachdenken zu schinden. Siv hatte meine Worte falsch verstanden, so schien es zumindest. "Gravierend bedeutet 'schlimm', Siv. Und Politik ist...ziemlich schwer zu erklären." Wie einer Barbarin erklären, was Politik war? Ich zog die Brauen zusammen und grübelte. Nicht einmal dachte ich daran, dass es doch eigentlich unerheblich war, ob sie etwas mit diesem Wort anfangen konnte oder nicht. In Gedanken durchforstete ich das wenige Wissen über die Grundlagen der Germanen, die ich hatte, und mir fiel ein einziges Wort ein: Dhieng...oder so ähnlich zumindest. "Da gibt es eine Zusammenkunft, bei euch. Dhieng. Dhingg. Wo alte Männer reden. Das ist Politik. Aber andere als in Rom." Weswegen wir auch einen Großteil Germaniens bereits erobert hatten, fügte ich gedanklich an. Ob sie mich nun verstand? Forschend sah ich sie an, wie sie immer noch vor mir stand und meine Geste ignoriert hatte, auch wenn sie gewiss ganz genau wusste, was ich damit hatte bezwecken wollen.


    Dieses... Runzeln ihrer Nase faszinierte mich. Ich sah es zum ersten Mal und auch nur flüchtig, ehe es bereits wieder verschwunden war, aber es passte so sehr zu der hellhäutigen Germanin vor mir, wie ich mich gewundert hätte, wäre es Cadhla gewesen, die diese Mimik gemacht hätte. "Du kannst sie reparieren, meinst du?" wiederholte ich, legte den Kopf schief und hielt ihn kurz so, ehe ich den Kopf schüttelte. "Nein. Du bekommst neue Kleidung. Es ist wichtig, dass deine Kleidung gut sitzt und nach etwas aussieht. Falls Besuch kommt." So war das eben. Im Garten oder in der Küche mochte man das ja durchgehen lassen können, doch bei der eventuellen Bewirtung von Gästen... Andererseits dürfte diese tunica nicht die einzige sein, die man Siv gegeben hatte. Oder doch? Während ich noch rätselte, zog sich Siv einen Sessel heran und nahm lieber darauf Platz als dort, wo ich es ihr angeboten hatte. Ich nickte kurz, zum Zeichen, dass es mir recht war, doch Siv starrte mich nur an. Die Erklärung folgte kurz darauf und ließ mich leise lachen. "Ja, das habe ich gesagt. Du brauchst etwas Neues zum Anziehen." Ich deutete auf den Saum der tunica. "Soweit ich weiß, ist Tilla aus ihren Tuniken herausgewachsen, du könntest mit ihr auf den Markt gehen oder mit jemand anderem. Du bist keine Gefangene hier, falls du das denkst. Vielleicht werde ich dich ab und zu auf den Markt schicken, damit du etwas für mich besorgst, da wäre es gut, wenn du die Stadt kennst. Oder zumindest den Markt."


    Ich musste kurz darauf einen neuerlichen Schwall Germanenworte über mich ergehen lassen, die ich nicht verstand, wohl aber den Tonfall. Zumindest schien sie sich anschließend die Mühe zu machen, mir zu übersetzen was sie gesagt hatte, und ich grinste kurz. "Zuallererst etwas zum Anziehen für dich. Ich werde dafür sorgen, dass dir ausreichend Geld zur Verfügung steht für die nötigen Einkäufe. Wir tauschen nicht, wie ihr das tut. Wir haben Geld. Kleine Münzen", sagte ich und formte mit Daumen und Zeigefinger einen kleinen Kreis. "Ich zeige dir später welche", versprach ich und ließ die Hand wieder sinken, um Siv nun erstaunt anzuschauen. "Warum ich das tue? Nun, wer sonst, wenn nicht ich, sollte dafür sorgen?" fragte ich zurück und versuchte, die Frage nach dem Warum bezogen auf meinen Dank einfach unter den Tisch fallen zu lassen. "Und für die anderen... Die Saturnalien stehen an, ein römisches Fest, an dem die Sklaven nicht arbeiten müssen. Man verteilt kleine Geschenke an diejenigen, die man mag. Falls du hier noch keine Freunde gefunden hast, keine eine solche Kleinigkeit sicher der Anfang einer Freundschaft sein."

    Ein Bild einfügen und eines an deinen Beitrag anhängen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. ;)


    Wenn du eines einfügen möchtest, brauchst du den BBCode, die Straton und ich dir oben genannt haben, und den Bildlink (den bekommst du bei imageshack.us, wenn du dein Bild hochgeladen hast). Einfügen geht dann an jeder beliebigen Stelle im Text, so wie bei einem Smilie.


    Wenn du ein Bild anhängen möchtest, dann erscheint es immer unter deinem Beitrag, und das ist für einen NPC sicher nicht gewollt. :)


    [SIZE=7]/Wort zugefügt[/SIZE]

    Cadhlas Worte machten mich auf eine nur schwer zu beschreibende Art betroffen. Sie wirkten wie ein Zugeständnis auf mich, und ich begriff, dass dies einen vermutlich seltenen Einblick in ihr Innerstes darstellte. Nachdenklicher denn zuvor, betrachtete ich aufmerksam ihr Gesicht, fast so, als wolle ich jede Sommersprosse auf der hellen Haut einzeln und genaustens studieren, bis mein Blick auf ihr Haar fiel, das ihr Dank meines Eingreifens sanft über die Schultern fiel. Ich ergriff vorsichtig das Ende einer Strähne und drehte sie zwischen Daumen und Zeigefinger, darauf hinabsehend.


    "Ich glaube, ich weiß was du meinst, Cadhla. Seit dem Tod meiner Eltern verlangt man auch von mir, ein anderer Mensch zu sein. Niemand zeigt das direkt oder spricht es je aus, aber dennoch ist das so. Und es ist so schwer, selbst jemand zu sein, zu dem man doch selbst stets aufgeschaut hat. Das ist, als würde man dich zwingen, jemanden nachzuahmen, von dem du weißt, dass du ihn niemals erreichen kannst", erklärte ich und hielt im Spiel mit der Strähne inne. Vor meinem inneren Auge sah ich Cadhla, in voller Kriegermontur und mit Speer und Rundschild in der Hand. Ich dachte an die Saturnalien und ein Entschluss reifte in mir, was sich als vages Lächeln von kurzer Dauer auf meinem Gesicht spiegelte. "Du magst nicht zurück in dein altes Leben können, aber vielleicht kann ich dir etwas schenken, von dem du glaubst, es verloren zu haben, Cadhla. Es gibt viele Schulen hier in Rom, die Krieger aus- und weiterbilden", fuhr ich fort und zog einen Mundwinkel nach oben, um ein Lächeln anzudeuten. Wie sie wohl darauf reagieren mochte?


    Eine Weile dachte ich über das nach, was sie angestoßen hatte. Worauf genau legte ich wert? Darauf, dass sie dich fasziniert, Marcus. Die Antwort folgte beinahe zeitgleich mit der Fragestellung, doch schlauer als zuvor war ich nicht unbedingt. Cadhlas Berührung lenkte mich ab, und ich sah sie wieder an, nicht minder ernst als sie selbst. "Sie sollte... Hm. Nun ja, Sofia ist nicht gerade das, was ich mir unter einer geeigneten Frau vorstelle, wenn du verstehst", lockerte ich die Situation etwas auf. Doch selbst mein eigenes Schmunzeln war nur von kurzer Dauer. "Was sich ein Mann meiner Position wünscht - oder wünschen sollte- , ist eine intelligente Frau, die gemessen und verständig ist. Eine, die ihm einen Erben schenkt", sagte ich. Mir war klar, dass Cadhla nicht das gemeint hatte, sondern meine persönlichen Schwerpunkte, also fuhr ich fort. "Ich selbst wünsche mir jemanden, der mich fesseln kann. Eine Frau, die mich fasziniert und die ich schätzen und respektieren kann. Aber darum geht es nicht. Darum geht es nie", sagte ich und seufzte leise.

    Versuch es mal mit folgendem dunkelblauen Code, den du nach deinen Vorstellungen ergänzen musst:


    [img*]http://linkzudeinemnpcavatar.com[/img*]
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    Folgendes nicht vergessen:
    - deine eigene Signatur rausnehmen (auf Optionen unter dem Antwortfenster klicken und die Checkbox deaktivieren)
    - fremde Avatare und Bilder generell nicht hotlinken, sondern auf einem Imagehost hosten, z.B. imageshack.us
    - Code ohne die * benutzen


    Du kannst die Gestaltung je nach dem variieren, wie es dir Spaß macht. :)


    [SIZE=7]edit: verdammt...[/SIZE]

    Als sich die gut geölte Tür beinahe geräuschlos öffnete und ebenso leise wieder schloss, hielt mich Morpheus noch tief in seinem zweifelhaften Reich gefangen. Wächserne Gestalten mit schaurigen Masken umringten mich, peinigten mich, waren ich. Kurz meinte ich, Helenas Antlitz zu erhaschen, doch sie stellte sich als eine Art blondschopfige Deandra raus, als sie sich mir zuwandte, anklagend den Finger hob und -


    Perplex riss ich die Augen auf und starrte in die Dämmerung über mir, welche die Lampe verbreitete. Zuerst sah ich nichts, noch geblendet vom Mahr des Traumes, dann gewahrte ich ein Wesen, dessen schuppige Haut im spärlichen Licht des Modes zu glänzen schien. Noch während die Frucht der Angst in mir keimte, keuchte ich erschrocken und stützte mich auf die Ellbogen, um wegzukriechen. Dann jedoch venahm ich die Stimme, die mich beim Namen nannte, und aus dem glitschigen Ungetier wurde ...nun ja, ein glitschiger Ursus. Mit hämmerndem Herzen und leicht wankender Stimme nuschelte ich ein "Mmh?" - mehr aus dem Reflex heraus, mein Erschrecken zu überspielen, denn aus dem Grund, dass es einer Reaktion bedurfte. Ziemlich zerstrubbelt und nicht minder verschlafen richtete ich mich schließlich halb auf, gestützt auf die Ellbogen, und sah Ursus fragend an. "Was ist denn los?" murmelte ich, noch ehe mir auffiel, in welchem Zustand Ursus an meinem Bett stand und dass es nicht das Mondlicht war, das ihn beschien, sondern seine mitgebrachte Lampe. Verdutzt blickte ich auf die blutigen Flecken, und langsam stahl sich die Erkenntnis auf mein Gesicht. Mit einer jähen Bewegung setzte ich mich vollends auf, der Schreck stand mir aufs Gesicht geschrieben. "Titus!" rief ich scharf und nun vollends wach. "Du blutest! Was ist passiert?"

    Zitat

    Original von Marcus Aurelius Corvinus
    Sooo... Da ich an einem karibischen Strand durchaus anderes zu tun haben werde als im Internet zu surfen, melde ich mich schon mal vom 28.12. bis zum 12. oder 13. Januar ab. Wann ich zuletzt reinschauen werde, weiß ich noch nicht. :]


    Meine Meschpoke weiß Bescheid, Prüflinge für die Religionsprüfung I werden von Durus abgefertigt. Die anderen müssen leider warten. :D


    Bin wieder da und werde mich nach dem Einlesen (Himmel, ihr seid ja verrückt! 8o ) auch wieder aktiv beteiligen.

    Ich konnte gut nachempfinden, wie es war, wenn man Menschen verlor, die wichtig waren...oder gewesen waren. Nicht immer musste der Tod dabe eine Rolle spielen, zu oft waren es auch eigene Entscheidungen, die Menschen auseinander brachten. Selbst, wenn sie sich schlecht dabei fühlten, die Entscheidungen dennoch als notwenig erachteten. Ich schüttelte den Kopf, als Clara so traurig sprach. "Dies bedeutet, dass dir anderes bestimmt ist. Wir sollten nicht den Toten hinterhertrauern, sondern ihrer würdig leben."


    Ich lächelte vage und unterdrückte den Impuls, der jungen Frau nochmals beruhigend über den Rücken zu streichen. "Dir sei das Gastrecht in diesem Hause gewährt, Duccia Clara. Ich selbst werde dich im Anschluss an unser Gespräch leider nicht herumführen können, aber mein Neffe, Aurelius Ursus, wird dies sicher mit Freuden übernehmen", lud ich sie stellvertretend für Ursus einfach mal ein und bedachte einen Sklaven mit einem Blick, der besagte, dass jener Ursus schon einmal in Kenntnis setzen sollte. Forschend blickte ich die Duccierin an, als sie vom Patronat sprach. "Nun, man wählt sich seinen Patron nicht leichtfertig, doch versicherte ich dir bereits, dass die Freunde meiner Brüder auch die meinen sind. Wenn ich dir in irgendeiner Weise helfen kann, lass es mich wissen. Ich schlage vor, du lebst dich erst einmal hier ein und erholst dich, und später reden wir dann über ein mögliches Patronat. Wie klingt das?" fragte ich freundlich.

    Ich nickte verdrießlich wie nachdenklich zugleich. "Dann ist es wie hier in Rom. Ein gravierender Fehler kann auch deinen Tod bedeuten, wenn auch vorerst nur den politischen", entgegnete ich ernst. Siv schien nicht nur überrascht zu sein, sondern ungläubig noch obendrein. Zumindest besagte der Ausdruck auf ihrem Gesicht, dass sie über die Maßen erstaunt war. Da sie auf die Sache mit dem Standesunterschied nicht weiter einging, war dies auch für mich kein Thema mehr, das ich weiter ausführte. Stattdessen beobachtete ich Siv, wie sie sich die roten Hände wusch. Meine Unterarme und Hände - besonders auf der linken Seite - brannten noch, doch es war erträglicher geworden dank ihrer Hilfe. Ich besah mir den recht hoch sitzenden Saum ihres Kleides, dann meine notdürftigen Bandagen und schmunzelte. "Man hat dir noch nicht gezeigt, wo das Verbandszeug liegt, was?" fragte ich sie und grinste kurz.


    Siv blieb leicht entfernt von mir stehen, und ich ließ die Arme sinken und lehnte mich etwas zurück. Sie hatte entweder die Aufforderung nicht verstanden oder aber nicht verstehen wollen. Nachdenklich betrachtete ich die hellhäutige Germanin. "Und kommst du gut mit ihnen zurecht?" fragte ich weiter, nachdem sie eine Hand voll Sklaven aufgezählt hatte. "Freunde sind wichtig. Bald sind die Saturnalien. Wenn du möchtest, darfst du etwas für deine Freunde besorgen - kaufen", fügte ich hinzu und war einen Moment selbst verwundert über mich. Siv schien mich aus dem Konzept zu bringen, und das immer wieder. Ich schob das alles weit von mir und sagte mir, dass sie eine Sklavin sei wie jede andere auch. Oder noch weniger, immerhin befand sie sich noch nicht sehr lang in meinem Besitz. Besitz... Das Wort war richtig, und doch schien es so falsch zu sein. Es klang falsch. Nachdenklich strich ich mir über das Kinn - bis Siv sich vorbeugte und meine Wange säuberte. Irritiert sah ich sie an, doch ich fing mich recht schnell wieder und legte meine Hand auf jene, die das Tuch hielt. "Ich danke dir, Siv", sprach ich schlicht aus, was ich dachte.


    Der Moment verstrich, und ich ließ die verbundene Hand wieder sinken. "Du brauchst eine neue tunica", stellte ich laut fest und deutete auf den unsauber ausgefransten Rand. "Du könntest mit jemandem auf den Markt gehen und dir etwas Angemessenes kaufen. Ein dunkles Rot, Blau oder Grün steht dir gewiss ausgezeichnet", befand ich und dachte an das Saturnaliengeschenk, welches ich für Siv hatte besorgt.

    Sooo... Da ich an einem karibischen Strand durchaus anderes zu tun haben werde als im Internet zu surfen, melde ich mich schon mal vom 28.12. bis zum 12. oder 13. Januar ab. Wann ich zuletzt reinschauen werde, weiß ich noch nicht. :]


    Meine Meschpoke weiß Bescheid, Prüflinge für die Religionsprüfung I werden von Durus abgefertigt. Die anderen müssen leider warten. :D

    "Ja", bestätigte ich. "Worte werden gesagt. Man redet. Unterhält sich." Während der Aufzählung hob ich eine Schulter. Es war so einfach, im Prinzip. Und doch wusste ich, wie sehr ich selbst mich damals hatte anstrengen müssen, bis ich weitestgehend fehlerfrei Griechisch sprechen konnte.


    "Erwarten... Ja, wie wollen es. Dass man stark ist." Ich zog eine Grimasse, die man mit viel gutem Willen als schiefes Lächeln auslegen konnte. Überrascht hob ich dann eine Braue, als Siv widersprach und ihre Sicht der Dinge darlegte. Verblüffend an dieser Tatsache war, dass wir im Grunde noch nicht näher miteinander bekannt waren, und sie mich dennoch so treffend einschätzte, dass ich im ersten Moment nichts erwidern konnte und sie nur anstarrte. Dann erst, als ihre Worte sich gesetzt hatten, antwortete ich. "Du hast recht. Ich will stark sein. Weil ich es muss. Rom ist nicht so einfach wie Germanien, Siv. Schwäche verzeiht dir hier keiner, wenn du ein Patrizier bist. Hm... kennst du den Unterschied zwischen Patriziern und Plebern?" hakte ich nach. Ich glaubte nicht, dass sie ihn wusste, und so fuhr ich kurz darauf von allein fort. "Patrizier bekommen bessere Arbeit, wenn sie wollen. Hm, mehr Geld... Gleichzeitig beobachten dich aber auch alle viel genauer als einen Plebejer." Ich seufzte tief und stieß mich von der Wand ab. Siv schien absolut überrascht zu sein, dass ich auf ihren Vorschlag eingegangen war. Nun, da war sie nicht minder überrascht als ich selbst... Der halb geöffnete Mund brachte mich zum Schmunzeln. "Ja, das ist mein Ernst. Es mag...ungewöhnlich sein, aber ich denke, dass wir etwas Spaß beide gebrauchen können." Das stimmte, ich dachte es wirklich. Und als sie zustimmte, beschenkte ich sie mit einem erfreuten Lächeln. Siv hatte derweil meine Arme fertig verbunden. Ich steuerte einen Sessel an und ließ mich darauf nieder. Spiegelscherben knirschten unter meinen Schuhen. Verdrießlich begutachtete ich das Chaos, das ich hinterlassen hatte. Dabei fiel mein Blick auch auf Sivs drastisch eingekürzte tunica. Seltsamerweise ließ mich der Anblick von so viel schlankem Bein allerdings diesmal kalt. Viel interessanter war das, was Siv in ihrem gebrochenem Latein von sich gab.


    Gerade wunderte sie sich noch darüber, dass ich eingewilligt hatte, ihren Vorschlag betreffend. "Komm mal her", bat ich sie und breitete einladend die Arme ein wenig aus. Sie sollte sich zu mir setzen, wobei ich es ihr überlassen würde, ob sie auf meinen Oberschenkeln Platz nehmen oder sich einen Sessel heranziehen würde. "Hast du schon Anschluss an die anderen gefunden? Hm...die anderen Sklaven? Hast du sie schon gut kennengelernt?" fragte ich sie.