Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    "Abgemacht", sagte ich und machte einen Vermerk hinter den entsprechenden Betrieb auf die Tafel. "Die Besitzurkunde wird dir in Kürze überstellt werden. Du nächtigst derzeit wo?" erkundigte ich mich, denn wenn man nicht wusste, wo Albinus sich den lieben langen Tag aufhalten würde, hätte es ein cursor schwer, den Dider zwecks Übergabe ausfindig zu machen.


    "Hm, es gibt einige, die so denken wie du. Soweit ich weiß, befindet sich Germanien fest in duccischer Hand - vom legatus augusti einmal abgesehen. Hispania floriert, seit der Matinier abgedankt hat, und auch aus Aegyptus hört man meist nur Gutes." Ich überlegte. Viel schien es da nicht zu geben, wenn Albinus sich weigerte, unter Detritus zu arbeiten. Es sei denn... "Mir fällt da gerade etwas ein... Der Posten des italischen praefectus vehiculorum ist meines Wissens nach vakant. Du würdest damit unter Germanicus Avarus und Vinicius Hungaricus arbeiten", schlug ich vor. So würde er sich (wieder) einen Namen in Rom machen können.


    Sim-Off:

    Betrieb wird überschrieben, wenn du noch was brauchst, schreib mir eine PN :)

    "Ich werde es mir merken", entgegnete ich auf den Hinweis mit den Fragen. :D


    "Was die Viehzucht betrifft... Um ehrlich zu sein, kann ich dir da nichts Genaues zu sagen. Wie gesagt, dieser Betrieb befand sich im Besitz Ciceros, wir haben ihn nur geerbt, sämtliche Angestellten im Rahmen der Beachtung der lex mercatus entlassen und suchen seitdem einen Kaufinteressenten. So du es versuchen möchtest, werde ich alles Nötige veranlassen, um dir die Zucht zu überschreiben. Das kannst du dann als Geschenk deines neuen Patrons bezeichnen", erklärte ich und schmunzelte. "Sollte es nötig sein, werde ich in der ersten Zeit auch für die Produktionskosten aufkommen, bis du Fuß gefasst hast."


    Albinus' Zukunftsplanung indes wirkte etwas unentschlossen, wie ich fand. "Nun ja, ich könnte sicherlich etwas arrangieren, was den ordo anbelangt, den du für eine Kandidatur bräuchtest. Allerdings laufen die Wahlkundgebungen in ein paar Tagen ab, und ich bezweifle, dass der Kaiser in seiner Abwesenheit ein Bittgesuch schnell genug beantworten kann. Daher ist das vermutlich erst für die nächsten Wahlen realistisch. Was die Ritterwürde anbelangt... Du weißt, Rom vergisst schnell, wenn man nicht präsent ist oder die Dinge schleifen lässt. Ich würde dir vorschlagen, dich zuerst wieder etwas zu engagieren. Grundsätzlich stünde einem Gesuch meinerseits aber auch hier kein Hindernis im Wege." Ich überlegte kurz. "Wie lange währte deine Amtszeit als comes gleich nochmal?"

    Ob dieser deutlichen Worte, die - zugegebenermaßen - zugleich meine Ansicht teilten, blickte ich etwas überrascht drein. Zugleich fragte ich mich, was wohl Sophus sagen würde, sollte er irgendwann wieder hier auftauchen. Nichtsdestotrotz schätzte ich Albinus' Offenheit, das hatte ich schon immer getan. Tillas Erscheinen verschaffte mir eine kurze Denkpause, die ich allerdings nicht wirklich brauchte. Ein erfreutes Lächeln erwiderte ihren Gruß.


    "Das ist eine überraschende Frage, die du mir stellst", erwiderte ich. "Du bist schon sehr lange Klient der Familie, Albinus. Ich kenne dich und sehe keinen Grund, warum ich dich als meinen Klienten ablehnen sollte. Du hast mein Wort." Ich griff nach dem Becher, den Tilla soeben befüllt hatte, und prostete Albinus zu. Großer Worte bedurfte es nicht, denn ich wusste, was ich von Albinus erwarten konnte. Dieser Umstand beruhte hoffentlich auf Gegenseitigkeit. Nachdem ich getrunken hatte, stellte ich den Becher wieder fort. "Hm, das bringt mich gleich zu einer Frage. Cicero und mein Vater besaßen einige Betriebe, die momentan brach liegen, da sie gegen die lex mercatus verstoßen. Du hättest nicht zufällig Interesse?" fragte ich und schob die Wachstafel rüber, über die ich gerade gebrütet hatte. Lieber verschenkte ich den ein oder anderen an einen Klienten, als ihn zu schließen oder zig vilici zu unterhalten.


    "So. In die Verwaltung... Hast du dir denn da schon ein Amt ausgeguckt? Unter Octavius Detritus hat sich ja einiges verändert, seitdem du dich den Aalen gewidmet hast." Diese Überlegungen brachten mich wieder zu der Frage, was ich selbst wohl tun sollte während der vorgeschriebenen Pause in der Politik. "Oder planst du, in den cursus honorum einzusteigen?"

    Die Überraschung war dem scriba zwar deutlich anzusehen, aber es war sein Glück, dass er nicht nachfragte, sondern einfach machte. Ich beobachtete ihn, wie er Deandras und meinen Namen von der Wachstafel löschte, und kam mir dabei vor wie ein Verräter. Was Menecrates davon halten würde, wollte ich mir besser nicht vorstellen. Wenn sie nicht gänzlich in die Brüche ging, hätte die Verbindung zwischen der Aurelia und der Claudia zumindest einen derben Knacks abbekommen. Dennoch musste es sein. "Ich habe zu danken. Vale."
    Kurze Zeit später verließ ich die regia.

    Zitat

    Original von Decius Germanicus Corvus
    Ein bisschen Werbung könnte uns vielleicht wirklich mal nicht schaden


    Finde ich auch, nur eben nicht mittels solcher "Dienstleistungsangebote".
    Es gibt aber im Web zig Toplisten und Plattformen, darunter sogar eine Hand voll seriöser Anbieter, die nicht bei Lycos gehostet oder morgen schon wieder verschwunden sind, in denen man das IR eintragen könnte um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Listinus, Forenuser, Webliga und was es da sonst noch alles gibt. Banner- bzw. Linktausch mit kurzem Beschreibungstext scheint in vielen RPGbasierten Foren außerdem üblich zu sein. MMn ist das eine akzeptable und einfache Möglichkeit der Werbung, die zwar nichts kostet, aber zu Anfang eben etwas Engagement erfordert.

    Auf einem Weg zurück vom tabularium stattete ich heute der Eheregistratur einen Besuch ab. Es war ein Gang, den ich herausgezögert hatte. Aber er erschien mir nach all der Zeit, die verstrichen war, unumgänglich geworden zu sein. Nicht, dass ich nicht mehr an sie dachte. Nein. Das tat ich durchaus. Aber ich machte mir nichts mehr vor, deswegen war ich heute hier und suchte das kleine officium auf, in dem all die Einträge der Partnerschaften festgehalten wurden.


    Nachdem man auf mein Anklopfen reagiert hatte, trat ich ein. "Salve. Aurelius Corvinus mein Name. Ich ersuche um die Austragung meines Verlöbnisses mit Claudia Deandra", informierte ich den scriba so bündg wie möglich.

    Ein leicht süffisantes Grinsen zeigte sich um meine Mundwinkel, als ich Cadhlas Skepsis gewahrte. Sie hatte eben negative Erfahrung mit Römern gemacht, rief ich mir ins Gedächtnis. Welchem Sklaven ging es nicht so? Aus meiner Warteposition im angenehm warmen Wasser heraus verfolgte ich ihre Reaktionen und studierte ihr Verhalten genau, selbst wenn ich mich unbeteiligt gab. Bei meiner Berührung schien sie panisch zu werden, was mir vermutlich eine Antwort auf die vorangegangene Frage gewährte. Entweder, sie hatte wirklich noch nie bei einem Mann gelegen, oder aber, sie fürchtete sich nur vor dem Römer, der sie gekauft hatte. Prüfender Art taxierte ich die hellhäutige Rothaarige mit den schönen Augen. Feurig, dachte ich.


    "Wie alt bist du, Cadhla?" zerschnitt meine Stimme schließlich die dunstige Stille, die sich im Raum ausgebreitet hatte. Ungeachtet ihrer panisch anmutenden Versuche, den Hautkontakt mit mir mittels eines Übermaßes an Seife zu vermeiden, nahm ich meine Hand nicht fort, sondern strich, im Gegenteil, über den Arm bis hinauf zum Schlüsselbein, wo ich verhielt und nur die Fingerkuppen leicht kosend kreisen ließ. Die Ader an meiner Schläfe trat etwas weiter hervor und pochte im schnelleren Rhythmus meines Herzens, des Herzen eines Jägers auf der Jagd. Für einen kurzen Moment musste ich an mich halten, um nicht über Cadhla herzufallen wie ein ausgehungerter Wolf über ein Rehkitz, doch mit geschlossenen Augen, gepressten Kiefern und der vagen Vorstellung einer wahllosen, schier unendlichen Zahlenkolonne konnte ich das Verlangen vorerst niederkampfen. Als ich die Augen neuerlich öffnete jedoch, konnte ich mich eines Blickes auf die zarten Rundungen der Keltin nicht erwehren, und sogleich glitt die Hand in sanftem Streicheln an den Brustansatz.


    Die Augen richtete ich nun wieder auf Cadhlas Gesicht und bemerkte aufs Neue ihre große Angst in den grünen Augen. Es kostete mich zwar einiges an Willensanstrengung, doch ich zog meine Hand wieder zurück, richtete mich etwas auf und räusperte mich leise. Trotz aller mich durchströmender, rhythmisch pulsierender Leidenschaft war ich dennoch kein Mann, der sich, brandschatzenden, mordenden und hurenden Soldaten gleich, einfach nahm, wonach es ihm gelüstete. Meine Gedanken kreisten sich kurz um Camryn, doch dann manifestierte sich die jetzige Situation wieder. "Du brauchst dich nicht zu fürchten, Cadhla. Ich werde dich zu nichts zwingen. Dazu gibt es keinen Grund", sagte ich, und doch gab gewiss nicht nur mein Blick bereitwillig Auskunft darüber, wonach es mich gelüstete. Dennoch. Ich hatte nicht vor, die für jeden in diesem Haushalt geltenden Grundsätze selbst zu übergehen. Sie zog mich an und ich begehrte sie, besonders in jenem Moment. Ich hatte sie gekauft, sie befand sich in meinem Besitz, hatte mir zu gehorchen... Erneut glitt mein Blick über den verführerischen Körper. Ich bedauerte, dass die spiegelnde Wasseroberfläche allzuviel von dem verzerrte, was sich im Wasser verbarg, nicht einmal eine Armeslänge von mir entfernt...


    Andererseits, flüsterte die Stimme in meinem Kopf, konnte ich ihr genauso gut verbieten, jemals mit jemandem darüber zu reden, wenn ich sie zwang, sich mir hinzugeben. Doch - und das war das Manko daran - wie konnte ich mir dann sicher sein, eines Tages nicht erdolcht auf meinem Lager zu liegen? Nein, sagte ich mir. Das war es nicht wert. Und dennoch war die Waschung nicht das einzige, was mir den Hauch einer Gänsehaut bescherte. Unter Wasser berührte mein Knie ihren Oberschenkel. Unbeabsichtigt, aber dennoch nicht ohne Folgen. Wohlig schloss ich die Augen und vergrößerte den Hautkontakt etwas. Sonst lag ich recht entspannt im warmen Wasser, sah man von einer Verspannung ab, die vorhanden war, seitdem Cadhla zu mir ins Becken gestiegen war.

    "Dann weilen sie gegenwärtig nicht in Rom?" fragte ich. Bereits im nächsten Satz aber folgte schon die Antwort auf diese meine verwunderte Frage. Die Familie befand sich also in Misenum. Verständig nickte ich. "Die misenische Luft trägt sicher zur Erholung nach der Geburt bei", erwiderte ich. Und der Kleinen tat es gewiss auch gut, dem römischen Mief noch eine Weile zu entgehen. Ich hatte Kinder schon immer gemocht. Sisenna war mein Goldstück. Ich ertappte mich dabei, wie ich bedauerte, die vinicische Kleine nicht bewundern zu dürfen, nahm mir jedoch vor, dies bald nachzuholen.


    Nach meiner zugegebenermaßen leicht plumpen Art der Frage, sagte der Senator ersteinmal gar nichts und schürte damit meine angespannte Erwartungshaltung. Als er seiner Verwunderung wörtlich Ausdruck verlieh, war die Anspannung nochmals weiter angewachsen. Ob des sich anschließenden, musternden Blicks kam ich mir vor wie ein Prüfling, doch nahm der von mir als durchaus positiv empfundene Gesichtsausdruck mir etwas der Ungewissheit und ich wurde innerlich ruhiger. Ein kurzes, lockerndes Lachen folgte auf seine scherzhaft gestaltete Frage, und ich neigte den Kopf. "Natürlich nicht, Senator. Aber dem kann durchaus Abhilfe geschaffen werden", erwiderte ich. Doch wo anfangen? Ein grober Abriss war sicherlich angebrachter als ein ermüdend detaillierter und langweiliger Vortrag über mein bisheriges Leben. Gegebenenfalls würde Hungi schließlich auch nachfragen können, wenn ihn etwas genauer interessierte.


    "Als Senator, der vor knapp einem Jahr anwesend gewesen ist, als ich vor dem Senat meine Kandidatur zum Vigintivirat bekannt gegeben hab, weißt du ja bereits um die Laufbahn, die ich eingeschlagen habe: Nach meinem Duumvirat in Mantua bekleidete ich das Amt eines tribunus laticlavius bei der legio secunda Germanica. Seitdem ich wieder in Rom bin, widme ich mich den Erbschaftsangelegenheiten", gab ich einen relativ kurzen Abriss meiner bisherigen Laufbahn zum Besten. "Die Amtszeit ist nun fast vorüber, und ich kann durchaus positiv darauf zurückblicken."

    Ein Schmunzeln quittierte die Worte des Aeliers, doch ich nickte anschließend. Dass man Modestus für eine Standeserhebung in Erwägung zog, verwunderte mich, um ehrlich zu sein, nicht. Oftmals verschwanden gerade die Männer, die einen Verwaltungsposten in einer Provinzstadt besetzten, allzubald in der Versenkung und wurden nicht mehr gesehen. Dann gab es einige wenige, von denen man öfter etwas vernahm. Iulia Helena beispielsweise, Didius Albinus oder auch mein Namensvetter von den Artoriern. Wobei ich gerade nicht einmal hätte sagen können, wie es um ihn stand derzeit.


    Zur Standeserhebung dachte ich mir natürlich auch meinen Teil. Viel unfähigeren Männern war es gestattet worden, die Insignien des Ritterstandes tragen zu dürfen. Doch eine Frage musste ich zwangsläufig laut stellen. "Hat er denn keinen Patron, der sich für ihn einsetzen kann?" fragte ich also verwundert.

    Der Sklavin vermochte ich nur einen vielsagenden Blick zuzuwerfen. Selbst in dieser schrecklichen Situation mochte ich es nicht, mich zu wiederholen. Nicht einmal für ein Nicken reichte es, ich sah die blonde Sklavin nur bedauernd an. Kurz darauf lief sie fort. Ich sah ihr nur kurz hinterher und wurde mir dann der umstehenden leute bewusst. Wie unwürdig war es für das Haupt der Vestalinnen, teilweise entblößt und in einer Blutlache zu liegen, hier auf den Stufen des Vestatempels und umringt von gaffenden Bürgern. "Pyrrus", wollte ich eine Anweisung bellen. "Sieh zu, dass die....." Ein Ruf ereilte meine Ohren. "....für den pontifex. Macht Platz! Lasst den pontifex durch!"


    Ich hielt inne und sah auf. Der Adrenalinspiegel hob sich etwas. Wie war es möglich, dass ein Mitglied des collegium pontificium so rasch Kunde über diesen Vorfall erlangt hatte? Doch dann leuchtete es mir ein: Die Sklavin war fortgelaufen, die regia nicht weit. Oder war der pontifex nur zufällig zugegen gewesen?


    Da teilte sich die Menge dank der calatores auch schon. Sie spuckte allerdings nicht irgendeinen pontifex aus, sondern Flavius Gracchus. Schon setzte ich dazu an, ihm zu antworten, da bemerkte ich sein sichtliches Unwohlsein. Er schien über die Maßen erschrocken, vielleicht mehr als es ein pontifex sein sollte. Pyrrus entfernte sich diskret einige Schritte. Womöglich war es auch nur der Ekel vor all dem Blut, denn er konnte diesen Anblick nicht ertragen, das wusste ich. Befangen und stumm verfolgte ich das Verhalten des Flaviers, bis er schließlich neben mich sank und aussah wie ein Häufchen Elend. Und endlich dämmerte es mir. Die Gedanken tropften zäh wie Wachs in meinen Verstand hinein: Flavia Agrippina. Flavius Gracchus. Mit dieser neuen Erkenntnis wandte ich Gracchus das bestürzte Gesicht zu. Mit meinen blutbeschmierten Händen und der fleckigen toag kam ich mir plötzlich wie der Frevler selbst vor. Scheinbar hatte Gracchus sich in engerer Verwandtschaft mit der Vestalin befunden. Was sagte man in einer solchen Situation? Schließlich galt es hier nicht nur den Tod zu beklagen, sondern auch den Mörder zu fangen.


    Gracchus leise Worte ergriffen mich. Ein passend aufkommender, kalter Hauch bauschte die Kleidung der Umstehenden auf und ließ einen Schauer bunter Herbstblätter auf die Szenerie nieder regnen. Ich stand auf, der Wind zupfte an dem schweren Stoff meiner Kleidung und kühlte die Haut an jenen Stellen, die blutig waren.


    "Heute wurde eine grauenvolle Bluttat begangen. Hier in unserer Mitte, auf den Stufen des heiligen Vestatempels! Das Opfer ist die Vorsteherin des Vestakultes, unschuldig und unbefleckt. Können wir eine solch hinterhältige Tat dulden?" fragte ich in die Runde und deutete bei den anschließenden provozierenden Fragen willkürlich auf umstehende Personen. "Rom wird seiner Söhne beraubt und seiner Töchter. Wer ist der nächste? Vielleicht dein Bruder? Dein Vater? Deine Schwester? Euer liebster Mensch auf Erden? Lasst uns nicht eher ruhen, bis der Schuldige gefasst ist, denn eine solche Meucheltat-" Ich deutete auf den Leichnam der schräg hinter mir liegenden Vestalin. "-kann kein Römer stumm hinnehmen. Es darf nicht sein, dass dieser Frevler seiner gerechten Strafe entgeht. Ans Kreuz mit ihm! Lasst uns nicht eher ruhen, bis wir diesen Mord gesühnt haben." Ich hob die Hand und ballte sie fest zur Faust. Einige Blutstropfen fielen auf den weißen Marmor. "Und du, Meuchler, sei dir deines Lebens nicht sicher! Wir werden dich finden. Das schwöre ich, per Iovem lapidem!" Ich schüttelte die Faust und ließ sie dann sinken.


    Den Mob ignorierend, wandte ich mich wieder Gracchus zu. Ich hatte nicht groß nachgedacht, die Worte hatten einfach hinaus gemusst. Schon wollte ich ihm meine blutige Hand reichen, um ihm aufzuhelfen. Ich wischte sie doch noch zuerst an meiner ohnehin schon besudelten toga ab, ehe ich sie ihm reichte. "Wir werden ihren Tod rächen, Flavius", sagte ich ernst statt der üblichen Beleidsfloskeln, die mir einfach nur lächerlich vorkamen in diesem Moment. "Rom wird nicht untergehen, solange Männer wie du dies zu verhindern wissen."

    Nickend registrierte ich, dass Modestus doch nicht so unbekannt schien, wie ich geglaubt hatte. Nun gut, zumindest seine Taten. Ob der weiteren Frage überlegte ich einen kurzen Moment, ehe ich antwortete. "Denjenigen, die sich für die Belange der Provinzstädte interessieren oder aus anderen Gründen mit deren Verwaltung zu tun haben, wird sein Name sicherlich ein Begriff sein", erwiderte ich. "Aber ein einfacher Händler oder Ladenbesitzer Roms wird ihn kaum kennen, da er einfach nicht weit genug über den Tellerrand hinausschaut", vermutete ich weiters. "Spätestens der Name seiner gens sollte aber jedem ein Begriff sein, was nicht zuletzt Annaeus Florus zu verdanken ist."
    Ich entschloss mich schließlich dazu, den rector indirekt zu fragen, warum er mich zu Modestus befragte. "Es liegt doch nichts gegen ihn vor?"

    Sim-Off:

    Hehehe :D


    "Eine weise Entscheidung", pflichtete ich nickend bei, als er davon sprach, etwas länger in der Stadt zu bleiben. "Auf die Aaele komme ich bei Bedarf zurück, danke sehr." Wobei ich noch nie ein Fischfreund gewesen war, von Filetstücken ohne Gräten einmal abgesehen. Und gerade ein Fisch, der so lang wie ein Aal war, musste doch ungeheuer viele Gräten haben... "Du hast Sophus übrigens knapp verpasst. Er hat sozusagen einen kleinen Zwischenstop hier in Rom eingelegt und sich dann auf eine erneute Reise von unbekannter Länge begeben." Mehr gab es dazu wohl nicht zu sagen, denn der mit mir verwandte Aurelier hatte seine Klienten mit keinem Wort weiter erwähnt.


    "Hast du schon gehört, Annaeus Modestus ist der momentane duumvir von Mantua. Kennst du ihn? Er War doch dein Magistrat, oder? Ich finde, er macht seine Sache recht gut." Was mich auf die nächste Frage brachte: "Was genau hast du denn jetzt vor, beruflich?"

    ...der natürlich bereits da war, denn er saß ja hinter dem Schreibtisch und hatte geantwortet, als Leone an die Tür zu seinem Arbeitszimmer geklopft hatte. :D


    Überrascht betrachtete ich, wie Albinus eintrat. Hatte er nicht irgendwas züchten wollen? Hühner? "Albinus!" entfuhr es mir erst einmal verwundert. "Das ist aber eine Überraschung. Ich hatte geglaubt, du seist auf irgend einer Insel - Creta, Cyprus, irgendsowas? Wie kommt es, dass du nun hier bist?" fragte ich ihn und deutete anschließend auf den Stuhl, der auf der anderen Seite des Schreibtisches stand.

    Komplimente mochten wirklich alle Frauen. Und wer eine redegewandte Zunge und zudem einen Sinn für schmeichelnde Worte hatte, konnte vermutlich bei jeder Dame landen. Nicht, dass ich bei Prisca hätte landen wollen, doch sie passte definitiv in das Schema hinein, in dem sich so viele Frauen befanden. Ihre Euphorie diese Sergierin betreffen, erschien mir zunächst etwas überschwänglich zu sein, doch dann sagte ich mir, dass die beiden Frauen ja zusammen auf dem Markt gewesen und vermutlich der gleichen Passion anheim gefallen waren: Dem Einkauf. Nein, nahm ich mir vor, ich würde Prisca nicht nach der ausgegebenen Summe fragen, sonst würde ich vermutlich nur hinter meinem Schreibtisch sitzen und weinen. Ich seufzte.


    "Das werden wir dann sehen. Ich hörte, du seist mit dem Theaterstück schon recht weit?" Im Grunde genommen hatte ich das nicht gehört, sondern wollte mich nur vergewissern, ob alles wie geplant verlief. Im Endeffekt war ich recht froh darüber, dass Prisca und Cotta sich so sehr hinter die Planungen klemmten, denn ich hatte momentan wenig Zeit und zudem keine Muße, mich um derlei zu kümmern.


    Bedauerlicherweise gab sie nicht auf, sondern bohrte weiter, obwohl ich - wie ich fand - recht deutlich signalisiert hatte, dass ich gar nicht weiter über dieses Marktthema sprechen wollte. Aber so waren sie, die Frauen. Hatten sie auf der einen Seite noch feinere Antennen als die Vögel beim bevorstehenden Unwetter, drangen sie auf der anderen Seite mit einer scharfen Machete vor. Etwas gequält war das Lächeln, das ich erwiderte. Es würde mir wohl nicht erspart bleiben, darauf zu antworten. Oder... Ha!


    "Du bist eben eine so wunderbare Frau, dass es mich nicht gewundert hätte, wäre ein Mann zudringlich geworden. Du hattest doch hoffentlich Trautwini dabei?" fragte ich. Kaum hatte ich geendet, da trat Pyrrus ein, erstarrte, als er Prisca sah und grinste schließlich schief. Er klopfte kurz, obwohl er bereits in der Tür stand, kam dann vollends herein und schloss die Tür. "Stör ich?" fragte er und bedachte Prisca mit einem längeren Blick. "domina." Ein Nicken folgte. Ich zog eine Grimasse: Sein Verhalten war einfach nur ungezogen. Nun ja. "Nein, du störst nicht", sagte ich. Er war meine Rettung! "Prisca wollte gerade gehen...." :D

    "Sehr schön, das freut mich", entgegnete ich und setzte micht wieder. Die acta diurna hatte ebenfalls über das Fest berichtet, wie ich in Erfahrung gebracht hatte. Keinesfalls aber so blamabel, wie ich insgeheim befürchtet hatte, sondern recht positiv. Ich hatte darüber immer noch gestaunt, als ich den Arikel das dritte Mal gelesen hatte. "Es ist schade, dass deine Gattin nicht mitkommen konnte. Ich hoffe doch, es geht ihr und dem Kind gut?" sagte ich und versuchte mich zu erinnern, ob es nun ein Erbe oder ein Mädchen war, das die Tiberierin ihm beschert hatte. Doch es wollte mir nicht einfallen, ich hatte bisher nur gdavon gehört, dass den beiden "ein Kind" beschert worden war.


    Kurz räusperte ich mich und wollte nun auf den eigentlichen Grund meines Besuchs zu sprechen kommen. "Senator, der Grund aus dem ich hier bin, betrifft in erster Linie mich selbst. Ich habe bisher keinen Patron gehabt doch langsam ist es an der Zeit, diesen Missstand zu ändern. Kurz gesagt - es würde mich freuen, wenn du mich als deinen Klienten akzeptieren würdest." Und wie ich geahnt hatte, waren mir die ganzen zurechtgelegten Worte entfallen, und so brachte ich auf recht unspektakuläre Weise mein Anliegen vor und sah den Vinicier hernach möglichst neutral an, obwohl ich insgeheim auf die Antwort brannte. Ob er mich jetzt ausfragen würde? :D

    Es dauerte eine geraume Zeit, bis der Senator überhaupt das atrium betrat. Ich legte mir daher in der Wartezeit insgeheim bereits Worte zurecht, die ich sagen wollte, doch würde ich sie wohl ohnehin wieder verwerfen, sobald Senator Vinicius eintraf. Als er dann schließlich in mein Sichtfeld kam, erhob ich mich von der cline und lächelte ob der Worte.


    "Salve, Senator Vinicius. Nein, ich bringe keine schlechten Nachrichten. Genaugenommen bin ich sogar inoffiziell hier", informierte ich den Hausherren über meinen Besuch. Gleich mit der Tür ins Haus fallen? Nein, das erschien mir unpassend und wenig höflich. "Ich hoffe, du hast dich auf dem Weinfest gut amüsiert?" fragte ich daher, um erst einmal ein Gespräch in Gang zu bekommen.

    Und eine Ordnung, die mir sogleich auffiel, da sie sich sehr von der fast fortwährend herrschenden, emsigen Geschäftigkeit in meinem Hause unterschied. Während der Sklave mich und meine beiden Anhängsel hineinführte, sah ich mich um. Die Einrichtung wirkte nicht überladen, sogar fast ein wenig spartanisch. Dennoch geschmackvoll. Der servus geleitete mich durch das blitzblanke atrium auf eine Gruppe Liegen. Er bat mich zu warten, was ich auch tat, und zwar sitzend. Es war schon mal gut, dass der Senator anwesend war. Ich hatte natürlich davon gehört, dass er als praefectus urbi den Octavier sozusagen vertrat.

    Ich hatte hin und her überlegt. Ich wusste, dass einige Vertreter meines Standes es als anrüchig ansahen, wenn ein Mann patrizischer Herkunft sich einen plebejischen Patron erwählte. Doch wenn man der Wahrheit ins Auge sah, so erkannte man, dass die wichtigsten Ämter nicht mehr nur von Patriziern besetzt waren. Im Wettstreit um die günstigsten Ämter, um einen Platz im Senat oder um die Gunst verdienter Männer kam längst nicht mehr auf die Abstimmung an, sondern auf das, was ein Mann zu tun im Stande war. Zu dieser Erkenntnis war auch ich gelangt, und deshalb war ich heute hier. Nicht wie Menecrates wollte ich es machen, und den Kaiser selbst um ein Patronat bitten. Zumal ich nicht viel davon haben würde, wenn der princeps fern der Stadt weilte und gewiss noch lange in Parthien ausharren musste. Vinicius Hungaricus war in meinen Augen jener, der in Frage kam.


    Ich entstieg der Sänfte und Caecus eilte voraus, um zu klopfen. Mein vestispicius richtete mir noch ein letztes Mal die toga, dann schritt ich auf die Eingangspforte zu, an der sich der Sklave bereits mit dem Türöffner unterhielt und meinen Namen sowie meinen Wunsch äußerte, den Senator zu sprechen.