Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    Ich nickte den beiden nacheinander zu, als der Sohn des consul sich und seinen Begleiter vorstellte. "Ungewöhnlich nur insofern, dass mir der Weg zu den Vestalinnen wohl erspart bleibt in dieser Erbschaftsangelegenheit", erwiderte ich lächelnd. "Demnach seid ihr nur hier, um mir das Testament zu überbringen?" fragte ich, denn genaus das konnte ich nicht glauben, hätte man doch hierzu auch einfach einen Sklaven entsenden können. "Oder habt ihr eine Frage bezüglich des Testaments?"


    Aus den Augenwinkeln beobachtete ich Sofia, wie sie einen weiteren Becher Wasser einschenkte und dem anderen Prudentier reichte. Sie sah mich fragend an und ich schüttelte den Kopf - Durst verspürte ich gegenwärtig nicht.

    Es war gut, dass ich den Ball bereits wieder auf die Reise geschickt hatte, denn Priscas Entrüstung und Lucius' fehlender Konter lösten einen Lachanfall bei mir aus, bei dem das Halten eines Balles nur hinderlich gewesen wäre. Laut schallte Gelächter durch den Garten und erreichte seinen Höhepunkt, als das weiche Wurfgeschoss Lupus am Kopf traf. Ich wischte mir mit dem linken Handballen Lachtränen aus den Augenwinkeln und versuchte, mich wieder etwas zu beruhigen. "Jaah", erwiderte ich auf Priscas Frage und grinste weiterhin. Bei Lupus' Bemerkung über die Haare schnaubte ich feixend. "Ja, Lucius, du hast Haare. Und zwar überall", pflichtete ich ihm bei. Ein normaler Römer ließ seinen Körper gelegentlich enthaaren, und so auch ich. Mir fiel ein, dass ich Naavi wieder einmal bestellen könnte. Ich ließ mich zwar nicht täglich rasieren, doch aber ein, zweimal die Woche, wenn ich das Gefühl hatte, der Bartwuchs nahm Überhand.


    Während Prisca bereits begann, Lupus zu beraten, kam ich nun wieder näher und wollte den Ball aufheben. Ans Spielen dachte wohl kaum noch jemand in diesem Moment, doch gerade als ich ihn fast erreicht hatte, hob Lupus den Ball auf und reichte ihn Prisca. Ich gesellte mich zu den beiden. "Lucius", sagte ich und schüttelte den Kopf. "Mir scheint, du hast viel zu lange unter Banausen gelebt und bist mit den römischen Sitten nicht mehr vertraut. Ein Römer, der sich nicht pflegt und angemessen auftritt, wird nie in den Senat kommen", sagte ich und deutete dann auf Prisca. "Sie hat also gar nicht so Unrecht, wenn sie dein...Erscheinungsbild ankrittelt. Am besten lässt du dich wirklich mal von Prisca beraten. Sie kennt sich hervorragend aus und kann dir sicher eine Hilfe sein. Vielleicht fragst du die anderen um Unterstützung, Prisca? Helena und Deandra, vielleicht auch Sisenna", schlug ich vor, verschränkte die Arme vor der Brust und betrachtete meinen bärtigen Vetter.

    "...umso dringender erforderlich ist es, dass du etwas Förderliches tust, Appius", schloss ich grinsend und legte in einem Versuch, mit Ernsthaftigkeit über mein Amusement hinwegzutäuschen, die Fingerspitzen aneinander. Eines kleinen Lachers konnte ich mich allerdings nicht erwehren, und so gluckste ich erheitert und sah meinen Vetter schließlich amüsiert an. Nach einer Weile nahm ich den - natürlich scherzhaft gemeinten Worten – ihre ohnehin kaum vorhandene Strenge. "Achwas, Appius, jeder fängt einmal klein ein. Schau dir beispielsweise die Anfänge des Iulius Caesar an. Dein Vater hat sich schließlich etwas dabei gedacht und wollte nicht umsonst, dass du Griechenland zu Studienzwecken bereist. Ein Patrizier, der nicht in den septem artes liberales gebildet wurde und die Welt der großen Redner und Philosophen kennenlernen durfte, dem fehlt das nötige Grundwissen, um in der Gesellschaft und der Politik zu bestehen, Appius.“ Ich schmunzelte, wollte ich ihn doch nicht mit meinen eigenen Ansichten langweilen, da ich nicht wusste, wie er das sah. „Dennoch, ich sähe wirklich gern, wenn du ein Auge auf die vilices und die Finanzen generell hättest. Damit würdest du mir einiges an Arbeit abnehmen und ich hätte Zeit für wichtigere Dinge, die gerade während meiner Magistratur meine Aufmerksamkeit viel dringender benötigen als die eigene Haushaltskasse. Kann ich also auf dich zählen?“ fragte ich nach und sah meinen Vetter bittend an. „Im Gegenzug“, griff sich seine Bitte nach etwas praktischer Erfahrung auf, „bin ich gern bereit, dir etwas Verwaltungsarbeit beizubringen." Ich grinste. Erpressung war sonst nicht so meines.


    "Was die lex angeht, wird es nicht nötig sein, einen Sklaven darum zu bemühen. Hier, du kannst dir gleich diese Abschrift mitnehmen und dir eine anfertigen lassen, ich kann sie inzwischen beinahe auswendig", sagte ich und schob einen Papyrus zu Appius hinüber, nachdem ich ihn aus einem Berg Papier zu Tage gefördert hatte. "Was deinen Sklaven und dessen Erfahrung mit Wildtieren angeht, bin ich beruhigt, einen Spezialisten in solchen Dingen im Haus zu haben. Er kann uns sicher eine wertvolle Hilfe sein. Gut, also nehmen wir dieses Fest in Angriff. Nimm dir so viele Sklaven, wie du brauchst, um alles zu organisieren. Wegen des Essens solltest du bei Lucius anfragen, er hat ja bereits bewiesen, dass er ein sehr gutes Gespür dafür hat. Und was die Gästeliste angeht...an wen hattest du gedacht? Und hast du bereits einen Termin im Auge?" fragte ich meinen Vetter.

    Sofia stellte das Tablett klirrend ab und goss fröhlich strahlend frisches Wasser in einen Becher, nachdem sie ihn herumgedreht hatte. Sie verstand gar nicht, warum die Besucher ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter machten, aber das Soffchen verstand ohnehin viel zu selten etwas anderes außer er Musik. Sie reichte dem Mann, der das Wasser gewollt hatte, den Becher und sagte freudestrahlend: "Bitte sehr!"


    Fast zeitgleich erreichte mich Leone und teilte mir mit, dass der Sohn des consul im atrium wartete. Ich erhob mich sitrnrunzelnd und fragte mich, was ihn wohl herführte, denn Testamente wurden normalerweise bei den Vestalinnen abgegeben. Um herauszufinden, was das Anliegen des Besuchers war, begab ich mich an den genannten Ort und fand dort zwei Besucher statt einem vor. Unschlüssig, welcher von beiden nun der Sohn des Commodus war, begrüßte ich schlicht beide zusammen. "Salvete, Aurelius Corvinus. Ihr seid wegen des consul hier? Ein tragischer Tod eines großen Mannes. Ich bedaure eine solch verabscheuenswürdige Tat zutiefst. Mein herzliches Beileid."

    Pyrrus holte Luft und wollte gerade etwas sagen, als eine helle Frauenstimme sich beschwerte. Er hielt inne, sah mich verblüfft an und dann sahen wir gemeinsam die kleine Frau an, die eine ziemlich seltsame Frisur trug. Musste wohl die neueste Mode sein, oder, wie die freien Germanen sagten, der neueste "Ugh". Für eine so kleine Person hatte die Frau aber eine ganz schöne Durchsetzungskraft in der Stimme. Ich besah sie mir genauer stellte dabei fest, dass sie ein leicht gebräunter Typ war. Die Haare ließ ich außen vor, denn außer der schönen Farbe konnte ich mit diesem Turmbau nicht viel anfangen. Pyrrus erging es nicht sonderlich anders. Da standen wir beiden nun also da und sahen die kleine Frau mit den schwarzen Haaren und den braunen Augen an.


    Ich war der erste, der wieder etwas von sich gab, und wenn es nur das Geräusch der Wachstafel war, die ich zuschlug. Ich trat zwei Schritte näher heran und räusperte mich. "Achthundertneunundzwanzig sagst du? Und das stimmt auch?" Ich tauschte einen Blick mit Pyrrus, welche die Dame ganz ungeniert bereits mit den Augen auszog, und sah sie dann erneut an. "Hm, das ist nicht von Vorteil. Du kennst nicht zufällig einen Hirrius Crassipes? Den suchen wir nämlich, und er will bestimmt auch gefunden werden, wenn er erfährt, was sein Onkel ihm vererbt hat", erwiderte ich und fügte ein Lächeln an. Da fiel mir ein, dass ich mich noch nicht vorgestellt hatte, und das holte ich natürlich gleich nach. "Ich bin Aurelius Corvinus, decemvir litibus iucandis", sagte ich. Wen ich wohl vor mir hatte? Indes hob Pyrrus seinen Blick vom Äußeren der Dame und sah ihr kurz ins Gesicht. "Livius Pyrrus", sagte er knurrig und zuckte ansatzweise mit den Schultern. Ich spürte, wie sich unmittelbar danach sein Blick an meine Wange heftete. Fast konnte ich spüren, dass er imaginär dort die Worte "und nun will ich endlich gehen" einritzte. Aber ich ignorierte Pyrrus, denn ich kannte ihn ja.

    "Nee, keine Ahnung, wo der wohnen soll! Ich kann auch nicht mehr laufen. Schreib's doch einfach dem Staat zu. Und außerdem ist mir heiß und ich hab Durst. Willst du wirklich noch weitersuchen?" fragte Livius Pyrrus genervt und warf mir mit vor der Brust verschränkten Armen einen Du-wirst-doch-wohl-jetzt-nicht-ja-sagen-Blick zu. "Ja, will ich. Irgendwo muss dieser Mensch schließlich wohnen. Via Ardeatina steht hier, und zwar Nummer 1573 b. Ich kann nicht einfach bei einem schwierigen Fall dem Staat alles zuschreiben. Was würden die rechtmäßigen Erben sagen? Und jetzt hör auf zu jammern und such weiter. Du hörst dich an wie ein Weib, Pyrrus", entgegnete ich und sah erneut auf die Wachstafel herunter, welche verkündete, dass Lucius Hirrius Crassipes eine enorme Menge Geld geerbt hatte. Gerade standen wir neben einem Fischverkäufer, der lautstark seinen frischen Morgenfang aus Ostia anpries. Ob der Fisch frisch war oder nicht - er stank schlimmer als Lupus' Käsefüße und ich wollte nur noch fort von hier, zumal der Gesuchte ganz sicher nicht hier wohnte, denn das Haus stand leer.


    Ich setzte mich wieder in Bewegung und die Männer, die mir Iulius Raeticus auf Befehl des praefectus urbi zum Schutz zugeteilt hatte, begleiteten meinen scriba und mich. Pyrrus nörgelte zwar immer noch, tat es inzwischen aber leise. Die Bemerkung mit dem Weibischen hatte wohl gesessen. Zwei Jungen liefen mit Holzschwertern an uns vorüber und lärmten, was das Zeug hielt, eine alte Frau küsste alle drei Schritte ihren Talisman und zwei Straßen weiter johlte ein Besoffener. Ich blieb abermals stehen und seufzte, was augenblicklich Pyrrus' Aufmerksamkeit auf sich zog. Es war unerträglich heiß, er hatte ja recht, und auch ich verspürte großen Durst. Fragend sah ich erneut auf die tabula hinunter, hob die Schultern und meinte: "Vielleicht war das ja auch ein Zahlendreher, und statt in der 1573 b wohnt der Gute in der 5371 oder in der 3517?"

    Ein Mann also, der vor der porta postiert sein würde. Zwei weitere als dauerhafte Begleiter, die zwei anderen als deren Ablöse. Nun stellte sich mir natürlich die Frage: Würde der fünfte Mann im Stehen schlafen? Auch so würde es hart für die milites werden, denn ein 12-Stunden-Dienst war alles andere als erstrebenswert. Ich selbst hätte vermutlich Schwierigkeiten bekommen, des Nachts Augen und Ohren offen zu halten, wenn nichts passieren würde und fast alles schlief.


    Was die Versorgung der Männer anging, machten fünf Mäuler mehr oder weniger keinen Unterschied. Anders sah es hingegen mit Schlafgelegenheiten aus... "Das soll kein Problem darstellen, Iulius, ich werde unsere Sklaven anweisen, die milites zu den Mahlzeiten zu berücksichtigen. Wenn deine Männer einen Wunsch haben, können sie sich auch jederzeit an sie wenden, ich werde veranlassen, dass sie bekommen, was sie brauchen. Wie sieht es mit dem Lager aus - sicher werden deine Männer in der castra schlafen?" fragte ich und musterte meine zukünftige Leibwache erneut. "Und ich würde gern wissen, wie sie heißen", fügte ich hinzu. Denn wenn praefectus urbi oder der Senat ihren Beschluss nicht innerhalb meiner Amtszeit neu überdachten, würden diese Männer mich ein ganzes Jahr lang begleiten, und da wollte ich sie nicht stets nur mit "miles" ansprechen.


    Sim-Off:

    Hrhr 8)

    Spätestens, als Deandra Eis orderte, wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Verstohlen musterte ich die nach unten gezogenen Mundwinkel, die traurig dreinschauenden Augen und den lieblosen Ausdruck auf ihrem Gesicht. Ich lehnte mich dann wieder vor und griff nach einem Stück Brot, das ich größtenteils im weiteren Verlauf des Gesprächs zerkrümelte, statt es wirklich zu essen.


    Meine Gedanken kreisten noch darum, warum Deandra so unglücklich wirkte, als sie ihren Wunsch äußerte. Ich stellte das Kauen ein und wandte den Kopf, um ihr meine erstaunte wie erschütterte Miene zu zeigen. Ich ahnte, warum sie diesen Wunsch hegte. Mit seiner Äußerung hatte sie indirekt ihrem Adoptivvater vor den Kopf gestoßen und mir verdeutlicht, dass sie mehr als nur einfach unzufrieden war. In einer kategorischen Bewegung legte ich das Knüstchen zurück auf den krümelübersähten Teller und griff nach dem Wein, von dem ich nun einen großen Schluck trank. Ich entgegnete nichts auf Deandras Worte hin, sondern suchte meine Erschütterung mit dunkelroter Flüssigkeit fortzuspülen. Gleichzeitig hoffte ich, dass Vesuvianus die undankbar wirkenden Worte seiner Tochter auf den Schock über den Tod meiner Eltern schieben würde. Tat er das nicht, würde der weitere Verlauf des Essens einen unausweichlich schlechteren Kurs einschlagen, als das bereits der Fall war. Vielleicht war es das beste, wenn Deandra über Kopfschmerzen klagen und sich zurückziehen würde, überlegte ich, so hart das auch klang. Bei diesen Gedanken musterte ich sie nachdenklich, was mir allerdings gar nicht auffiel.

    Nebenbei bemerkte ich, wie die Soldaten salutierten, was mich noch mehr verwunderte. Es konnte demnach nicht sein, dass es erneut um die Machenschaften meines Onkels ging, und das war erstmal beruhigend. Als Raeticus vorbrachte, warum er mit seinen Männern hier war, wirkte ich noch erstaunter als zuvor, begriff dann aber, dass nicht nur dem praefectus urbi, sondern auch dem Senat daran gelegen war, dass sich ein Vorfall wie der, den Prudentius Commodus ereilt hatte, nicht wiederholte. Da ich nun zum vigintivir gewählt worden war, bedeutete das wohl, dass ich zu den Schutzbedürftigen zählte. Ich musterte die Männer, die allesamt kräftig wirkten und tüchtig aussahen. Mein Blick glitt zurück zu Raeticus, und ich nickte.


    "In der Tat, die jüngsten Ereignisse sind alles andere als erfreulich. consul Commodus war ein großer Mann. Eine Schande, dass es so mit ihm zu Ende gehen musste, aber der Senat spricht ihm immerhin ein Staatsbegräbnis zu", erwiderte ich. "Ich danke dem Präfekten natürlich für den gewährten Geleitschutz, auch wenn ich natürlich hoffe, dass deine Männer nie etwas zu tun haben werden. Wie wird die Wache ablaufen?" erkundigte ich mich.



    Sim-Off:

    Musst du mir jetzt immer hinterherlaufen? :D ;)

    Als ich das atrium betrat - Leone hatte mich in meinem Arbeitszimmer gefunden und mir mitgeteilt, dass abermals Soldaten mich sprechen wollten - gewahrte ich sechs Männer, darunter einen, den ich zum einen als centurio erkannte, zum anderen generell kannte. Meine Brauen rutschten überrascht nach oben, als ich auf den mir bekannten Iulier aus der Zweiten zu ging und begrüßend eine Hand ausstreckte. "Iulius Raeticus, das ist aber eine Überraschung", leitete ich das Gespräch ein. Ganz offensichtlich aber war dies hier kein privater Besuch, sondern einer von offizieller Natur. "Wie kann ich dir behilflich sein?" fragte ich daher.

    Zitat

    Original von Marcus Aurelius Corvinus
    .... und wir verließen das forum in Richtung basilica Ulpia.


    Da wir bereits gegangen waren, sprach der Octavier mit irgendjemandem, aber nicht mit mir, weswegen ich auch nicht erwidern konnte, dass ich wenigstens richtig reden konnte und nicht die Hälfte der Wote vergaß. :D :P Ich hätte mich wohl auch gefragt, was ich noch tun sollte, um das Ansehen meiner Familie wiederherzustellen.


    Wir waren bereits fast an der basilica angekommen, die ich auf der Suche nach einem Amtskollegen, mit dem ich verabredet war, betreten würde.


    Sim-Off:

    ;)

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    Brix grinste und zuckte dann mit den Schultern. So seltsam waren sie dann wohl doch nicht, die Römer. Ihm sollte es aber egal sein, und so schickte er sich an, das Büro zu verlassen. "Prima. Dann wünsche ich noch einen angenehmen Tag", sagte er und nickte dem armen Schreiberling zu, der noch viele Stunden vor sich hatte. Brix wandte sich sodann um, verließ das officium und ging pfeifend nach Hause.

    [Blockierte Grafik: http://img70.imageshack.us/img70/2005/sklave9vv4.jpg]


    Der Sklave nickte einmal mit dem bärtigen Kopf. "Alles klar, ich komme dann mal vorbei und schaue nach", sagte er und stutzte. "Ich nehme an, wenn man eine Prüfung nicht bestanden hat, dann bekommt man einen Brief?" fragte er und dachte dabei an die öffentlichen Einrichtungen der schola, die Briefe an die Eltern ihrer Zöglinge versandten, wenn sie nicht so tüchtig waren, wie sie sein sollten. In der Dorfschule des Brix hatte es einfach einen Stockhieb gegeben. Kein Wunder, dachte er sich, die spinnen, die Römer. :]

    Ich sah ratlos drein. Mir schien der Germanicus unentschlossen. Eben wollte er noch einen Wegkreuzungsverein gründen, nun sprach er von einer Stiftung, die dem Mars zugute kommen sollte. Verwundert verfolgte ich die weitere Debatte und schüttelte schließlich den Kopf, als die Herren vor der Diskussion "flüchteten", obwohl sie doch selbst auf der rostra gesprochen hatten! Hätte man doch einen einfachen Ausrufer angesprochen, der diese Ankündigung gemacht hätte, dann wäre der Auftritt nicht so verlaufen, wie er es war. Ein seltsamer Nachgeschmack blieb zurück. Ich betrachtete den Mann, der die Schuld von den Bürgern auf den Kaiser schob, und entschloss mich, lange genug verweilt zu haben. Von diesem Verein würde man gewiss langfristig ohnehin nichts mehr hören, genauso wie der Geräuschpegel in den Tempeln immer mehr abnahm. Ein weiteres Handzeichen später setzte sich mein Tross wieder in Bewegung und wir verließen das forum in Richtung basilica Ulpia.

    Erster @ Magnus! :D :P


    Geht klar, Neffe. ;)
    Ich ergänze dann mal:


    Name: Titus Aurelius Ursus
    Stand: Civis
    Wohnort: Rom


    Vater: Decimus Aurelius Maxentius
    Mutter: Claudia Tusca (abgesprochen mit SimOff-Verwalter der Claudier) :]

    Es war stets ein interessantes Ereignis, wenn jemand auf der rostra sprach. So war es nicht verwunderlich, dass ich den mich begleitenden Tross mit dem kurzen Heben meiner rechten Hand gebot, zu verweilen. Ich hörte von einem Kreuzwegverein und jemand - Octavius Avitus und jemand, den ich bisher nicht kannte, der aber ein Germanicus war - sich über die mangelnde Religiosität der Bürger empörte. Mein Interesse war nun vollends geweckt, und als es aussah, dass die Mitteilung an die Bürgerschaft zu Ende war, hob ich meine Stimme. "Octavius, Germanicus, eure Absicht in Ehren, doch statt sich über die Verwahrlosung der Wegschreine zu beklagen, frage ich euch: Wart ihr in letzter Zeit einmal im Tempel des Mars? Der Zustand des Gebäudes lässt ebenso zu wünschen übrig wie die Anzahl der Opfernden, welche täglich weiter zurückgeht! Wäre es nicht sinnvoller, die prächtigen und mühsam ausgerichteten, kaum besuchten öffentlichen Feiertage anzupreisen, als einen Verein wiederzubeleben, der seinen Sinn ohnehin nicht erfüllen wird?" Meine Worte waren urteilsfrei, aus mir sprachen das Wissen um die katastrophalen Zustände im religiösen Zweig und die reine Wahrheit diesbezüglich.

    [Blockierte Grafik: http://img158.imageshack.us/img158/4099/pyrrusqa0.jpg]


    Livius Pyrrus schaute den Mann hinter dem Schreibtisch an, als sei dieser ein Huhn. Hätte der Soldat zu gackern angefangen, hätte sich Pyrrus gebückt, um nach einem Ei zu schauen. Als der Mann nach einer Wache rief, zuckte der Schreiber erschrocken zusammen, und der Schnabel wich einer Nase, was den Menschen nun wieder normal wirken ließ. Pyrrus grinste unvermittelt. "Weißt du, ich wär auch lieber in einer Taverne", gestand er. Dann schwieg er, denn Pyrrus hatte nicht gerade den Eindruck, dass den Schwarzen Mann das interessierte. Somit sparte er es sich auch, ihn auf ein Bierchen einladen zu wollen, der hätte sicher eh abgelehnt.


    Während er wartete, stand der Peregrine stumm herum, die Arme auf den Rücken gelegt und Löcher in die Luft starrend. Auf einem Papier konnte er den Namen Prudentius Commodus erkennen, aber er sah schnell in eine andere Richtung, damit man ihn nicht dabei ertappte. Endlich tat sich die Tür erneut auf und der Soldat trat ein, in der Hand einen Zettel, den er dem Offizier gab. Und der gab ihn dann Pyrrus. Dieser drehte ihn umständlich herum und warf einen Blick auf die Schrift.



    Tesdamennd


    Im Vahle meines Aplehbens vämache ich all mein Gelld meineh Lendareihen unnd Wahren sohwieh dijehniken Werde die ich selps erbn wärde so das Ferrmöhken meines Prudas an Lutzjus Aurehljus Komoduss.


    Tiedus Aurehljus Tzitzeroh


    Pyrrus blinzelte und las nochmals. Dann sah er den Mann verdutzt an und streckte ihm das Testament entgegen. "Äääääh....das ist aber nicht das Original", merkte er an und fuhr fort: "Ich brauche aber das Original, nicht die Abschrift." Die sollten ihren Leuten echt mal schreiben lernen, dachte sich Pyrrus. Aber war wohl wie überall: Keine Knete, keine Fortbildungsmaßnahmen.


    Sim-Off:

    :D

    [Blockierte Grafik: http://img158.imageshack.us/img158/4099/pyrrusqa0.jpg]


    Da kam der Spruch. Pyrrus war selbst schuld, er hätte auch seinen Hinweis vom Tor wiederholen konnen. Er seufzte. Dass der Soldat so unfreundlich war, machte ihn gleich sympathischer, denn auch Pyrrus wäre lieber wo anders gewesen als hier vor dem Schreibtisch. Sein Auftraggeber hatte doch anklingen lassen, dass bei der Erwähnung des Namens Aurelius Cicero bereits klar sein sollte, was los war? Livius Pyrrus runzelte die Stirn. Der Typ von eben hatte eigentlich schon etwas ausgesehen wie eine Vestalin...


    "Naja, also, ja. Nein. Das heißt... Es soll wohl zu Untersuchungszwecken hier sein und..." Er überlegte und stellte verdammt richtig fest: "und es hat natürlich mit dem Tod von Titus Aurelius Cicero zu tun!" So ein Pech aber auch, dass er den Aurelier nicht besser noch mal darüber ausgefragt hatte. Hinterher musste er noch mal herkommen! Pyrrus stöhnte gepeinigt auf bei diesem Gedanken, riss sich aber ganz schnell wieder am Riemen, immerhin war er kein Waschlappen. 8)