"...umso dringender erforderlich ist es, dass du etwas Förderliches tust, Appius", schloss ich grinsend und legte in einem Versuch, mit Ernsthaftigkeit über mein Amusement hinwegzutäuschen, die Fingerspitzen aneinander. Eines kleinen Lachers konnte ich mich allerdings nicht erwehren, und so gluckste ich erheitert und sah meinen Vetter schließlich amüsiert an. Nach einer Weile nahm ich den - natürlich scherzhaft gemeinten Worten – ihre ohnehin kaum vorhandene Strenge. "Achwas, Appius, jeder fängt einmal klein ein. Schau dir beispielsweise die Anfänge des Iulius Caesar an. Dein Vater hat sich schließlich etwas dabei gedacht und wollte nicht umsonst, dass du Griechenland zu Studienzwecken bereist. Ein Patrizier, der nicht in den septem artes liberales gebildet wurde und die Welt der großen Redner und Philosophen kennenlernen durfte, dem fehlt das nötige Grundwissen, um in der Gesellschaft und der Politik zu bestehen, Appius.“ Ich schmunzelte, wollte ich ihn doch nicht mit meinen eigenen Ansichten langweilen, da ich nicht wusste, wie er das sah. „Dennoch, ich sähe wirklich gern, wenn du ein Auge auf die vilices und die Finanzen generell hättest. Damit würdest du mir einiges an Arbeit abnehmen und ich hätte Zeit für wichtigere Dinge, die gerade während meiner Magistratur meine Aufmerksamkeit viel dringender benötigen als die eigene Haushaltskasse. Kann ich also auf dich zählen?“ fragte ich nach und sah meinen Vetter bittend an. „Im Gegenzug“, griff sich seine Bitte nach etwas praktischer Erfahrung auf, „bin ich gern bereit, dir etwas Verwaltungsarbeit beizubringen." Ich grinste. Erpressung war sonst nicht so meines.
"Was die lex angeht, wird es nicht nötig sein, einen Sklaven darum zu bemühen. Hier, du kannst dir gleich diese Abschrift mitnehmen und dir eine anfertigen lassen, ich kann sie inzwischen beinahe auswendig", sagte ich und schob einen Papyrus zu Appius hinüber, nachdem ich ihn aus einem Berg Papier zu Tage gefördert hatte. "Was deinen Sklaven und dessen Erfahrung mit Wildtieren angeht, bin ich beruhigt, einen Spezialisten in solchen Dingen im Haus zu haben. Er kann uns sicher eine wertvolle Hilfe sein. Gut, also nehmen wir dieses Fest in Angriff. Nimm dir so viele Sklaven, wie du brauchst, um alles zu organisieren. Wegen des Essens solltest du bei Lucius anfragen, er hat ja bereits bewiesen, dass er ein sehr gutes Gespür dafür hat. Und was die Gästeliste angeht...an wen hattest du gedacht? Und hast du bereits einen Termin im Auge?" fragte ich meinen Vetter.