Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

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    Während der Soldat ihn drinnen bereits ankündigte, erholte sich Livius Pyrrus etwas vom Weg zu diesem officium. War zwar nicht weit gewesen, ging aber doch durch einige Flure, Korridore, Türen und so weiter. Und nun stand er sich hier die Beine in den Bauch. Vielleicht, so überlegte er, sollte er wegen dieser ganzen Laufarbeit, die er nun hatte, ein wenig Extra-pecunia verlangen? Während er noch grübelte, ging die Tür zum Raum erneut auf und man bat ihn hinein. "'nke" murmelte Pyrrus halb unverständlich und schlüpfte in den Raum hinein. "Livius Pyrrus, ich bin der scriba personalis des decemvir litibus iucandis Aurelius Corvinus und soll ein Testament hier abholen, dass sich wohl noch in Verwahrung befindet wegen..." Ja, warum eigentlich? Pyrrus hatte nicht die geringste Ahnung. "ääh... Naja, ihr sollt das wohl noch haben. Es geht um das Testament von Aurelius Cicero", sagte er und fühlte sich schrecklich schwarz-weiß. :D

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    Verloren gehen würde der Schreiberling ganz gewiss nicht. Immerhin gab es hier kaum etwas, das sich zu sehen lohnte. Keine Frauen, keine Läden, nur Soldaten, stumpfe Gebäude und eine Menge Steine, Holz und Sand. Gelegentlich mal eine Pfütze. Pyrrus ließ sich nicht beirren, nickte seinem Füher zum Zeichen, dass er verstanden hatte, zu und stampfte dann muffelig hinterdrein. :]

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    Brix war etwas verwundert, dass sein Herr es tatsächlich in der vorgegebenen Zeit geschafft hatte, die ganzen Fragen zu seiner Zufriedenstellung zu beantworten - ob sie auch zur Zufriedenstellung der Akademie beantwortet waren, würde sich allerdings zeigen. Erneut klopfte er und trat ein, nachdem ein beleibter Herr aus dem Büroraum gerollt war. "Salve, da bin ich wieder", verkündete er und winkte mit dem Pergament in seiner Hand. "Ich wollte nur schnell die ausgefüllten Unterlagen für meinen Herren hier wieder abgeben", sagte er und legte dem Schreiber das Pergament auf den Tisch.

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    Selbst der strahelnde Sonnenschein konnte den verbissenen Ausdruck nicht vom Gesicht des Livius Pyrrus wischen. Er war von Natur her übellaunig und bärbeißig, verrichtete seine Arbeit jedoch zufriedenstellend und war seinem Arbeitgeber treu. Am heutigen späten Nachmittag steuerte er die castra praetoria an, denn er hatte hier einen Auftrag zu erfüllen. Die Wache schien ihn bereits argwöhnisch zu beäugen, als er den Weg herauf kam und schließlich von selbst stehen blieb - Soldaten hatte er auch noch nie gemocht. "Tag", sagte er und holte Luft für seine neue Berufsbezeichnung, die um einiges länger war als die vorhergegangenen. "Ich bin Livius Pyrrus, scriba personalis des decemvir litibus iucandis Aurelius Corvinus und ich soll in seinem Auftrag ein Testament hier abholen. Habt ihr wohl zu Untersuchungszwecken gehabt", beugte er einer Bemerkung vor, die ihn vielleicht des Verwechselns eines Prätorianers mit einer Vestalin bezichtig hätte.

    Es dauerte mir natürlich viel zu lange, auch wenn mein scriba personalis später beteuern sollte, dass er nach viel zu langer Wartezeit zurück hierher geeilt sei. Es lag inzwischen auch schon alles bereit, nur die Liste fehlte eben noch.


    Livius Pyrrus brachte sie geschlagene viereindreiviertel Stunden später, als mein Vetter den Raum schon längst verlassen hatte und ich immer noch wartete. Pyrrus stolperte in mein officium und ließ die Liste auf meinen Schreibtisch klatschen. "'schuldigung. War Stau auf der via Flaminia", sagte er und unterdrückte ein Grinsen. Ich sah ihn rund drei Sekunden strafend an, dann griff ich nach dem Pergament - wenigstens war die Schrift ordentlich und leserlich - und sah darauf hinunter.



    Gaius Quintilius Caecus
    Titus Germanicus Traianus
    Herodes
    Caius Helvetius Tacitus
    Tiberia Claudia
    Manius Pompeius Trimalchio
    Ancius Atius Antistianus
    Petronia Livia
    Decimus Aurelius Galerianus
    Marcus Itanus
    Marcus Tuscus
    Sabbatia Orestilla
    Livilla
    Marcus Iulius Lucullus
    Severus Albius Scaevola
    Germanica Claudia
    Marcus Annaeus Philogenes
    Publius Redivivus Maxentius
    Marcus Milonius
    Titus Germanicus Pilatus
    Decimus Petronius Bursa
    Caius Aurelius Corus
    Tiberius Cornelius Sulla
    Marcus Scipio
    Marcus Aurelius Antoninus
    Numerius Helvetianus Novatus
    Manius Vesuvius Flavian
    Titus Aquilinus
    Vibius Valerius Victor
    Marcus Tiberius Germanus
    Annaea Sorana
    Flavia Arrecina
    Decimiana Miriam
    Luciana
    Duccia Verina
    Manius Quintilius Fundulus
    Minos Hanno
    Quintus Octavius Vocula
    Caius Quintilius Iuba
    Marcus Annaeus Scipio
    Publius Sergius Epulo
    Gaius Primus
    Pompeia Poppaea
    Annaea Lucilla
    Quintus Atticus
    Lucius Domitianus
    Lucius Aurel
    Sextus Pomponius
    Nero Achillus
    Gaius Prudentius Commodus
    Lucius Germanicus Maximianus
    Decimus Antonius Hadrianus
    Annaea Quinta
    Titus Aurelius Cicero
    Philidas von Antiparos
    Gnaeus Agricolus Tarquinius
    Matinia Sabina
    Marcus Helvetius Cato


    Mein Vater war ebenfalls darunter, genauso wie mein Onkel. Ich seufzte, als mein Blick die Namen streifte, und las weiter. Pyrrus scharrte ungeduldig mit dem Fuß, weswegen ich aufsah. "Danke, Pyrrus. Ich habe noch eine Aufgabe für dich. Die Prätorianer haben das Testament meines Onkels noch nicht wieder hergebracht. Besorge es bitte." Pyrrus zog eine Grimasse, dir irgendwo zwischen "Sehr wohl, der Herr" und "Och nö, muss das sein" lag, dann trollte er sich und ich begann damit, die Familiennamen der Verstorbenen alphabetisch zu ordnen und neu abzuschreiben, um später den Vestalinnen und dem Familienarchiv Besuche abzustatten, zwecks Testaments- und Ahnenforschung.

    Ich ließ das Thema nun weitestgehend ruhen und entgegnete zum Tod meiner Eltern nichts weiter als ein "Ich danke dir aufrichtig." Er sprach wahre Worte, Severina und Antoninus hätten gewiss nicht gewollt, dass man Trübsal blies und sich fortwährend Gedanken machte. Dennoch blieb der Tod meiner - unserer - Eltern eine Erfahrung, die ich mir auszusetzen gewünscht hätte. Aber ändern konnte man ohnehin nicht das Schicksal, das von den drei Weberinnen gesponnen wurde und ohne Einfluss der Menschen, die es betraf, unaufhörlich dahinfloss.


    Um den äußerst unangenehmen Moment des Schweigens zu überbrücken, griff ich nach einer einzelnen Olive, studierte die Färbung des kleinen, ovalen Leckerbissen und steckte ihn dann in den Mund, um länger als nötig darauf herumzukauen. War es doch von Deandra sicher nicht beabsichtigt gewesen, trübte die verfrühte Erwähnung der jüngsten Ereignisse doch den weiteren Verlauf des Gesprächs. Zu gern hätte ich Menecrates gedrängt, seine "Nachricht" kundzutun, doch da er bereits entschieden hatte, dies später zu tun, wollte ich nichts fordern. Auch ich hob meinen Becher und betrachtete die Rothaarige einen flüchtigen Moment lang. Mir schienen die rothaarigen Personen in meiner näheren Umgebung in letzter Zeit durchaus zahlreicher zu sein - ob mir das etwas sagen sollte? Ich verschob den Gedanken auf später und beantwortete Vesuvianus' Frage stattdessen unvermittelt.


    "Meine Zeit beim Militär war insgesamt sowohl interessant wie auch lehrreich. Ich möchte die in Germanien gesammelten Erfahrungen rückwirkend nicht mehr missen, auch wenn ich gestehen muss, mich bei der Anreise gefühlt zu haben, als sei ich ins Exil verbannt worden. Einstiegsschwierigkeiten waren natürlich vorprogrammiert, immerhin hatte ich außer den Übungen mit meinem gladius n jungen Jahren, zu denen mich Vater gedrängt hat, keine Erfahrung mit dem Soldatsein. Gut, das Amt eines Tribunen ist auch nicht gerade mit dem Leben eines centurio zu vergleichen..." Ich schmunzelte und genoss einen Schluck des erlesenen Weines. "Ich will dich auch ganz und gar nicht mit Einzelheiten langweilen, Vesuvianus."

    Was ich wollte, war ein schöner Kampf, keinen raschen Sieg. Mein Vetter schien jedoch vom Gegenteil auszugehen, oder täuschte ich mich und deutete seinen überraschten Blick und das zu Anfang stocksteife Stehen fehl? Ich dachte nicht daran, welches Ziel Cotta wohl verfolgen mochte oder wie er gedachte, jenes zu erreichen im Hier und Jetzt, sondern überlegte zum einen ganz eigennützig meinen eigenen nächsten Schritt, wollte zum anderen schlicht die Muskeln üben und Spaß haben.


    Ich ging auch nicht davon aus, dass er mich ohnehin gewinnen lassen würde, sondern hoffte auf ein gleichwertiges Interesse am Kräftemessen, Form hin oder her. Wäre ich ein Senator gewesen oder sonstwie im Rang höher als er selbst, so wäre es selbstverständlich gewesen, dass ich gewann, aber wir waren Vetter, zwei Männer in jugendlichem Alter, mit so ziemlich dem gleichen Körperbau, den gleichen Erwartungen an das Leben und in etwa auch den gleichen Interessen.


    Endlich setzte Cotta meinen Mühen etwas entgegen, und ich war überrascht, wie viel Kraft doch in ihm steckte. Gehärtete Muskeln stemmten sich mir entgegen und ich strengte die meinen an, um nicht zu wanken, was dennoch geschah. Doch in einem unbedachten Moment verpasste Cotta seine Chance, und das schien mir doch etwas zu offensichtlich. Dennoch ergriff ich die Gunst des Augenblicks, brachte meinen rechten Fuß hinter seinen linken und stemmte mich ein letztes Mal gegen ihn, in der Hoffnung er möge gen aschigen Boden fallen.


    Einen Augenblick später bückte ich mich und reichte ihm grinsend meine Hand dar. Ich wartete, bis er sie ergriff, doch ehe ich ihn hochzog, musste ich etwas loswerden. "Ich hoffe doch, du gewährst mir nicht das Recht des Älteren oder etwas in dieser Art? - Oder bist du wirklich so schlecht?" fragte ich und zog ihn lachend auf die Beine. "Auf geht's, gleich noch einmal", forderte ich ihn auf, nahm Aufstellung und wartete diesmal ab, bis er den ersten Schritt tun würde.

    Verdeutzt sah ich meinen Vetter an, der eigentlich gar nicht mein Vetter war. Doch die ganzen Irrungen und Wirrungen der Verwandtschaftsgrade des aurelischen Stammbaums waren mir wie augenscheinlich auch ihm zu komplex, weswegen wir uns der Einfachheit halber schlicht Vettern nannten. Ich schüttelte grinsend den Kopf. "Appius, du sprichst davon, etwas lernen zu wollen. Was aber, wenn ich dir nun offenbare, dass ich selbst auch nicht genau weiß, wie ich die Aufgaben anpacken werde, die das Vigintivirat für mich bereit hält? Ich war Magistrat und duumvir, gut, das erleichtert mir die Schreibarbeit und den Verwaltungsablauf ungemein, und von einer Person, die ich sehr schätze, lernte ich etwas wie Maßnahmenpläne kennen ( ;) ), aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich weiß, wie die Arbeit verlaufen wird. Was ich dir beibringen kann, sind in erster Linie verwaltungstechnische Dinge, das ist aber auch ersteinmal alles vorerst. Ich muss mich selbst erstmal einfinden. Dabei fällt mir ein - die lex Iulia et Papia hast du gelesen? Auf ihr basiert der Großteil dessen, was ein decemvir litibus iucandis für seine Amtsausübung wissen muss."


    Ich faltete die Hände auf dem Schreibtisch locker zusammen und betrachtete mit gerunzelter Stirn mein Gegenüber, während er sein zweites Anliegen vorbrachte. Ein Fest... Ich dachte nach. Vielleicht ließe sich wirklich etwas daraus machen. Nachdenklich lehnte ich mich zurück, legte eine Hand an mein Kinn und stützte den Arm mit der anderen Hand. "Hmm", machte ich. "Diese Idee ist gar nicht so übel, Appius. Ich gehe rein spekulativ sogar etwas weiter: Die ludi stehen bald an. Was hältst du davon, wenn wir eine Art Miniaturspiele veranstalten, hier bei uns in Haus und Garten? den ein oder anderen Schaukampf vielleicht, und ich könnte mich an den hortus Olennia wenden, zwecks einiger exotischer Tiere...." Der Gedanke hatte etwas. Und Prisca wollte ohnehin, dass die SKlaven ein Theaerstück einstudierten, oder nicht? Ich lehnte mich vor, Begeisterung hatte mich gepackt. "Appius, eine vorzügliche Idee!" Doch mir kam noch etwas anderes in den Sinn, und ich deutete auf einen Papyrus. "Wo wir ohnehin gerade beinahe beim Thema sind: Ich habe hier die wirtschaftliche Lage der Familie vor mir liegen. Es sind leider einige Versäumnisse während der letzten Monate vorgekommen und die Listen wurden nicht richtig geführt... Leider kann ich mich nicht auch noch darum kümmern, und ich wollte dich fragen, ob du dich dessen annehmen könntest? Konkret bedeutet das, dass du ein Auge auf die Angaben der vilici und ihre Listen haben solltest. Gerade diesem Titus Pacarius Cinna traue ich kein Stück weit über den Weg... Würdest du die Finanzverwaltung übernehmen?"

    Na, ich sprach nicht von mehr als 4 Betrieben, sondern von einem Goldschmied, den sich ein Patrizier kaufen will o.ä. - da könnte man von vorn herein ablehnen. Und das ist nicht die gängige Praxis, denn sonst hätten wir ja nicht diese ganzen Verstöße gegen die lex mercati, die Victor mitten in der Nacht angeschlagen hat. :D

    Zitat

    Original von Gaius Octavius Victor
    Mit der Freischaltung des Betriebes erwirbst du ja auch die sim-on Konzession dessen Produkte zu vertreiben, in diesem Fall darfst du aber vom sim-on Gesetz her gar nicht den Betrieb haben, also darf man dir auch nicht die Konzession dazu erteilen ergo den Betrieb eröffnen.


    Da stellt sich mir dann die Frage, warum das Betriebfreischalten (das ja SimOff ist, aber eigentlich SimOn auch irgendwie ausgespielt werden müsste...) dann bei solchen Fällen, die erwiesenermaßen von vorn herein schon nicht genehmigt werden dürfen, dann trotzdem durchgeführt wird? Wäre es da nicht sinniger, dass der jeweils zuständige Aedil (oder der PU in Vertretung) gleich sagt "Nö, mach ich nicht"?

    Zitat

    Original von Timokrates Kyrenaikos
    z.B. eben Theriak?


    Das von den Römern genutzte Theriak enthielt u.a. begemengtes Opium und wurde auch meistens nur aus Angst vor Giftmord eingenommen (s. Nero und Marc Aurel). Theriak an sich ist ein Antidot gegen Schlangenbisse, da ist nichts mit Rausch. ;)


    Und heute wird es (abgewandelt) auch noch hergestellt (z.B. Schwedenbitter).



    Wein und IR gehen irgendwie nicht zusammen, merke ich gerade.

    Zitat

    Original von Marcus Vinicius Hungaricus
    Da wär mir persönlich jetzt ein genereller Begriff à la "Räucherwerk" oder "wirklich echt dringend benötigte Medizin" um einiges lieber.


    "quirites! Heute frisch auf dem Markt: Medizin, die man echt ganz doll dringend braucht! Nur ein As, die Unze! Nur bei Archimedes, dem fahrenden Dea.....*hust*...ehmm..m...Medeizinmann! Frisches Kraut, das die Sinne betört und, äh, natürlich Krankheiten heilt...[SIZE=7]oder so[/SIZE]..."


    :D Wie liest sich denn das? 8)


    Oder in der WiSim:


    Warengruppe: Genussmittel/Medizin
    Preisempfehlung: 0.50
    Beschreibung: Als kleine stärkende Zwischenmedikation oder netter Nachtisch nach (oder bei) einem größeren Gelage ist diese Medizin, die du ganz wirklich doll dringend brauchst, genauso beliebt wie eine nackte Tänzerin und ebenso günstig zu bekommen.
    Der Hauptteil der Produktion wird jedoch unter Beimischung von Met zu gallischem Hühnerfutter verarbeitet.
    Hersteller:
    - Scharlatan



    :D Sorry, mir war danach.

    Ein Sklave tat mir eine gebratene Wachtel, ein Stück phenicopterus und etwas von dem ficatum auf, garniert mit Gemüse. Auf die cocleae verzichtete ich bewusst, sie waren etwas, das ich noch nie gemocht hatte. Da Sisenna meine Frage überhört hatte, schüttelte ich dem fragend schauenden Sklaven den Kopf, als dieser auf die Kleine deutete und bereits im Begriff war, einen neuen Teller zu nehmen und ihr aufzutun. Indes schien Prisca gar nicht zu wissen, warum ich sie strafend angesehen hatte. Doch weder sie noch Deandra hielten es für nötig, Sisenna noch zu begrüßen. Ich schob es auf die schlechten Reiseverhältnisse und hoffte, die drei würden später warm werden miteinander.


    Bei Cottas Frage warf ich ihm ein Schmunzeln zu und zuckte dann mit den Schultern. "Och weißt du, man härtet ab mit der Zeit. Ich hatte aber noch Glück im Unglück und war mehr im Kastell denn in der mogontiacischen villa", erwiderte ich grinsend und zwinkerte anschließend den verbliebenen zwei Damen zu, ehe meine Aufmerksamkeit erneut Cotta galt. "Es war reich an Eindrücken, für mich zumindest. Lehrreich, interessant und, naja, eben anders als hier oder in Mantua. Hätte der Kaiser mir ein Tribunat in Italien zugedacht, wäre mir sicherlich einiges nicht gewährt worden, ob es nun neue Bekanntschaften oder das detailliertere Wissen um militärische Praktiken gewesen wären, von der Ortskenntnis und der fremdartigen Kultur einmal abgesehen", berichtete ich. "Und deswegen danke ich dem Kaiser dafür, dass er mich nach Germanien entsandt hat, auch wenn es mir zu Anfang insgeheim wie eine Verbannung vorkam. Doch ich habe es als Bewährungsprobe angesehen und will hoffen, dass ich die Situation zufriedenstellend gemeistert habe. Wir werden es bei den Wahlen sehen."


    Schließlich bot ich Sisenna meinen Teller dar, nachdem der Sklave ihn mir gereicht hatte und ehe ich mir selbst etwas nahm. "Jetzt iss erstmal etwas, hm? Deine Geschenke bekommst du später. Es sind drei. Möchtest du vielleicht raten, was wir die mitgebracht haben aus dem kalten Germanien?" fragte ich Sisenna.

    Das wundert mich allerdings auch, zumal der Betrieb schon recht lange besteht... Und Deandra besitzt ja auch eine Weinkelterei (in der sie die Trauben verarbeitet) und ein Gestüt und "vollzieht" mit den dort gehaltenen Pferden die von Plautius so schön umschriebenen Vermehrungspraktiken. :D


    Eine Liste wär daher nicht schlecht, denn mir scheint, dass alles irgendwie Auslegungssache ist. Dann sollte man aber auch so frei sein und denen, die vor dieser Liste nun Strafe zahlen sollen, erst noch die Möglichkeit geben, ihre Betriebsituation der Liste anzupassen, ehe da was sanktioniert wird.

    Verwundert verfolgte ich den Ball, der zu Lupus flog: Statt zu fangen - schließlich war er wirklich nicht sonderlich schwer geworfen - plumpste der Ball auf den Boden und blieb schließlich in einer Kuhle liegen. Eine Art schadenfrohes Meckern konnte ich nicht vermeiden. Laut loslachen musste ich hingegen, als Lupus ein grandioser Versprecher unterlief: Man ist so alt, wie man sich ANfühlt! Ich prustete laut los und musste meinen Bauch mit einer Hand halten, denn er begann bereits zu schmerzen. "Haarig!" presste ich zwischen dem Lachen hervor. "Haarig fühlst du dich an!" Den Ball konnte ich vor lauter lachen nicht gescheit fangen, also wehrte ich ihn nur mit einer Hand halbherzig ab und beachtete ihn erstmal nicht weiter.


    Damit ich noch mitbekommen konnte, was mein Vetter meiner Nichte für Schwindeleien erzählte, musste ich mein entspanntes Gelächter so weit herunterfahren, dass es die Worte nicht übertönte, und das erwies sich doch als recht schwer, doch ich schaffte es weitestgehend. Als er meine Gebrechen erwähnte, wandelte sich das leise Lachen in ein Grinsen. So wandte ich dem faserigen Ball erneut einen Teil meiner Aufmerksamkeit zu und klaubte ihn vom Boden. "Pah", erwiderte ich in schauspielerisch perfekter, eingeschnappter Manier, konnte aber die Belustigung nicht verbergen. "Wenigstens kann ich noch gescheit pinkeln - fang, alter Mann!" Und erneut ging der Ball auf die Reise gen Lupus und - Helena? - und ich war gespannt, wer von beiden das Geschoss nun fangen würde.

    Zitat

    Original von Artoria Medeia
    Ich fände es auch grandios *winkmitdemganzenLattenzaun*, wenn es im Zusammenhang an einen Medicusbetrieb *nochkräftigerwinkend* =) mit eingebaut wird.


    Ich wollte das jetzt nicht erwähnen... :D
    Irgendwer wird uns sicher ohnehin gleich auf die WiSim II verweisen...

    Erneut musste ich die Stirn runzeln, wie schon so oft in den letzten Tagen und Wochen, die wir Rom immer näher gerückt waren. Deandra schien mit jeder Meile freudloser und schweigsamer geworden zu sein, und ich hatte beim besten Willen keine Ahnung, woran das lag. Ich schob es auf ihr Unwohlsein und auf die Aussicht, nun wieder getrennt zu hausen bis zu einer Ehe. Doch dass sie nicht wenigstens den Schein wahrte und ihren 'Vater' ebensowenig herzlich grüßte wie Sisenna, fand ich einfach nicht gut. Vesuvianus hingegen schien die mangelnde Vertrautheit einfach nicht zu stören, und so beließ auch ich es dabei und ging nicht weiter darauf ein. "Das...betrübt mich zu hören", antwortete ich auf die Erwähnung des Tribunats und vermied einen Blick in Deandras Richtung. Ich wusste zwar, dass sie nicht gern schrieb, aber solche wichtigen Dinge tauschte man doch dennoch aus? Trotzdem war es mein Fehler, denn ich hatte mich nicht vergewissert, dass der Claudier informiert war, sondern es als gegeben angenommen, dass er über die Verlängerung bescheid wusste, da er auch keine Rückfrage gestartet hatte. Daher sagte ich: "Mein Versäumnis tut mir leid, Vesuvianus. Ich hätte nicht darauf hoffen sollen, dass du diese Information aus anderen Quellen beziehst." Womit ich mehr Deandra meinte als die acta diurna.


    Ehe ich auf die nächste Frage bezüglich der Unversehrtheit antworten konnte, hatte Deandra wissend oder unwissend das richtige Wort ergriffen und informierte ihren Adoptivvater kurz und präzise auf den Punkt gebracht, was genau ich mit der Umschreibung meinte. Dennoch kam dieser Themenumschwung für mich zu abrupt. Ich wandte den Kopf und starrte Deandra einige Herzschläge lang an, dann schluckte ich, ließ den Blick über einen Umweg über das Essen zurück zu Vesuvianus schweifen und sah zu, wie ihn diese Nachricht traf. Seine Frage stand einen Moment unbeantwortet im Raum, da ich hoffte, Deandra würde weitersprechen, doch als sie es nicht tat, sprach ich, auch wenn ich nur zu gern oberflächlich blieb, denn von den Worten des Briefes meines Vaters und der Art, wie er ihr gefolgt war, hatte ich auch ihr nichts gesagt und sie hatte nicht gefragt. "Mutter war krank", erklärte ich mit belegter Stimme. "Vater hat ihren Tod nicht ertragen. Sie starben auf Sicilia, die Riten wurden von einem ansässigen Priester in Abgeschiedenheit vollzogen." Ich beobachtete den Claudier, der tief in Gedanken versunken schien. "Mein Vater war einst ein Kamerad", erinnerte ich mich laut. "Verzeih uns, dass wir mit dieser schlechten Nachricht gleich am Beginn des Besuchs mit der Tür ins Haus fallen." Ich warf Deandra anschließend einen Blick zu, denn ich hätte gern noch etwas länger gewartet, ehe ich von diesem Tod gesprochen hätte.