Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    Nachdem ich mich des Mantels entledigt hatte, war ich dem Sklaven gefolgt. Vorbei an Büsten und Statuen, an Vasen und sonstigen Kunstwerken gingen wir auf eine kleine Sitzecke zu, die Korbsessel vorwies und einen kleinen Tisch, auf dem alsbald Erfrischungen und Obst standen. Ich blieb noch eine Weile stehen und sah mir das impluvium an, das eine dezent andere Bauart vorwies als das aurelische. Dieses erschien mir hübscher. Vielleicht ließ Vater sich ja von einem kleinen Umbau überzeugen, wenn er ausnahmsweise einmal zu Hause anzutreffen sein würde. Als hinter mir Schritte laut wurden, wandte ich mich um.

    Noch während der germanische Sklave sich fragte, was wohl ein Attrium sei, folgte ich dem ianitor ins atrium, nachdem ich den winterlichen Mantel abgelegt und mich über die missgelaunte Stimmung des Sklaven gewundert hatte.

    Eine seltsame Stimmung hatte von mir Besitz ergriffen seit jener Tage, da ich ihr so nah gewesen war. Mir schien, als hätte ich etwas verspielt, etwas aufs Spiel gesetzt, von dem ich nicht vermutet hätte, dass es so zerbrechlich sei oder auch gewesen war. Ich konnte nicht den Grund benennen, aus dem ich seit jener Tage zurück in der villa in Mantua stets in die Lyrik floh, vermutete aber, dass es daran liegen mochte, dass man lyrisch ausgedrückte Worte nicht direkt mit dem Innenleben des Federführenden in Verbindung brachte. So war es nicht verwunderlich, dass ich zu Feder und Pergament oder Griffel und Wachstafel griff, um sinnlos Worte aneinanderzureihen.




    ...


    Der Zweifel bleibt, nichts reißt ihn ein;
    in meinem Innern diese Angst,
    nie könnt ich dir Genüge sein,
    und dass du viel zu viel verlangst.


    ...



    Mit dem Griffel an meinen Lippen dachte ich nach. Die Sprache war nicht recht lyrisch, einzig die Satzenden reimten sich, wenngleich auch die Worte ausdrücken mochten, was ich dachte und fühlte. Doch noch war der Geist nicht erschöpft. Ich machte einen Strich und fügte etwas neues an, das mir wie Flüssigkeit aus der Hand tröpfelte.




    ...


    Den Sturz der schönen Worte
    hält meine Lust nicht auf.
    Gebrochen meine Schwüre?
    Die Tat hält Ausverkauf.


    ...



    Ich legte den Griffel fort und blickte auf die Worte hernieder. Was für ein Durcheinander! Derart befremdlich. Ich hob den Blick und betrachtete von der steinernen Bank aus das Tiberufer, das ich gewählt hatte, um hier nachzudenken. Ich seufzte vernehmlich. Sollte ich sie jemals zeigen, würde die betreffende Person diese Worte und das, was in meinem Inneren vorging, verstehen. So hoffte ich. Sicher sein konnte man da niemals. Corvinus, dich hat's erwischt.
    Tja, dass mir das hatte passieren können, hätte ich nicht für möglich gehalten. Schon gar nicht auf die Art, wie es geschehen war.

    In jeder Stadt gab es Klatschtanten und solche, die sich beste Mühe gaben, zu eben diesen zu werden. So auch in Rom. Eine Händlerin hatte es ihrer besten Freundin erzählt, diese wiederum ihrer Mutter, jene ihrem Sohn, der scriba in der curia war, dieser hatte es dort fallen gelassen und so war es schließlich auf verschiedene Wege zu mir gelangt, das Gerücht, das mich zwar nicht interessierte, aber einen Namen beinhaltete, den ich sehr wohl einordnen konnte: Tiberia Albina, Tochter des Gaius Tiberius Albinus aus Ambracia im Illyricum. Da ich nun ohnehin in Rom war, beschloss ich, sie aufzusuchen.


    Nachdem die Sänfte gehalten hatte, ließ ich also klopfen, um der Sache selbst auf den Grund zu gehen, und Trautwini stellte mich vor.
    "Salve, das ist Aurelius Corvinus und er wünscht Tiberia Albina zu sprechen, eine alte Bekannte."

    Sim-Off:

    Entschuldige die Wartezeit, habe den Thread aus den Augen verloren.


    Ich blinzelte überrascht.
    "Oh, das ist, hm, eine ziemliche Summe, legatus. Ich danke dir vielmals dafür. Mit deiner und den Spenden der anderen Sponsoren werden wir sicherlich einiges auf die Beine stellen können."
    Ich trank einen Schluck und fuhr fort.
    "Vielleicht hat dein primus pilus dir schon erzählt, dass die Stadt Mantua erneut einen Bau plant? Es handelt sich um einen Tempel des iuppiter, den ich der Stadt stiften möchte. Derzeit warten wir noch auf Rückmeldungen zweier Architekten, mit denen das Bauvorhaben abgeklärt werden soll, ehe ich dir genaue Zahlen und Daten nennen kann. Aber sicherlich wäre eine Vorab-Information auch nicht schlecht. Wie sieht der Terminplan der legio aus?"

    An Stelle unseres pater nehme ich dich in dich herzlich in die Reihen der Aurelier auf. Mal sehen, was die Tante aus meiner Cousine gemacht hat. :D


    Vater: Titus Aurelius Cicero
    Mutter: wird nicht im Stammbaum geführt
    leibliche Geschwister sind: Aurelia Verina und Aurelia Licinia

    Empfinde ich persönlich als etwas, das nicht lange Bestand haben wird. Zudem dürfte es schwer sein, Vielschreiber für diesen Smalltalk zu begeistern oder alle Interessenten unter einen Hut zu bekommen, sollte es jene denn geben. Ich für meinen Teil muss sagen, dass es mir gerade beim Rollenspiel darauf ankommt, die bespielte Rolle gescheit rüberzubringen. Bei ständigen Zweisatzbeiträgen ist das meiner Meinung nach nicht möglich, ergo ist ein Chat-RPG nichts, das ich in Erwägung ziehen würde und werde.

    Körperliche Nähe zu einer Frau war eine der besten Drogen, die neben dem Alkohol existierten. Diesen Standpunkt hatte ich zumindest stets vertreten, aber das hier war anders. Ich war bei Deandra nicht nur darauf aus, meinen Spaß zu haben. Da war noch etwas, das mir den Atem raubte und die Brust beengte, und das war sicherlich nicht die zarte Frau, die mir nah war. Ich hätte an unser Gespräch denken müssen, denken sollen, aber ich tat es nicht. Um ehrlich zu sein: Ich dachte gar nicht mehr nach, sondern suchte mit dem Rücken festen Halt an der Säule - die mein Retter in der Not war und ohne die ich vermutlich nicht mehr gestanden hätte - und zog Deandra so nahe als möglich an mich heran. Ich spürte die seitlichen, vorstehenden Knochen des weiblichen Beckens, das sich gegen meinen Unterleib drückte. Wie in Trance befreite ich meine Lippen und blickte sie verwundert an, doch das aufkeimende Verlangen wuchs und wurde stärker mit jeder Sekunde, die mich ihr berauschender Duft in Bann zog. Es war demnach nicht verwunderlich, dass Deandras ausgefahrene Sinne alsbald etwas bemerkten, das im "Ruhezustand" eines jeden Mannes nicht so zu spüren war, wie es das nun war. Erneut versenkte ich meinen Kopf an ihrer Halsbeuge, bedeckte Hals und Schulter mit Küssen, die sie unweigerlich erschauern lassen mussten, sofern sie da nicht kitzelig war.


    Mein Atem kam stoßweise, alles Denken ausgeschaltet, alle Sinne auf die Person vor mir gerichtet, für die ich eben noch den Kopf in ein Regenfass gesteckt hatte. Wenn mir jemand diese Situation vor einem Jahr prophezeiht hätte, wäre ich in schallendes Gelächter ausgebrochen und hätte einen dezenten Vogel gezeigt. Jetzt aber dachte ich über dieses skurrile Verhalten nicht einmal mehr nach. Immerhin waren Deandra und ich kurz davor... Ja, was genau eigentlich? Ich hielt inne im Streicheln, Kosen und Küssen, um sie anzusehen. Meine war Stimme heiser vor Verlangen und zu der schweren Zunge war nun auch noch die Fiebrigkeit des Moments hinzu gekommen.


    "Deandra...." War das meine Stimme? Sie klang tiefer als gewöhnlich und ließ mich einen Wimpernschlag verdutzt über die Ursache nachdenken. Dann jedoch sog ich mit der neuen Luft wieder diesen betörenden, dezenten Duft ein, und ich vergaß sogar die Frage. Meine Lenden pulsierten, ich zwang mich dazu, weiterzureden.


    "Gehen...wir rein?"


    Oh nein, nicht weil es etwa kühl war, weil ich meine toga richten lassen oder zu den anderen zurückkehren wollte. Es waren das Pochen und die feurigen Küsse, die mich dazu veranlasste, diesen - zugegebenermaßen - undeutlichen Vorschlag zu machen. Nun war ich gespannt, wie Deandra reagieren würde.

    Ich brauchte dringend einen Sklaven. Das war der eigentliche Grund, aus dem ich heute in Rom war. Cymry hatte ich verkauft, er hätte vermutlich ohnehin nicht zu mir gepasst, da er weder Latein lesen noch schrieben oder sprechen konnte. Was ich brauchte, war ein Sklave, mit dem auch etwas anzufangen war. Daher marschierte ich direkt auf den Sklavenhändler zu und sprach ihn an.


    "Salve, ich hätte Interesse an einem Sklaven, der die lateinische Schrift und Sprache beherrscht und loyal dient. Mit einem widerspenstigem Barbaren kann und will ich nichts anfangen. Hast du etwas derartiges in deinem Sortiment?"


    Irgendwo musste es doch Sklaven geben, die meiner Vorstellung entsprachen. Schließlich waren die längst nicht so extravagant wie die anderer Käufer. Prüfend blickte ich mich im Zelt des Händlers um und wartete darauf, dass er mir ein akzeptables Angebot machen würde.



    Sim-Off:

    Sollte sich hierauf jemand angesprochen fühlen, der eine Sklven-ID spielen möchte, wäre das wirklich schön. ;)

    Zitat

    Original von Marcus Flavius Aristides
    „Also, ich schätze mal, den Ort schlägst besser Du als Ortskundiger vor!“
    ...
    „Hmm…wie wäre es mit nächsten Saturnie Dies? Also in sechs…nein sieben Tagen?“


    An einem Stück Wildschwein kauend überlegte ich, wo man der Jagd am besten nachgehen konnte. Auf Anhieb fiel mir da nur der Wald südwestlich des castellum ein, in dem es Schwarz- wie Rotwild zu erlegen gab. Im Norden der Wald war eher eine Ansammlung von Bäumen denn ein Wald, der erlegenswertes Wild beherbergte.


    "In Ordnung, dann werde ich zwei Stunden vor Sonnenaufgang am castellum sein. Ich habe ein Stück Wald im Hinterkopf, in welchem es Eber und Rehe gibt und das nicht allzu weit entfernt liegt", erwiderte ich mit nun leerem Mund. Nach dieser Absprache hatte ich einen Moment Zeit, mir Huhn und Fisch nachlegen zu lassen und jenes zu verspeisen, währen Tiberius Durus und Arisitides sich über die Spiele unterhielten. Auch mir war es nicht möglich gewesen, in Rom zu weilen und sie mir zu Gemüte zu führen. Aber das mochte sich ändern, wenn die nächsten ludi anstanden. Schließlich unterbrach Aristides die Unterhaltung, da sich ein wichtiges Bedürfnis nicht aufschieben lassen wollte. Ich nickte ih zu und blickte ihm kurz nach, ehe Durus mich in ein Gespräch verwickeln wollte. Die Frage war banal und resultierte vermutlich nur aus Höflichkeit heraus. Dennoch ging ich darauf ein, auch wenn ich es leicht missbilligte, dass man Mantua als "unsere Stadt" bezeichnete.


    "Mantua geht es gut. Derzeit wird viel gebaut und die Wirtschaft floriert. Es ging also schon einmal schlechter, aber ich bin sicher, dass es auch besser gehen könnte", gab ich daher zurück und zwinkerte Durus zu.
    "Und was planst du nun, nach deinem Aedilat?"

    Mit einem Hochgefühl in der Brust vernahm ich ihre Worte. Es hätte ihrer so wenig bedarft wie meiner, denn auch Deandras Handeln sprach bereits Bände. So lächelte ich sie nur an, schob all jene Gedanken fort, die mahnten und auf die Schmach verwiesen, mit der Außenstehende diese Entwicklung vielleicht betrachten würden, und drückte sie noch näher an mich, wodurch wir leicht ins Schwanken gerieten und ich grinsend mit dem Rücken an einer nahen Säule Halt fand. Ich lachte verhalten und küsste sie auf die Nasenspitze.


    "Das war so tssiemlich der banalste Antrag, der je gemacht worden ist", sagte ich und tauchte in ihren Blick ein. Erneut verschmolzen unsere Lippen in einem Kuss. Kurz war da der Gedanke an Sophus und dass ich nun guten Gewissens zu Vesuvianus gehen und vorsprechen konnte, ohne dass sich Deandra hintergangen fühlen würde. Doch der sich unter ihrer tunica abzeichnende und an mich drückende Körper Deandras verdrängte beinahe jedweden Gedanken aus meinem Kopf. Forschend glitten meine Hände in ihren Nacken, strichen das Haar beiseite und über die weiche Haut. Da war es wieder, das Bild in meinem Kopf. Meine Küsse wurden fordernder, ohne dass ich es bewusst beeinflussen konnte. Die Ader an meiner Schläfe pochte synchron zum schnellen Herzschlag und im Rausch der nervenaufreibenden Mischung aus Wein und Frau und etwas anderem, das ich nicht genau bestimmen konnte, das aber vorhanden war und mich trunken machte. Der Verstand, der darauf pochte, es dabei zu belassen und nun wieder die Gesellschaft der anderen zu suchen, wurde kurzerhand abgeschaltet. Der Grund war einfach: er störte.

    Zitat

    Original von Medicus Germanicus Avarus
    Wenn alles drauf verlinkt wäre, was Rome lastig ist, dann sähe das ja wie bei Corvi oder Cypri aus, nur das da eigentlich nix dazu da ist. :D


    He, mein Desktop ist verhältnismäßig leer. Glaubt mir das jetzt einer? Ich müsste mal nen Screenshot von meinem Büro-PC machen, glaube ich... :D

    In der unangenehmen Pause, in der sie nachzudenken schien, befühlte ich den edlen Stoff in meinen Fingern, der nun durchlässt und nicht länger wärmespendend war. Es mochte zwar auf den Frühling zugehen, aber kalt war es trotzdem noch, und Deandra musste frieren, wie alle Frauen es unweigerlich taten, die überflüssige Fettpölsterchen vermieden. Und ich hatte sie auch noch der palla beraubt. Mein noch feuchtes Haar entließ ab und an einen Wassertropfen, der über Gesicht oder Nacken hinab in den Stoff der toga rollte. Ich fröstelte zwar, erweckte jedoch den Anschein, dass es mir nichts oder nicht viel ausmachte. Immerhin war ich ein Mann und wollte nicht zitternd vor einer Frau stehen, der ich eben auf ziemlich plumpe Art einen Antrag gemacht hatte, wie ich inzwischen feststellen konnte. Meine Gedanken waren noch immer träge, auch wenn das kurze Wasserbad durchaus geholfen hatte, schlagartig klarer zu werden und so zumindest das schlimmste Lallen zu vertreiben. Ohne Zweifel sprach ich immer noch angestrengt, aber nicht mehr so wie zuvor. Schenkte man nicht Blumen, Schmuck und derlei zu solchen Anlässen? Und ich kam lediglich mit Falerneratem und sonst nichts daher. Das musste ich ändern! Vom Wein beflügelt und einem pochenden Herzen angetrieben, schritt ich langsam auf Deandra zu, die palla über eine Schulter gelegt, umschloss ihr Gesicht mit meinen Händen und beraubte sie eines Kusses. Er fiel bedeutend inniger aus, meinerseits zumindest, als der letzte in ihrem cubiculum, der mich trunken und süchtig gemacht hatte. Mir wurde schlagartig klar, dass ich sie eifersüchtig verteidigen würde, wenn es sein musste, und dass ich einen anderen Mann an ihrer Seite niemals würde akzeptieren können. Die Hände wanderten über ihre Schultern und verweilten kurz, aber lange genug, um das Bild in den Kopf zu rufen, das mir beim Bad in den Sinn gekommen war. Sie glitten weiter zum Rücken und zogen Deandra noch näher heran, ehe ich ihre Lippen schließlich freigab, sie aber dennoch festhielt.


    "Muss ich diese Frage wirklich noch beantworten?" fragte ich sie, als wir beide wieder Luft geholt hatten. Meine toga war verrutscht und zerknittert. Ich würde vermutlich Hilfe brauchen, um sie zu richten, sollte sie sich nun abwenden und mich stehen lassen.

    Sie nahm mich also wirklich nicht ernst. Was hatte ich anderes erwartet? Natürlich nahm sie das nicht ernst. Es war auch äußerst plump rübergekommen, noch dazu war ich trunken vom Wein und alles in allem nicht gerade sehr glaubwürdig. Als sie sich von mir losmachte, ließ ich die Hände schon beinahe selbst sinken und wünschte mir, meinen Geist nicht bereitwiillig an sein Falernergefängnis gesperrt zu haben. Ihre Forderung war lächerlich und bestätigte nur den Eindruck, den ich allein ihres Gesichtsausdrucks wegen hatte. Kurz sah ich sie verärgert an - immerhin bat ich nicht alle Tage irgendwelche Frauen darum, um sie werben zu dürfen, schon gar nicht, wenn sie einst Schwestern gewesen waren - dann manifestierte sich ein Entschluss in mir.


    Deandras Hände hielten meine noch zögerlich fest während sie lächelte, und ich legte den Kopf schräg.
    "Du glaubsss mir nich. In Ordnung. Vielleicht tusss du es gleich."


    Und vermutlich zum ersten Mal im Leben war ich im Begriff, ohne vorheriges Nachdenken im angetrunkenen Zustand eine Lächerlichkeit zu begehen. Oder nein, ich dachte ja nach. Wenn Deandra einen Beweis haben wollte, so sollte sie ihn bekommen. Entschlossen wandte ich mich also unter ihrem milde belächelnden Blick ab und ging zu diesem ominösen Regenwasserauffangbecken, das zwischen Brust- und Hufthöhe als Steinaufbau im hortus stand. Mit einer Hand merkte ich, dass es recht kalt war. Grimmig entschlossen warf ich Deandra noch einen Blick zu, holte Luft und tauchte mit dem Kopf in das kalte Wasser ein.


    Es traf mich wie ein Schlag, so kalt war es plötzlich. Einige Luftblasen entflohen meinen Lippen vor Schreck, doch dann zwang ich mich, den Kopf so lange unter Wasser zu halten, bis mich der Sauerstoffmangel zwang, nach Luft zu schnappen. Ich hob den Kopf, blieb aber vornübergebeugt stehen, weil ich tropfte wie ein nasser Hund. Dass ich meine toga einnässen würde, hatte ich nicht berücksichtigt. Doch Deandra stand nahe - und so griff ich mit einfach ihre palla und trocknete Gesicht und Haare. Fragend sah ich sie an. Wirst du mir nun glauben?


    "Ich bin nass", erklärte ich leicht vorwurfsvoll.
    "Und ich möchte immer noch um dich werben."

    Die Wirkung hatte das ja anscheinen nicht verfehlt. Aber was es bewirkte, war mir auch nicht ganz recht. Der ungläubige Tonfall und vor allem das Gesicht passte nicht dazu. Sie nahm mich nicht ernst. Ich seufzte und hob die Hände an ihre Oberarme, um sie eindringlich anzusehen. So eindringlich das mit einem leicht vernebelten Blick eben ging. Ich fand mich nicht lächerlich, nur in einer ungünstigen Lage für diese Bitte. Daher war es kein direktes Ja, was über meine Lippen kam, ehe ich nickte.


    "Ehe du was sagsss... Ich meine das ernst."

    Jetzt kam es, jetzt würde es kommen. Ich würde es ihr sagen und alles war wieder in Ordnung. Nur wie? Was waren die besten Worte hierfür? Hatte ich nicht so oft nach den rechten Worten gesucht, sie mir zurecht gelegt und dann verworfen, nur um erneut etwas auszudenken? Und jetzt war alles weg, die Situation eine ganz andere, als ich geplant hatte. Nun war ich es, der seufzte. Wenn sie sich doch nur vorher hätte blicken lassen, als ich noch bei klarem Verstand und glaubwürdig gewesen war. Ich nahm mich zusammen und sprach langsam, um die schwere Zunge zu kompensieren.


    "Blind für das, was in mir vorgeht. Alsich in deinem cu..cubiculummm war und du mich gefangen hasss mit dei'm Sein. Schwusstes da noch nich, aber... aber jetz weis ichs", sagte ich angestrengt. Auf dem Bankett brach man gerade in schallendes Gelächter aus, was mir irgendwie unangenehm war, da es das, was ich sagen wollte, in ein lächerliches Licht rückte, obwohl es mir wichtig war. Merkte Deadra das auch oder erschien es nur mir wie die Ironie der Götter, in diesem Moment jemanden lauthals lachen zu lassen? Ungerührt der Zweifel fuhr ich fort.


    "Also, ich weisss nich, ob du.. na was du über Soffussss denkss. Aber wenn du es biilligsss..."
    Ich zögerte noch kurz und sah auf eine Säule irgenwo hinter Deandra, dann holte ich tief Luft.
    "Ich möchte um dich werbn."