Ich hätte da mal eine Frage. Im Regelwerk heißt es "Ein Schiff muss einen Kapitän haben, um bewegt werden zu können. Diese ID muss zudem an Bord sein, wenn das Schiff fahren soll, sie muss aber nicht zwingend der Schiffseigner sein." Das bedeutet ja, dass es eine bespielte ID sein muss. Wäre es auch möglich, dass die als Kapitän eingetragene (wird der überhaupt eingetragen?) ID einen NPC aussimmt? Also zum Beispiel, könnte ich Corvinus als Kapitän eintragen und mit ihn den eigentlichen Kapitän fiktiv als NPC führen?
Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus
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Mit dem Pferd am Zügel durchquerte Brix zielstrebig den Hafenbezirk und steuerte eine ganz bestimmte Werft an. Vor sechs Wochen war er schon einmal hier gewesen, um den Bau eines Schiffes in Auftrag zu geben. Mit einem gebrauchten wollte man sich nicht abgeben, also ließ man kurzerhand ein ganz neues bauen. Heute wollte sich Brix ansehen, wie weit der Bau fortgeschritten war. Bereits aus der Ferne konnte er den Mast sehen. Beim Näherkommen entdeckte er viele Männer, die auf dem Schiff herumkraxelten, Knoten in armdicke Seile knüpfen und Werkzeug oder Holz herumtrugen. Brix band sein Pferd an einen Poller und betrat die Werft auf der Suche nach dem Vorarbeiter.
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Ich warf Ursus einen bedauernden Blick zu und zuckte mit den Schultern. "Tja, das kann man nicht ändern. Alt werden wir alle. Die einen früher, die anderen später", erwiderte ich und warf Ursus einen vielsagenden Blick mit breitem Grinsen zu. "Ah, Met? Ich habe lange keinen mehr getrunken... Schmeckt er denn dir? Ich habe den herben bevorzugt. Und das Paket... Da fühlt man sich fast wie zu den Saturnalien. Danke dir. Jetzt muss ich doch glatt mal schauen, was da drin ist." Gemächlich begann ich, das Paket zu öffnen, während Ursus erzählte.
"Ja, natürlich. Es ist mir viel lieber, wenn er ab und an nach dem Rechten sieht, als so ein Nichtsnutz von Verwalter, wie du ihn entlassen hast. Ich kann über eine solche Dreistigkeit nur immer wieder den Kopf schütteln. Nun ja." Ursus schienen weitaus interessantere Aufgaben zugeteilt worden sein als mir seinerzeit. Er schien ganz in seinen Erlebnissen und Eindrücken aufzugehen. Für mich blieb da im Grunde nur eine einzige Frage, die ich vordringlich beantwortet wissen wollte: "Dann hat es dir also gefallen." Mehr Feststellung als Frage. Etwas Weiches berührte meine Finger, und als ich darauf hinab sah, entdeckte ich weißes Fell. Überrascht zog ich eines aus der Kiste, befühlte es ausgiebiger und sah dann Ursus an. "Ist das ein...ich glaube, sie nennen es im Norden Hermelin? Oder Iltis? Na, vielen Dank auf jeden Fall." Lächelnd legte ich das Fell zurück in die Kiste und schob sie zur Seite, damit sie nicht mehr zwischen Ursus und mir stand. "Ich hoffe, wenigstens deine Zeit war frei von Sorge und Turbulenzen", sagte ich dahin.
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__________________________Auch bei mehrmaligem genauen Hinsehen konnte der altgediente Priester keinen Makel entdecken. So kam er nach einiger Zeit zu dem Schluss, dass Merkur das Dankesopfer des Senators angenommen hatte. "Der große Merkur hat deine Gabe akzeptiert, ehrwürdiger Senator", sagte er sodann und ließ sich von dem Knaben eine Schale mit sauberem Wasser reichten. Schnell färbte es sich rötlich trüb, als er seine Hände darin wusch und anschließend mit einem Tuch trocknete. "Siehst du etwas Bestimmtes vor mit dem Fleisch des Tieres?" Die Innereien würden natürlich verbrannt werden, obenso wie ein Teil des Fleisches, doch den Großteil würde man auch anders verwenden können - kulinarisch.

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Das stumme Gefecht, das Siv mit ihrem Blick begann, umging ich nicht. Mit wachsendem und deutlichem Missfallen erwiderte ich ihren Blick, eine Braue leicht hebend, als sie unerwartet zustimmte. Ich war mir sicher, dass sie bemerkte, wie ich meinen Ärger von der Zunge schluckte, damit ich sie nicht an Ort und Stelle zurechtwies - das konnte ich nicht vor Celerina, oder aber, ich würde vollends mein Gesicht verlieren. Ich war mir sicher, dass sie nur eingewilligt hatte, um mich bloßzustellen. Wir wussten schließlich beide, dass Sofia grüner Daumen eher ein Kohlestumpf war. Sie konnte mit Mühe einen Rosenbusch von einer Fichte unterscheiden, überspitzt ausgedrückt. Finster war mein Blick, als ich ihr kurz nachsah, wie sie abzog. Doch durfte ich mein Ziel für heute nicht aus den Augen verlieren, und so wandte ich mich wieder der Flavierin zu.
Auf ihren Bruder ging ich nicht weiter ein, ich war mir sicher, dass er sonst recht zuverlässig war und sich wieder melden würde. Mit einem Schmunzeln nahm ich derweil ihre Verzückung bezüglich der Happen wahr. "Ja, unsere Köchin überrascht auch uns immer wieder", gab ich zur Antwort. Die Kirschen schienen es ihr ganz besonders angetan zu haben, wie ich feststellte. Sie ließ sich einen Moment Zeit mit ihrer Antwort, und als sie dann sprach, konnte ich nicht umhin, ob ihrer Gewandtheit zu schmunzeln. Interessant war, dass Aquilius sie unterstützen wollte. Gewiss berücksichtigte er dabei auch meine Wenigkeit? Ich konnte es nur hoffen und ihn nötigenfalls darum bitten. "Die Wahl des richtigen Partners ist bisweilen schwierig", erwiderte ich ernst und dachte kurz an meine vorangegangene Verlobung. "Du sagst, du suchst den 'richtigen Mann'. Welche Eigenschaften sollte er haben?" fragte ich sie aus, während ich mich vorbeugte und mireinen weiteren Happen nahm.
Drinnen
Brix wandte sich um, als die Küchentür sich öffnete und Siv eintrat. Er ließ sich gerade von Niki die Essensplanung für die kommende Woche geben, damit er jemanden mit genügend Geld die entsprechenden Einkäufe erledigen lassen konnte. Sofort bemerkte er Sivs Gesichtsausdruck, legte den Griffel fort und sah sie an. "Was ist denn mit dir los?" Nikis Blick zeigte indes deutlich, was sie davon hielt. -
"Und sie hat dem Kleinen einen Brief für mich gegeben?" fragte ich verwundert und mit gerunzelter Stirn. "Woher wusste sie nur, dass die Katze von mir kam?" Hatte sie etwa nur mir erzählt, wie gern sie diese Tiere mochte? Oder war die Anspielung auf den Verehrer schon genug der Worte gewesen? War ich gar der einzige, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, endlich zu heiraten? Brix hob die Schultern und schüttelte den Kopf. "Dem Jungen gegenüber habe ich deinen Namen nicht erwähnt", erwiderte er und reichte mir dann die schlanke Schriftrolle. Ebenso schlicht und siegellos war sie. Leise raschelte das Pergament, als ich sie entrollte und zu lesen begann.
Liebster Marcus!
Du weißt immer wieder auf´s Neue, wie du mir eine Freude bereiten kannst. Ich war hocherfreut, als die kleine Saba ihrem Korb entstiegen ist. Sie ist ein wundervolles Tier, so wie ich es mir schon immer gewünscht hatte. Du hast mir mit Deiner Überraschung einen Herzenswunsch erfüllt!
Meinen herzlichsten Dank für dieses wunderschöne Geschenk!In Liebe und Verbundenheit
Flavia Celerina
Ich schluckte und starrte den Namen an, ohne ihn zu sehen. Das war... Das... Damit hatte ich nicht gerechnet. Liebster Marcus, stand dort in ihrer Handschrift. Sie nannte mich nicht mehr Corvinus. Das allein hätte mich allerdings nicht so aus dem Konzept gebracht. In Liebe und Verbundenheit hieß es weiter unten. Das war es, was mir einen kühlen Schauer über den Rücken kriechen ließ. Das war zu einfach gewesen. Zu...schnell? Ich blickte auf, suchte mit den Augen den Stuhl und setzte mich erst einmal. Mir schien, dass ich damit nicht bereits einen Fuß in der Tür hatte, sondern schon drinnen auf einer cline lag und Wein orderte, im übertragenen Sinne. Brix hatte die Stirn gerunzelt und beobachtete mich. "Ähm, danke. Du kannst jetzt gehen, Brix", sagte ich langsam. Auf ihn musste ich zerstreut wirken, auf mich selbst wirkte ich zögerlich und unbeholfen. Beides Dinge, die ich nicht wollte, also atmete ich tief durch und fuhr mir durchs Haar. Sah man diesen überraschenden Verlauf der Dinge positiv, so blieb mir die Arbeit des weiteren Freiens um Celerina wohl größtenteils erspart. Und dennoch... Jemand anderer spukte mir im Kopf umher, schürte das schlechte Gewissen. Ich knirschte mit den Zähnen. "Ich heirate Flavia Celerina", sagte ich in den Raum hinein. Und da ich es nun ausgesprochen hatte, gab es auch keinen Weg zurück. So einfach war das. Auch wenn ich nicht so enthusiastisch geklungen hatte, wie ich es beabsichtigt hatte.
Einen halben Krug Wein später verließ ich das Büro, um noch ein wenig Zeit unter dem Sternenhimmel zu verbringen.
~ finis ~
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Das siehst du doch auch an dem kleinen weißen Bildchen neben dem Avatar, so er einer ist.

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Vor dem Haus in einer Nische
"Das hast du gut gemacht", lobte Brix den Kleinen, nachdem dieser ihm atemlos berichtet hatte. Auch, wenn es zuerst so ausgesehen hatte, als würde er es vermasseln. Dass die Flavierin dem Knaben aber einen Brief mitgegeben hatte, verwunderte ihn. Das konnte nur bedeuten, dass sie wusste, wer für das Präsent Verantwortlich zeichnete. Und da hätte Brix auch selbst gehen können. Nun ja, es war eben nicht immer alles im Voraus zu planen. Der Germane nahm den Brief an sich und steckte ihn ein. Erwartungsvolle Kinderaugen sahen zu ihm auf, und Brix lächelte wohlwollend. "Was hatten wir gesagt? Fünf Asse?" fragte er, während er bereits in dem Lederbeutelchen kramte. Cavarinus nickte eifrig, und Brix zog eine Hand voll Münzen hervor. "Oh je", machte er in gespieltem Bedauern und sah auf seine Hand hinab. "Leider nur Sesterzen... Aber du hast mir und meinem Herren heute einen guten Dienst erwiesen. Was hältst du davon, wenn wir aus fünf Assen einfach fünf Sesterzen machen?" Die Augen des Jungen waren kreisrund wie sein Mund. Er konnte es nicht fassen!
Nachdem er das Geld überglücklich eingesteckt und Brix versprochen hatte, ab und an vorbeizusehen, rannte er nach Hause. Brix, der dem Kleinen gern eine Freude bereitet hatte, wandte sich dem Hause der Aurelier zu. Sein Herr würde zufrieden sein mit dem Ausgang dieser Geschichte.
~ finis ~
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Ich zoh eine Grimasse, die grinsend verdeutlichte, was ich von dieser aufschlussreichen Antwort hielt, und winkte ab. "Ah, nein, lass nur. Ich muss mich eben damit abfinden, dass es bergab geht mit mir", witzelte ich und setzte mich, um das Paket zu begutachten, das Ursus auf meinen Tisch gelegt hatte. "Was ist das? Ist das für mich?" fragte ich ihn und sah auf.
"Setz dich doch. Und danke für die Grüße. Leider scheint man Reatinus vergessen zu haben bei den letzten Standeserhebungen. Ich hoffe, dass meine Erinnerung dem Abhilfe schaffen kann. Haben sie dich gestern noch lange belagert? Ich weiß noch, wie das damals bei mir war, als ich heim gekommen bin. So viel Trubel gleich nach der langen Reise...das hat ziemlich geschlaucht. Da wollte ich dich gestern nicht auch noch mit Fragen löchern. Allerdings bist du ja jetzt ausgeruht, also schieß los." Ich grinste Ursus an und sah neugierig zu dem Krug, den er mitgebracht hatte.
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Verdammt, wo hatte ich sie nur hingelegt? Einen Zeigefinger auf den Lippen und den Arm mit dem anderen stützend, stand ich mit dem Rücken zur Tür vor einem der hohen Regale in meinem Arbeitszimmer und suchte mit gerunzelter Stirn die Fächer ab. Als es klopfte, kam von mir ein nachdenkliches "Mhmm...", und nachdem die Tür sich wohl geöffnet haben musste - ich hörte es, sah es aber nicht, da ich mich nicht umwandte - fragte mich Ursus, ob er ungelegen kam. Ich wandte mich um, seufzte tief und sagte: "Ganz und gar nicht. Komm rein. Ich fürchte, ich werde langsam alt. Du hast nicht zufällig irgendwo eine Schriftrolle liegen sehen?" Ich sah ratlos drein und zuckte mit den Schultern. Wo konnte sie nur liegen? Und gerade der Geschäftsbericht vom vergangenen Monat. Das war wirklich ärgerlich. Und ich hatte ihn doch auf dem Schreibtisch liegen lassen. Oder?
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~ Cavarinus ~Was sollte er nur sagen? Die Katze einer so schönen Edeldame hieß nun wie seine Mutter. Das musste er ihr später ganz dringend erzählen! Aber jetzt sagte er besser nichts mehr. Allerdings... "Und wenn sie ein Er ist?" fragte er zaghaft. Er hatte keine Ahnung, wie man das sehen konnte, bei Katzen. Bei Pferden und Hunden war das einfach...
Während die Flavierin schrieb, beäugte Cavarinus misstrauisch die Katze und bestaunte weiterhin den großen Raum, in dem er sich befand. Dann reichte die Frau ihm den Brief, und Cavarinus' Ohren klingelten, als sie eine Belohnung erwähnte. Fünf Asse! Er strahlte über das ganze jungenhafte Gesicht. "Vielen Dank, Herrin!" sagte er artig und verbeugte sich wieder brav. Er steckte das Geld ein und überlegte, ob er nun so einfach gehen konnte. Das gehörte sich doch nicht. Er hatte bereits ein paar Schritte hinter dem Mondgesichtmann her gemacht, da drehte er sich noch einmal um, lief zurück und sagte: "Ich wollte dir noch sagen, dass du sehr hübsch bist. Und deine Anziehsachen sind auch richtig schön!" Sprach's, drehte sich schnell um und lief schnurstracks zur Tür, wo er dann entlassen war. Und das war gut so, denn so konnte die Flavierin nicht sein puterrotes, schamerfülltes Gesicht sehen.
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~ Cavarinus ~Schlagartig wich Cavarinus' Neugier einer kleinen Enttäuschung. Nur eine Katze! Und dafür machte man sich solche Mühe? Erschrocken zuckte er zusammen, als die Flavierin zu quietschen begann. Sie war eben doch nur ein Mädchen! Die Katze und die Frau schienen aber augenblicklich eine Bindung aufzubauen. Das Tier schnurrte. Misstrauisch betrachtete Cavarinus die edle Dame, die mit der Katze redete. Die gurrte natürlich nur, und maunzte noch einmal. Dann schien sie neugieriger zu werden, denn sie entstieg dem Korb und streckte sich ausgiebig, ehe sie im näheren Umkreis die Umgebung zu erkunden begann. Cavarinus musterte die schlanke Katze. Sie war irgendwie länger als die, die er bisher in Rom gesehen hatte. Und die Straßenkatzen waren ganz bunt, hatten oft nur ein Ohr, drei Beine oder einen kurzen Schwanz. Die mussten ja auch ihr Revier gegen die anderen verteidigen! Cavarinus gab der Katze da nicht mehr als eine Woche. Dann fehlte der sicher auch was. Aber bisher wirkte das ja ganz so, als sei sie ganz. Und ziemlich braun. Fast wie Sand.
Cavarinus sah die Frau namens Celerina an, als sie ihn fragte, wie sie die Katze nennen sollte. Die Jungens bei ihm im Viertel nannten eine Katze Mäusefänger. Oder Mistvieh, je nach dem. Manchmal auch Leisetreter oder Muschi. Aber das waren alles Namen, die er doch unmöglich sagen konnte! "Vielleicht...Saba, Herrin." Das war der Name seiner Mutter. Etwas besseres fiel ihm gerade nicht ein. Auf ihre nächste Frage wusste er aber nicht, was er antworten sollte. Sie konnte doch nach draußen gehen und dem Mann selbst einen Brief geben? Aber es war sicher schon zu dunkel für eine schöne Dame. Also nickte Cavarinus. Da würde er sicher mehr als fünf Asse bekommen.
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~ Cavarinus ~Das hatte Cavarinus wirklich. Erst hatte er darüber nachgedacht, wieso sie seien Namen schön fand. Das hatte noch nie jemand zu ihm gesagt, er war sonst nur immer deswegen gehänselt worden. Dann verlor sie sich in dem Brief und Cavarinus verlor sich in dem großen Raum, in dem er stand. In diesem Moment wünschte sich Cavarinus, dass er lesen konnte. Dann hätte er vielleicht vorher mal in den Brief gelinst... Obwohl, nein, sowas gehörte sich nicht. Und er war ja nicht wie Rufus! Dann beobachtete Cavarinus die Frau, wie sie las. Wie ihre Augen von Wort zu Wort hüpften und ihr Lächeln immer breiter wurde. Dann roch sie an dem Pergament, und ihre Augenbrauen verformten sich zu einem ziemlich seltsamen Ausdruck. Er hätte ja gern gefragt, was da drin stand, aber auch wenn er neugierig war, sollte er das nicht tun. Cavarinus wusste das.
Als ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn gerichtet war, lächelte er ein wenig scheu, sah kurz weg und nickte dann mehrmals. Er richtete seine Aufmerksamkeit nun wieder auf den Korb. Da konnte er sehen, was drin war! Genauso neugierig wie die Frau vor ihm, wartete er ungeduldig, bis sie endlich nach dem Deckel griff. Die schlanke Frauenhand löste, wie er fand, geschickt den einfachen Verschluss und klappte einen der beiden Flügeldeckel auf. Erwartungsvoll sah er in die Öffnung, ließ aber der edlen Dame den Vortritt.
Zwei kleine Ohren kamen zum Vorschein, dann ein Büschel kurzer Haare, dann zwei große, grüngelbe Augen mit großen, schwarzen Pupillen. "Mau"? machte das Geschenk und blinzelte verschlafen, aber grazil ins Abendlicht des flavischen atrium.
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~ Cavarinus ~Cavarinus hob den Blick und starrte die Frau an, die ihn angesprochen hatte. Ganz langsam klappte sein Mund auf, dann schloss er ihn schnell wieder und schluckte, um seine Sprache wiederzuerlangen. Wie schön sie war! Und der Stoff, in den sie gehüllt war! Langsam tröpfelten die Worte in Cavarinus' Geist. "Ja. Äh, ich bin Cavarinus!" sagte er und hätte um ein Haar das Pergamentstück fallen gelassen, als er sich gerade hinstellte und artig eine kleine Verbeugung andeutete. "Das hier ist für dich. Von äh, einem geheimen Verehrer!" sagte er, klaubte den Korb vom Boden auf und hielt ihn Celerina hin. Seine Wangen überzogen sich allmählich mit einer frischen Röte. Sie roch so gut! Viel besser als Mutter.... Wie war das doch gleich? Ah. Genau. Erst der Brief. Cavarinus, du Dummkopf!
"Äh, aber, äh, du musst erst den Brief lesen. Ich würde ihn dir vorlesen, aber ich kann's nicht", sagte Cavarinus und errötete nun gänzlich. Dabei hielt er leicht zitternd der Flavierin den schmuck- und siegellosen Brief hin.
Feder, Feder, schwebe sacht
lasse sanft hinfort dich führen
Erwebe Worte mit Bedacht
die fernen Geist berührenTanz auf deinem schmucken Kiel,
erhebe deine Schwingen
Sei Instrument, dem ich verfiel
um Minne zu erbringenFließe in graziler Art
zum letzten Wort der Zeile
Auf dass mein herzliches Geschenk
zu meiner Liebsten eile. -
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~ Cavarinus ~Der Mann mit dem Mondgesicht hatte scheinbar Cavarinus' Staunen richtig gedeutet. Er war noch nie in einem so vornehmen Haus gewesen. Wie groß hier alles war! Und es gab einen Raum, in dem ein Wasserbecken und ein paar Sitzgelegenheiten standen, sonst nichts! Der Besitzer musste seeehr reich sein. Zu Hause schlief Cavarinus mit seiner Mutter in einem Raum, der nicht mal so groß war wie der Bereich direkt hinter dem Eingang dieses Hauses. Und all die schönen Verzierungen! Alles war sauber, und überall standen Wachsmasken, Statuen, Blumen und sonstiges Zeug. Cavarinus' Mund klappte ein wenig auf, aber er entgegnete ganz souverän "Klar", als der Mann mit dem Mondgesicht ihm einschärfte, nichts anzufassen. Er stellte den Korb vorsichtig ab und sah sich dann verstohlen um. Konnte er denn so einer feinen Dame gegenübertreten? Schnell ging er zum Wasserbecken und sah an den Seerosen - Seerosen hatten die! - vorbei ins Wasser. Sein Haar war ein wenig strubbelig, aber sonst sah er ganz annehmbar aus. Cavarinus bückte sich, schöpfte verstohlen ein wenig Wasser und fuhr sich durch die Haare. Er richtete sich gerade wieder auf, als eine Frau das atrium betrat.
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~ Cavarinus ~Das war ja ein schöner Mist! Cavarinus hatte nicht damit gerechnet, dass er hereingebeten wurde. Er, ein Junge von der Straße! Das war mindestens das Doppelte wert! Aber er würde jetzt keinen Rückzieher machen. Er war schließlich kein Feigling! Cavarinus nickte und wartete auf diesen Diomedes. Der Name erinnerte ihn an einen anderen Jungen, der ihn mal verprügelt hatte, einfach so. Deswegen mochte er den Mann nicht. Aber das würde er nicht zeigen! Cavarinus griff den Korb fester und zog das nun leicht zerknitterte Pergament unter dem Arm hervor. Dann ging er hinter dem Mann mit der Glatze ins Haus. Obwohl ihm ja schon etwas mulmig zumute war...
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~ Cavarinus ~Missmutig rieb sich der Kleine den Oberarm, als der Grobian ihn losgelassen hatte. Sein Blick zeigte nun deutliches Misstrauen, und sicherheitshalber machte er noch einen Schritt zurück. Das war mehr als fünf Asse wert! Der Sklave im Schatten hatte ihm nicht gesagt, dass er einen großen, blauen Fleck davontragen würde! Ein wenig Schadenfreude machte sich in Cavarinus breit, als der ianitor kleinbei gab. Doch sogleich wurde er wieder an seinen Auftrag erinnert, als er Cavarinus fragte, wer ihn geschickt hatte, Der Junge erinnerte sich an die Worte des Sklaven, räusperte sich, richtete sich so gerade wie möglich auf und sagte inbrünstig: "Ein geheimer Verehrer!"
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~ Cavarinus ~Während Cavarinus so dastand und wartete, malte er sich aus, wie diese hohe Dame wohl aussah, der er den Korb geben sollte. Vielleicht wr sie hässlich wie die Nacht, dann würde er schnell machen, dass er wieder fort kam. Wenn sie aber hübsch war, würde er den Moment herauszögern, an dem er gehen musste. Vielleicht schenkte sie ihm ja auch eine Zuckerstange? Oder...
So abrupt, wie die Tür aufgerissen wurde, wurde der Junge auch aus seinen Tagträumereien gerissen. Entsetzt und völlig überrascht starrte er den Mann an, der sofort seinen Arm ergriff und ihn anfuhr. "Aaaah", machte er, und der Korb schwankte so gewaltig, dass er ihn beinahe fallen gelassen hätte. Was immer auch darin war, Cavarinus war sich sicher, dass es dem Inhalt nicht gut bekommen würde. "Die..das...der...der Korb! Warte, halt! Ich habe etwas für Flavia Ci..." Oh nein! Wie war der Name doch gleich? Panisch sah er dorthin zurück, wo Brix sich verbarg, dann fiel es ihm wieder ein. "Celerina! Für Flavia Celerina!" keuchte der Kleine und versuchte, sich so dem Griff zu entwenden, dass der Korb keinen Schaden nahm.
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"Kannst du dir das merken?" "Ja, Herr." "Und du denkst, dass du das schaffen kannst?" "Ja, Herr." "Gut. Wenn du wiederkommst, bekommst du fünf Asse von mir." Brix legte dem Jungen die Hand an den Rücken und schob ihn auf die Straße. Von hier aus konnte er sehen, was der Knabe tun würde, und er konnte vielleicht sogar hören, was gesagt wurde, ohne selbst gesehen zu werden.
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~ Cavarinus ~Cavarinus hatte die kleine Kinderhand fest um den Henkel des Korbes geschlossen. Der war zwar schwer, aber er war ja auch schon neun Jahre alt! Er würde das schaffen, und wenn er mit fünf Assen nach Hause kam, konnten er und Mutter eine Woche lang ohne Hunger leben. Das war schon was! Er konnte für Essen sorgen wie ein Großer. Das machte Cavarinus stolz.
Der Korb wurde mit jedem Schritt schwerer. Was da wohl drin war? Aber er durfte nicht linsen! Er hatte es dem Mann versprochen. Hoffentlich ging er nicht weg. Cavarinus sah zurück zu der Nische. Wenn man wusste, wo der Mann sich verbarg, konnte man ihn fast sehen. Jetzt machte er eine scheuchende Bewegung. Cavarinus drehte sich wieder nach vorn und stieg jetzt die Stufen hoch bis zur Tür. Ob er den Korb absetzen durfte? Langsam schnitt ihm das Schilfgras ins Fleisch. Er musste an die fünf Asse denken! Umständlich steckte er das Stückchen Pergament unter den Arm, mit dem er den Korb hielt. Dann klopfte er an.
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"Soll rein kommen", sagte ich und sah erwartungsvoll zur Tür. Brix nickte und verschwand wieder nach draußen. Kurz darauf trat ein hagerer, hochgewachsener Mann mit einem unhandlichen Korb ein. Unsicher fing er meinen Blick auf, sah dann zu Boden und stellte seine Fracht ab. "Err-gebendste Grrrüße, mein Herrrr", sagte er und neigte den Kopf. "Salve", entgegnete ich und erhob mich, um um den Schreibtisch herum zu gehen. Mein Blick war auf den geflochtenen Korb gerichtet, dessen zwei Flügeldeckel sorgfältig geschlossen waren und jegliche Sicht auf den Inhalt versperrten. Vor ihm blieb ich stehen und ging in die Hocke, um den simplen Verschluss zu lösen und einen Flügeldecken zu lüften. "Und es ist ganz sicher echt?" fragte ich und blickte prüfend zu dem Mann mit dem dunklen Teint auf. Sofort nickte er. "Natürrlich, mein Herrr. Ich habe selbst dafürrr Sorrrge getrrrragen." Er klang ernst, also nickte ich nach einem weiteren prüfenden Blick und hob den Deckel an, um in den Korb zu sehen. Der Anblick entlockte mir ein flüchtiges Lächeln. Kurz griff ich hinein und befühlte es, dann nickte ich abschließend und verschloss den Korb wieder. Er war hübsch, wie ich gefällig feststellte, geflochten aus hellem Schilfgras. Tiefblaue Perlen waren im Flechtferk eingearbetet.
Ich erhob mich wieder und sah den Mann an, der die Lieferung gebracht hatte. "Wie viel?" fragte ich. "Oh, mein Herrr, ich habe einen langen Weg gehabt bis hierrrherrr. Viele Stunden auf dem Pferrrdekarrrrrrren, viele Tage auf einem Schiff. Dazu die Suche, die lange gedauerrrrt hat. Schließlich sollte es etwas Besonderrrrres seiin, nicht wahrrrr?" Der Mann lächelte gewinnend. Was hatte ich auch anderes erwartet? Natürlich wollte er mehr haben als veranschlagt war. Das Feilschen begann, und nachdem ich geringfügig mehr gezahlt hatte, als Wcchen zuvor vereinbart worden war, verließ der Mann mit dem seltsamen Akzent das Haus und ließ den schicken Korb in meinem officium zurück.
Ich warf einen prüfenden Blick aus dem Fenster. Es war bereits Abend und dämmerte schon. Nicht unbedingt die geeignetste Zeit für einen Besuch, aber schließlich sollte auch nur der Korb abgegeben werden. Ich ließ Brix rufen und setzte mich hin, um einige Worte auf Papier zu bringen. Gerade hatte ich die Feder wieder abgesetzt, da klopfte es und Brix trat ein. "dominus?" "Brix. Da steht der Korb, hier ist der Brief. Es soll so laufen wie besprochen." "Jawohl, dominus", erwiderte dr frischgebackene maiordomus, griff den Korb und das Pergament, nickte zum Abschied und tat dann, was bereits vor Tagen besprochen worden war. Ich hoffte, dass es die beabsichtigte Wirkung haben würde.