Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus


    Ad
    Manius Tiberius Durus
    villa Tiberia in Roma



    M. Aurelius Corvinus M' Tiberio Duro s.d.


    Tiberius, ich hoffe, du bist wohlauf und wohlbehalten wieder in Rom angelangt.


    Ich schreibe dir im Auftrag des collegium septemvirorum. Bei einer kürzlich stattgefundenen contio kamen einige Vorschläge zur Förderung der priesterlichen Tätigkeiten zusammen. Nun mangelt es an einer Gelegenheit, dem collegium diese Ideen nahezubringen.
    Mit der Einwilligung des magister der septemvires ersuche ich dich daher darum, dieses Anliegen weiterzutragen, damit ich bei einer der nächsten Zusammenkünfte des collegium pontificium vorsprechen und dem Gremium die Vorschläge der Siebenmänner unterbreiten kann.


    Vale.



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    ROMA, ANTE DIEM XV KAL SEP DCCCLVIII A.U.C. (18.8.2008/105 n.Chr.)

    Dass der Junge bei mir gut aufgehoben war, wagte ich zu bezweifeln. Noch sah ich davon ab, Trautwini oder Leone zu rufen - ob mit oder ohne den Hunden -, denn ich wollte zuerst wissen, wie das kleine Kerlchen hier hereingekommen war und warum er so mir nichts, dir nichts in die Bibliothek spaziert und sich nach einem besonderen Schriftstück umgesehen hatte. Schon öffnete ich den Mund, um den Jungen in der Aussprache des Namens zu berichtigen, da schloss ich ihn wieder. Es würde wohl kaum einen Sinn haben, ihn erst zu belehren und dann davonzujagen, sagte ich mir.


    Louan hieß er also. Ein seltsamer Name, doch bestätigte er meine Vermutung, dass der Junge kein ein Römer war - zumal er die Gründungsgeschichte nicht zu kennen schien - und vermutlich von der Straße kam. Nur was wollte er dann hier? Die Antwort folgte postwendend, und ich konnte nicht verhindern, dass meine Züge kurz entglitten. Er wohnte hier? Was bitte war das für ein Scherz? Verärgert betrachtete ich den Knaben. "Setz dich", erwiderte ich, und der Tonfall machte deutlich, dass ich keine Widerrede dulden würde. "Wie kommst du in dieses Haus? Und wie kommst du auf die Idee, du könntest einfach hier hereinspazieren und behaupten, hier zu wohnen? Hältst du mich für dumm? Mein Name ist Marcus Aurelius Corvinus. Du siehst, es wäre mir bestimmt aufgefallen, wenn jemand in diesem Haus wohnt, der definitiv nicht hierher gehört."

    Sim-Off:

    LOL :D



    Zunächst fühlte ich mich gar nicht angesprochen, dann hob ich aber doch den Kopf, rein aus Neugier heraus, um zu sehen, wer eben hereingekommen war. Die unflätige Art zu sprechen kannte ich wohl. Viele der aurelischen Sklaven beherrschten zwar kein flüssiges Latein, dieser Dialekt aber gehörte zur Sklavin von Ursus. Eigentlich.


    Denn vor mir stand ein Bengel von schätzungsweise achtzehn Jahren und sah mich erwartungsvoll an. Ich widerstand dem Impuls, hinter mich zu schauen, ob dort vielleicht jemand stand, doch ich wusste, dass dem nicht so war. Den Papyrus, den ich ohnehin nur überflogen hatte, ließ ich langsam sinken, während ich den Knaben vor mir musterte und mich eine fragte - wo kam er her? Und wer war er? Ich mochte nicht alle Sklaven mit Namen kennen, doch wie sie aussahen, wusste ich wohl. Der Junge redete bereits weiter. Als er geendet hatte, ließ ich einen Augenblick verstreichen und legte den Papyrus dann auf dem Tisch ab, um die Hände locker im Schoß zu falten. "Die Sage von Romulus und Remus? Du meinst sicher die von Plutarch oder Dionysios von Halikarnassos. Abschriften von beiden befinden sich im Regal hinter dir. Allerdings", erwiderte ich, "ist dies keine öffentliche Bibliothek, daher sei doch so gütig und verrate mir, wie du hier hereingekommen bist, wie du heißt und was du in diesem Hause tust." Selbst erstaunt über meinen nüchternen, ruhigen Tonfall, sah ich den Jungen an. Er hatte Glück, einen scheinbar guten Tag erwischt zu haben, denn wäre es anders, würde er sich jetzt bereits wieder in der Gosse befinden, wo er wohl auch hergekommen sein musste.

    Es war einer dieser Tage, an denen man nichts mit sich anzufangen weiß. Draußen regnete es in Strömen, seit der Horizont die Sonne irgendwo hinter den Wolken auf ihre Reise geschickt hatte. Ein Wetter, das einen zum Verweilen zwang, wollte man nicht im Regen durch den nassen Unrat Roms schlendern. Nach dem almorgendlichen Empfang meiner Klienten hatte ich mich in die Bibliothek zurückgezogen. Ohne bestimmtes Ziel und ohne bestimmte Absicht, was ich zu tun gedachte. Mehr gedankenverloren als wirklich bei der Sache, ging ich die schmalen Regale ab und besah mir die zahlreichen Abschriften wie die wenigen Originale, die sich hier aneinanderreihten. In Gedanken war ich ganz anders - wie nur machte man einen stilvollen und angemessenen Heiratsantrag?


    Mir darüber den Kopf zerbrechend, suchte ich mit dem Zeigefinger die Regalböden ab nach einer Schrift, die vielleicht ein wenig mehr Aufschluss bringen würde über diese wichtige Angelegenheit, die mir noch bevorstand. Wichtig war auch das Ambiente - wo sollte ich den Antrag machen? Fragen musste ich glücklicherweise niemanden mehr zuvor, denn Celerina war sui iuris. Ich seufzte, zog eine Rolle mit vielversprechendem Titel heraus und setzte mich an einen kleinen runden Tisch, als plötzlich....



    Sim-Off:

    reserviert ;)

    Ich wiegte den Kopf hin und her. "Durus bildet vermutlich die einzige Ausnahme", erwiderte ich. "Ich würde ihn, wenn schon nicht als Freund, so zumindest als achtenswerten Mann und politischen Weggefährten bezeichnen. Ein Jammer, dass er nicht das Familienoberhaupt ist." Ich freute mich schon auf gemeinsame Senatssitzungen. Das würde gewiss interessant werden. "Was den Legaten betrifft... Nicht nur, dass er mich quasi verhört und indirekt hinausgeworfen hat, als ich eine alte Bekannte besuchen wollte, er ehelicht auch eine einfache Plebejerin, die nicht einmal Tochter eines Senators ist, und scheint nicht besonders viel Wert auf Traditionen zu legen. Einer der Priester, die die Legionen mit in den Krieg begleitet haben, erzählte von gravierenden Opferfehlern. Was das im Zusammenhang mit dem Tod des Iulianus bedeutet, muss ich dir ja nicht erklären." Ich überlegte einen Moment und zuckte mit den Schultern. "Seine Verlobte, Iulia Helena, kenne ich zwar. Sie ist durchaus eine angenehme und auch pfiffige Frau, was nicht zuletzt während ihrer Zeit als Magistratin deutlich geworden ist. Nur ist sie von einfacher Abstammung, nicht einmal die Tochter eines Senators, die einen Vorteil bringen könnte - und sie hat ihn an die Front begleitet." Letzteres empfand ich als besonders töricht. Ich hätte meinem Weib niemals erlaubt, mitzukommen. Der Krieg war schon ohne die Anwesenheit von Frauen schlimm genug.

    "So ist es", bestätigte ich gleich dreierlei Dinge und nickte bestätigend. Allerdings hätte ich ohnehin erwartet, dass Ursus nicht mit meiner Absicht hausieren gehen würde. "Ich wäre dir sehr verbunden, wenn die anderen ebenfalls von mir erfahren würden, dass bald eine Hochzeit ins Haus steht." Sicher war sicher. Wenn Ursus sich da schon im Allgemeinen nicht so sicher war, wies ich ihn besser auch auf das Spezielle hin.


    Was diese Einladung anging, sollte ich wohl auch noch einen Hinweis geben. "Soweit ich weiß, halten Epicharis und Aristides in sehr kleinem, privatem Rahmen Hochzeit. Mir ist zwar nicht bekannt, wer noch alles eine Einladung erhalten hat, aber die meine entstammt der persönlichen Feder Epicharis', so denke ich, dass... Nun, sie wird die engeren Mitarbeiter der Acta Diurna eingeladen haben. Allerdings wird man gewiss nichts dagegen haben, wenn ich dich mitbringe. Celerina wird ohnehin anwesend sein. Ich könnte euch gleich bekannt machen." Ich lehnte mich ein wenig zurück und betrachtete Ursus. "In diesen Zeiten ist es schwer, jemanden zu finden, der in vielfältiger Hinsicht passt. Im Grunde steht dir allerdings das imperium offen, solange das Umfeld stimmt. Ich spreche mich allerdings ganz klar gegen die Tiberia aus, Titus, zumindest, solange ihr pater direkt ivolviert ist. Ich traue ihm nicht einmal halb soweit, wie ich ihn werfen könnte. Den Legaten, du weißt schon. Aber ich könnte Durus fragen, ob es nicht eine Dame gibt, die zu heiraten gewillt ist und dabei nicht direkt ihm unterstellt ist."


    __________________________


    Telesinus neigte erfreut den Kopf und lächelte dem Senator zu. "Dann danke ich dir im Namen der Priesterschaft, Senator, für deine großzügige Spende", erwiderte er galant. Die Fingerspitzen aneinander gelegt, ruhte der Blick des Alten auf Quarto. Überraschung über die kleine Schatulle äußerte er, indem er eine Braue nach oben zog. Ein Lächeln überzog alsbald wieder seine Runzeln. "Geld mag profan sein, Senator, doch ist es bisweilen nötig, um den Göttern die gebührende Ehre auch erweisen zu können. Erneut danke ich dir für deine Großzügigkeit. Ich selbst werde Mercurius darum bitten, dich auch auf deinen zukünftigen Reisen zu behüten."


    Ursus' Worte waren selbstverständlich einleuchtend, doch wer verließ sich heutzutage schon darauf, dass man die guten Absichten oder gar die nicht greifbare Treue bei jemandem erkannte? Weder ich selbst noch ein anderer Aurelier hatte meines Wissens nach eng mit Valerian zusammengearbeitet, geschweige denn in dessen Beraterstab gesessen. Wie also sollte man einen Mann einschätzen, von dem man seltenst etwas sah und noch viel Widersprüchlicheres hörte? Ich schüttelte den Kopf und wollte etwas erwidern, als Ursus argwöhnte, ich hätte die Flavieri richtig gern. Doch dabei blieb es nicht, er sprach von Gefühlen, die ich wohl hegen sollte. Verdattert starrte ich ihn an und fand nur über ein Räuspern zurück zur Sprache. "Sie entstammt einer guten und angesehenen Familie, Titus. Zudem untersteht sie keiner patria potestas - ihr Ehemann ist tot, ebenso wohl ihr Vater. Das ist alles, was ich wissen muss. Und schätze ich ihr Wissen um die Flora", erwiderte ich trocken. Gefühle waren ein dehnbarer Begriff. Dies war eine politische Heirat, auch wenn ich Celerina mochte, denn da der Kaiser bisher nichts gegen die Flavier unternommen hatte, ging ich davon aus, dass er es auch zukünftig nicht tun würde. Doch von Liebe wagte ich nicht zu sprechen. "Gefühle sind etwas, das sich entwickeln muss, Titus. Ich bin nicht so töricht, einen Fehler zweimal zu begehen", sagte ich reserviert und spielte damit auf Deandra an.


    Ich trank einen Schluck Met und seufzte. "Im Grunde hoffe ich auf einen Erben, wenn weitere folgen sollten, soll es mir recht sein", fuhr ich etwas versöhnlicher fort. "Ich habe sie noch nicht offiziell darum gebeten, meine Frau zu werden. Aber sie ahnt etwas, dessen bin ich mir sicher. Und wo du gerade die kommenden Hochzeiten ansprichst, es wird demnächst eine geben, und zwar die von Flavius Aristides und Claudia Epicharis. Vorgestern erhielt ich eine Einladung. Du nicht? Vielleicht ergibt sich dort in der Tat eine interessante Möglichkeit für dich."

    Auf meine Frage ging Ursus gar nicht ein. Ich schloss daraus, dass er es selbst nicht wusste, und dass die Sache mit seiner Schwester nicht so schlimm war, wie angenommen. Ich schwieg, während er las, und seufzte tief als Kommentar darauf, dass wir wieder einer weniger waren. Mit einem traurigen Lächeln bemerkte ich: "Nicht nur deswegen wird es Zeit, dass ich endlich heirate." Ich glaubte indes nicht, dass ein Brief so schnell war wie ein Reisender, der Wert auf Komfort legte. Wenn mir eines von Lyso in Erinnerung geblieben war, so waren es die rauschende Feste und die pompöse Ausstattung seinerselbst. Ursus war dies sicher auch noch in Erinnerung. Teilweise hatte ich Lyso gar für verschwenderisch gehalten.


    Ich musste schmunzeln, als ich Ursus' Miene sah. "Vielleicht", erwiderte ich, um noch ein wenig die Spannung zu steigern. "Ich werde Celerina von den Flaviern heiraten." Eine kurze Pause. "Ich ahne, was du denken magst, Titus. Das Schicksal der Aurelia und der Flavia scheinen letztens enger verflochten zu sein als es dieser Tage gut sein könnte." Damit spielte ich natürlich auf die Vergangenheit des derzeitigen Kaisers an, der persönlichen Groll gegen die Flavier hegte. Wie tief dieser sitzen musste, war jedoch bisherig nicht feststellbar gewesen. Insofern war es ein Spiel mit dem Feuer, sich eine Flavia zur Frau zu nehmen.

    Ein wenig musste ich ob der gar stürmischen Zustimmung der Flavierin schmunzeln. Sie erschien mir in so vielerlei Hinsicht wie ein frischer Wirbelwind und erinnerte mich kurioserweise bisweilen an meine Mutter, die so gegensätzlich gewesen war. Still und grave, sich stets der verursachenden Wirkung von Wort und Geste bewusst gewesen, hätte es ihr mit Sicherheit missfallen, was ich zu tun gedachte, das die Flavia betraf. Doch sie ruhte bei den Ahnen, und meinem Vater hätte die sprunghaft-frische Art Celerinas gewiss gefallen.


    Celerina stand bereits, da erhob auch ich mich und folgte ihrem neugierig spähenden Blick in den Garten. Ihr Fachwissen schätzte ich sehr, vielleicht hatte sie gar den ein oder anderen Tipp für mich, wie man seltene Exoten besser kultivieren konnte. Allerdings, so fürchtete ich, würde ich mir mitnichten merken und umsetzen können, was Celerina möglicherweise wusste. Meine Gedanken flackerten hin zu Siv, die in dieser Hinsicht um so vieles kundiger war als ich. "Sehr gern", erwiderte ich und bot ihr meinen Arm, als ich neben sie getreten war.


    Ich hatte sie gerade von den Steinplatten der Terrasse auf den kiesbestreuten Weg geführt, da nahm ich eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahr und wandte den Kopf. Es war Siv. Ihr Blick changierte in den unterschiedlichsten Empfindungen. Was in ihr vorgehen mochte? Ratlos betrachtete ich sie, kurz nur, dann erwähnte sie Sofia und ich runzelte die Stirn. Im Grunde konnte ich von Glück sagen, dass die ungeschickte Sklavin verschollen schien. Kurz wandte ich mich Celerina zu, ergründete den Ausdruck auf ihrem Gesicht und wandte mich erst danach Siv wieder zu, wobei ich auf eine Stelle hinter Celerina und mir wies. "Du kannst uns begleiten", sagte ich schlicht und hoffte gleichsam, dass sie nicht wieder eine Szene machen würde. Ein Mundwinkel hob sich um eine Winzigkeit, dann setzte ich mich mit der Flavia an meiner Seite in Bewegung und strebte dem Grün entgegen. "Ich hoffe, dass dir der Garten gefällt", suchte ich abzulenken von dem Missfallen der Begleitung wegen, dass ich zu erkennen glaubte bei Celerina. Ohne weiteres hätte ich erwähnen können, dass Siv die gute Seele dieses Gartens war, doch wäre diese Bemerkung wohl unpassend gewesen, da es wenig glaubhaft erschien nach ihrem Auftritt zuvor. Und außerdem wollte ich nicht wieder über sie reden, sondern mich lieber der Illusion hingeben, dass alles seine Richtigkeit hatte und alles unbeschwert war.

    Bei der Erwähnung der höheren Tiere musste ich kurz schmunzeln. Es hätten auch meine Worte sein können, wenn ich da an meine Rückkehr aus Griechenland dachte. "Das Angebot nehme ich gern an. Mich verbinden angenehme Erinnerungen an meine Zeit bei der legio Secunda mit Mogontiacum. Vielleicht kann ich sogar behilflich sein, doch dazu bräuchte ich natürlich detailliertere Informationen."


    Dass der Duccius beeindruckt von Rom war, konnte ich ihm nicht verübeln. Ich glaubte, dass es jedem so ging, der zuvor noch nie durch die Straßen gewandelt und die großen Bauwerke und Kultstätten mit eigenen Augen gesehen hatte. "Das ist ein großes Vorhaben, wenn man bedenkt, wie groß die Stadt ist", erwiderte ich und lächelte. "Du solltest dabei keinesfalls die Trajansthermen aussparen." Dass er sich die Tempelanlagen ansehen würde, erschien mir logisch, also erwähnte es ich nicht gesondert. Mein Lächeln wandelte sich in ein Schmunzeln, als er nun wieder darauf zu sprechen kam, wie es weiterging. Er schein mir ein zielstrebiger junger Mann zu sein, und das widerum erinnerte mich ein wenig an mich selbst. Damals, als ich noch Magistrat von Mantua gewesen war, hatte ich auch diese unbändige Energie versprüht. Ich seufzte unmerklich und schob diese für mich ungewöhnlichen Gedanken beiseite - sie klangen mehr nach einem alten Mann denn nach einem Mann meines Alters. Ich widmete mich also wieder Verus. "Nun, wir können jetzt sofort hinunter gehen, damit du deinen Eid schwören kannst. Dann werde ich dem rex sacrorum deinen Antrag vorstellen, und dann wirst du offiziell zum Priesterschüler ernannt werden. Dein Lehrer wird dir danach zugeteilt werden, dazu bekommst du dann eine schriftliche Meldung. - Wollen wir gleich gehen? Du siehst mir aus, als brennst du geradezu darauf", erklärte ich und leerte meinen Weinbecher, bereit, aufzustehen und den jungen Duccier zum kleinen Heiligtum zu begleiten.

    Drinnen


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    "Genau das meine ich, ja. Ich denke, dass du weißt, dass in den seltensten Fällen etwas anderes aus einer Sklave-Herr-Geschichte erwächst als Unglück. Da brauche ich dir also nichts zu zu sagen, das musst du für dich ganz allein entscheiden. Ob du damit leben kannst, wenn er dir nichts zurückgibt oder im besten Fall zum Schein eine Frau heiratet, weißt nur du allein, da kann dir niemand helfen." Brix sah Siv aufmerksam an. "Du musst das für dich entscheiden, unabhängig davon, was die anderen davon halten. Und dann handle danach. Das ist wie... Wie wenn man ein Rebhuhn jagt. Da muss man auch wissen, was man tut, sonst fliegt es fort und man muss hungern. Wenn man aber ganz und gar bei der Sache ist, kann man ein Festmahl halten." Ein Weilchen lächelte Brix in Erinnerung vor sich hin, dann schubste er Siv sachte an. "So, jetzt hinaus mit dir." Von Niki erntete er ein beifälliges Nicken.




    Draußen
    Wie Celerina wohl aussehen mochte, wenn sie kicherte? Das war ein seltsamer Gedanke, nach dem was ich eben gesagt hatte. Oder wie sie wirkte, wenn sie die Nase krauszog...? Ich widmete mich wieder dem Wein, rätselte kurz darüber, was Celerina hatte ansprechen wollen, unterdrückte aber den Impuls, sie danach zu fragen. Gewiss hatte sie es mit gutem Grund im letzten Moment unterdrückt, also war es unhöflich, wenn ich nun fragte.


    Stattdessen begann ich es zu bedauern, dass ich Siv hatte wegschicken müssen. Selbst in ihrem gebrochenen Latein würde sie die Eigenheiten der Pflanzen teilweise besser erklären können als ich, schlicht und ergreifend deswegen, weil sie um die Pflege der einzelnen Exemplare wusste und ich nicht. Dennoch deutete ich nun in den Garten hinein. "Wenn du möchtest, können wir uns dem hortus zuwenden", schlug ich vor. "Stell dir einmal vor, ich habe vor einer Woche ein recht mäkeliges Exemplar einer orchidacea erhalten. Sie sieht noch recht traurig aus und hat ihre einzige Blüte zwar nach dem Einsetzen abgeworfen, aber bei guter Pflege wird sie sicher noch angehen. Nun - wollen wir?"


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    Der Germane entgegnete nichts auf Sivs vorwurfsvolle Worte. Das war besser so. Er hatte er sagen wollen, dass er wisse, wie sie sich fühlen musste, doch das wusste er eben nicht. Vorstellen konnte er es sich allerdings durchaus. Statt also etwas zu sagen, kehrte er mit langsamen Bewegungen, damit das Mehl sich nicht noch weiter verteilte, selbiges zusammen. Als die Verzweiflung in Sivs Stimme laut wurde, sah Brix auf und hielt inne. Wie sie dort unter dem Regal an der Wand stand und sich grämte, tat sie ihm leid. Er wechselte den Besenstiel von der Rechten in die Linke und seufzte. "Siv. Zuerst beruhige dich. Komm mal her." Brix breitete einen Arm ein wenig aus und bot Siv damit Anlehnfläche. "Pah. Geh in deinen Garten!" grollte Niki derweil, wenn auch nicht mehr ganz so sauer wie noch vor Augenblicken.


    Es dauerte zwar ein wenig, aber letztendlich kam sie. Und Brix versuchte, sie zu trösten. Er hatte Siv noch nie weinen sehen, daher glaubte er, dass ihr die ganze Sache doch ziemlich nahe gehen musste. Eine Weile ließ er ihr einfach Zeit, dann klopfte er ihr behutsam auf den Rücken. "Du bist eine sehr liebenswerte Frau. Corvinus wäre blind, wenn er das nicht sieht. Das mal dazu. Aber jetzt schau dich mal an, so verbittert und voller Wut wie du bist. Da sieht man die liebenswerte Siv gar nicht, under dem ganzen Zorn. Denkst du denn, so mag er dich?" Brix schob Siv eine Armeslänge weit von sich und betrachtete sie. Die Träne hatte eine feuchte Spur auf ihrer Wange hinterlassen. "Jetzt schau nicht so. Selbst ich weiß nicht, was ich von dir halten soll, wenn du Nikis Küche demolierst und solche Blicke verschießt. Und der Römerin da draußen machst du es auch leicht, indem du dich einfach verdrückst. Nach allem, was ich gehört habe, teilt sie die Leidenschaft unseres Herrn für Pflanzen. Wer könnte sie sonst in den Schatten stellen mit dem Wissen diesbezüglich, wenn nicht du? Also los, du kleiner Waldgeist, hinaus mit dir. Ich kümmere mich um das Mehl." Brix lächelte Siv aufmunternd zu, fragte sich aber zugleich, ob es eine gute Idee war, sie zur Konkurrenz mit der Römerin anzustacheln.

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    Brix' Blick war auf Siv gerichtet, als Sofia die Küche verlassen hatte. Er ahnte, dass diese Situation dank ihres Auftretens keine gute Wendung nehmen würde. Doch er schien sich geirrt zu haben, denn statt erneut aufzubegehren und sich wie eine Wilde aufzuführen, wirkte sie nur verwundert und fassungslos. Ihr Blick irrte langsam im Raum umher und blieb an dem wankenden Fässchen hängen. Niki murmelte etwas, das Brix besser nicht verstand, und werkelte kopfschüttelnd und mit sich selbst redend weiter. Gerade, als Brix sich aufmachen wollte, um dem schwankenden Mehlbehältnis wieder sicheren Stand zu bescheren, kam eine Art Knurren über Sivs Lippen, dicht gefplgt von einem dramatischen Aufschrei - und einem Tritt. Brix verhielt in der Bewegung, seufzte und sah der Mehlwolke zu, wie sie sich langsam lichtete. Da fiel ihm auf, dass etwas fehlte. Er hob den Blick, und in dem Moment, in dem es passiert, wusste er auch, was fehlte: Nikis rhytmisches Schneiden auf der Holzplatte war verstummte.


    Zeitgleich verpasste die schmale Köchin Siv eine schallende Ohrfeige. "Ich glaub wohl, du hast sie nicht alle! Wenn du was kaputt machen willst, geh gefälligst irgendwo anders hin, aber komm nicht in MEINE KÜCHE!" brüllte sie Siv an, und Brix stand daneben wie versteinert. Er hatte Siv zwar gehört, doch was sollte er sagen? Niki schüttelte derweil die Hand, mit der sie Siv geschlagen hatte. Ihre Augen sprühten vor Zorn und ihr Gesicht war krebsrot. Ein, zwei Atemzüge lang stand sie noch heftig atmend vor der Germanin, dann wandte sie sich so abrupt um, dass erneut ein wenig Mehl aufwirbelte, und rammte das große Fleischermesser in einen halb abgezogenen Hasen. Brix seufzte und kratzte sich mit einem Blick auf das Malheur die Stirn. "Tja.", sagte er ratlos. Niki fuhr herum und wedelte nun mit dem kleinen Gemüsemesser. "Jetzt nimm du sie nicht auch noch in Schutz, Brix! Sie kann sich hier nicht aufführen, als würde sich alles immer nur um sie drehen! So ist das nicht, das muss sie lernen! Und diesmal kann sie ihre Schweinerei selbst aufräumen, ich muss das Essen für heute Abend vorbereiten!" Schnaufend schnibbelte Niki weiter. Brix sah zerknirscht von ihr zu Siv und hob die Schultern. "Ja, also... Ich kann mir vorstellen, wie das für dich ist, aber... Sie ist eine Römerin, das ist der Punkt. Und er muss langsam mal heiraten..." Brix hob die Schultern. Was sollte er groß dazu sagen? Siv wusste sicher selbst, dass Corvinus tun und lassen konnte, was er wollte. Und dass sie das Bürgerrecht nicht besaß, die Flavierin aber schon, und noch dazu war sie aus gutem Hause. "Du solltest wieder hinaus gehen. Ich kann mir vorstellen, dass es schwer für dich sein muss, aber davonzulaufen ist auch keine Lösung", versuchte er es weiter, während er den Besen hinter der Tür hervor kramte.

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    Brix, der keinesfalls ein Dummkopf war, hatte schon vor der Reise nach Germanien mitbekommen, dass Siv eine andere Beziehung zu ihrem Herren hatte, als sie andere glauben machen wollte. Das vage Lächeln um den Mund, das verhaltene Glitzern in den Augen wenn sie von ihm sprach, hatte sie verraten. Dennoch maßte er sich nicht an, darüber zu urteilen, ob es gut oder schlecht war. Es war vielleicht ein wenig naiv, aber das mochte in Sivs Ermessen liegen und nicht in seinem. Er hielt sich da raus, es ging nichts an, oder neuerdings nur dann, wenn Siv ihre Arbeit vernachlässigte. Da sie dies nicht tat, sondern sich seit der Wiederkehr umso bereitwilligender in ermattende Arbeit stürzte, und da ihr im Bezug auf den Garten ohnehin keiner das Wasser reichen konnte, hatte er nichts weiter gesagt. So lächelte er lediglich wissend und ging vorerst nur auf das zerstörte Steingut ein. "So einen Krug zerdeppert man nicht gerade leise, und als ich in die Küche kam, hat Niki gerade deine Scherben aufgefegt", sagte er, und als Niki ihren Namen hörte, sah sie Brix kurz grimmig an. Sie mochte es nicht, wenn sie nichts verstand.


    Kurz darauf sprang Siv schon wieder auf und strahlte eine Unruhe aus, die Brix deutlich spüren konnte. Das, was sie bewegte, war keine Kleinigkeit. Er ahnte schon, worauf es hinauslaufen würde. Ihr Verhältnis zu dem Hausherren und der Umstand, dass jener soben eine hohe Dame zu Besuch hatte, wwaren für den Germanen eigentlich aufschlussreich genug. Er hörte ihr dennoch ruhig zu. "...und? Du meinst, und jetzt hat er Besuch dort draußen auf der Terrasse sitzen und schert sich nicht weiter um dich?" fragte er rhetorisch und sprach gleich weiter. "Ist das der Grund für deine Wut?" In diesem Moment flog die Tür auf. Wehende blonde Haare wirbelten hinein. "Habt ihr sie gesehen?" Sofia blickte von einem zum anderen. Niki schürzte nur die Lippen und hackte inzwischen mit einer Inbrunst Gemüse, die jeden Schlächter in den Schatten gestellt hätte. "Eine wie jede andere", kommentierte sie. "Oh, wir sollten es uns nicht mit ihr verscherzen, Niki! Du hast nicht gesehen, wie er sie anschaut. Ich bin ganz sicher, das wird unsere neue Herrin werden. Ach, ich muss das gleich Alexandros erzählen...der wird ganz aus dem Häuschen sein!" Sofia wandte sich um, wobei sie mit ihrem Schwung das Mehlfässchen zum Schwanken brachte. Doch sie merkte es nicht und rauschte wieder fort aus der Küche, ohne dass sie irgendwer hätte zurückhalten können. Brix warf Siv einen Seitenblick zu. Das war nun gewiss das letzte gewesen, was sie gebraucht hatte.

    Drinnen
    Brix' Augenbrauen hoben sich in vielsagender Weise, als er Sivs Handbewegung mit dem Blick folgte. Niki schüttelte in Unverständnis den Lockenkopf und wandte sich ab, um verbissen einen Teig zu walken. Mit Sivs gegenwärtigem Verhalten konnte sie nichts anfangen, und langsam argwöhnte sie auch den wahren Kern in den Erzählungen der anderen Haussklaven. So wie sich Siv derzeit verhielt, war es für Niki nicht mehr schwer zu glauben, dass sie tatsächlich abgehauen war und eine Strafe verdient hatte.


    Brix ignorierte die Frage nach Sofia geflissentlich - Niki knetete, die reagierte gar nicht - und deutete auf einen der kleinen Schemel, die hier in der Küche standen. "Setz dich erstmal. Und dann sagst du mir, was los ist. Du bist ja schon länger nicht gut drauf, aber heute scheint es mir noch schlimmer als sonst zu sein. Also lass uns darüber reden, ehe noch mehr zu Bruch geht als ein Krug und ein paar Becher." Seine Mundwinkel zuckten amüsiert durch den Bart, obwohl er sich große Mühe gab, ernst zu sein. Seine neue Aufgabe erforderte das nun einmal, auch wenn er niemals so werden würde wie Matho. Er würde nicht vergessen, wo er herkam, das hatte er sich fest vorgenommen. Brix seufzte, lehnte sich mit locker überkreuzten Beinen an den Tisch und stützte sich mit einer Hand ab. Er hatte absichtlich die germanische Sprache gewählt, da Niki diese Sprache nicht verstand und Siv sich so weitaus besser ausdrücken konnte.



    Im Garten
    Ihr erneutes Kompliment quittierte ich diesmal nur mit einem Lächeln. Niki hatte schon für meine Eltern gekocht, mein Vater hatte sie damals gekauft, in Ostia glaubte ich. Während sie nach Gusto Häppchen herauspickte, betrachtete ich sie. Hässlich war sie nicht, doch um sie als makellos zu bezeichnen, war mir ihre Nase ein wenig zu breit. Hübscher als Deandra indes war sie. Doch Äußerlichkeiten waren mir weniger wichtig als das eigentliche Gebaren, die 'inneren Werte', wie man allgemeinhin sagte. Sie wollte also erneut heiraten, wie sie offenbarte. Kein Wort von Zwang. Jedoch, wenn ich es mir recht überlegte, hätte ich auch nicht zugegeben, nur aus gesellschaftlichen Gründen heiraten zu wollen. Zu müssen. Ich stützte den Ellbogen auf die Sessellehne und legte die Hand ans Kinn. Ein Nicken folgte. Ich sah es ähnlich wie sie, allerdings spielte bei mir noch der Wunsch nach einem gewissen Niveau hinein. Ich konnte mit einer Frau fürs Leben nichts anfangen, wenn ich mich nicht angeregt mit ihr unterhalten konnte. Bei einer Bettgeschichte indes war es gleich. Bei ihrer Erwähnung des Statussymbols befiel mich ein ganz seichtes schlechtes Gewissen. Schließlich hatte ich mich überhaupt erst wieder auf die Suche begeben, eben weil ich vermutlich bald in den Senat berufen wurde. Und man sah nun einmal verheiratete Senatoren lieber in im Senat sitzen als unvermählte. Eine Pause dehnte sich, und ich nickte. "Da sind wir der gleichen Meinung. Ich für meinen Teil lege zudem wert darauf, mich gut unterhalten zu können. Und die, nun, Persönlichkeit muss einfach stimmen. Ich könnte, so glaube ich, nicht mit einer Frau an meiner Seite leben, die beispielsweise dauerhaft kichert oder lediglich die Finger an ihren Händen zählen kann." Eine Amsel ließ sich in einem nahen Busch nieder und begann mit ihren melodischen Rufen. Allmählich begann ich, die friedvolle Stimmung zu genießen, seitdem Siv davongerauscht war.

    "Federweiß?" fragte ich verwirrt. Das bezeichnete doch einen Wein aus Trauben, nicht aber Met. So zumindest nahm ich an. Met hingegen wurde aus Honig und Wasser hergestellt, natürlich unter Beimengung von vergorenem Fruchtsaft und entsprechenden Gewürzen. Ob 'federweiß' die Herstellung von Met unter Zugabe von Traubensaft bezeichnete? "Ah, ja. Minervina hatte in deiner Abwesenheit alle Hände voll zu tun. Sie hat neue Freundinnen gesucht und auch gefunden. Sie wird sich sicher freuen."


    Ursus' Bericht erinnerte mich an meine eigene Zeit als Tribun. Ich war damals heidenfroh gewesen, mich nicht um Pferde und Reiter kümmern zu müssen. Das Kommando über die Reiterei hätte ich freiwillig nicht haben wollen, wo ich doch eine wahrlich großartige Figur im Sattel machte... Das hatte sich zu meiner Schande bis heute auch nicht geändert. Schlimm fand ich es gegenwärtig nicht, schließlich musste ich nirgendwo hin reiten und hatte auch sonst relativ wenig mit Pferden zu schaffen. Wo ich hin wollte, ging ich hin oder ließ mich tragen, und um Pferde machte ich nach wie vor einen Bogen. Ursus' Worte holten mich zurück in mein Arbeitszimmer. Er erkundigte sich nach meinen Sorgen, und wie er vom Beistand sprach, erwischte er mich auf dem falschen Fuß. Beistand sollte ich nicht brauchen, das klang so...unfähig. Andererseits, betrachtete man die Begebenheiten der letzten Wochen und Monate, so steckte darin vielleicht ein Keim Wahrheit.


    Ein Klopfen bewahrte mich davor, augenblicklich antworten zu müssen. Caecus trat ein, richtete kurz das Wort an mich und reichte mir dann einen Brief, der eben wohl via Eildepesche gekommen war. Er zog sich zurück, während ich das Siegel begutachtete und überrascht die Augen hoch zog. "Aus Achaia", teilte ich Ursus verwundert mit, brach das Siegel und begann zu lesen.



    Ad
    Marcus Aurelius Corvinus
    Villa Aurelia
    Roma, ITALIA




    C' Blandus M. Aurelio Corvino s.p.d.


    Nach mehreren Anfällen und langer Schwäche ging in der letzten Woche Euer Onkel Marcus Aurelius Lyso in seiner Villa in Griechenland ins Elysium. Nach langen, hier verbrachten Jahren besuchte er Rom, doch kehrte schon bald zurück, da er von Anfällen heimgesucht wurde. Vor fast 16 Jahren bekam er, schon im hohen Alter, eine Tochter, Aurelia Laevina, die er über alles liebte. Euer Oheim hinterlässt sein Vermögen, seine Villa und seine Sklaven dem Staate. Sein letzter Wunsch aber war es, dass Ihr Euch seiner Tochter Aurelia Laevina annehmt. Laevina ist noch ein junges Mädchen und bisher nicht versprochen, also fleht Euch mein Herr auch aus dem Jenseits noch an, sie gut zu behandeln und sie einst an einen ehrenwerten Mann zu verheiraten. Ich werde Laevina in einigen Wochen nach Rom zu Euch bringen. Ich hoffe auf Euer Entgegenkommen und bedaure, keine frohere Botschaft von meinem Herrn senden zu können,


    Caius Blandus, Verwalter



    Diesen Brief las ich ganze zwei Mal, dann ließ ich die Hand sinken und sah Ursus mit gerunzelter Stirn an. "Lyso war in Rom? Ich frage mich, wann das gewesen sein soll. Ich erinnere mich kaum noch an ihn. Und er hat eine Tochter? Das ist interessant. Und unerwartet." Ich reichte Ursus den Brief, damit auch er ihn lesen konnte. Meinen so genannten Onkel hatte ich in meinem ganzen Leben vielleicht dreimal zu Gesicht bekommen. Erinnerungen hatte ich demnach so gut wie keine an ihn. Seufzend versuchte ich, den Faden unseres Gesprächs wiederzufinden. Achja. Die Sorgen. Ich zog eine flüchtige Grimasse und zuckte dann mit den Schultern. "Lass uns nicht von vergangenen Sorgen sprechen, Titus. Lass uns lieber hoffen, dass diese Zeiten vorüber sind. Sprechen wir doch über etwas Erbaulicheres... Du bist sogar der erste, dem ich davon erzähle." Ich lächelte ein wenig und lehnte mich zurück. "Vermutlich werde ich bald heiraten. Das heißt, wenn alles so verläuft, wie ich es gern hätte."

    Laevina ist die Tochter von Foslia Tertia und Marcus Aurelius Lyso, beide sollen bitte als NPCs eingetragen werden. Marcus Aurelius Lyso soll der Sohn von Marcus Aurelius Cotta sein. Damit wäre Laevina die Cousine der verstorbenen Aurelia Antonia.


    Ich bitte darum, im gleichen Zuge ihre tutela bei mir zu vermerken, Aurelia Helena gleichsam aus meiner Signatur zu entfernen, da sie gegenwärtig im Exil weilt.


    Vielen Dank! :)