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Brix' Blick war auf Siv gerichtet, als Sofia die Küche verlassen hatte. Er ahnte, dass diese Situation dank ihres Auftretens keine gute Wendung nehmen würde. Doch er schien sich geirrt zu haben, denn statt erneut aufzubegehren und sich wie eine Wilde aufzuführen, wirkte sie nur verwundert und fassungslos. Ihr Blick irrte langsam im Raum umher und blieb an dem wankenden Fässchen hängen. Niki murmelte etwas, das Brix besser nicht verstand, und werkelte kopfschüttelnd und mit sich selbst redend weiter. Gerade, als Brix sich aufmachen wollte, um dem schwankenden Mehlbehältnis wieder sicheren Stand zu bescheren, kam eine Art Knurren über Sivs Lippen, dicht gefplgt von einem dramatischen Aufschrei - und einem Tritt. Brix verhielt in der Bewegung, seufzte und sah der Mehlwolke zu, wie sie sich langsam lichtete. Da fiel ihm auf, dass etwas fehlte. Er hob den Blick, und in dem Moment, in dem es passiert, wusste er auch, was fehlte: Nikis rhytmisches Schneiden auf der Holzplatte war verstummte.
Zeitgleich verpasste die schmale Köchin Siv eine schallende Ohrfeige. "Ich glaub wohl, du hast sie nicht alle! Wenn du was kaputt machen willst, geh gefälligst irgendwo anders hin, aber komm nicht in MEINE KÜCHE!" brüllte sie Siv an, und Brix stand daneben wie versteinert. Er hatte Siv zwar gehört, doch was sollte er sagen? Niki schüttelte derweil die Hand, mit der sie Siv geschlagen hatte. Ihre Augen sprühten vor Zorn und ihr Gesicht war krebsrot. Ein, zwei Atemzüge lang stand sie noch heftig atmend vor der Germanin, dann wandte sie sich so abrupt um, dass erneut ein wenig Mehl aufwirbelte, und rammte das große Fleischermesser in einen halb abgezogenen Hasen. Brix seufzte und kratzte sich mit einem Blick auf das Malheur die Stirn. "Tja.", sagte er ratlos. Niki fuhr herum und wedelte nun mit dem kleinen Gemüsemesser. "Jetzt nimm du sie nicht auch noch in Schutz, Brix! Sie kann sich hier nicht aufführen, als würde sich alles immer nur um sie drehen! So ist das nicht, das muss sie lernen! Und diesmal kann sie ihre Schweinerei selbst aufräumen, ich muss das Essen für heute Abend vorbereiten!" Schnaufend schnibbelte Niki weiter. Brix sah zerknirscht von ihr zu Siv und hob die Schultern. "Ja, also... Ich kann mir vorstellen, wie das für dich ist, aber... Sie ist eine Römerin, das ist der Punkt. Und er muss langsam mal heiraten..." Brix hob die Schultern. Was sollte er groß dazu sagen? Siv wusste sicher selbst, dass Corvinus tun und lassen konnte, was er wollte. Und dass sie das Bürgerrecht nicht besaß, die Flavierin aber schon, und noch dazu war sie aus gutem Hause. "Du solltest wieder hinaus gehen. Ich kann mir vorstellen, dass es schwer für dich sein muss, aber davonzulaufen ist auch keine Lösung", versuchte er es weiter, während er den Besen hinter der Tür hervor kramte.