Beiträge von Manius Artorius Claudus

    Etwas überlegend blickte Claudus seinen Cousin Corvinus an. Sein Blickte schwenkte jedoch schnell in unterer Richtung, als Claudus sich mit seiner Hand auf den lautstark knurrenden Magen hielt. Diese fiese Meckern aus Claudus´ Bauchregion war kaum zu überhören. Langsam bekam er also Hunger und war tatsächlich geneigt, das Angebot seines Cousins anzunehmen. "Uhh... klar. Ich hab´ einen riesen Kohldampf! So nebenbei aber wollte ich dich um Rat bitten, wegen etwas, was mir sehr am Herzen liegt. Und ich weiß, dass du schon immer ein offenes Ohr für mich hattest. Aber lass uns das zu Tische bereden, hm?". Fragend blickte Manius ihn an. Aus den Augenwinkeln merkte Claudus komplexe Zeichnungen und viele vollbeschriebene Papyrusrollen, die nur daran erinnerten, dass Corvinus tatsächlich einen Beruf hatte - und Claudus eben nicht! Hoffentlich könnte Corvinus ihm mit guten Ratschlägen wirklich weiter helfen. Denn langsam wurde es Zeit, das Claudus eine Arbeit fand, doch trotzdem hatte er absolut keine Ahnung, welchen Beruf er gerne machen würde.
    Auch war der arbeitslose Artorier schon neugierig, was es denn Schönes zum Essen geben würde. Obwohl das eigentlich auch egal war, Hauptsache etwas zwischen die Zähne bekommen!

    Zitat

    Original von Decimus Artorius Corvinus
    Wie hätte er das nur ahnen können? Ohne sich umzudrehen, hob die Arme an und wollte gerade zu einer Schimpfkanonade ansetzen, ehe er über die Schulter blickte und seinen Cousin an der offenen Türe an den Türstock klopfen. "Ahh, da bist du ja, du fauler Hund... oh, Manius. Guten Morgen." Decimus schmunzelte und griff nach einer Kanne, die irgendwo inmitten des Papierkrieges an einer Linealfront stand und hielt sie dem anderen Artorier anbietend entgegen. "Vielleicht willst du etwas Frühstück? Cinya hat uns etwas Ziegenmilch gegeben. Äh, gekauft." Er nippte am Krug, als würde er sie verkosten, nickte dann zufrieden und hielt sie ihm wieder entgegen. "Schmeckt noch gut."
    "Manchmal glaube ich, ohne die Sklavinnen wäre ich schon verhungert. Normalerweise sorgte immer Hypathia dafür, dass ich auch brav zu essen und zu trinken hatte.." Ein Blick an sich hinab zeigte, warum sich der Artorier sorgte - er hatte nämlich abgenommen.


    Manius wollte schon in Deckung gehen, als Corvinus mit seiner üblichen Geste ansetzte, mit der er sein Schimpfbombardement zu beginnen pflegte. Doch schnell wurde er entwarnt, als er doch noch freundlich empfangen wurde. Er setzte einige Schritte in das Officium und grüßte seinen Cousin: "Salve, Decimus!". Dann schaute er sich kurz im Raum um. So viel Schriftrollen und Tabulae auf einem Haufen hatte Claudus noch nie gesehen. Und er fragte sich, wie viel Gewicht noch nötig wäre, das der Tisch unter der Last zusammenbrechen würde.
    Claudus trat näher zum Schreibtisch und winkte das Angebot nach einem Frühstück mit einem entschlossenen Kopfschütteln ab. Er war einfach einer, der Morgens nie essen konnte. Wenn er es tat, wurde ihm irgendwie übel, und er hatte zudem erst spätestens Mittags Kohldampf. "Na, schon wieder zu viel Schreibzeug?", fragte Claudus. Irgendwie konnte er es garnicht nachvollziehen, dass ein einfacher Mann so viel Schreibkram erfüllen musste. Schließlich konnte Corvinus nicht der einzige Architekt im römischen Reich sein...
    Manius gab sich etwas nachdenklich, als Corvinus dann Hypathia ansprach. "Ja, schade dass sie weg ist. Aber sie kommt ja sicher wieder, wenn die Götter wollen.". Er klopfte seinem Cousin freundschaftlich auf die Schulter. "Komm, gönn´ dir mal ne Pause, bevor hier was Schlimmes passiert.", meinte Claudus grinsend.

    Claudus schlief derweil wie ein Murmeltier in seiner Pritsche. Leider war das ja nicht dauerhaft, denn er hörte Schreie. Schreie und warscheinlich sein Cousin, der wohl sich wohl wieder mit dem ganzen Papierkram befasste. Ein Glücklicher Mann mit viel Arbeit, aber glücklich. Denn er hatte im Gegensatz zu Claudus einen Beruf. Etwas aufgeschreckt sprang Claudus in seiner Pritsche umher. Dabei hatte er so wunderschön geschlafen!


    Er erhob sich etwas träge von seiner Pritsche. Ohne Corvinus´ Hilfsbereitschaft hätte er nichtmal diese. Ein paar Flüche über sein vorzeitiges Erwachen murmelnd zog er sich eine frische Tunika über und rieb sich kurz die Augen. Seine Haare waren ebenfalls noch zerzauselt. So trat Claudus auch nach außen und spürte die warme, italienische Luft.
    Spontan beschloss er, mit seinem Cousin zu reden. Es war das Mindeste, was Claudus für ihn tun konnte, zumal Corvinus ja sehr viel Stress hatte. Die Casa, seine Arbeit und vieles mehr. So stand er vor dem Büro von Corvinus und klopfte an. Innerlich hoffte er, dass Corvinus fragen würde, bevor er ihn unbewusst verbal zu Boden stampfen würde. :D


    *klopf, klopf, klopf*

    [Blockierte Grafik: http://img302.imageshack.us/img302/6066/erwdk1.png]



    ~~~
    Die "Casa Artoria" ist infolge einer Brandstiftung schwer beschädigt worden und musste eingerissen werden. Auf dem Grundstück findet man eine Ruine, die Gebäude der Nachbarn sind ebenfalls schwer beschädigt, manche abbruchreif.


    ~~~

    Sim-Off:

    Das bedeutet, dass es ein RPG-Fehler wäre, neue threads zu erstellen, die in einer intakten Casa spielen und den Brand nicht mitberücksichtigen. Es gibt derzeit kein Atrium, keine Cubiculi und keine Tabernae, sondern eine qualmende, nach Feuer und Asche stinkende Ruine.


    ~~~

    Dankend nahm Claudus das Wasser entgegen, welches ihm der Medicus reichte. So durstig, wie er war, trank er beinahe das ganze Glas auf einem Schlag weg. Als er seinen Durst gestillt hatte, verschwand das Kratzen im Hals und damit auch sein Krächzen. Nur noch die Schwäche blieb Claudus in der Stimme. Und mit dieser Stimme fing er sogleich an, zu schildern, was er erlebte (wobei er das Thema Valetidunarium absichtlich außen vor ließ): "Nun, der Abend begann eigentlich ganz normal. Ich habe eine Weile in einer Taberna in der Stadt verbracht und war auf dem Heimweg.". Wieder tanzten schreckliche Erinnerungen in seinem Kopf rum. "Dann sah ich etwas, was ich nichtmal jetzt noch glauben kann... diese Rauchwolken... die schrecklichen Rauchwolken...", stotterte er, "Ich sah Lichter und rannte schockiert zur Casa. Als ich ankahm, war schon alles verloren. Das Haus, was darin war, einfach alles! Und da sah ich sie... eine Gruppe zwielichter Gestalten war auf der Flucht, und ich wusste sofort, dass sie es waren. Ich habe sie beschimpft, dann stürmte einer auf mich zu. Diesem Schwein habe ich das Knie eingeschlagen und rannte, eher unkontrolliert in die Gruppe. Es ging so schnell... ehe ich mich versah, wurde alles schwarz!".

    "Also gut, dann lassen wir das Mal... gebt mir bitte nur etwas Wasser, ich verdurste gleich!", sprach Claudus erschöpft. Es war ja nicht so, dass er wirklich wusste, das die "Medikamente" in Wirklichkeit Rauschgift waren, aber zu seinem Glück hatte Claudus eh nichts für diesen Medikament-Schmöcker übrig. Es galt eben nichts über eine "normale, natürliche Heilung", gegebenerfalls mit Verbänden! Claudus wischte sich den letzten Tropfen Blut ab, der von seiner Nase runter rinnte und verfiel dann im Gedanken in seine Gens. Wo waren sie wohl? Was machten sie wohl zurzeit? Ging es ihnen gut?

    Claudus wusste natürlich sofort, was er vom Medicus haben wollte. "Nunja, eine Behandlung... die wäre nicht schlecht.", sprach er. Eigentlich wäre eine Erwähnung ja nicht mal nötig gewesen, aber das war auch egal, dachte Claudus und wischte sich mit der Hand das Blut unter der Nase weg. Doch dann fiel ihm auf einen Ruck etwas ein. "Die Casa?! Die Casa?!?", rief er und versuchte verzweifelt aufzustehen. Doch die Schmerzen waren stärker als seine Willenskraft und Claudus sackte wieder zusammen und legte sich schmerzerfüllt hin. Alles was er heraus brachte, war ein wehleidiges Jammern. "Was ist mit der Casa??", krächtzte er.

    Zwar langsam, aber sicher, bekahm Claudus wieder sein Bewusstsein. Langsam und erschöpft hob er den Kopf und fühlte sein Gesicht. Während er mit seinen Fingern um die ganzen Wunden fuhr, analysierte er endlich, wie schlecht es um ihn stand. Ein ernüchterndes Seufzen und schon lag Claudus´ Kopf wieder auf der Grasfläche. Im Hintergrund hörte er noch das Geschrei und die Zurufe der Menschen, die sich damit abmühten, das Feuer zu löschen.
    Das kleine Mädchen, welches neben ihm stand, nahm er überhaupt nicht wahr, bis er sich dazu entschloss, sich vom Medicus noch einmal helfen zu lassen. "Kleines...", sprach er, das Mächen mit einem blauen Auge anschauend. "Hol doch mal den Medicus... bitte". Seine Stimme krächzte etwas und wieder rinnte Blut aus seine Nase, welches von den Lippen gestoppt wurde.
    Mit einer riesen Portion Glück konnte Claudus dem Tod noch entrinnen. Die Götter hatten wohl noch nicht vor, ihn zu holen...

    Ehe Claudus sich versah, lag er auf den Boden und Tritte regneten auf ihn ein wie Regentropfen bei schlechtem Wetter. Ihm wurde schwarz vor Augen und er verfiel langsam Plutos Reich.
    "Ihr dreckigen Schweine..." stieß Claudus noch aus, während er am Boden lag. Dann wurde ihm ohnmächtig und da er nicht sehr weit von der brennenden Casa entfernt lag, war er in der Gefahr, mit der Casa ebenfalls von den Flammen verschluckt zu werden...

    "Boah... so ein Besuch in der Taberna lohnt sich doch immer...", murmelte Claudus vor sich hin, während er mit langsamen Schritten torkelnd durch die Straßen Roms ging. Irgendwie fühlte er sich komisch. Er musste sich nächstes mal unbedingt merken, ein paar Vinum weniger zu trinken. Der Muskelkater am nächsten Tag wäre sicher der Horror!


    "Bei Jupiter...!", stieß es aus ihm aus. Ungläubig schaute er in Richtung Casa Artoria und blieb entsetzt stehen. "Rauchwolken... Feuer!?"
    Er sah schockiert, wie dunkle Rauchwolken, von etwas Licht begleitet aus der Casa empor stiegen. Er setzte seine Beine in Bewegung, zumindest so schnell, wie er in seinem leicht angetrunkenen Zustand konnte. Mit den Sandalen klopfend kam er immer näher zur Casa und erblickte, wie die Flammen langsam immer mehr, immer größere Teile des Gebäudes verschlungen. Claudus konnte den Anblick immernoch nicht wahr haben. "Das kann nur ein schlechter Traum sein!", rief er, "Wo sind diese Vigiles, wenn man sie braucht?!".


    Er blickte umher und sah einige zwielichte Gestalten, nicht sehr weit von ihm entfernt. Ohne Zweifel, sie waren es! "Heh, ihr da!! Bleibt stehen, ihr Söhne einer Lupa, stellt euch!!", schrie er voller Wut und stürmte auf die Männer zu. Die Schöne Casa... so viele Erinnerungen... und ungewiss, ob es der restlichen Familie auch gut geht. Bilder und Geräusche tanzten durch Claudus´ maltretiertes Hirn, die seinen Zorn und seine Verzweiflung weiter anheizten. Aber in einem Punkt hatte Claudus recht. Wo waren diese Vigiles, wenn man sie braucht?

    Nun hatte es den Anschein, dass die Luft immer dicker für die Verbrecher wurde. Claudus entschied sich, nicht tatenlos zu bleiben. Wie vom Teufel gehetzt stürmte er nach unten und riss die Haupteingangstür auf - vorbei an den Entführern, die er schnell zur Seite schubste und an ihnen vorbeihetzte. Die Eingangstür riss er auf und schnellte mitten in den Schlamm und den kalten Regen, der ihm Gänsehaut bescherte. Sein Ziel: Das Gepäck der Artorier. Ecklige Schlammflecken blieben an seinen Beinen hängen. Doch er rannte weiter hektisch in den Schlamm, bis er endlich ankam. Dann wuselte er in seinem Gepäck rum, auf der Suche nach seinem Dolch. Er wusste ganz genau, dass er ihn irgendwo dort hingelegt hat. Doch er hätte nicht viel Zeit, bis die Räuber vor der Eingangtür aufkreuzen würden. Hektisch wirbelte er die ganzen - manche mehr und manche weniger wertvollen - Gegenstände durcheinander. Doch er fand es nicht. Und trotzdem wusste er ganz genau, dass er es eingepackt hatte. "Wo bei Jupitter hab´ ich es bloß?!", dachte er.
    Nun hatte er zumindest eine Lektion gelernt: Immer den Dolch bei sich haben, wenn man einen hat! Ob er lange genug leben würde, um von dieser Lektion Gebrauch zu machen, war eine ganz andere Frage.

    Manius Artorius Claudus, der gerade seinen täglichen Spaziergang durch die Stadt machte, kam wieder an der Casa an. Es machte ihm immer wieder Freude, durch die Stadt zu gehen. Schließlich konnte er sich für keinen Beruf entscheiden, und wenn er eine Zukunft haben wollte, musste er schon fit bleiben. Doch nicht nur das. Wenn man etwas sozial war, konnte man in Rom auch eine handvoll netter Leute kennen lernen. Und Claudus war sehr sozial!


    Erst lief er durch das Haupttor der Casa und suchte seinen Schlüssel. "Bei Juppiter, wo habe ich bloß meinen Schlüssel gelassen?", murmelte er und schob seine Hände in die Taschen. "Ah, da ist er ja!".
    Schnell schob er den Schlüssel in das Schloss und trat ein. Genauso schnell, wie er die Casa betrat, schloss er wieder die Tür hinter sich. Er hatte das unangehme Gefühl, beobachtet zu werden...

    Verdammt, sie hatten ihn doch erwischt und bekamen sogar Verstärkung! Manius stand eine schwere Entscheidung davor. Wenn er das Messer werfen würde, könnte er einen von den Dreien mit einem gezielten Kopfwurf töten, doch dann würden ihn die überlebenden aufspießen... "Ich denke nicht, dass ich mit Loch im Magen enden will", schoss es ihm durch den Kopf. Die Gelegenheit war schlecht, Widerstand zu leisten und so musste er wohl oder übel kooperieren, vielleicht würden sie sich dann schnell aus dem Staub machen. "Immer mit der Ruhe...", sagte er mit genervter Stimme und legte langsam das Fleischermesser zu Boden. "Da, nehmt doch euer sch*** Messer!", entfuhr es ihm. "Hoppla...", dachte er. Hätte er wohl lieber nicht sagen sollen.
    Wie gerne hätte Manius jetzt, dass sein Cousin Reatinus hier wäre. Ein kampferfahrener Legionär, der wäre sicher mit denen fertig geworden. Aber nein, er muss ja auch im eiskalten Germanien stecken und auf einem großen Platz Jogging laufen! Claudus war ratlos, verzweifelt und wütend zugleich. Er stand reglos da und ließ seinen hasserfüllten Gedanken freien Lauf, während er beobachtete, wie sich die Männer über eine unschuldige Frau hermachten.


    Bei der nächsten Gelegenheit würde er jedoch nicht zögern, einen von ihnen in Plutos Reich zu schicken...

    Auf einem Tisch in der Taberna eingeschlafen! Wie als ob das nicht schon in einem Gästezimmer fürchterlich genug gewesen wäre, konnte Manius sich nicht mehr halten und schlief in so einem unsicheren Teil des Gebäudes ein, wo ihn jeder Exbeliebige erstechen könnte. Vom Rascheln der Bäume und von den Blitzen und den Regentropfen, die auf das Dach peitschten ließ er sich nicht aufwecken. Doch seine Augen sprangen ganz schnell auf, als er ein Schreien vernahm. Seinen Augen folgte der Körper, der sich langsam und schwerfällig erhob und Claudus musste zuerst analysieren, dass es wirklich ein Schrei war und kein Traum. "Was beim Jupitter ist denn los?!", dachte er sich. Hektor, den Medeia ihm da ließ, war auch verschwunden. Er schaut sich aufgeregt um und dachte, dass er wohl in seinem Zimmer sei. Doch dann durchfuhr ihm ein Geistesblitz! Der Schrei warwirklich kein Traum, sondern echt.
    Mit einem Hechtsprung schwang er sich hinter den kleinen Tresen, wo das Personal arbeitete, aber zurzeit nicht da war. Er durchwühlte alle Schubladen auf der suche nach einem Gegenstand, welchen er als Waffe zweckentfremden konnte. Er sah zwar noch etwas verschwommen vom Schlaf, aber er hatte keine Zeit, sich damit aufzuhalten. Dann fand er ein großes, scharfes Messer, welches normalerweise Fleischer für hartnäckige Fleischkolben verwendeten. "Wird wohl reichen müssen.".
    Schnell schwang er sich zurück in den Raum und rannte mit großen Schritten in einen kleinen Flur zwischen Hauptteil und Gästezimmern der Taberna und suchte nach dem Raum, aus dem er meinte, das Geschrei vernommen zu haben. Er schaute zuerst in den Raum, dessen Tür am weitesten offen stand - nichts. Dann schaute er eben in einen Anderen - nichts!
    Dann huschte er zum dritten Raum und spähte über eine Ecke vor der Tür. Er sah die zwei Gestalten von selbigem Abend, wie sie einer Frau ein Messer an die Kehle hielten. Er konnte nur nicht ausmachen, welche Frau es war.


    Das war jedoch ohne Bedeutung, fur Claudus zählte viel eher, was er jetzt tun sollte. Er konnte jetzt sein Leben auf´s Spiel setzen und helfen oder Hilfe holen, mit dem Risiko, dass es zu spät sein könnte. So beobachtete er erstmal die zwei Männer und überlegte, was er tun sollte...

    "Danke Medeia, gute Nacht!", rief Manius, als sie hinter einer der vielen Zimmertüren verschwand. Dann wandte er sich an Hektor, der still schweigend da saß und sprach zu ihm in gebrochenen Griechisch: "Sag mal, waren dir die Typen geheuer?"
    Als er sein letztes Wort sprach, ertönte von draußen ein ohrenbetäubender Blitz. Ob die Götter vielleicht zornig waren...?
    Er beschloss sich trotzdem, sich noch ein kleines Vinum zu gönnen und rief die Frau, die unbeschäftigt umherirrte. "Hey, du! Ein Vinum bitte!", und schon tippelte sie mit ihren dünnen Beinen davon, während Claudus besorgt darüber nachdachte, was die Gestalten vor hatten. Er war sich sicher, dass es noch nicht vorbei war. In seinen Gedanken versunken hörte er ebenfalls auf, Hektor wahr zu nehmen, der aber direkt neben ihm saß und ihn verwirrt anstarrte.


    Wenig später schon kam die Frau mit einem halben Becher Wein zurück. "Tut mir leid, mehr war nicht übrig!", erklärte sie in einer auch für eine Frau recht hohen Stimme. Er nickte und ließ sie weiter arbeiten. Er sorgte sich darüber, ob ihn vielleicht die Männer im Schlaf auflauern würden und ihn so überwältigen wollten. Er beschloss deshalb, diese Nacht lieber nicht zu schlafen...

    Claudus wollte sich eigentlich gerade dem Essen zuwenden, als Medeia in ansprach. "In Italia?", er grinste leicht. "Ich will nie wieder woanders hin, als in Italia. Die anderen Gegenden sind schrecklich. Diese Kälte und Umstände dort...". Dann verschwand sein Grinsen und er gab einen etwas angewiderten Gesichtsaudruck von sich. Man sah sofort, dass ihn der Gedanke an die anderen Gegenden in Rom abscheulich vorkamen. Dann riss er sich jedoch zusammen und lächelte Medeia wieder an. "Auf jeden Fall bleibe ich!"
    Unauffällig schielte er hinter sich her und behielt die in Dunkel gekleideten Männer im Auge. Es war zudem noch unangenehm, dass er seinen Dolch im Gepäch liegen gelassen hatte! Und alleine raus konnte er ganz sicher nicht. Sie würden ihm auflauern und mit Sicherheit erstechen oder sonstwas! Seine Panik wuchs jeher, als er miterlebte, wie sie versuchten, sich an Pumilus ran zu machen und noch mehr, als er erfuhr, dass er alleine in einem Zimmer schlafen musste. So viel zur Nachtruhe...


    Medeia schien wohl nicht zu verstehen, von wem Claudus redete. Also wartete er auf einen unachtsamen Moment. Und gerade als sie wegschauten, klopfte er ihr auf die Schulter. "Da! Die Typen dort, die in Dunkel gekleidet sind!". Dann drehte er sich hastig wieder um und tat so, als ob nichts geschehen wäre. "Hast du die gesehen? Die haben irgend etwas vor...".
    Während er versuchte, Medeia die Gefahr vor Augen zu führen, wurde Claudus´ Essen immer kälter. "Hmpf... ich glaube, ich esse lieber, solange das Essen noch schmackhaft ist". Man sah Manius an, dass seine Nerven strapaziert waren, und er selbst wunderte sich, dass er überhaupt noch Appetit hatte.

    Nass und bibbernd stapfte Claudus direkt hinter Medeia in die Taberna und hinterließ mehrere Fußabdrücke auf dem Boden. "Dummes Sauwetter!", murmelte er vor sich hin und schüttelte sich vereinzeltes Wasser von seiner Peanula. Als Medeia für die recht große Gruppe einen geeigneten Tisch gefunden hatte, nahmen sie Platz. Er setzte sich neben Medeia und neben ihm wiederrum sitzten die Brüder Hektor und Herkules. Allerdings hielten sie etwas Abstand von ihm und man merkte an, dass sie sich nicht direkt neben ihm setzen wollten. "Warscheinlich macht es sie introvertiert, Sklaven zu sein. Schade, so unsymphatisch scheinen die mir nicht zu sein...", flüsterte er zu Medeia. Claudus ließ nicht lange auf sich warten und zog sich den Umhang wieder ab, als ihm warm wurde. Er fühlte sich aber beobachtet und hatte kein gutes Gefühl. Sein Blick schweifte in der Taverna umher. Ja, Manius war eben eine sehr wachsame Person! Man konnte schließlich nie wissen, was einem wiederfahren konnte. Er schaute sich jeden Tisch genau an und beobachtete die Taberna.


    Nicht lange, und schon hatte er die Ursache des "Problems" gefunden. Ein paar merkwürdige und verdächtige Männer, die zu ihnen rüberschauten und etwas daher flüsterten. Er schaute einem aus der Ferne an und dieser erwiderte mit einem breiten, diabolischen Grinsen und einem Blick, wie als ob ihn der Tod persönlich anstarren würde.
    Dann beugte er sich leicht zu Medeia, einen unbehagenen Audruck im Gesicht habend. "Medeia, die Typen da schauen aus, als ob sie was aushecken würden.", flüsterte er ihr zu und blickte kurz in die Richtung der Gestalten, um ihr zu signalisieren, wen sie meinte. "Die hecken was aus, ganz bestimmt!". Dabei wuselte er aufgebracht am Tisch umher und hoffte, dass Medeia die bevorstehende Gefahr erkannte.
    In dem Moment, wo Claudus seinen Satz beendete, schauten auch Hektor, Herkules und Pumilus nach hinten, drehten sich aber rasch um, weil sie nicht auffallen wollten.
    Ich auch nicht haben ein sehr gutes Gefühl, Domina!", sprach Hektor etwas kleinlich in seinem gebrochenen Latein

    Mit einer freundlichen Geste nahm Claudus an einer Bank platz, die ihm Medeia gedeutet hatte und gab dabei ein inneres "Ahhh..." von sich. Erst etwas in seine Gedanken vertieft, wurde schon seine Konzentration von Medeia abgebrochen, die ihm eine Frage stellte. Er musste zuerst überlegen, was er antworten wollte und schaute Medeia mit einem Blick an, mit dem auch vermuten konnte, dass er nur zur Hälfte geistesanwesend war.
    Dann kam Manius jedoch zu Wort. "Ich bin nach Gallien gereist und habe mich einem kleinen, armen Dörfchen angeschlossen. Ich war eben ein sehr Abenteuerlustiger. Noch so viel jünger...
    Meine Entscheidung habe ich allerdings schnell bereut und wollte wieder verschwinden. Nach 3 Jahren Aufenthalt wollten mich die Bewohner allerdings nicht weg lassen.", sagte er mit einem leichten Grinsen. "Sie hatten sich wohl zu sehr an mich als billige Arbeitskraft gewöhnt und wollten mich nur ungern wieder weg haben. Nach einem weiteren Jahr dort habe ich meine Habe gepackt und habe mich Nachts davon geschlichen. Das hätte ich viel früher tun sollen, glaub mir das..."
    Es war ihm eine große Freude, dass Medeia ihn so gut empfing, nach dem, was geschehen war.