Beiträge von Titus Decimus Verus

    Verus fielen fast die Augen aus dem Schädel. Seine Tochter war wunderschön, eine wahre Venus. Er lächelte voller Stolz.


    "Du siehst hinreißend aus, vielleicht verguckt sich ja ein Patrazier in dich, das wäre keine Überraschung," scherzte er mit einem breiten Grinsen.


    Er legte seinen warmen Arm um seine Tochter. "Wir müssen aufbrechen, wenn wir noch pünktlich eintreffen wollen..."
    Verus ging mit seiner Tochter den Korridor entlang. Am Eingang der Casa warteten bereits Leihsänften für sich und seine Tochter. Eine sehr praktische Sache, so eine Leihsänfte.


    So brachen die beiden also voller Vorfreude auf.

    Als Verus seine Toga angelegt hatte, nahm er noch ein wenig Rosenwasser und bespränkelte damit sein Gesicht. Seinen Bart hatte er gestern frisch schneiden lassen.


    Der Sklave entfernte sich auf ein Zeichen von Verus.


    Verus ging in den Korridor, um nach seiner Tochter zu sehen.


    "Serrana?" - rief er vorsichtig hinaus. "Bist du soweit?"


    Verus lächelte breit und wandte sich einem großen Schluck Wein zu. Langsam begann der Wein die Stimmung zu lockern. Er amüsierte sich köstlich mit Sedulus und Labeo. Als es auf der Bühne weiterzugehen schien, drehte er sich zu dieser.


    "Ein wahrlich von den Göttern gesegneter Nachmittag unter Freunden, was kann es Besseres geben? - Vielleicht Wein und Weib!" :P


    Er lachte kurz auf und konzentrierte anschließend seine Aufmerksamkeit auf die Bühne, natürlich mit dem Becher in der Hand.

    Verus löste sich von seiner Tochter. Er musste sich fertig machen für einen wichtigen Abend, die Hochzeit von Aurelius Corvinus und Flavia Celerina.


    Die Worte zu seiner großen Liebe, schmerzten ihn. Er hätte sie damals nicht verlassen dürfen, doch er musste damals gehen.


    "Ich liebe dich...," kam kränklich aus ihm heraus. Es war das Einzige, was er noch sagen konnte. Seine Tochter hatte so viel durchgemacht und er war daran Schuld.


    Er kramte die braune Toga eines Bürgers heraus. Diese würde er gleich anlegen, um einigermaßen standesgemäß aufzulaufen.


    "Möchtest du mich zu einer Hochzeit begleiten? Vielleicht lernst du dort nette Patrazier kennen." - Verus lächelte und legte seine warme Hand auf die Schulter seiner Tochter. Das wäre die beste Gelegenheit seine Tochter näher kennen zu lernen, bei einem netten Abend.


    Er ging kurz in den Korridor und rief einen Sklaven zu sich, um sich beim Anlegen der Toga helfen zu lassen. Nach einigen Sekunden kam er wieder ins Zimmer.

    Ein Soldat schaute nach dem Rechten und fand die Leiche des toten Piraten. Er zuckte mit den Schultern und informierte den zuständigen Unteroffizier. Die Leiche würde verbrannt werden und die Zelle mit Wasser gereinigt werden. Man machte sich deswegen keine große Aufregung. Einige Tage später würde auch der zuständige Offizier informiert werden, wenn die Zelle bereits wieder bezugsfertig wäre.


    Es kam ja schließlich öfters vor, dass Gefangene verstarben. Zumal es sich, um einen dreckigen Piraten handelte.

    Als Verus Fragen beantwortet waren, nickte er zufrieden. Er hob seinen Arm, um sich als Bieter kenntlich zu machen.


    "2200 Sesterzen, werter Händler!"


    Die Sklavin hatte wahrlich sein Interesse geweckt. Menas übersah er in der Menge der Bieter jedoch völlig.

    Verus war gerade in der Nähe als er die dunkle Stimme des Sklavenhändlers vernahm. Brauchte er einen Sklaven? - Wahrscheinlich nicht, dennoch konnte eine helfende im Flottenstützpunkt nicht schaden, zumal ihm als Centurio des Recht zu stand einen Sklaven zu halten.


    Er näherte sich vorsichtig. Verus reihte sich dezent hinter dem Patrazier ein. Er lauschte seinen Fragen, da ihn dies ebenso interessierte.


    Verus wartete auf die Antwort des Sklavenhändlers, danach würde auch er sein Gebot abgegeben.

    Verus nickte verstehend.


    "Ich werde dich freistellen und dir ein Dokument mitgeben, dass dich als Soldat ausweist. Nach meinen Informationen ist das Examen für Soldaten kostenlos."


    Er kramte hinter sich im Aktenschrank. Er schien nach einem passenden Papyri zu suchen. "Hmmm.."


    Verus zog einen schmalen Bogen hervor, ebenso tunkte er seine Feder in Tinte.



    Freistellung vom Dienst


    Hiermit stelle ich den Nauta Tiridates Castor für 2 Wochen vom Dienst frei. Er erhält die Auflage das Examen Primum abzulegen und nach Ablauf der Frist pünktlich im Stützpunkt einzutreffen.


    Desweiteren weist ihn dieses Dokument als Nauta der Classis Misenenis aus.


    T. Decimus Verus


    Verus reichte dem jungen Soldaten das Papyri.


    "Du musst die Fehltage nicht ausgleichen, da du ja durch die Academia geschult zurückkehrst, somit bist du eine Bereicherung für uns. Viel Glück!"


    Verus füllte seinen Becher ebenso bis zum Rand und trank einen kräftigen Schluck. "Ich weiß, dass deine Familie zu den reichsten im ganzen Reich gehört, dennoch ist dein Onkel Avarus ziemlich geizig. Du brauchst deinen Anteil nicht zu bezahlen."- Schlug Verus mit der große Schippe zurück. :P


    "Ich glaube diese Festivität damals, hatte keinen Anlass. Ich gab sie aus gesellschafts-politischen Gründen." - Verus musste beim letzten Satzteil grinsen. Man kannte doch zu gut, die Gründe, warum man in Rom feierte.


    "Ja, damals als wir noch jung waren, Sedulus...," sprach Verus scherzhaft."Heute ist uns das ja nicht mehr so einfach möglich..." :)

    Verus nickte.


    "Entschuldige mich, Optatus. Ich werde vor deiner Tür Wache halten und die böse Tante von dir fernhalten!"


    Er stellte die Liburne neben Optatus' Sachen auf dem Tisch ab.


    Er streckte sich, das Kettenhemd hatte er lange nicht mehr getragen. Es war recht ungewohnt, dieses auch noch im Haus zu tragen. Er legte vorsichtig die Hand auf Kiyas Schulter.


    "Pass' mir ja auf den Kleinen auf und mache einen guten Menschen aus ihm." - Sprach er minder ernst, mehr freundlich belobigend. Er lächelte sie dabei an. Heute hatte Verus wirklich die Grinse-Katze gegessen.


    Er verließ langsamen Schrittes den Raum.

    Verus lachte. Er konnte den Kleinen nicht für Voll nehmen. Jedoch unterdrückte er das verspielte Lachen recht schnell wieder.


    "Kleiner, du musst noch lernen, dass man Geschenke annehmen sollte. Es könnte den Schenkenden recht verletzen, wenn man dies nicht tut. Zumal du auch das Holzschwert willst."


    Er beugte sich zu dem Jungen herab.


    "Hör' zu. Ich verspreche dir, dass dir deine Tante nichts tun wird. Ich selbst, römischer Offizier, gebe dir mein Wort. Zumal wir Seesoldaten, weitaus bessere Krieger sind als normale Legionäre. Wir kämpfen auf brennenden Schiffen, sehen die gesamte Welt und bekämpfen Seeungeheuer. Seeschlachten sind wesentlich heroischer als du denkst! Nenn' mir eine Landschlacht, die so eindrucksvoll ist?"


    Er lächelte den Jungen freudig an.

    "Ja, du darfst das Schwert behalten, Optatus. Es gehört dir!"


    Verus lächelte und überließ dem freudigen Jungen das neue Schwert. Mit diesem neuen Machtinstrument würde er sicherlich noch mehr Unheil stiften. Verus war gespannt. Die Männer der Decima waren ja bekannt für ihre wilden Kindheiten. Verus hatte damals mit Hunden gespielt und sein Bruder hat das teuere Glas aus dem Fenster geworfen. "Das teure Glas...," den Ausruf seiner Mutter hatte Verus bis Heute im Ohr. All' diese schönen Erinnerungen verband Verus mit Optatus, er erinnerte ihn daran, was es hieß ein Decimus zu sein.


    "Ich kenne deinen Vater, Optatus. Ich bin dein Onkel Verus." - erklärte Verus möglichst einfach für den schlauen Burschen.


    Plötzlich kam eine Sklavin herein und sprach zu den Beiden. Verus wandte sich um.


    "Schade, wir waren gerade dabei die Germanen zu schlagen," scherzte Verus.


    Verus lächelte immer noch kindlich breit.


    "Dann verwandeln wir die Landschlacht in eine Seeschlacht, Optatus. Damit kenne ich mich nämlich aus. Optatus, dein Onkel ist Centurio der Flotte und ich habe noch etwas aus der Flotte für dich mitgebracht. Ich werde dir mein Kriegsschiff überlassen, damit kannst du dann die Seeungeheuer vertreiben."


    Verus griff hinter seinen Rücken und zauberte aus einem Lederbeutel zusätzlich ein sehr kleines geschnitztes Schiff hervor.


    "Das ist eine Liburne." - Er reichte sie Optatus.

    Auch Verus ronnen nun einige Tränen aus den Augen. Er war nie ein Vater gewesen und deswegen schämte er sich. Er trauerte, um die Zeit, die er verloren hatte. Er hätte für sie da sein müssen. Sie war seine Tochter, seine geliebte Tochter und er hatte sie so verraten.


    Verus löste seine Umarmung, um sie mit seinem traurigen Blick anzublicken.


    "Du musst Serrana sein, deine Mutter schrieb mir einst einen Brief," gab er sachlich von sich.


    Er atmete schwer.


    "Ich...Ich konnte damals kein Vater sein. Ich war ja selbst noch ein Kind als du geboren wurdest, Serrana. Kannst du mir dieses unverzeihbare Vergehen verzeihen? Ich weiß...," er unterbrach kurz, um sich einige Träne vom Gesicht zu wischen.


    "Ich weiß, dass dir all die Jahre ein Vater fehlte. Doch nun bin ich da und werde dir der Vater sein, den du brauchst. Keinen Wunsch von dir, sofern es in meiner Macht steht, werde ich unerfüllt lassen. Du bist meine wunderschöne Tochter, ich liebe dich. Verzeih mir..."

    Der Wirt brachte die Karaffe, randvoll gefüllt mit dem besten Wein. Verus nahm sie entgegen und wuchtete sie auf den Tresen. "Puh, das wird mich einiges Kosten...", scherzte er und holte dabei gespielt Luft. :P


    "Ach', Sedulus. Das weiß ich selbst nicht mehr genau. Ich glaube, es war meine kleine Festivität damals, auf der wir uns anfreundeten. Jaja, die nubischen Gazellen hatten es dir angetan..." :]


    Verus grinste breit, da ihm gerade wieder bewusst wurde, was Sedi und Er damals an Orgien gefeiert hatten. Damals als sie noch Junggesellen waren.


    "Wer etwas trinken möchte, kann sich gerne bedienen. Der Wein muss nun weg, ich lasse den nicht zurückgehen." =)

    Zitat

    Original von Quintus Germanicus Sedulus
    Da es nun ruhiger geworden war und auch im Moment von den Darstellern nichts besonderes zu sehen gab, beschloss Sedulus weiter zu gehen.
    Als er sich erhob und in Richtung Taverne sah, erkannte er ein altbekanntes Gesicht. Es war Decimus Verus.
    Was machte der denn schon wieder in Roma? Er war ja mehr hier als bei der Truppe... 8)


    So beschloss Sedulus seinen Freund auzuduchen und ihm Hallo zu sagen.


    Salve Decimus Verus! Du schon wieder in Rom? Und schon wieder die Hand an einem Becher Wein... :D


    Verus schaute freudig auf. War das gerade Sedi? - Ja, sein alter Kumpane war auch hier. Jetzt konnte die Festivität beginnen. :D


    "Salve, Sedulus!"


    Verus sprang auf und begrüßte seinen alten Freund, den er schon fast eine Dekade kannte.


    "Ich bin immer in Rom, mein Flottendienst ist nur vorgeschoben, um eine Steuererleichterung zu erhalten. Der Wein ist ja sowieso obligatorisch, das weißt du ja," scherzte er. :]


    Da kam gerade der Wirt um die Ecke und so winkte ihn Verus zu sich.


    "Bring' uns den besten Wein, in der größten Karaffe, die du findest." - bestellte Verus freudig.


    "Darf ich dir meinen Optio und Freund vorstellen: Iulius Labeo." - Verus deutete auf den kleinen Römer, der gerade das Ei geworfen hatte.