Beiträge von Titus Decimus Verus


    "Haltet den Piraten am Leben. Trennt die beiden Gefangenen." - befahl Verus desinteressiert. So etwas passierte häufiger. "Wegtreten!"

    Zitat

    Original von Tiridates Castor
    Vom Tor kommend begleitete ein Mann der Wache den Scriba zum Vorzimmer des Präfekten und meldete den Besucher dort an:
    "Centurio, der Scriba eines Magistraten von Misenum bittet um eine Unterredung mit einem Offizier der Flotte!"


    Verus schaute auf.


    "Ich stehe bereit. Er möge eintreten."


    Er räumte einige Schriftrollen zur Seite.

    Verus schaute der jungen Dame ins Gesicht.


    "Es ist nichts zu danken. Wir haben unsere Pflicht erfüllt. Uns ist Dank genug, dass du hier sitzt und gerettet bist."


    Er trank einen Schluck. Sein Blick wanderte auf den mit Marmor belegten Boden. Er fühlte sich gerade so unbeschreibbar verlassen. - Auch in der Anwesenheit der Flavierin.


    "Du musst wissen...," Verus beendete den Satz nicht. Der Sklave brachte das gewünschte Mahl und Verus nahm es entgegen. Er stellte die Tonteller auf den Tisch. "Vielen Dank," sandte er in Richtung des Sklaven.


    Er nahm sich ein wenig Brot, riss es in zwei Hälften und schob sich die eine Hälfte in den Mund. Verus kaute langsam und geistesabwesend.
    Nach einigen Augenblicken kehrte er zurück in die Realität. Seine Gedanken waren wieder beim Massaker, das vor einigen Tagen auf seinem Schiff stattfand, gewesen. All' das Blut hatte sich in seinen Verstand geätzt.


    "Entschuldige. Es ist wohl besser, wenn ich nun gehe."


    Verus legte die andere Hälfte des Brotes auf seinen Teller vor sich. Er erhob sich leicht von seinem Sedes. Sein Blick wirkte seltsam verlassen. Ihm wurde gerade bewusst, dass er im Leben nichts erreicht hatte. - Außer anderen einen grausamen Tod zu bereiten. Er war kein Soldat. Er war kein Mensch mehr.

    Ein Grinsen huschte über Verus' Gesicht. "Aha, du bestiehlst also deinen Onkel..." :D


    "Vielen Dank, dass du Zeit für mich hattest. - Und die Sache eilt nicht, du als Senator hast sicherlich andere Pflichten."


    Verus reichte Sedi seine Hand zum brüderlichen Abschiedsgruß.


    "Wir werden uns bald öfters sehen, wenn meine Dienstzeit herum ist. Ich werde dir sicherlich einen ausgeben. Vale!"


    Er drehte sich zum gehen und winkte Sedi grinsend zu, schließlich verschwand er durch die Tür.

    Verus stellte den leeren Becher ab.


    "So, alter Freund. Es wird Zeit mich zu verabschieden. Es war mal wieder nett mit dir zu plaudern."


    Er stand auf, um sich angemessen freundschaftlich zu verabschieden.
    "Mögen die Götter dich behüten, dich und deine Familie. - Achja, mögest du weiterhin so ein Händchen für feinen Wein besitzen. Er war köstlich!" :D

    Ein Bote der Flotte gab diesen Brief für den Senator ab.


    An Senator M. Aurelius Corvinus
    Von T. Decimus Verus - Classis Misenensis


    Dein Brief ehrte mich Senator und natürlich meine Männer. Wir hätten unser Leben für deine Verlobte gegeben, denn es ist unsere Pflicht als Soldaten Rom's die civitas zu schützen. Ebenso habe ich mich für den Beutelinhalt zu bedanken, den du mir sandtest. Ich entschuldige mich, wenn diese Zeilen etwas knapp geraten, leider verlernt man als Soldat ausführlich zu schreiben.


    Ich komme aus diesem Grund gleich zum Sinn dieses Briefes.


    Ich habe einen besonderen Wunsch. Ich hege seit langem den Traum als Eques meinen Dienst ehrenhaft abzuschließen. Ich wünsche eines Tages als Ritter am Hofe des Kaisers zu dienen. Du musst wissen, ich war einst Beamter und ich hoffe darauf, wieder in diesen Bereich zurückzukehren. Ich möchte meinen Lebensabend für Rom geben. Dabei benötige ich jedoch deine Hilfe, da mir dies bis jetzt verwährt blieb. Mein Kommandeur wandte sich bereits an den Kaiser, Annaeus Florus, jedoch erhielt ich bis jetzt keine Antwort.


    Meine Dienstzeit neigt sich langsam dem Zenit zu und ich brauche deine Hilfe. Wenn dies nicht möglich ist, werde ich keinen Groll hegen. Es hat dann nicht sollen sein.


    Mögen die Wunden deiner Verlobten heilen,


    Vale,


    T. Decimus Verus

    Ein Brief mit einem kleinen Beutelchen wurde Verus überbracht. Dieser schaute perplex auf. "Was ist das?"


    Verus stand auf, um den Beutel und den Brief entgegenzunehmen. Er legte das Behältnis auf den Tisch und setzte sich ebenso an diesen. Er begann den Brief zu lesen. Ein dankendes Nicken entfloch seinem Schädel bei den netten Worten, die er dort laß. Das Beutelchen würde er später öffnen. Er war kein gieriger Mensch und für Geld konnte man sich auch nicht alles kaufen. Er hatte die Frau gerettet und diese erfolgreiche Rettung war ihm Lohn genug.

    Verus war überrascht von Sedi's Reaktion.


    "Manche Väter übertreiben es eben. Sie wissen nicht, wo die Grenze zwischen gutem Willen und zerstören ist."


    Er trank einen Schluck und lenkte das Thema wieder auf seinen Sohn.
    "Ja, mein Sohn kommt da garnicht nach mir. Er scheint sich vor der Familienpflicht zu drücken. Dabei ist er doch ein Decimus und sollte unsere große Familie in die Arme schließen. Vielleicht ist er einfach erschlagen von den großen Taten unserer Ahnen. Die Decima gehören zu Rom, wie Remus eh Romulus..." :D


    Er scherzte ein wenig.


    "Wie geht es eigentlich deiner Frau?"

    "Hmmmm..."


    Verus überlege und trank dabei einen kräftigen Denkschluck.


    "Ich kann meinem Sohn auch schlecht einen Brief schicken, wenn ich nicht weiß, wo er sich aufhält. Das machte der mit Absicht, er will meiner Fuchtel entfliehen."


    Er grinste.


    "Mein Beileid. Mädchen sind die Schlimmsten. Jungen kann man noch nach sich erziehen aber Mädchen werden zickig, arrogant und gehen einem Vater besonders auf die Nerven." :P


    Ein weiterer Schluck verschwand im Hals des Decimus. Natürlich war die letzte Aussage zu Sedi's Tochter eher scherzhaft gemeint, Sedi würde das wissen.


    "Perdona me! - Ich habe es ja selbst nicht gewusst." :D

    "Ich weiß nicht, wo er steckt. Ich glaube er hält sich derzeit in Mantua auf. Er schrieb mir einst, dass er dort hin wolle. Ich weiß nur, dass er Magistratus ist."


    Verus griff den nochmals aufgefüllten Becher und seufzte.


    "Mit der Familie hat man auch Probleme. Hast du dich eigentlich schon vermehrt? - Ich kann nur davon abraten. Ein Lupanar ist da angenehmer, für's Geld und für deine Nerven." :D

    Verus leerte den Becher erneut und stellte ihn symbolisch auf den Tisch. Ein Zeichen zum Nachschenken. ;)


    "Das ist ja nun wirklich nicht viel Neues. Hast du etwas von meinem Sohn gehört? - Er sollte Magistratus sein. Sein Name lautet Tiberius Decimus Crassus."


    Es interessierte Verus ein wenig, was sein Fleisch so trieb. Hoffentlich war er Magistratus, wenn nicht würde er ihm persönlich den Hintern versohlen.

    Verus grinste wieder breit über seinen Becherrand hinweg.


    "Naja, einige verderben auch mit dem Alter. Zum Glück trifft das auf uns nicht zu." :D


    Er lehnte sich zurück.


    "Überheb' dich nicht an mir. Trotzdem vielen Dank!" :]


    Verus schaute sich im Zimmer um, überall Marmor und andere antike Kostbarkeiten. Innerlich schüttelte er mit dem Kopf, wo war der alte bescheidene Sedi mit dem man ordentlich einen Heben konnte?


    "Gibt es sonst Neuigkeiten aus dem Senat oder anderen Klatsch und Tratsch aus Rom? - Ich erfahre wenig als Offizier in Misenum. Meine Männer scheinen Angst vor mir zu haben." :D

    Verus griff sich den nachgefüllten Becher und trank genüsslich einen Schluck. Auf die scherzhafte Aussage zum Thema Verwandtschaft erwiederte Verus nur ein verstehendes Lächeln.


    "Ich bin genau 31 Jahre alt. Sehr alt, ich weiß." :P


    Er trank noch einen Schluck.


    "Hoffen wir, dass mir die Götter gewogen sind und ich als bald den richtigen Patron finde oder zumindest einen Freund, der sich für mich einsetzt." ;)

    Verus schaute sich ein wenig im Raum um.


    "Du besitzt ein schönes Haus, werte Flavia", merkte er verlegen an. Sein Blick wanderte wieder zurück zur Schönheit, die ihm gegenüber saß. Er würde sicherlich noch einmal sein Leben für diese Anmut und Schönheit riskieren, das war ihm nun klar geworden. Alles, wofür er lebte, spiegelte sich in ihren Augen wieder.


    Verus griff zum Becher Wein vor ihm und hob diesen hoch.
    "Ich bin bereits bestens versorgt, vielen Dank."


    Er schaute sie an und musste seit langem wieder lächeln. Flavia Celerina gab ihm etwas zurück, was er schon lange verloren glaubte; - Seine Menschlichkeit.
    Etwas überkam ihn und er musste weinen und dennoch lächeln, obwohl das Lächeln nun mehr etwas gefälscht wirkte. Eine Träne quälte sich aus seinem Auge. Sie rollte langsam über seine Wange. Sie fiel zu Boden. All' diese Gefühle über Verlust und Einsamkeit breiteten sich in ihm aus. War das wirklich er? - Ein Soldat Roms, der hunderte Menschen getötet hatte? - Es waren doch nur Piraten und Gesindel.


    Verus versteckte seine Schwäche schnell wieder. Er überspielte es.


    "Wenn ich es mir recht überlege, ein Brot mit Oliven würde mir nun gefallen. Sofern das nicht zu viel verlangt ist, werte Flavia."

    "Ein Wasser, schnell!" - befahl Verus. Ein Soldat nickte und brachte wenigen Sekunden später einen Tonbecher mit Wasser. Verus nahm diesen entgegen und reichte ihn Flavia.


    "Hier bitte."


    Er wandte seinen Blick verlegen in Richtung Hafen.


    "Wir sind bald wieder Zuhause..."

    Verus trank einen Schluck, um den Frust weit in die Gedärme zu spühlen.


    "Ich habe derzeit keinen Patron, Sedulus. Ich habe bis jetzt auf meine Verwandtschaft und meinen Kommandeur vertraut."


    Er schaute kurz in die rote Pfütze, die sich in seinem Becher befand.


    "Hast du noch etwas Wein für mich?" :D


    Verus grinste breit und stellte den Becher auf den Tisch, der erstaunlich schnell leer geworden war.


    "Hoffen wir, dass es etwas wird. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste." ;)

    Verus setzte sich vorsichtig. Er fühlte sich etwas unwohl in der Umgebung der jungen Dame. Es war lange her, dass er mit Frauen Kontakt gehabt hat. Es lag nicht an ihrer Person, sondern viel mehr daran, dass Verus überaus schüchtern im Umgang mit Frauen war. Aus diesem Grund war ihm unwohl.


    "Vielen Dank", bedankte sich Verus nervös für den Sitzplatz, der wohl selbstverständlich war und dieses sinnlosen "Dankes" überflüssig. Aber Verus wollte etwas sagen, nur fehlten ihm die passenden Worte, so blieb es bei der Danksagung.


    Verus schaute die junge Flavia an. "Das ist der Punkt, werte Dame. Du müsstest sobald, wie möglich, eine Klage gegen die Piraten einreichen, damit der Praetor das Gericht zusammenberuft. Eine nicht ganz kostenfreie Angelegenheit. Du müsstest einen Advocatus bestellen und vieles weiteres. Normalerweise würden wir ihn in der Classis totgeißeln lassen aber ich denke, dass dies der Straftat, die er euch angetan hat, nicht gerecht wird."