Beiträge von Marcus Iulius Licinus

    "Nochmals herzlich willkommen in der neuen Familie, tiro Obsidius."
    gratulierte der Rekrutierungsoffizier dem Neuling.
    "Erste Aufgabe: deine Einheit finden und dort Quartier zu bzeiehen. Ich wünsche dir viel Erfolg."
    Ein letzter Austausch von Saluten, dann wandte sich der Rekrutierungsoffizier ab und ging zurück in seien Stube, während er Aretas sich fürs erste selbst überließ.

    Das mit dem Melden klappte ja schon mal ganz gut, bemerkte der namenlose Rekrutierungsoffizier.
    "Du hast alle benötigte Ausrüstung erhalten?" vergewisserte er sich rhetorisch. "Dann hätte ich jetzt gerne die tabula zurück die ich dir gegeben hatte." Er streckte die Hand aus und erwartete sie zu bekommen.
    "Du kommst in eine Ausbildungseinheit der IX. cohors. Genauer in die IV. centuria. Dort meldest du dich beim centurio*, der dich einem contubernium zuteilen wird. Vorher kommst du noch mit mir ins sacellum, um den Eid auf den Kaiser zu schwören, der dich für die nächsten 20 Jahre zum Soldaten macht."
    Mit behäbiger Würde erhob sich der Soldat von seinem Stuhl hinter dem Schreibtisch
    "Folge mir!"


    Sim-Off:

    *Da der ein NPC ist kannst du darauf verzichten. Ich eröffne, sobald der Eid geschworen ist, einen Ausbildungsthread mit deinem Namen auf dem campus."

    Es war wie bei jedem Mal, die pila der Ehrenwache kippten leicht nach vorn, der Offizier betrat das sacellum und salutierte vor Kaiserstatue und Legionsadler. Dann trat er zur Seite und der Begleiter kam herein. Dieser war, wie das Flackern der Fakeln an den Wänden, das sich nie glich, die einzige Abwechslung in dem regelmäßigen Ritual. Und dieses Mal, allerdings ohne das Wissen eines der übrigen Anwesenden, unterschied er sich durch mehr als nur das Aussehen von den anderen. Aber auf Grund dieses Unwissens lief alles ab wie immer. Der Mann bekam einen Moment sich zu sammeln und dann tönte der Offizier:
    "Hebe deine Schwurfinger und sprich mir nach:


    IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA!"



    Sim-Off:

    Es schwören aber die Milites, dass sie alles entschlossen ausführen werden, was der Imperator Caesar Augustus befehlen wird, dass sie niemals den Dienst verlassen werden und den Tod für den römischen Staat nicht scheuen werden.

    Also richtig geraten. Nicht, dass es schwer gewesen wäre, aber gut.
    Die Meldung erfolgte ebenso knapp und präzise, wie es einen centurio freute, offensichtlich hatte der Ausbilder ganze Arbeit geleistet. Licinus wusste ja noch nicht, dass der vorgebliche Obsidier zu den ganz, ganz neuen gehörte.


    Die Abkürzungen ausformulieren ritzte er in die tabula


    LAUFEN



    [ein paar Namen]


    Serv. Obs. Ant., T, IX/IV


    [Platz für noch mehr Namen]


    "Das war es schon. Ich erwarte gute Leistungen! Wegtreten!"
    Licinus würde die Spiele sicherlich beobachten und sich jeden Namen merken, der seiner prima nicht die nötige Ehre machte. Natürlich auch die jener, die sich auszeichneten.

    Auch Licinus reinigte sich seine Hände. Cimon fiel ihm natürlich auf, wie auch nicht? Aber er reagierte nicht wesentlich auf ihn, kannte er ihn doch nur als Schatten seines Patrons und Befehlshabers.
    Nachdem er seine Hände auch an dem feinen Tuch getrocknet hatte, kam er der Aufforderung nach und legte sich auf einer der Klinen nieder.


    Ein leichtes Lächeln umspielte Licinus Lippen, als Ursus von seiner Situation sprach und er antwortete scherzhaft:
    "Nun, ich bin froh, dass ich dir eine Hilfe sein kann."
    Auch wenn es eigentlich natürlich umgekehrt war und im laufe des Gespräches Ursus ihm helfen sollte.
    "Ein Essen ist immer gut. Außerdem lerne ich dann vielleicht auch mal den ein oder anderen weiteren Klienten von dir kennen."
    Den bisher wusste er nur, dass Ursus zwar einige weitere Klienten in der Stadt hatte, aber wer genau das war, wusste er nicht. Dazu stand er mittlerweile deutlich zu selten selbst am Tor.
    "Aber ich denke, ich kann dir noch weiter helfen, etwas für einen deiner Klienten zu tun. Wenn du erlaubst komme ich direkt zum Thema."
    Und er war sich eigentlich sicher, dass dies auch im Interesse seines Patrons sein würde:
    "Du erinnerst dich vielleicht noch an das kleine Mädchen, dem ich vor einigen Jahren das Leben rettete und das seitdem auf meinem Landgut wohnt. Ich habe mich entschlossen, dass ich sie adoptieren möchte, habe aber keine Ahnung, was genau ich dafür tun muss."
    Und nun hoffte er, dass Ursus ihm diese Informationen liefern und ihm als patron in dem rechtlichen Gewirr zur Seite stehen würde.

    Licinus wechselte sich mit seinen Subalternen ab, was die Einschreibung anging, daher saß er an einem improvisierten Schreibtisch direkt am Eingang der habitatio.
    Aretas hereinzurufen war nicht nötig, denn ein anderer probatus verließ gerade die Räume und winkte ihn herein.
    Da Licinus den Mann nicht kannte, winkte er ihn herein und begann im üblichen kurzgeschnittenen Tonfall:
    "Name, Rang, Einheit, welche Disziplin?"
    Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Soldat doch ein unbekannter Mitarbeiter des Kommandostabes war oder sonst etwas wollte, würde er sich wohl trauen müssen, das zu sagen.


    Sim-Off:

    Du hast zwar noch keine Einteilung, aber für alle tirones gilt:
    Vierte centuria der neunten cohors.

    "Na also!", knurrte der Trebellier.
    "Ad Agmen!"


    Aequatibus passibus! Pergite!
    Laevum! -um! -um!



    Ad sinistram!
    -um! -um!



    Ad dextram!
    [...]"


    Die ersten Male gab der centurio in jeder Kurve den Takt vor , aber auch das setzte irgendwann aus und die tirones mussten selbst den Takt halte, während sie wie eine Schlange zwischen verschiedenen anderen Übungstruppen hindurchgescheucht wurden. Immer wieder wurde erst in letzter Sekunde ein Zusammenprall verhindert, mit dem Ziel, den Anfängern ein promptes reagieren beizubringen.
    Irgendwann kamen dann auch die erlösenden Worte:
    "Coooonsistite!"
    "Convenite!"

    Ob sie wild loslaufen würden, oder von selbst einen geordneten Weg finden würden?


    An alle Kollegen centurionen
    Zur Bekanntgabe beim nächsten Morgenapell


    Soldaten ohne Ausgang, die an den Spielen in Mantua teilnehmen möchten, haben sich beim primus pilus zu melden.
    Meldung an städt. Behörden erfolgt durch primus pilus.
    Für Teilnahme ist auch tirones Sonderausgang zu gewähren.


    Gez.
    M' IUL' LIC'
    primus pilus

    Lucius Battiacus und Esquilina


    Die Feier war, wie Licinus im Nachhinein befand, eine gute Sache gewesen.
    Battiacus hatte alles vorzüglich organisiert, die Gäste hatten sich amüsiert ohne dabei allzu anzüglich geworden zu sein und auch er selbst hatte seinen Spaß bei diversen Würfelspielchen mit Ehreneinsatz und ähnlichem gehabt.
    Der Aedituus hatte sich gütlich am Wein getan und angefangen zusammen mit Battiacus Volkslieder zu singen, in die nach und nach alle eingestimmt hatten.
    Auch das Essen war hervorragend gewesen und Esquilina war der heimliche Star des Abends gewesen und in ihrem Kostüm einige Lächeln auf die Gesichter gezaubert. Nur ein Paar Matronen hatten missbilligend geguckt und sich gegenseitig Dinge zugeflüstert, die Licinus zwar nicht verstanden, sich aber vorstellen konnte. Sicherlich ging es wieder darum, dass ein Mädchen eben kein Junge und somit kein Soldat sein konnte.
    Irgendwann war sie jedoch müde geworden und sie hatte Licinus gebeten, ihr das Kettenhemd wieder abzunehmen. Anschließend war sie auf seinen Schoß geklettert und dort nach einigen Minuten eingeschlafen.
    Dies war das Signal gewesen, dass sich die Feier langsam aber sicher auflöste. Die Gäste verabschiedeten sich von Licinus und zogen sich zurück auf ihre eigenen Landgüter, nur der Aedituus blieb und bezog eines der Gästezimmer, da Battiacus Frau ihn in "seinem Zustand" nicht mehr allein ziehen lassen wollte.
    Gemeinsam mit dieser brachte Licinus Esquilina ins Bett zurück, beim Umziehen wachte das kleine Mädchen kurz auf und quittierte die Bemühungen ihres Ersatzpapas mit den trotzigen, aber nichtsdestoweniger verschlafenen Worten: "Ich bin nicht müde!" gefolgt von einem herzhaften Gähnen. Und kaum drückte Licinus sieh sanft zurück in ihr Bett schlief sie auch schon ein. Er deckte sie dann zu und gab ihr einen Kuss auf die Wange, bevor er ging.
    "Schlaf gut, meine Kleine!"
    Mit diesen Worten verließ er den Raum und machte sich auf zu Battiacus, der noch die Feuerstelle mit Asche abgedeckt hatte.
    "Eine schöne Feier, alter Freund!" lobte er und einen Moment standen sie in schweigender Kameradschaft neben der verklimmenden Feuerstelle.
    "Nu, ich jeh dann och ehmal ins Bett. In meinem Alter kann ma nimmer su lang, wie ihr junge Hüpfer!"
    Licinus lächelte und meinte zurück "Gute Nacht Battiacus, bis morgen."
    Licinus ging ein letztes Mal durch die Gebäude, bevor er zu Bett ging. Einen schönen Alterssitz hatte sein alter Kamerad ihm hiermit verschaft. Wie es Serapio zur Zeit wohl ging. Er war doch immernoch in Aegyptus, nicht war?
    Licinus wusste noch weder von den Kämpfen, noch dass sein Kamerad bald wieder nach Italia zurückkehren sollte, in einer Position, von der sie in Parthia wohl niemals auch nur zu träumen gewagt hätte.

    Zitat

    Original von Marcus Artorius Celer
    Bei den Tauchern kam Macinus gerade nach oben und schnappte nach Luft. Die Anderen kamen wenig später hoch. "Da liegt 'ne Menge angespülter Schutt, der sich verkeilt hat. Beginnt schon drei Passi unter der Oberfläche. Eventuell könnt ihr was erkennen. Ist ne ganz schöne Strömung um den Pfeiler rum, sollte man nicht meinen aber sowas ist bei sich bewegendem Wasser normal. Wir konnten nicht viel sehen aber das was zu sehen war, hat einige Ausgeschlagene Stücke gezeigt. Einige scheinen noch nicht schwer zu sein aber ich würd mich nicht wundern, wenn da, wo wir so nicht ran kamen, ziemliche Löcher und Risse zu finden sind."


    Weiter unten wäre etwas Schutt als Strömungsbrecher normal gewesen, aber nur drei passi unter der Oberfläche? Das dann doch nicht.
    Die ausgeschlagenen Stücke kamen vermutlich aus der Niedrigwasserzeit im Sommer und Winter, wie sie die aus der Hochwasserzeit hier oben schon begutachtet hatten.
    "Das gefällt mir nicht. Aber immerhin ist es bei so viel Schutt unmöglich, dass die Fundamente unterspült sind. Das ist schonmal eine ganze Menge wert, meinst du nicht?"
    Die Frage ging klar an den optio, eine weitere nach einer kurzen Pause an die Taucher:
    "Kannst du mir sagen, wie die Bruchstellen verteilt sind und wie viele es sind?"


    Sim-Off:

    Mein letzter Post mit dem Bauleiter. Celer, übernehmen sie!

    Irgendwann hatte auch der schinderischste centurio keine Lust mehr die immer gleiche Übung zu machen und so reichten dem Trebellier die erzielten Fortschritte irgendwann:
    "Wie ihr Hohlköpfe vielleicht wisst bauen wir Römer unsere Straßen immer möglichst gerade. Dennoch können wir nicht immer gerade marschieren. Aber jedesmal anzuhalten nur um die Richtung zu ändern ist selbstverständlich auch vollkommen unmöglich.
    Dafür gibt es die Schwenks.
    Das geht ganz einfach. Der centurio streckt seine vitis entlang der ersten Reihe, kommandiert den Schwenk und alle abteilungen gehen so lange leicht seitwärts, bis er seine vitis wieder herunter nimmt.
    Alle Reihen gehen so, dass sie eine Linie bleiben, also innen langsamer als außen.
    Soweit alles verstanden?!"


    Der centurio wunderte sich selbst, wie viel er gerade geredet hatte. War er krank?

    "Ich werde warten!"
    entgegnete Licinus auf die Aufforderung und platzierte sich neben einer Säule.
    Mit einem wohlwollenden Lächeln und einem kurzen aber freundlichen "Danke", nahm Licinus von der Sklavin das Getränk entgegen und nippte kurz daran, während sein Blick ihr folgte.


    Bis sein Patron erschien nahm er noch zwei bis drei kleine Schlucke. Natürlich war es mit Becher nicht möglich eine strenge state-Haltung einzunehmen und daher begnügte sich Licinus mit dem nächstliegenden, nämlich einer sehr geraden Haltung mit abgewinkeltem Unterarm, der den Becher hielt.
    "Salve et tu, legatus Aurelius," grüßte er und nahm (ganz Soldat) die Einladung zum Essen prompt an:
    "Danke, ich schließe mich dir gerne an."

    "Salve," antwortete Licinus dem wie-hieß-er-nochmal-Türsklaven, ohne irgendeine Verstimmung von wegen Wartezeit oder ähnlichem erkennen zu lassen. Auch die Winzigkeit der Anrede als centurio ignorierte er großzügig. Der Sklave war als solcher eben kein Militär, der es hätte besser wissen müssen. Außerdem wollte er seine Zeit nicht verschwenden.
    Knapp und ohne Schnörkel antwortete er daher:
    "Mich hereinlassen und dem legatus melden, dass ich in privater Angelegenheit hier bin."

    Der Bauleiter schwieg dazu, ebenso zu den Vorsichtsmaßnahmen, die auf Befehl des optio getroffen wurden.
    Stattdessen setzte er sich in das Boot, bereitete alles zum Ablegen vor und wartete, bis der optio einen Platz darin gefunden hatte. Dann griff er nach den Rudern und balancierte das Boot mit gekonnten Schwüngen von Flussaufwärts gegen einen der Pfeiler. Das flache Heck drückte nun gegen den Pfeiler, während sich am Bug das Wasser teilte.*
    Dann zeigte er auf eine Stelle, an der die Steine klar beschädigt waren:
    "Hier kannst du sehen, wie Schwemmgut die Außenkanten abgeschlagen hat."
    Mehr sagte er noch nicht, sollte sich der Militär eine eigene Meinung bilden.





    Sim-Off:

    *Ich hoffe, dass a) solche Boote existierten und b) ein solches Manöver nicht absolut lebensmüde ist.

    "Haltet eure verdammte Linie gerade!" brüllte der centurio offensichtlich wenig begeistert von den Ausführungen der tirones.
    "Ich will jederzeit den letzten Mann sehen können!"
    Dann ging er einmal die Front ab und setzte am anderen Ende wieder an zu schreien, während er zurück ging.
    "Schlussendlich müsst ihr lernen von den acies wieder zurück auf das agmen zu schwenken. Das geht wie folgt..."

    Sim-Off:

    Da ich weder gelernt habe, wie das geht, noch es mir selbst sinnvoll herleiten konnte gibt es hierzu weder eine Erklärung noch ein Bild. Sim-On hat der centurio es natürlich genau erklärt :D


    "Aaaad agmen!"



    "Aaaad agmen!"



    "Aaaad agmen!"



    "..." EIne ganze Weile taten die Soldaten nun nichts anderes, als auf Kommando des centurios zwischen den Formationen zu wechseln.



    "Convenite"

    "Zumindest nicht an den Stellen, die wir zur Schadensbegutachtung schon aufgebrochen hatten."
    Das konnte zwar an anderen Stellen ganz anders aussehen, soviel war schon klar. Aber es war doch ein wenig unwahrscheinlich.


    "Gerne. Wir können aber auch die kleine Barke hier vorn nehmen, dann müssen die Männer nicht schwimmen."
    Er zumindest hatte keine Lust zu schwimmen und ohne kleines Boot, wohl eher Böötchen, denn es handelte sich um die reinste Nussschale, wäre eine genaue Betrachtung nicht möglich gewesen.
    Wenigstens war der Minucius ein ruhiges Gewässer mit nur wenig Strömung, und noch dazu sehr berechenbar, denn fünf Leute gingen an die Oberkante dessen, was die Schluppe verkraftet hätte-