Beiträge von Marcus Iulius Licinus

    Zitat

    Original von Cimon
    "Salve, ehrenwerter Primus Pilus. Darf ich fragen ob der Brief den ich für dich abgegeben habe dir Freude bereitet hat, Herr?"



    Esquilina


    Licinus sah zu Cimon hinauf, als dieser ihn ansprach. Rasch versuchte er seine Gedanken zu sortieren. Den Sklaven konnte er schnell zuordnen.


    "Salve Cimon!"


    Aber Brief, Brief, welchen vermaledeiten Brief meinte der Mann? Erschwert wurden diese Überlegungen dadurch, dass Esquilina der große Körperbau und die schwarze Hautfarbe des Nubiers nicht ganz geheuer war und sie sich halb hinter Licinus linkem Arm zu verstecken versuchte, wobei sie den Arm ein wenig zur Seite und halb über ihr Gesicht zerrte.
    Während er leicht ihre Schulter drückte, um zu sagen, dass sie sich nicht fürchten müsse, fiel ihm endlich ein, was der einzige Brief war der in Frage kam.


    "Du meinst den Brief des Mädchens Marei, korrekt. In diesem Fall, ja, du hast mir eine Freude gemacht."


    Mit sanfter Gewalt schob er die Kleine nach vorn, indem er seine kräftige Hand hinter ihren Rücken legte.


    "Die schüchterne junge Dame hier ist übrigens Esquilina.
    Du musst wirklich keine Angst haben, meine Kleine."
    setzte er an sie gewandt hinzu.


    "Salve!" piepste das Mädchen mit leiser Stimme, bevor Licinus weiterfragte:


    "Du bist sozusagen als Vorhut für den legatus hier, nehme ich an?"
    Der Leibsklave würde heute kaum freihaben, nahm er an.

    Sim-Off:

    Die Wache ist nur ein namenloser einfacher Soldat, kein centurio.


    Oha, der Mann kannte sich wohl gar nicht aus. Nun, konnte wohl nicht jeder mal Soldat gewesen sein, dachte sich der Wachmann.
    Glücklicherweise war man nie allein auf Wache und daher winkte er mit einem knappen Handzeichen einen seinen Kameraden herbei, während er fragte:
    "Ich bringe dich hin. Der legatus ist derzeit vermutlich in seinem officium in der principia, möchtest du dorthin, oder zu seinem Privathaus, dem praetorium."
    Das dort die Frau des legatus war, erwähnte er nicht, denn dies hatte nicht seine Sache zu sein, wie die Offiziere ihnen regelmäßig klar machten.

    Sim-Off:

    Wir werden dieses Problem ganz einfach lösen


    Der Tiro, der die Befragung offensichtlich wiederholen wollte, wurde scharf zurecht gewiesen.
    "Aurelius Lupus, zum legatus persönlich! Pass gefälligst auf!"
    Entschuldigend wandte er sich wieder an den Patrizier:
    "Er ist neu, verzeih bitte!"
    Dafür begnügte sich die Wache mit einem oberflächlichen Abtasten jener der Beide so hoch er an den auf dem Pferd sitzenden herankam, nachdem er die Waffen in Empfang genommen hatte.


    Dann hieß es:
    "Kann passieren."
    Und der tiro bekam eine Sonderaufgabe:
    "Sorg dafür, dass die Waffen kenntlich gemacht werden und in der Wachstube gelagert werden!"

    Am nächsten Morgen nahm sich Licinus den Brief nochmal vor, um ihn in etwas wacherem Zustand ein weiteres Mal zu lesen, dabei kamen ihm einige Gedanken.
    Der erste war eine Menge Skeptizismus, ob die Szene mit Tiberia Septima sich wirklich so zugetragen hatte. Denn ein solches Verhalten hatte sicherlich Konsequenzen für die kleine Sklavin. Wenn er daran dachte, dass sich ein Soldat so verhalten hätte... Oweia, aber immerhin war die kleine kein Soldat...


    Der nächste Absatz, in dem Marei über ihre Freundin und die Puppe berichtete war dann schon deutlich erfreulicher und sein Spitzname zauberte ein leichtes Schmunzeln auf seine Lippen. Immerhin dem Pripu war er entkommen, das wäre nun wirklich zu viel gewesen.


    Dass sie nicht von der Schule reden wollte, naja, welches Kind tat das schon gerne. Esquilina nicht und er, soweit er sich erinnerte, hatte es auch nicht gern gemacht. Oder redetete er sich das ein um Esquilinas und nun auch Mareis verhalten zu erklären?


    Und Cimon schien wieder einmal Recht zu haben. Der Sklave schien ein intelligenter Mann zu sein. Und Marei freute sich drauf, Esquilina kennenzulernen. Sehr gut. Er war sehr gespannt darauf, rechnete aber nicht in näherer Zukunft damit.


    Er war gerade am Ende des Briefes angekommen, da tönte eine bucina und Licinus verließ die habitatio zum Morgenappell.

    Vor dem Fest in Mantua hatte der Verkehr am Haupttor der legio wieder zugenommen. Viele angereiste Höflichkeitsbesuche, Händler, die Konzessionen erwerben wollten. Und nun noch mehr Verwandtschaft vom Alten.
    "Salve Aurelius!", grüßte der Soldat in Ermangelung an Wissen von einem besonderen Titel.
    "Der legatus ist anwesend, allerdings musst du, bevor wir dich einlassen, alle Waffen abgeben und dich durchsuchen lassen. Das gleiche gilt für deine Eskorte, falls sie das Lager betreten soll."
    Mit der Hand wies er auf die zurückgelassenen Männer.

    Als Licinus an diesem Abend zurück ins Quartier kam lag ein Brief auf dem Schreibtisch. Eigentlich war er zu müde, aber sein Pflichtgefühl verlangte, dass er ihn laß - er sollte sich als etwas ganz anderes herausstellen, als erwartet:


    Ad primopilo
    Marcus Iulius Licinus
    Castra Legionis I Traianae Piae Fidelis
    Mantua
    Italia


    Liber Licinus!
    Vieln Dank für deinen Brif, ich war sehr überrascht dein Antwort so schnel zu bekomn. Eigndlih wollt ich dein Zeiln geminsam mit Frija oder Baldemar lesn, aber Herrin Septima hat Mama mit ihrm Sohn auf den Markt geschikt und Papa ist niht zu Hause. Stell dir vor, Septima hat verlangd, dass sie deinn Brief zuerst liest. Ich hab 'Nein' gesagt und bin vor ihr abgehaun.


    Ja, ich find es schön, Germanica Sabina zu kennn. Ab und zu seh ich sie und dann spieln wir zusammen. Sie hat ganz viele Pferd aus Holz und noch mehr Spielzeug. Ich hab Puppe Nina, Puppnhaus und bunte Steine. Gut, dan erzähl ich niemandm außer Cimon von den Spitznamn der kleinn Kinder. Dein Spitzname ist einfah, er lautet: 'Lici'. Zuerst hatt ich die Abkürzug 'Pripu' im Kopf, aber er gefällt mir nicht.


    Ich weiß nicht, wan wir nach Mantua gehn werden. Ich möcht nicht zurück gehn, aber wenn du möchtest, dass ich dir zeig, wie gut ich kämpfn kann, dann komm ich mit auf Reisn. Über die Schule mag ich nicht schreibn. Schön, dass dir gefällt wie gut ich schreibn kann. Aber jetzt ist keiner von den 'Großen' daheim, die mein Schreiben kontrolliern könnn. Hier weiss ich immer noch nicht, wer nebn der Herrin über alles Wichtige entscheidet, weil ich davon nichts mitbekomm. Ich krieg meistns gesagt, dass es jetzt so und so ist und gut ist es.


    Was? Du kennst noch ein kleins Mädchen? Ui, das Verkleidn macht bestimt Spaß. Ist sie dir schon mal nachgelaufn, ohne dass du es bemerkt hast? Schad, daß ihre Eltern tot sind. Nun hab ich noch einen Grund nach Mantua zu kommn! Gern möcht ich sie kenenlernn. Versprechn darf man nicht brechn, sagt Cimon mal zu mir. Ich richt ihm deine Grüß und deinen Dank aus sobald ich ihn seh. Ich schick jetzt den Brief los, hoffentlich sind es nicht allzu viel Fehlr drin.


    Marei
    Villa Ursus
    Roma


    Beim ersten Lesen musste Licinus schmunzeln, ja der Text hatte eine Menge Fehler, aber er war dennoch gut zu lesen.
    Eine Antwort würde jedoch bis nach dem Fest warten müssen, davor bleib zu viel zu tun.

    "Werde ich mir merken!" nickte Licinus die Nennung des Namens ab.



    "Auch korrekt.
    Der praefectus castrorum ist verantwortlich für den täglichen Betrieb im Lager und die Versorgung, die tribuni als Stabsoffiziere werden vom legatus entsprechend ihrer Fähigkeiten eingesetzt. Beispielsweise für Spezialaufträge oder das Kommando über vexillationes.
    Der tribunus laticlavius ist zusätzlich stellvertretender Befehlshaber. Über dem legatus steht bei uns nur noch der Kaiser."


    Und wieder schwang die vitis zu einem anderen probatus:
    "Die legio gliedert sich in welche Untereinheiten und wie gliedern sich wiederum diese?!"

    "Kenne keinen Rang der ähm heißt, tiro! Außerdem hast du den signifer und den tesserarius vergessen." beendete Licinus die Aussagen.
    "Dein Name?"


    An alle gewandt fügte er hinzu:
    "Ich erwarte kurze, prägnante Antworten, kein Geschwafel und keine Unsicherheiten!
    Die Rangfolge in der legio ist:
    miles gregarius, dass seit ihr und die ausgebildeten Soldaten.
    Die Immunes sind milites mit Sonderaufgaben, sie stehen nicht auf dem campus, haben aber auch keine Befehlsgewalt.
    tesserarius - zuständig für die Wachdienste, die Parole, die Hundemarken, die ihr um den Hals habt.
    signifer - trägt das Feldzeichen, verwaltet die Kasse und ist euer erster Ansprechpartner
    optio - stellvertreter des centurios.
    centurio - der Chef"

    Damit wanderte die vitis ein Stück beiseite und dann zwischen den Männern hindurch zum Mann hinter Aretas
    "Die Ränge oberhalb eines centurios lauten wie?!"

    Sim-Off:

    Sorry, ich hab dich total übersehen


    "Alle Mann 10 Liegestütze und laut mitzählen. Wer zu spät war zwanzig!"
    kommandierte Licinus zur Begrüßung und zählte laut mit.
    "Guten Morgen zusammen.
    Wie die wacheren vielleicht schon festgestellt bin ich nicht euer centurio, habe aber trotzdem das zweifelhafte Vergnügen heute eure Ausbildung zu leiten. Warum das so ist, ist meine Sache.


    Mein Name ist Marcus Iulius Licinus, ich bin der primus pilus dieser legio.
    Wie würdest du diese Position beschreiben tiro?!"

    Bei den letzten Wortenschnellte Licinus Arm samt vitis vor und deren Ende kam nur wenige Centimeter vor der Nase eines tiros zum schweben.


    Sim-Off:

    Wie immer gilt: Bei namentlich nicht genannten tirones ist es dir überlassen, ob du selbst gemeint sein möchtest, oder ein NPC. Falls du dich für letzteres entscheidest, sollst du die Antwort dennoch aussimmen

    Ein abgehärteter Veteran stand am Tor Wache, als die Frau des legatus mit ihrem kleinen Tross ankam.
    Natürlich würden die Wachsoldaten einen Teufel (so sie an diesen glauben würden) tun und domina durchsuchen.
    "Ihr kennt das Prozedere?!" es war mehr eine Feststellung, als eine Frage.
    "Waffen abgeben, dann könnt ihr durch."
    Wegen der fehlenden Durchsuchung war es natürlich so, dass kleine Waffen dennoch durch konnten, aber so war es eben.


    Dann winkte der Wachsoldat sie durch und wandte sich kurz danach der nächsten Person vor dem Tor zu. Nach einem Blick auf den jungen Mann neben ihm und zurück auf die Frau, wusste er, was los war.
    "He, du! Komm her!" rief er dem Mann zu und wandte sich dann wieder an Chiomara.
    "Du willst ins Lager? Warum? Waffen sind abzugeben, anschließend wirst du durchsucht."
    Und wieder an den tiro
    "Das machst du, aber ordentlich, klar?!"


    Sim-Off:

    @ Aretas, du kann ruhig, wie jeder andere tiro auch, die Torwache simmen


    Esquilina


    An einem der Tage war auch Licinus auf dem Markt unterwegs. Er schlenderte, begleitet wiederum von Esquilina, in seiner dienstfreien Zeit über den Markt und begutachtete die Stände, ob es etwas interessantes zu kaufen gebe.
    Bei einem der besseren Stände, der Buchrollen führte blieb er längere Zeit stehen und betrachtete die Auslage sehr genau, ob er irgendwo ein Buch über Militärgeschichte oder etwas ähnliches finden konnte.
    Esquilina neben ihm war weniger begeistert von diesem Stand und wollte zu lieber zu den Schnitzereien ein paar Plätze weiter.


    Esquilina


    Licinus hatte sich für jenen ersten Tag frei genommen. Zwar unterstützten einige Abteilungen der legio prima die städtischen Sicherheitskräfte, aber darum kümmerten sich seine Kollegen an diesem Tag. Dennoch kam er nicht umhin, seine Augen offenzuhalten. Er nahm sehr genau die Positionen des Kordons war, der den Bereich für die hohen Gäste, man erwartete schließlich Senatoren und Reichspräfekten, abschirmen sollte. Auch bei Betreten der Stadt waren ihm die fahrenden Händler am Stadtrand aufgefallen, darunter nicht wenige Wein- und Weiberhändler, bei denen es sicherlich noch Schlägereien geben würde.
    Für den Moment jedoch war er trotz auf Hochglanz polierter Rüstung und umgehängten Dekorationen, schließlich stand ein Opfer bevor, nicht im Dienst, was ihm prompt klar wurde, als an seiner tunica gezogen wurde.
    Neben ihm stand ein junges Mädchen, ganz in hellblauen gewandtet.
    "Was guckst du?", fragte Esquilina.
    "Nichts Kleines, ich hab mich nur umgesehen. Sollen wir schon mal nach vorn gehen, damit wir nachher gut sehen können?"
    Mit diesen Worten schob er sie in Richtung der Tribüne für die Ehrengäste, in deren Nähe er sie platzieren wollte.


    Sim-Off:

    Ich hoffe, die Einführung eines Bereichs mit Tribüne für Ehrengäste geht in Ordnung? Wenn nicht bitte PN, dann editier ich es wieder raus.

    "Verdammt noch eins, was war das denn?!" brüllte der Ausbildungscenturio bis zum Stimmüberschlag, als eine viel zu große Menge tirones einfach drauf losstürzte:
    "Ihr Schlappschwänze habt einen Kopf, also nutzt den auch noch zu was anderem, als den Helm zu tragen! Kapiert?!
    Beim nächsten Mal will ich schön ordentlich sehen, wie sich die contubernia wieder nebeneinander einreihen!"

    Mit drohender Haltung stellte er sich direkt vor einen der tirones in der ersten Reihe und brüllte ihm jetzt mitten ins Gesicht:
    "Zwanzig Liegestütze! Alle! Sofort! Und wehe ihr seit zu langsam!
    Eins! Zwei! Drei! Drei! ... Achtzehn! Achtzehn! Neunzehn! Zwanzig!"

    Insgesamt ließ der centurio eingie Nummern wiederholen, sodass es alles in allem fünfundzwanzig Liegestütze waren. Ob aus Schikane, oder weil die tirones zu schlampig waren, wer konnte es wissen.

    Nun, in dem Fall würde ich sagen, ist es sinnvoll erstmal ohne Patronat dich durch gute Leistungen/Bestechungen/Schleimerei bei deinem centurio für höhere Aufgaben und später für ein eigenes centuionat zu empfehlen.


    Als solcher kämst du dann beinahe zwangsläufig in Kontakt zum Stab deiner legio, aus dem du dir einen Patron wählen könntest. Am besten jemanden der aktiv in der Politik steht und gute Kontakte zur Administratio hat.


    Das ist jetzt eine rein militärische Variante. Ab höheren Dienstgraden unterhalb des centurios kriegt man vielleicht auch Verbindungen in die Provinzverwaltung. Da kenn ich mich nicht so aus.


    Außerdem stellt sich die Frage nach einem Grundstück, dein Patron sollte eventuell in der Lage sein, dir ein solches abzudrücken.

    Hallo Irrer, ;)


    nun, ich denke ein Patronat lohnt sich (fast) immer. Die Frage ist natürlich, was deine ID noch erreichen soll, was du von deinem Patron erwartest.
    Davon hängt dann ab, wen du dir als solchen erwählen solltest.


    Um Licinus als Beispiel zu nehmen:
    Als er das erste Mal in Erwägung zog, sich einen patronus, da war es hauptsächlich als eine Art Berufsunfähigkeitsversicherung gedacht.
    Das hieß sein Patron musste über das Geld verfügen, um ihn im Falle des Falles versorgen zu können. Für den frisch gebackenen centurio, ohne geldige Verwandtschaft bot sich das der legatus, damals Vitamalacus an.


    Kurz: Es lohnt sich bestimmt, aber für die Wahl solltest du vorher wissen, was du dir erwartest.

    Nun war es mehr als ein Umspielen, was sich auf Licinus Lippen zeigte, sondern ein Lächeln, dem man ansah, dass es nicht aufgesetzt war. Einer der seltenen Momente, in denen die Stimmung vollkommen gelöst schien.


    Während sein Vorgesetzter nachgrübelte, nahm Licinus sich ein halbes Ei und bestrich es mit Soße, um es anschließend in kleinen Happen zu verzehren.
    Irgendwie kam es ihm ungewöhnlich vor, dass jemand nachdenken musste, wer Esquilina denn war. Umso bereitwilliger gab er Auskunft:
    "Esquilina heißt sie und ist jetzt vermutlich um die zehn Jahre alt." Das Alter war eine Schätzung, denn ihr tatsächliches hatte er nie in Erfahrung bringen können.
    "Ihre Mutter war Römerin, ihr Vater den Gerüchten zufolge wohl ein Soldat der legio, aber..." Er hob die Schultern um zu signalisieren, dass seine Nachforschungen im Sande verlaufen waren, er hatte den Vater, der sein Töchterchen schmählich im Stich gelassen hatte, nicht ausfindig machen können. Und irgendwann war der Sonnenschein ihm auch zu sehr ans Herz gewachsen, aber das konnte und wollte er nicht zugeben.
    "Daher ist sie auch Römische Bürgerin. Ihre Mutter starb bei dem großen Sturm in Mantua vor einigen Jahren und hatte ihrerseits keine Verwandten mehr, nach Aussage der Nachbarn." Zum Vater hatte er alles gesagt.
    Aber machte ihr Stand einen Unterschied? Licinus wusste es nicht, aber würde Ursus sonst nachfragen?

    Die Pest hatte nicht nur die Mannschaften der legio dezimiert, sondern auch in das Offizierkorps waren große Lücken gerissen worden. Das kombiniert mit der großen Anzahl an Neulingen, die ausgebildet werden mussten hatten dazu geführt, dass Ausbildungsgruppen aufgestellt wurden, die von mehreren centurionen im Rotationsprinzip geleitet wurden.
    Den ersten Tag hatte der primus pilus persönlich übernommen, um die Neuen in der Legio willkommen zu heißen.
    Ganz entsprechend seiner Gewohnheiten hatte er also schon vor Sonnenaufgang den campus mit den Fähnchen vorbereitet. Anschließend hatte er den Morgenappell und die Routineaufgaben seiner centuria vorbereitet und sich dann auf dem campus eingefunden.
    Leider hatte ihn etwas aufgehalten, weshalb er nicht vor den tirones den campus betrat sondern Mitten im Pulk. Allerdings hatte er einen Schnellschritt drauf und donnerte über das Getrappel hinweg.
    "Alle tirones zu den Fähnchen dort drüben! Wer noch nicht steht, wenn ich ankomme bekommt eine Sonderaufgabe."
    Dass es keine angenehme wäre, dürfte klar sein, sogar für Anfänger.