"Ich... Ich weiß es nicht." antwortete Licinus unsicher.
Das Gespräch war ihm unangenehm und wahrscheinlich versuchte er gerade so krampfhaft unauffällig hier zu sitzen, dass es ausgesprochen auffällig war.
Auch das es an diesem Tische deutlich leiser war als an den anderen mochte etwas auffällig sein, wenn man es objektiv betrachtete.
"Ich kenne niemanden, der es je probiert hat."
Beiträge von Marcus Iulius Licinus
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"Sschh!" machte Licinus leise und sah sein Gegenüber eindringlich an
"Sowas zu sagen kann gefährlich sein!"
Andererseits wollte Licinus bescheid wissen und so hakte er, zögerlich, doch nach.
"Deine Informationen... Sie stammen aus deiner Zeit bei der Garde?"Die Unterhaltung gefiel Licinus nicht gut, umso mehr stimmte er in den Trinkspruch ein:
"Auf die Gesundheit des Kaisers" sprach er nun mit normaler Stimme und goss ebenfalls großzügig von seinem Wein auf den Boden. -
Und tatsächlich war der primus pilus in seiner habitatio, genau genommen stand er sogar direkt vor der Tür als es klopfte, denn just in diesem Moment hatte er das Gebäude verlassen und zum Markt gehen wollen. Stattdessen erkannte er den Artorier vor der Tür stehen und stand im Türrahmen stramm:
"Salve tribunus Artorius! Was kann ich für dich tun?"
In Gedanken verschob er seine Einkäufe schon mal auf einen der folgenden Tage. -
Am Morgen, nachdem er Marei gefunden und zurückgebracht hatte, kam Licinus erneut zur porta des praetoriums, heute jedoch hatte er nicht viel Zeit und gab daher nur eine Wachstafel ab, die er in der Nacht geschrieben hatte.
Marcus Iulius Licinus Tito Aurelio Urso legato legionis et patrono suo salutem dicit.
Mein patron, am gestrigen Tage wollte ich in deinem Haushalt etwas abgeben, wovon ich wusste, dass es deinem Sklavenmädchen Marei gehörte. An der porta teilte man mir mit, dass diese verschwunden sei und ich erbot mich, mich zu erkundigen, ob sie an einer der portae das Lager verlassen hatte.
Dies war nicht der Fall, jedoch erzählte mir einer der Soldaten, dass plötzlich abbrechendes Gesinge gehört habe und kurze Zeit später einen Mann, offensichtlich ein Sklave, mit einem Sack in Richtung der horreae ging.
Meine Neugier war nun geweckt und ich sah mich bei den horreae um. Auf dem Dach der fabricae wurde ich dann von eben jenem Sklaven, der sich wohl entdeckt fühlte, angegriffen. Nachdem er überwältigt war, gestand er, dass er sich des Mädchens bemächtigt hatte und sie in eine Truhe auf dem Dach eingesperrt hatte.
Besagten Sklaven ließ ich durch die Wache der principia wegen seines Angriffes auf einen Offizier, namentlich mich, in den cacer einsperren. Das Mädchen brachte ich zurück ins praetorium.
Alles weitere lege ich nun in deine Hände, empfehle jedoch dringend den Sklaven hinrichten zu lassen, da ein ähnliches vergehen bei jedem einfachen Soldaten mit Steinigung zu bestrafen wäre. Eine Verschonung des Täters könnte leicht Unfrieden erzeugen.
Mit besten Empfehlungen
Marcus Iulius LicinusErst im Nachgang war ihm aufgefallen, dass er unbewusst vermieden hatte von Marei als einer Sache zu schreiben, aber das war weder zu ändern, noch ein Ärgernis für ihn.
"Sieh zu, dass der legatus dies sofort nach seiner Rückkehr erhält, verstanden? Es soll dein Schaden nicht sein." schärfte er dem Skalven, der ihm den Breif abnahm ein, bevor er sich wieder seiner Pflicht widmete. -
Endlich gab dieser Wurm klein bei, dachte Licinus schon, als der Sklave erneut zu sprechen begann, doch als er den Kopf hob um nach der Truhe zu sehen, versuchte er erneut sich frei zu winden, was Licinus jedoch wiederum nicht zuließ. Diesmal langte er nach einem in der Nähe liegenden Seil und fesselte Lux.
Nachdem dieser gut verschnürt war begab er sich unter den höhnischen Kommentaren seines Gefangenen und öffnete zähnemalmend die Truhe. Der Anblick war irgendetwas zwischen herzerbarmend und widerlich. Langsam griff er in die Truhe und hob das Mädchen heraus, legte sie sachte auf den Boden, sodass sie nicht mehr eingezwängt lag.
Dann wirbelte er herum und schlug dem Mann mit aller Kraft und Abscheu ins mit der Faust ins Gesicht.
"Schweig endlich!", donnerte er und zischte hinzu "Und jetzt auf". Mit diesen Worten machte er das Seil los und hielt es von nun an fest in der Hand. Sodann lud er sich Marei auf den Arm, was alles andere als einfach war, da er nur einen Arm frei hatte und ihr nicht noch mehr weh tun wollte, und machte sich mit beiden auf den Weg ins freie in Richtung praetorium.
Auf dem Weg dorthin kamen sie an der principia vorbei. Die wachhabenden Soldaten dort sahen ungläubig in Richtung des merkwürdigen Trios und der ältere der beiden fragte, kaum dass er Licinus erkannte:
"primus pilus! Können wir helfen, primus pilus?"
"In der Tat, das könnt ihr. Nehmt mir diesen Abschaum ab," war die Antwort und Licinus zog kurz und heftig an dem Seil, sodass Lux in die Arme der beiden Soldaten fiel.
"Sperrt ihn ins tiefste Loch, das wir haben", erst warf er nun einen bedeutungsschweren Blick auf Marei, damit die Soldaten verstanden, was passiert war und dann einen stählern kalten auf Lux "wegen Angriffs auf einen Offizier!" sprach er mit immernoch zischender Stimme.
Die beiden Soldaten übernahmen so Lux und Licinus machte sich auf Marei ins praetorium zu bringen, wo sie prompt in Empfang genommen wurde. -
"Interessant," antwortete Licinus noch immer etwas verwirrt über die sich auftuende Inkonsistenz der Gesetzeslage.
"Ich werde mich sicher bei dir melden, wenn es mal nötig sein wird." sagte er schelmisch. Damit war das Thema dann aber auch abgehakt."Dann wünsche ich dir viel Erfolg mit deiner Kandidatur."
"Ein süßer Fratz, deine Kleine", antwortete Licinus, nachdem er Aviana wieder der Kinderfrau übergeben hatte. "Sind die beiden immer so zutraulich? Immerhin haben sie mich ja zum ersten Mal gesehen.
Wir hatten über Aurelius Ursus geredet. Was für Kontakte hast du eigentlich in Rom aufgebaut? Namen die man kennt?" -
"Das ist erlaubt?" fragte Licinus und man hörte den Unglauben in seiner Stimme. Es passte für ihn nicht zusammen. Und ermöglichte gleichzeitig Perspektiven. Kinder hatte er zwar keine eigenen, da war er sich so sicher, wie man sein konnte, aber... Esquilina.
Ja, zu dem Tross in Parthia gab es dann wirklich nichts mehr zu sagen und Licinus war es auch nicht unrecht, wenn das Thema am Boden liegen blieb. Er hatte es erst gestern aufgewühlt.
"Ich danke dir, dergleichen hört man gerne." antwortete Licinus geschmeichelt. "Aber wie wir schon sagte, deine Meriten sidn auch ausgesprochen ordentlich. Ich nehme an, dass du zur nächsten Wahl wieder kandidieren willst." zumindest glaubte er nicht, dass der Ehrgeiz Centhos schon beschwichtigt war. Gleichzeitg war ihm aber bewusst, dass der Weg, der vor diesem lag nun steiniger werden würde, daher setzte er nach:
"Wenn ich etwas für dich tun kann.."[I]"In den nächsten wohl kaum, wie gesagt läuft meien Verpflichtung noch fünf Jahre. Weiter denke ich derzeit auch noch nicht, in dieser Zeit kann gar zu viel passieren meinst du nicht auch?" Er hob Aviana ein kleines Stück an und fuhr fort:
"Stell dir nur mal vor, wie diese beiden kleinen dann herumwuseln und hier die ganze Casa auf den Kopf stellen und allen Löcher in den Bauch fragen werden.
Ein guter Mann, ja das ist er. Er betrachtet die legio nicht nur als Karrieresprungbrett und interessiert sich für seine Männer. Außerdem hört er auf die Ratschläge der Berufoffiziere." Für Licinus mittlerweile DAS Kriterium schlechthin, auch wenn er wusste, dass sie nicht immer Recht hatten, ja gelegentlich waren seine Kollegen sogar recht verbohrt. Natürlich nur die Kollegen. -
"Wohl wahr" lachte auch Licinus heraus,
"Wozu man dazu ja nicht mal was tun muss, reicht ja schon, wenn man auf dem campus auftaucht. Ah, das Hühnchen..."
Licinus nahm beherzt einen Flügel in die Hand, tunkte ihn in die Sauce und begann daran zu nagen.Bürgerkrieg?! Licinus stellte seinen Becher wieder ab:
"Bürgerkrieg", wiederholte er leise. "Alle Götter mögen davor sein, dass wir so etwas je erleben müssen."
Bürgerkrieg, das hieß Römer gegen Römer, Freunde gegen Freunde, Brüder gegen Brüder, vielleicht sogar Väter gegen Söhne.
Schon bei dem Gedanken daran, gegen Männer zu kämpfen, mit denen er gedient hatte, die er vielleicht ausgebildet hatte, oder mit denen er befreundet war, wurde ihm schlecht. Er dachte an Serapio, den letzten anderen Helden von Circesium.
"Ich hoffe, dass wir dieses Grauen nie wahrhaftig erleben müssen" sagte er leise. -
"Nun, es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass die Kinder aus einer solchen Verbindung, wenn es mal so weit sein sollte, doch besser versorgt wären als ich dachte." und ich werde dich damti betrauen dafür zu sorgen, dass alles seinen Gang geht, sollte es je soweit kommen, fügte er im Stillen hinzu. In der gens stand man ja zusammen, also meinte Licinus sich darauf verlasssen zu können.
"Im Tross in Parthia? Ehrlich gesagt sehr, sehr wenige. Es ging durch die Wüste. Außerdem vorher per Schiff. Die meisten, die sich eine Passage leiten konnten blieben dann in Seleukia Piera zurück, einige folgten uns auch bis Edessa, aber von da an herrschte Wasserknappheit und wir ließen alle nicht notwendigen Troßteile zurück."
Wahrscheinlich dankten die Soldaten noch heute, dass ihre Familien dem Chaborashinterhalt entkommen waren, überlegte Licinus.Licinus wurde etwas rot, ob der lobenden Worte und entgegnete nur bescheiden: "Ich tue meine Pflicht, das ist alles."
"Ich weiß nicht, ob man ihn kennen sollte, ich kannte ihn zuvor jedenfalls nicht, aber du weißt besser als ich, was in der ewigen Stadt vorgeht und wer hier gerade wichtig ist." was nach Licinus Meinung zu häufig wechselte, als dass er es sich merken konnte.
"In Sicht ja, aber hoffentlich noch nicht erreicht. Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann noch zum Präfekten. Ein wenig Zeit habe ich ja noch, mindestens fünf Jahre, eher länger." Schließlich war er jetzt gut 15 Jahre* dabei und die mindestverpflichtungszeit lag bei zwanzig. Aber er wusste, dass ranghohe Offiziere gerne länger einbehalten wurden.
"Außerdem stehe ich ja nicht ganz ohne Unterstützung da, ich machte den legatus zu meinem patronus, um im Falle einer Dienstunfähigkeit versorgt zu sein. Ich glaube er wird mich auch bei einer Beförderung unterstützen, aber einstweilen bin ich noch etwas jung. Eigentlich sogar für meinen aktuellen Posten."Sim-Off: * gerechnet in CH-Wahlperioden
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"Ach Quatsch, es gibt doch nichts schöneres als sich Tag für Tag von einem schlecht gelaunten centurio nieder machen zu lassen." entgegnete Licinus mit vor Ironie triefender Stimme.
"Wobei es bei mir persönlich ein optio war. Saufeius Simplex. Der Name war Programm, kann ich dir sagen.""Auf den Winter und die Ruhe, die mit ihm einhergeht. Mögen wir nicht zu viel von ihr bekommen." Schloss sich Licinus dem Trinkspruch leicht abgewandelt an, bevor er seinem Gegenüber zuprostete.
"Zu den Verrückten wahrscheinlich. Ich kenne keinen centurio, der nicht zumindest ein bisschen verrückt ist. 'Beim Angriff die ersten, beim Rückzug die letzten', ist doch das Motto."Licinus nahm noch einen Zug, bevor er zu sprechen begann.
"Ja, in Parthia. Ich war nie in einer anderen Einheit als der prima, musst du wissen. Habe alles mitgemacht, erst Edessa, wo man uns den Adler nehmen wollte. Dann die Hölle vom Charboras, wo die Parther fast eine ganze legio verbrannten." Licinus Augen schweiften in die Ferne, noch immer saß der Schrecken über dieses Ereignis tief, und in seinen Augenwinkeln konnte man eine Träne glitzern sehen, die er unwirsch mit dem handrücken beseitigte.
"Es war schlimm, wir standen direkt auf der anderen Seite der Feuerwand und versuchten die Flammen zu ersticken, doch wir waren viel zu langsam." Er nahm noch einen tiefen Schluck, wie um die Gedanken fortzuspülen.
"Auch der Imperator wurde dort verwundet, doch das wussten wir da noch nicht. Weiter ging es nach Circesium, dass wir durch eine List im Handstreich nahmen. Wir drangen mit einem Kommando durch die Kanalisation ein und öffneten die Tore von innen. 'Helden von Circesium' dürfen wir uns seither nennen."
Licinus hatte noch nie gewusst, ob er ein Held war. In seinen Augen hatte er seine Pflicht getan. Ob es besonders heldenhaft war, das mussten andere beurteilen.
"Zuletzt die Belagerung von Dura. Ich glaube nicht, dass ich je wieder so gigantische Belagerungsbauten sehen werde, doch der Imperator starb und wir zogen uns zurück."
Damals war Licinus trotz der Trauer erleichtert gewesen, doch heute, älter und mit mehr Erfahrung ausgestattet hielt er es für einen Fehler. Oder verklärte er, dass die Moral der Männer gehalten hätte?
"Das war der Krieg in wenigen Worten. Du weißt selbst, wie wenig sie den wahren Umständen gerecht werden." -
"Natürlich, Herr!", antwortete der Soldat vor überraschung leicht stotternd. Schließlich war jedes Lager gleich aufgebaut und da sein Gegenüber Soldat war sollte er den Weg zur principia doch kennen.
"Ich nehme an, du möchtest dich zuerst bei unserem legatus melden? Dann folge mir bitte zur principia."
Wenn der praefectus einverstanden war, war er bereit sofort los zu marschieren.Sim-Off: Ich hab das beim legatus schon mal begonnen. Hoffe das ist okay. Falls du erst noch woanders hin willst, dann schreib es. Zur Not muss die Wache halt etwas Fremdenführer spielen
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Der Wachsoldat vom Tor kam mit dem Valerier im Schlepp zum Vorzimmer des legatus.
"Salve cornicularius," grüßte er den Vorzimmerchef mit Salut "Marcus Verginius Clodius, Torwache. Dies ist der angekündigte praefectus Valerius Victor. Er ist gerade angekommen und möchte zum legatus."
Dann schwieg er und wartete auf Erlaubnis sich wieder ans Tor zurückzuziehen. -
Und in der Tat war es der angekündigte Mann. Der Mann legte so auch keinen Wert darauf, sich noch länger der schlechten Laune des praefectus auszusetzen.
"Du wirst bereits erwartet." bestätigte er daher nur knapp und schloss "Natürlich kannst du passieren."Sim-Off: Kein Problem, aber was ist mit dieser ominösen Vorgeschichte?
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Der Wachsoldat stand stramm und hob die Hand zum Gruß.
"Salve Herr!" sprach er und dann etwas unsichder weiter:
"Und du bist Herr?"Es mochte ja der angekündigte Offizier sein, von dem er in der Wachbesprechung vorhin erfahren hatte, aber wie sollte er das wissen?
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"Wer nicht?" schmunzelte Licinus zurück und dachten an die Nachtwachen und Würfelspiele mit Imperiosus zurück.
"Ich hatte auch einige gute Kameraden, mit denen ich durch dick und dünn ging. Lange ist es her." und mittlerweile schien nurnoch einer von ihnen außer ihm am Leben zu sein, fügte in Gedanken melancholisch hinzu und nahm einen tiefen Schluck."Im Moment wenig. Im Winter sitzen sie in den Alpen und lecken ihre Wunden, aber ich möchte wetten, dass es im Frühjahr wieder los geht, wenn der Handel über die Alpen wieder zu nimmt.
Allerdings ist es lange her, dass ich selbst zu eienr Strafexpedition ausgerückt bin. Die meisten Kontakte sind kleine Scharmützel mit den vigilen der Städte und selten mal auch mit einer unserer Patrouillen. Aber bei letzteren haben sie bisher noch immer den kürzeren gezogen."
Das Leben war ruhig im nördlichen Italien. Zu ruhig, denn
"Aber unter uns, unter Hinblick auf unsere Einsatzfähigkeit wären mir etwas aktivere Banditen fast lieber. Ich will bei den Göttern keinen Krieg, einer reicht mir, aber ich möchte auch nicht in eine wirkliche Schlacht ziehen mit lauter Hosenscheißern, die noch keinen Kampf erlebt haben, noch nie jemanden töten mussten."
Ein Gedanken, den man in Anwesenheit von Händlern niemals äußern durfte, aber sie waren beide Soldaten, ja beide Offiziere.
"Wo hast du angefangen, bevor du zu den Schwarzen kamst?"[/I] -
"Nun, das sind die meisten." antwortete Licinus
"Aber wenn du dich einbringen und lernen willst, so wird sich sicherlich etwas finden für dich."Licinus ließ Vala sich entschuldigen und widmete sich dann einigen süßen Spezereien um über den neuen nachzudenken.
Sim-Off: kein Problem, ich bin sehr gespannt
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Auch Aviana fand also einen Platz auf seinem Bein, allerdings hingen ihre Beinchen auf einer Seite des Oberschenkel herunter, sodass sie ihrne Vater im Blick behalten konnte, ohne sich den Kopf zu verrenken.
Licinus zeigte sich überrascht und merkte gar nicht, wie sich langsam das Händchen des Mädchens um seinen Zeigefinger herum schloss.
"Nein, das wusste ich bisher nicht. Mir wurde in der probatio gesagt, dass es nicht ginge und bisher hatte ich noch keinen Grund, mich weiter darum zu kümmern. Nun, die damaligen Rekrutierungsoffiziere waren wohl etwas... konservativ eingestellt." wobei er das Wort "konservativ" überbetonte, als hätte er etwas anderes sagen wollen."Es geht mir gut, danke der Nachfrage. Die Rekrutierungsreise letzten Sommer war ein voller Erfolg und die centurionen sind so mit Drillen beschäftigt, dass sogar ich als primus pilus mal wieder eine Gruppe übernommen habe.
Aurelius Ursus ist noch immer unser legatus und wir haben einen neuen tribunus laticlavius bekommen. Ein Duccius Vala, falls er dir was sagt."
Schließlich kannte Centho sich im politischen Dickicht sicher besser aus als er selbst."Außerdem", fügte er mit einem freudigen Grinsen hinzu "bist du nicht der einzige, der sich in letzter Zeit vorangekommen ist. Ich habe grade mein examen tertium an der academia militaris bestanden."
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"Es freut mich, einen Freund von ihm kennen zu lernen." sagte Licinus und es war ihm ernst damit. Er wusste nur wenig über seinen Verwandten "Ich selbst hatte nur sporadischen Kontakt zu ihm, zu meinem Bedauern."
"Es wäre schön, wenn sie sich Gesellschaft leisten könnten. Bevor Cara auf dumme Gedanken kommt." auch Licinus fand es offensichtlich sehr gut, dass die Frauen gut miteinander klar kamen und vielleicht sogar Freundinnen wurden. Wenn auch aus nicht ganz unegoistischen Gründen.
"Langweilig?" fragte er ungläubig "Wieviel bekommt ihr denn von dem mit, was jenseits des limes vor sich geht? Allein das muss doch hoch interessant sein."
Licinus, zugegeben, hatte eine Meinung von Germanen, die sehr auf Tacitus'schen Romantisierungen beruhte. -
"Drusus" seufzte Licinus "er war mein Neffe musst du wissen, aber in meinem Alter, ich war ein Nachzügler in der Familie meines Vaters."
"Das habe ich ihr auch geschrieben, aber wenn du sie kennst, dann kennst du auch ihren Dickkopf. Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du etwas in dieser Richtung unternehmen könntest." In der Tat lächelte Licinus dankbar.
"Es ist nicht, dass sie hier erwartet wird, mehr, dass sie Angst hat, dass ihr in Germania langweilig wird.
Apropos Germania. Wie ist es dort?" -
Vorsichtig ließ er sich das Baby in seinen sehnigen Soldatenarm legen. Auf dem Unterarm, der sonst die Kraft aufbrachte, einen Schild oder das Marschgepäck zu tragen, erschien der kleine Mensch umso zerbrechlicher.
"Es freut mich, sie kennen zu lernen."
Mit der freien Hand kraulte er den Bauch des Mädchen in dem Versuch ihr ein Lächeln zu entlocken. Nach einem Augenblick antwortete er:
"Centho, ich bin Soldat. Es ist mir verboten eine Familie zu gründen. Und eine illegitime Familie ohne Sicherheiten? Nein, das kann ich nicht verantworten.
Zumal eine entsprechende Frau fehlt." ergänzte er ohne großes Bedauern. So gern er Kinder hatte, so sehr war er doch mit der legio verheiratet."Geschrieben?" fragte auch Licinus verwirrt. "Dein letzter Brief kam schon vor einige Wochen an, da stand dergleichen aber noch nicht drin."
Licinus traute sich kaum fester zu packen, als das Mädchen auf seinem Arm zu strampeln begann, aber genauso wenig traute er sich es nicht zu tun, dafür waren die Bewegungen zu heftig. Eine ungewohnte Zaghaftigkeit überkam ihn, während er seinem Verwandten folgte. Vor der Kline blieb er stehen. Wie sollte er sich legen, während er das Kind hielt. Konzentriert sah er auf Centho um es ihm abzugucken.