Beiträge von Marcus Iulius Licinus

    Zitat

    Original von Titus Iulius Servianus
    ...


    Licinus dachte bei sich, dass sein alter Freund die Sache wohl sehr eingehend mit seinem Sohn besprochen hatte. Außerdem sah er sich moralisch verpflichtet, dessen letzten Wunsch zu erfüllen. Ob es wirklich keine Probleme zwischen den Serviern und Esquilina geben sollte, war die andere Frage, aber er akzeptierte mit den Worten:
    “Dann sei es so. Ich will dich als meinen Sohn annehmen.“
    Licinus spendete ein kleines Opfer aus seinem Weinbecher um die Adoption zu besiegeln, ein größeres würde später folgen, ebenso wie der eigentliche Rechtsakt. Nun sah er sich erst mal zwei drängenderen Problemen ausgesetzt:
    “Es bleiben dann noch zwei Fragen zu klären. Schnellstmöglich zu klären. Die erste ist die nach deinem Namen, die zweite die nach deiner Zukunft.“
    In der Annahme, dass der junge Mann, der ihm weder blöd erschien noch so geschildert worden war, sich dazu bereits eigene Gedanken gemacht hatte, wartete er ab, ob dieser etwas sagte.

    Zitat

    Original von Titus Iulius Servianus
    ...


    Licinus horchte auf, als er den Namen seines alten Freundes aus hispanischen Zeiten. Sie hatten lange noch in Briefkontakt gestanden und einige Geheimnisse geteilt. Die Nachricht von seinem Tode kam nun zwar nicht unerwartet, denn die Krankheit hatte sich lange hingezogen, aber dennoch war Licinus getroffen. Sie hatten vor vielen, vielen Jahren, die gleiche Frau geliebt, eben jene Flava. Aber dies war nie bekannt geworden, denn Licinus war, auf Grund des Wunsches seines Vaters, nie dazu gekommen sich zu offenbaren. Er hatte jedoch den Verdacht, dass Flava es bei ihrer Verabschiedung erraten hatte.


    Daher war er ganz froh, dass der junge Mann vor ihm weiterredete, denn so konnte er selbst schweigen. Am Schluss klappte er dann die tabula auf und las folgendes

    Mein lieber Licinus,
    ich schreibe dir aus traurigem Anlasse. Wie du bereits gehört hast, ist vor einigen Jahren meine geliebte Flava verstorben, was mich mehr als nur ein wenig aus der Bahn geworfen hat. Ich habe mich gehen lassen und mich hoch verschuldet, meine Kinder waren damals noch zu jung, um mich davon abzuhalten, mich im Wein zu vergehen oder meiner Misswirtschaft entgegen zu wirken. In den letzten Jahren habe ich mich zwar wieder aufraffen können, aber das Schicksal meinte es nicht gut mit mir.
    Nun hat mich, wie du weißt, selbst ein weiteres Unglück ereilt, die medici sagen, der Krebs sitzt in mir und zerschneidet meine Eingeweide mit seinen Scheren. Wenn du diesen Brief erhältst, werde ich bereits Charons Schiff genommen haben und mein ältester Sohn Titus Servius Flavus wird dir diesen Brief überbringen.
    Ich habe eine letzte Bitte an dich als meinen ältesten Freund, nimm meine Kinder als deine an, denn ich war in den letzten Jahren nicht in der Lage, ihnen die Zukunft zu sichern, die sie verdient haben. Es ist mit ihnen besprochen und sie werden sich deiner patria potestas unterwerfen. Gegen deinen Schutz und deine Unterstützung werden sie immer treu zu dir stehen und ihrerseits dich unterstützen. Sicherlich hätte auch Flava gewollt, dass du dich um sie kümmerst, wenn wir einmal nicht mehr sind.
    Das wenige Geld, über das ich noch verfüge soll dir dafür zuteilwerden.
    Ein letztes Mal mit treuen Grüßen
    Dein alter Freund
    Titus Servius Rufus


    Licinus sah den Servier lange Zeit an, bevor er sprach. Zuerst galt es für ihn eine einfache Frage beantwortet zu haben:
    “Der Wunsch deines Vaters: Er ist auch der deine?“ mit Sicherheit gab nicht jeder junge Mann seinen Status als sui iuris auf, an einen Mann, den er kaum kannte. “Außerdem musst du noch eines wissen: Wenn ich dich adoptiere, dann wirst du eine weitere Schwester bekommen. Dein Vater erzählte dir wahrscheinlich von dem kleinen Mädchen, dem ich einstmals das Leben rettete. Was er noch nicht wusste, ist, dass ich diese kürzlich adoptiert habe.“

    Der Ochse krachte in ihn hinein und tatsächlich gelang es ihm, den centurio zu Boeden zu reißen. Trotz seiner Vorbereitung nahm der Zusammenprall ihm kurzzeitig die Luft weg. Er stürzte zu Boden und schlug mit der Rückseite des Helms auf. Für einen Moment wurde die Welt in einen weißen Blitz getaucht.


    Als er sich Sekundenbruchteile später wieder berappelte war der Mann über ihm. Jetzt galten nur noch die Reflexe und Licinus zog den Kopf nach oben, die Helmkante krachte mit Schwung in das Gesicht seines Kontrahenten.


    Seine Hände griffen nach den Armen und versuchten den Mann zu greifen, ihn unschädlich zu machen.


    Esquilina


    "Posca!" antwortete Esquilina und verzog den Mund. Ihr schmeckte das Essigwasser so gar nicht, was sie auch durchaus kundzutun bereit war:
    "Dieses komische Essigzeug, dass die Soldaten trinken müssen. Es ist einfach sauer und bah!
    Wir können es ja mal probieren, die würden sich da bestimmt freuen"
    , stimmte Esquilina in die Überlegungen mit ein.


    Die folgende Worte konnte das kleine Mädchen nicht nachvollziehen. Ihr Lehrer lobte zwar auch nicht gerade über den grünen Klee, aber sie hatte noch nie Angst haben müssen, ausgetauscht zu werden. Wieder einmal wurde ihr beinahe schwerzhaft der Standesunterschied zwischen ihr und ihrer besten Freundin bewusst, wie viel besser es ihr ging und wie leicht sie durch eine unbedachte äußerung Gräben aufreißen konnte. Und so wusste sie auch nicht, was sie sagen sollte.


    "Aber du..." bist mutiger, lag Esquilina auf der Zunge, aber sie kam nicht dazu, es auszusprechen, denn Esther funkte dazwischen:
    "Was tuschelt ihr zwei denn da?


    "Nix!" antworte Esquilina kieksend und für dann kichernd fort:
    "Naja, wir hatten überlegt... Willst du ... Naja, ob du uns zeigen kannst... wir wollen schwimmen lernen."


    Esquilina


    "Mmmh!" machte Esquilina und ihr fiel tatsächlich etwas ein:
    "Ja, kann ich. Weißt du was gestern passiert ist? An den Saturnalien dürfen die Soldaten den centurios auch Streiche spielen. Und weißt du, was die gemacht haben. Die haben getan als wären sie gaaaaanz schrecklich dumm und haben immer mich und Marcus verwechselt. Also haben sie ihm eine kleine Puppe geschenkt und ihn Esquilina genannt und ich musste ihnen die Befehle geben. Aber irgendwann waren sie dann wieder normal."
    Man merkte Esquilina an, dass sie ihren Spaß gehabt hatte und jetzt darauf wartete, was sich die Soldaten noch so einfallen ließen.
    Was sie nicht wusste war, dass Licinus nur gute Miene zum bösen Spiel gemacht hatte, als er die Puppe geschenkt bekam. Das hatte ihm nicht sonderlich gefallen, aber die Saturnalien waren nun mal die Saturnalien, dachte er.

    Zitat

    Original von Aretas
    Mit großen Schritten, ging der Tiro zielsicher auf die Tür zum Raum des Primus Pilus zu. Forsch klopfte er an und trat ein und meldete sich. " Primus Pilus, am Tor warten drei bewaffnete Reiter. Sie wollen zum Legaten, es sei wichtig. Dazu bitten sie um Unterkunft für eine Nacht." Er blieb in der Grundstellung. Entweder gab es jetzt einen riesen großen Anschiss, warum die drei noch nicht beim Legaten waren, oder der Primus Pilus ließ es sich nicht entgehen sie selber in Augenschein zu nehmen.


    Licinus sah den tiro ein kleinwenig ungläubig an:
    Hatte er seine eigene Degradierung zum cornicularius des legatus nicht mitbekommen. Er blickte den tiro scharf an:
    "Und was hab ich damit zu tun?! Für sowas is der cornicularius des legatus in dessen Vorzimmer verantwortlich, Mann, und nicht ich!"
    etwas lauter sprach er weiter, sodass auch die Reiter es mitbekommen konnten:
    "Glaub aber, dass der legatus zur Zeit auf ner Inspektionstour nach Norden ist, bin mir also nicht sicher ob ihr ihn antrefft.*
    Quartier könnt ihr von mir aus bei hier bekommen, im dritten contubernium sind die Nacht nen paar Betten frei."

    Die entsprechenden Bewohner hatten etwas zu viel gesoffen am vorigen Abend und sich über ein Gladiatorenspiel in Mantua in die Haare bekommen. Jetzt saßen sie im Arrest.
    "Also bring die Herren zum cornicularius, der wird besser Bescheid wissen.


    Achja und du meldest dich nach deienr Wache nochmal bei mir, klar?!"



    Sim-Off:

    *Weiß nix neues von Ursus, sonst jemand?

    Zitat

    Original von Aretas
    "Du wartest hier." Sagte er zum Servier, klopfte an und trat in den Raum. Nahm Haltung an. " Tiro Obsidius Antias, IV. Centurie, IX. Cohors, Torwache, meldet einen Besucher für dich Centurio." Das war das erste Mal, dass Antias einen Besucher begleitet hatte. Er hoffte bis jetzt keinen Fehler gemacht zu haben.


    "Soll rein kommen!", antwortete Licinus, der zwar keinen Besuch erwartete, aber keine Lust auf ein elendes Geplänkel hatte, dass damit anfing, den Soldaten anzuscheißen, warum er den Namen des Besuchers nicht nannte. Naja, dieser war sicherlich in der Lage selbst zu sprechen.
    "Wegtreten!" entließ er den Obsidier und wandte sich dann an den Besucher:
    "Intra!" ~ komm rein
    "Du bist wer?" fragte er und klappte dabei die Wachstafel über der er gearbeitet hatte zu. Beförderungsempfehlungen sollten nicht gelesen werden, bevor die Beförderungen ausgesprochen wurden, fand er.

    Melde mich wie befohlen!


    Nun, aus deinem zwei Beschreibungen entnehme ich mal, dass dir klar ist, dass dir klar ist, dass hier nach der Anmeldung keine bunten Bildchen und 3D-Grafiken auftauchen.


    Also von mir aus spricht prinzipiell nichts dagegen, dich aufzunehmen.
    (@ Magnus: :dafuer:)


    Was deien Hintergrundwünsche angeht:
    Einen nebenzweig haben wir, mit einflussreichen Verwandten in Rom sieht es da etwas schwieriger aus. Ich müsste mich da mit den anderen erst absprechen, bin aber selbst bis zum 6. Januar ohne Internet, das heißt genaueres können wir erst dann absprechen.


    Mein Vorschlag wäre, du simmst deine Ankunft in Rom solange aus und ließt dich noch ein wenig ein und im neuen Jahr organisiere ich dir jemanden zu dem dich dein Vater geschickt hat.


    Viele Grüße


    Licinus


    Esquilina


    "Wie was?" fragte Esquilina reichlich uneloquent zurück. Sie wartete eine Antwort aber gar nicht mehr ab, sondern schloss Marei nun ihrerseits fest in die Arme
    "Ich dich auch." Beim loslassen drückte sie noch einmal ihre Hände und rückte sich dann den Gürtel um ihre tunica wieder zurecht, der etwas verrutscht war.


    Esquilina legte den Kopf schief, als ihre Freundin vor sich hinschimpfte. Leider verstand sie kein Wort, von dem was sie da sagte, aber instinktiv hörte sie einfach nur zu. Erst als Marei sich entschuldigte, meinte sie sanft:
    "Nicht schlimm." Dabei stand sie auf und ging vor ihrer Freundin in die Hocke. Langsam schob sie den Kopf vor, sodass Marei nun, statt ihrer Füße das Gesicht ihrer Freundin sah, die versuchte aufmunternd zu lächeln.
    "Brauchst du Hilfe bei was?"

    Es war der Gegensatz, den man sich in der Schlacht zwischen den Römern und den Germanen vorstellte:
    Auf der einen Seite herrschte Rom, auf der anderen Überschwang.
    Licinus trat dem wilden Angriff des Betrunkenen Randalierers mit der kalten Entschlossenheit des Veteranen entgegen. Den Arm, dessen Hand nach ihm stach, schlug er mit der parma weg. Mit der rechten wich er aus, der Mann erreichte höchstens noch die Klinge, wenn er blöd genug war dort hinein zu fassen. Das gladius beschrieb zurückgenommen einen Bogen und sauste wie ein blitzender Schimmer von oben auf die Schulter des Angreifers zu.
    Der Rest von Licinus Körper stählte sich für den bevorstehenden Aufprall dieses wildgewordenen Ochsen.


    Esquilina


    Und natürlich tat Esquilina dergleichen auch nicht mehr, schließlich wollte auch sie den schönen Ausflug nicht verderben. Der Rest lief also ohne Drachen ab.


    Esquilina dachte einen Moment nach:
    "Mmmh, wenn ich laufe, dann kann ich auch nicht mehr reden. Vielleicht sollten die mal zu Licinus gehen, der kann nämlich saufen und dabei sogar schreien!"
    Esquilina war stolz auf ihren Ersatzpapa, der ohnehin der beste auf der Welt war.


    Dem folgenden Gespräch, dass sich zwischen Esther und Marei entspann, hörte Esquilina nur mit einem halben Ohr zu. Sie dachte nach. Nur wenige Menschen konnten schwimmen. Aber Esther, die konnte das. Sie beide nicht. Ob sie vielleicht... Aber erst musste sie ihre Freundin fragen ob sie auch wollte. Nach dem letzten Satz schaltete sie sich wieder in das Gespräch ein, etwas naseweis sprach sie:
    "Batti sagt immer, man weiß nie was kommt. Aber man soll sich immer anstrengen, dann kommt meistens auch das was man will."


    Einige Augenblicke später blinzelte sie zu Esther rüber, die den Blick erkannte und zu deuten wusste. Sie tat so, als wäre sie in Gedanken grade ganz woanders, woraufhin Esquilina Marei unbelauscht eine Frage stellte:
    "Was meinst du? Sollen wir Esther fragen, ob sie uns zeigt, wie man schwimmt?"

    "Das ganze halt!" befahl Licinus und ließ anschließend die Männer wieder Aufstellung nehmen.
    Cooonvenite!"


    "Schluss für heute!" überraschend früh. Ironisch fügte Licinus an:
    "Bin mir sicher, ihr seid totunglücklich, dass wir jetzt schon aufhören müssen, aber ich habe heute Nachmittag noch was anderes zu tun.
    Damit euch aber nicht langweilig wird: Prüft eure Rüstungen und macht eure Stuben anständig sauber. Kann sein, dass ich mir das die Tage mal angucke!"

    irgendwo im Bereich der Civitas Mantua würde jetzt wohl ein Bauer verzweifelt nach dem Zaun suchen, mit dem Licinus gerade gewunken hatte.
    "Ansonsten kann ich euch nur raten, die Thermen trotz der kurzen Übungseinheit zu besuchen.
    Achja und über die Saturnalien habt ihr frei.


    Wegtreten!"
    Der letzte Satz vor dem "wegtreten" war geradezu achtlos hingeworfen worden, so, als sei es ihm gerade erst eingefallen.

    Von morgen Abend über die Weihnachtsfeiertage nur gelegentlich,


    vom 26. abends bis einschließlich 6.01. gar nicht anwesend.



    An dieser Stelle allen Mitspielern eine fröhliche Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und ein freudiges Wiedersehen im neuen Jahr.


    Licinus

    Esquilina war über die Saturnalien im Lager, zumindest für den ersten Teil derselben, den zweiten würde sie mit Licinus auf dem Landgut verbringen. Sie hatte auf dem offenen Gang vor der Baracke der ersten centuria gestanden und gewartet bis ihre Freundin die principia verlassen hatte, dann war sie ihr gefolgt. So wurde aus der Verfolgerin eine Verfolgte, denn sie kannte die Geschichte, wie sich Marei und ihr Ersatzpapa kennengelernt hatten, mittlerweile auswendig. Kurz bevor Marei die sinistra erreicht hatte, versteckte sie sich hinter dem Rücken eines breit gebauten Soldaten, der auf dem campus zusteuerte.
    Erst als sie nur noch vier bis fünf Schritte vor der Bank stand, hoppste sie aus dem Schatten und rief gut gelaunt:
    „HO! Saturnalia!“ anschließend umarmte sie Marei zur Begrüßung, sie hatten sich ja schon lange nicht mehr gesehen, erst war Esquilina wieder auf dem Landgut gewesen, dann hatte ihre Freundin Stubenarrest gehabt. Gut, dass sie sich schon bei ihrem letzten Besuch verabredet hatten.

    Irgendwann kam auch einer der tribuni zu ihm. Ein junger Mann, frisch ernannt, sein erster Militärposten. Kurz: ein rechter Grünschnabel.
    „Sind das alles deine Männer?“, fragte er etwas verwundert ob der doppelten Anzahl, er schien einen weiteren centurio zu vermissen. Licinus mühte sich, die Augen nicht zu verdrehen, offensichtlich hatte der Mann vor welcher Einheit er stand. Also bemühte er sich so sachlich es ging um Klärung
    „Jawohl Herr, erste centuria, erste cohors, 160 Mann Sollstärke, 156 tatsächlich, 4 nicht marschierfähige Verwundete, 8 Mann ausgeliehen an den praefectus viatorum, der Adlerträger und 2 weitere Männer sind in der principia. Alles in allem also 142 auf dem Wall.“
    „Schnell hier angekommen?“ lautete die nächste Frage.
    „Ita’st. Die Männer haben gut reagiert und waren schnell angetreten.“ Wie sollten sie auch nicht, wo sie praktisch unter der Signalstation schliefen, da fiel man bei Alarm ja fast schon von allein aus dem Bett. Aber solche Kommentare konnten natürlich keinesfalls ausgesprochen werden
    „Danke centurio!“ Und wandte sich zum weitergehen.
    „Gasse bilden!“ kommandierte Licinus und die Männer formierten sich um einen Weg zum Durchgang in den Turm frei zu machen.
    Wenige Minuten später erklang dann das Signal zur Aufhebung des Alamrzustandes und die centurionen konnten ihre Abteilungen zu den Baracken zurückführen. Einzig die Wachabteilung blieb auf ihrem Posten.
    „Also Männer, geht schlafen, wegen so eines kleinen Nachtalarms gibt es morgen keine Sonderbehandlung“, war das letzte, was Licinus seinen Männern mit auf den Weg gab. Dann ging er in seine habitatio, knallte die Rüstung neben den Schreibtisch und legte sich wieder schlafen.


    Sim-Off:

    So, ich hoffe, es war eine kleine, aber willkommene Abwechslung und ich freue mich schon auf das Gezeter beim Frühstück, weil euch die Offiziere mitten in der Nacht aus den Betten rausgeworfen haben.

    Mit keinem Wort ging Licinus auf die Beleidigungen ein. Er wusste es besser, als auf so eine Provokation einzugehen. Aber der Mann wich selbst zurück und ließ ihm daher keine Wahl, als selbst anzugreifen. Mit festen Schritten näherte er sich dem Mann, verkürzte den Abstand zwischen ihnen, täuschte an einer Stelle einen Ausfall an, näherte sich jedoch weiter mit dem Schwert an der Hüfte und dem Schild voran seinem Gegner.
    Innerhalb weniger Augenblicke war er nah genug. Mit einer blitzschnellen Bewegung schoss seine Hand am Rand der parma vorbei, gezielt auf die Hand, die ihm noch immer das Messer entgegenhielt. Ohne zu prüfen, ob und wie er getroffen hatte, zog er die Hand wieder zurück. Es war mehr ein Test, um die Reaktionsfähigkeit seines Gegners einzuschätzen, denn ein wirklicher Angriff gewesen. Vielleicht hatte er ihm nur einen Kratzer beigefügt, womöglich sogar nichtmal das. Aber es war wichtig seinen Gegner zu kennen.

    Das Holz der Pfähle wummerte bei jedem Aufprall der schweren Übungsscuti und einige Leute aus den besseren Vierteln der Stadt hätten das ganze wohl als ziemlichen Krach bezeichnet. Nicht so jedoch die wenigen Veteranen mit Kampferfahrung, die sich noch an den Schlachtenlärm in Parthia oder anderen Teilen des Imperiums erinnern konnten. Das war ohrenbetäubend gewesen, hier dagegen war es nur ein wenig lauter als normal.


    Licinus ging durch die Pfahlreihen, hielt gelegentlich an, um die Haltung der tirones oder ihre Schildführung zu korrigieren. Auch um gelegentlich mal gegen einen Fuß zu treten, der nicht sicher stand, oder neben einem Pfahl stehend dem zugehörigen tiro die vitis in eine ungeschützte Stelle zu stechen.
    „Du bist tot. Pass auf deine Deckung auf, wenn du überleben willst. Oder beschwer dich hinterher wenigstens nicht, ich hätte dich nicht gut genug ausgebildet!“
    Natürlich, hier wo neben dem Pfahl keiner stand war es nicht einfach an dergleichen zu denken, aber sie mussten von Anfang an angehalten werden darauf zu achten.

    Wäre das ganze erzählt bekommen, so hätte er wohl ungläubig mit dem Kopf geschüttelt oder gar gelacht. So aber war er selbst beteiligt und daher blieb er ruhig. Seine Augen ruhte auf seinem Gegenüber. Er wusste, dass die Zeit für ihn arbeitete, das hier konnte die Wache nicht übersehen haben und es war davon auszugehen, dass sich bereits Soldaten auf sie zubewegten.
    Nun, da er die volle Aufmerksamkeit des Mannes hatte, zumindest glabute Licinus das, gab es auch keinen Grund mehr zu brüllen, auch wollte er nicht den ersten Angriff machen. Ruhig hielt er die parma equestris zwischen seinen Körper und das Messer seines Kontrahenten und wiederholte seine Aufforderung, jede einzelne Silbe betonend, erneut:
    „Leg das Messer weg!“


    Aber seine Worte blieben ungehört, stattdessen ging der Betrunkene zum Angriff über. Licinus blieb mit gestrecktem Schild (hach, ein scutum müsste man jetzt haben) in Positur und wartete darauf, dass der Mann in Stichreichweite kam.