Beiträge von Marcus Iulius Licinus

    Das Murren quittierte Licinus einfach mit einem scharfen Blick unter gehobener rechter Augenbraue. Schauen wir doch mal, so dachte er, wie sehr die Herren schon gedrillt sind, auf die kleinsten Signale zu reagieren.
    „Also, machen wir weiter!“, kommandierte Licinus, als wieder alle standen. „An den Pfählen drüben üben wir das zustoßen mir dem Schild. Der Pfahl ist euer Feind attackiert ihn nach freiem Willen, aber ich will von jedem jeden Stoß sehen, klar?!“


    Nach der Antwort der tirones hieß es dann:
    „Agite!“
    Die Übung war eine der stupidesten, wenn man Licinus fragte. Nach einem Gegner zu stoßen, der nicht fallen konnte, war noch langweiliger als nach einem solchen mit dem Schwerte zu stechen. Aber wie sonst sollte man es üben, ohne das valetudinarium zu überfüllen.

    Licinus hörte den beinahe schon verzweifelten Hilferuf und schob sich rücksichtlos durch die letzten Gaffer hindurch. Das Bild, dass sich auf der kleinen Freifläche bot, stellte sich ihm wie folgt dar. Ein Ring aus Gaffern, einige entsetzt, nicht wenige aber vor allem gespannt, was passieren würde. Die junge Frau, die ihm schon vorher aufgefallen war, am Rand des Kreises und in der Mitte ein tobender Mann mit stierem Blick, der wüste Drohungen ausstieß und ein Messer in der Hand hielt.
    Seine Augen waren blutunterlaufen und selbiges spuckte er aus seinem Mund während er brüllte. Solch ein Mann, auch wenn er kein ausgebildeter Kämpfer zu sein schien, war gefährlich.
    Licinus ließ seine vitiszu Boden gleiten und zog anschließend das gladius aus der Scheide. Langsam, um den Mann nicht übermäßig zu reizen.
    Dabei brüllte er nicht weniger, als sein Gegner:
    „Das Messer runter, oder ICH bringe DICH um!“
    So unauffällig wie möglich versuchte er sich in die Nähe von „ihr“ zu schieben. Auf lange Frist zwischen sie und den Mann, aber dabei durfte er keinesfalls die Aufmerksamkeit auf sie lenken.


    Esquilina


    "Tschuldigung?" meinte Esquilina nun ihrerseits reichlich kleinlaut, als sie merkte, dass sie ihrer Freundin Angst gemacht hatte. Das hatte sie nicht gewollt und guckte nun auch reichlich traurig.


    Irgendwie begann Esquilina mit ihren Händen das Wasser vor sich wegzuschaufeln, unbewusst die Schwimmbewegungen des Kindermädchens imitierend und kam somit ein klein wenig schneller voran, als zuvor. Gerade so als erste erreichte sie Marei, tippte ihr an die Schulter und krähte übermütig:
    "Ich hab dich!"

    Der Reihe nach bekam er die Punktstände von den tirones zugerufen, im Mittel, so überschlug Licinus hatte jeder tiro sieben oder acht Punkte gemacht, der Beste immerhin fünfzehn.
    Daher entschied er:
    „Wer drei oder weniger Punkte hat braucht offensichtlich dringend mehr Kraftraining. Ihr seid hiermit für die nächste Instandsetzung des Grabens freiwillig gemeldet. Wer 12 oder mehr Punkte hat bekommt bei der nächsten Verpflegungsausgabe eine Sonderration Speck.“
    Das Prinzip aus Zuckerbrot und Peitsche, beziehungsweise hier aus Schaufel und Speck, funktionierte bekanntlich am besten aus den tirones brauchbare Soldaten zu formen. Zusätzlich gewürzt durch die Persönlichkeit des centurios als harter, aber gerechter Knochen.


    "Tirones! Aequatibus passibus! Pergite!

    Laevum!


    Laevum!


    Laevum!"


    erneut führte Licinus die tirones mehrere Runden um den Platz herum, bis sie wieder in der Ausgangsstellung standen.

    Die Nägel unter seinen Schuhsohlen schlugen Funken, als Licinus schlagartig bremste, weil er die Waffe erkannt hatte. Über das Getuschel hinweg konnte er nicht alles was der Mann rief verstehen, was durchdrang war Miststück, Lupa, Mann und betrügen. Die Aussprache legte nahe, dass der Mann getrunken hatte und gereizt war.
    Blitzschnell versuchte Licinus zusammen zu kombinieren, der Mann schien der Frau Untreue vorzuwerfen und sie heimholen zu wollen. Wenn das so war, dann war er im Recht. Allerdings war da noch die Waffe, die Licinus gar nicht gefiel. Er entschied einzugreifen und zu versuchen die Situation zu entschärfen. Eine Messerstecherei während seiner Wache, das fehlte gerade noch.


    "Was zum orcus geht hier vor?!" donnerte über die Kopfe der Gaffer hinweg, während er sich nach vorne schob.


    Esquilina


    "Drachen gibt es nur im Märchen, weißt du? Da sind sie große, schreckliche Tiere!" Esquilina fletschte die Zähne und hob die Finger wie Krallen über den Kopf.
    "Die Feuer speien können und kleine Mädchen entführen."


    Während sie mit den Beinen schlug versuchte Esquilina herauszufinden, ob es ihr irgendwie gelang die Wellenbewegungen zu steuern, aber das wurde allein schon dadurch zunichte gemacht, dass ja auch Marei Wellen verursachte und somit das "Messergebnis verfälschte". Wenn sie mit ihren Füßen gegen Mareis stieß, dann warf sie ihr immer ein kurzes Lächeln zu und machte dann weiter, aber irgendwie schienen ihre Füße sich anzuziehen.


    Der Schlag auf die Wsseroberfläche dagegen kam nicht ganz unerwartet, sodass Esquilina blitzschnell den Kopf wegdrehte.
    "Jaaaaa, sind wir. :D" lachte das kleine Mädchen "Noch nasser, als wir eh schon waren." gefühlt stimmte das sogar, wenn auch nicht absolut
    Dann machte sie sich an die Verfolgung, während die Badesklavin sich schickte Marei festzusetzen. Dabei kam sie allerdings auch nicht schneller vom Fleck als Marei, sodass der Abstand zwischen ihnen ziemlich unverändert blieb.

    Licinus sah eine schnelle Bewegung, als ihm irgendein fetter Kaufmann die Sicht nahm. Als er wieder zu dem verfolgten Subjekt sah, erkannte er nicht viel mehr als zuvor, aber es schien so, als habe die Frau sich umgedreht, außerdem meinte er, dass die Zuschauer in unmittelbarer Nähe sich nicht mehr nur auf das Rennen konzentrierte.
    Licinus beschleunigte seine Schritte und erreichte endlich eine der Treppen, die hinab zur Arena führten. Auf diese schwenkte er ein und lief sie nach unten.
    "Platz da! Macht Platz!" fuhr er jene Bürger an, die in seinem Weg standen, weil sie gleichfalls hinauf oder hinunter wollten, oder gar dort saßen, weil sie keinen platz mehr gefunden hatten.
    "Verdammte Faulpelze" zischte er, als er beinahe über einen Mann gestolpert wäre, der quer über den Stufen lag. Offensichtlich jetzt schon völlig besoffen.

    Mit bitter zusammengepressten Lippen hörte er die Spottlieder, aber er konnte nichts dagegen tun. Und wenn so ein verdammter Politiker auf einem Triumpfzug damit klar kam, dann würde doch ein alter Hund von Berufsoffizier, als den er sich selbst sah, erst recht damit klar kommen.
    Also gab es keine Ermahnungen sondern nur einen stummen Blick, bis die tirones im Lager verschwunden waren. Dann wandte er sich ab, nicht Richtung Lager, sondern in Richtung der Stadt. Auch er würde heute feiern. Erstmal mit den Kameraden einen bechern und anschließend weiter mit den Mädels.
    Besonders bei dem Gedanken an letzteres wurde sein Gesicht wieder entspannter...


    ~ finis ~

    Licinus beobachtete mit einer Mischung aus freudigem Interesse und Vorsicht die Vorgänge, die sich ihm boten. Interesse, weil einige der Kämpfe durchaus interessant waren, auch wenn er zu einigen Manövern gleich noch etwas sagen wollte. Die Vorsicht rührte daher, dass bei diesen Übungen immer die Gefahr bestand, dass sich die Männer zu sehr ineinander verbissen und das konnte starke Verletzugnen hervorufen.
    Wann immer er also die Gefahr sah, dass ein oder zwei die Kontrolle verloren, schoss er zwischen sie und riss sie zur Not auseinander. In seltenen Fällen musste er vorher die Aufmerksamkeit der Kontrahenden mit einigen Schlägen zu sich ziehen.
    Anschließend wurden die Kontrahenden an die Seite des campus geschickt, wo sie sich hinzusetzen hatten, bis Licinus sie wieder in den Kampf rief. Dabei änderte er manches mal noch einmal die Paarungen.


    Nach einer gewissen zeit donnerte er dann über alle Reihen hinweg.
    "Satis!" ~ genug


    "Convenite!"


    "Scuta dorsum!"


    "Zwei Dinge! An alle, die sich haben hinreißen lassen ihre Gegner blindwütig anzugreifen: Das ist euer sicherer Tod. Ihr überseht das Schwert, den Speer, die Axt, die von der Seite kommt und konnt nur hoffen, dass eure Kameraden einen kühleren Kopf behalten haben.
    Es geht nicht gegen ein vernünftiges Feuer im Kampf, aber ihr dürft NIEMALS den Kopf verlieren, wenn ihr nicht den Kopf verlieren wollt.
    Zum anderen werden aber leider die schicken Drehmanöver, die ich hier gesehen haben nur bedingt funktionieren. In der engen Schlachtformation ist dafür leider kein Platz. Ih solltet zu Mars beten, dass ihr nie in eine Situation kommt, in der ihr solche Tricks anwenden könnt."

    Die letzten Worte hatte er völlig emotionslos gesprochen, aber er hoffte, dass die Botschaft ankam. Diese Situationen im Kampf Mann gegen Mann waren etwas, wofür die römischen Legionen nicht ausgelegt waren. Dafür gab es Hilftruppen.
    "Meldung mit Punkteständen!"


    Sim-Off:

    Und unausgesprochen bitte auch eine eigene Einschätzung, wie du zu den anderen liegst. Nur zum Vergleich, mit dem, was ich mir dazu am überlegen bin. Ist das erste Mal, dass ich die Idee hatte.

    Nach ungezählt vielen Wechseln war der Tag irgendwann zu ende.


    Wie üblich schickte der Trebellier seine tirones noch mal um den Platz.
    "Das ganze zwei Runden um den Platz, anschließend hier antreten!"


    Als die Soldaten wieder angetreten waren, baute er sich feierlich auf und donnerte:
    "Meine Herren! Hiermit habt ihr es geschafft. Ihr habt die Grundausbildung überstanden und gar nicht mal schlecht!"
    Zum ersten Mal erschien sowas wie Stolz auf das Gesicht des centurios zu treten.
    "Die offizielle Ernennung folgt in den nächsten Tagen in offizieller Zeremonie, bis dahin habt ihr dienstfrei! Aber wehe ihr erscheint dann nicht in tiptop Uniform, verstanden?!"



    "Das ganze: Wegtreten!"
    brüllte er ein letztes Mal.

    Sim-Off:

    Ah, sehr schön


    Licinus Blick zielte auf einen Mann, der sich reichlich rücksichtslos einen Weg durch die Menge bahnte. Ein klein wenig zu rücksichtslos um unbeachtet zu bleiben.
    Licinus hielt auf seiner Höhe die Linie des Mannes und hielt ein scharfes Auge auf ihn. So unauffällig wie möglich versuchte er die Aufmerksamkeit der ausgeschwärmten frumentarii auf sich zu ziehen, die zwar sicherlich schon selbst etwas gemerkt hatten, aber sicher war besser.


    Der Mann schien auf eine junge Frau zuzusteuern. Was genau er tat, konnte Licinus nicht erkennen, aber sein Instinkt sagte ihm, dass hier gleich etwas passierte. Er schwenkte ab und näherte sich langsam dem Mann.

    "Schnauze! Kann mich nicht erinnern euch das reden gestattet zu haben!"
    Anfänger, dachte Licinus geringschätzig . Nicht in der Lage auch nur einen Moment den Rand zu halten. Das hieß natürlich, sie hatten noch nicht gelernt so zu reden, dass man es als Offizier überhören konnte, wenn, ja wenn, man denn wollte. Und da hatten es tirones natürlich noch eine Stufe schwerer, als jene, die sich schon mal irgendwie bewiesen hatten.


    Als alle angekommen waren, musterte Licinus die Kampfpaare. Einige, die offen zu ungleich waren, korrigierte er. Andere, wie die, in der Aretas sich befand, waren zwar ungleich, aber immernoch oder gerade deshalb interessant.
    "Die jeweiligen Paare stellen sich Schild gegen Schild auf. Ihr versucht euren Gegner zurückzudrängen, oder sonst wie zum Stolpern zu bekommen. Wer stolpert gilt als kampfunfähig. Jedes Paar zählt Punkte, einen wenn der Gegner stolpert, zwei wenn er fällt. Wer was anderes macht als mit dem Schild zu drücken und Schritte zu tun, der bekommt mehr Minuspunkte als er zählen kann und die hier zu spüren."
    Ttheatralisch klatschte bei diesen Worten die vitis in die Schildhand.


    "Anfangen!"

    Die tirones reagierten. Nicht schnell, aber sie reagierten, was immerhin etwas war. Er hatte schon Gruppen erlebt, die sich in diesem fortgeschrittenen Stadium noch einige Wochen unter Gerste setzten. Dass sie die pila gegen ihn richteten, naja, das war in der Situation eben so. Kein Grund sich aufzuregen.


    "Immerhin das habt ihr das erkannt. Ein Keil mit eingelegten pila macht nicht besonders viel Sinn. Aber beim nächsten Mal will ich das ganze gefälligst schneller sehen. Die Reiter werden kaum warten, bis ihr zum Empfang bereit seit."


    "Testudo!"


    der Befehl kam so übergangslos, dass es gleichsam ein Blitz Iuppiters hätte sein können, mitten in einer stürmischen Nacht.


    Die Wechsel zwischen den Formationen wurden immer schneller, nur unterbrochen von den Anschissen des centurios, wenn etwas nicht so schnell lief, wie er es gerne hätte.

    Hätte man Licinus gefragt, welche Götter gemeint waren, so hätte er wohl selbst verwundert innegehalten. Er hatte schlicht eine Grußformel gebraucht, ohne sich große Gedanken darüber zu machen. Sicher glaubte er an die Götter und opferte ihnen regelmäßig, aber als tief religiösen Menschen konnte man ihn sicher nicht bezeichnen.
    Als der nurbische Hühne vor ihr in die Knie ging verzog Esquilina das Gesicht zu einem unsicheren Grinsen und piepste leise „Vale und danke“. Licinus nickte ein letztes Mal und ließ sich anschließend von dem kleinen Mädchen in Richtung des Standes mit Schnitzerein ziehen. Er war in Gedanken noch ein wenig bei der Begegnung gerade, als Esquilina ihm ein Amulett zeigte, dass vom Dach des Standes herabhing. „Guck mal, dass ist Victoria, gell?“ Tatsächlich war sie es jedoch nicht, denn das Amulett zeigte das Abbild eines Palladions.
    „Nein“, korrigierte Licinus, „Siehst du den Baum dort und den kleinen Vogel? Das ist eine Eule. Also ist die Göttin wer?“
    Das Mädchen konnte gerade noch die Antwort „Minerva?!“ geben, als sich der Händler einstellte und die „hervorragende Arbeit zu bestem Preis“ pries.

    Nach vielen schnellen wechseln, die mit einem erlösende scuta dorsum endeten, war den meisten Männern wahrscheinlich der Arm lahm. Licinus selbst war es in seiner Ausbildung nicht anders gegangen und nun, bald zwanzig Jahre später, wäre es vermutlich ähnlich. Zu lange schon trug er nur noch die parma equestris mit sich herum, seit seiner Beförderung zum centurio hatte er den scutum nicht mehr getragen. Und außerdem: Er wurde alt. Beider Punkte war er sich durchaus bewusst. Dennoch, besser als die Anfänger hier durfte er allemal noch sein.
    „Also schön! Das allernotwendigste scheint ihr ja zu können. Als nächstes drehen wir zwei Runden um den Platz, damit eure Muskeln warm werden, wenn wir zurück sind findet ihr euch sofort paarweise zusammen. Ich rate dabei jedem auf seine Schienbeine acht zu geben, sonst wird der Rest des Tages ziemlich hässlich werden.“
    Es gab eine Pause von vier Taktschlägen bei normalen Marschtempo, dann hieß es
    „Und los!“
    Und Licinus trabte an.

    Die Auswahl des Mannes an der Spitze des Keils gefiel dem centurio im Prinzip nicht schlecht. Da er aber erstens nicht glaubte, dass es eine auch nur im Ansatz bewusste Entscheidung der tirones war, und zweitens es ohnehin gegen seine Überzeugung gewesen wäre, drang von dieser Einstellung nichts nach außen.
    „Zieht die verdammten Seiten gerade! Ich will eine pilumspitze sehen und keinen verdammten Holzspeer mit dem ihr früher Schweine gehütet habt!“
    Die tirones hatten dann einen Moment Zeit, sich auszurichten, als der Trebellier aus heiterem Himmel herrschte:
    „Reiterangriff!“

    Das erste Anheben war ein Test und als die tirones anfingen zu Zittern kam auch ziemlich schnell das erlösende:
    „Scuta dorsum!“


    „Nun, ich muss zugeben, ich bin nicht beeindruckt. Ihr werdet euren Schild später eine ganze Schlacht lang halten müssen. Das heißt unter Umständen länger als einen Tag. Und unter geringfügig erschwerten Bedingungen.“
    Ein ziemlicher Euphemismus für die Anstrengungen und Wirrnisse einer Schlacht, dessen war sich Licinus sehr bewusst, aber es musste reichen.
    „Wir üben nun zuerst mal die Bewegungsabläufe um euch Kraft in den richtigen Muskeln zu geben.

    "Scuta sursum!"


    "Scuta dorsum!"


    "Scuta sursum!"


    […]


    "Scuta dorsum!"


    Esquilina


    Esquilina erschauderte nicht nur der Kälte wegen, als sie Mareis Schilderungen durchaus etwas betreten lauschte.
    „Ja, genau das meinte ich“, bestätigte das Mädchen nur um sich einen Moment erstaunt zu der Brünetten umzudrehen. „Katzen rauchen auch? Das hattest du mir gar nicht erzählt.“
    Dann wollte sie nämlich keine Katze, wenn dann immer das Zimmer verraucht war, da konnte man ja kaum etwas sehen.


    Esqulina, von Natur aus weniger ungestüm als Marei und noch dazu mit dem Bad ein klein wenig vertrauter als ihre Freundin, stürmte zwar nicht so los, aber hielt auch in einem zackigen Schritt auf das Warmwasserbecken zu. So kamen die drei in drei Angriffswellen auf das Becken zu und Esquilina setzte sich neben ihre Freundin, während Esther noch ins Wasser stieg.
    Und schon war Marei unter Wasser, was dafür sorgte, dass die Badesklavin sich erst einmal anspannte und die Stelle, an der das Mädchen weggetaucht war genau beobachtete. Einen Moment später tauchte sie aber schon wieder auf und Esther konnte sich selbst wieder ein klein wenig entspannten und zurücklehnen.
    „Das is lustig!“, lachte Esquilina und klammerte sich gleichfalls an den Beckenrand um es dem anderen Mädchen nach zu tun. Ihr strampeln war ein klein wenig unregelmäßiger als Marei und dadurch die blasen ein wenig kleiner, was sie aber nicht störte.
    Nach einer Weile bekam sie den Dreh jedoch raus und die beiden Wellenberge hätten annähernd gleiche Größe, dafür wurden ihr jedoch die Füße langsam schwer und sie ließ sie sinken. Während die Füße langsam in Richtung Beckenboden sanken, fasste sie einen Entschluss ihren Plan durchzuziehen und verkündete:
    „Ich tauch jetzt auch mal ab!“ Mit diesen Worten schloss die Augen, sie drehte sich um 90 Grad so, dass sie Marei genau ansah (oder eben nicht) und ließ ihren Oberkörper nach hinten fallen. Einige Sekunden blieb sie unter Wasser, dann tauchte ein Gesicht mit dicken Backen wieder auf und mit nächsten Moment bekam Marei einen dicken Strahl Wasser gegen Schulter und Brust gespuckt.

    Licinus stand auf dem Wall und guckte angestrengt nach draußen.
    Sehen konnte er nichts, hören auch nichts. Und das Lauschen wurde durch einige Soldaten, die miteinander tuschelten ungemein erschwert.
    Also würde er es ihnen einfach mal gleich tun:
    "Schnauze! Haltet mal für einen Moment alle den Rand!"
    brüllte er laut genug um auch bei den Nachbarcenturien noch verstanden zu werden. Dann drehte er ein Ohr zur Seite und hörte in die Nacht hinein.
    Seine Augen lagen dabei auf seinen Männern. Der kleine Anschiss hatte gewirkt und sie sahen alle gemeinschaftlich in die Dunkelheit und schwiegen sich dabei an. Direkt neben ihm stand nicht, wie sonst immer der Aquilifer, der war vermutlich mit einer Handverlesenen Auswahl von Männern aller Abteilungen in der principia, beim sacellum verschanzt. Dort, wo die legio sich im Falle des Falles zum letzten Gefecht sammeln würde. Dafür war der signifer hier, ein narbengesichtiger Mann mir fielen Jahren Felderfahrung.
    Aber all das war Nebensache, denn es drang kein einziges Geräusch an seine Ohren, abgesehen von dem fernen Muhen einer Kuh.
    "Hörst du was?" fragte er seinen Nebenmann.
    "Nein, Herr. Je beschissener die Zeit, desto wahrscheinlicher die Übung." zitierte er noch leiser einen alten Soldatenspruch und grinste. Licinus nickte dazu. Was sollte es mitten in Italia eigentlich auch sonst sein? Außer die Gerüchte stimmten und... ihm wurde für einen Moment kalt ums Herz.


    ~~~


    Unterdessen fingen die tribuni auf den Türmen, die sich im Fackelschein schon einige Notizen gemacht hatten, an, den Wall abzulaufen. Jeder der vier hatte einen eigenen Abschnitt und stelle dort jedem centurio die gleichen Fragen:
    "Wie wurdest du auf das Signal aufmerksam? Wie schnell waren deine Männer wach, wie schnell auf dem Wall? Hat irgendjemand wegen fehlender Ausrüstung zurück gemusst?"
    Und ein paar Fragen mehr, darunter manchmal eine happige*:
    "Warum habt ihr so lange bis zu eurem Abschnitt gebraucht?"


    Sim-Off:

    * @ optio Tallius: Wenn dir noch fragen einfallen, die schon am Abend relevant sind, dann poste sie doch.
    [SIZE=7]grade noch rechtzeitig gemerkt: Priscus is ja nimmer eindeutig :-D[/SIZE]