Beiträge von Decimus Annaeus Varus

    So wie ich die Aussage von Florus bewerte, steht er im Moment etwas zwischen den Stühlen. "Wer soll den dein Nachfolger bei der Classis werden?" Fragte ich interessiert und lehnte mich etwas zurück. "Und wann selber rechnest du damit, abgelöst zu werden?" Hakte ich abermals nach, während wieder eine Traube in meinem Mund verschwand und ich genüsslich darauf biss.

    Während sich Stella und Varus innig küssten, tastete Varus mit einer Hand nach dem Gürtel, welcher mit kunstvoll und mit Sorgfalt um Stella´s Hüfte verknotet war. Zwar gelang es mir nicht gleich, mit einer Hand diese Knoten zu lösen, doch mit einigen Kniffen und einer Portion Ausdauer war dies nur eine Frage der Zeit bis der Gürtel schlussendlich zu Boden fiel. Ich mochte diese Ruhe, diese Innigkeit. Kein Wort hätte in dieser Situation Platz gehabt.


    Die Hand, welche eben den Knoten an dem Gürtel um Stella´s Hüfte gelöst hatte und welcher daraufhin zu Boden sank, ergriff die Taille von Stella. Die küsse wurden inniger als sie ohnehin schon waren.


    Ich ließ kurz von Stella ab, lächelte sie vertraut an und mit einem Ruck trug ich sie auf Händen. Langsam, Stella auf Händen tragend, trug ich sie in Richtung, wo das riesige Bett stand und legte sie sanft darnieder und lächelte sie erneut an bevor ich ihr einen weiteren Kuss gab.

    Ich wertete dies als ein positives Signal seitens von Florus. Auch wenn der Umzug noch ein wenig warten musste, so hatte man alle Unklarheiten beseitigt.
    "Gut Florus, dann machen wir es so. Sobald es dir am besten passt, lasse es mich wissen."


    Florus sprach vom Kaiser und einer Audienz. Zwar hatte ich vor längerer Zeit von Florus erfahren, das er auf eine Audienz warte oder sie genehmigt wurde, so genau kann ich mich nicht mehr entsinnen, jedoch war da irgendetwas. "Erzähl Florus...., was gibt es neues von unserem Kaiser und was gibt es bezüglich deiner Zukunft zu berichten?" Fragte ich interessiert nach und lenkte das Thema auf eine andere Sache. Mit dem Umzug von Florus und dessen Familie waren wir mehr als durch, dachte ich.

    Die Angelegenheit mit dem Umzug von Florus und seiner Familie war für mich damit erledigt und es stand den neuen Mitbewohnern nichts mehr im Wege, es sei denn, Florus hatte doch noch Einwände.
    "Also kann ich dich mit deiner Frau und deinen Sklaven demnächst in unserem neuen Heim willkommen heißen?!" Fragte ich vorsichtshalber nochmal nach.

    Sicher würde ich die Grüße von Florus ausrichten, doch sollte dies alles so klappen, wie ich mir das vorgestellt hatte, sollten sich die beiden auch hier einmal über den Weg laufen.
    "Das werde ich machen Florus."
    Nur wusste selbst ich noch nicht genau, wann Modestus wieder in Rom eintrifft.

    Mit meiner Frage und dem damit am heutigen Tage stattgefundene Treffen zwischen Florus und mir schien in die Bahnen zu laufen, wie ich mir das vorgestellt hatte.
    Die Sache mit dem allein entscheiden war mir jedoch klar, doch wollte ich zunächst erst einmal den Standpunkt von Florus feststellen. "Das du nicht nur allein bist, war mir bei meinen Überlegungen klar Florus. Doch zur Familia gehören alle, denke ich." Über die Frau von Florus und dem Anhang an Sklaven brauchte man wirklich nicht zu sinnieren. Nur ein Problem gab es bei der Sache. Modestus war noch nicht wieder in Rom. Also musste es auch so gehen. "Ich denke, wenn mit deiner Frau und den Sklaven alles klar geht, steht dem nichts im Wege. Modetsus weilt noch bei der Geburt seines Kindes."

    Florus schien von meiner Überlegung und der daraus resultierenden Aussage ein wenig überrascht. Doch war es nicht Zeit meines noch jungen Lebens, das die Familia über allem stand. Schon als Kind wurde dies mir immer wieder vor Augen gehalten, wieso sollte man mit dieser Tradition brechen?
    Ich genehmigte mir einen Schluck Wein, um das gerade verzehrte herunterzuspülen.
    "Nun Florus, du magst vielleicht überrascht sein, doch ich bin so aufgewachsen. Schon mein Vater lehrte mich das und so habe ich das übernommen. So werde ich es auch meinen Kindern lehren."


    Sicher erinnerte ich mich noch an Mantua. Dort machte ich meine ersten Schritte als Erwachsener, dort, wo meine Karriere begann. Dort, wo mir immer wenn es nötig war Hilfe entgegen gebracht wurde. Ich nickte, nach der Aussage von Florus.
    Ich schmunzelte. "Da sieht man mal, das unsere Meinungen über die Familia nicht weit entfernt voneinander sind. Und genau wegen diesem Anliegen habe ich ein Gespräch mit dir gesucht." Abgeneigt schien Florus nicht zu sein, das entnahm ich zumindest seiner Reaktion.

    Zwischen all den Leckereien auf meinem Teller war auch eine Olive gerutscht, welche ich mir genüsslich einverleibte, während Florus herauszufinden versuchte, warum ich ihn sprechen wollte.
    Genau so wie man ihn kannte, die Familie ging ihm über alles und so versuchte er herauszufinden, wo er helfen konnte. Dabei ging es weder um das eine noch um das andere doch das würde ich ihm gleich berichten.
    "Nein..., nein Florus...., soweit ist alles klar. Mir geht es mehr darum, das ich mir Gedanken gemacht habe, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn alle Annaeer in Rom in einem Anwesen wohnen würden?" Ob er damit gerechnet hatte, vermag ich nicht zu sagen. Doch war das eine Idee und wieso sollte man darüber nicht diskutieren.

    "Wie ich sehe, hast du es dir schon gemütlich gemacht." Stellte ich fest und legte mich auch auf eine Cline, während Habia mit einem Glas verdünnten Wein auf einem Tablett zu uns herüber kam.
    Florus lobte das Anwesen, in dem wir uns gerade befanden und ich nickte ihm zustimmend zu. "Das stimmt Florus. Ein wunderbares Anwesen und dazu noch in bester Lage." Selbst ich konnte meinen Stolz nicht unterdrücken.
    "Aber greif doch bitte zu." Forderte ich Florus auf, sich an den eigens von Habia für Florus und mich zubereiteten Speisen, welche um die Clinen aufgetafelt waren zu bedienen.
    Ich schlichtete derweil ein paar Trauben, riss mir ein Stück Brot ab und ließ noch zwei Eier auf dem Teller einen Platz finden.
    "Du sprichst das Haus an...?! Deswegen wollte ich dich sprechen Florus." Gab ich Florus einen groben aber denoch nichtssagenden Einblick auf das bevorstehende Gespräch und biss ein Stück von dem Brot ab.

    Kurz nachdem Habia mich über den Besuch von Florus informiert und mir beim anlegen der Toga behilflich war, traf ich auch schon im Triclinium ein.
    Florus hatte es sich schon auf eine Cline gemütlich gemacht und war auch schon von Habia versorgt worden.
    Ich ging mit einem Lächeln auf Florus zu. "Salve Florus, schön das du es einrichten konntest." Begrüßte ich Florus.

    Noch vollkommen aufgewühlt von der überwältigenden Hochzeit und den Eindrücken kam ich an unserem Cubiculum an. Aufgeregt, was mich nun wohl erwarten würde stand ich an der Tür, holte dreimal tief Luft und betrat das Schlafgemach von Stella und mir schließlich. Ein angenehmer Duft füllte den Raum und Kerzenlicht ließen den Raum gemütlich scheinen.
    Ich schloss die Tür und mit langsamen Schritten bewegte ich mich auf Stella zu. Wie lange hatte ich auf diesen Moment gewartet, ihn mir in meiner Phantasie ausgemalt.
    Stella hatte sich schon ihrer Stola entledigt und bei ihr angekommen, ergriff ich als erstes ihre Hand. "Stella..., mea dulcissima..." So begann ich zu Stella zu sprechen. Äußerlich völlig ruhig, innerlich wie ein Vulkan. Mein Herz pochte unaufhörlich. "Es war eine wunderschöne Hochzeitsfeier, mea dulcissima." Ich ergriff ihren Schleier, der Stella´s Gesicht immer noch verhülte und nahm ihn mit etwas Mühe ab und ließ ihn auf einen Stuhl zu meiner linken fallen.
    Meine Hand strich sanft über Stella´s Wange und ich musste sie nun einfach küssen. Dieses zarte Wesen, dieses zarte Geschöpf ist ab nun meine Frau. So richtig verarbeitet habe ich das noch nicht, welch Glück und Segen der Götter an meiner Seite standen.
    Meine Lippen entfernten sich langsam wieder und ich lächelte Stella vertraut an. In dieser Vertrauten umgebung hauchte ich Stella "Ich möchte, das du weißt, das ich der glücklichste Mensch im ganzen Imperium bin. Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Ich möchte, das wir beide unser weiteres Leben so glücklich wie am heutigen Tage verbringen, wir uns kein Leid zufügen oder uns zuteil wird. Ich liebe dich, mea dulcissima." zu. Ich fühlte mich wie im siebten Himmel.

    Während des kurzen Gespräches mit Florus, erschien eine Sklavin und entführte mir Stella, die noch kurz, sanft meine Hand drückte und dann auch schon verschwunden war.
    Das Gespräch mit Florus war wirklich nicht von langer Dauer, war doch alles gesagt und man hatte sich verabredet. "Ich danke dir Florus...." So bedankte ich mich noch mit einem zwinkern bei Florus und war dann auch eiligst verschwunden.
    Also folgte ich den beiden.

    Das war doch mal was, dachte ich mir und blickte interessiert dem Kollegen hinterher, bis er schließlich einen kleinen Kasten in der Hand hielt, der die Täfelchen mit mehr Informationsmaterial für mich enthielt. "Ahhh..., sehr gut." Merkte ich an, nahm den kasten entgegen und wühlte einfach nur wild darin herum.
    Nach kurzer Zeit ließ ich meine Aufmerksamkeit von dem Kasten und den darin befindlichen Täfelchen weichen und schaute erneut zu meinem Kollegen. "Sehr gut..., dann mache ich mich gleich an die Arbeit!" Der Kollege hatte mittlerweile wieder hinter seinem Schreibtisch Platz genommen, ich hingegen war erst einmal versorgt. "Wenn es sonst nichts von deiner Seite her gibt, kümmere ich mich jetzt um die Speicher.!?" Merkte ich mit einem kleinen fragenden Unterton an.

    Zitat

    Original von Lucius Annaeus Florus
    Ich war sogar sehr gespannt auf die Neuigkeiten und als ich sah, dass die 2 sich aus dem Staub machen wollten, versuchte ich sie zu erreichen.


    Stella und ich waren gerade im Begriff uns still und heimlich von der Feier zu entfernen, als Florus uns hinterher geeilt kam.
    Am Ausgang des Atriums hatte er uns dann gestellt :D und ich wandte mich zu ihm um. "Entschuldige Florus, wir wollten ohne es groß an die Glocke zu hängen ein wenig Zeit für uns haben, deswegen sind wir jetzt so einfach verschwunden." Meinte ich und zwinkerte Florus zu. Sicher wusste er wie ich das gemeint hatte.
    "Was ich mit dir noch besprechen wollte, es geht um das neue Stadthaus der Annaeer. Du hast sicher schon davon gehört?!" Sicher war ich mir in dem Punkt nicht, ich vermutete es einfach. "Vielleicht wäre es von Vorteil, dies unser aller Zuhause zu nennen?! Was meinst du, besuchst du uns dort und wir sprechen über die weiteren Angelegenheiten oder soll ich bei dir vorbeischauen?"
    Schließlich hatten Stella und ich noch etwas vor, ohne Florus jetzt abwimmeln zu wollen. Doch für so eine Art von Gespräch war heute nicht das passende Ambiente.

    Die Gäste waren bei bester Laune. Habia und die anderen Sklaven waren stets um das Wohl der Gäste bemüht und auch die anstehenden Gratulanten war nun auf null gesunken.
    Im hinteren Teil des Atriums spielten die Musikanten und so langsam wurde es auch für Stella und mich Zeit, uns von der Feier zu entfernen.
    Ich blickte Stella tief in die Augen, strich ihr über die Wange, ergriff ihre Hand und zwinkerte ihr zu. "Lass und gehen....." Flüsterte ich ihr zu.
    Noch einen Kuss und ich setzte mich in Bewegung um gemeinsam mit ihr das Atrium zu verlassen.
    Unser Ziel war es nun unbemerkt in das Cubiculum zu gelangen. Wir drängten uns durch die Meute und schon bald waren wir am Ausgang des Atrium´s angekommen.

    Mir wurde schlagartig klar gemacht, das ich hier nicht auf einem Ausflug war und mir blies der kalte Wind des Alltages aber frontal in das Gesicht. Der Kollege machte mir unmissverständlich klar, das er an meiner Arbeit interessiert sei und nicht an einem Schwatz, womöglich noch bei einem Becher Wein.


    Dabei versuchte ich mich nur in die Abläufe hineinzuversetzen. Nun gut, dann werde ich den Kollegen auch nicht weiter aufhalten, dachte ich mir. Nur eine Kleinigkeit brauchte ich für diese Inspektion. "Wo sind diese Lagerhallen überall? Es gibt doch da sicher Auflistungen darüber." Meinte ich nun doch etwas trotzig. Es bringt ja nichts, wenn ich in der Gegend herumirre und mich nach den Lagerhallen erkundigen muss. Diese Zeit kann durchaus für die Inspektionen genutzt werden, dachte ich mir und blickte zu meinem Kollegen.
    "Dann könnte ich mich gleich an die Arbeit machen?!"

    Die Ausführungen über die Lieferanten des Getreides bestätigten nur meine Vermutungen.
    Bei der Besichtigung der Lagerhallen war von den Worten des Kollegen zu entnehmen, das Eile geboten war. Ich stellte mich also seelisch und moralisch auf einen Rundgang ein.
    "Gut...., also ist das unsere, meine, nächste Aufgabe. Die Besichtigung der Lagerhallen?! Und nur rein informativ, besichtigen wir die Lagerhallen zusammen, machst du das oder soll ich mich darum kümmern. Haben wir ein paar Sklaven dafür zur Verfügung oder führen wir das allein durch?"
    Der Kollege musste echt schon genervt sein, von meinem ganzen, wieso und weshalb. Doch so versuchte ich sicher zu gehen, das keine Unklarheiten auftraten.

    Interessiert hörte ich mir die Ausführungen des Kollegen an. Zur Zeit schien die Ruhe vor dem Sturm. "Das klingt einleuchtend, nicht wegen jeder Lappalie kann man direkt am Brennpunkt des Geschehens sein." Fasste ich mein gedachtes zusammen.


    Eine Frage interessierte mich dennoch. "Von wo kommen die Hauptlieferungen des Getreides, Alexandria?" So versuchte ich mich langsam in die ganzen Abläufe hineinzudenken. "Und wäre es von Vorteil, mir die Lager mal näher anzusehen?" Schließlich wäre es im Juni zu spät noch etwas in Ordnung zu bringen.