Beiträge von Cleonymus

    Cleonymus nickte zustimmend, Anthimos hatte natürlich recht, die Polis stand an erster Stelle, solange sie hier gute Arbeit leisteten würde es dem Terentier ohnehin schwer fallen ihnen Stöcke zwischen die Beine zu werfen ...


    "Du hast natürlich Recht, sag mal ... nun da Nikolaos nicht kommen wird und Urgulania .. möge der Fährmann sie sicher geleiten .. nicht kommen kann ... willst du die Eröffnungsrede halten oder soll ich das übernehmen? Zwar sollten wir noch abwarten wer sich alles zeigt aber wir sollten uns zumindest einig sein!"


    Cleonymus grinste bei dem Gedanken das er und Anthi gleichzeitig aufsprangen und eine Rede begannen, das wäre wahrscheinlich nicht unbedingt ein Zeichen von Einigkeit ...

    Zitat

    Original von Lucius Iunius Merula
    In den frühen Abendstunden erreichte ein weiterer Mann das Tor der Herberge. Das Kapeleion Archaon war ihm nicht unbekannt, hatte er doch die ersten Nächte in Alexandria hier verbracht.
    Noch hatte man das Tor nicht verschlossen und so nannte der Besucher dem Ianitor seinen Namen: "Guten Abend! Ich bin Lucius Iunius Merula und mit dem guten Cleonymus verabredet."


    Auch der junge Iunier wurde von Lycos empfangen, nur das es bei diesem einige Sekunden dauerte bis sich der Wächter an den Mann errinnerte ...


    "Oh natürlich, entschuldige mein schlechtes Gedächtniss Herr! Cleonymus freut sich darüber das du es einrichten konntest und heißt dich herzlichst im Kapeleion Archaon willkommen! Wenn du mir bitte folgen würdest?"


    Und so wurde auch der Stationarius und vielleicht zukünftige pyrtane Alexandrias in den Keller der Anlage geführt wo bereits andere Gäste und Speis und Trank auf ihn warteten ...

    Zitat

    Original von Ánthimos Bantotakis
    Ànthimos war wie angekündigt alleine gekommen. Wie es für ihn üblich war, lief er ganz offen und für jeden erkenntlich ans Tor, keine Spur von Vorsicht wegen der letzten Vorfälle. Der Wache, die am Tor stand und wohl Zeichen von Cleonymus' Vorsicht war, sagte er gleich "Ich denke mal du weisst wer ich bin, und dass dein Chef mich erwartet. Bring mich zu ihm.". Das alles klang zwar befehlsgewohnt, aber eher jovial als herrisch.


    Lycos war nach wie vor der Wächter des Kapeleions und auch nach wie vor in die klassische helenistische Rüstung gekleidet, mehr Dekoration als wirklicher Krieger. Und natürlich kannte er den amtierenden Agoranomos immerhin wurde den Angestellten des Kapeleions jedes wichtige Gesicht eingebleut und wenn es sie noch dazu bei jeder Eklesia zu sehen gab dann war es auch nicht schwer sie zu behalten ...


    "Aber natürlich mein Herr, Cleonymus freut sich über dein Kommen und heißt dich herzlichst willkommen im Kapeleion Archaon! Bitte Folge mir!"


    Daraufhin führte Lycos den Besucher in den festlich dekorierten Keller der Anlage wo bereits Bedienstete mit Wein und kleinen Häppchen warteten ...

    Alles war entsprechend geschmückt und Speisen und Getränke waren vorbereitet, bisher saßen am Tisch nur ein Vertreter einer "Interessengesellschaft" aus Rhakotis und ein paar Handelspartner von Cleonymus, alle samt eher unwichtige Personen ... aber die wichtigen würden noch kommen, hoffte Cleonymus zumindest ...

    Cleonymus nickte zufrieden, außerordentlich zufrieden ...


    "Schön, dann sehe ich dich Morgen Abend, sag dem Torwächter einfach deinen Namen dann wird er dich einlassen! Vale Iunius!"


    Damit erhob Cleonymus sich und nickte dem Römer nochmal freundlich zu, scheinbar hatte er sein Talent andere zu inspirieren nicht verloren ... wäre auch wirklich schade gewesen ...

    Cleonymus ließ auch nicht lange auf sich warten, wenn gleich er auch schwer verändert wirkte, hatte seine ihn umgebende Anhängerschar sonst nur aus Ägyptern und Griechen bestanden waren nun auch einige Römer darunter, Cleonymus hatte vor langer Zeit in Rhakotis gelernt das es zwei Arten von Teufeln gab, die einen jagte man von dannen und mit den anderen musste man tanzen! Als er den Bantotaken in der ersten Reihe ausmachte gesellte er sich prompt hinzu, Alexandria war kürzlich schwer getroffen worden, da war es umso wichtiger das die Pyrtanen einigkeit verstrahlten, wobei das in diesem Fall nun wirklich keinen Aufwand erforderte ... immerhin sah Cleonymus in Anthi nicht nur einen Amtskollegen und politischen Verbündeten sondern auch einen Freund ...


    "Chaire Anthimos, schön das du schon hier bist! Heute wird sich zeigen wieviel Kraft wir aufbringen könen um dem Terentier die Stirn zu bieten!"

    Cleonymus hatte bereits davon gehört und er war sich sicher das er genauso verstrikt wäre wenn er dieses Amt noch inne hätte ...


    "Gut, das verstehe ich! Dann erwarte ich nur dich und bring auch ruhig jeden anderen mit den du mitbringen möchtest umso mehr wir sind umso besser!"


    Damit erhob Cleonymus sich auch schon wieder, er wirkte in letzter Zeit oft abwesend denn seine Gedanken waren schon bei Geschehnissen die weit in der Zukunft lagen ...


    "Dann sehe ich dich morgen Abend im Kapelaion! Pass auf dich auf Anthi, wir Pyrtanen haben schon genug Verluste in dieser Pyrtanie gehabt ... hoffen wir das es nicht noch schlimmer wird!"

    Cleonymus hatte den Keller extra aufräumen lassen, für gewöhnlich wurden hier nur ab und an ein paar Würfelspiele organisiert und allerlei Tand verwart, doch nun musste der Keller hergerichtet werden den am heutigen Abend erwartete er illustre Gäste. Ein großer runder Tisch war aufgestellt worden um den herum einige Stühle standen auch wenn Cleonymus nicht erwartete das besonders viele Gäste erscheinen würden ...

    Auch Cleonymus stimmte dem Terminvorschlag zu, die Zeit war zu kurz um seinem Bündnis eine vernünftige Oposition entgegenzubringen aber durchaus lang genug um jedem sagen zu können wen er zu wählen hatte ...

    Cleonymus nickte wieder, doch diesmal schien er etwas nachdenklicher ...


    "Ja lass uns noch über etwas anderes sprechen, aber das bespreche ich lieber woanders und mit allen von uns ... komm morgen Abend ins Kapeleion Archaon und bring deinen Bruder mit! Ich werde versuchen den Iunier auch mitzubringen dann können wir da gleich Nägel mit Köpfen machen und auch ein paar Worte wechseln derer wir uns nicht sorgen müssen wer sie sonst noch hört!"


    Cleonymus hatte immer schon einen gut ausgeprägten Sinn für Vorsicht und Sicherheit gehabt, doch seit Urgulanias Tod war er auch zu jeder Tageszeit in Begleitung und bewaffnet, man konnte gut und gerne von Paranoia reden, doch in Cleonymus Fall brachte die Kindheit in Rhakothis dem ganzen noch eine gefährliche Note bei ...

    Cleonymus nickte, nicht zufrieden aber auch nicht so überrascht wie er es eigentlich erwartet hatte ...


    "Nundenn, es ist natürlich allein deine Entscheidung wie du deine Zeit nutzen willst, aber lass dir von einem alten Ägypter einen Rat geben ... schlaf noch eine Nacht darüber und dann komm Morgen Abend ins Kapeleion Archaon! Ich stelle dich ein paar Leuten vor und erzähle dir was so auf dich zukommen würde ... und wenn du dann immernoch nicht willst dann sagst du einfach nein! ... Es gibt auch was zu Essen und was zu Trinken also lass diesen alten Mann nicht hängen, in Ordnung? Kann ja nicht schaden wenn man sich mal ein bischen unterhält!"


    Cleonymus lächelte sanftmütig, wenn Merula wirklich keine Lust auf Politik hatte, dann war es wohl das beste wenn er sich auch aus ihr heraushielt, doch wenn ihm nur der Antrieb fehlte dann war Cleonymus wohl genau der Richtige um ihm den zu geben ...

    Cleonymus nickte ruhig ...


    "Nun Gerüchte sind Gerüchte und dieser Legionskommandant ist nun unser neuer Praefectus Aegyptii! Aber Tatsache ist das dem Pyrtaneion ein wichtiges Mitglied fehlt und wir in Kürze Neuwahlen haben! Ich möchte das du in Urgulanias Fußstapfen trittst ... der Name deiner Familie ist viel wert in Alexandria und wir könnten deine helfende Hand gut gebrauchen! Vor allem da die römische Bevölkerung auch gerne wieder einen Römer im Pyrtaneion sähe! Was sagst du dazu?"


    Cleonymus hoffte das der Junge zumindest Interesse an der Politik hatte, denn sollte ihm das alles egal sein wäre es wohl auch nicht klug ihm ein Amt zu verschaffen ...

    Cleonymus nickte zufrieden, Anthi hatte ihm ja quasi nach dem Mund geredet ohne das Cleonymus etwas gesagt hatte ... es war um vieles leichter Leute zu etwas zu bringen wenn sie das selber auch wollten ...


    "Gut, du sollst das Amt haben, in deinen Händen ist es gut aufgehoben! Ich will das Merula seiner Verwandten folgt er soll Eutentinarchos werden! Was den Soldaten angeht will ich nicht kriechen, aber ich weiß wann es nichts bringt sich aufzulehnen! Außerdem bin ich mir sicher das er mit ihrem Tod noch am wenigsten zu tun hat, wenn er sie hätte tot sehen wollen dann wäre sie wohl einfach verschwunden, statt mitten auf einem Platz ermordet zu werden! Wir müssen darauf hoffen das er bald möglichst abgelöst wird ... also der Terentier oder aber dafür sorgen das ihm die Hände gebunden sind wenn die römische Oberschicht auf unserer Seite ist!"

    Selbst Cleonymus unterstützte den Vorschlag, die Chance ganz legal mehr Macht zu erlangen lies man sich nunmal nicht entgehen, vorallem da er nun die Rolle des Nikolaos einemen musste, den dieser würde sich ja zurückziehen. Sagen wollte er allerdings noch nichts, der Eponminatographos hatte das Thema angestoßen nun sollte er es auch zuende führen ...

    Cleonymus nickte grinsend, die direkte Art des Atlethen hatte dem Ägypter schon immer gefallen und verdiente auch den nötigen Respekt ...


    "Natürlich! Wie du vielleicht weißt zieht Nikolaus sich zurück, das Amt des Leiters des Museions scheint ihm Vorerst auszureichen, dazu kommt dann noch unser neuer Praefectus Aegyptii ... Terentius Cyprianus, wenn wir die Kontrolle behalten wollen müssen wir uns gut mit ihm stellen und dafür brauchen wir mehr Rückhalt in der römischen Bevölkerung ... ich meine mehr römische Pyrtanen! Urgulania ist tot und wir könnten die nächsten sein, wir müssen unsere Karten gut ausspielen um nicht unterzugehen! Ich will ihren Verwandten Iunius Merula ins Boot holen er ist ein helles Köpfchen und sicherlich auch eher für uns als für den PA!"


    Eine Menge böser Worte die Cleonymus da gerade verloren hatte, aber er wusste das er Anthimos vertrauen konnte immerhin kannten sie sich nicht nur durch die Politik ...

    Die Wohnung war renoviert worden, sie war etwas größer und beinhaltete im Gegensatz zum ihrer Vorgängerinn Unmengen von Tand und Dekoration. Unterteilt in Arbeits- und Schlafzimmer war es nun auch geeignet um persöhnliche Gespräche mit Geschäftspaartnern und politischen Verbündeten zu führen. Wer immer hier eintrat würde auf den ersten Blick erkennen das dem Besitzer die Vorführung seines neugewonnenen Reichtums sehr wichtig war ...

    Cleonymus setzte sich und nahm den Becher dankend an, auch wenn er ihn gleich wieder abstellte den im Moment war ein wacher Geist sein einziger Trumpf, auch wenn er hier keinen Gegenspieler vermutete ...


    "Nun Iunius, genau deshalb bin ich hier! Die Täter ... ich nehme an du hast die Gerüchte gehört?"


    Natürlich kannte Cleonymus keine Namen noch Gesichter ... noch gab er viel auf die Gerüchte die er gehört hatte, aber manchmal waren Gerüchte die man erzählte nützlicher als die die man für sich behielt ...

    Von einem jungen Diener geführt erreicht Cleonymus schließlich das Arbeitszimmer seines Gastgebers, der Mann ist noch recht jung, aber er scheint nicht von Trauer überwältigt auch wenn Cleonymus das durchaus verstanden hätte ...


    "Salve Iunius Merula, mein Name ist Cleonymus ... wer ich bin ist dir sicherlich bereits berichtet worden! Lass mich dir als erstes mein Beileid aussprechen zum Verlust deiner Verwandten, sie war eine gute Freundin und noch eine viel bessere politische Verbündete. Alexandria schuldet ihr einiges und auch wenn es sicherlich schon oft gesagt wurde spreche ich auch im Namen der anderen Pyrtanen das Beileid der Polis aus!"


    Auch wenn man es ihm vielleicht nicht ansah ging der Tod Urgulanias Cleonymus sehr nahe, immerhin hatte er mit ihr zusammen seit mehr als zwei Jahren die Geschicke der Polis gelenkt ...

    Cleonymus Augenbraue hob sich verdächtig ...


    "Ich war nicht in Germanien! Mein Sekretär war dort! Ich war nur vergraben unter einem Berg von Arbeit, man merkt immer erst wieviel ein Scriba wirklich arbeitet wenn man mal ne Woche seine Arbeit machen muss!"


    Selbst wenn Cleonymus in Germanien gewesen wäre hätte er es wohl nicht zugegeben immerhin durften die Pyrtanen Alexandria nicht verlassen ohne die Genehmigung der Ekklesia ...