Beiträge von Cleonymus

    "Salve ich bin Cleonymus, Kosmetes Alexandrinos und ehemaliger Kollege der Iunia Urgulania, ich würde gern mit dem Hausherrn sprechen!"


    Cleonymus war sich nicht sicher wer das nun war, allerdings hatte er gehört das Axilla nach Rom gereist war, wahrscheinlich war es besser so, den im Moment konnte Cleonymus keine Trauer gebrauchen er brauchte den Wunsch auf Rache ...

    Cleonymus war zügig unterwegs, in Kürze würde es Neuwahlen geben und seine Kontrolle über die gegenwärtigen Spitzenkandidaten war recht beschränkt also musste er neue finden, neue die Gefallen mit Gefallen bezahlten und vorallem auch konnten. Und wo würde man wohl eher zu suchen Anfangen als in den Fußstapfen der ehemaligen Verbündeten ...


    "Salve mein Name ist Cleonymus, ich bin der Kosmetes Alexandrinos und ich möchte die Casa Iunia besuchen!"

    "Kein Schneider, aber ein Lehrer!"


    Cleonymus fand es immernoch zu köstlich sich selbst als Lehrer zu bezeichnen, wo er doch sicherlich ganz und garnicht diesem Bild entsprach, das sich Eltern von den Männern machten die ihre Kinder unterrichteten ...


    "Schön dich zu sehen Anthimos, sag hast du einen Moment Zeit um mit einem alten Freund über die Politik zu schwatzen?"

    Cleonymus lächelt den Jüngling auffordernd an und deutet auf das Essen ...


    "Ist für dich! Greif ruhig zu!"


    Etwas seltsam erscheint es Cleonymus schon das der junge Mann nicht spricht, aber als Kind des Elendsvirtels kennt Cleonymus viele nur allzu menschliche Schwächen und die Stummen sind bei weitem noch zu beneiden wenn man in Rhakotis aufwächst ... das Halsband des Jünglings bestätigt Cleonymus Verdacht, er war ein Sklave aus gutem Hause, verwunderlich das ein solcher Schatz ungeschützt durch die Straßen Alexandrias wanderte ...


    "Mach dir keine Sorgen wegen deinem Halsband, hier sind wir heute alle Athleten und Künstler ... keine Herren, keine Sklaven!"


    Cleonymus überlegte kurz ob er sich den Streit mit einem reichen Römer leisten konnte und entschied sich dagegen ... allerdings entschied er sich dafür das er sich den Streit mit einem reichen Römer leisten wollte ... ein Sklave wie dieser hier war einiges Wert und wenn er für seine Freiheit ein paar mal die Woche hier Lyra spielte so war das für Cleonymus ein angemessener Handel ...

    Cleonymus starrte auf die vor ihm liegenden Wachstafeln, dieses Jahr war wirklich wie verflucht, die neuen Athleten wollten nicht wie er wollte und insgesamt stand Alexandrias sportliche Elite recht schlecht da ... überhaupt war er in Arbeit nahezu ertrunken bis vor zwei Tagen Pryphios endlich vonseinem Auftrag in Germanien zurückgekehrt war ....


    "Wenn du das nächste mal verreist suchst du vorher einen Ersatz für dich! Ich wär hier fast in Schriftrollen und Wachstafeln ertrunken!"


    meckerte Cleonymus obwohl er genau wusste das er eigentlich auch selbst einen hätte besorgen können. Es wurde Zeit das er sich mal wieder um ein paar politische Bündnisse kümmerte immerhin wollte Nikolaos demnächst aussteigen ....

    Das ganze war Pryphios zu heiß, er hatte zwei Auftrahgeber und keiner von beiden schien wirklich vertrauenswürdig zu sein der eine hielt sich im Schatten und heuerte irgendwelche Hallunken an um wiederum Attentäter anzuheuern und der andere lies ihn einen der eigenen Leute umbringen nur um ihn zu testen ... die sesterzen die er verdient hatte waren nicht unbedingt üppig aber sie reichten für die Heimreise und Pryphios war sich sicher das sein üblicher Arbeitgeber in Alexandria längst wieder einige Arbeit für ihn hatte ...


    Sim-Off:

    sorry aber ich werde in Alexandria gebraucht ;)

    Pryphios fing das Geld und ließ es in seiner Kleidung verschwinden ...


    "Erzähl mir von dem Ziel!"


    Auch wenn er gerade noch zornig gewesen war so änderte ein Sack Münzen grundsätzlich all seine Meinungen und Gefühle ...

    Pryphios schnaubte verächtlich, nicht das er sich einen Kampf gegen diese Männer hätte leisten können, aber er würde sicherlich nicht unter seiner Ehre bleiben nur weil es ihn vielleicht sein Leben kosten konnte ...


    "Du hast versucht mich umbringen zu lassen, sowas ist nicht nett ... allerdings bin ich bereit das ganze so zu interpretieren das du mir somit den Auftrag gegeben hast dich dieses Mannes zu entledigen! Er war weder ein römischer Bürger noch war er irgendwie angesehen oder einflussreich! Die Wahrscheinlichkeit für effektive Rache ist gering und der Aufwand war entsprechend der Umstände nicht der Rede wert ... also 250 Sesterzen, wenn du mehr gewohnt bist dann dürfte es ja eine willkommene Überraschung sein das es diesmal so wenig ist!"


    Pryphios holte ein paarmal tief Luft bis er schließlich weitersprach, bevor er sich in den nächsten Kampf stürzen konnte musste er erstmal wieder zu Luft kommen ...


    "Was diesen Pakt angeht ... vergiss es! Bezahl mich und ich erledige den Job für den ich bezahlt wurde, oder ich sterbe bei dem Versuch es zu tun. Aber ich suche keine dauerhafte Anstellung ... ich reise nähmlich gerne! Und bevor du die 250 nicht berappt hast nehme ich keine neuen Aufträge an!"

    Präferenzen? Als gäbe es eine Urkunde wenn man einen Menschen tötete ... wobei letztendlich waren die Auszeichnungen der Legion ja nichts anderes ...


    "Nein natürlich nicht, ja immer wenn es der Wunsch des Kunden war ... das kommt daher das ich erst seit ein zwei Tagen in der Stadt bin!"


    Pryphios wurde misstrauisch, er war gerade auf ein eingespieltes Team gestoßen, entweder das waren wirklich Leute die einen Attentäter von außerhalb brauchten, oder aber es war besagte Konkurenz die sich eines Nebenbuhlers entledigen wollte. Welche Partei es auch immer sein mochte es war sicher ratsam vorsichtig zu sein ...


    In der Sekunde als Pryphios die Tür passierte wusste er das er in Schwierigkeiten steckte, zwei Hünen und ein schmaler Vermummter bedeuteten immer ängstliches Publikum. Es dauerte auch nicht lange bis sich Pryphios Vorahnung bestätigte und sich eine Klinge auf dem Weg in seine Eingeweide befand, doch mit reichlich Glück gelang es ihm dem Stich auszuweichen ohne verletzt zu werden. Im Bruchteil einer Sekunde versuchte der seit seiner Kindheit trainierte Mörder, die Situation einzuschätzen. Dieser Stich hätte ihn definitiv getötet, bei der Kraft seines Gegners wäre das Messer mit Sicherheit bis zur Faust in ihn eingedrungen. Mit einer weiteren geschikten Bewegung weicht Pryphios dem nächsten Stich seines Gegners aus und begintt sich langsam Rückwärts zu bewegen und somit einen Ausfallschritt Mannis zu provozieren. Und Pryphios hat Glück Manni scheint eher der Typ für Knüppel und Fäuste denn für Messer zu sein und folgt seinem Gegner mit einem langen Schritt ...


    Da bereits erwartet weicht der recht junge Attentäter seinem Gegner erneut aus und versetzt ihm nun einen starken Tritt gegen das Knie des durchgestrekten Beins, das Knacken ist laut und sicherlich einige Meter weit hörbar, doch Pryphios achtet nichtmehr darauf, er denkt nichtmehr er funktioniert, jahrelanges hartes und entbehrungsreiches Training lassen ihn absolut emotionslos seine "Arbeit" tun. Während Manni mit einem vom Schmerz verzerrten Schrei kundtut das er gemerkt hat was ihm gerade wiederfahren ist, nuzt Pryphios die Gelegenheit um sein eigenes Messer aus dem Stiefel zu ziehen. Mit einem Ruck zieht er den auf allen vieren kriechenden Manni wieder auf die Knie, doch Manni scheint nicht am Ende zu sein, vielmehr scheint ihn der Schmerz wütend zu machen. Die kräftige Rechte des Mannes packt Pryphios Hals wie einen Ast und drückt zu, ein Griff dem sicherlich Niemand entrinnen könnte, zumindest niemand mit Pryphios Statur. Doch der Attentäter scheint sich daran nicht zu stören, er brauch keine Luft, jetzt nicht! Mann hatte ihm beigebracht wie man länger als 5 Minuten die Luft unter Wasser anhielt, man hatte ihm gezeigt wie man meterhohe Mauern ohne Hilfsmittel überquerte und man hatte ihm gezeigt wie man Menschen quälte und tötete ... aber von Gnade hatte Pryphios sein Leben lang noch nicht gehört.
    Präzise und in einer fließenden Bewegung dringt die Klinge zweimal in die Lunge des am Boden knieenden Mannes ein, es dauert nicht lange und der Hüne sackt vorn über, während alles was er von sich gibt ein leises Röcheln, gefolgt von einem leisen Gluckern ist ...


    Zornig streift Pryphios die Hand des "vor sich hin Sterbenden" ab und wendet sich zu Cassella um, während kurze Atemstösse das Gesagte hin und wieder unterbrechen ...


    "Ich bin ... Ich bin kein Mörder ... du schuldest mir 250 Sesterzen!"

    Pryphios musterte den Mann, entweder der Mann war neugieriger als gesund sein konnte, oder er machte sich nichts daraus einem offensichtlich kriminellen Individuum die Lebensgeschichte zu entlocken. Allerdings war Pryphios klar das der Kerl nicht vorsichtig war, was bedeutete das er entweder glaubte Pryphios wäre keine Gefahr für ihn, oder er wusste das es so war ...


    "Abfallbeseitigung, ich vermiete meine Klinge! Hab gedacht hier im kalten Norden gäbs ne Menge zu tun, aber scheinbar liegt der Markt hier in festen Händen!"


    Pryphios war vorsichtig, es gelang ihm nicht seinen Gegenüber einzuschätzen ... irgendetwas stimmte nicht, hinter ihm war alles klar die paar Kerle die auf dieser Seite des Lokals saßen schienen uninteressant und es waren auch nicht gerade die Sorte Kerle die man für eine Schlägerei gewinnen konnte. Direkt am Schanktisch sah es da schon anders aus, da hingen ein paar recht finstere Gestalten rum, mal abgesehen von dem selbstgefälligen Besitzer der Schänke, der scheinbar auch die schöne Schankmaid besaß ...

    Pryphios grinste ...


    "Pieps!"


    Er war sich noch nicht sicher ob das jetzt eine Offerte für seinen Plan "A" oder "B" war, aber wie dem auch sei nun würde er sich erstmal unterhalten müssen ...


    "Nein meine Alte hat damit nichts zu tun die ist ohnehin noch in Italia, ich bin erst vor ein paar Tagen hier angekommen und suche jetzt grade etwas zu tun aber hier in der Stadt scheint niemand meine Dienste zu benötigen!"


    Das er ein Meuchler war musste er ja nicht unbedingt erzählen vielleicht war sein Gegenüber ja wirklich nur ein netter Kerl der einem Neuling beim Würfeln ein paar Münzen aus der Tasche leiern wollte. Die meisten Leute hätten soetwas als außerordentlich hinterhältig oder gemein bezeichnet, aber in Pryphios Welt war das eine nette Geste zur Begrüßung von Fremden, die andere Variante endete meistens in einer Lache ... Blut oder Bier ... meistens eins genauso schlimm wie das andere ...

    Pryphios war es mittlerweile leid diesen Job angenommen zu haben, dieser Cassella schien zu wissen das ihm jemand ans Leder wollte, denn einen dermaßen vorsichtigen Verbrecher hatte Pryphios bisher nie jagen müssen und das hier konnte man noch nicht einmal Jagd nennen es war vielmehr eine Suche ...


    Allerdings glaubte er mittlerweile die erste Spur gefunden zu haben, die kleine und recht dreckige Schänke "zum vollen Krug", kam in vielen Geschichten vor und war ihm auch schonmal empfohlen worden als er sich nach einem Job umgehört hatte, außerdem wusste er das hier hin ab und an Schutzgelder flossen, Schläger achteten nur selten darauf ob ihnen jemand folgte denn in der Regel wollte niemand zu ihnen aufschließen ...


    Pryphios saß an einem Tisch nahe des Eingangs und beobachtete einige Germanen dabei wie sie würfelten, doch eigentlich waren seine Augen fast überall anders nur nicht bei den Würfeln. Er überlegte was wohl die cleverste Methode sein könnte um hier in Kontakt zu kommen, zur Auswahl standen eine Schlägerei oder warten bis ein Platz am Würfeltisch frei werden würde ... was sicherlich am Ende auch in einer Schlägerei enden würde, oder er hoffte auf das Glück und wartete bis ihn jemand ansprechen würde ...

    Den Großteil der Ausrüstung hatte er verschwinden lassen, oder besser gesagt er hatte ihn einfach an der erst besten Gebäudeecke abgestellt und war dann weitergegangen, allerdings waren Pugio und Gladius sorgfältig unter der Kleidung versteckt worden, denn auch wenn es Lumpen waren waren sie doch recht weit, als hätte jemand bereits gewusst das noch etwas anderes darunter Platz haben musste außer dem kümmerlichen Menschen der sie mit sich trug ...


    Am Tor angelangt, trat er mit gesenktem Haupt an den Wächtern vorbei nach draussen und blickte dann zu dem Centurio der ihn erst vor einigen Minuten noch nicht hatte einlassen wollen ...


    "Nun scheinbar hast du recht behalten, die Legio scheint wirklich nicht jeden zu nehmen ... und das nur weil meine Familie den Pocken zum Opfer gefallen ist!"


    damit zog er mit beleidigter und zorniger Mine von dannen ... erst als er außer Sichtweite war hellte sich sein Gesicht wieder auf und er befühlte lächelnd das Eisen unter seiner Kleidung ...

    Nun das es so einfach werden würde hatte Pryphios gar nicht mehr erwartet, nachdem man es ihm beim reinkommen so schwer gemacht hatte, hatte er schon damit gerechnet man müsste hier bereits eine Aufnahmebestätigung und einen Bürgen vorweisen um die Ausrüstung zu bekommen ...


    "Ja ist gut ... danke!"


    Erwiederte er also bloß nachdem er eiligst auf der Tabula unterzeichnet hatte, anschließend hievte er den Kram hoch und machte sich auf den Weg nach draussen ...


    Hiermit bestätige ich den Erhalt der folgenden Ausrüstung


    - I Lorica Segmentata (Schienenpanzer)
    - I Mantel
    - II Leinentunika
    - II Gürtel
    - II Paar Stiefel
    - I Lederriemen
    - I Öllampe
    - I Furca (Tragestange)
    - I Tragenetz
    - I Tasche
    - I Sack
    - I Bronzetopf
    - I Patera
    - I Löffel
    - I Messer
    - I Feldflasche
    - I Gurt
    - I Cassis (Helm)
    - II Beinschienen
    - I Gladius
    - I Pugio
    - II Pila
    - I Scutum
    - I Schildhülle


    Unterschrift des Soldaten: Gnaeus Raetius Macer

    Kaum das Pryphios das Rekrutierungsbüro verlassen hatte, lief er quer durchs Lager machte da eine Abbiegung und dann dort wieder bis er sich sicher war das ihm niemand folgte, dann machte er sich eiligst auf zur Horrea, wo er einfach klopfte und eintrat ...


    "Salve, mein Name ist Gnaeus Raetius Macer, ich bin neuer Probatus und soll meine Ausrüstung abholen!"


    Dabei hielt Pryphios die Tabula unterm Arm damit der Optio sie sehen konnte schließlich musste er ja auch glauben was ihm da gesagt wurde ...