Beiträge von Marcus Terentius Lupus

    Lupus grinste und meinte,
    Danke für deine Einschätzung,...und was meine Begeisterung angeht,...so ist unser Volk doch der Reiterei eher abgeneigt...die Legionarii sind eher der konservative Vertreter der Römer,...aber glaube mir, die Kriegsführung wird nicht nur duch geschicktes Formieren gewonnen, sonder auch und gerade durch Geschwindigkeit.
    Er fischte sich eine Olive und steckte sie in den Mund...Heimatgefühle kamen in ihm auf.
    Geschweindigkeit war schon Caesars Trumpf in Gallien, ...Geschwindigkeit wird auch in der Zukunft das Schlacht-,...wenn nicht Kriegsentscheidende Element sein.
    Er sah Probus an und schloß.
    Da drängt sich das Pferd doch geradezu auf...wir müßten nur noch leichtere und vor allem effektivere Rüstungen und Waffen ersinnen.
    Er grinste Probus an und meinte,
    ...aber ihr habt ja auch nicht gerade wenig zu schleppen.

    Lupus sah den Decurio weitergehen und meinte zu Brutus,
    Du hast es ja mitbekommen,...du liegst im Standard,...soll heißen du bist im Grunde weit genug.
    Er stemmte die Fäuste in die Seiten und betrachtete die Übungen der anderen Eques/Probatipaare und nickte.
    In Ordnung,...wir werden alles nochmal durchgehen,...schnelles Aufsitzen, Trab, Galopp, Übungspfähle, Spatha,...äh,...Gladius in deinem Fall verstauen,...Pferd nach Rechts oder Links treiben, aus dem Galopp anhalten, das Pferd wenden und schließlich Absteigen...
    Er grinste Brutus an,...
    Also alles was wir bisher gemacht haben,...nur alles in einem...bist du bereit?

    Lupus saß auf dem Boden hinter sich die Equites der Secunda. Unten in der Senke auf der Via sah er die Legionäre in einer Testudo Formation ausharren.
    Primus hatte ihm gesagt sobald sie Anzeichen von Auflösung zeigten sollte er ihnen ein Zeichen geben.
    Gespannt sah er wie der Centurio seinen Optio zu sich rief...Probus,...sein guter Freund und Kamerad.
    Lupus war ganz ruhig, beobachtete ganz genau was da unten vor sich ging.
    Die beiden Offiziere schienen irgendetwas zu besprechen,...hin und wieder riskierte einer der Legionäre einen Blick aus der Testudo indem er den Arm mit seinem Scutum hob und durch die entstandene Lücke spähte.
    Sie waren etwa 20 perica* entfernt,...für einen geübten Bogenschützen durchaus machbar,...jedoch waren die Windverhältnisse ungünstig,...in der Senke herrschten Fallwinde.
    Gegenüber sah er ein blinken,....der Kamerad der Tertia.
    Seine verräterische Rüstung spiegelte sich in der Sonne. Lupus und seine Kameraden hingegen boten der Sonne keinen Spiegel...ihre Rüstungen waren Matt und Schwarz.


    *60 Meter

    Lupus packte sein Pferd bei den Zügeln und schwang sich fließend und schnell hinauf.
    Er ließ es kurz aufsteigen und drehte es auf der Hinterhand herum.


    In Ordnung Brutus,...dann wollen wir mal mit den großen Jungen spielen!


    Sein Pferd machte einen Satz nach vorn und es galoppierte mit fliegenden Beinen über den Campus in Richtung der Übungspfähle,...dort angekommen heizte er den beiden Pfählen ordendlich ein und ließ dabei sein Pferd rückwärts gehen,...lenkte bei der Spathaattacke nur mit den Beinen mal nach links,...mal nach rechts,...trabte wieder an,und schob während des Ritts seine Spatha zurück in die Scheide...im Galopp zog er den Bogen und einen Pfeil aus den Gehenk und spannte den Bogen.
    Im vollen Galopp drehte er mit gezogener Sehne den Oberkörper nach hinten und ließ den Pfeil abschwirren. Zielgenau versenkte sich die Spitze in einem der Pfähle. Lupus verstaute den Bogen wieder,...gerade rechtzeitig die Beiden waren nicht mehr fern.
    Am Ausgangspunkt angekommen war das stoppen des Pferdes und das Absteigen eins.
    Gut,...das war das Standardprogramm für junge Equites,...aber Brutus sollte sehen wie es aussehen kann...
    Er ließ die Zügel fallen, sah wie das Pferd augenblicklich stehen blieb und baute sich neben Brutus vor dem Decurio wieder auf.
    Er salutierte und sagte.
    Decurio Terentius,...Eques Terentius Lupus meldet sich zur Stelle.

    Lupus nahm sofort Haltung an als sein Cousain und vorgesetzter Offizier ihn um Meldung bat.
    Salve, Decurio Terentius! Eques Terentius Lupus bei der Reitausbildung des Probatus Duccius Brutus.
    Er peilte ob der Probatus auch im State stand und fuhr fort.
    Wir haben das Auf- und Absteigen geübt, mehrere Gangarten des Pferdes und eine Schwertattacke auf die Übungspfähle.

    Lupus nickte, er hatte sich in seiner Jugend oft dort und am Marsfeld herumgetrieben.


    Der Circus Flaminius ist eine Rennbahn in Roma. Er wurde vom Censor Gaius Flaminius erbaut und nach ihm benannt. Er befindet sich auf dem Marsfeld nahe dem Marcellus-Theater, zwischen der Tiber-Insel und dem Kapitol-Hügel. Er ist Austragungsort der ludi plebeii. Bei einem solchen hat Divus Augustus hier 36 Krokodile erlegen lassen. Nachdem der Circus bei einem Brand zerstört worden war, baute man ihn wieder auf, sodass bereits ein halbes Jahr später wieder Spiele stattfanden. Dort befindet sich auch der Haupttempel des Neptun.


    Seine Augen leuchteten als er sich an die Zeit dort erinnerte.
    Dann mußte er lächeln und entgegnete,
    Oh, me domina,...hinter einem erfolgreichen Mann steht immer eine gute und starke Frau,...eine Frau wie du.


    Sie mochte wenig Einfluss auf die Ämter ihres Gatten haben aber sicher einen großen Einfluß auf die Leute die ihn in solch einem Amt hofieren würden.

    Lupus bedankte sich nickend bei der Magd und roch erstmal an der Suppe. Wie erwartet war sie natürlich anders gewürzt,...es fehlte ein wenig die Frische der Kräuter. Er wünschte Probus ebenfalls einen guten Appetit und begann die Suppe zu essen.
    Er brach sich ein Stück Brot ab und schob sich so die Fischstücke auf den Holzlöffel. Insgesamt war die Suppe essbar aber kein Vergleich zu der Fischsuppe aus Massilia.
    Er aß sie dennoch ganz auf und schob den leeren Teller von sich.
    Den Geschmack der Fischsuppe schwemmte er mit einem Schluck Wein davon. Da fiel ihm Probus´Frage wieder ein.
    Du wolltest doch wissen wie man den parthischen Schuß trainiert?! ...also zunächst einmal ist es wichtig, daß du absolut sattelfest bist...du mußt dich in der Situation des Schusses absolut im Einklang mit dem Schritt des Pferdes befinden...
    Sei Gesicht glühte vor Begeisterung als er fortfuhr.
    Es ist als verlöre deine Umgebung alle Wirkung,...du nimmst nichts mehr wahr,...nur noch deinen Herzschlag,...das Ziel erscheint dir zum Greifen nah,...den Pfeil zielen und abschießen ist eine einzige Bewegung...
    Voller Fazination ahmte er die Bewegung nach. Dann sah er Probus an.
    Damals auf ihrer Mission für den Legatus hat Primus zusammen mit Duplicarius Dexius Lucius und Sesquiplicarius Livius Ocellus diesen Schuß erfolgreich angewandt und ihre Gegner haben sechs Leute verloren bevor sie die Gefahr erkannten und sich zurück zogen...

    Wie er es erwartet hatte kam Brutus mit der Situation zurecht,...er mußte noch etwas an seiner Haltung arbeiten,...aber die Grundzüge hatte er jetzt intus. Lupus sprang von seinem Pferd, sah Brutus an und meinte,


    Na, siehst du,...war doch gar nicht so schwer...wir machten jetzt das Ganze nochmal und dann wirst du an den Hindernissen mit deinem Gladius einen Abwehrschlag vollführen,...bedenke dabei, daß du keinen festen Stand hast,...du mußt dich als noch mehr mit den Beinen am Pferd klammern...führe den Schlag einmal von oben nach unten,...dann wendest du das Pferd und dann stichst du einmal zu,...sieh´es dir mal an ...
    Lupus sprang auf sein Pferd und ritt im vollen Galopp auf die Hindernisse zu,...vor den Pfählen verlangsamte er das Tempo und zog seine Spatha.
    Im Vorbeireiten trieb er das Schwert zunächst von oben nach unten und hieb eine lange Spalte aus dem Pfahl,...dann wendete er das Pferd und stach in den Pfahl,...zog sein Pferd ein wenig zurück und ritt tief auf den Hals gebeugt zurück. Kurz vor Brutus steckte er das Spatha wieder ein und sprang ab.


    So kann es aussehen,..auf den Rückweg beugst du dich tief an den Hals, um eventuellen Pfeilen die man dir nachschickt weniger Zielfläche zu bieten...so, jetzt probier es mal und denk´dran, der Pfahl ist härter als ein Mensch,...verlier dein Schwert nicht oder laß es nicht im Pfahl stecken.


    Aufmunternd sah er den Probati an,
    Na, los,...versuch´es!

    Lupus sah sich nach dem Duccier um und befand, daß er sich auf dem Pferd halten konnte,
    Er zog sein Pferd sachte herum und meinte,...
    Wir werden jetzt mal etwas schneller reiten,...wichtig hierbei ist, daß du dich mit den Beinen um das Pferd klammerst,...das Pferd muß die spüren...als nächstes probieren wir das schnelle Aufsteigen, den Galopp, Ausweichen von Hindernissen und das schnelle Absteigen,...wenn du das schaffst ohne vom Pferd zu fallen,...können wir noch ein, zwei Waffenübungen machen...
    Sprach es und gab seinem Pferd die Fersen...
    Lupus sah sich immer wieder um,...Brutus saß noch auf dem Pferd und begann eine relativ sichere Haltung einzunehmen.
    Da Brutus ihm folgte, baute er auf die Wirkung des Unbewußten und ritt zwischen zwei der Übungspfähle hindurch, wendete das Pferd und machte das Gleiche noch einmal.
    So hatte Brutus ohne große Anspannung seine Hindernisse umritten.
    Er ritt etwas schneller, und paßte auf, daß Brutus ihm folgte und mal zog er das Pferd rechts herum, mal links herum.
    Zum Schluß ein schneller Galopp mit starkem Abbremsen und Absteigen.
    Sollte Brutus das schaffen ohne vom Pferd zu fallen, stand der letzten Übung, der Waffenübung nichts mehr im Wege.

    Lupus sah seinen Vorgesetzten in spe ernst an und entgegnete ,
    Salve Praefectus Octavius,...selbstverständlich werden wir uns um die Pferde kümmern,...den Weg zur Pabula kennen deine Männer,...dort bei Thilo dem Calone maior melden und eure Pferde werden ordentlich versorgt.


    Er enthielt sich den guten Wünschen für das Examen und ließ die Ala Reiter passieren.

    Lupus sah das verzerrte Grinsen seines Probati und wendete sein Pferd. Neben dem des Ducciers zog er es herum und ritt neben ihm.
    Sein Blick fiel auf die Haltung des Ducciers,...sie war verkrampft, als suche er irgendetwas auszugleichen.
    Sicher weißt du nun, warum wir eine Lorica Hamata tragen...deshalb vergiß´erstmal was du über das Reiten weißt,...du siehst ja, was es dir bringt...
    Du mußt den Gangrythmus des Pferdes ausgleichen,...heb´einfach deinen Hintern mit dem Pferd hoch,...wenn du bewegungslos sitzen bleibst,...bist du bald komplett durchgeschüttelt,...sie, wie ich es mache...

    Er ritt los und gleich die Bewegungen des Pferdes durch leichtes geraderücken des Rückens aus.
    Er ritt ein Stück weit vor um zu zeigen was er meinte,...dann ritt er wieder an Brutus´Seite und meinte,
    Die Zügel brauchen wir eigendlich nur zum wenden des Pferdes und zum abbremsen,...sprich Zügeln...wir Equites lernen das Pferd mit den Beinen zu lenken, da wir beim Kampf beide Hände brauchen...

    Lupus grinste und entgegnete,
    Der parthische Schuß ist eine Schuß mit dem Bogen vom Rücken des Pferdes aus,...aber nach Hinten.
    Er nahm seine Hände zur Hilfe um die Situation zu beschreiben.
    Stell dir vor, ein Reiter oder mehrere werden verfolgt,...stell dir weiter vor während der Verfolgung überlassen die Reiter sich dem Pferd und drehen sich im Sattel nach hinten und geben einen gezielten Pfeilschuß ab...das bringt in den allermeisten Fällen die Verfolger dazu ihre Jagd abzubrechen, weil die wenigsten darauf kommen ihrerseits zu schießen.
    Er zog die Schultern in die Höhe und meinte lapidar zu dieser Höchstleistung der Kriegkunst,
    Der parthische Schuß...

    Zitat

    Original von Faustus Duccius Brutus


    "Das geht besser!" meinte er zu Lupus, ehe dieser seinen ersten Versuch beurteilen konnte und schwang sich auf der anderen Seite halbwegs elegant hinab um es sofort erneut zu versuchen. Diesmal gelang es besser, doch nicht mit der Geschmeidigkeit eines geübten Reiters, der im tagtäglichen Umgang mit dem Pferd die perfekte dosierung von Schwung und Kraft geübt hatte. Noch immer auf dem Pferd blickte er aus luftiger höhe auf den Reiter herab. "Was nun?"


    Lupus sah zu ihm hinauf und sagte,
    Wir werden jetzt ein paar Übungen machen, mach´mir einfach alles nach.
    Dann ging er zu seinem Pferd schwang sich in den Sattel und brachte das Pferd in einen leichten Trab.
    Er sah sich um um zu sehen wir der Duccier sich in Rüstung auf dem Pferd machte...

    Lupus nickte und entgegnete,
    Naja, das Problem bei der Rüstung ist, daß du mit irgend etwas hängen bleiben kannst,...es ist halt wichtig, daß alles ordentlich anliegt.
    Er sah sich den Duccier an und nickte.
    Zieh´dir noch den Helm fest und das Gladius nach hinten,...dann steigst du so auf...
    Lupus hielt sich an einem der vorderen Hörnen fest und halb zog er sich halb sprang er hinein,...warf das rechte Bein hoch und saß kurz darauf ordentlich im Sattel. Er sah den Duccier an und meinte,
    Wichtig ist im Grunde der Schwung und daß du dein Bein hoch genug bekommst...Ebenso schnell und elegant wie er hinauf war stieg er wieder ab.
    Versuch´es,...und denk dran,...nichts darf hängenbleiben und hoch das Bein.
    Die Stelzen des Ducciers waren lang genug,...es dürfte schon klappen.

    Lupus nickte bei Probus´Aufzählung für die Magd, die Auswahl war in Ordnung.
    Allerdings fragte er sich ob sie nachher noch in ihre Rüstung paßten,...wobei er als Lorica Hamata Träger leichte Vorteile hatte. ;)
    Auf Probus´Frage hin wie es bei den Equites sei entgegnete er,
    Der Dienst ist hart, ebenso die Disziplin,...aber der Umgang miteinander ...
    Es schien als suchte Lupus nach den rechten Worten.
    ...ist fast schon familiär...
    Er sah Probus an ob er ihm folgen konnte und fügte erklärend hinzu.
    Ich kann jetzt nur von der Secunda sprechen,...aber jeder, vom kleinsten Calone bis zum Decurio,...jeder ist sich seiner Selbst bewußt und wird nach seinen Fähigkeiten gefördert,...
    Er mußte grinsen...
    ...und darüber hinaus. So ist die Secunda die einzige Turma die komplett in der Ausführung des phartischen Schusses geübt ist.

    Lupus saß auf seinem Pferd und sah sich die Legionäre an,...er versuchte Probus zu finden,...jedoch sahen sie hier aus wie ein Ei im Vergleich zum Anderen. Knirschend bewegte er sich in seinem Sattel.
    Verpflegung für 3 Tage hatte er dabei,...Hasta, 6 Iaculi, Spatha,Parma Equestris und die schwarz-blauen Klamotten.
    Erinnerte ihn an die Praetorianer in Roma.
    Primus meinte, es würde ihnen noch helfen nicht mit den glänzenden Rüstungen auszurücken.
    Hm,...egal,...er fand diese Ausrüstung ohnehin besser,...sie war leichter, bequemer.
    Da,...war das Probus?

    Wen wunderts? In diesen Haus konnte man lange laufen ohne jemanden anzutreffen.
    Nein, nein,...ich verstehe dich vollkommen,...nichts ist wie Roma...sag´wo wohnt ihr denn in Roma?
    Sicher in einem Patrizierviertel.
    Wenn ich ehrlich bin,besonders im Winter fehlt mir Roma,...der Trubel,...die Düfte...die Erhabenheit,...aber auch der Spaß.
    Er mußte grinsen...
    Was mir nicht fehlt sind die Stare im Herbst,...wenn sie alles vollscheißen...
    Wie lebendige Wolken ziehen unzählige Stare über Rom an ihre Winterquartiere und hinterlassen einen Menge Mist...