Beiträge von Numerius Duccius Marsus

    Zeit verrinnt bisweilen dem Tempo einer Schnecke gleich. So kam es Witjon vor, als er die Augen aufschlug. Sein Atem bildete Wölkchen in der kalten Luft. Beinah andächtig nahm er den Beutel zur Hand, den er hergebracht hatte und schnürte ihn auf. Eine Tonschale - fein bemalt in schillernden Farben - kam zum Vorschein. Sie platzierte Witjon vor sich, dem Felsen zugewandt. Als nächstes zog er die Opfergaben hervor, die er mit großer Sorgfalt ausgewählt hatte. Er legte sie in die Schale und griff erneut in den Beutel. Einen Trinkschlauch hatte er nämlich ebenfalls dabei, den er neben sich legte. Dann breitete er seine Arme aus und blickte gen Himmel, durch die fast blätterlosen Baumwipfel hindurch. Dann sprach er die Worte, die sein Gewissen beruhigen würden und die hoffentlich Anhörung finden würden bei der, an die sie gerichtet waren.



    "Die Muttergöttin ruf' ich,
    Frigg, Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft,
    Gemahlin des Wodan, Herrin von Fensal,
    Weberin der Wolken droben,
    und all Ihre Dienerinnen,
    Gna und Fulla, Sygn und Vara,
    Eira und Hlin, Lofn und auch Vjofn.
    Ich trinke auf Euch, ihr hohen Wesen,
    diesen Honigwein, der Euch zu Ehren gereichen soll."


    Er schüttete großzügig Met auf die dargebrachten Opfergaben, dann nahm Witjon selbst einen tiefen Zug aus dem Schlauch. Diesen legte er neben die Opferschale, dann breitete er erneut seine Arme aus.

    "Auf dass ihr gewährt meinem Weib
    Gesundheit und Wohlsein und Kraft,
    dass starke Erben sie mir schenke
    durch deine schützende Hand,
    höchste Göttin Frigg, die sie bewahre
    vor frühzeitigem Scheiden gen Utgard.


    Diese Gaben will ich Dir, Frigg, darbringen,
    kostbare Früchte aus fernen Ländern,
    fettes Fleisch aus den Ställen meiner Sippe,
    feinste Gewürze aus dem tiefsten Süden
    und wohlriechende Kräuter meiner Heimat.


    Auf dass Deine Dienerin, die heilkundige Eira,
    meinem Weib beistehe in dieser kalten Zeit,
    dass Krankheit und Gebrechen sie nicht fürchten brauche,
    und dass immer sie wohlauf bleibe,
    den Gefahren des Gebärens trotze
    und lange Jahre an meiner Seite weile.


    All ihr Asen, die ihre Wohnstatt nennen,
    das erhabene Fensal, die fruchtbaren Täler Asgards überragend,
    schaut wohlwollend auf mein Weib und mich
    und erleuchtet den Weg, auf dem wir wandern,
    denn es ist der Weg meiner Ahnen."


    Zuletzt legte er die Hände auf Opferschale und Trinkschlauch und neigte das Haupt gen Boden. Moosgeruch stieg ihm in die Nase, während er verharrte und seine ganze Konzentration auf seine Bitten richtete. Du Göttin Frigg, erhöre mich. Um Callistas Willen, betete er im Stillen. Irgendwann stellte er fest, dass seine Beine vor Kälte schmerzten und nach Bewegung schrien, denn er hatte eine gefühlte Ewigkeit auf dem frostigen Grund gehockt. Ächzend erhob er sich und ließ den Opferfelsen hinter sich, ohne zurückzuschauen. Den großen Beutel in der Hand tapste er zurück zu Skaga, die noch immer ohne Eile graste. An ihrem Sattel löste er eine dicke Wolldecke, in die er sich einwickelte. Müdigkeit umfing ihn und so ließ er sich nieder, den Rücken an einen starken Baumstamm gelehnt. Verträumt blickte er in die Ferne, wo er verschwommen die Umrisse von weiteren Wäldern, Wegen und Zäunen erkannte. Bald entschwand sein Geist in die weite Welt des Schlafs...

    "Dankesehr. Auf uns!" Sie stießen erneut an und tranken kräftig. Maecenas' Augenzwinkern wurde mit einem Grinsen beantwortet. "Hispania, richtig. Es heißt er habe da etliche Fehler seines schlampigen Vorgängers ausbügeln müssen. Der Senat hat in ihm offenbar einen Mann gefunden, der seine Arbeit gut macht." Dass sein Freund dann so plötzlich das Thema von Politik auf Ehe wechselte, ließ Witjon stutzen. "Äh, Acta? Nein, ja, Landos Hochzeit. Richtig, da gab es einen ziemlich ausführlichen Artikel. Der über meine Hochzeit war nicht ganz so...positiv. Ich hoffe, dir hat das ganze dennoch gefallen. Wir haben uns im Trubel der Feierei ja leider viel zu wenig gesehen." Ein schiefes Grinsen ließ sich auch hier nicht vermeiden. Es war viel zu viel in die Hose gegangen bei den vielen römisch-germanisch-gemischten Zeremonien und doch war es der bisher schönste Tag in seinem Leben gewesen. Ein Lächeln schlich sich auf Witjons Gesichtszüge, das jedoch bei der folgenden Frage einem erwartungsvollen Blick wich. "Sag mal, hast du eigentlich jemanden in Aussicht?" Kumpelhaft stieß er Maecenas' Arm an. "Du wirst ja auch nicht jünger, alter Kamerad."


    Es war der Monat Nebelung, den die Römer November heißen. Midgard wurde umschlossen von Kälte und Düsternis. Die Tage wurden kürzer und die Bauern ließen ihre Felder Felder sein und verkrochen sich mehr und mehr in ihre warmen Katen. Witjon hingegen hatte heute die Casa Duccia hinter sich gelassen. Seine treue Stute Skaga trug ihn heute fort aus der Stadt, die er nun seit einigen Jahren seine Heimat nennen konnte. Doch an diesem Tag wollte er einfach nur seine Ruhe haben. Allein sein. Ja, das brauchte er. Seine wundervolle Gattin war in letzter Zeit nicht immer so wundervoll gewesen und auch seine Arbeit mitsamt der Aktivitäten im Ordo Decurionum zehrten irgendwann an Witjons Nerven. So hatte er sich entschieden, einen Ausritt zu unternehmen, um seinen Gedanken ungestört nachhängen zu können und die Aura der Natur auf sich einwirken zu lassen.


    Und der Duccius hatte über allerlei nachzudenken. Ganz besonders nagte der Zustand seiner liebreizenden Frau an ihm. Callista beklagte sich seit Wochen über Unwohlsein und Übelkeit. Sie verhielt sich obendrein merkwürdig, war sehr seltsam Witjon gegenüber und schien ständig schlechte Laune zu haben. Als sich heute morgen wieder einmal einer ihrer launischen Tage angekündigt hatte, war der genervte Gatte kurzerhand geflohen. Er hatte sich in der Regia einfach krank gemeldet und war umgehend zur Hros marschiert - auf Umwegen, um seinem Weib nicht zu begegnen - und war wenig später auf Skagas Rücken davongeprescht.
    Der Wind pfiff ihm eiskalt um die Ohren, als die beiden Freunde so über die Straße stoben. Skaga hatte sichtlich ihren Spaß. Nicht oft fand ihr Reiter die Zeit, den notwendigen Ausritt über die Grenzen der Hros hinaus zu führen. Witjon derweil genoss die Leere, die sich in seinem Kopf während des Ritts etablierte. Er konzentrierte sich einzig und allein auf die Bindung zwischen Mensch und Pferd und spürte sie dahinfliegen. Noch war der Tag jung und Nebel legte sich auf die Haine und Äcker am Wegrand. Witjon fröstelte und zog Schal und Mantel enger, als Skaga in gemütlichen Trab verfiel. Sie waren bereits seit einer geschätzten Stunde unterwegs. Die Nase hatte den Flüchtenden ohne Plan nach Westen geführt, wo die Römerstraße einige Zeit die Richtung gewiesen hatte. Doch irgendwann lenkte Witjon seine Stute auf einen abzweigenden Weg, den er gut kannte. Hier war er schon früher oft zum Nachdenken hergeritten.


    Einige Meilen von der Römerstraße entfernt lag eine Baumgruppe mitten zwischen Feldern und Wiesen. Ein schmaler Bach schnitt durch den Hain, dessen Mittelpunkt ein Brocken von einem Stein bildete, der ein stückweit über das Gewässer hinausragte. Sie hielten bei den Bäumen und Witjon stieg beschwingt ab. Er tätschelte Skaga liebevoll und bot ihr eine Rübe an, die er unter anderem in einem großen Umhängebeutel mit sich führte. Die Stute bekundete ihm ihre Zuneigung durch Schnauben und leckte zur Bekräftigung Witjon an Hand und Wange. "Jaja, bist 'ne ganz Liebe, weiß ich doch," schmunzelte dieser und ließ das Tier dann guten Gewissens stehen. Skaga würde sich schon zu unterhalten wissen, während er sich mit sich selbst beschäftigte.
    Ein wenig ehrfurchtsvoll schritt Witjon dann zwischen den Bäumen voran. Er suchte die Nähe des großen Felsens, der vom Wasser auf der Unterseite ausgehölt wurde. Wieso spürte er an diesem Ort immer besonders die Nähe der Geister, die Midgard neben den vielen anderen Lebewesen bevölkerten? Manchmal, wenn er hierher kam, meinte Witjon im Augenwinkel sogar zwergenhafte Gestalten herumschleichen zu sehen. Doch wenn er sich zu ihnen umdrehte, waren da nur die Wurzeln der Bäume, die Farnbüschel und das Moos, das den Boden bedeckte. Dann schalt er sich und fühlte sich seltsam närrisch. Würden sich die Geister je einem Menschen zeigen? Besonders in diesem Teil Midgards, der durch den Einfluss der Römer an seiner geheimnisvollen Kraft zu verlieren schien. Die Trolle hatten diese Länder bereits vor Jahrzehnten verlassen und es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis selbst der faulste Waldschrat den Weg gen Austa, nach Osten, angetreten hatte.


    Zwei Maisen hatten diesen Flecken zu ihrem Heim erkoren und begrüßten den Neuankömmling verhalten. Merkwürdig, dass selbst die Vögel hier eine gewisse Ehrfurcht an den Tag zu legen schienen. Strahlte dieser Ort eine solche Kraft, eine solche Präsenz göttlicher Mächte aus? Witjon wusste es nicht. Was er wusste war, dass er hier nicht nur zum Nachdenken herkam, er betete hier auch und opferte. Doch im Gegensatz zur römischen Gewohnheit wandte er sich meist nicht an einzelne Götter. Oft rief Witjon gleich eine ganze Vielzahl der übermenschlichen Kräfte an, die ihre Geschicke beeinflussten. Heute allerdings kam er, um einer Göttin im Besonderen zu huldigen. An dem Felsen angekommen legte Witjon den Beutel zur Seite und kniete sich zunächst in das mit Raureif überzogene Moos. Mit geschlossenen Augen verharrte er so, die Hände auf die Oberschenkel gelegt, ruhigen Atems. Er spürte noch einmal die Aura dieses Hains, die ihn, der noch kurz vorher rastlos geflüchtet war, seltsam friedvoll werden ließ. So verstrich einige Zeit in stiller Konzentration, die nur von gelegentlichem Zwitschern unterbrochen wurde...



    Foto by: Luis Argerich

    *g* Ist ja gut, ich wollte eigentlich gar keine Diskussion lostreten. :D
    Ich muss zugeben, dass ich den Film im Kino wirklich mit völlig falschen Erwartungen gesehen habe und ihn deshalb für ziemlich vermurxt hielt bzw immer noch eine gewisse Abneigung hege. Hinsichtlich des künstlerischen Aspektes muss ich aber eingestehen, dass 300 mit seiner computerlastigen Grafik durchaus bestechen kann. Ich mochte besonders die Beleuchtung der Szenen und auch die Kameraeinstellungen vieler Szenen, besonders die Kampfaufnahmen inklusive Slowmotion, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.


    Nicht zuletzt ist der Film mir immer präsent aufgrund der absolut obergeilen "This - is - Sparta - Clips" auf Youtube. :D

    Zitat

    Original von Appius Pompeius Serapio
    Danke. Aber irgendwie kann ich trotz Freischaltung und Sklaven (der auch im Betrieb ist) nicht produzieren. ?( (Und die Betriebserhaltungskosten werden mir trotzdem angerechnet!)


    Du bekommst erst beim nächsten Wochenwechsel, also Morgen, Produktionspunkte. Dann kannst du auch Waren herstellen.

    Sim-Off:

    Kein Problem. Momentan sind alle etwas mehr beschäftigt als sonst.


    Mamercus Furnius Calvus:


    "Geht klar, ich trage dich ein," bestätigte der Scriba bereitwillig. "Das wär's dann?" fragend blickte er den Mann an. Vielleicht würde er dann ja jetzt zu seinen Akten zurückkehren können.



    Valgiso bekam ein Nicken zur Antwort. "Gut, beim Cursus Publicus scheinen einige Leute ja eigenständig denken zu können," scherzte er und dachte dabei auch an seinen Vetter Lando, der definitiv nicht unbeteiligt am reibungslosen Postverkehr in der Provinz war.
    Er folgte dem Blick seines Scribas zum Himmel und betrachtete ebenfalls das Vogelvieh, das dort oben vorbeizog. "Nein, bis zum Winter ist's wahrlich nicht mehr lange hin. Der Morgen ist bereits sehr kühl und die Tage werden unerbittlich kürzer. Ich rechne in wenigen Wochen bereits mit dem ersten Schnee." Ob er sich nun darüber freute oder nicht, das lies er offen. Besonders die Aussicht auf Krankheit und Unfälle auf glatten Straßen ließ Witjon oft genug in besorgte Gedanken abschweifen. Doch jetzt gerade war ihm nicht nach Sorgen zumute. So wandte er sich von den Kranichen ab und fragte Valgiso statt dessen: "Entschuldige, aber wo war das noch gleich, wo du herkommst?"

    Da saßen sie nun und schlugen die Zeit tot. Lando wurde ganz verrückt vor Warterei und quälte den Fußboden, während die anderen jungen Duccii gedankenverloren herumsaßen und Bier tranken. Witjon wollte den Würfelbecher auspacken, doch der werdende Vater hatte keine Lust aufs Spiel und dann war Witjon auch die Laune vergangen. Und irgendwann fing Elfleda an zu schreien. Die Vettern sahen sich besorgt an und fieberten dem Ende der Geburt ebenso gespannt entgegen wie Lando, der immer noch ruhelos umhermarschierte. Eine weitere Runde Bier wurde eingeschenkt und Witjon organisierte ein paar Käsebrote, die mehr oder weniger begeistert verputzt wurden.


    Und dann wurde es still. Lando erstarrte, ebenso die anderen Männer. Witjon wagte nicht sich zu rühren, bis auf einmal Sontje hereingestürzt kam und wenig später auch Lanthilda folgte. "Ein Mädchen!" platzte Witjon heraus und schaute erst ungläubig, nur um wenig später breit zu grinsen. Lando war bereits heraufgestürmt, als seine Vettern auf das Kind anstießen. "Auf Landos Brut! Mögen die Götter ihnen gewogen sein!" Plötzlich war die Stimmung ausgelassen. Erleichterung beschwingte die jungen Männer, die auch schon Geburten erlebt hatten, die weniger glimpflich ausgegangen waren. Aber heute war ein gesundes Kind zur Welt gekommen, dessen Mutter obendrein unbeschadet geblieben war. Das musste gefeiert werden.


    Und so fand Marga die Küche bald als Ort der Festlichkeit wieder. Witjon und Phelan lachten und tranken weiter Bier, während Sontje sich irgendwohin ins Haus verkroch. Die beiden Vettern zuckten zusammen, als der Hausdrachen sie so arg zusammenschiss und aus ihrer Domäne verscheuchte. Wie geprügelte Hunde huschten die beiden Männer aus dem Raum - nicht ohne ihr Bier mitzunehmen - und stiegen die Treppe hinauf. Vorbei an Sveija und Lanthilda, die Wäschebündel und dreckige Lappen wegbrachten kamen sie letztendlich vor der Tür des glücklichen Paares an. Unsicher schaute Witjon zu Phelan. Er gab sich einen Ruck, klopfte zaghaft an und steckte dann den Kopf zur Tür herein, wo er ein friedliches Bild vorfand, das ihn beinahe neidisch machte. Mit einem breiten Lächeln traten die beiden Duccii ins Zimmer und kamen auf leisen Sohlen näher. Witjon räusperte sich zögernd und riskierte einen Blick auf das Bündel, das dort in Landos Armen lag. Beide Eltern waren eingeschlafen. Witjon runzelte die Stirn und flüsterte Phelan zu: "Komm, wir sollten sie erst einmal schlafen lassen..." Mit diesen Worten drehte er sich um und drängte den Vetter langsam zurück zur Tür. Nicht, dass Loki plötzlich wach würde und vor lauter Schreck die beiden Männer in seinem Zimmer erschlug.

    Nachdem das Opfer durchgeführt und auch angenommen wurde, sollte die zweite Statue enthüllt werden. Sie war nicht weit von der ersten entfernt aufgestellt worden, wohin Witjon sich nun begab. Er ergriff erneut das Wort.
    "Bürger Mogontiacums! Nachdem dem göttlichen Iulianus eine Statue geweiht wurde, möchte ich nun jemand anderem eine große Ehre erweisen, der dem ehemaligen Kaiser sehr nahe steht. Dieser Mann ist ein leuchtender Stern am Firmament der Res Publica. Er steht dem Divius Iulianus an Größe und Tatendrang in nichts nach. Jahrelang führte er als sein Vertreter die Legionen Roms zum Sieg, unterwarf die Feinde des Imperiums und brachte krisengeschüttelten Provinzen den Frieden. Nach dem erschütternden Tod seines Adoptivvaters zog er in der Urbs Aeterna ein, um sein schweres Erbe anzutreten. Ihr alle wisst, von wem ich spreche! Es ist Gaius Ulpius Aelianus Valerianus, Imperator Caesar Augustus der Res Publica Romana, Beschützer des Volkes, Heilbringer aller Fremder Stämme und Liebling der Götter!"
    Hier legte Witjon eine kurze Pause ein, um Gemurmel und Beifall der Menge abzuwarten und Luft zu holen. Nach einem Moment fuhr er fort.
    "Der Ordo Decurionum Mogontiaci weiht unserem hochgelobten Imperator Caesar Augustus Gaius Ulpius Aelianus Valerianus diese Statue, die ich feierlich mit euch enthüllen möchte. Ein Hoch auf den Kaiser!" Nunja, Witjon hatte wirklich recht hochgestochen gesprochen. Doch beim niederen Volk hatte es im Mindesten Eindruck geschunden, wenn nicht bei einigen Decurionen auch. Der Statthalter dürfte solches Gelabere vermutlich aus Rom gewöhnt sein. Wie dem auch war, Witjon tat letztendlich was er angekündigt hatte und enthüllte die Statue des Kaisers nun selbst. Die Plane fiel und es kam die ebenfalls sehr fein gearbeitete Skulptur zum Vorschein.




    *~~~ Die Statue zu Ehren des Gaius Ulpius Aelianus Valerianus ~~~*

    Und der Magister Officiorum war auch auffindbar. Denn er hatte den Statthalter in der Unterredung mit dem Decurio vorgefunden und wollte nicht wegen der Post unterbrechen. So war er unverrichteter Dinge zurückgekommen und entdeckte einen Reiter des Cursus Publicus. "Salve. Schon wieder Post?" Ein fragender Blick an Valgiso und den Postboten, dann entdeckte er das Schreiben in Valgisos Hand und stellte fest, dass seine Frage damit beantwortet war. "Nun gut, der Legat wird wohl noch einige Zeit dort drinnen verbringen. Warten wir einfach noch etwas, ich werde mich gleich wieder zu ihm gesellen."

    Hatte ich mich zwischendurch irgendwo mal wieder anwesend gemeldet? Nun, wenn ja war das ein Griff ins Klo. Mich hat nämlich letzte Woche die Grippe erwischt und außer Gefecht gesetzt. Jetzt geht es mir wieder etwas besser, bin wieder halbwegs da.

    Mamercus Furnius Calvus:


    Quintus Fabius Vibulanus, ehem. PC XXII., Eques notierte der Scriba fein säuberlich auf einer Tabula. "Nun, ich muss dich darauf hinweisen, dass der Statthalter momentan auf einer Rundreise durch die Provinz ist. Er ist vor wenigen Tagen aufgebrochen. Du wirst ihn hier also erst in...circa zwei oder drei Wochen antreffen. Wenn du wünschst, kann ich dir dann einen Termin geben."



    Nach der ziemlich eintönigen Besprechung in der Principia war Witjon ebenfalls auf die Wiese gekommen, wo der Tross nächtigen würde. Er bekam gerade noch die letzten Fetzen des Gesprächs zwischen seinem Scriba und dem octavischen Tribun mit, als er zu diesen hinzutrat. "Mich haben noch keine Schreiben erreicht, Tribun. Deinen Vorschlag, Valgiso, halte ich allerdings für gut durchdacht." Und an Dragonum gewandt fügte er hinzu: "Wenn du erlaubst, werde ich dem nächsten Boten eine entsprechende Botschaft nach Mogontiacum mitgeben. Vielleicht kannst du einen ergänzenden Befehl für die Poststelle der Legion hinzufügen?"


    Im Trubel des Lagerbaus bemerkte niemand den herangalloppierenden Boten, der wenige Stunden zuvor in Mogontiacum aufgebrochen war. Er kam zum Tross herangestürmt und saß geschickt ab, während er sein abgehetztes Reittier einem der Soldaten überließ. Er meldete sich ordentlich bei seinem Vorgesetzten. "Magister Officiorum Duccius, ich bringe Schreiben aus der Regia für den Legaten Vinicius. Furnius Calvus lässt seine Grüße ausrichten."
    Witjon nickte und nahm die Briefe entgegen. "Danke. Geh dich ausruhen." Damit war der Bote zufrieden und ließ sich irgendwo nieder. Witjon besah sich die Post.


    Legatus Augusti pro Praetore
    Marcus Vinicius Hungaricus
    Regia Legati Augusti pro Praetore
    Mogontiacum
    Germania Superior



    PROCURATOR A LIBELLIS TIB PRUDENTIUS BALBUS
    LEGATO AUGUSTI pro PRAETORE VINICIO HUNGARICO S.D.


    Ich informiere dich hiermit darüber, dass es eine Veränderung
    an der Spitze einer der dir unterstellten Militäreinheiten gibt.
    Auf Anweisung des Praefectus Urbi Vescularius Salinator, erhält
    Iunius Silanus, derzeit Praefectus Alae der Ala II Numidia, den
    Befehl nach Rom zurückzukehren.
    Der Praefect wurde bereits informiert und erhielt genannte
    Anweisung.



    [Blockierte Grafik: http://de.geocities.com/crazyl…um/Signatures/sigbalb.png]
    ~~Procurator a libellis~~



    Ad:
    Legatus Augusti Pro Praetore
    Marcus Vinicius Hungaricus

    Regia Provincialis
    Mogontiacum | Germania


    _______________________________


    [Blockierte Grafik: http://img7.imageshack.us/img7/8656/lllllfe.png]


    ~ROMA~
    ANTE DIEM V ID OCT DCCCLIX A.U.C. (11.10.2009/106 n.Chr.)


    "Hm, Post von der Administratio Imperatoris und von...Annaeus Varus?" Witjon wägte ab. Den dienstlichen Brief würde er wohl öffnen können, der andere schien privat zu sein. Er wandte sich wieder seinen Gesprächspartnern zu. "Ich werde wohl noch einmal ins Lager müssen." Entschuldigend wedelte er mit den beiden Schriftstücken.

    Sim-Off:

    Entschuldige, dass du so lange warten musstest.


    Mamercus Furnius Calvus:


    "Herein!" rief Calvus beiläufig. Vor ihm auf dem Schreibtisch lagen vier Schreiben. Es waren zwei Briefe an den Legaten und deren Kopien. Letztere beiden rollte er gerade und sortierte sie im Regal hinter sich ein. Den Besucher begrüßte er über die Schulter hinweg: "Einen Moment noch, bitte."
    Denn er war nicht allein. Bei ihm stand ein Bote, der einen Beutel bei sich hatte. "Hier, nimm die Schreiben. Der Legat müsste noch in Confluentes zu erreichen sein. Falls nicht, findest du ihn auf dem Weg nach Bonna." Er gab dem jungen Mann die Schreiben und schickte ihn mit einer herrischen Handbewegung hinaus.


    Dann setzte er sich auf den Platz des Magisters und wies den Neuankömmling freundlich an, ebenfalls Platz zu nehmen. "Salve. Ich bin Furnius Calvus, Scriba Provincialis und zeitweilig Stellvertreter des Magister Officiorum Duccius Marsus. Wie kann ich dir behilflich sein?"




    Hervorragend! Das Problem: Ich sehe kein Holz. Ist das etwa schon ausverkauft? 8o Oder hast du einfach noch nicht produziert? :D Wenn nicht, ist nicht schlimm, ich hab jetzt endlich wieder eine stehende Internetleitung, bin morgen also auch on. ;)