Ich melde mich für das kommende Wochenende halbwegs anwesend.
Beiträge von Numerius Duccius Marsus
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Hallo alle zusammen. In knapp drei Wochen schreibe ich meine Klausuren. Ich sehe mich angesichts der überwältigenden Menge zu lernenden Stoffes nicht in der Lage in nächster Zeit regelmäßig Beiträge zu verfassen. Selbiges gilt auch für Thimótheos Bantotakis.
Kurz: Bin außer Gefecht bis Mitte Februar.
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Bei mir (auch Ruhrgebiet) sind's geschätzte 10-15 cm Schnee. Und der ätzende Wind...
Ich darf gleich auch erstmal Schnee schippen. *narf* -
"Hm," machte Witjon nur, als er milde Schelte erhielt. Hungaricus hatte ja recht, aber das wollte er nun einmal nicht so einfach zugeben. Also beließ er es dabei und ging lieber auf die Sorgen des Magistratus ein. "Gracilis' Sorgen sind durchaus berechtigt. Erst letztes Jahr musste die Rhenusbrücke umfangreich saniert werden, weil sie von den Wassermassen stark angegriffen war. Und auch in den Ebenen in Ufernähe kommt es häufig zu Hochwasser im Frühjahr. Der Pegel des Flusses steigt dann rapide an und hat in manchen Jahren schon etliche Insulae unter Wasser gesetzt. Zumal mit dem Wasser die Fäulnis einhergeht und die Kanalisation auch nicht mehr richtig funktioniert. Klingt alles ziemlich schlimm, ist aber in den lezten...fünf(?) Jahren soweit ich weiß nicht mehr in dem Ausmaß vorgekommen. Wir sollten auf jeden Fall vorbereitet sein. Besonders was die Eindämmung von Krankheiten angeht, zum Beispiel die Cholera.*"
*Wobei im Altertum der Begriff 'Cholera' allgemeinhin für Durchfallerkrankungen verwendet wurde und nicht speziell die Krankheit bezeichnet, für die wir den Begriff heute verwenden.
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Sim-Off: Wertmarke der Regia bitte.
Ad:
Faustus Octavius Macer
Casa Octavia
Roma - Provincia ItaliaSalve Decemvir Faustus Octavius,
ich danke dir für deine Anteilnahme und möchte das Erbe meines verstorbenen Verwandten Vinicius Sabinus annehmen. Dein Brief erreichte mich allerdings nicht rechtzeitig, da wir uns auf einer längeren Reise durch die Provinz Germania befanden, weshalb uns der Postverkehr nur eingeschränkt zugänglich war. Ich bitte dich, mir mitzuteilen, ob die Annahme des Erbes dennoch möglich ist.
Winterliche Grüße aus Mogontiacum
In Erwartung deiner Antwort verbleibe ich mit bestem Dank.
M. Vinicius Hungaricus
_________________________________________________________Marcus Vinicius Hungaricus - Legatus Augusti pro Praetore - Provincia Germania
Ad:
Lucius Iunius Silanus
Administratio Imperatoris
Roma - ItaliaSalve Procurator ab epistulis Lucius Iunius Silanus,
mich haben Gerüchte über eine Versetzung des Praefectus Alae II Numidiae in spe Appius Terentius Cyprianus erreicht. Er soll angeblich nun zum Praefectus Aegypti ernannt worden sein.
Diese Gerüchte sind in der neuesten Ausgabe der Acta Diurna überdies bestätigt worden. Ist ein Ersatz für den Posten bereits gefunden und auf dem Weg nach Confluentes?
Ich bitte dringend um Klärung dieser Umstände von offizieller Seite der Kanzlei und würde mich über zeitnahe Antwort freuen, da die Ala II Numidia seit deiner Versetzung noch immer ohne ausreichend qualifizierten Kommandanten ausharren muss.
Winterliche Grüße aus Mogontiacum
In Erwartung deiner Antwort verbleibe ich mit bestem Dank.
M. Vinicius Hungaricus
_________________________________________________________Marcus Vinicius Hungaricus - Legatus Augusti pro Praetore - Provincia Germania
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Die Schreiben nahm der Magister wortlos entgegen. Offenbar schien der Statthalter heute mit dem falschen Bein aufgestanden zu sein, so miesepetrig blickte er drein. Auf die Frage reagierte er nach kurzem Nachdenken. "Nunja...ich habe dir den Tag relativ frei gehalten. In einer Stunde steht ein Anstandsbesuch der Duumviri Volusus Statorius Rullus und Kaeso Lucceius Philonicus an. Die wollen wohl auch ihre Berichte persönlich vortragen, warum auch immer - die Wichtigtuer. Bis dahin können wir noch ein wenig Briefverkehr abwickeln. Etwas später nach den Duumvirn ist ein Magistratus an der Reihe. Er heißt..." - ein Blick auf seine Tabula - "...Sisenna Caeparius Gracilis. Der Mann ist unter anderem für die Stadtplanung zuständig und ist besorgt wegen der im Frühjahr anstehenden Überschwemmungen in Rhenusufernähe. Offenbar ist bereits jetzt in den Quellgebieten des Fluss so viel Schnee gefallen, dass überdurchschnittlich viel Schmelzwasser bei uns hier unten ankommen wird."
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Nach dem wohlverdienten frühen Feierabend am Vortag war Witjon am heutigen Tag mehr oder weniger pünktlich zur Arbeit erschienen und nahm auch gleich die vorbereiteten Briefe zur Hand, mit denen er ins Officium seines Vorgesetzten marschierte. "Moin Vinicius. Hast du dich gut erholen können von den Reisestrapazen?" Gleichzeitig legte er dem Statthalter die Schreiben auf den Tisch. "Wenn's so passt, bitte unterzeichnen und siegeln. Die gehen dann noch heute nach Rom raus."
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Faustus Octavius Macer
Casa Octavia
Roma - Provincia ItaliaSalve Decemvir Faustus Octavius,
ich danke dir für deine Anteilnahme und möchte das Erbe meines verstorbenen Verwandten Vinicius Sabinus annehmen. Dein Brief erreichte mich allerdings nicht rechtzeitig, da wir uns auf einer längeren Reise durch die Provinz Germania befanden, weshalb uns der Postverkehr nur eingeschränkt zugänglich war. Ich bitte dich, mir mitzuteilen, ob die Annahme des Erbes dennoch möglich ist.
Winterliche Grüße aus Mogontiacum
In Erwartung deiner Antwort verbleibe ich mit bestem Dank.
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Marcus Vinicius Hungaricus - Legatus Augusti pro Praetore - Provincia Germania
Ad:
Lucius Iunius Silanus
Administratio Imperatoris
Roma - ItaliaSalve Procurator ab epistulis Lucius Iunius Silanus,
mich haben Gerüchte über eine Versetzung des Praefectus Alae II Numidiae in spe Appius Terentius Cyprianus erreicht. Er soll angeblich nun zum Praefectus Aegypti ernannt worden sein.
Diese Gerüchte sind in der neuesten Ausgabe der Acta Diurna überdies bestätigt worden. Ist ein Ersatz für den Posten bereits gefunden und auf dem Weg nach Confluentes?
Ich bitte dringend um Klärung dieser Umstände von offizieller Seite der Kanzlei und würde mich über zeitnahe Antwort freuen, da die Ala II Numidia seit deiner Versetzung noch immer ohne ausreichend qualifizierten Kommandanten ausharren muss.
Winterliche Grüße aus Mogontiacum
In Erwartung deiner Antwort verbleibe ich mit bestem Dank.
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Marcus Vinicius Hungaricus - Legatus Augusti pro Praetore - Provincia Germania
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"Ist in Ordnung, danke." Er unterschrieb und siegelte den ersten Brief, dann erklärte er: "Gut. Feierabend für heute. Nach der langen Reise haben wir uns jetzt endlich eine Ruhepause verdient. Der Rest wird morgen erledigt."
Ad:
Angehörige des Mamercus Tremellius Bibaculus
Casa Tremellia
Mogontiacum - Germania superiorGeehrte Angehörige des Tremellius Bibaculus,
Im Namen des Legatus Augusti Pro Praetore und der gesamten Provinzverwaltung spreche ich Euch meine Anteilnahme am Hinscheiden Eures Verwandten aus.
Mamercus Tremellius Bibaculus hat sich in den vielen Jahren seines Einsatzes in seinen politischen ebenso wie in seinen vielen anderen Betägigungsfeldern in Mogontiacum aufs höchste verdient gemacht.
Mögen die Götter ihm seinen rechtmäßigen Platz in ihren Hallen vergüten, auf dass Mamercus Tremellius den wohl verdienten Lohn für seine Taten erhalte.
In tiefstem Mitgefühl,
[Blockierte Grafik: http://redcrss.re.funpic.de/Imperium%20Romanum/Unterschrift_Marsus.png]
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Numerius Duccius Marsus - Magister Officiorum - Provincia Germania -
Das einzige was Valgiso auf seine Worte als Antwort erhielt war ein weiteres genervtes Schnaufen. Witjons Gedanken waren mittlerweile bereits wieder sonstwohin abgedriftet, während er die Schneeflocken in ihrem wilden Fallen betrachtete. Lucianus - Hungaricus - Stultus. Gut, dass Gedanken dem Gegenüber für gewöhnlich verborgen blieben. Und noch immer kicherte Loki in seinen göttlichen Hallen über den dummen Versprecher, der eigentlich gar nicht so sonderlich witzig gewesen war...
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Nachdenklich sah Witjon weiter aus dem Fenster, als sein Scriba einen Einwand vorbrachte bezüglich der Unterschriften. "Hmgut. Dann schreib die an den Procurator und den Decemvir um und leg sie dem Vinicius selbst vor, nachdem ich kurz drübergeschaut habe."
Der Spott, den Valgiso seinem Vorgesetzten dann für seinen Versprecher entgegenbrachte, entlockte diesem ein ärgerliches Schnauben. Er drehte sich vom Fenster weg und richtete seinen Blick auf den frechen Scriba. Die Arme verschränkt und mit gerunzelter Stirn entgegnete er: "Hungaricus, verflucht nochmal ja! Und für dein blödes Grinsen solltest du gleich den Vorplatz der Regia von Schnee befreien." Er musste sich sein eigenes Grinsen verkneifen, weshalb er sich wieder zum Fenster kehrte und dort weiter vor sich hin murmelte. "Ich lass' mich hier doch nicht von meinem Scriba hauslachen. Pah!" (
:P)
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"Sehr gut. Also, zuerst an die Angehörigen des verstorbenen Mamercus Tremellius Bibaculus, Casa Tremellia, Mogontiacum:
'Geehrte'...wer auch immer die Angehörigen sind. 'Im Namen des Legatus Augusti Pro Praetore und der ganzen Provinzverwaltung spreche ich dir meine Anteilnahme am Tod'...nein, 'am Hinscheiden deines Verwandten aus. Mamercus Tremellius hat sich in den vielen Jahren seiner Arbeit'...nein schreiber lieber 'seines Einsatzes in politischen sowie seiner vielen anderen Betägigungsfelder in Mogontiacum aufs höchste verdient gemacht.'" Witjon hielt inne und schaute aus dem Fenster auf das einsetzende Schneetreiben. "Ja...was noch? Einen Brief des Erbes Wegen bekommt er von einem der Magistrate aus Rom..." Vor sich hin murmelnd dachte der Magister laut nach. Ruckartig fuhr er dann herum und diktierte weiter. "Schreib weiterhin: 'Mögen die Götter ihm seinen rechtmäßigen Platz'..ähm...'in ihren Hallen vergüten, auf dass Mamercus Tremellius den wohl verdienten Lohn für seine Taten erhalte. In tiefstem Mitgefühl...'
Ja das klingt gut, meinst du nicht? Und dann mach 'nen Strich für meine Unterschrift und bereite den Siegelwachs vor."Der Duccius beobachtete wie sein Schreiber auf der Wachstafel herumkritzelte, bis ihm der zweite Brief einfiel. "Ach warte mit dem Siegelwachs. Erst will ich dir noch das zweite Schreiben diktieren. Der geht an die kaiserliche Kanzlei in Rom. Zuständig ist...äh...der Procurator ab epistulis. Schreib ihm folgendes:
'Salve'...öhm...moment...das war doch dieser Iunius. Also: 'Salve Procurator ab epistulis Lucius Iunius Silanus. Den Legatus Augusti Pro Praetore Marcus Vinicius Lucianus haben Gerüchte über eine Versetzung des Praefectus Alae II Numidiae in spe Appius Terentius Cyprianus erreicht. Er soll angeblich nun zum Praefectus Aegypti ernannt worden sein. Diese Gerüchte sind in der neuesten Ausgabe der Acta Diurna überdies bestätigt worden. Ist ein Ersatz für den Posten bereits gefunden und auf dem Weg nach Confluentes?
Ich bitte um Klärung dieser Umstände von offizieller Seite der Kanzlei und würde mich über zeitnahe Antwort freuen, da die Ala II Numidia seit deiner Versetzung noch immer ohne ausreichend qualifizierten Kommandanten ausharrt.' Und drunter kommt noch: 'Winterliche Grüße aus Mogontiacum' und dann auch wieder Name und Siegel. Klar soweit?"
Witjon lächelte in der Hoffnung seinen Scriba nicht zu sehr in Stress zu versetzen, denn er hatte nicht gerade langsam diktiert und war unbeabsichtigt dabei ins Plappern verfallen. Jetzt wartete er einen Moment geduldig, um eventuelle Fragen zu beantworten und Valgiso eine kleine Verschnaufpause zu gönnen.Einige Augenblicke später ging es dann weiter. "Schlussendlich noch ein Brief an den Decemvir litibus iudicandis Faustus Octavius Macer, wohnhaft in der Casa Octavia in Rom:
'Salve Decemvir Faustus Octavius. Der Legatus Augusti Pro Praetore dankt dir für deine Anteilnahme und möchte das Erbe seines verstorbenen Verwandten Vinicius Sabinus annehmen. Dein Brief erreichte ihn allerdings nicht rechtzeitig, da wir uns auf einer längeren Reise durch die Provinz Germania befanden, weshalb uns der Postverkehr nur eingeschränkt zugänglich war. Er lässt fragen, ob seine Annahme dennoch möglich ist. Winterliche Grüße aus Mogontiacum' Name, Siegel. Wie bekannt. Gut, soweit wäre es das glaube ich. Auf Papyrus und dann zeig mal her." Erwartungsvoll haftete Witjons Blick auf seinem Schreiber, der pflichtbewusst seine Arbeit verrichtete.Sim-Off: Hast 'ne PN
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Ich wünsche ebenfalls euch allen ein frohes neues Jahr! *jetzt mal mit großer Vorfreude in die neue Acta schaut*
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Nach der Besprechung mit dem LAPP kam Witjon in sein eigenes Officium hereingelatscht und ließ sich auf seinen Stuhl plumpsen. Er seufzte leicht, besah sich noch einmal seine Notizen und rief dann mit donnernder Stimme nach "VALGISO!"
Mit erneut gerunzelter Stirn wartete er auf den Mann, erhob sich unterdessen jedoch von seinem Platz und schritt zum Fenster, von dem aus der auf die Straße blicken konnte.Als sein Scriba eingetreten war, gab er sofort die Anweisungen weiter. "Valgiso, es gibt Schreibarbeit für dich. Nimm Tabula und Griffel zur Hand, ich werde dir einige Briefe diktieren."
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Auf einer Tabula notierte Witjon sich stichwortartig die Anweisungen seines Vorgesetzten.
- Ep - Angehörige Tremellius B, Anteiln.
- Ep - Kanzlei Rom, PA?
Auf die Frage des Statthalters hin ließ er die Wachstafel sinken und versuchte sich an die Worte seines Scribas zu erinnern. "Der Fabius ist ehemaliger Centurio...nein, Praefectus Castrorum der XXII. aus Aegyptus. Er will..." Jetzt musste Witjon auf einer anderen Wachstafel nachlesen - "...hm. Das hat der Scriba nicht notiert. Die Pfeife." Ärgerlich runzelte der Magister die Stirn und machte sich eine gedankliche Notiz, den Verantwortlichen zurechtzustutzen.Die meisten der angekommenen Briefe tangierten den Vinicius derweil eher peripher. Aber wie erwartet traf einer von ihnen den sonst so souveränen Statthalter unerwartet und forderte ihm offenbar einiges an Selbstbeherrschung ab. Verständnisvoll nickte Witjon und nahm die Anweisungen auch diesbezüglich entgegen. "Sehr wohl." Mehr zu sagen hielt er nicht für nötig. Statt dessen hielt er noch einen Moment inne, um etwaige weitergehende Anweisungen abzuwarten. Sollte dergleichen nicht folgen, würde er die Aufgaben sofortigst umsetzen.
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Wie von einer Wespe gestochen schrak der Träumer aus seinem Schlaf hoch. Ein entsetztes Keuchen entrang sich seiner Kehle, während er wild mit den Armen fuchtelte und sich panisch umschaute. Im nächsten Moment schmierte kalter Sabber über Witjons Gesicht, als Skaga ihre schlabberige Zunge benutzte. Der junge Duccius wich verwirrt zurück, als die Erinnerung zurück kam. Er war zum Beten und Opfern hierhergekommen und hatte nur eine kurze Pause einlegen wollen, bevor er nach Hause zurückkehrte. Pustekuchen! Während er geschlafen hatte, war es bitter kalt geworden. Der Nebel war klarer Luft gewichen, doch der Himmel war bis zum Horizont Wolkenverhangen und wirkte düster. Witjons Glieder waren klamm und wollten ihm nicht recht gehorchen, nachdem er für unbestimmbare Zeit im kalten Gras gelegen hatte. Wackelig richtete er sich neben seiner Stute auf und verstaute hastig mit gefühllosen Fingern die Decke. Erst jetzt schoben sich die Szenen aus seinem Traum wieder vor sein inneres Auge. Eine plötzliche Rastlosigkeit ergriff Besitz von ihm, als er sich im Kreis drehte und den Traum überdachte. Hastig langte er nach Skagas Sattel, schwang sich auf ihren Rücken und trieb sie unverzüglich zur Eile an. Er wollte von diesem Ort weg, so schnell wie möglich.
Der Pfad über den Stute und Duccier stoben war von Reif überzogen. Dreck spritzte in gefrorenen Klumpen auf und Witjon hetzte sein Pferd, dass sie schnell fort kamen. Chaotische Bilder und Gedanken schwirrten ihm durch den Kopf, verworren seine Wahrnehmung und seine Konzentration. Er sah den Gebetsfelsen vor sich. War die Opferschale leer gewesen? Er meinte, keinerlei Überreste seiner Gaben erkannt zu haben. Weitere Bilder schossen ihm durch den Kopf. Der neblige Sumpf. Callista, die in den Untiefen unwiederbringlich versinkt. Und dann noch diese überirdische Reiterin mit dem Kind. Sie war auf dem Wasser geritten, was nur eines bedeuten konnte. Mochte das etwa die Botschafterin der Frigg, ihre Dienerin Gna, gewesen sein, auf ihrem Reittier Hófvarpnir ("Hufwerfer")? War sein Opfer angenommen worden? Oder wollte die Göttin ihm etwas anderes mitteilen? Musste er etwa ein noch ungeborenes Kind hergeben? Oder schenkte sie ihm das Leben des Kindes - bei Wodans Bart! - im Austausch für Callistas Leben? Witjon schluckte, doch sein Hals war zu trocken. Der eiskalte Wind schnitt unerträglich im Gesicht, während er auf Skaga dahinschoss. Sie hatten den Hain mittlerweile längst hinter sich gelassen und erreichten die Römerstraße, als es zu schneien begann. Den Mantel enger ziehend lenkten Pferd und Reiter auf die gepflasterte Militärstraße, die nach Mogontiacum führte.
Der junge Ubier war verstört. Erschöpft ließ er die Zügel fahren, woraufhin Skaga wie von selbst das Tempo verlangsamte und in gemütlichen Trab verfiel. Noch immer fielen Schneeflocken auf sie herab. Witjon vergrub seine Hände in Skagas Mähne und schloss die Augen. Er ertrug den Gedanken an Callistas Tod nicht. Seit ihrer Hochzeit hatte er gelernt die rothaarige Römerin zu lieben. Sie teilten ein eigenes Zimmer, das Bett, jede freie Stunde. Jedes Ärgernis, jeder Streit, jede noch so kleine Auseinandersetzung war völlig bedeutungslos, solange Witjon wusste, dass es eine Chance zur Versöhnung gab, solange er wusste, dass seine Frau am Leben war. Doch was, wenn dieser Traum ein Omen war? Wenn er Realität würde? Seine Augen öffneten sich erneut, blieben jedoch zu Schlitzen verengt aufgrund der schneidenden Kälte und der Schneeflocken, die immer dichter wurden. Zudem wurde es langsam düster. Trotz fellgefütterter Winterstiefel, dicken Mantels und tief ins Gesicht gezogener Kapuze zitterte Witjon fürchterlich. Seine Gedanken überschlugen sich, der rote Faden war binnen Augenblicken verloren. Traumbilder spukten in Witjons Kopf herum, während die Straße und Umgebung an ihm vorüberzogen.
Endlich kam die Stadt in Sicht. Erleichtert trieb der Duccius sein Pferd etwas an, welches jedoch ebenfalls erschöpft war. Ein Glück, am Tor standen Männer, die Witjon schnell als Mitglied des Stadtrates erkannten und ihn einfach durchreiten ließen. Er grüßte sie müde im Vorbeireiten. Bei dem Wetter Schneegestöber, das sich mittlerweile entwickelte, waren sie wohl froh schnell wieder in die Wachstube zurückkehren zu können. Völlig durchgefroren und am ganzen Leib zitternd erreichte er schließlich die Hros, wo er Leif seine gute Stute anvertraute. Dessen irritierten Blick ignorierte er wortlos und stapfte schwerfällig durch den Schnee auf die Casa Duccia zu... -
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Der Wellengang war sehr ruhig. Ermüdend langsam dümpelte das Holzboot dahin. Darin lag ein Deckenknäuel, das genüsslich vor sich hin schnarchte. Schnarchte? Mit einem Ruck saß Witjon aufrecht. Er holte tief Luft und versuchte die Orientierung wiederzuerlangen, während das Boot von der Bewegung leicht schaukelte. Wo war er hier nun wieder gelandet? Und wie war er hier hergekommen? Und bitter kalt war es auch noch. Zunächst einmal beruhigte er das Boot, sodass es wieder ruhig dümpelte. Dann sah er sich um. Überall war nur Wasser zu sehen. Dunkles, undurchschaubares Wasser. Und zusätzlich zur Kälte stieg dem jungen Ubier auch noch ein muffiger Gestank in die Nase. Verwirrt sah er an sich hinunter. Unter der Decke war er splitternackt! Was war das für ein Zauber, wie war er hierhergelangt? Erleichtert entdeckte er seine Kleidung - sauber und ordentlich gefaltet - hinter sich liegend. Ah, das war also sein Kopfkissen gewesen. Unbeholfen und darauf bedacht, das Boot nicht erneut zum Wackeln zu bringen, zog er sich an. Vor lauter Kälte begann er schon zu bibbern. Gut, dass sein dicker Wintermantel und seine Stiefel ebenfalls hier waren. Und dann fand er noch etwas in dem Boot. Eine Stange. Die wusste er halbwegs zu benutzen. So testete er die Wassertiefe und traf bald auf Grund. So konnte er sich also vorwärts schieben. Doch wohin? In alle Richtungen war nur Wasser zu sehen. Kaltes, dunkles, muffiges Wasser. Eine dichte Nebelschicht versperrte außerdem die Sicht auf alles, was weiter weg lag als einen Steinwurf.
Stirnrunzelnd entschied sich Witjon, einfach stumpf geradeaus zu fahren. 'Immer der Nase nach' war die Devise. So trieb er langsam vorwärts, mit dem Stab als Antrieb. Zeit verging, ohne jegliche Vorkommnisse. Dann plötzlich meinte er etwas zu hören. Dort vor ihm im Nebel, da schien jemand zu singen. Ganz leise trug der Dunst ihm die Klänge zu, die ihm seltsam bekannt vorkamen. Und dann tauchte ohne Vorwarnung Schilf vor ihm auf. Er dümpelte geradewegs in einen Sumpf hinein, was die Erklärung für den muffigen Gestank war, der vom Wasser herrührte. Er hatte nicht die geringste Lust, in dieses stinkende Wirrwarr aus Wasserwegen und Inselchen hineinzugeraten, doch diese entfernte Stimme lockte ihn auf ganz eigentümliche Weise. Seine Glieder bewegten sich wie von selbst, als eine Art Trance ihn umschlang. Der Nebel wurde noch ein wenig dichter, als er auf einen größeren Wasserlauf inmitten des Sumpfrohrs einlenkte. Argwöhnisch stellte er fest, dass die Ufer beidseitig von Fackeln gesäumt waren. Seine Arme bewegten den Stab noch immer wie von Geisterhand gelenkt und ein mulmiges Gefühl machte sich in Witjons Magen breit. Das Boot trieb nun langsam auf die Quelle des Gesangs zu, der dem Germanen immer bekannter vorkommen wollte. Woher kannte er diese Stimme? Der Wasserlauf beschrieb nun eine Kurve, weshalb seine Sicht durch hohes Schilf verdeckt wurde. Mit wachsender Spannung lauschte Witjon dem immer lauter werdenden Singsang, bis er die Kurve passiert hatte. Vor ihm schälte sich eine weitere Insel aus dem Nebel, auf die das Boot langsam zusteuerte. Witjon konnte nicht es nicht verhindern, konnte nicht anhalten. Mit wachsendem Unbehagen erkannte er, dass seine Arme genau auf das Ufer zu lenkten. Er würde nicht stoppen können. Offensichtlich sollte er diese Insel betreten, dem Gesang folgen. Da! Der Nebel gab eine kleine Kate frei. Mit einem schlürfenden Geräusch schob sich das Boot wenige Fuß auf das schlammige Ufer hinauf. Einen Augenblick saß Witjon nur da und lauschte den Klängen. Er erkannte die Stimme jetzt. Es war seine Gattin, die dort sang. Und die Melodie kam aus dieser Kate! Mit einem Satz verließ Witjon das Boot und eilte mehr rutschend als laufend das Ufer hinauf. Vor der Tür der klapprigen Kate hielt er kurz inne, atmete tief ein und aus. Dann öffnete er die Tür und trat entschlossen ein.
Und war völlig überrumpelt. Er fand sich in seinem eigenen Schlafzimmer im Wohnturm der Casa Duccia wieder! Ungläubig schüttelte der Duccius den Kopf und rieb sich die Augen. "Was bei Wodan..." Seine Stimme klang seltsam entrückt. Der Gesang war außerdem verstummt; statt dessen war völlige Stille eingekehrt. Vor dem Fenster war der Himmel mit Regenwolken verhangen, die Stadt in Düsternis getaucht. Kopfschüttelnd sah er sich nach der Tür um, die er angelehnt vorfand. Ein Murmeln aus der Ferne wollte ihn wieder wecken, doch diesmal wehrte er sich entschlossen dagegen. Oder doch nicht? Verflucht, seine Füße wollten ihm wiederum nicht gehorchen. So ging er zur Türe, öffnete sie und trat auf den Flur hinaus. Doch da war kein Flur. Wieder stand er auf der Insel im Sumpf, fror abrupt und zog seinen Mantel enger. In seinem Rücken stand die jämmerliche Kate. Er war auf der Rückseite der bäuerlichen behausung angelangt. Vorsichtig schritt er vorwärts, wollte erkunden was diese Insel noch zu bieten hatte. Und da war wieder diese Stimme. "Witjon!" rief sie. "Callista! Wo bist du? Ich bin hier, hörst du mich?" Panik erfasste den Ubier und beschleunigte seine Schritte.
Und dann sah er sie. Callista stand auf den Planken eines Stegs, ihm den Rücken zugewandt. "Callista, was tust du hier?" In panischer Hektik stürzte er den kleinen Hang hinunter zum Steg, wollte seine Frau in die Arme schließen. Doch dazu sollte es nicht kommen. Die junge Prudentia drehte sich um und Witjon erschrak bei ihrem Anblick. Die Augen tränten, tiefe Trauer lag in ihrem Blick. Und das Kleid! Blutgetränkt war die Tunika, die Callistas Körper bedeckte. "Ihr Götter..." keuchte der junge Duccius, der nicht wusste ob er entsetzt zurückweichen sollte oder die Nähe seiner Frau suchen musste. Doch noch bevor er eine Entscheidung treffen konnte, sah er das Unglück kommen. Unendlich langsam ließ die junge Frau sich rückwärts fallen, der dunklen Brühe entgegen. Und unendlich langsam waren Witjons Bewegungen in dem Bestreben sie zurückzuhalten. Doch der Abstand war zu groß, die Zeit zu kurz; es gab keine Chance zur Rettung. Mit einem tumben Platschen versank die rothaarige Schönheit im Brackwasser, auf immer verschluckt. Witjon stolperte, fiel hin, riss sich auf den Planken die Hände und Knie auf, während er auf das Ende des Steges zuschlitterte. Ein verzweifelter Schrei entwich seiner Kehle, doch das konnte nichts mehr ändern. "Callista..." Er konnte es nicht fassen. Tränen verschleierten seine Sicht, als er gen Himmel blickte und die Götter verfluchen wollte. Doch da war etwas, das seine Aufmerksamkeit erregte. Ein Reiter stand nicht weit vor ihm...auf dem Wasser! Mit dem Handrücken wischte er die Tränen fort und traute seinen Augen kaum. Ein Pferd stand dort auf der Wasseroberfläche, auf ihm sitzend eine bezaubernde Frau. Ein seltsam beruhigendes Strahlen ging von ihr aus, als ihre großen, Blauen Augen Witjon ihr Mitleid ausdrückten. Blondes Haar fiel in Zöpfen über ihren Rücken und die Schultern. Noch etwas fiel Witjon auf. Die Reiterin trug ein Bündel in ihren Armen. Ganz vorsichtig hob sie ihre Arme und hielt es ihm hin. Die Erkenntnis traf den jungen Mann wie ein Schlag ins Gesicht. Das Bündel war ein Kind, das nun zu plärren anfing. Bedeutete das etwa...nein, das wollte Witjon nicht glauben! Erneut verschleierten Tränen seine Sicht, dann wurde ihm Schwarz vor Augen, als er auf die Planken zurücksank...
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Trotz der Erschöpfung, die eine solch langwierige Reise mit sich brachte, folgte Witjon dem Statthalter bereitwillig in dessen Officium. Er hatte von Furnius Calvus einen groben Überblick über die Ereignisse erhalten. "Während unserer Abwesenheit ist nicht sonderlich viel vorgefallen. Ein Mitglied des Ordo Decurionum ist verstorben, Mamercus Tremellius Bibaculus. Altgedienter Beamter der Civitas, seit einigen Jahren im Ruhestand. Er wurde vor zwei Tagen westlich von hier neben den Gräbern seiner Ahnen beigesetzt. In CCAA gab es einen Unfall auf dem Rhenus, bei dem ein Schiff der Classis und zwei Kaufmannsschiffe und ein Fischerboot in Mitleidenschaft gezogen wurden. Joa. Ach und ein Gerücht erreichte uns, dass Terentius Cyprianus angeblich doch nicht Praefectus Alae werden soll. Weshalb konnte mir bisher niemand sagen. Und welchen Posten er statt dessen bekommen soll konnte auch keiner in Erfahrung bringen. Wir warten also noch auf ein offizielles Schreiben von der Kanzlei aus Rom." Ein kurzer Blick auf eine Tabula half ihm, den Überblick zu behalten. "Wir haben außerdem Bericht erhalten über Auseinandersetzungen zwischen Chatten und Hermunduren. Aber das ist nichts sonderlich beunruhigendes, diese beiden Stämme liegen seit Dekaden miteinander im Zwist. Die Wahnsinnigen, sich bei Wintereinbruch noch die Köpfe einzuschlagen....also, wo waren wir? Achja, uns erreichte außerdem noch Post, die es offenbar nicht mehr vor unserer Rückkehr von hier weg geschafft hatte." Während er die Schriftrollen vorlegte, erwähnte er noch nebenbei: "Und du hast übrigens einen Termin mit einem gewissen Quintus Fabius Vibulanus am...äh übermorgen. Ja."
Ad
Legatus Augusti Pro Praetore
Marcus Vinicius Hungaricus
Regia Legati, Mogontiacum
Germania SuperiorSalve Marcus Vinicius Hungaricus,
zunächst möchte ich dir mein tiefstes Mitgefühl und herzlichstes Beileid für den Tod deines Neffen Galeo Vinicius Sabinus aussprechen. Es ist sicherlich nicht leicht über einen Verstorbene zu sprechen und doch ist es meine Pflicht.
Als Decemvir litibus iudicandis kümmere ich mich um das Erbe des Verstorbenen. Da Vinicius Sabinus kein Testament hinterlassen hat, wir das Erbe nun auf seine gradnächsten Agnaten verteilt.
Wenn du dich in der Lage und Verantwortung fühlst, dieses Erbe zu übernehmen, bitte ich dich um eine Rückmeldung bis ANTE DIEM VIII ID DEC DCCCLIX A.U.C. (6.12.2009/106 n.Chr.) an die Casa Octavia.Nachdem alle Erben geprüft wurden, wird das Erbe gerecht verteilt.
Vale,
Faustus Octavius Macer, Decemvir litibus iudicandis
"Der hier ist eine Einladung des hiesigen Pontifex zur Cena, dann wäre da noch eine Klage des Stadtrates von Vesontio über das Viehsterben in der Region und die Bitte um finanzielle Unterstützung...ach und das hier ist ein Brief vom Vigintivir Octavius...äh...Macer. Oh, das ist der Decemvir litibus iuciandis..."
Witjon wusste was das hieß. Ein Verwandter des Statthalters musste verstorben sein und nun musste die Frage nach dem Erbe desjenigen geklärt werden. Wieso sonst sollte sich dieser Octavius bei Hungaricus melden? -
Anders als Elfleda und Lando war Witjon nicht gar so sehr vom Schlafmangel gezeichnet. In den ersten zwei, drei Wochen hatte ihn zwar noch das knarzende Holz über seinem Kopf gestört und das gelegentliche Heulen, das ihn über sein Schnarchen hinweg aufgeweckt hatte. Doch letztendlich obsiegte einmal mehr sein äußerst tiefer schlaf, über den sich Callista gerne beschwerte. Konnte er denn etwas dafür, wenn er nachts die Bettdecke an sich riss, ohne etwas davon zu merken? Na, da siehst du's. Trotz allem hatte er seine derzeit sehr nervenaufreibende Braut zu dieser frühen Morgenstunde in den Garten hinuntergezwungen, um den Segensritualen für das Neugeborene beizuwohnen. Callista wollte erst nicht, doch Witjon konnte ihr erfolgreich erklären wie wichtig dieser Vorgang war, und dass selbiges natürlich auch für ihr hoffentlich bald kommendes Kind getan werden würde.
Wie dem auch war, jetzt standen sie im Kreis der Familie...und gähnten herzhaft. Witjon konnte nur schwerlich sein Riesenmaul wieder zuklappen, bevor er ein müdes "Moin auch" hervorbrachte. Und mit einer gewissen Zufriedenheit beobachtete er, dass sowohl Lando, als auch dessen Frau wesentlich drastischer unter dem Blag zu leiden hatten als er. Eigentlich ein verwerflicher Gedanke, der jedoch verständlich anmutete, betrachtete man die Situation, dass Witjon und Callista noch immer ohne jegliche Anzeichen von Nachwuchs waren. Hier sprach einzig und allein der Neid und eine tiefe Unzufriedenheit aus dem jungen Duccius... -
Melde mich zurück aus Freiburg. Schlafmangel und völlige Erschöpfung aufgrund übermäßiger Feierei zwingen mich jedoch dazu, meine IR-Aktivitäten zunächst auf ein Minimum zu reduzieren, sofern ich nicht an Übernächtigung krepieren will.
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So Jungs und Mädels, ich bin über's Wochenende in Freiburg und werde da großartig feiern. Gut, dass ich gerade noch gemerkt hab, dass ich mich vielleicht abmelden sollte.
Schüss unso, bin bis schätzungsweise Montag weg.