Beiträge von Numerius Duccius Marsus

    Ein Sklave nur um die Herren zu wecken? Witjon zog die Augenbrauen hoch und kommentierte diese Eigenheit mit Schalk in der Stimme. "Hört sich ziemlich dekadent an. Ich hoffe so etwas erwartest du später nicht auch. Sklaven gibt's bei uns nämlich nicht." Er grinste leicht und hörte dann weiter zu was seine Frau zum besten gab. Zum Thema Thermen ließ Callista ihn erst gar nicht antworten, daher beschloss er erst auf ihre Worte einzugehen, wenn sie komplett geeendet hatte. Nachdenklich rieb er sich die Nase, denn es schien wirklich ein Problem für Callista zu sein ohne Sklaven leben zu müssen. "Also ich denke, dass Sveija auch einen Teil des Frisierens und der Körperpflege übernehmen könnte. Das sollte kein Problem sein, immerhin muss Elfleda gelegentlich auch schick hergemacht werden, was sie bestimmt auch nicht immer ohne Hilfe hinbekommt." Wenn Witjon an mancherlei ausgefallene Haarpracht dachte, die er schon gesehen hatte, war er um ein weiteres froh als Mann einen schlichten - in seinem Falle mittelkurzen - Haarschnitt zur Schau tragen zu können. "Aber wenn du eine Freundin unter der römischen Oberschicht der Stadt findest, werde ich auch nichts auszusetzen haben. Ich kann es nur befürworten, dass du nicht nur in der Casa dein Leben verbringst, sondern auch Kontakte zu anderen Familien knüpfst." Diesmal drehte er seinen Kopf, so dass Callista sein aufmunterndes Lächeln sehen konnte. Er wusste, dass es ihr viel bedeuten würde auch mit Römern verkehren zu können und mit ihnen zusammen womöglich auch römische Traditionen und Sitten zu pflegen. Denn das kam in der Casa Duccia eindeutig zu kurz - was nicht anders zu erwarten war.

    "Mögen die Götter deiner Frau einen Platz in ihrem Reich gewähren," sprach Witjon mit Anteilnahme in der Stimme, als er von ihrem Tod erfuhr. Das Verhalten der Söhne kommentierte er nicht weiter, denn er wollte seine Meinung zu dieser Sache nicht so schnell offenbaren. "Deine Söhne leben nicht bei dir? Willst du sie nicht mit dir hierhin nehmen? Eine eigene Wohnung beziehen?" Er rieb sich nachdenklich die Nase. "Also gut, es gibt zwei Möglichkeiten, wie ich dir Arbeit beschaffen kann." Er hielt den rechten Daumen hoch und fuhr fort. "Entweder du bewirbst dich auf eine Stelle als Scriba Provincialis. Da du lesen und schreiben kannst, wirst du dort Dokumente kopieren, Schriftstücke für mich verfassen, archivieren, die Post sortieren, Botengänge erledigen, etc. Denn ich bin der Magister Officiorum und wäre somit dein direkter Vorgesetzter." Daraufhin hielt Witjon den anderen Daumen hoch. Möglichkeit Nummer zwei war nämlich: "Du arbeitest in den Betrieben meiner Sippe. Du bist handwerklich fähig und könntest entweder auf unserem Hof außerhalb der Stadt helfen, bei der Ernte oder bei Reparaturen. Oder du hilfst bei Warenlieferungen in den Lagerhäusern. Oder aber du hilfst im Stein- oder Marmorbruch beim Gerüstbau. Oder auch als Scriba Consortii. Dann wärst du ebenfalls mit Schreiberlingsarbeiten beschäftigt, nur nicht für die Verwaltung, sondern für unser Handelskonsortium Freya Mercurioque." Insgeheim hoffte Witjon, dass Valgiso sich für die Arbeit in der Provincialverwaltung entscheiden würde. Denn dort könnte er der momentan etwas unterbesetzten Schreiberabteilung Arbeit abnehmen und so den Post- und Auftragsfluss beschleunigen, der täglich ein- und ausging. Erwartungsvoll schaute er den Arbeitssuchenden nun an. "Und? Was meinst du?"

    Verdammte Hacke! Witjon war heute wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden. "Ahja, ist mir bewusst. Ich dachte nur...wegen der vielen Leute...Überblick behalten...deine Frau besonders...und so..." versuchte er sich zu retten. Das gelang zwar nicht sonderlich gut und die Peinlichkeit war ohnehin nicht mehr zu mindern, also verstummte er lieber und beobachtete wie Callista sich im Gespräch mit dem Vinicius machte.
    Währenddessen machte er sich so seine Gedanken. Sein Start mit Hungaricus war bisher nicht sonderlich glimpflich verlaufen. Der Streit mit Crispus, die Querelen um dem Duumviratsposten und jetzt seine Verplantheit. Wurde er in der Öffentlichkeit etwa so nervös, oder woran mochte das liegen? Womöglich wurde er mit seinen jungen Jahren ja schon vergesslich. Welch ein Graus!

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    Original von Iunia Axilla
    Na, als Rohstoffproduzent kommt bei dir auch der Geldsegen noch an. Wenn alle Waren weg sind, können alle nachproduzieren, und dafür brauchen sie dann jede Menge Rohstoffe :D
    Kommt also in zweiter Instanz dann auch noch bei uns an, daher danke ich mal artig für das Ankurbeln der WiSim :D


    Du hast ja sowas von recht. Ich hab schon überall Rohstoffe nachgekauft. *g*

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    Original von Publius Iunius Brutus
    Wär ich sofort dabei, jetzt da ich wieder ein wenig Inspiration mitgenommen habe wäre ein guter Kampf was feines. Bin für Spiele in Mogontiacum!!


    Das ließe sich womöglich arrangieren. ;)

    Leute! Ich brauche Eisen! DRINGEND!!! Kriegt jemand diese Woche mindestens 450 Einheiten produziert!? :D
    Ich bin jedem überaus dankbar, der mir Eisen liefern kann, also immer her damit! :]


    Und wehe nächste Woche ist ebenso wenig Eisen im Angebotskatalog! :P

    Nachdem die Leute einige Zeit mit Begrüßungen und Plaudern verbracht hatten, wollte Witjon nun endlich das Prozedere beginnen. Er hatte neben der Statue ein kleines Podest aufstellen lassen, von dem aus er nun eine kleine Ansprache halten wollte. Er stieg hinauf und ließ für Ruhe sorgen. Dann sprach er laut und deutlich, für alle Umstehenden verständlich.


    "Bürger Mogontiacums! Ich darf euch alle herzlich an diesem Tag begrüßen, der dem verstorbenen Imperator Caesar Augustus Divius Iulianus gewidmet sein soll. Wir wollen ihn ehren und unseren Dank ausdrücken für seinen Einsatz, für seine gütige und weise Regentschaft und für sein Wirken in unserer Provinz! Die Decuriones Mogontiaci haben beschlossen, dem vergöttlichten Iulianus eine Statue zu widmen, die wir heute hier enthüllen wollen. Sein Antlitz, aus Stein gehauen, von den Besten der Besten aus rohem Fels geschlagen und zur Perfektion geformt, soll diesen Platz auf dem wir hier heute stehen, mit seiner Glorie und seiner Göttlichkeit erhellen, auf dass Mogontiacum auf immer unter seinem wachsamen Auge stehen möge!"


    Er holte Luft und ließ die Worte auf die Menge wirken. Es waren viele Leute anwesend, vermutlich hauptsächlich weil sie eine Brotspende an die Bevölkerung im Anschluss an die Enthüllung erwarteten. Womit sie gar nicht so unrecht hatten. Witjon fuhr fort:


    "Ich selbst hatte nie die Ehre den Divius Iulianus persönlich zu treffen. So kann ich auch nicht viel über ihn berichten, kann euch ihn nicht näherbringen. Doch unter uns ist einer, der das kann. Einer, der zu den Mächtigsten unter den Mächtigen zählt, einer der schon vor vielen Jahren den Kontakt mit dem Princeps Rei Publicae gepflegt hat und sein Wesen kennen lernen durfte. Ich möchte heute mit euch begrüßen den kürzlich ins Amt getretenen Legatus Augusti Pro Praetore Marcus Vinicius Lucianus! Vinicius, wenn du so freundlich wärst?"


    Applaus brandete auf, nicht zuletzt weil Witjon dafür gesorgt hatte, dass Männer in der Menge laut Beifall spendeten. Er bedeutete dem Statthalter, sich zu ihm auf das Podest zu gesellen und bot dem Vinicier zur offiziellen Begrüßung die Hand. Der Beifall verebbte und Witjon ergriff erneut das Wort.


    "Legatus Vinicius, es ist mir eine große Freude dich im Namen der Stadt und im Namen ihrer Vertreter, nämlich der Honoratioren, in Mogontiacum und im Allgemeinen in der Provinz Germania begrüßen zu dürfen! Ich möchte dich bitten nun einige Worte an die Bevölkerung zu richten. Im Anschluss soll dir außerdem die Ehre gebühren, das Bildnis des Divius Iulianus zu enthüllen. Vinicus, das Wort steht bei dir!"


    Wie abgesprochen trat Witjon nun vom Podest herunter und überließ dem Statthalter die Bühne für seinen Auftritt. Mit sich zufrieden gesellte er sich zu der Oberschicht der Stadt, die ihre Plätze in der nähe der Statue und des Podestes eingenommen hatte. Erwartungsvoll richtete er seinen Blick auf den Mann, den er schon im Arbeitszimmer kennen gelernt hatte, doch den er auch in der Öffentlichkeit sich präsentieren sehen wollte. Mal sehen wie er sich gab.

    Sim-Off:

    Entschuldige das Warten, habe das hier ganz aus den Augen verloren.


    Witjon musste über Valgisos Worte schmunzeln. Humor schien der Mann zumindest zu haben. Als der geendet hatte, kratzte der Duccier sich nachdenklich am Kinn. "Ich fasse zusammen: Du bist des Lateinischen in Wort und Schrift mächtig, hast etwas Erfahrung im Kaufmannsgeschäft und warst als Zimmermann tätig." Die Worte über den Bataveraufstand, der mittlerweile ja schon über vierzig Jahre zurücklag, ließ Witjon lieber unkommentiert. Er hatte keine Ahnung wie die Stimmung in Germania Inferior war, fand aber interessant solche Informationen von Valgiso zu hören. "Erzähl mir doch noch ein bisschen mehr von dir. Wie alt bist du? Hast du Weib und Kinder? Und wie denkst du könntest du im Dienste meiner Sippe am nützlichsten sein? Überhaupt, wie bist du auf den Gedanken gekommen, ausgerechnet hier nach Arbeit zu fragen?" Witjon war zwar kein maßlos misstrauischer Mensch, doch er wollte lieber noch mehr über diesen Fremden in Erfahrung bringen, bevor er eine feste Aussage traf.

    Auch von der (simon-) Verwandtschaft gibt's natürlich ganz herzliche Glückwünsche!
    Funky Town rockt übrigens. :D Wenn du dazu gezeugt wurdest... hui. ^^ *duck und weg*
    Tja, dann rock du mal dein Haus und krall dir die Geschenke, die du so einsacken kannst. Also los hurtig feiern gehn! :D

    Als der Statthalter auf dem Platz erschien - mitsamt Gattin und Tochter - ließ Witjon es sich natürlich auch nicht nehmen, diesen zu begrüßen. Seine Sippe hatte er bereits tagsüber gesehen, sie grüßte er alle höchstens mit einem Nicken, während er seine eigene Frau zum Vinicius hinführte. Ein Glück, dass Callista ohne Probleme in der Lage war, zu gewissen Anlässen auch die passende Kleidung zu wählen. Sie sah bezaubernd aus und Witjon war stolz, Callista in dieser Erscheinung bei sich zu haben. Er hatte sich heute auch eher römisch gewandet, nicht etwa um dem Legaten zu gefallen - zumindest nicht ausschließlich - sondern auch weil sein Amt es so vorschrieb und die Toga in der römischen Gesellschaft einfach zum guten Stil gehörte.
    "Mein Legat Vinicius, es ist mir eine Freude dich heute zu diesem hochwürdigen Anlass begrüßen zu dürfen."


    Und nachdem der Vinicier seine Begrüßung erwidert hatte, wandte Witjon sich auch an die weibliche Begleitung des Legaten.
    "Und diese beiden bezaubernden Damen müssen deine Ehegattin und deine liebreizende Tochter sein. Es ist mir eine Freude euch kennen zu lernen." Er deutete auf sich und Callista. "Wenn ich mich vorstellen darf: Mein Name ist Duccius Marsus, ich bin der Magister Officiorum. Und dies ist meine Gattin Prudentia Callista." Witjon wollte dieses Pläuschchen nicht allzu sehr dehnen, denn sicherlich würde der Vinicier bald gelangweilt sein. Doch etwas Kleinsprech zu beginn konnte nie schaden.

    Nachdem Witjon die Angelegenheit an der Porta geklärt hatte, saß er nun also mit Valgiso im Arbeitszimmer der Casa. Er hatte dem Mann einen Stuhl und etwas zu trinken angeboten und sah diesen nun erwartungsvoll an.
    "Also, Valgiso. Du bist auf Arbeitssuche. Was hast du dir denn vorgestellt? Was für Qualifikationen bringst du mit dir?"