Es war ein warmer Frühlingstag, ich lag im Triclinium und war guter Laune. Auch mein Magen erfreute sich am Wohlgeruch, der aus der der Küche in den Essraum strömte. Just in dem Augenblick, als ich mir das Erscheinen eines kleinen appetitanregenden Happens wünschte, wurde die Tür aufgerissen. Doch keine Speisen wurden durch getragen, sondern ein Sklave - einer von denen, deren Namen ich mich nie erinnerte - zog Mia hinter sich her. Meinem Magen schien die Aussicht auf ein verschobenes Essen nicht so sehr zu behagen, er beschwerte sich knurrend. Doch mich störte das keineswegs - im Gegenteil. Ich unterdrückte ein zufriedenes Grinsen und mimte den verärgerten Herrn.
"Was ist denn nun schon wieder los?"
Der Sklave beschrieb mir in knappen Worten, wie ungeschickt und dumm sich Mia in der Küche angestellt hatte. Ausgezeichnet, es gab Unterhaltung zur Vorspeise!
"Lass Turda ausrichten, dass sie sich ums Essen kümmern soll. Mia wird heute wohl nicht mehr in die Küche kommen. Ah, und hol eine Peitsche deiner Wahl."
Dann nahm ich einen Becher vom Tisch, füllte ihn bis zum Rand mit Falerner und schaute Mia an.
"Du wartest inzwischen ..."
Die Minuten verstrichen, bis der Sklave wieder zurückkam. Und er war phantasielos, hatte er doch eine ganz gewöhnliche Lederpeitsche mitgebracht.
Routiniert stellte er sich in die richtige Entfernung hinter Mia und wollte schon mit dem Auspeitschen beginnen.
"Halt! Mia soll nackt ausgepeitscht werden. Und dabei diesen Becher halten. Zehn Peitschenhiebe plus einen Hieb für jeden verschütteten Schluck Wein!"
Jetzt konnte ich das zufriedene Grinsen nicht mehr unterdrücken, hielt den Becher Mia hin und schüttete ein wenig Wein auf den Boden.
"Beeil dich, jetzt sinds schon 11 Peitschenhiebe!"