Die Überfahrt von Ostia war, zu Alexandros' großer Überraschung, recht angenehm verlaufen. Das große Kriegsschiff der alexandrinischen Flotte, auf der er als Teil einer Gruppe Undercover-Praetorianer mitgereist war, hatte allen meteorologischen Widrigkeiten getrotzt und wahr wohlbehalten in seinem Heimathafen eingelaufen.
Während die Besatzung um ihr Schiff kümmerte, verliess Alexandros gemeinsam mit dem getarnten Praetorianern, die entgegen seiner bisherigen Erfahrung mit dieser Spezies sogar recht nette Zeitgenossen waren, das Schiff. Er verabschiedete sich von seinen neuen Freunden und machte sich auf den Weg in die Stadt, während die Praetorianer fast augenblicklich in der Menge untertauchten und mit dieser verschmolzen. Hätte er nicht gewusst, dass sie dort waren, hätte Alexandros sie nicht von den Einheimischen unterscheiden können.
Alexandros hingegen fiel eigentlich sofort als Tourist auf, denn auch wenn er Grieche war, so war er doch in Rom aufgewachsen und das konnte man ihm mit Leichtigkeit ansehen. Als er den erstbesten Einheimischen ansprach war dieser daher auch gar nicht überrascht, dass der offensichtlich Fremde nach einem guten Gasthaus fragte. Was ihn da schon mehr überraschte war das Attische in dem sich Alexandros verständigte, denn der Mann erwartete offenbar eher eine lateinische Ansprache. Dennoch half der Alexandriner gern und so war Alexandros schon kurz darauf auf dem Weg zum empfohlenen Gasthaus.
Beiträge von Tiberius Prudentianus Alexandros
-
-
Alexandros vollendete noch die Aufräumarbeiten und verliess dann ebenfalls das Atrium, denn er hatte eine Reise vorzubereiten, deren Ziel ihn durchaus interessierte, die aber in seinen Augen nicht unbedingt wünschenswert war.
-
Alexandros hörte aufmerksam zu, als Balbus ihm die Reiseplanung darlegte. Dann nickte er einfach nur, denn die Aussichten hatten sich gerade ein wenig verbessert, würde er doch nicht in irgendeiner löchrigen Nussschale nach Alexandria segeln, sondern in einem mächtigen und sicherlich nur schwer sinkenden Kriegsschiff.
Dann sollte ich wohl besser mit dem Packen anfangen. war sein einziger Kommentar auf das ganze. Dann stand er auf und begann die Requisiten, die noch immer rumlagen, wegzuräumen.
Die Kinder werden sicherlich enttäuscht sein. Ich hatte ihnen versprochen, dass ich ihnen in ein paar Tagen die Geschichte weitererzählen würde.
Er liess das kleine Schiffchen in den Beutel fallen, in dem er die Sachen immer aufbewahrte. -
Der Gedanke an eine längere Seereise war für Alexandros nicht sonderlich attraktiv und die Tatsache, dass dies im Winter geschehen sollte, machte es noch weitaus unattraktiver. Lediglich die Aussicht die Rückreise auf der Andromeda zu absolvieren war verlockend. Auch die Tatsache, dass es in Alexandria warm sein würde, stimmte ihn positiver. So nickte er.
Nun dann also Alexandria. Es ist nicht Attica, aber sicherlich auch eine Reise wert. Wann soll ich aufbrechen?
fragte er. -
Natürlich hatte Alexandros seinen Freund und Arbeitgeber bereits kommen gehört, als dieser das Atrium betrat. Er kannte ihn lange genug um ihn an seinen Schritten erkennen zu können. Dennoch hatte er die Augen geschlossen gehalten und tat dies auch, als Balbus ihn bereits ansprach. Erst als er antwortete, öffnete er sie.
Wenn ich über etwas wichtiges Nachdenken würde, dann säße ich nicht hier, wo mich jeder so leicht finden kann, oder?
Er grinste ein wenig.
Ausserdem seien wir ehrlich: dir wäre es doch eigentlich egal, wenn du mich stören würdest. Aber sag, was kann ich für dich tun?
Er klang nicht frech oder unverschämt, auch wenn manch anderer die Worte sicherlich so aufgefasst hätte. Doch die beiden kannten sich gut genug um sich auch manchmal kleine Unnettigkeiten an den Kopf zu werfen. -
Alexandros hatte es sich schon vor Jahren angewöhnt, sich ab und an die Zeit zu nehmen, sich mit den Sklavenkindern, die eigentlich immer im Haus waren, hinzusetzen und ihnen Geschichten zu erzählen. Als er selbst noch Sklave war, fand er dafür eher selten Zeit und so verging zwischen zwei Geschichten schon mal eine Woche. So hatte er ein Viertel Jahr gebraucht um den Kindern die Geschichte des Trojanischen Krieges zu erzählen und hatte im Anschluss daran ersteinmal darauf verzichtet ihnen auch noch von Odysseus' Irrfahrt zu erzählen.
Doch nun war er ein freier Mann und hatte, durch geschicktes Delegieren verschiedener Aufgaben im Haus, viel mehr Zeit, so dass er sich mittlerweile alle vier Tage mit den Kindern hinsetzte. Es war jedes Mal ein großer Spass für die Kinder und auch Alexandros war stets sehr vergnügt. Er selbst hatte als kleiner Junge auch immer gerne den Geschichten zugehört, die sein Vater erzählte. Allerdings war die Zuhörerschaft damals sehr viel kleiner, denn sie bestand nur aus Alexandros und dem jüngeren Balbus, mit dem er aufgewachsen war.
Da er fand, dass nicht nur römische Kinder und ihre engen Sklavenfreunde sich an solchen Geschichten erfreuen können sollten, hatte er schlicht weg beim ersten Mal alle Sklavenkinder des Haushaltes zusammengetrommelt, zumal es zu jenem Zeitpunkt auch keine römischen Kinder im Haus gab.
Das sich das bald ändern würde, war für Alexandros eine eindeutige Sache, doch bis dahin würde er weiterhin nur die Sklavenkinder als sein Publikum betrachten können.So auch an diesem Tag. Er hatte alle zusammengetrommelt und im großen Atrium um das Impluvium verteilt, wo er ihnen heute endlich von Odysseus Reisen berichten wollte. Als er den Kindern verkündete, worüber er reden wollte, brachen sie in Jubel aus, denn natürlich wussten sie, dass das Ende des trojanischen Krieges nicht das Ende der Geschichte war und so freuten sie sich wie die Kinder, die sie ja waren. Zur Unterstützung seiner Erzählung, hatte Alexandros ein kleines Holzschiff mitgebracht, dass er nun im Impluvium zu Wasser liess. Die Kinder klatschten freudig, als das kleine Schiff über das Wasser glitt. Und so begann Alexandros mit seiner Erzählung...
~~~~
... und beendete sie erst zwei Stunden später, als Odysseus nach seiner Suche nach Teiresias aus dem Hades zurückkehrte. Mittlerweile hatten sich zu dem Spielzeugschiff noch weitere Requisiten gesellt und Alexandros war arg ins Schwitzen geraten. Doch die Kinder jubelten und applaudierten, als Alexandros sich erschöpft auf eine der Bänke plumpsen liess. Er dankte den Kindern für ihre Aufmerksamkeit und versprach ihnen, dass es in vier Tagen weitergehen würde. Von diesem Versprechen besänftigt, raufte sich die kleine Kindergruppe zusammen und verliess das Atrium um sich, sich gegenseitig Teile der Geschichte nacherzählend, wieder ihrem üblichen Tagesablauf zuzuwenden.
Alexandros blieb, erschöpft und allein, auf der Bank zurück und schloss für einen Moment die Augen.Sim-Off: Vespa, Vala, wenn wer mag....
-
Zitat
Original von Quintus Claudius Lepidus
[Blockierte Grafik: http://img697.imageshack.us/img697/3383/schraubzieris.png]
Schraubzieris nickte leicht.
Dein Dominus möge mir folgen. sagte der kleine Ägypter und liess den Claudier eintreten um ihn dann ins INNERE DES HAUSES zu führen. -
[Blockierte Grafik: http://de.geocities.com/crazylx2000/ImperiumRomanum/Schraubzieris.png]
Schraubzieris führte den Claudier in das Tablinum und parkte ihn dort.
Bitte warte hier, ich werde meinen Herren holen. sagte er und liess dann den Patrizier allein. -
Zitat
Original von Alaina
[Blockierte Grafik: http://img697.imageshack.us/img697/3383/schraubzieris.png]
Schraubzieris öffnete kurze Zeit später die Tür. Er war nicht in eine hübsche, taubenblaue Tunika gehüllt, sondern trug lediglich seine übliche Türöffnertracht.
Ja bitte? fragte er freundlich. -
Zitat
Original von Quintus Claudius Lepidus
[Blockierte Grafik: http://img697.imageshack.us/img697/3383/schraubzieris.png]
Der kleine Ägypter schaute den Sklaven interessiert an und fragte dann:
Und in welcher Angelegenheit möchte dein Herr den meinigen sprechen? -
[Blockierte Grafik: http://img697.imageshack.us/img697/3383/schraubzieris.png]
Schraubzieris öffnete kurze Zeit nach dem Klopfen die Tür einen Spalt weit und musterte den draussen stehenden.
Ja bitte? fragte er freundlich. -
Alexandros führte den Senator durch das halbe Haus an das Ziel des, trotzdem relativ kurzen, Marsches. Er betrat den Raum und blieb kurz hinter dem Eingang stehen, den Blick auf Balbus gerichtet.
Der Legatus Augusti des Cursus Publicus und Senator von Rom, Germanicus Avarus ist hier. kündigte er den Gast dann an, während er einen kleinen Schritt zur Seite machte um den Gast eintreten zu lassen. -
Da die Ankunft des Germanicers erwartet wurde, hatte Alexandros sich selbst bereitgehalten und öffnete die Porta, als das Klopfen, welches im Inneren tatsächlich sehr gut hörbar war, verklungen war.
Der Grieche blickte den Senator freundlich an und begrüßte ihn ebenso.
Salve Senator Germanicus. sagte er und neigte dabei leicht den Kopf.
Willkommen in der Casa Prudentia, Prudentius Balbus erwartet dich bereits. Wenn du mir folgen möchtest.
Er deutete auf das Innere des Hauses und ging bereits langsam los um den Senator zu führen, während der Ianitor sich darum kümmerte die Tür wieder zu verschliessen.Alexandros führte Avarus hinein ins Atrium und von dort aus durch einen Korridor durch ein größeres Atrium hin zur EXEDRA.
-
Dann möchte ich dir nicht noch mehr von deiner Zeit stehlen, Senator. sagte Alexandros und neigte dabei leicht den Kopf.
Vale, Senator Germanicus. verabschiedete er sich dann und wandte sich zur Tür, von der aus er sich wieder nach draussen geleiten liess. -
"Das Haus befindet sich an der Via Flaminia, am unteren Rand des Capitoliums. Etwa zwischen dem Porticus Divorum und dem Templum Divi Traiani. Wenn du es wünschst, wird dich auch jemand abholen." sagte Alexandros.
Und da er zuvor gesagt hatte, dass sich Balbus terminlich nach dem Senator richten würde, nickte er dann leicht. "In zwei Tagen also. Prudentius Balbus wird dich dann erwarten."
-
Prudentius Balbus würde dich gern, sofern es dir recht ist, in seinem Haus statt in der Castra Praetoria treffen. erwiderte er.
Er ist der Meinung, dass eine weniger militärische Umgebung einer Besprechung der Angelegenheiten des Cursus Publicus etwas gerechter werden.
Alexandros hatte noch nie so ganz verstanden, warum Römer so gerne Privates und Berufliches vermischten.
Natürlich nur sofern dir dies zusagt. Wenn du die Castra bevorzugst, so ist er natürlich auch dazu bereit sich dort mit dir zu treffen.
Alexandros persönlich war letzteres eigentlich lieber, denn ein Senator als Gast im Haus führte immer dazu, dass mehr Arbeit anstand.Was die Zeit angeht, so richtet er sich ganz nach dir. Sage mir, wann du Zeit für ein Treffen hast und Prudentius Balbus wird es so einrichten, dass er dann Zeit hat.
-
Alexandros war eifrig hinter dem Sklavenjungen hergeeilt und wartete vor der Tür des senatorischen Officiums. Er nutzte die kurze Zeit, in der der Junge ihn ankündigte um noch einmal seine Tunika zurechtzurücken.
Als er dann aufgefordert wurde einzutreten, tat er dies natürlich auch.Er trat vor den Tisch des Senators.
Salve ehrenwerter Senator Germanicus. sagte er. Ich danke dir, dass du so kurzfristig einige Augenblicke deiner Zeit für mich erübrigen kannst.
Er neigte bei diesen Worten ganz kurz seinen Kopf.Ich bin Prudentianus Alexandros und komme im Auftrag des Praefectus Praetorio Prudentius Balbus. stellte er sich dann erstmal kurz vor.
Der Praefect schickt mich, um eine Einladung auszusprechen. Da der Cursus Publicus, dem du ja als Legatus Augusti Cursu Publico vorstehst, formal den Cohortes Praetoriae untergeordnet ist, würde mein Dienstherr gerne mit dir über eben diesen sprechen, sofern du in den nächsten Tagen Zeit dafür erübrigen kannst. -
Alexandros war froh, dass er dem Senator nicht durch die Stadt verfolgen musste, und betrat daher frohen Mutes die Casa Germanica und folgte dann dem Sklavenjungen.
-
Mündlich. sagte Alexandros. Und mir wurde aufgetragen, die Antwort des Senators ebenfalls entgegenzunehmen.
Alexandros war lange genug selbst Sklave gewesen um die meisten Tricks dieser Zeitgenossen zu kennen. Zu leicht liess ein missmutiger Sklave ein Schreiben verschwinden oder verfälschte mündlich überbrachte Nachrichten die nur an der Porta entgegengenommen wurden. -
Alexandros brauchte nicht allzulange warten, worüber er auch ganz glücklich war. Freundlich blickte er den Sklaven hinter dem Sprechfenster an und sagte:
Salve, ich bin Prudentianus Alexandros und komme im Auftrag meines Dienstherren, des Praefectus Praetorio Prudentius Balbus. Ich habe eine Mitteilung für den Senator Germanicus Avarus.