Als Sedulus sie wieder zu sich zurueck drehte, versteifte sich Serranas Koerper unwillkuerlich, aber sie liess es zu, vielleicht auch, weil sie irgendwo hoffte, dass seine Naehe und Waerme die Kaelte und das Entsetzen in ihrem Inneren ein wenig mildern konnten. Ein Teil von ihr sperrte sich dagegen, ihm die Wahrheit zu sagen, aus Angst, dass sich seine Besorgnis dann vielleicht in Ablehnung oder Verachtung verwandeln koennte, aber dann war der Drang, ihren Gedanken durch das laute Aussprechen zumindest einen Teil ihrer diffusen Bedrohlichkeit zu nehmen, doch zu gross.
"Es ist passiert, als ich bei ihm im Palast war, um ihn zu unserer Hochzeit einzuladen." begann sie, nachdem sie sich fast ein wenig trotzig die Traenen aus dem Gesicht gerieben hatte. "Ich hab ihn zur Rede gestellt, weil er mit Axilla schon lange vor ihrer Heirat eine Affaire hatte, und das, obwohl sie angeblich nur Freunde waren. Es hat ihn gar nicht interessiert, weisst du, und weil ich mich so geaergert habe, hab ich ihm erzaehlt, dass Axilla im letzten Herbst in einen anderen verliebt war, und der sich viel moralischer verhalten hat als Archias." Serrana schniefte und wischte sich erneut ueber die Augen. "Das war so selbstgerecht und unnoetig,und ich hab mich aufgefuehrt wie ein kleines Kind, aber ich hab wirklich nicht gedacht, dass er derart eifersuechtig auf diesen Mann sein wuerde, das musst du mir einfach glauben." Ganz kurz warf sie einen Blick auf das Gesicht ihres Mannes, dann rollte Serrana sich wieder zusammen, als muesse sie sich vorab bereits gegen seine Reaktion wappnen.