Beiträge von Gaius Caecilius Crassus

    Natürlich wird dein Cousin bei dem Termin ein Wörtchen mitsprechen können, das ist völlig klar. Schließlich wollen wir einen Termin finden der nicht nur uns beide, Philogena, verbindet, sondert auch unsere Familien zusammenführt. Da ist es ja mehr als nur einleuchtend, dass so viele Familienmitglieder beider Familen wie möglich kommen sollen. Das wird bei der Findung des Termins natürlich oberste Priorität haben - wie auch die ganzen anderen Sachen, wie Feiertage und ähnliches, die man dabei beachten muss. Crassus nippte an seinem Wein und rutschte dann auf seiner Klinie hin und her. Sie lagen nun schon eine ganze Weile an diesem Abend und so langsam drohten Crassus Knochen einzuschlafen. Normalerweise ein Zeichen den Abend solangsam ausklingen zu lassen. Aber du hast recht: mit den genauen Feinheiten und Einzelheiten werden wir uns in den nächsten Wochen noch genaustens beschäftigen können. Ich lebte nun schon so lang ohne eine Frau, da kommt es auf ein paar Wochen hin oder her auch nicht an. scherzte Crassus und leerte seinen Becher.


    Der Abend ist nun doch schon ziemlich fortgeschritten. fuhr Crassus nach einer kurzen Pause fort und ich würde mich freuen, wenn wir schon bald an dieser Planung weiterarbeiten können - dann als meine Gäste in meinem bescheidenen Heim.

    Ja, ich kann mich nicht beklagen. Mir und meiner Familie geht es gut und auch das Geschäft läuft soweit zufriedenstellend. Der vorher erwähnte Sklave brachte derweil die beiden Becher herbei und übergab erst Victor, dann Crassus einen. Crassus sagte daraufhin irgendeinen einen Trinkspruch auf und nahm im Anschluß einen Schluck: Und, gefällt es dir? Das Atrium meine ich... fuhr dann Crassus in einem lockeren Plauderton fort und in Anspielung auf das Umschauen des Octaviers, das Crassus bei seinem Betreten des Atrium bemerkt hatte.

    Und dann kehrten erst einmal einige Momente der Ruhe ein. Lag wohl daran, dass sich alle drei - Macer, Philogena und Crassus - über die Tragweite des heutigen Abends Gedanken machten und zu ergründen versuchten, was das für die Zukunft bedeuten würde. Das war freilich noch nicht so wirklich in allen Konsequenzen abzuschätzen, aber zumindest waren die Gedankenspiele nun schon deutlich mehr als reine Wunschvorstellungen, die sie noch vor diesem Abend und dieser Frage gewesen waren. Und mit diesen Gedanken an die nahe Zukunft erinnerte sich Crassus auch wieder daran, dass Philogena ja eine bislang noch unbeantwortete Frage gestellt hatte. Er räusperte sich ein wenig, um die Stille wieder zu durchbrechen und nippte im Anschluß an seinem immer gut gefüllten Weinbecher:
    Nun demnächst haben wir erst einmal einige Feierlichkeiten zu organisieren, wie natürlich dann die Hochzeit und zuvor noch unsere Verlobung. Die Feierlichkeiten müssen unserem gesellschaftlichem Stand gerecht werden und müssen dementsprechend eine gewisse Größe und Pracht aufweisen. Das alles benötigt natürlich eine gewisse und nicht zu vernachlässigende Vorbereitungszeit und wird uns die nächste Zeit sicherlich noch ausreichend beschäftigen. Crassus nahm noch einen Schluck aus seinem Becher und überlegte ob er etwas vergessen hatte... mit einem Grinsen fügte er dann noch hinzu: Und in der nächsten Zukunft werden wir uns auch erst einmal näher kennenlernen können, wozu wir bislang ja noch kaum Gelegenheit gehabt haben.

    Salve Octavius! Crassus schritt in einer Toga gekleidet und mit halb geöffneten Armen in das Atrium, um seinen Gast zu begrüßen. Es ist ja eine Ewigkeit, dass wir uns nicht mehr gesehen haben. Im Hintergrund bereitete ein Sklave schon zwei Wein Becher vor, während die beiden noch Höflichkeitsfloskeln austauschten. Wie ich sehe hast du dich gut von diesem feigen Attentat auf dich erholt. Wie geht es dir sonst?

    Schön, schön. meinte Crassus ein wenig geistesabwesend während er sich erhob und seinem Freund die Hand reichte: Dann wünsch ich dir einen noch fleißigen Arbeitstag und bin mir sicher, dass wir uns schon bald wieder sehen werden. Vergess die Grüße an den Kaiser nicht. er zwinkerte ihm zu und machte dann Anstalten das Officium zu Verlassen.

    Natürlich. Es gibt im Reich schon genug unnötig verkomplizierte Abläufe, da ist es ja nicht nötig, dass wir so eine Förmlichkeit ebenso komplizierter machen als sie ist. Crassus wartete nach diesem Satz noch einen Moment und machte dann Anstalten sich zu erheben: Dann freue ich mich dich schon bald als neues aktives Mitglied Willkommen heißen zu können. Kann ich sonst noch etwas für dich tun? Sonst möchte ich nämlich gar nicht weiter deine kostbare Zeit stehlen.

    Crassus lauschte den Ausführungen Balbus aufmerksam zu und nickte ein, zwei mal. Interessant, dass du gerade den Punkt anführst der lange Zeit gerade anders herum ein Argument war: nämlich, dass wir von den Fahrern her derzeit eher hinterherhinken. Noch vor wenigen Monaten waren wir nämlich mit Plinius, Lupus und Marsyas die bestimmende Factio im Rennsportgeschehen. Derzeit stehen wir nicht ganz so gut sortiert da, das stimmt, aber wird sich in der nahen Zukunft sicherlich auch ändern.
    Crassus nickte abermals und mehr zu sich selber als zu Balbus:
    Soll ich deine offizielle Ernennung als Mitglied in die Wege leiten? Dann würde ich sagen wir besprechen alles weitere in den Räumen der Factio, wenn du mal ein wenig Zeit hast? Das würde ich dann zum Anlaß nehmen mich wieder tiefer in die Geschäfte einzuarbeiten.

    Crassus nickte weiter eifrig und stellte den gerade geleerten Becher auf dem Schreitbisch ab.


    Und wie kommt es, dass dir die Praesina am reizvollsten vor kommt? Sicher gibt es viele Sachen die die Praesina von den anderen Factiones besonders hervorhebt, welche hat für dich den Ausschlag gegeben?

    Ahhh, der Senator Octavius! eiligst öffnete der Ianitor die Türe und ließ die beiden Gäste eintreten: Er wird tatsächlich schon vom Hausherrn erwartet. Er wird ihn im Atrium empfangen. Wenn ich bitten darf mir zu folgen, ich werde den Praef... den Eques über die Ankufnt des Senators sofort informieren.


    Eilig tappste der Ianitor voraus und führte die beiden in das Atrium

    Ahhh Crassus nickte verstehend. Du hast also vor mehr als nur ein Zuschauer von Tausenden zu sein und willst einer Factio deiner Wahl unter die Arme greifen? Eine sehr löbliche Einstellung und es freut mich ganz besonders, dass du dabei offenbar an die Factio Praesina gedacht hast - was ich dir einfach mal unterstelle, weil du mich ja sonst sicher nicht aufsuchen wolltest.

    Crassus beobachte Philogenas Reaktion nach Macers und seiner Konkretisierung genaustens - schließlich ging es ja auch um seine Zukunft, da war es wohl angebracht, dass man ein wenig aufgeregt und neugierig war. Und Philogena, so schien es, wollte diese Aufregung noch etwas anhalten lassen. Denn es kehrte für einige Momente eine Stille ein, in der Philogena ganz offenbar und verständlicherweise, die Worte erst einmal in ihrer Tragweite richtig einschätzen musste. Erst nach einer kurzen Weile - Crassus kam es vor wie Stunden - zeigte sich eine erste Reaktion: ein verlegenes Lächeln, das auf ihren geröteten Kopf trat. Und dann, endlich, öffnete sie wieder ihren Mund und es kamen einige Worte heraus. Nur leise und die Verlegenheit meinte Crassus noch gut heraushören zu können, aber dafür würde sie nun sagen, was sie davon hielt.
    "Ich würde mich wirklich freuen meine Zukunft in deine Hände zu legen" hallte es in Crassus Kopf nach. Er brauchte einige Momente bis er die Aussage der Worte verstanden hatte und erst dann trat ein breites, glückliches Lächeln auf seine Lippen. Ein Lächeln, das er wohl seit seiner Ernennung zum Praefectus Praetorio nicht mehr auf den Lippen gehabt hat - wenn er so ein glückliches Lächeln überhaupt bislang getragen hat.


    Ja, das stimmt. pflichtete Crassus Macer bei auch ihn habe ich wie dich, Philogena, mit diesem Anliegen überrascht oder zumindest habe ich es versucht. plauderte Crassus recht gelassen drauf los, nachdem die Anspannung endlich von ihm gefallen war. Wie es mir scheint ist mir das bei beiden von euch gelungen. Aber anders wäre es auch kaum möglich gewesen. Denn ich halte es für unpassend so eine Sache mit so einer Tragweite in einem unpersönlichen Brief zu klären. Ich hoffe doch ihr nehmt mir das nicht zu übel... fügte er noch mit einem Zwinkern hinzu und nahm dann einen Schluck aus seinem Weinbecher.

    Das kann man so wohl nicht sagen. Nur ist es etwas anderes ob man einfach nur zu den Rennen geht und dort für eine Factio mitfiebert und sich an dem ganzen drumherum erfreut oder ob man tagtäglich mit den Belangen einer Factio konfrontiert wird und es von einem verlangt wird, sich mit diesen zu beschäftigen. Crassus nippte an seinem Wein: Warum fragst du?

    Ein Sklave öffnete kurz nach dem Anklopfen die Türe - man wollte seine Gäste ja nicht unnötig frieren lassen.


    Salvete!
    der Ianitor erkannte den Senator nicht gleich weshalb er erst einmal abwartete, wer denn da vor ihm war.

    Wie es ist nichts zu tun zu haben, weiß ich tatsächlich auch nicht. Es ist ja nicht so, dass ich Zuhause sitze und Däumchen drehe oder den ganzen Tag über meine Landgüter streife. Gerade diese und meine Betriebe, wie auch mein gesamtes anderes Vermögen, ist nun auch nicht etwas, das sich mal eben so nebenbei erledigen lässt. Ich habe immerhin viele Jahre nachzuarbeiten, in denen meine Verwalter die Betriebe betreut haben. erwiderte Crassus auf Balbus Worte. Nichts war wirklich nicht das, was Crassus zu tun hatte.


    Das ist so, ja, das stimmt. Allerdings spiele ich schon länger mit dem Gedanken diese Position abzutreten und werde das auch machen, sobald ein vielversprechender und würdiger Nachfolger in Aussicht ist.

    Crassus lachte ein wenig bei Balbus Nachfrage:


    Langweilig wäre wohl das falsche Wort. Aber natürlich ist es nicht einfach von einer so einnehmenden Tätigkeit wie die eines Präfectus Praetorio in ein "normales" Leben, wie es für Ritter ja nicht unüblich sein mag, überzugehen. Ab und an merke ich schon, dass ich wohl Energie für mehr hätte - andererseits bin ich aber auch nicht traurig wenn sich meine Energiespeicher erst noch ein wenig aufladen können, ehe er weiter geht. Crassus zwinkerte Balbus zu.


    Natürlich habe ich noch etwas Zeit für dich... genaugenommen sogar so viel wie du für dein Anliegen brauchst. Um was geht es denn?


    An
    Senator
    Octavius Victor


    Salve Octavius!


    Es würde mich freuen wenn ich dich demnächst als Gast in meinem Haus willkommen heißen darf.
    Wie wäre es am ANTE DIEM VI ID IAN DCCCLIX A.U.C. (8.1.2009/106 n.Chr.)* zu den ersten Abendstunden?


    Sollte ich bis zu diesem Tag nichts von dir hören, nehme ich an, dass dir dieses Datum auch passt.


    Ich freue mich auf deinen Besuch,


    vale bene,
    Gaius Caecilius Crassus



    Sim-Off:

    *oder wann anders, wies dir passt ;)

    Aha murmelte Crassus und nickte verstehend. Im Anschluß daran nahm er einen Schluck aus seinem Becher und blickte dann einen Moment lang gedankenverloren im Officium herum. Viel mehr gibt es auch nicht, mit dem ich deine Zeit verschwenden möchte. Wenn du bei nächster Gelegenheit dem Kaiser Grüße von mir ausrichten könntest? Vielleicht kannst ihm ja noch ausrichten, dass ich bislang meine Pause genieße, ihm aber selbstverständlich, wie schon vor einiger Zeit versprochen, auch in Zukunft jederzeit noch zu Verfügung stehe.

    Crassus nickte zufrieden als Balbus versprach sich dieser Sache anzunehmen: Ich danke dir. Ich bin mir sicher, dass es sich dabei nur um ein Versäumnis oder Missverständnis handeln kann, das du sicher baldigst aus der Welt geschafft hast. Mein Dank dafür ist dir gewiss. Da damit dieses für Crassus etwas unangenehme Thema abgehakt war, nahm er noch einen Schluck aus dem Becher.


    Kommt wohl öfters vor, dass die da drüben in der Finanzabteilung etwas verschlampen? Ich bin mir sicher, dass bei dem Privatvermögen des Kaisers genauer gearbeitet wird. Sonst hätten wir als Prätorianer wohl hier im Palast mehr zu tun gehabt. schmunzelte Crassus.

    Nun ging es aber flott.
    Als Crassus merkte, dass Macer das Gespräch auf die mögliche Hochzeit lenkte, trat ein kleines, aber nervöses Lächeln auf seine Lippen. Das Lächeln wuchs mit jedem Wort von Macers Einleitung. Erst die Circusbesuche zur Verbesserung der Bindung der Familien, dann die Anspielungen auf die Missgeschicke die Philogena wohl öfters passieren und seine zukünftige Rolle als 'Kindermädchen'. Crassus gefiel es sehr wie geschickt sich Macer der Frage des heutigen Abends genähert hatte. Aber mit jedem Moment in dem Crassus Lächeln noch ein Stückchen wuchs, natürlich genauso wie seine Nervosität, schien Philogena verwundert und vorallem verwirrter. Offenbar, anders konnte sich Crassus ihre Reaktion nicht erklären, hatte sie die Aussage hinter Macers Worten nicht verstanden, sondern einfach wörtlich genommen, so wie sie Macer ausgesprochen hatte.
    Noch ehe Crassus das Wort ergreifen konnte versuchte schon Macer Philogenas Wald, den sie offenbar vor lauter Bäumen nicht sehen konnte, hervorzuheben. Vorsichtshalber erhob auch Crassus - natürlich durch einen Schluck aus seinem Becher angekündigt - das Wort:
    Wegschicken hört sich wirklich zu negativ an, Philogena. Das würde ja bedeuten, dass du hier bei deinem Cousin unwillkommen wärst. Aber das ist ja nicht der Fall oder der Grund meines Erscheinens. Eher im Gegenteil. Weil dich dein Cousin so gerne hat würde er einem... ähm einer Stärkung dieses Bündnisses, dass das Schicksal geschnürt hat, befürworten. versuchte auch Crassus sich in der Ausdruckweise, die Macer eben verwendet hatte. Und da ich auch denke, dass wir diesen Wink nicht ungeachtet sein lassen dürfen und darüberhinaus du einen mehr als nur sympathischen Eindruck hinterlassen hast, bin ich heute hier. Zur Planung meiner... unserer Zukunft.
    Crassus fand seine eigenen Worte vielleicht sogar selber etwas plump, aber so waren sie zumindest unmissverständlich, wie er meinte.

    Crassus nahm sich einen der Glasbecher, prostete Balbus zu und nahm dann ein kleines Schlückchen aus eben diesem Glasbehältnis.


    Na, da hatte ich wohl Glück, dass ich diesem Kaiser in meiner Zeit als Praefectus Praetorio überwiegend gute Nachrichten überbringen konnte. Da gute Nachrichten nie ungelegen kommen, musste ich diese Erfahrung den Göttern sei Dank nie machen. Crassus zwinkerte Balbus zu und es folgte noch ein kleiner Schluck aus seinem Becher.
    Aber weshalb ich gekommen bin: einem Schreiber, mir wäre so etwas ja im Leben nicht aufgefallen, von mir ist aufgefallen, dass ich zwar die ganzen Abschiedsgeschenke erhalten habe - du solltest sie mal in meinem Officium sehen, kommen da sehr schön zur Geltung - aber offenbar die Zahlung des Entlassungsgeld vergessen wurde. Da ich dich sowieso einmal in deinem Officium besuchen wollte, dachte ich mir kläre ich das Missverständnis doch gleich persönlich.