Beiträge von Gaius Caecilius Crassus

    Ein paar Tage, vielleicht eine Woche. Das Urteil wurde kurz vor deinem Besuch bei dem Praefectus bekannt gegeben.


    Der Sekretär wunderte sich zwar über die Frage, aber letztlich war es ihm ja auch egal.


    Dann können wir Richtung Tor gehen, wo du dann dein Kreuzchen setzen darfst, wenn du nicht noch was wüsstest..

    >>>> und nur kurz darauf waren sie bei den Kerkern:


    Das ist korrekt. Allerdings erst nachdem du die Castra Praetoria verlassen hast. Ab dann befindet sie sich in deiner Obhut.


    Sie gingen zielsicher durch die engen Gänge und blieben dann vor einer Türe stehen. Eine Wache öffnete die Türe. Dort drinnen lag am Boden eine Frau mit langen schwarzen Haaren, die in völlig verdreckte Kleidung gehüllt war:


    Das ist sie. Artoria Lucilla.

    Zitat

    Original von Quintus Germanicus Sedulus
    So stand er nun vor dem Officium der Praefecten um die Gefangene abzuholen. Zwar nicht hier aber es gab ja wohl noch so was wie eine Übergabebescheinigung zu unterschreiben. Es mußte ja alles seine Richtigkeit haben.


    Der Tresvir Capitalis klopfte an die Tür.


    Sim-Off:

    Sorry, hab grad im RL viel um die Ohren und dich deshalb am Tor ganz vergessen...


    Crassus Sekretär war schon informiert worden und fing Sedulus deshalb gleich vor dem Officium ab:


    Magistrat! Ich habe Anweisungen dir die Gefangene zu übergeben. Ich schlage vor wir begeben uns erst in den Carcer und holen sie gleich.

    Nun blickte Crassus doch nochmal in seinen Unterlagen nach, da er sich doch nicht mehr ganz sicher war.


    Die genauen zeitlichen Abläufe korrekt zu rekonstruieren ist schier unmöglich. Doch defintiv hatte Strabo diese Dekrete bezüglich Vetorecht und so weiter noch vor seiner Ernennung zum Comes bekannt gegeben. In der Curia.. Crassus suchte einige Momente in seinen Unterlagen trat er dann als Comes auf. Allerdings folgten die Ernennung zum Comes und sein Auftreten in der Curia recht zeitnah.
    Um deine Frage zu beantworten: Wenn du die Dekrete, wie zum Beispiel das des Vetorechts, als gegen den Kaiser und Rom gerichtet siehst, ja.

    Entscheide du selbst darüber wie du es sehen möchtest, ich erkläre kurz die Zusammenhänge:
    Wie dir bestimmt bekannt ist, war Strabo auch mal Duumvir dieser Stadt. In dieser Funktion erließ er für seine Stadt bestimmte Sonderrechte. Diese hatte ich ja schon eben kurz angesprochen. Eines dieser Sonderrechte war zum Beispiel ein Vetorecht für alle Bürger Cordubas. Kurz nach diesem Sonderrecht erschien ein hochverrätischer Aushand, der gegen den Kaiser und den Senat gerichtet war. Der Aushang konnte zwar nicht sichergestellt werden, dafür wurde dieser Aushang aber kurz darauf in der Provinzkuria besprochen. Strabo nahm dabei eine Haltung gegen den Senat ein, bevor er jedoch festgenommen werden konnte, tauchte er unter. Einige Tage später hörte man wieder von ihm, offenbar suchte er Rekruten für die Vigiles; inzwischen war er Comes.
    Wie sich bei der Musterung herausstellte, wollte Strabo eine Miliz aufstellen, um die Provinz, seinen Worten nach, zu schützen und eine Republik zu installieren. Viele der Männer, die ursrprünglich sich mustern lassen wollten, gingen daraufhin empört, andere blieben aber auch. Diese waren dann die neue Miliz des Strabos.
    Als die Miliz dann die Kontrolle an sich reißen wollte, stießen sie auf teilweisen Widerstand von kaisertreuen Bürgern. Dieser wurde aber gebrochen.


    Ob sie nun in Corduba ausgebrochen ist oder ob Corduba auch nur ein Opfer ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Defintiv ist aber, dass nicht ganz Corduba gegen die bestehenden Strukturen ist. Man kann also nicht davon ausgehen, dass die gesamte Stadt die Raufbolden untersützte, weshalb deine Annahme keine Bedeutung haben sollte.


    Nach dem Bekanntwerden der wahren Motive von Strabo und Sulla, schrumpfte der Haufen auf ca. 1.000Männer.


    Es geht auch nicht darum, ob sie einen Aufstand in allen seinen Details kennen oder nicht. Das monierte ich doch auch nicht. Nur kann es nicht angehen, dass ein Comes einer benachbarten Region von einem solchen Aufstand absolut keine Ahnung hat, ja sogar glaubt er wäre schon erledigt! Wenn du das anders sieht, dann ist das deine Sache.


    Wenn der Proconsul schon so alt und gebrechlich ist, wie du ihn beschreibst, werter Senator, dann frage ich mich, warum der Senat ihm überhaupt die Last auferlegt über eine ganze Provinz zu wachen und sie zu verwalten. Gerade eine Provinz wie die Spanien, wo doch schon in der Vergangenheit nicht einfach war.
    Meinem Verständnis nach, gehört es sich für einen Statthalter, wenn er sich um die Probleme seiner Provinz kümmert. Er muss ja nicht sein Schwert aus dem Schrank holen, abstauben und dann in der ersten Reihe stehen. Aber schon allein um den Bürgern zu zeigen, dass er da ist, ist doch auch nicht unwichtiges Zeichen.
    Darüber und inwiefern ich die Informationen des Matiniers für gut oder schlecht, passend oder unpassend, ausreichend oder zu knapp empfinde habe ich mich doch gar nicht geäußert, Senator, deshalb verstehe ich nicht ganz, was du mir sagen möchtest.

    Gut. Dann bleibt uns wohl kaum mehr als noch das beste zu Hoffen. Crassus überlegte einen Moment, ob er ein Geschenk mitbringen sollte. Er verwarf diese Idee aber gleich wieder. Wäre ja ziemlich sinnfrei ein Geschenk mitzunehmen, wenn man einen Dank ernten soll. Das würde diesen Gracchus ja gleich mit der Nase draufstoßen und das ganz zu anfang von dem Gespräch.


    Gestern, bei deiner Ankunft, hat da schon jemand von deiner Familie etwas gesagt? Also darüber, dass du alleine nach Spanien gereist bist oder so?

    Ja, das bei einem Essen zu Besprechen wäre bestimmt keine schlechte Idee. So haben wir erst einmal Zeit uns kennenzulernen, ehe ich ihn mit dem Anliegen dann konfrontiere. meinte Crassus nachdenklich. Ja, das wäre bestimmt das beste. Er nippte an seinem Becher:


    Sprichst du ihn einmal auf die Einladung an, die er mir in dem Brief anbot? Dann kannst du gleich einen Termin mit ihm ausmachen und dafür Sorgen, dass alles optimal vorbereitet ist. Vielleicht dich auch schon einmal vorsichtig vortasten....

    Zufrieden nickte Crassus. Offenbar hatte er für Callidus das richtige Grundstück ausgewählt.


    Du wirst dich sicherlich fragen, warum ich dich das gefragt habe. Das ist ganz einfach: ich möchte jeden meiner Klienten mit einem kleinen Geschenk überraschen. Für wichtigere Klienten gibts größere, wie zum Beispiel Grundstücke, für nicht ganz so wichtige eben auch eher unbedeutendere, wie zum Beispiel Schmuckstücke. Und als ich eines für dich aussuchte, dachte ich an ein Grundstück in der Nähe von Cemenelum...


    ehe Crassus sich noch den Mund fassrig redete, wartete erst einmal auf eine Reaktion von Callidus. Vielleicht wollte er ja statt dem Grundstück, lieber eine Bartrasur. Die würde Crassus im Austausch natürlich auch zahlen... ;)

    Truppenstärke


    ANTE DIEM XVII KAL IUL DCCCLVII A.U.C. (15.6.2007/104 n.Chr.)



    Praefectus Praetorio
    Gaius Caecilius Crassus



    1. Kohorte - Speculatores


    Trecenarius
    Flavus Valerius Severus



    3. Kohorte - Equites Singulares


    Decurio
    Lucius Helvetius Asprenas



    4. Kohorte - Palastwache


    Miles
    Appius Silurius Crotilo



    5. Kohorte - Palastwache


    Tribunus Cohortis Praetoriae
    Caius Iulius Seneca


    Optio
    Marcus Caecilius Decius


    Miles
    Lucius Germanicus Maximianus




    Nein, nein! Das heißt es natürlich nicht! Crassus machte eine abwehrende Handbewegung. Das wollte er damit wirklich nicht andeuten oder in Betracht ziehen.


    Er sagte ja in sowieso in seinem Brief, wenn ich mich recht erinnere, dass ich ihn nach meiner Rückkehr nach Rom mal Besuchen kommen solle, damit er mir Danken könne. Vielleicht wäre das der richtige Moment? Was meinst du?

    Crassus verstand schon, nur konnte er es nicht so recht glauben. Zumindest würde er an der Stelle der Familie der Flavier defintiv anders handeln und so eine Heirat von Minervina einfach verlangen. Sollte sie ihr dann nicht nachkommen, würde es entsprechende Konsequenzen geben. Diese könnten von Streichung von Geldern bis hin zum Abbruch aller Kontakte gehen. Aber gut, Minervina kannte ihre Familie wohl besser als Crassus, weshalb er nur stumm nickte.
    Bei ihrer dritten Alternative schluckte Crassus. In der Theorie gab es bestimmt so eine Chance, dass er ihn überreden konnte; in der Praxis ging diese aber sicher gegen Null.


    Wie ich dir schon in Spanien sagte, ich kenne diesen Gracchus nicht, doch auch ohne ihn zu Kennen und nur mit dem Wissen, dass er ein Patrizier ist, bin ich davon überzeugt, dass er von mir nicht viel halten wird. Auch wenn ich einer des Kaisers engster Vertauter bin, im Consilium Principes sitze und mir sonst eigentlich mehr Möglichkeiten offen stehen, als einem Patrizier oder einem normalen Senator. Du weißt doch, die meisten Patrizier halten von uns Plebejern nicht viel; völlig egal wieviel höhere Posten wir objektiv betrachtet inne haben.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer


    "Das ging wohl eher schief, würde ich sagen. Da hätten wir wohl doch selber mitmachen müssen."


    Wir wären wahrscheinlich auch ohne einen dussligen Sklaven über unsere eigenen Füße gestolpert. Crassus lachte. Seit seiner Ernennung zum Praefectus Castrorum beziehungsweise Princeps Praetorii hatte er kaum noch etwas für seine Fitness getan. Ab und an ein paar Einheiten im Kampf Mann gegen Mann, aber für mehr reichte die Zeit kaum noch. Deshalb war es ja eigentlich auch eine Überraschung, dass er bei den letzten Wettkämpfen sogar eine Disziplin gewonnen hatte. Tja, offenbar hatten die anderen noch weniger Zeit....


    Wenigstens konnte Decius, also ich mein der unglückliche Optio von vorher, dem Sklaven nun zeigen, was er von seiner Aktion von vorher hielt. Jemand Lust auf eine kleine Wette? Ich wette, dass Decius eine der noch folgenden Disziplinen gewinnt und die andere mindestes auf dem Treppchen beendet. Ich gehe jeden Einsatz mit...


    aufforderungsvoll sah er zwischen Macer und Corvus hin und her. Tiberius würde hoffentlich nicht auf die Idee kommen, gegen ihn zu wetten :D

    Alles richtig gemacht haben sie sicher nicht, sonst wäre es nie zu diesem Aufstand gekommen. Aber das ist im nachhinein immer einfach gesagt. Außerdem ist ja auch der Proconsul für die Besetzung der wichtigen Posten, wie der der Comites, verantwortlich. Wenn er da unfähigere Personen einsetzt, kann man ihm das sicher nicht zum Vorteil anrechnen. Ebenso wenig, wie wenn er nicht einmal zur Befreiung der Stadt in Corduba vor Ort anwesend war.


    Es ist ja nicht so, dass es nur die beiden Rebellen gab. Ohne eine bestimmte Resonanz in der Bevölkerung hätten sie sicherlich nicht lange gelebt oder das erreicht was sie erreicht haben. Strabo hatte in Spanien erst einen guten Dienst geleistet und seine... schändlichen Züge waren nicht absehbar. Diese kamen erst zum Vorschein, als er schon Comes war - zumindest wurde es so von uns rekonstruiert. Wir waren ja nicht dabei, deshalb ist das alles ein stückweit Spekulation, da wir uns auf Zeugen verlassen müssen.
    Wenn man dann erst einmal einen Willen und eine Stammanhängerschaft hat - sich gleichzeitig aber die übrige Bevölkerung nicht wehrt - so kann man in dieser Zeit viel erreichen - besonders, wenn der Proconsul in der Zeit gerade in Rom ist. Und außerdem schienen sich die Ziele des Strabos zu steigern. Anfangs hatte er nämlich nur Mandate erlassen. Ich gehe davon aus, dass er selber überrascht war, wie unproblematisch seine Taten waren und dadurch dann mehr wollte.
    Es war also eher eine schleichende Strömung, die dann in einer Explosion, dem Aufstand, endete...

    So sagte ich das nicht. Bisher hatte ich mich eigentlich nur über den Wissensstand des Comes geäußert. Über den des Proconsuls sagte ich noch nichts. Sollte ich das unklar formuliert haben, so war das keine Absicht. Crassus machte eine Pause und beantwortete dann auch gleich selbstständig die naheliegendste Frage:
    Der Proconsul war über den Aufstand informiert und kannte die Eckpfeiler des Aufstandes. Er hatte nicht viele neue Informationen, was auch nicht verwunderlich war, da ich ja auch gute Informanten hatte. Seine neuen Informationen beschränkten sich auf die Auxiliareinheit. Also kein Vergleich zum Comes.

    Verwirrt sah Crassus sie an. Wenn sie Sie in Rom zwingen konnten, dann ging das auch in Ägypten


    Natürlich können sie dich nicht direkt auf diesem Weg zwingen. Aber sie können dich dazu zwingen, so wie sie dich dazu zwingen können, dass du jemanden heiraten musst, wenn du in Rom bleibst. Verstehst du? Sie könnten auch sagen: Heirate ihn, sonst wirst du verstoßen oder weiß der Pluto was passiert mit dir. Wenn du in Rom gezwungen werden kannst, dann geht das auch in Ägypten. Du glaubst doch nicht wirklich, dass sie dann auf dich Rücksicht nehmen oder dich auf einmal Fragen würden, nur weil du in Ägypten bist. Das wäre dann doch zu einfach.

    Da kurz nach dem Eintreffen von Crassus' Neffen, das Rennen zu beginnen schien, stellten sich die meisten Gespräche in den Zuschauerrängen ein. So auch bei der kleinen Gruppe um Macer und Corvus. Nun galt es sich voll auf den Favoriten zu konzentrieren, da durfte man sich durch nichts ablenken lassen.


    Und schon fiel der Startschuß. Alles lief wie am Schnürchen. Decius war in der Spitzengruppe gut dabei und konnte sich letztlich sogar von ihr absetzen - nur ein Sklave konnte ihm folgen. Na also, geht do... doch das letzte Wort blieb Crassus im Rachen stecken. Der Sklave begann zu stolpern und rammte dabei Decius. Die Folge: beide stürzten. Fassungslos blickte Crassus auf die beiden am Boden liegenden, die dann von den Verfolgern überholt wurden. Langsam realisierte er, dass Decius nun nicht einmal im Finale war.


    Kreuzigen! Jawoll, Kreuzigen sollte man den Sklaven. Da kann er wenigstens nicht einfach umkippen. Frechheit. Die Organisatoren hätten vor den Wettkämpfen kontrollieren sollen, ob die Teilnehmer überhaupt laufen können. Der hat doch nur teilgenommen um die Spiele zu stören, das sieht doch ein Blinder. sagte Crassus wütend ohne jemanden konkret angesprochen zu haben.


    Das nächste Rennen, das gleich auf das erste folgte, konnte Crassus nicht besänftigen. Auch wenn da das Ergebnis aus caecilischer Sicht deutlich besser ausfiel.

    Crassus drehte sich Macer zu:


    Dann möchte ich über ein Vorfall berichten. Es war zwar nicht der einzige dieser Art oder auch nicht ein besonders schwerwiegender oder spektakulärer, allerdings durch den hohen Verwaltungsbeamten, der da involviert war, halte ich diesen Fall für beispielhaft. Crassus sammelte einen Moment seine Gedanken und frischte seine Erinnerung auf: Mit dem eben angesprochenen Beamten meine ich den Comes der Regio Tarraconensis Didius Sevycius. Ich suchte ihn nach meinem Gespräch mit dem Proconsul auf, um zu erfahren, was die Regio im allgemeinen schon unternommen hatte und inwieweit sie informiert war. Vielleicht hatte sie ja Informationen, die der Proconsul oder meine Kundschafter so nicht hatten. Wie auch immer, schon nach den ersten Worten war mir klar, dass der Comes offenbar unter Realitätsverlust litt. Er zeigte sich in seiner Art der Lage unangepasst. Ich befürchtete das er etwas verbarg und nahm ihn deshalb erst einmal mit in unser Lager, da er sich ja fast wehrte zu kooperieren.
    Im Lager dann wurde mein Verdacht bedingt bestätigt. Auf die Frage hin, was er über den Aufstand in Corduba wisse, meinte er, dass er darüber nichts weiß und mir deshalb auch nichts sagen könnte. Für einen Comes einer so bedeutenden Region sicherlich schier unvorstellbar. Er begründete dieses Desinteresse damit, dass er meine sich darum nicht kümmern zu müssen, da es schon andere tun. Kann man glauben oder auch nicht, ich blieb zumindest misstrauisch. Mein Misstrauen erlitt erstmals einen Bruch, als er, kurz nach unserer Ankunft in Tarraco, ernsthaft meinte, dass er meine, dass der Aufstand schon erledigt sei. Da hielt ich es erstmals für möglich, dass er diese Unwissenheit nicht nur vortäusche, sondern ernsthaft so wenig darüber wusste. Seine, na wie soll ich sagen, Fähigkeiten oder Nicht-Fähigkeiten nicht nur gespielt waren.
    Im weiteren Verlauf des Gesprächs meinte er, dass er nur aufgrund seiner stressigen Situation so unpassend mir gegenüber gehandelt habe. Damit meine ich die vorher erwähnte Weigerung der Kooperation. Es klang für mich glaubwürdig, auch wenn ich es heute noch kaum glauben kann, dass er tatsächlich so wenig Ahnung hatte. Wie auch immer, der Eindruck, dass er die Wahrheit gesagt hatte überwog letztlich. Ich ließ ihn ein Opfer dabringen um seinen Glauben zu überprüfen und einen Eid auf unseren Kaiser ableisten. Anschließend durfte er wieder seine Arbeit aufnehmen.


    Zwar ein Fall, der letztlich ja nicht mit einer "schuld" endete, diese gab es natürlich auch, aber ein Fall der euch, werte Senatoren, ein Eindruck über die Verwaltung in Spanien und über die Zwischenfälle, die ich ansprach, geben kann.


    abwartend blickte er in die Runde der Senatoren, besonders in die Richtung von Macer ob ihm dieses Beispiel reichen würde. Crassus hatte nämlich kaum Lust, sämtliche Vorfälle zu erwähnen, vorallem wusste er bei vielen Fällen die Einzelheiten nicht mehr genau; diese müsste er dann erst nachschlagen. Denn auch wenn er es vor gehabt hatte, so konnte er sich auf diesen Bericht heute nicht in dem Maße vorbereiten, wie er es gerne gehabt hätte.

    Aufmerksam hörte Crassus der Erklärung von Minervina zu. Natürlich hatte Crassus diese verschiedenen Sichtweisen auch schon durchdacht gehabt und sich die verschiedenen Konsequenzen überlegt. Doch es sich vorzustellen, wie es sein könnte, ist immer anders, als wenn man einen Bericht von jemand hört, der davon betroffen ist und bei dem es mehr als nur ein hypothetisches Gedankenspiel ist. Ehe er zu einer Antwort ansetzte, strich er ihr sanft eine Träne von der Wange, die sich ihren Weg nach unten bahnte.


    Ich verstehe deinen Zwiespalt. Mir liegt es natürlich fern, von dir zu fordern, dass du dich für meine "Seite" entscheidest. Doch möchte ich zu Denken geben, ob deine Familie dich wirklich in Ägypten nicht auch erreichen würde. Du bist eine junge, gut aussehende Patrizerin. Deine Familie wird nicht lange brauchen, bis sie für dich einen passenden Ehemann gefunden hat. Entweder in Ägypten oder in Rom. Wenn in Ägypten, kannst du kaum etwas dagegen machen, weil nach Rom zurückkehren ist ja dann auch keine Alternative. Und wenn sie einen in Rom finden musst du diesem Ruf dann auch folgen, sonst wären sie wahrscheinlich mehr als nur verärgert.


    Crassus war klar, dass er ihr die Entscheidung sicherlich nicht einfacher machte, doch wollte er, dass Minervina, wenn sie ihre Entscheidung fällen würde, auch an alle Aspekte gedacht hatte.

    Das verstehe ich natürlich. Schließlich ist es ja auch im Sinne des Lernenden, wenn er korrekte und gut vorgetragene Kurse besucht. Ein Kurs, der sogar dem Lehrenden schlecht vorbereitet erscheint, kann dem Schüler ja kaum etwas beibringen.


    Crassus nippte an seinem Weinbecher und machte eine kurze Pause, da er das Thema wechseln wollte. Mit schnellen Themenwechsel hatte er selten Probleme, seine Zuhörer konnten aber dann oft nicht mehr folgen. Aber zu lange ließ er die Pause dann auch nicht werden. Deshalb fragte er ganz unvermittelt:


    Du kennst sicher die Gegend um Cemenelum, oder? Wie gefällt es dir dort?

    Für einige Momente sah Crassus direkt in Minervinas Augen in der Hoffnung, sie würden ihre Gedanken preisgeben. Gegen seinen Wunsch und mit der Natur der Dinge, taten sie es natürlich nicht. Nichts destotrotz forschte Crassus noch für einige Momente in ihren Augen. Wenn du es nicht weißt, wäre ich enttäuscht. Für einige Momente fragte sich Crassus, ob Minervina wirklich nicht davon ausgegangen ist. Doch er verwarf diese Frage schnell.


    Überlege es dir bitte noch einmal. Überlege doch, wie es wäre, wenn du in Ägypten wärst und ich in Rom bleiben müsste. Was dann mit uns wäre... wenn es überhaupt ein uns gibt.