Crassus erhob sich nachdem er angekündigt wurde und das Wort erhalten hatte.
Werte Senatoren!
Ich bot vor meiner Abreise nach Spanien an, nach meiner Rückkehr euch einen Bericht über die Ereignisse in Spanien abzuliefern. Aus genau diesem Grund trete ich heute hier vor euch. Ich werde meinen Bericht mit meiner Abreise beginnen lassen. Die Geschehnisse zuvor wurden ja schon in einer Debatte besprochen und sollten somit schon bekannt sein. er räusperte sich, bevor er dann mit seinem Bericht begann:
Nachdem der Kaiser von den Aktionen in Germanien in Kenntnis gesetzt wurde, zögerte er nicht lange, bis er mich mit drei Kohorten nach Spanien schickte. Es wurden die nötigen Vorbereitungen schnell getroffen, sodass wir schon bald Aufbrechen konnten. Wir setzten mit der Classis unter dem Kommando von Annaeus Florus nach Tarraco über. Dort errichteten wir ein Lager, welches erst einmal Bestand haben sollte, bis unsere Proviante aufgefüllt wären und die ersten aktuellen Berichte aus Corduba mich erreichen würden. Zu diesem Zweck schickte ich sofort Kundschafter nach Corduba aus, während ich selbst mit der Provinzverwaltung - genauer mit dem Proconsul - in Kontakt trat. Wir besprachen alle wichtigen Dinge, allen vorran natürlich die Lage in Corduba. Schon bei diesem, meinem ersten Zusammentreffen mit der Provinzverwaltung, fielen mir einige Beamte durch ihre, ehm Besonderheiten auf. Da die Berichte aus Corduba noch auf sich warten ließen, beschloss ich, die Verwaltung weiter zu durchleuchten. Schließlich war ja nicht auszuschließen, dass selbst bis in die Verwaltung der Provinz Ausläufe des Aufstandes vorgedrungen waren. Diese Kontrolle der Verwaltung streckte sich länger als gedacht, denn je mehr Detaials während den Untersuchungen bekannt wurden, desto eher musste ich mich darum kümmern. Viele Ungereimtheiten oder Auffälligkeiten traten auf. Teilweise musste ich sogar Beamte verhören, damit ich ein ganzes Bild von den Zuständen erhielt. Viele der Beamten konnten nach den Untersuchungen wieder ihre Arbeit aufnehmen. Zur Sicherheit ließ ich sie aber einen Eid auf unserem geliebten Kaiser schwören.
Wie ich nun nach den Untersuchungen sagen kann, hingen fast alle Auffälligkeiten nicht mit dem Aufstand zusammen, sondern begründeten sich eher auf der Inkompetenz der Beamten.
Mir war natürlich klar, dass ich nun schon viel Zeit mit der Kontrolle der Verwaltung verwendet habe, obwohl das eigentlich nicht mit meinem Auftrag zusammenhing. Allerdings verzögerte das unseren Marsch auf Corduba nur unwesentlich, da die Berichte aus Corduba sowieso noch auf sich warten ließen. Als diese dann letztlich eintrafen, ließ ich schon am nächsten Tag in Eilmärschen nach Corduba marschieren. Der Marsch verlief ohne Probleme und auch für Proviant war gesorgt, da der Proconsul uns das zur Verfügung stellen konnte.
In Corduba angekommen vereinten wir uns mit der Auxiliareinheit, die schon vor Ort war und die Stadt belagerte. Wir wussten aus unbestätigten Berichten, dass sie einen Mann gefangenhielten, den man für Strabo, einen der Anführer, hielt. Bei unserer Ankunft konnte ich den Mann eindeutig als diesen Strabo identifizieren. Er wurde daraufhin uns überstellt. Nachdem dies dann getan wurde, sprach ich mit dem Kommandeur der Auxiliareinheit den Angriffsplan ab, sowie den Tag, an dem wir angreifen würden. Der ANTE DIEM V KAL MAI wurde ausgewählt. Schon früh an dem Tag wurden die Vorbereitungen für die kommende Schlacht getroffen. Die Belagerungstürme wurden aufgestellt, die Männer nahmen ihre Position auf. Dann begann der Sturm auf die Stadt. Durch die Türme konnten wir schnell die Kontrolle der Stadtmauern an uns reißen und damit auch die Kontrolle der Stadttore. Dadurch waren im Nu unsere Soldaten in der Stadt. In der Stadt wurde sehr besonnen und langsam vorgegangen, wie sich später herausstellte nicht ohne Grund. Denn die Rebellen hatten viele Fallen und Hinterhälte vorbereitet. Einstürzende Häuser, mit Bogenschützen besetzte Häuserdächer, um nur zwei zu nennen.
So sicherten wir langsam, aber sicher und unter geringen Verlusten die einzelnen Stadtbezirke. Als wir ungefähr die Hälfte der Stadt eingenommen hatten, sahen viele Rebellen ihren Untergang ein und ergaben sich. Gleichzeitig wurden aber Brandpfeile abgefeuert. Wie sich später bei den Untersuchungen heraustellte, hatten sie dazu extra brennbare Flüßigkeiten über die Stadt verteilt, damit sie auch ja lichterloh brennen würde. Glücklicherweise hatten wir die Götter auf unserer Seite. Sie ließen es nämlich kurz nach dem ersten Pfeil heftig regnen. Dadurch breiteten sich die Feuer nur sehr vereinzelt aus und konnten schnell unter Kontrolle gebracht werden.
Nach der Befreiung der Curia, bei welcher auch der zweite Anführer Sulla in Haft genommen wurde, gaben auch die letzten, verzweifelten Widerständler auf und übergaben sich in meine Hand. Nachdem dann die Stadt gereinigt und kontrolliert wurde, zogen sich die meisten Truppen wieder aus der Stadt zurück - es war schon später Abend.
Am nächsten Tag dann wurden die wenigen gefallenen Kameraden in einer feierlichen Zeremonie bestattet. Anschließend wurden die Gefangenen durch mich gerichtet.
Die Stadt an sich erlitt während dem Sturm und der Belagerung nur wenig Schäden, die bald repariert sein dürften. Die Menschen der Stadt nahmen die Befreiung unterschiedlich auf: manche zogen sich auf das Land zurück, andere kamen wieder vom Land in die Stadt und wieder andere blieben einfach wo sie waren.
Wie auch immer, nachdem die meisten Sachen erledigt waren, drängte ich auf eine schnelle Abreise nach Rom zurück, da ich noch vor der Abreise des Kaisers dort sein wollte. Ich marschierte mit zwei Kohorten nach Carthago Nova und von dort aus ließen wir uns von der Numerus nach Ostia übersetzen. In Spanien blieb einer meiner Tribune mit einer Kohorte. Ihm wurde vorrübergehend mehr oder weniger die Auxiliareinheit unterstellt. Damit überwacht er nun die Wiederaufbauarbeiten und räuchert noch die letzten Rebellennester aus.
Crassus war zwar klar, dass er noch einiges hätte sagen können, aber er ging davon aus, dass jetzt schon die meisten Senatoren fast erschlagen waren.