Beiträge von Gaius Caecilius Crassus

    Sim-Off:

    Japp.


    Crassus, der sich immernoch mit einigen seiner Männer in der Nähe des Tores herumtrieb, staunte nicht schlecht, als er von einem jungen Miles darauf aufmerksam gemacht wurde, dass dort, direkt beim Tor, ein älterer Herr auf einem Pferd sitzt. Bevor man ein Schlachtfeld betritt, versucht man ja meist möglichst alle Szenarien im Kopf durchzuspielen, um darauf vorbereitet zu sein. Doch gab es trotzdem Szenen, so wie diese, mit denen man nie rechnen würde. Dafür waren sie viel zu unwirklich. Ob dieser fehlenden Vorbereitungen auf diese Situation, dauerte es einen Moment länger als gewöhnlich, bis Crassus einen Entschluß gefasst hatte. Er drehte sein Pferd und drängte sich zu dem alten Mann durch, der, wie Crassus nun beim Näherkommen erkennen konnte, in der trabea gekleidet war. Mit dem ungewissen Gedanken im Hinterkopf, was ein Augur hier verloren hatte, sprach Crassus ihn an:


    Augur! Was machst du hier?


    Von dem konsequenten Vorgehen der Prätorianer bekam Crassus jetzt freilich nichts mehr mit. Doch das brauchte er auch gar nicht, denn er rechnete mit nichts anderem als einem solchen Vorgehen: sorgfältig, schnell und konsequent. Alles andere wäre für Crassus für römische Soldaten und insbesondere Prätorianer nicht annehmbar.



    Als die ersten Brandpfeile flogen, trat natürlich erst einmal Unbehagen in die Köpfe der Soldaten. In einer in brandstehenden Stadt zu kämpfen, war alles andere als beruhigend, ganz besonders dann nicht, wenn man sich in dieser Stadt nicht auskennt und im Zweifelsfall nie wieder hier raus finden würde. Doch gleichzeitig bestätigte das auch die Männer. Denn wenn die Verteidiger der Stadt die Stadt schon anzündeten, dann hatten selbst Sie die Stadt schon aufgegeben und wollten nur noch so viele mit in den Tod reißen wie möglich.
    Doch für all diese Gedankengänge hatten wohl die wenigsten Kämpfer Zeit, denn nur eine Unaufmerksamkeit und diese Gedankengänge hätten sich schon erübrigt, da man einen Dolch im Rücken spürt. Und der plötzlich eintretende Regen tat sein übriges. Den Göttern sei Dank und ewig Ehre, hatten sie dadurch das schlimmste verhindert und es fast unmöglich gemacht, dass die Stadt noch lichterloh brennen könnte.


    Nun konnte ja fast nichts mehr dem endgültigen Fall der Stadt im Wege stehen...

    Zeitgleich mit unserem Abmarsch nach Corduba. Rechne mit etwas mehr als einer Stunde.


    erwiderte Crassus nun ebenso kühl. Er hatte ja bis gerade eben noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass sie sich nach dem gestrigen Abend wieder abgekühlt hatte und er wieder ähnliche Zuneigung erfahren würde, wie er sie zum Beispiel an dem Abend, an dem sie sich kennen lernten, erfahren hatte. Doch diese Hoffnung wurde nun ersteinmal grundlegend enttäuscht, denn er erntete nicht mehr als Abneigung oder sehr strikte Zurückhaltung.


    Ich denke das war dann alles. Ich werde wahrscheinlich keine Zeit haben, dich nachher noch zu verabschieden, deshalb werde ich dir nun schon alles gute Wünschen. Lebe Wohl, Minervina. Solltest du noch darüberhinaus Fragen haben, wende dich an meinen Sekretär. Er wird dir weiterhelfen können.


    er machte eine Drehung und verließ das Zelt, ohne sich noch einmal umzudrehen.

    Kaum hatte Crassus das Zeichen zum Vorrücken gegeben, hörte er auch schon wieder laute Schmerzensschreie. Allerdings viel zu schnell, als dass sie von neuerlichen Kämpfen sein konnten. Deshalb er sich verwirrt umsah. Auf den ersten Blick schien es so, als ob irgendein schweres Geschoss in eine Abteilung eingeschlagen war, die etwas offensiver und am Rand stand. Dieser Eindruck wurde nur kurz darauf bestätigt, denn es verbreitete sich natürlich die Nachricht, dass die Rebellen Artellerie einsetzten, schnell wie ein Lauffeuer. Nicht aus sonderlicher Angst vor ihr, sondern viel mehr, damit niemand Zeit in dieser sehr engen Formation vertrödelte. Denn es war allen klar, sobald man wieder in Bewegung und in kleinen Abteilungen war, war ein Treffer von solchen Geschossen sehr unwahrscheinlich.
    Doch bis es soweit war und sich die Prätorianer wieder vollständig in Bewegung gesetzt hatten, schlugen noch einige Geschosse in den Massen ein. Wieviele es waren konnte Crassus ebenso wenig sagen, wie er nicht sagen konnte, wieviele Prätorianer beziehungsweise Hilfstruppensoldaten dabei verletzt oder gar getötet wurden. Doch es war klar, dass doch einige Soldaten dadurch mehr oder minder schwer beeinträchtigt wurden.


    Darüber machte sich Crassus aber keine weiteren Gedanken, denn der große Haufen löste sich gerade auf und strömte geschloßen durch die Straßen und Gassen der Stadt - damit war die größte Gefahr durch die Onager wohl erst einmal gebannt. Dabei wurde immer nach dem selben Schema vorgegangen: die Straße ein Stück weit vorrücken, anhalten, die ersten Schlachtreihen die Straße nach vorne absichern und die hinteren die Häuser, die direkt an der Straße lagen und schon passiert waren, kontrollieren. Sobald alle passierten Häuser kontrolliert und grob durchsucht waren, strömten die Soldaten aus den Häuser wieder heraus, und schlossen sich wieder den Schlachtreihen, die die Straße vor eventuellen Vorstößen der Rebellen geschützt hatten, an und rückten weiter vor. Solange bis sich wieder der hintere Teil der kurzen Schlange löste und in die Häuser strömten. Damit sollte verhindert werden, dass plötzlich Soldaten aus den Häuser sprangen, die schon passiert waren und die Soldaten so eingekesselt werden konnten. Doch natürlich nahm dieses Vorgehen viel Zeit in Anspruch.


    Crassus indess blieb mit seinen engsten Vertrauten noch in der Nähe des Tores. Er wollte kein unnötiges Risiko für sich eingehen, dabei aber doch möglichst nah an seinen Mannen sein.

    Selbstverständlich. Ich werde schauen, dass für alles gesorgt ist...
    Nachdem Crassus im Kopf alle organisatorischen Fragen und Sachen abgehakt hatte, näherte er sich ihr vorsichtig um einige Schritte. Nach einer kurzen Denkpause hob er wieder seine Stimme:


    Ich hoffe, dass dieser Wunsch, das Lager... und auch mich zu verlassen, nichts mit dem Gespräch von gestern Abend zu tun hat..

    Da hatte sie nicht ganz unrecht. Schließlich hatte Crassus ja eh vorgehabt, Minervina möglichst weit weg von Corduba während der Belagerung und der Schlacht sein zu lassen. Tarraco war zwar viel weiter als er ursprünglich gedacht hatte, aber wenn sie es so wollte war es sicherlich nicht das schlechteste. Er durchdachte und wog schnell sämtliche Möglichkeiten ab und meinte dann nach einer kurzen Weile:


    Es werden gegen später sowieso noch Boten das Lager verlassen und sich auf die Reise nach Tarraco machen. Wenn du möchtest, kann ich dafür sorgen, dass du mit ihnen Reisen kannst. Da wird die Reise zwar alles andere als bequem, dafür wäre es aber einigermaßen sicher..

    Normalerweise schätzte es Crassus ja, wenn sich seine Gegenüber nicht mit langen Reden um den heißen Brei aufhielten und gleich zum wesentlichen Punkt kamen. Doch aus wohl nachvollziehbaren Gründen war das dieses mal etwas anders. Da er eben in Gedanken noch ganz wo anders war, dauerte er einige Zeit, bis Minervinas Anliegen zu ihm durchsickerte.


    Aha.. begann er deshalb ziemlich eloquent. In Ordnung. Du bist ja nicht meine Gefangene, dir steht es natürlich fast jederzeit frei, zu gehen. Möchtest du etwa jetzt sofort, heute schon abreisen!?

    Der Miles, den Minervina losschickte um Crassus zu holen, erwischte eben diesen bei einer Besprechung mit einem Centurio. Da der Miles allerdings artig im Hintergrund wartete, bis Crassus mit dem Centurio fertig war - wahrscheinlich wollte er seine Vorgesetzten nicht unnötig unterbrechen -, ehe er sein Anliegen vorbrachte, dauerte es eine Weile bis Crassus von Minervinas Wunsch hörte, ihn sprechen zu können. Er schickte den Miles zurück zu Minervina und folgte ihm kurz darauf. In seiner prächtigen und blankpolierten Rüstung betrat Crassus mit wehendem Umhang Minervinas Zelt und blieb im Zelteingang stehen.


    Guten Morgen, Minervina. Du bist schon auf? nun trat er ganz in das Zelt hinein: Du wolltest mich sprechen?

    Gerade als das Gros der Infanterie die Stadtmauern erreicht hatte, setzte sich auch Crassus mit seiner Leibgarde in Bewegung. Er hatte zwar nicht vor aktiv in den Kampf einzugreifen, doch wollte er sich ein Bild von der Schlacht und der Stadt aus der ersten Reihe heraus bilden.


    Inzwischen wurden die Mannschaften auf den Mauern soweit verstärkt, dass der vollständige Fall der Stadtmauern zurück in die kaiserliche Hand nur noch eine Sache von Minuten sein konnte. Ebenso der Fall des Tores, das schon kurz nach dem Eintreffen des Rammbocks laut splitterte und damit den Weg für die schwere Infanterie frei gab, welche sich sofort danach in das Stadtinnere ergoss und jeglichen Widerstand überrannten.
    Als dann die größten Mauerabschnitte und das Gebiet um das Tor herum gesichert war, gab Crassus über Boten den Befehl aus, nicht weiter vorzurücken und nur die bis jetzt gewonnenen Stellungen zu verteidigen. Er wollte dadurch verhindern, dass die verschiedenen Truppen unterschiedlich schnell vorrückten und sich so möglicherweise unnötigerweise in Hinterhälte locken ließen.
    Dadurch, dass die Soldaten somit also nicht weiter vorrückten, dauerte es nicht lange, bis Crassus sie eingeholt hatte. Er drängte sich durch die Mengen, die sich in dem Tor stauten, blieb aber immernoch in einigem Abstand zur ersten Schlachtreihen als er zum Stehen kam. Er atmetete tief ein und erhob dann so laut er konnte seine Stimme, wohl in dem Wissen, dass das folgende nur reine Formsache war und im Prinzip ohne jegliche Aussicht auf Erfolg erfolgte:


    Bürger Cordubas! Jeder mit einem Knüppel, einem Schwert oder einem Stock in der Hand ist ein Feind Roms und wird die volle Strenge des Imperators spüren. Doch ich, der Praefectus Praetorio, gewähre jedem, der sich noch jetzt ergibt und mit leeren Händen die Stadt verlässt, einen gerechten Prozess in Rom. Alle anderen werden hier und jetzt den Zorn Roms, vertreten durch mein Schwert, erfahren und gerichtet werden. Denn dies ist der Wille der Götter, des Imperators und aller Römer!


    er machte eine kurze Pause und sah über die Köpfe seiner Männer. Dann hob er abermals seine Stimme, diesmal an seine Soldaten gewandt - auch in dem Wissen, dass wohl kaum die Hälfte ihn verstehen wird:


    Doppelten Sold für alle, wenn wir noch vor Sonnenuntergang die Feinde Roms besiegt und gerichtet haben. Roma Victrix!


    womit er das Zeichen zum weiteren Vorrücken gab.

    Bemüht auf irgendeinen gemeinsamen Nenner zu kommen, lauschte Crassus dem Vortrag von Minervina. Doch auch beim besten Willen konnte er da höchstens über viele Umwege einen finden; zumindest in diesem einen Punkt. Geduldig ließ er nach dieser Erkenntnis den Rest ihres Vortrags über sich ergehen. Um die Chance dieses gemeinsamen Nenners noch zu wahren, sah er ein, dass es wohl nicht zuträglich wäre, wenn er sich jetzt noch rechtfertigen würde - was er natürlich hätte machen wollen, denn seiner Meinung nach sah sie es völlig verkehrt.
    Als sie sich ihm zu wandte, erhob sich Crassus von seinem Stuhl.


    Ich achte dich auch schon heute, Minervina, und ich weiß auch sehr gut, wer du bist. Sollte ich dich oder deine Familie gekränkt haben, so tut es mir Leid, denn es war nicht meine Absicht. Wahrscheinlich handelt es sich dabei nur um ein Missverständis unsererseits... irgendetwas scheinen wir da falsch verstanden zu haben.


    er sah ihr noch einen Moment lang in die Augen, ehe er sich an ihr vorbeidrängte und zu dem Zeltausgang strebte. Bevor er ihn erreichte, drehte er sich noch einmal zu ihr:


    Dann wünsche ich dir eine angenehme Bettruhe.

    Die Mannschaften, die für die Belagerungstürme zuständig waren, die es nicht bis an die Mauer schafften, gaben ihren Turm auf als er in Brand gerat und versuchten sich schnellst möglich in den Deckungswinkel eines anderen Turms zu bringen.
    Kurz bevor die noch verbliebenen Türme die Mauern erreicht hatten, gab Crassus der Infanterie das Zeichen zum Vorrücken - allerdings in der Schildkrötenformation, da Crassus von heftigem Pfeil-Beschusss ausging.


    Die Mannschaften der Belagerungstürme erklommen inzwischen den jeweiligen Turm und versuchten dort, den gerade eroberten Mauerabschnitt mit allen Miteln zu verteidigen - zumindest solange, bis Verstärkung eintreffen würde.

    Sim-Off:

    Im ersten Post sind Belagerungstürme erwähnt, Sulla.


    Crassus beendete seine letzten Anweisungen an seinen Stab und den Praefecten der Auxiliareinheit, ehe er sein Pferd wendete und seinen Blick über die Reihen seiner Männer schweifen ließ. Auch wenn das Opfer positiv ausgefallen war und man eine zahlenmäßige Übermacht hatte, machte sich in Crassus nun doch starke Nervosität breit - die er natürlich zu verbergen versuchte. Wobei er sich sicher war, dass die anderen bei ihrer Anspannung diese gar nicht mitbekamen.
    Heute ist ein guter Tag, um eine Stadt zu erobern. Dem Kaiser, was dem Kaiser ist. damit entließ Crassus seinen Stab und ließ ihn sich zu ihren Truppenteilen zurückbewegen. Als diese dort angekommen waren, befahl Crassus den Mannschaften der Belagerungstürmen, diese nach vorne zu rollen.


    Damit hatte die Schlacht wohl endgültig begonnen. Die ersten Belagerungstürme näherten sich langsam, aber dafür schier unaufhaltsam den Stadtmauern.

    Hörst du eigentlich nur das was du willst? Und selbst das biegst du dir hin, wie du möchtest. und Crassus wusste, wie sie die Tatsachen völlig verdrehte:


    Du sagtest nämlich vorher anfangs, dass viele Patrizier nur noch weniger wichtige Positionen haben und oft nicht mal mehr im Senat sitzen. Dann sagte ich, dass es daran liegt, dass sie nun auch nach Leistung beurteilt werden und es deshalb nur einen schluß zulässt - dass sie, verglichen mit den besten Plebejern, oft nicht mehr mithalten können. Und das musst ja so sein, das hast du eben doch selbst gesagt.


    Ich glaube ich muss bald selbst meine Privatgespräche von meinem Sekretär protokollieren lassen....

    Tat er eigentlich nicht.


    Du sagtest doch, dass die meisten Patrizier zur Zeit eher unbedeutendere Posten inne haben - also halt nicht in der Nähe des Kaisers und auch nicht im Senat sitzen. Sehe ich das so richtig, das hattest du doch so gesagt, oder?
    Also. Warum werfe denn dann ich alle in einen Topf, wenn ich dir, aus meiner Sicht heraus, erkläre, warum das so ist. Und meiner Meinung nach ist das der einzige Grund, für diese neuerliche Machtverschiebung.
    Nun bitte, erkläre mir, ohne jeglichen Trotz oder Zorn, was ich falsch verstanden haben, oder wo ich etwas pauschalisiert habe, was nicht du so gesagt hattest.

    Sag mal, hörst du mir überhaupt zu? Falls nicht, und das ist mein momentaner Eindruck, dann sag es einfach, dann kann ich mir die Mühen hier sparen. erwiderte Crassus nun erbittert.


    Ich habe absolut keine Ahnung was du gerade die ganze Zeit redest, ehrlich nicht. Ich habe keine Ahnung wie du auf die Idee kommst, dass ich alle Patrizier, oder wegen mir auch nur den Großteil von ihnen, hassen würde. Habe ich nicht auch dich, eine Patrizerin, aus den Fängen von diesen Barbaren befreit? Was glaubst du warum ich das getan habe? Damit die Patrizier mir etwas schuldig sind? Damit ich ihnen bewiesen habe, dass ich besser als sie bin? Das ist doch auch blödsinn. Wenn ich sie so verachten würde, wäre mir ihr Ansehen, ihr Dank doch völlig egal, ja, er müsste mir ja sogar zu wider sein - oder etwa nicht? Nicht, dass ich dich aus diesem Grund befreit habe, doch würde es für mich doch keinen Grund geben, eine von ihnen zu befreien, wenn ich sie so sehr hassen würde.

    Weißt du was dein Problem ist? Du fertigst vorschnell eine Meinung an und meinst dann sofort, dass sie genau so der Wahrheit entspräche. Das ist aber nicht so.


    begann Crassus. Wenn Minervina bisher gemeint hatte, dass sie in einem Staat leben würde, in dem die Prätorianer nicht die Post der wichtigen Männer, die über den Cursus Publicus läuft, kontrolliert, so war das sicher nicht sein Problem, noch würde er dem weitere Beachtung zumessen.


    Ich bin in einem Beruf tätig, in dem ich mir Vorurteile nicht erlauben kann. Deshalb verfluche ich sicher keine ganze Volksschicht aus reinem Jux, noch hege Groll aus persönlichen oder sonstigen Gründen gegen sie....
    stammt nicht auch der Kaiser aus einer patrizischen Gens? Und habe ich ihm, einem Patrizier, nicht schon oft die Treue geschworen? Geschworen, dass ich für ihn jederzeit sterben würde? Wäre ich hier, wenn dem nicht so wäre? Wenn ich alle Patrizier so hassen würde, meinst du nicht ich würde sie nicht schon längst verfolgen lassen? Hätte ich dann solange zugesehen, wie ein Patrizier das Reich regiert, wo er mir doch blind vertraut und es für mich tausende Gelegenheiten geben würde ihn zu beseitigen?
    Minervina, das ist natürlich nicht so. Sicher, ich kann nicht behaupten, dass ich viele patrizische Freunde hätte, noch ihnen sehr nahe stehen würde. Doch heißt das gleich, dass ich sie verachte, hasse und allein beim Gedanken an sie vor Zorn sprühe? Das ist doch völliger schwachsinn.

    Was Crassus dann auch sofort tat. Er betrat das Zelt und wies alle Sklaven, die sich womöglich noch in dem Zelt befanden, an, das Zelt zu verlassen. Ohne seinen Blick auf Minervina zu lenken ging er quer durch das Zelt und setzte sich auf einen Stuhl am Rande. Ehe er zu Sprechen begann, sah er noch einige Momente nachdenklich auf den Boden. In einem ruhigen Ton fragte er dann ohne jegliche weitere Einleitung:


    Wie kommst du darauf, dass ich Patrizier hasse?

    Crassus Blick offenbarte wenig Überraschung, denn damit hatte er schon gerechnet. So aufbrausend und blind wie sie sich ihm gegenüber verhalten hatte, hätte man die Wasseruhr nach diesem Brief stellen können.


    Gut. Sollten weitere Briefe oder ähnliches von ihr kommen, so sind diese unmittelbar an mich weiterzuleiten. Du kannst wegtreten... achja, diesen Brief hier er deutete auf den von Minervina: hat es nicht gegeben. Wünsche dir eine angenehme Nachtruhe, abite.


    Noch während Decius das Zelt verließ, begann Crassus das Siegel zu brechen und den Brief zu öffnen. Er tat dies langsam, aber ohne jegliche Rücksicht. Als er ihn vollständig geöffnet hatte, begann er ihn zu lesen. Crassus regte sich über den Inhalt des Briefen nicht auf, auch wenn er seiner Meinung nach die Tatsachen völlig verdrehte und absolut übertrieben war. Als er ihn zu Ende gelesen hatte, legte er ihn zurück auf den Tisch, leerte seinen Becher und stand auf. Er musste ein Gespräch führen.


    Er verließ sein Zelt und begab sich zu dem Zelt von Minervina. Dort wartete er vor dem Zelt und ließ von einem Sklaven seine Ankunft mitteilen.

    Gerade war Crassus mit seinem Essen fertig geworden und spielte mit dem Gedanken sich nun für heute zurückzuziehen, als sein Verwandter das Zelt betrat und einen Brief von Minervina dabei hatte. Müde sah Crassus zu Decius auf:


    An wen ist er addressiert?


    und entfernte dabei die letzten Essensreste, die sich zwischen seinen Zähnen festgesetzt hatten. Den Brief, der auf dem Tisch vor ihm lag, sah er dabei nicht einmal an.

    Zitat

    Original von Gaius Caecilius Crassus


    Und, hast du das Bedürfnis mir solche "Informationen" mitzuteilen - auch ohne, dass ich dir vermeidbare Schmerzen zufüge?


    Nachdem einige Momente ohne eine Antwort verstrichen waren erhob Crassus gleichgültig seine Stimme:


    Dann eben nicht.


    er machte eine schnelle Wendung und verließ das Zelt. Nun würde er sich um seine Männer kümmern und dann hoffen, dass die drei Tage des Ultimatus schnell vorbeigehen würden *mit dem Zaunpfahl wink*

    Crassus seufzte und begann langsam sich die Schläfen zu massieren. Als ob er so nicht schon genug Stress hätte.


    Sie bekommt kein Pferd! Und sie wird auch nicht das Lager verlassen. Aus... Sicherheitsgründen. Genau, aus Sicherheitsgründen. Schließlich wurde sie schon einmal das Opfer von Gaunern, da wäre es ja nur fahrlässig, sie nocheinmal alleine Reisen zu lassen. Trage Sorge dafür, dass sie und nichts von ihr das Lager verlässt. Aber möglichst unauffällig... sie ist schließlich nicht unsere Gefangene. Kriegst du das hin?


    fragte er, ohne seinen Blick von den Speisen auf dem Tisch zu lösen.