Beiträge von Gaius Caecilius Crassus

    Lustlos knabberte Crassus an einem Stück Käse, als der Besucher eintrat. Irgendwie konnte Crassus nicht verstehen, was es denn jetzt noch um diese Uhrzeit sonderlich wichtiges geben würde.


    Eine nicht näher bestimmte Dame? Crassus schüttelte verwirrt den Kopf. Er konnte sich gerade nicht wirklich vorstellen, wer diese "nicht näher bestimmte Dame" denn sei. Was ist denn das für eine "Dame"? War sie am Tor oder was? Und wo ist der Sklave denn jetzt hin? Wir haben hier im Lager doch keine Fra... Crassus stutzte. Jetzt schien ihm alles klar zu werden. Genervt verdrehte er die Augen: Meinst du die Flavia? Flavia Minervina, die Patrizerin, die ich von den Elefanten freilöste?

    Zitat

    Original von Marcus Caecilius Decius
    Nachdem Decius am Zelt des Praefecten angekommen war, grüßte er die dort postierte Wache, nannte Rang sowie Namen und äußerste den Wunsch, unverzüglich zum Praefecten gelassen zu werden.


    Die Wache, die sich heute schon einmal einen Fehler geleistet hatte, beschloß dies mal auf Nummer sicher zu gehen und erst den Praefect zu fragen. Deshalb ging sie in das Zelt hinein, wechselte dort einige Worte mit Crassus und kam dann mit einer positiven Nachricht wieder heraus:


    "Du kannst eintreten."

    Zitat

    Original von Narrator Hispaniae
    Der Centurio drehte sich zu dem Praetorianerpraefekten.


    "Nun, Informationen, Praefecte ! Es kann nicht schaden, diese Vögel auszufragen, ehe man sie dem Praetor überlässt. Möglicherweise sind weitere, bisher unbekannte Personen ja in diese Sache verwickelt. Man sollte das auf jeden Fall aufklären."


    Er wird den Prätor nie erreichen. Wenn er Glück hat überlebt er mich, aber dann wird der Kaiser ihn eben richten. Aber gut, wie auch immer, du bist hier dann fertig und kannst wegtreten. er wandte sich an den Kommandeur der Cohors: Absofort übernehmen meine Männer die Bewachung des Gefangenen und ohne meine Erlaubnis kommt niemand mehr zu ihm in das Zelt.


    er wartete kein Zeichen der Bestätigung ab, sondern wandte sich gleich wieder dem Gefangenen Srabo zu.


    Und, hast du das Bedürfnis mir solche "Informationen" mitzuteilen - auch ohne, dass ich dir vermeidbare Schmerzen zufüge?

    Genervt fasste sich Crassus an den Kopf. Crassus hatte sich nur darüber aufgeregt, dass sich Patrizier darüber aufregen, dass sie keine wichtigen Ämter mehr haben und dann in den bürgerlichen Schichten als faul dargestellt werden. Und sollte sich doch mal einer auf so einen wichtigen Posten verlaufen, dann meistens nur wegen seinen Beziehungen und nicht durch seine Taten. Das man sich darüber aufregt, war auch gerechtfertigt, fand Crassus. Das ganze Rumgeweine von wegen "Wir sind ja so arm dran, hilfe! Alle mögen uns nicht nur weil wir faul sind und trotzdem alles haben wollen! Bääh" ging Crassus gewaltig auf die Nerven. In seiner Einheit würde er so ein jämmerliches Bild sicher nicht dulden.
    Dass er nicht alle Patrizier angesprochen hatte, dachte Crassus, hätte er eigentlich deutlich genug gemacht. Aber selbst wenn er alle angesprochen hätte, hätte er sich darüber keine Gedanken gemacht. Es musste ja einen Grund haben, warum auf einmal die Patrizier so einflußlos wurden. Das konnte ja nur mit ihrer Faulheit zusammenhängen, fand Crassus. Die wenigen, die sich trotzdem engagieren, saßen ja trotzdem im Senat, gegen die hatte aber auch kein Mensch etwas. Da sie allerdings, wie Minervina vorher sagte, in ihrer Zahl so gering sind, konnte man sie ja auch unter den Tisch fallen lassen - was er zwar nicht getan hat, aber hätte tun können.


    Mach das. Vielleicht wirst du ja später meine Worte verstehen, wenn deine offensichtliche Blindheit wieder verflogen ist.


    Er sah ihr nur noch einige Momente hinterher, ehe er sich den Speisen, die noch von vorher auf dem Tisch lagen, zu wandte. Wäre ja schade um sie.

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    Original von Decimus Pompeius Strabo


    "Lange ist es her, Praefect. Ich sehe, mittlerweile haben sie aus Dir einen richtigen Soldaten gemacht. Keine Latrinendienste mehr, hm?", sagte ich spöttisch und sparte dabei nicht mit hämischen Seitenblicken.


    Zufrieden stellte Crassus fest, dass sie ganz offenbar den richtigen Strabo hier hatten. Und auch wenn sich Strabo noch so sehr bemührte, Crassus ignorierte erst einmal konsequent was er da von sich gab. Schließlich konnte er sich noch gut an seinen jämmerlichen Anblick erinnern, als er voller Scheiße in einer der Vigileskasernen vor ihm stand. Er wandte sich von dem Gefangenen ab und wandte sich an den Centurio:


    Was wolltest du denn überhaupt herausfinden?

    Jetzt war es Crassus aber endgültig genug. Die Zornesröte stieg ihm in das Gesicht und er ballte eine Faust. Krachend ließ er sie auf den Tisch fallen: Bei den Göttern! Natürlich, aber auch nur, weil WIR es uns verdient haben, weil WIR dafür arbeiten. Das und nichts anderes versuche ich dir doch die ganze Zeit zu erklären! Wir arbeiten hart für unsere Belohnungen. Stehen morgens früh auf und fangen mit nichts als unserem Ehrgeiz an. Viele Patrizier dagegen wachen am Mittag auf und meinen dann, dass sie alles bekommen würden, nur weil sie Patrizier sind. Die haben es noch nicht verstanden, dass man für eine Belohnung auch Arbeiten muss! Das ist der einzige Grund, warum die Patrizier stetig an Einfluß verlieren! Sie meinen es kommt ihnen zugeflogen, nur weil das vor Jahren noch so war.

    Der Prätorianer sah den Didier immernoch verwundert an. Wer hatte ihm den erzählt, dass er das Blut trinken müsste? Das waren ja Sitten hier... aber wie gesagt, er wollte sich keine unnötige Arbeit machen.


    Ich werdem Praefect von deinem Eid auf den Kaiser und die Götter berichten. Deiner Wideraufnahm deines Postens steht nichts mehr im Wege. Vale.


    er wandte sich ohne einen weiteren Blick um und verschwand.

    Der Prätorianer im Hintergrund rümpfte seine Nase, als der Comes das Blut des Opfertieres trank. Eigentlich ging er davon aus, dass der Didier auch Voropfer machen würde, damit es ein Großes werden würde. Aber gut, dafür hatte er das Blut des Opfertieres getrunken - was für ihn zwar nicht wirklich verständlich war, aber er wollte es auch gar nicht weiter beachten, hätte schließlich nur Arbeit bedeutet.


    Er wartete gespannt auf irgendeine Reaktion des Comes.

    Genervt winkte Crassus ab. Nun war es ihm definitiv zu blöd. Außerdem war ja genau das das Problem der Patrizier. Sie meinten sie müssten nur 'Nein' sagen, damit dann alles zu ihren Wünschen geändert werden würde. Vielleicht war das ja mal vor Jahren so; heute aber nicht mehr. Und darüber und sonst nichts beschwerten sich die Patrizier. Dass sie auf einmal nicht mehr so wichtig waren, wie sie es gerne hätten. Und das gerechtfertigt. Denn man sollte schon mehr sagen und vorallem auch handeln können, als nur "Will ich nicht." Sonst hat man nichts in wichtigen Positionen verloren.
    Wie man trotzdem so verbohrt auf seine Sache sein konnte, dass man sie so anders sah, konnte Crassus nun wirklich nicht verstehen. Und wollte er auch heute nicht mehr.


    Wenn du meinst. Aber frage dich dann doch mal, warum meine Person und nicht Gracchus des Kaisers engster Vertrauter ist. Vielleicht hab ich ja doch nicht so wenig Ahnung....

    Zitat

    Original von Narrator Hispaniae
    Just in diesem Moment wurde die Zeltplane geöffnet und der Kommandant des Lagers, in Begleitung eines hochstehenden Praetorianer kamen herein. Sofort drehte sich der Centurio um und salutierte.


    "Ave Kommandant ! Der Gefangene Strabo weigert sich zu singen."


    Crassus ließ sich nicht zwei Mal bitten und erhob sich gemeinsam mit seinem Stab. Auf dem Weg vom Zelt des Kommandeurs zu dem Zelt, in welchem Strabo gefangen war, entließ Crassus den Großteil seines Stabs und versah sie mit verschiedensten Aufgaben. In dem Gefangenenzelt angekommen, machte ein Centurio Meldung und Crassus blieb dezent im Hintergrund. Zumindest bis er eine Gestalt am Boden liegen sah. Er drängte sich an allen Soldaten vorbei, die womöglich im Weg standen, um den vermeindlichen Strabo aus der Nähe betrachten zu können.

    Jetzt ist ja gut! entgegnete Crassus ihr forscher als gewollt, was er auch sofort bemerkte. Er seufzte deshalb abermalig. Langsam ging es ihm auf die Nerven. Entweder drückte er sich wirklich absolut missverständlich aus, oder aber Minervina versuchte gar nicht erst ihn zu verstehen. Er versuchte einen letzten Anlauf: Die Patrizier haben zur Zeit in dem Staat nicht mehr die Position und Stellung, die sie noch vor einiger Zeit hatten. Das spiegelt sich in der Sitzverteilung im Senat ebenso wieder als an den Kommandeursposten der militärischen Einheiten; und wahrscheinlich könnte man noch hundert andere Beispiele heranziehen. Ich denke das siehst du gleich, hast ja eben noch gesagt. Außerdem ist das ja auch ein Fakt. So. er legte sich seine nächsten Worte zu recht: Es spricht nichts dagegen, dass Patrizier in hohen Ämtern sind. Nur wenn sie die hohen Ämter nicht besser oder zumindest gleich gut als ein Plebejer ausführen können, haben sie dort absolut nichts verloren. Und dahingehend ist, meiner Meinung nach, gerade eine Änderung zu beobachten. Nämlich, dass Patrizier sich mindestens so sehr als Plebejer anstrengen müssen, um an wichtige Posten zu kommen. Ist das etwa nicht gerechtfertigt? Warum sollten sich Patrizier nicht ebenso anstrengen, als Plebejer um eine wichtige Position zu erhalten? Nur weil sie Patrizier sind? Das wäre doch zu blödsinnig....

    Als Minervina sich erhob, begann Crassus seufzend seine Stirn zu massieren. Irgendwie hatte er sich den Abend anders vorgestellt - nämlich dass er so weiterging, wie er angefangen hatte. Das schien sich nun für heute wohl endgültig erledigt zu haben. Müde von dem heutigen Tage, sah er wieder auf und zu Minervina, die gerade noch einmal hinterher trat. Er seufzte abermals, ehe er ihr antwortete.
    Ohhh Minervina, jetzt bleib hier und setz dich wieder hin. Ich weiß gar nicht was du gerade falsch verstanden hast, aber ich sagte doch gar nicht, dass die Patrizier schlechter oder zu nichts zu gebrauchen wären - auch wenn du es nicht so hinstellst. Ich sagte nur, dass ihre alten Ansprüche vielleicht nicht mehr auf die aktuelle Zeit passen.... und nichts anderes.

    Sim-Off:

    dann versuchen wir das ganze mal wieder zu ordnen...


    Crassus schaute den Mitarbeiter des Cursus Publicus schräg an, als er auf einmal in seinem Zelt stand. Er hatte zwar absolut keine Ahnung, wie er und sein Pferd da rein kam, aber er war sich sicher, dass ihm das nicht sonderlich gefiel. Ehe Crassus irgendetwas tun konnte, war Minervina aufgesprungen und hatte die Briefe dem Boten entrissen und angefangen zu lesen - das gefiel Crassus auch nur geringfügig, schließlich bekam er auch vertrauliche Post - meist aber nicht über den Cursus Publicus.
    Wie auch immer, als der erste Schock verflogen war und auch sicher einige Sekunden, ergriff Crassus wieder das Wort und damit auch hoffentlich wieder die Kontrolle. Er wandte sich zu erst an den Herius:


    Der normale Postverkehr wird wieder aufgenommen. Meinen Berichten zufolge beschränkt sich der Aufstand nur auf Corduba. Die gesamte Umgebung sollte mehr oder minder ruhig sein. Das konnte ich auch auf dem Marsch von Tarraco hier her feststellen. Also spricht nichts gegen einen normalen Postbetrieb. Sollte sich trotzdem der Fall einstellen, dass es in machen Regionen zu vermehrten Überfällen kommt, werden diese Gebiete eben von dem Betrieb ausgenommen und ich möchte unverzüglich darüber informiert werden.... wo wir gerade bei Informieren sind: wie war dein Name noch gleich? Und gab es in letzter Zeit irgendeinen Briefverkehr zwischen dem Proconsul oder der Administration von Hispania und dem Rest des Reiches?


    Crassus wartete die Antwort des Postboten noch ab, ehe er ihn dann entließ. Mit einem kurzen Blick zu Minervina gab er ihr zu verstehen, dass nur er bestimmen würde, wann der Bote entlassen war und wann nicht.
    Dann nahm er seinen Brief an sich und überflog ihn; für mehr hatte er nun gerade wirklich nicht die Muße.


    Er bedankt sich bei mir. antwortete Crassus trocken und reichte ihr dann den Brief, damit sie ihn selber lesen konnte.

    Zitat

    Original von Gaius Didius Sevycius
    Nachdem ich das Lager verlassen habe, will ich ein grosses Opfer geben und einen neuen Eid auf den Kaiser und das Imperium geben sodass ich das Missverständnis ich aus der Welt schaffen kann.



    Wartend auf die Begleitung die als Zeuge dienen soll, warte ich sodass ich anfangen kann....


    Die Begleitung wartete in einigem Abstand geduldig.


    Aber Crassus konnte leider nicht davon ausgehen, dass die Tore bei ihrem Sturm offenstehen würden, deshalb wäre es ohne Belagerungsgeräte schier unmöglich überhaupt in die Stadt zu kommen.


    Dafür hatten sie genug Zeit um sich in der Stadt zu verschanzen. Ein Häuserkampf wird nie so ablaufen, wie man es gerne hätte... und eine Unterzahl wirkt sich da leider auch nicht so entscheidend aus.


    Crassus seufzte.


    Dann wollen wir mal hoffen, dass deine Männer nicht so heiß sind, dass sie ganz Corduba verbrennen... er räusperte sich: Schick' einen Boten in die Stadt und stelle ihn einen Ultimatum von 3Tagen - ab heute - um sich zu ergeben..

    Das Volk bestimmt nicht wer im Senat sitzt und wer nicht. Und wenn es zwar viele Patrizier gibt, aber davon nur wenige im Senat sitzen, so liegt das wahrscheinlich an den Patrizern und nicht an den Plebejern oder sonst wem.. Crassus räusperte sich. Das war zwar seine ehrliche Meinung, aber wahrscheinlich würde Minervina diese Haltung nicht sonderlich gefallen - würde sie Crassus an ihrer Stelle zumindest nicht. Ich wage zu behaupten, dass ein Patrizier nur halb so gut sein muss, wie ein Plebejer, um das gleiche zu erreichen... ist das etwa gerecht? Da kann ich es schon verstehen, wenn man sich teilweise darüber aufregt.

    Zitat

    Original von Narrator Hispaniae


    "Nein, aus der Stadt dringt kein Lebenszeichen, wie gesagt. Außerdem sind es diese Verräter nicht wert, daß man sich mit ihnen sonstwie beschäftigt als die richtige Vorgehensweise, sie mit dem Gladius zu durchbohren." knurrte der Kommandant.


    Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du die Güte hättest, mir das weitere Vorgehen zu überlassen. antwortete Crassus genervt. Nach dem stundenlangen Ritt hatte er eigentlich keine Lust mehr sich noch groß zu ärgern. Also verhalten sich die Aufständischen ruhig und ihr ebenso, aha. Habt ihr schon Belagerungsgeräte und ähnliches für eine Stürmung der Stadt bauen lassen?

    Nein, nein ich werde dein "kleines dunkles Geheimnis" niemandem verraten... Crassus wischte sich nun die letzten Tränen aus den Augen und kicherte noch etwas vor sich hin. Kochen - diese Fähigkeit hatte sich bei Crassus nie über Puls machen hinausentwickelt, wozu auch, er hatte ja dann Sklaven dafür. Aber das Minervina kochen konnte; schon allein beim Gedanken daran begann er wieder zu lachen...


    Ei, nun wurde es aber auf einmal wieder ernst. Sein Lachen verschwand nach und nach. Auch wenn Minervina den letzten Satz ironisch meinte, würde Crassus den so direkt ernsthaft übernehmen. Denn Patrizier hatten nun einmal nicht zu vernachlässigbare Vorteile und wenn man die beachtete, erreichten sie, verglichen mit erfolgreichen Rittern oder Senatoren, nur relativ wenig. Naja versuchte Crassus einen diplomatischen Anfang die Welt ist in vielelei hinsicht nicht gerecht.. Crassus seufzte.


    Für Plebejer is es aber nicht einfacher sich Anerkennung zu erarbeiten... und der größte Unterschied: die Plebejer haben selten einen Stammbaum, der ihnen Tür und Tor öffnet...