Beiträge von Titus Aurelius Durus

    Der Junge ahnte gar nicht, wie durcheinander seine Worte waren oder das Sextus wohl nicht mehr mitgekommen war. Er war einfach nur begeistert und ließ sich von seinem eigenen Redefluss mitreißen. Natürlich war es ihm klar das er niemals sein Wort brechen würde und immer ... Ja wirklich immer aufpassen würde. Das er sich schon bald im Unterricht schon nicht mehr so genau dran halten möchte, daran dachte Titus nicht und er würde es auch nie vermuten.
    Für den Kleinen war es total wichtig wie Baldemars Name war und was dieser darüber dachte. Sicher würde sein Vater das nicht gut heißen, wie viel er inzwischen von dem Germanen gelernt hatte und wie sehr beide einander verstanden. Er war eben der kleine Thingmar. Nicht das er das jemals laut aussprechen würde. Das war ein Geheimnis zwischen Baldemar und dem Jungen.


    Als Sextus antwortete, lagen die Augen von Titus auf seinem Onkel und er würde immer begeisterter. Fast hätte er gehüpft. Doch dann stoppte er und sah sich mit verdrehten Augen zur Stirn, als Sextus ihn dort antippte. "Ja, Au ja. Ich übe ganz viel mit Cimon. Aber wieso soll ich denn meine Stirn benutzen? Baldemar würde eher Pfeil und Bogen oder eine Fälle benutzen. ... Glaube ich" meinte Titus mit einem breiten Grinsen. Aber an sich waren das doch tolle Worte. Also fiel er Sextus einfach nochmal in die Arme und umarmte ihn dankbar. "Du bist toll! Ich hab dich lieb" meinte er dann leise und ließ ihn los. Rasch korrigierte er seine Kleidung. Denn so benahm sich ein Legatensohn doch nicht. "Tut mir leid" damit sah er ein wenig schuldbewusst zu Boden. Grinsend knabberte Titus an seiner Unterlippe. "Ich kann schon toll mit einem Sax ... Ehm ... Einem Schwert umgehen." Beinahe hätte er sich verplappert. Also wirklich. Kindlich begeistert blickte der Junge erneut auf und lachte Sextus gelöst an.

    Sim-Off:

    Ja, das Leben kann einen manchmal echt in Beschlag nehmen ;)


    Sein Vater hatte immer darauf geachtet, das er sich Namen merkte. Das sollte Titus später mal behilflich sein. Wobei es sich dann vermutlich auf wichtige Personen beziehen würde. Allerdings waren die beiden Sklaven sehr wichtig für Klein Titus. Er hinterfragte es auch nicht. Es war einfach so. Natürlich ging er in seiner kindlichen Naivität davon aus, das sein Lieblingsonkel genau wusste, wovon er redete und um wen es ging.
    Als es um den Lehrer ging wurden die Augen des Jungen immer größer. Er wollte nicht das jemand anderes leiden müsste, nur weil ihm etwas nicht gefiel. Gleich wie wenig er diesen Menschen mochte. "Ja, Cimon ist unglaublich schlau. Obwohl er kein Grieche ist ... Aber .... Aber ... Nein, bitte schimpf ihn nicht. Ich will auch besser lernen. Ehrlich. Ich schwöre es"
    Dabei hob er zum Schwur die Hand und nickte unterstützend. "Jawohle" Titus nahm das sehr ernst, schließlich galt sein Wort etwas. Niemals würde er es brechen. Das hatte sein Vater ihm bei gebracht.


    Schnell war er durch die nächsten Worte von Sextus abgelenkt und strahlte ihn über das ganze Gesicht an. Kurz lachte er auf, als er die Namen hörte. "Nein, nein. Er heißt Baldemar. Das ist total wichtig wo er her kommt." Ja, genauso wie sein Anhänger. Kurz hielt er mit der Hand über die Holzrune, die er an einem Lederband unter der Kleidung verborgen trug. Schnell endete er weiter um von sich ab zu lenken. "Cimon ist sehr schlau. Er kann lesen, schreiben, rechnen und so. Er macht ganz viel für Vater und hilft ihm immer bei vielem. Vater sagt er vertraut ihm. Jawohle, das hat er mal gesagt. Und Cimon passt auf ihn auf. Und jetzt passt er auf mich auf... Genau wie Baldemar. Der kann toll kämpfen und jagen und weiß viel von so Ehre und so. Ich mag die beiden, weißt du? Vater hat sie mir mitgegeben ... Warte ... Dürfen sie sich denn um mich kümmern und so... Bitte bitte bitte ..." Viel zu spät fiel ihm auf, das er bettelte und das durfte der Junge nicht. Ganz und gar nicht. "Tut mir leid" schob er dann auch leise hinterher. Dabei senkte er leicht schuldbewusst den Kopf.

    Er fühlte sich immer mehr geborgen und sicher, weshalb Titus sich nur zu gerne in die Arme seines 'Onkels' begab. Es war einfach nur großartig so umsorgt zu werden, wo doch die letzte Zeit derartig anstrengend und chaotisch gewesen war. Eine kleine Träne wagte sich erneut aus seinem Auge und klein Titus wischte sie schnell weg.
    Nun stand er vor seinem 'Ziehvater' und sah ihn begeistert und mit kindlicher freude an.


    "Ja... ich bin schon groß" behauptete Titus voller Stolz als Sextus meinte er wäre 'fast' sechs. Für den Jungen war das wie ein 'Orden'. Auch wenn er da ein bischen viel hineindachte.
    Einen Lehrer? Mist, er war erwischt. Durus senkte ertappt den Blick, als er kleinlaut antwortete. "Ja, ich hab einen Lehrer. Phocylides, der ist Grieche, weißt du? Und richtig schlau. Aber total streng und gemein. Cimon sagt das es so sein muss, wenn man lernen will. Naja ... ach ja ... "
    Nun sah er mit einem Strahlenden Gesicht auf und unbändige Freude zeigte sich in dem Jungen. "Ich frage Cimon und Baldemar ganz viel. Die sollen auf mich aufpassen haben papa ... ich meine Vater und Mutter gesagt. Und die wissen auch ganz viel. Die erklären die Sachen auch viel ... netter"


    Dann kam dem kleinen Jungen eine verrückte Idee. Na gut ... welche Idee von Titus war nicht verrückt? Er hübfte kurz auf der Stelle und warf sich wieder in die Arme seines tollen Ziehvaters. "Dürfen die beiden auch mal meine Lehrer sein? Biiiiiiteeee." Mit einem breiten Grinsen ließ er Sextus dann doch los und trat wieder einen Schritt zurück. Das war wirklich kein Benehmen. Was würde Phocylides nur dazu sagen? So senkte Titus erneut den Blick. "Tut mir leid." Meinte er dann auch kleinlaut.



    Sim-Off:

    Es tut mir sehr leid, das ich so lange gebraucht habe. Ich will mich bessern

    Klein Titus ahnte ja nicht wie sehr er seinen Onkel verwirrte. Für den Jungen fühlte es sich richtig und gut an. Er handelte in dieser Beziehung vollkommen aus dem Bauch heraus. In Titus' Augen hatte Sextus es mehr als nur verdient. Sich beschützt fühlen war so viel wert. Vor allem hier in der Ferne. Für ihn war Rom nur ein Ort aus Geschichten. Grusel Geschichten.
    "Ja, Titus wird immer gut auf dich aufpassen. Jawohle."
    Nachdenklich betrachtete klein Titus den Soldaten und sah dann begeisternd nickend zu Sextus auf. "Oh ja ... Das machen wir. Wenn sein Contubernium nach ihm ruft komme ich ihn holen ... Jaaaa?"
    Damit hatte er nun grinsend einen Grund gefunden jederzeit zu Sextus zu laufen. Und musste dabei nicht zugeben wenn er Angst hatte. Nein, er konnte einfach den Legionär Titus als Grund vorschieben.


    "Tutor, ja? ... JA!"
    Begeistert Rieger es aus und druckte sich erneut fest an Sextus. Seine Stimme war leise und nur einmal musste er leise schniefen. "Danke. Ich mache dir auch keinen Ärger. Versprochen"
    Dann musste er doch ein wenig schief grinsen. "Und ich kaufe auch nur ordentliche Sachen. Ehhhhrlich"
    Titus war ihm sehr dankbar das er es ausgesprochen hatte und der junge wiederholte es auf seiner eigenen Art. "Ja... Papa bleibt Papa "
    Er fuhr sich mit dem Ärmel über das Gesicht. Nein, er wollte doch nicht weinen. Und doch kamen nun immer mehr tränen und Titus fiel seinem 'Onkel' nun vollends um den Hals.


    Leise wimmernd am Hals seines 'Zweitpapas' flüsterte der Junge mehr als das er laut sprach. "... Fünf .. Ich ... Ich werde sechs ..." Er überlegte wann das der fall sein würde. Aber es war einfach unwichtig geworden. Irgendwann dieser Tage. Zumindest hatte er gehört wie Cimon dies zu Baldemar gesagt hatte.

    "Ehrlich? ... Oh Danke." Sein 'Onkel' würde ihn also nicht verraten. Er konnte sein Glück kaum fassen. Titus strahlte Sextus aus großen Augen an. Titus hatte nur wenige 'Vorbilder' außer seinen Eltern. Und es war besser das sein 'Onkel' nicht wusste, das ein ganz besonderer Sklave dabei war. Aber das war ja auch ein germanisches Geheimnis. Kurz fühlte seine Hand über der Kleidung und Titus war froh, das sein Holzanhänger mit der Rune drauf nicht zu sehen war.
    Sextus hockte sich zu ihm und der kleine Junge konnte nicht anders als seine Worte in eine tat umzusetzen. Er umarmte den Älteren kurz dankbar. Richtete dann aber ganz 'Legatenmäßig' seine Kleidung. So wie er es bei seinem Vater abgeschaut hatte.


    Er half ihm sogar beim Aufräumen seiner kleinen 'Legion' und Titus quasselte drauf los. "Das ist Titus. Der heißt genauso wie ich und ist mein bester Freund und dass ist ..." Er zählte viele Namen auf, die er aus Mantua kannte. Durus war von kindlicher Aufmerksamkeit gesegnet und sah wie Sextus ausgerechnet Titus in den Händen hielt. Das war doch der 'Angreifer' gewesen, oder? Kurz schniefte er und musste es dann rasch überspielen. Ohne lange darüber nachzudenken schloss er einfach sie Hand seines Onkels um die Figur. "Willst du Titus haben? Er ist mein bester Mann und wird gut auf dich aufpassen."
    Ohoh ... warum er alleine im Atrium war? Titus sackte ein wenig in sich zusammen und zuckte mit den Schultern. "Naja ... alle haben was zu tun. Und... und darum hab ich keinen Unterricht ... ehrlich... hmhm ... Jawohle" Er versuchte ganz soldatisch etwas gerader zu sitzen und sah auf Sextus auf. Aber Lügen hatte sein Vater ihm nicht beigebracht ... "Ich ... ich hab aber auch nicht gefragt." Gab er schuldbewusst zu. Dabei wich er allerdings nicht dem Blick von Sextus aus... dann fiel ihm noch etwas auf und er redete einfach weiter ... "Paps und Mam sind nicht hier und ... und ... naja ... bist du jetzt mein ... ich meine ... darfst du... oder?" Titus war verwirrt und mochte dies nicht besonders also stand der kleine Junge einfach auf und umarmte Sextus. "Du bist jetzt mein Papa zwei, ja?"

    Noch wärend klein Titus gegen die Tränen ankämpfte hörte er eine Stimme. Sie war irgendwie dunkel und bedrohlich. Was er wohl bei jeder tiefen, männlichen Stimme so empfunden hätte. Also kroch er ein wenig rückwärts in den Schatten und hinter eine Säule. Mit weit aufgerissenen Augen sah er das er seine 'Legion' zurück gelassen hatte. Das 'Nein' konnte er gerade noch so unterdrücken und streckte nur kurz die Hand nach ihnen aus. Durus umklammerte den Stier aus Holz mit beiden Händen und hoffte das nichts schlimmer geschehen mochte.


    Doch das Glück war ihm nicht hold. Er sah einen Fuß in Sandale der sich auf den mutigsten der Legionäre 'stürzte'. Aber das Pilum des Soldaten war gut aufgestellt und so gewann seine Legion gegen den Übermächtigen Feind. Eine Stimme holte ihn vom Schlachtfeld. Ohoh ... Das klang nicht gut. Und er wusste nun ganz genau wer es war. Aber sein Vater hatte ihm beigebracht das man immer zu seinen Fehlern stand. Kurz schiefte er ein letztes mal, wischte sich über das Gesicht und stand auf. Dabei richtete er seine 'Uniform' und trat vorsichtig aus seinem versteck. "J.. Ja, Onkel Sextus?" Für Titus waren alle die Nicht Soldaten aber Familie waren irgendwie Onkel und Tanten. Sicher machte er es sich so einfach. Aber meistens waren die Erwachsenen so gnädig darüber hinweg zu sehen. Ganz unschuldig sah er ihn von unten her an. "... M.. meine Legion ist gerade aufmarschiert." Erklärte er mit einem Blick der langsam zu Boden ging. "Tut mir leid, Onkel Sextus." Papa hatte ihm beigebracht ordentlich zu sein. Und jetzt machte er ihm schande. Dabei hatte der Junge doch versprochen sich ordentlich zu benehmen. "Bitte ... Bitte sag es nicht Paps." Dann erkannte er wie er es retten konnte und wollte sich auch schon auf seine Legion werfen um sie zurück in ihre 'Unterkunft', also seinen Beutel, zu scheuchen.

    Sein Vater hatte ihn nach Rom geschickt. Na toll! Ganz wunderbar! Jetzt war er hier. Ohne Soldaten. Ohne Freunde. Und überhaupt ... Und ständig sollten Cimon und Baldemar auf ihn aufpassen, das er ja zu seinem Unterricht ging und ihm nichts passierte. Na das wurde ja immer besser! Heute hatte er sich 'frei' genommen. Wie gut das alle etwas zu tun haben schienen. Er war mit den anderen gestern erst angekommen. Noch kannte er Nichts und Niemanden. Noch! Papa war krank und Mutter ging es bestimmt nicht viel besser und sie beide waren weit weg. Er war alleine. Traurig zog er seine 'Legatenkleidung' an, die er in Mantua geschenkt bekommen hatte und die ihn an seine Freunde und 'Kameraden' erinnerte.


    Leise schlich er sich aus seinem Zimmer. Schnell war Titus sehr enttäuscht, da er nicht einem Soldaten begegnete. In einem Beutel hatte er ein Holztier was er in Mantua geschenkt bekommen hatte und in einem Anderen ein paar kleine Holzsoldaten. Irgendwie war es dennoch absolut enttäuschend für den Kleinen. Schließlich endete sein Streifzug im Atrium wo er sich einfach in eine Ecke hockte und seine Holzfiguren raus holte. Nur kurz schniefte er. Das erste Mal seit sie in Mantua los sind. Schließlich war er der 'Mann'. Und er hatte seinem Paps versprochen gehabt stark zu sein. Schnell wischte er sich die Träne weg. So verhielt sich ein Legat einfach nicht! Er weinte nicht! Die Soldaten lagen achtlos auf dem Boden vor ihm und er hielt den Stief in der Hand. Er war viel einfacher geschnitzt. Aber er wusste genau von wem er war.

    Wie so oft in letzter Zeit schlich sich Titus spät Abends noch durch die Gänge. Frija kümmerte sich mehr um seine Mutter. Baldemar hatte sicher genug damit zu tun Reisevorbereitungen zu treffen ... zumindest hatte Titus das gehört. Was auch immer das bedeutete. Und der letzte der Sklaven der sonst auf ihn acht gab, war ständig am schreiben oder saß neben seinem Vater. Bestimmt passte er auf ihn auf. Und Titus? Er konnte tun und lassen was er wollte. Am Anfang war das noch toll. Aber inzwischen war alles so traurig und düster.


    Der Junge bekam die letzten Worte noch mit als er eintrat und blieb da stehen. Mit traurigen Augen sah er in den Raum. Stand einfach nur da. Durus trug an diesem Abend seine beste Kleidung. Er gefiel sich so. Wenn sonst nichts glänzte ...
    Mit leiser Stimme, die aber kaum weinerlich klang, wie er hoffte, machte er sich bemerkbar. "Ihr geht. Ohne m... uns?"
    Schwer wurde es in seinem Herz. Und trocken der Hals.
    Was war nur geschehen? Hatten die 'Anderen' gewonnen? Bedeutete das ... ja, was bedeutete das? Sein kleiner Körper zitterte und doch war er kaum in der Lage sich zu bewegen.

    Die Freude des jungen Aureliers kannte keine Grenze. So bemerkte er nicht wirklich das es seinem Gegenüber unangenehm hätte sein können. Titus freute sich einfach über den Besuch aus Rom und auf eine Gelegenheit etwas zu lernen ... jemanden kennen zu lernen. Das Missverständnis wurde nicht aufgeklärt, so dass klein Durus noch immer von falschen Vorraussetzungen ausging. Dennoch wollte er nicht weiter darauf eingehen, da er nur schwer mit Verlust umgehen konnte.


    Er grinste ein wenig und zuckte mit den Schultern. Dabei dachte er darüber nach ob er etwas trinken wollte. War nicht ein Sklave anwesend? jemand hatte ja die Tür geöffnet. Nach dieser Person musste der Junge sich nicht umdrehen. Das wissen darüber reichte. "Ja, gerne. Etwas Saft?" Das sein Gastgeber sich erst jetzt vom Bett gleiten ließ, überraschte ihn nicht. Es störte Titus auch nicht. Warum auch? Das war ja schließlich klein Gracchus' Reich.
    Dann wurde das Grinsen des Aureliers breiter. "Wir können es uns auch ... erbeuten." Ein Beutezug quer durch die Räumlichkeiten bis zur Küche würde Titus gefallen. Dabei überlegte er nicht ob es dem älteren ähnlich ging.
    Wobei der Gedanke nun bedient zu werden und hier zu bleiben auch recht angenehm war.



    Sim-Off:

    Bitte verzeih meine unregelmäßige und in letzter Zeit eher mangelhafte Anwesenheit

    In der tat. Das Leben war wirklich nicht leicht. Und soooo schrecklich ungerecht. Aber wenn sein Vater das so sagte, musste es richtig sein. Und sein Papa hatte ihn auch sehr lieb. Und er machte ihn sehr stolz. Klein Titus strahlte seinen Vater geradezu an. Das war ja soooo toll!


    Es war äußerst angenehm sicher im Arm seines Vaters zu weilen. Durus sah seinen paps fragend an, als dieser meinte, er hätte etwas zu sagen, was dem Jungen nicht gefallen würde. Geduldig wartete er ab. Denn Ursus' Stimme klang sehr ernst. Das ferbte ein wenig auf den Sohn ab.
    Mit Tränen in den Augen, die er aber nicht weiter zuließ, streffte Durus seine Gestalt und nickte ernst. Sein Vater brauchte ihn. Und er würde da sein.
    "Ja, ich mach das, Vater. Ich ... ich pass auf Mama auf."
    Mit diesem Zusatz machte es Titus viel weniger aus, seinen Papa zu verlassen. Aber sie würden sich ja bestimmt bald wiedersehen. Schließlich hatte klein Titus sein Lieblingspferd geopfert.

    Antias ging in die Knie und Titus strahlte darüber. Nun musste er nicht mehr derartig hoch schauen. Er lächelte und nickte eifrig. "Ich hol mir ganz baldig die Erlaubnis... ehrlich." Er hob die Hand zum Schwur. Kameradenehrenwort! Toll! Fast hüpfte er auf der Stelle vor Freude. Ein Laut der Freude konnte er gerade noch so unterdrücken. Stattdessen versuchte er ruhig, legatisch da zu stehen. "Danke... vielen Dank." Und schon war es vorbei mit dem Legat sein und Titus umarmte seinen kameraden dankbar.
    Sein Geheimnis war sicher. Und wieder ein leises, fast geflüstertes "Danke". Dann löste Titus die Umarmung wieder. Verschwörerisch sah der Junge sich um. Noch immer redete er leise, damit es ja niemand sonst hörte. "Ja... was ganz Besonderes. ... sowas."
    Wieder sah er sich um. Dann fingerte er die geschnitzte Holzrune mit dem Zeichen des Thingmar hervor, die an einem Lederband um sein Hals hing. Das durfte niemand sehen. "Aber ... psssst" Sagte er erneut beschwörend. "Soll ein Dankeschön sein... für wen ganz tolles." Mehr verriet er lieber nicht. ... Vorerst.
    Die freundschaftliche Hand auf seiner Schulter tat dem Jungen gut. Er strahlte ob der neu gefundenen Freundschaft.


    Dann wurden seine Augen groß vor Begeisterung. "Jaaaaaaaaaa." Rief er begeistert aus und hüpfte nun doch ein wenig auf der Stelle. Dann sah er ein wenig schuldbewusst nieder. So benahm sich ein Legatensohn doch nicht. Also doch anders. Er korregierte den Sitz der Kleidung. "Ja, gerne. Danke Antias." Aber das Leuchten in seinen Augen veränderte sich bei alledem in keinster Weise.

    Das Marei sich hinter seinem Rücken versteckte, bemerkte Titus nicht. Er war es gewohnt das Sklaven unsichtbar waren. Er ahnte nicht wer es war.


    Gewesenen? Ohoh. Das war ja wieder eine dumme Sache. Titus sah ihn überrascht und ein wenig traurig an. "S... Salve Manius." Es war eine recht vertraute Anrede. Ja. Aber das war etwas was Titus gerne machte. Vor allem da er nicht viele Freunde vorzuweisen hatte. Und dann tat ihm sein Gegenüber auch noch sehr leid. Wenn seinem Papa was geschehen würde. Titus wusste nicht was er dann tun würde. Und er wollte es auch gar nicht herausfinden. "Tut mir leid." Sagte er ehrlich. Er trat näher und reichte ihm den Arm.
    Dann stockte er in seinem forschen Schritt. Was er hier tat? Aurelius Durus. Oh. Jetzt fiel es ihm auf und er wusste nicht ob er die Situation vernünftig würde retten können. "Nun ... ich begrüße dich. ... Flavius Gracchus"


    War dies nun Rettung genug? Villeicht sein entwaffnedes Lächeln? Naja... bei den Erwachsenen half es immer. Warum nicht auch jetzt. Schließlich war es das einzige was Titus noch einfiel. Das Manius seinen namen fragend ausgesprochen hatte bemerkte klein Titus gar nicht. Oder er ging darüber hinweg, da er es nicht so recht verstand. Sicher, er war stolz auf seinen Namen und hatte viele Geschichten über seinen Namensgeber gehört ... was den Stolz nur verstärkte, doch der Name ist zur Normalität geworden und bislang hatte ihn niemand dazu befragt.

    Wie gut das sein großer Freund stehen blieb. Puh, im Laufen hätte er nicht so gut reden können. Und noch waren sie unter sich. Soldaten unter sich, Jawohle. Er sollte erst fragen? Naja, richtig war das schon. Aber das würde doch bestimmt dauern. Kurz sah er nieder. Nur um dann voller Tatendrang wieder aufgerichtet da zu stehen. "Na gut. Ich werde fragen. Und dann, dann kannst du es mir zeigen, jaaa?" Seine Begeisterung war noch etwas verhalten, da Titus nicht wusste, ob er die Erlaubnis bekommen würde.


    Der ärmste Antias kannte keine Runen. Verschwörerisch sah er sich um. War ja schließlich ein Geheimnis. "Naja. Die Germanen die haben so Runen als Zeichen. Die sind was ganz besonderes, Jawohle. Und es gibt Namensrunen. Die sollen auch noch Glück bringen und so ... ich will da jemandem was schenken. Aber ich brauch die Rune ... ach was. Das bekomme ich schon hin. Bin ja ein Legat oder so. Und Soldat. Jawohle." So viel geredet. Und so viele Geheimnisse. Rasch legte er sich den Finger auf die Lippen. "Aber psssst. Muss ein Geheimnis sein, ja?"
    Nun musste er schon ziemlich herzzerreißend aussehen. Sein Blick war hilflos und er hoffte darauf das sein Kamerad ihm beistehen würde.

    Durus grinste seinen Vater breit an. Irgendwie gefiel es ihm hier zu sein, mit seinem Vater zu reden und dann auch noch wie nebenbei etwas zu lernen. Unglaublich! Kurz musste er dann doch schmollen. Titus sollte auf seinen Lehrer hören. Manno, war der Plan auch zerstört. Aber er nickte eifrig. Denn auf seinen Vater hatte man zu hören. Jawohle! "Gut. Mach ich. Gaanz ehrlich. Jaaaa, ich glaub schon das er immer was vernünftiges will." Er wurde immer leiser. Aber er würde ab jetzt ganz doll viel mehr fragen.
    Ruhig und sachlich. Na mal sehen ob er das hinbekommen würde...


    Wie sein Papa ihn in den Arm nahm, schlangen seine Arme sich um ihn und er sagte ganz leise. "Ich hab dich lieb, Papa."
    Sie waren schon nobel und mächtig. Aber nicht genug? Seine Augen begannen zu leuchten. "Dann werd ich das machen Vater. Jawohle! Noch nobler und mächtiger. Das mach ich Vater." Jetzt sagte er mit Absicht Vater zu seinem papa. Nur um den Ernst deutlich zu machen.

    Langsam wurde er ungeduldig, doch dann erinnerte er sich. Titus glättete seine Kleidung und stand aufrecht da. Disziplin und dieses andere ... Geduld, jawohle, das war wichtig. Oder so. Hörte er da Füße? Und wer redete da? Und was?
    Die Tür bewegte sich und rasch stellte er sich wieder gerade hin. Hatte er sich doch ein wenig vor gebeugt um zu lauschen. Vorsichtig und neugierig trat er ein. Nach den ersten Schritten legte er ganz legatisch die Hände auf den Rücken.
    Marei sah er zunächst nicht, da sie hinter der Tür stand. Aber er sah den jungen Gast. Titus grinste und nahm doch eine Hand vom Rücken weg, um kurz zur Begrüßung zu winken. "Salve." Der Junge war älter. Und ein gast. Was wenn der ihn jetzt auslachen würde? Durus straffte seine Gestalt um all diese Gedanken zu verbergen. "Ich bin Titus Aurelius Durus. jawohle! Und der Sohn von meinem Vater ... also vom Legaten." So selbstbewusst es nur ging stand er da, legte wieder beide Hände auf den Rücken und wechselte seine Position in so fern das er vom Ballen zur Ferse wechselte.


    War er jetzt nicht der Chef? Naja, nichjt zwingend. Der Junge konnte immernoch loslachen. Aber er musste nur schnell genug nachfragen ... genau! "Und wer bist du?" Fragte er eher neugierig denn herausfordernt.

    Es war Besuch da. Es war nicht leicht heraus zu bekommen, aber Titus hatte die richtigen Leute belauscht um zu erfahren, dass ein Kind da war. Ein Junge sollte es sein, aber er wusste nicht wie alt er war. Vielleicht war er ja so alt wie Titus. Oder aber viel älter ... kurz stockte der kleine Junge vor der Tür, hinter der er den Gast vermutete und dachte darüber nach was geschehen konnte. Was wenn der andere ihn nicht mögen würde? Oder ihn verhauen ... nein, er war der Legatensohn ... genau! Er brauchte einen Moment um sich Mut zu machen und klopfte dann schließlich an.
    Denn Höflichkeit war unverzichtbar. Zumindest wenn man Chaerephon glauben konnte. Und sein Lehrer hatte leider in vielen Punkten recht. Dann sicher auch hier. Klein Titus trat von einem Bein auf das Andere und sah sich dabei um. Er konnte nicht ahnen, das der Gast nicht allein war. Und an sich war es ihm auch egal. Es war manchmal einfach nur langweilig.

    Sofort straffte Durus seine Gestalt. Denn er war kein Milchgesicht. Er würde nie ein Milchgesicht sein. Sein ganzes Gesicht strahlte vor Freude und Stolz.
    "Genau,ja! Ich werde nie niemals nicht ein Milchgesicht sein." Titus grinste. Bei dem Gedanken an seine Mama strahlte er nur noch mehr. Aufmerksam sah er seinen Vater an und dachte über das alles nach. "Dann muss ich gar nicht alles machen was Chaerephon sagt, Papa?" Diesmal betonte er den tolle Kosenamen für seinen Vater sogar ein wenig. Er mochte ihn nicht VATER nennen. Gut, wenn andere da waren. Aber so ... das war irgendwie blöd. Oder war das jetzt ein Fehler? Wieder? Und war sein Papa jetzt vielleicht nicht mehr stolz auf ihn? Seine Augen mussten schon herzzerreißend auf seinen Vater wirken, als er ihn so ein wenig verwirrt ansah.


    Das traurige Thema gefiel ihm gar nicht. Es beruhigte ihn aber das sein Vater ihn in den Arm nahm. Von den Noblen und Mächtigen? Sein papa wusste bescheid? Ja, das wusste er immer. Begeistert nickte Titus. Dann kam ihm eine Idee und seine Augen leuchteten kurz auf. "Nobel und mächtig? Warum machst du es dann nicht? Oder ich?" Begeistert strahlte der Junge über seinen Witz. Obwohl ... Kaiser spielen wäre mal was neues. Das würde er morgen machen können.

    Er hatte es von den Sklaven des Hauses gehört. Marei würde ausziehen. Na gut, sie war ein Mädchen und an sich konnte er sie ja nicht leiden. Aber trotzdem war es irgendwie schade. Aus etwas Entfernung sah er die beiden den Gang hinunter gehen. Da kullerte doch glatt eine Träne an seiner Wange entlang. Hastig wischte er sie weg. Also wirklich ... er war doch ein Legatenvertreter! Der Junge drehte sich um und rannte weg. Von den beiden weg. Zu seinem Zimmer. Manno. Wieder allein. Da war ja noch dieser eine Junge. Aber wie lange würde der bleiben? Und ... nun war er lieber allein.

    Sie sah ihn so ... Septimamäßig an. Klein Durus zuckte darunter ein wenig zusammen. Wär sie doch bloß mehr wie Papa oder Baldemar. Die beiden konnte er mit seinem Unschuldsblick doch ganz gut besänftigen. Mit der Ehrlichkeit hatte er es nicht immer so, wie es sein sollte. Aber er wollte der tolle Krieger und super Legatenvertreter sein, den er sich so vorstellte. Natürlich sah er das alles aus einer ganz anderen Sicht und er log auch niemals nicht.


    Folgsam folgte er ihr. Was hätte er auch anderes tun können? Es kam ihm nicht einmal in den Sinn sich gegen sie zur Wehr zu setzen. Ihre Stimme duldete ebensowenig Widerstand und Titus sah sie von unten her an. Brav setzte er sich da hin, wo sie es wollte. "Ähm, ja. Ich meine nein. Also es erklärt das nicht oder so. Aber ich bin doch hier der Legatenvertreter. Und ich ... ich wollte nur sehen das hier kein Feind drin ist. Nur für dich, jawohle." Titus grinste über seine nicht ganz so geglückte Ausrede und straffte seine Haltung.
    Hoffendlich verriet sie ihn nicht. Durus sah ihr in die Augen und wurde sofort schuldbewusst. "Naja. Ich. Na gut. ich habe mich versteckt. Weißt du, grichische Lyrik ist ein voll blödes Thema." Und jetzt erst merkte er wie er redete. Sofort haspelte er schnell eine Entschuldigung runter und setzte sich vernünftig hin.


    Äpfel waren sehr lecker. Er sah fragend zu der Sklavin und wusste nicht ob er sich einfach einen von der fremden Frau nehmen konnte oder durfte. Sie sah viel zu streng aus, als das er es einfach so gemacht hätte. Base seines Vaters? Tante? Oder so? Oder Frau des Bruders der ... ach irgendsowas... Er erstarrte kurz. "Was... was meinst du damit? Wer... wer bist du denn?" Oh nein. Und er hatte sich verraten, das er an sich nicht da sein durfte. Das er sich weggeschlichen hatte. Jetzt musste er wirklich langsam anfangen vorsichtiger zu sein.

    Puh, Antias machte kleinere Schritte. Durus war erleichtert versuchte es aber nur wenig zu zeigen. Eben ganz der Legarensohn den man doch von ihm erwartete, oder? Oh, erwischt. Titus sah schuldbewusst zu Boden und dann wieder zu seinem kameraden auf. Er fühlte dabei über das Holz der Figur. "Ich. Ähm, ich hab da eine Frage. Schon ja." Ungewohnt unsicher spielten nun beide Hände mit dem Stier und er sah zu Antias hinauf. "Du kannst toll schnitzen. Jawohle, das kannst du." Er fühlte mit einer Hand kurz über den Anhänger den er stehts unter der Kleidung trug. Es war ein Geheimnis. Aber wie sollte er jemals seine Dankbarkeit zeigen? "Kannst du es mir beibringen, Antias? Biiite." Mit großen Augen sah er seinen Kameraden nun an und blieb stehen. Dabei zog er an der Kleidung von Antias, damit dieser auch ja mitbekam, das der ganz doll wichtige Legatensohn nicht mehr neben ihm ging.
    "Kannst du germansiche Runen?" Er erklärte nicht warum er es wissen wollte. Es war Teil des Geheimnisses. Und er musste vorsichtig sein. Ganz doll vorsichtig, genau. So ein germanischer Spiuon lebte immer in Gefahr. Deshalb sah er sich auch auffällig unauffällig um.