Beiträge von Rediviva Helena

    Ich rieb mir noch einmal die Augen ehe ich aufstand und zu meiner Truhe stolperte, um frische Wäsche aus dieser zu holen. Ich striff mein Nachtgewand ab und ging zu der Schale Wasser um mich grob zu Waschen. Ich sah zu Pentesilea und lächelte sie an:


    "Könntest du mir vielleicht mit den Duftölen helfen? Ich würde mich gerne grob einreiben, allein schon wegen der salzigen Luft!"


    Ich hatte andere Gründe, aber das musste nicht unbedingt gesagt werden.

    Es dauerte ein kleines Weilchen bis ich richtig zur Besinnung kam und sah mich verschlafen um, als ich den Brief liegen sah. Ich tastete schnell wieder nach diesem und barg ihn an meinem Körper. Leicht verklärt lächelnd sah ich zu Pente auf.


    "Mhm ... vielen ... he..."


    ich musste tief gähnen und schlug mir rasch die Hand vor den Mund.


    "Dank..."


    beendete ich meinen Satz und setzte mich auf. Mit einem Blick nach draußen stellte ich fest, dass es schon wieder hell wurde. Prima. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wieviele Nächte ich auf dem Schiff verbringen würde, doch hoffte sehr dass es nicht mehr als zwei würden.

    Ich nahm ihre Worte kaum noch wahr, denn ich döste bereits langsam ein. Mein Schlaf war tief und auch als es bereits der nächste Morgen war, wachte ich noch nicht auf. Der Brief war mir aus der Hand geglitten, doch das Lächeln voller Glück. Das Gespräch mit Crassus sollte mich nicht in meinen Träumen verfolgen...

    Zitat

    Original von Marcus Postumius Vortex
    "Aber nein, wir haben genügend Personal, dass wir auch eilige Briefe fristgerecht transportieren können. Und heil und ungelesen kommen die Briefe bei uns immer an, werte Dame. Der Cursus Publicus steht für Schelligkeit und Zuverlässigkeit."


    Ich bemerkte, dass ich anfing das Werbeschreiben zu zitieren und räusperte mich. "Ein Eilbrief kostet zwanzig Sesterzen. Ein Normalbrief im Übrigen nur Fünf."


    "Gut, dann werde ich den Eilbrief nehmen. Hier, die 5 sind für die freundliche Beratung!"


    zwinkerte ich ihm zu und schob das Geld wie auch den Brief zu ihm hinüber.


    "Lieber Vitamalacus,


    wir haben schon sehr lange nichts mehr voneinander gehört und seit dem letzten Kontakt hat sich auch sehr vieles verändert. Ich wollte mich einmal nach deinem Befinden erkunden - wie geht es dir?


    Ich wende mich an dich, als einen Freund. Es war ein Fehler von mir, ich habe dir und Nova viel zu wenig Verständnis entgegengebracht und fühle mich schuldig für Geschehenes. Ich möchte dir mein Beileid aussprechen, denn ich weiß wie du dich fühlen musst. Unerfüllte Liebe schmerzt, ebenso der Verlust einer geliebten Person. Ich bitte dich, weißt du etwas über den Ausbleib von Maximus? Ich habe die Hoffnungen an einer Rückkehr längst verloren, doch es ist... schlimm, nichts zu haben weshalb man trauern kann. Es schmerzt, dass er einfach verschwunden ist. Ich hoffe du verstehst meine Angst, doch ich liebe ihn und.. Ach, ich höre auf damit.
    Ich brauche einen Rat von dir. Was glaubst du wäre sein Wunsch, wenn er noch irgendwo da draußen ist? Was würde er sich wünschen, was ich tue? Nach ihm suchen, stets an seine Rückker glauben? Einen Neuanfang machen? Das habe ich. Ich bin in eine andere Familie eingekehrt, die Familie meiner Mutter. Der Proconsul Publius Matinius Agrippa hat mich aufgenommen und es ist eine schöne Zeit. Doch für einen Neuanfang reicht es nicht. Ich komme nicht von der Vergangenheit los, meine Liebe ist zu tief. Ich brauche deinen Rat. Und ich brauche deinen Rat noch woanders. Meine Freundin... Sie..
    Meine Freundin.. Sie ist in der gleichen Situation wie du einst. Sie liebt jemanden den sie nicht lieben darf und síe ist am Boden zerstört. Sie wartet ebenso wie ich auf die Rückkehr ihres Mannes, welcher schon solange weg ist und darum kann ich ihr nicht helfen. Was soll sie tun? Warten, so wie ich es tue? Alles vergessen, was zwischen ihnen war, denn eigentlich besteht ja keine Hoffnung?


    Oh Quintus, ich hoffe du verzeihst mir, wenn ich dir wehtue, doch ich brauche Antworten und du warst mir immer sehr nah. Aus diesem Grund ersuche ich dich um diese zu geben.


    Antworte bitte so schnell es geht. Du kannst die Antwort meinem Boten mitgeben. Und berichte doch was es bei dir für Neuigkeiten gibt. Erzähl von dir.


    Liebe Grüße,
    Helena


    Sim-Off:

    Ist bezahlt =)

    "Kennen ist übertrieben, denn ich war lange Zeit nicht im Amt, durch den Cursus Honorum und anderen Dingen. Aber von ihr gehört habe ich, ja. Sobald ich aus Rom wieder zurückkehre werde ich mich ein wenig länger mit ihr unterhalten!"


    Ich rang mir ein leichtes Lächeln ab. Es fiel nicht sonderlich schwer, mein Gegenüber wirkte sehr freundlich.


    "Sie isst Pullum Frontonianum und ich In Mitulis. Wie man sieht Miesmuscheln, schmeckt hervorragend! Was ich sonst sehr gern esse, wozu mir aber meist der Hunger fehlt, ist Vitellina fricta!"


    Ich dachte kurz an das gute Rindfleisch was nicht zu knapp gesüßt war...

    "Sage ruhig du zu mir!"


    lächelte ich leicht. Ich versuchte mich wieder in die Wirklichkeit zu holen und es gelang, auch wenn es sehr schwer fiel. Hoffentlich würde Quintus sich bald melden. Ob es Metellus gutging? Ach, Helena... Ich sah zu Sevycius. Comes...


    "Ich bin Helena Matinia, Pontifex von Hispania. Freut mich sehr, dich kennenzulernen!"


    Sim-Off:

    Nicht vergessen, die Römer kannten nur "du" ;) Auch wenns mir selber oft genug sehr schwer fällt!

    Ich rang mir ein müdes Lächeln ab und winkte ab:


    "Nein, ist schon gut. Ich kenne Crassus schon sehr lange und eigentlich sollte ich von ihm nichts anderes als dieses Benehmen erwarten. Es war noch nie anders. Aber danke für deine Mühen und für das Verständnis. Könnte ich vielleicht erfahren, wer du bist? Ich bin Helena Matinia."


    murmelte ich, wieder in Gedanken versinkend. Maximus. Was tue ich dir nun? Was tust du mir an?


    Sim-Off:

    Okay dann wünsch ich dir auch mal eine gute Nacht =) Schlaf gut!

    Müde hob ich meinen Blick. Ich hatte kaum noch Hunger. Eher im Gegenteil. Mir wurde schlecht. Ich fühlte mich als Lügnerin, als Mörderin. Ich hatte Nova und Vitamalacus versagt was ich mir selbst nun wünsche. Und mit diesem Wunsch verriet ich Maximus. Ich wandte ihn wieder ab und sah auf mein Essen, ehe ich murmelte:


    "Du störst nicht. Was gibt es denn?"

    Ich sah ihm wütend hinterher. Schön, dass er 'sie' auch geliebt hatte. Ich wollte nichts mehr von damals wissen und durch die Zukunft auch keine Namen in Vergessenheit geraten lassen.


    "Du bist ein Narr!"


    rief ich ihm hinterher. Ich starrte auf das Essen. Oh ich war richtig wütend und sollte er noch einmal wagen so mit mir zu sprechen.... Ich hieb mit meinem Löffel in die Brühe und ließ ihn dort liegen.


    "Verdammt!"


    rief ich nicht sonderlich leise aus und benahm mich erst ein wenig ruhiger als ich die ganzen Blicke auf mir ruhen sah. Ich sah sie entschuldigend, aber düster an. Sie war nur meinetwegen gestorben und Crassus schien das gleiche zu denken. Zu wissen. Maximus... Metellus. Viele Namen schwirrten durcheinander, ehe mich Valerias Stimme aus meinen Träumen riss.


    "Verzeih"


    murmelte ich leise.

    Ich hob abermals eine Augenbraue - was für Neuigkeiten.


    "Ich bin überrascht. Scheinbar hast du noch nicht mitbekommen, dass ich längst keine Tiberia mehr bin? Aber es freut mich sehr, dass du es in eine angesehene Familie geschafft hat!"


    Meine Stimme nahm automatisch einen kühlen Tonfall an. Ich konnte nicht über die Tiberia sprechen, wollte es nicht. Und so nun in einem Tonfall der jenem Valerias ähnelte:


    "Ich bin ebenso sehr überrascht dass du es geschafft hast, dich von deiner.. Gier zu befreien. Gratuliere. Aber.. würde es dir etwas ausmachen uns allein zu lassen? Gleich kommt unser Essen und ich bin überzeugt dass wir dann wieder etwas ernsteres zu besprechen haben!"


    sprach ich distanziert und musterte ihn mit meinem altgewohnten kühlen Blick. So leicht wie ich Lächeln konnte, fand sich auch Spott oder Kälte in meinem Blick.


    Sim-Off:

    Ich sollte jetzt auch bald Heia machen :) 1, 2 Posts noch aber dann ist Sense, muss morgen wieder früh raus ;)

    Ich zog überrascht eine Augenbraue hoch und das Herz in meiner Brust pochte heftig, als sie von der 'Liebe' sprach. Gerade wollte ich zu einer Antwort ansetzen, als Lucius sich hart neben uns auf einen Stuhl sinken... fallen ließ. Ich erschrak ungemein, denn durch den 'Schock' den ich durch Valeria erhalten hatte, hatte ich nicht mehr auf ihn geachtet. Ich nahm den überaus starken Weingeruch wahr. So entgegnete ich höflich, aber durchaus auch durch den eigenen Weinkonsum grinsend:


    "Salve Crassus! Ich bin überrascht dich hier zu sehen. Dies ist Decima Valeria. Wie geht es dir?"


    Hoffentlich sprach er nicht die Tiberia an, flehte ich innerlich. Doch ich ließ mir nichts anmerken und trank schnell noch zwei Züge. Ich warf Valeria einen aufmunternden Blick zu - ich würde ihr auf jeden Fall noch mein Ohr leihen.

    "Gut!"


    sagte ich mit einem erleichterten Lächeln. Ich fühlte mich beinahe wie ein kleines Kind, was von seiner Mutter zu Bett geschickt wurde. Doch da ich niemals eine Mutter hatte, war es ein angenehmes Gefühl. Ich kroch unter die Decke, den Brief von Metellus nun an meine Brust gedrückt.


    "Schlaf gut Pente!"


    lächelte ich ihr zu, während die Öllampe neben meinem Bett stetig flackerte.

    "Pentesilea, ich werde es zumindest versuchen. Tun können auf jeden Fall, nur ob sie es wollen müssen wir herausfinden! Aber Pente? Geh du auch bald schlafen!"


    lächelte ich sie sanft an, den Brief von Metellus fest in meiner linken Hand. Nein, auch die Nacht würde er nicht von meiner Seite geben. Er gab mir Kraft.

    Ich bemerkte ihre Reaktion und bemerkte für mich: Herrlich, noch eine Gemeinsamkeit. Ob sie ihn nur nicht mochte oder genausowenig vertrug wie ich? Nun, das würde man jetzt herausfinden. Auch ich ergriff den Becher:


    "Auf Fortuna!"


    Wie es die Sitte verlangte ließ ich ein wenig des Weines als Gabe für die Götter zu Boden tröpfeln und wandte meine Aufmerksamkeit dann, wenn auch trinkend, Valeria zu.


    "Nun... Ich war damals in Achaia und habe mich einem ausführlichem Studium an die Götter gewidmet. Und irgendwie fühlte ich, kaum dass ich in Roma war, dass ich ihnen dienen wollte. Und du?"

    Ich kicherte leise vor mich hin... Valeria, Valeria. Doch da kam zum Glück schon der Wirt angetrabt und brachte uns verlangtes. Ja, wir verstanden uns eben. Ich konnte das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht bannen.


    "Na, jetzt ham wir welchen!"


    Ich versuchte möglichst selten zu Crassus zu schauen. Als ich ihm das letzte Mal begegnet war, hatte er mich geküsst. Damals wollte ich fortlaufen. Ich dachte daran - und gluckste wieder einmal. An die Folgen des unverdünnten Weines dachte ich zum Glück noch nicht.