Beiträge von Tiberius Prudentius Balbus

    Nur wenig später betrat Balbus das Atrium. Er kam gerade vom Mittagessen mit seiner Verlobten und dementsprechend gut war seine Laune. Er sah den Wartenden und trat an ihn heran.


    "Salve Hadrianus. Es ist mir eine Freude den Magister Officiorum des Legaten hier empfangen zu dürfen." sagte er, wobei er sich bemühte seinen Worten eine gewisse Glaubhaftigkeit zu verleihen. In Wirklichkeit hatte er noch nie viel übrig gehabt für Beamte, die sich um den Militärdienst drückten.

    Balbus grinste. "Ja, warm ist es hier. Das bedeutet, dass die Sklaven hier doch noch ein paar Tage länger hier bleiben können." Er lachte und führte sie aus dem Eingangsbereich, durch das Atrium in den Wohnraum.
    Die Equites liessen sich derweil von einem Sklaven in die Küche führen.


    Der Wohnraum war recht gemütlich eingerichtet. Mehrere Korbsessel und zwei Klinen standen in lockerer Anordnung im Raum. Alle waren mit grossen, weichen Kissen versehen. In der Mitte des Raumes stand ein Tisch, auf dem in zwei Bechern sehr dünner, dampfender Wein bereitstand. Zwei Kohlebecken am Rand des Raumes sorgten für eine angenehme Wärme.


    "Bitte, mach es dir gemütlich." sagte Balbus, nachdem sie den Raum betreten hatten.

    Nach der Hochzeit im Statthalterpalast, begaben sich Balbus, Vespa und die sie begleitenden Equites zu jenem kleinen Häuschen in Mogontiacum, das Balbus' Schwester einst kaufte. Er selbst war nur selten hier, da er es bevorzugte nach Curiensitzungen den Weg nach Confluentes auf sich zu nehmen. Schliesslich wollte er Vespa nicht zu lange allein lassen.


    Doch heute, an einem Tag an dem er nicht nur mit einigen Reitern unterwegs war, war es schon zu spät um den stundenlangen Rückweg anzugehen. So hatten sie entschieden die Nacht und vielleicht auch noch den kommenden Tag hier zu verbringen.


    Die kleine Gruppe erreichte das Haus und Balbus öffnete die Tür. Das Haus war bereits auf ihre Ankunft vorbereitet worden und so strömte ihnen eine wohlige Wärme entgegen. Auch der Duft eines erwärmten Weines kam aus dem Inneren des Hauses.


    "Da wären wir." sagte er, an Vespa gerichtet. "Ich hoffe es gefällt dir hier."

    Zitat

    Original von Aelia Vespa
    Auch sie waren bald im Atrium angekommen und sofort hielt sie Ausschau nach ihrer Verwandten, die sich so einfach und heimlich verlobt hatte und nun heiratete und hätte der Zufall sie nicht in die Provinz verschlagen, hätte sie nicht einmal etwas davon mitbekommen. Ehe sie jedoch auf diese zustürmen würde, wartete sie noch auf Balbus, der eigentlich gleich hinter ihr war.


    Und Balbus war auch hinter ihr, oder viel mehr an ihrer Seite, doch war er ein wenig abgelenkt, da er noch damit beschäftigt war sich umzusehen. Er war zwar schon auf Hochzeiten gewesen, doch waren das meistens eher kleine Feierlichkeiten und so war hier alles irgendwie neu.
    Doch dann widmete er seine Aufmerksamkeit wieder seiner Verlobten.

    Die beiden leicht gelangweilt wirkenden Wachen, die links und rechts neben der Tür des Praetoriums postiert waren, wechselten einen kurzen Blick, als der Zivilist, ohne sie zu beachten, an die Tür ging und klopfte. Wache A schaute Wache B fragend an. Wache B zuckte mit den Schultern und nickte kurz in Richtung des Zivilisten. Wache A schüttelte leicht den Kopf, hatte er doch keine Lust sich mit Zivilisten auseinander zu setzen und so beschlossen beide, den Zivilisten nun auch mit Nichtbeachtung zu strafen.





    Aus dem Inneren des Praetoriums war lautes Fluchen zu vernehmen und kurz darauf öffnete ein sehr grantig dreinschauender alter Mann die Tür. WAS? schnauzte er.

    "Ich bin mir sicher, dass du Recht hast." sagte er und nickte leicht.


    "Ich werde dann jetzt mal gehen. Wir sehen uns sicherlich, wenn ich wiederkomme." Er schaute sie noch einmal mit einem liebevollen Lächeln an und machte sich dann auf den Weg zur Tür. Bevor er sie durchschritt drehte er sich nochmal um. "Bis später meine Liebe." Dann verliess er das Zimmer.

    Zitat

    Original von Duccia Venusia
    Nachdem die Tür geöffnet wurde, war sie eingetreten und folgte dem Skalven zum Ort der Feierlichkeiten. Sie ging fest davon aus, dass Balbus und die Frau auch hinterherkommen würden und sie dort ihr Gespräch fortsetzen konnten.


    Und natürlich würden die beiden folgen. Balbus schaute zu Vespa, reichte ihr seinen Arm zum Geleit und folgte dann mit ihr gemeinsam dem Sklaven und Venusia.

    Er lächelte. Viel mehr wollte er auch nicht tun. Er lächelte und schaute sie an. Er suchte in ihren Augen nach einem Funken Zweifel und war froh nichts derartiges zu sehen.
    Dann löste er die Umarmung. "So schön es ist mit dir hier zu stehen, gibts leider noch anderes zu tun. Immerhin muss ich mich noch um unser Geschenk kümmern." sagte er und schaute sie wehmütig an.

    Als sie sich von ihm löste versuchte er zuerst sie weiterhin so eng bei sich zu halten, doch dann liess er sie gewähren. Wie sie ihn ansah und lächelte, konnte er nicht anders und musste leicht grinsen.


    "Hättest du gedacht, dass wir einmal hier landen würden?" fragte er, nachdem er sie eine Weile angesehen hatte.

    Er stand einfach nur da und hielt sie fest. Nichts weiter. Er hielt sie fest, drückte sie leicht an sich und lächelte. Er genoss den Augenblick und freute sich, dass sie seine Gefühle wirklich zu erwidern schien. In diesem Moment gehörte er sicherlich zu den glücklichsten Menschen im gesamten Imperium.


    Nach einer Weile, er wusste nicht wie lange sie schon so dort standen, senkte er den Blick und schaute sie an. Sie sah noch schöner aus als sonst und in ihm keimte etwas auf, dass man als Stolz hätte bezeichnen können. Doch es war nur ein winziger Teil dessen, was er empfand wenn er sie ansah.


    "Ich verspreche dir, dass ich alles tun werde damit du immer glücklich bist." sagte er leise, denn er wollte den Augenblick nicht dadurch zerstören, dass er zu laut sprach.

    Das Leben als Scriba war ja schon nicht sonderlich schön, doch der Scriba, der im Vorraum dieses Praefectenofficiums sass und arbeitete, dachte täglich mindestens einmal über die Vorteile des Suizids nach. Nicht nur, dass er sich hier regelmässig langweilte, nein er hatte auch noch meist das Gefühl, dass er für andere Menschen nicht existierte. Dieses Gefühl wurde auch in diesem Moment wieder bestärkt, als ein offensichtlicher Zivilist wortlos an ihm vorbeiging und dreist direkt an die Tür des Officiums klopfte. Der Scriba räusperte sich. Der Praefect ist zu Tisch. sagte er dann.

    Er schaute sie an. Sie war so nah. So nah, dass er sie fast schon spürte. Er genoss es einen Moment lang einfach nur hier zu stehen, sie zu sehen, sie zu riechen. Einen solchen Moment hatte er schon seit einer Ewigkeit nicht mehr erlebt und er wollte ihn am liebsten festhalten. Am liebsten wäre es ihm gewesen, einfach nur hier so zu stehen. Ihr so nah zu sein, ungestört und ganz allein. Einfach nur in ihrer Nähe zu sein.
    Doch dann überkam es ihn. Er wusste nicht genau, warum. Vielleicht war es ihr Blick, vielleicht ihr Lächeln, vielleicht auch sein eigenes Verlangen oder einfach nur der Augenblick. Er wusste es nicht und es war ihm auch egal. Er tat es. Er überwand den letzten Rest an Distanz, der noch zwischen ihnen lag und umarmte sie. Es war nicht leidenschaftlich, aber auch nicht so, wie er seine Grossmutter umarmen würde. Es war anders. Er konnte es nicht beschreiben sondern hatte einfach das Gefühl, dass es richtig war und das es so sein musste.
    Fast überhörbar flüsterte er: "Ich glaube ich verliebe mich gerade endgültig in dich."

    "Mit viel Geduld sicherlich." sagte er und machte, ohne dass er es selbst wirklich merkte, ebenfalls mehrere kleine Schrittchen auf sie zu.


    "Meine Mutter hat immer gesagt, dass sich so etwas mit der Zeit eigentlich immer gibt." Allerdings war seine Mutter ihre eigene Herrin und konnte vor ihrer Hochzeit alles selbst entscheiden, was sicherlich dazu führte, dass frau sich den richtigen aussuchte.


    Er stand nun recht dicht vor ihr und in ihm stieg wieder der Wunsch auf sie zu umarmen. Aber konnte er es wagen? Und wenn, sollte er sie vorwarnen? Er war bei so etwas immer so unentschlossen.
    Er schaute sie an. Sein Blick zeigte deutlich seine Absicht, jedenfalls hoffte er das.

    Balbus blickte ein wenig auf. Er wollte ihr ebenfalls entgegengehen, ihr nah sein, doch wusste er nicht wie sie darüber dachte. Und er wollte sie auf gar keinen Fall verschrecken indem er zu stürmisch vorging und sich ihr quasi an den Hals warf.


    "Glaube mir, ich ebenso." versicherte er ihr. Und das war nicht einmal übertrieben. Er hatte nur einmal etwas für eine Frau empfunden und diese hatte seine Gefühle bei weitem nicht erwidert. Er wollte diesmal alles anders machen, denn er empfand wirklich viel für Vespa, auch wenn er sich nicht sicher war, ob es sich tatsächlich schon um soetwas wie Liebe handelte.

    Irgendwie fand er dieses Gestammel wirklich süss und kämpfte mit dem Verlangen sie einfach so in den Arm zu nehmen. Doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass ihr das nicht unbedingt recht wäre und so kämpfte er diesen Wunsch schnell nieder.


    "Verzeih mir, wenn ich dich in Verlegenheit..." sein Blick senkte sich wieder einmal gen Boden. "... gebracht habe. Das wollte ich nicht."