Beiträge von Tiberius Prudentius Balbus

    "Du willst ihn bitten eine Peregrina zu adoptieren?" fragte er und konnte seine Verwunderung diesmal absolut nicht zurückhalten.


    "Ich bin mir sicher, wenn du es gut begründest und er sich von ihr überzeugt, dann könnte dies funktionieren."

    Er hätte an dieser Stelle zwar verwundert sein sollen, doch wunderte ihn bei Crassus kaum noch etwas. So dachte er einen Moment lang nach und sagte dann:


    "Ich würde Seneca instruieren, einen Bericht für den Tiberier zu verfassen, damit dieser sich vorerst in Sicherheit wiegt. Dann würde ich Speculatores auf ihn und seine Hintermänner ansetzen. Auf ihn direkt haben wir derzeit ja keinen Zugriff, da er noch durch seine Quaestur und im direkten Anschluss durch das Aedilat Immunität geniesst und wir ihn daher nicht belangen können."

    Auch er trank einen kleinen Stück und fand das, was er über den Wein im Hause Matinia gehört hatte, bestätigt.


    "Vielleicht sollte ich auch mal etwas Zeit in Germania verbringen, wenn die Luft dort so gesund ist."


    Als die Sprache auf die Todesfälle in der Familie kam, schaute er kurz zum Boden.


    "Ja, die Verluste machten ihm schon hier in Rom schwer zu schaffen. Ich hoffe, dass er in der germanischen Ruhe auf andere Gedanken kommt."

    Balbus hörte sich den kurzen Bericht an und nickte.


    "Ein Ausspionieren des hispanischen Proconsuls? Wer kommt auf solch eine Idee?" fragte er, fasste seine Neugier jedoch schnell und fuhr sachlich fort:


    "Mein Rat an dich wäre, deine Vertrauensperson vorerst von der Bildfläche fernzuhalten, schliesslich willst du sicher nicht, dass ihm etwas passiert, oder? Das nächste wäre, dass du dich darum kümmerst, dass der Auftraggeber möglicherweise aus dem Verkehr gezogen wird. Daher würde ich dir empfehlen dich an die zuständigen Behörden zu wenden."

    "Nachdem ich alle Tribune befragt habe, kann ich dir berichten, dass der Quaestor lediglich an einen von ihnen herangetreten ist." sagte er und obwohl er seine Notiztafel in einem kleinen Beutel an seinem Gürtel hatte, fuhr er frei fort:


    "Wie ich vermutete, trat er an Tribun Iulius Seneca heran und bat diesen im Zuge des Palastwachendienstes ein besonderes Auge auf mögliche Christen zu werfen."


    Ein kurzes Luftholen.


    "Seneca sagte mir, dass er eine entsprechende Überprüfung in die Wege geleitet hat, diese aber bisher keine Ergebnisse hervorbrachte. Dem Quaestor sagte er scheinbar, dass er ihm einen Bericht zukommen lassen könnte."

    "Ich war in der Tat etwas... verwundert. Du hast Talent, vielleicht sollte ich dich für die Speculatores anwerben." sagte er scherzend und danke kurz für das Getränk.


    "Es freut mich zu hören, dass es ihm gut geht. Zu lange habe ich nichts von ihm gehört. Als ich ihn zuletzt sah, war er kurz vor dem Aufbruch nach Germania und sein gesundheitlicher Zustand hätte eine Reise eigentlich nicht erlaubt."

    Balbus nahm Platz und war etwas verwundert über die Reaktion seines Gegenübers.


    "Zum Einen hörte ich, dass ein Klient meines Vaters bei den Wahlen einen Erfolg davongetragen hat. Dazu wollte ich dir gratulieren." sagte er.


    Und nach einem kurzen Blick in die Augen seines Gastgebers fügte er hinzu: "Und nebenbei würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du mir etwas über meinen Vater sagen könntest."

    Balbus folgte ins Atrium und wartete dort. In der Zwischenzeit wanderte sein Blick durch das Atrium und wie aus einem Reflex heraus versuchte er alle möglichen Verstecke für Attentäter ausfindig zu machen.


    Als Fuscus das Atrium betrat wandte er sich diesem zu und lächelte ganz leicht.


    "Matinius Fuscus, nehme ich an? Ich grüsse auch dich."

    Zitat

    Original von Manius Matinius Fuscus
    Der Ianitor öffnete die Tür und sah dem fremden Mann freundlich entgegen. "Salve Herr, was kann ich für Dich tun?"


    "Salve. Ich bin auf der Suche nach Matinius Fuscus. Mein Name ist Prudentius Balbus." sagte er freundlich.

    Balbus hatte erfahren, dass einer der neu gewählten Magistrate des Cursus Honorum zu den Klienten seines Vaters zählte und hatte beschlossen diesen einmal aufzusuchen. Ganz abgesehen von dieser einfachen Tatsache erhoffte er sich weitere Neuigkeiten über seinen Vater zu erfahren, schliesslich kam dieser Matinier direkt aus der Wahlheimat des alten Herren.


    So kam es also, dass Balbus zur Casa Matinia kam. Da er in seinem Dienstplan einen dienstfreien Nachmittag eingeplant hatte, war er in, zwar standesgemässe, aber doch schlichte Zivilkleidung gehüllt, als er an die Tür der Casa klopfte.

    "Ich weiss, dass mein Vater dich als seinen Nachfolger in der Führung der Factio Purpurea auserwählt hat. Ich nehme daher an, dass du eventuell Kontakt zu ihm hattest. Da ich selbst seit seiner Abreise nichts von ihm gehört habe, hoffe ich, dass du mir etwas über seinen Zustand sagen kannst."


    Er wusste genau, dass es keine normale Frage war, doch fehlte ihm schon seit vielen Jahren ein guter Kontakt zu seinem Vater.