Beiträge von Tiberius Prudentius Balbus

    Balbus nahm die Meldung entgegen und erhob sich, schliesslich wollte er am Tor sein, wenn der LAPPen kam. Bezüglich der Unterbringung überlegte er einen kurzen Moment, während er seinen Schwertgurt umlegte. Dann schüttelte er den Kopf, denn die genannten Turmae waren ja wieder da. Also galt es eine andere Unterbringung zu finden. Da blieb natürlich nur eins.


    "Lass die Unterkünfte der Turmae I bis III vorbereiten, die sind schliesslich derzeit leer." sagte er, während er seinen Umhang umhängte.


    "Und gib den Decurionen Bescheid, sie sollen mit ihren Duplicarii zum Tor kommen."

    Exakt. Wenn du es gern präzisiert haben willst, dann wende dich vertrauensvoll an den Senator deines Vertrauens, der soll dann den Herren im Senat mal in den Allerwertesten treten, damit die das entsprechend ändern.

    Zitat

    § 41 Aktives und passives Wahlrecht
    (1) Um die Ämterlaufbahn aufnehmen zu können muss man dem Ordo Senatorius entstammen, einer gültigen Ehe gemäß Lex Iulia et Papia entstammen und nicht von Ehrlosigkeit (Infamie) betroffen sein. Infame Personen, die bereits Ämter des Cursus Honorum innehatten, ist es nicht gestattet, die Ämterlaufbahn weiterzuführen. Frauen sind nicht zur Wahl zu den Ämtern des Cursus Honorum zugelassen.
    (2) Aktives Wahlrecht haben alle Senatoren. Anders verhält es sich zur Wahl des Volkstribunes, hier haben alle Plebeier mit römischem Bürgerrecht das aktive Wahlrecht.

    Balbus war erfreut, dass es nur wenige Querulanten gab, die aussortiert werden mussten. Die Duplicarii trieben sie aus den Reihen heraus und sammelten sie. Es waren lediglich acht Männer und diese würden vor die Wahl gestellt werden, im Stillen ehrenvoll zu gehen, oder aber mit grossem Tumult zu 'verschwinden'. Sicherlich würden sich fast alle für die erste Variante entscheiden.


    Balbus gab den Decurionen ein Zeichen, dass die Männer wieder wegtreten konnten. Er hatte für heute erstmal genug von Appellen, der nächste würde noch schnell genug kommen. So verliess er recht flott das Podium und machte sich auf den Weg zurück zur Principia.

    Sim-Off:

    Auch wenn da noch jemand fehlt...


    Balbus erklomm das Podest und trat an den Rand. Er schaute auf seine Männer und erhob dann, ohne grosse Vorwarnung die Stimme:


    "STOLZE MÄNNER DER ALA II NUMIDIA, ICH HABE EUCH HEUTE HIERHER KOMMEN LASSEN UM EUCH ÜBER DIE NACHRICHTEN AUS DEM OSTEN ZU INFORMIEREN, DIE ICH GESTERN ERHIELT!"


    Er schaute wieder über die Männer und fuhr dann fort:


    "UNSER GELIEBTER IMPERATOR ULPIUS IULIANUS IST IM FERNEN PARTHIA GEFALLEN. ER KÄMPFTE AN DER SEITE UNSERER SIEGREICHEN TRUPPEN UND WURDE VON DEN EHRLOSEN PARHTERN HINTERHÄLTIG NIEDERGESTRECKT."


    Das war dann der Teil, den er erst einmal sacken lassen musste. Doch viel Zeit würde er den Männern nicht lassen, schliesslich sollten sie nicht in Panik ausbrechen.


    "DOCH SORGT EUCH NICHT, DENN UNSER GÖTTLICHER IMPERATOR SELBST SORGTE NOCH KURZ VOR SEINEM TOD DAFÜR, DASS SEINE NACHFOLGE GESICHERT UND DIE STABILITÄT DES REICHES GESICHERT IST!"


    "DER BISHERIGE CAESAR, ULPIUS AELIANUS VALERIAN, WURDE ZUM NEUEN IMPERATOR ERNANNT. DAHER FORDERE ICH EUCH AUF, HIER UND JETZT EUREN EID AUF DEN NEUEN IMPERATOR AUSZUSPRECHEN!"


    Er blickte zu den Decurionen und Duplicarii, die dann begannen durch die Reihen zu gehen. Sie würden jeden, der den Eid nicht mitsprach, aussondern.


    "SPRECHT MIR NACH: IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA."

    Passend war es ja, dachte sich Balbus, als er an diesem Morgen das Forum betrat und die dunklen Wolken am Himmel betrachtete. Sicherlich würde es sicherlich bald anfangen zu regnen. Es war sicherlich ein Zeichen.


    Zielsicher ging er zum Podest und beobachtete die Soldaten dabei, wie sie sich aufstellten.

    Balbus sass an seinem Tisch und nippte immer wieder an einem Becher Wein, den er mit seiner Rechten umklammerte. Noch immer konnte er die Dinge, die im Lucianus in Mogontiacum mitgeteilt hatte nicht alle realisieren oder gar ihr volles Ausmass verstehen. Er wusste allerdings, was jetzt erstmal zu tun war. Und so wartete er auf das Eintreffen der Decurionen, zumindest derer, die noch hier waren.


    Ein weiterer Schluck und es klopfte an der Tür. Ohne Aufforderung traten die Decurionen der Turmae IIII bis XVI ein und verteilten sich, nach einem kurzen militärischen Gruss, im Raum. Balbus trank einen weiteren Schluck, dann stellte er den Becher ab und lehnte sich leicht vor.


    "Meine Herren, ich komme gerade aus Mogontiacum zurück. Legat Vinicius Lucianus informierte mich über einige Veränderungen die ich an euch weiter zu geben gedenke und die unter allen Umständen unter uns bleiben müssen. Zumindest vorerst." sagte er und blickte in die Gesichter der Offiziere. Diese nickten.


    "Kommen wir zum ersten Punkt." fuhr er dann fort. "In einigen Tagen wir diese Einheit einen neuen Kommandanten erhalten. Es handelt sich um einen fähigen Mann, der auf des Kaisers persönliche Anweisung hierher versetzt wird. Ihr werdet dafür sorgen, dass das Castellum bei seinem Eintreffen in gutem Zustand ist. Allerdings brauchen die Männer davon nichts wissen. Verstanden?"
    Wieder nickten sie.


    "Gut, das wäre geklärt. Kommen wir also zum zweiten Thema. Ein etwas heikleres. Der Legat informierte mich darüber, dass unser geliebter Imperator Ulpius Iulianus in Parthia sein Leben liess."


    Entsetzen erschien auf den Augen der Decurionen. Weniger als die Hälfte von ihnen waren römische Bürger, aber trotzdem hatten sie alle diesem Kaiser die Treue geschworen. Wildes Geplapper brach aus. Balbus liess es einen Moment lang zu, dann hob er die Hand um sie zum Schweigen zu bringen.


    "Vinicius Lucianus gab mir die Anweisung, die Männer der Ala ihren Eid auf den neuen Imperator, den bisherigen Caesar Gaius Ulpius Aelianus Valerian zu leisten. Diese Anweisung ergeht auch an alle anderen in Germania stationierten Truppen. Ich habe ihm zugestimmt und ihm versichert, dass die Männer der Ala genau wie ihr Praefect, treu zu unserem neuen, rechtmässigen Imperator stehen."


    Er blickte in die Runde.


    "Wenn jemand von euch nicht dazu bereit ist, dem Imperator die Treue zu schwören, so möge er jetzt sprechen. Wer es jetzt ehrlich tut, wird ehrenhaft aus dem Dienst entlassen, wer sich erst später weigert, wird unehrenhaft entlassen und von mir persönlich nach Rom in den Carcer der Garde gebracht."


    Ein weiterer Blick. Schweigende Decurionen. Balbus wartete einen Moment. Dann fuhr er fort: "Ich werte euer Schweigen als Zustimmung. Damit sind wir für jetzt fertig. Sorgt dafür, dass eure Männer bei Sonnenaufgang auf dem Forum antreten, aber sagt zu niemandem ein Wort über den Grund."


    Die Decurionen nickten, salutierten und gingen.
    Balbus blieb. Mit mehr Wein. Und Tränen. In dieser Nacht schlief er nicht.

    Es war mitten in der Nacht, als der kleine Reitertrupp aus Mogontiacum zurückkehrte. Balbus ritt an seiner Spitze, neben ihm ein Eques mit einer Fackel. Ein Stück vor dem Castellum wurden die Pferde gezügelt und man näherte sich langsam dem Lager, schliesslich wollte man nicht mit Feinden verwechselt werden.
    Der Trupp näherte sich dem Tor und meldete sich bei den Wachen an. Diese öffneten das Tor und der Trupp verschwand im Inneren. Während die Equites zu ihren Unterkünften weiterritten um dort die Pferde zu verstauen, hielt Balbus auf die Principia zu. Dort sprang er vom Pferd und befahl einem Eques, der zur Wache eingeteilt war, dass er sofort die Decurionen zusammentrommeln sollte. Der Eques eilte davon.

    Der Aufenthalt in Mogontiacum hatte nicht lange gedauert. Für ein paar der Equites war er viel zu kurz, denn sie hatten sich schon darauf gefreut eine Nacht in der Stadt verbringen zu können. Doch die Dringlichkeit der Rückkehr machte dies unmöglich.
    Da es bereits dunkel wurde, als der Trupp Mogontiacum verliess, trugen mehrere Equites Fackeln bei sich und erhellten den Weg.
    Wenn sie Confluentes erreichen würden, wäre es mitten in der Nacht.