Beiträge von Norwiga

    Die Tage vergingen und Norwiga war glücklich mit ihrer Aufgabe die Krieger auszubilden. Den ganzen Tag konnte man die Schwerter und Schilder hören wie sie bearbeitet wurden. Und man konnte auch erkennen das diese Ausbildung Früchte trug bei den Germanen. Auch die Krieger selber merkten das sie besser wurden und ihre kämpferische Leistung sich deutlich erhöhte. So war alles in Ordnung in dem kleinen germanischen Dorf.


    Doch dunkle Wolken breiteten sich über Norwiga und ihre Germanen aus. Die zentralisierte Ausbildung machte andere Stämme sehr unruhig. So unruhig, dass diese ein Gegengewicht aufbauen wollten um diese vermeintliche Gefahr für sie zu beseitigen. Doch Norwigas Stammesführer machten sich darüber wenig Gedanken, die Strukturen hatten schon angeschlagen und sollten die Gegner wirklich versuchen wollen über sie herzufallen, dann würden sie ihr blutiges Ende erleben.

    Das Dorf platzte förmlich aus allen Nähten. Die vielen Krieger nahmen sehr viel Platz in Anspruch. Doch die Bevölkerung rückte zusammen und half wo es ging. Für sie begann eine neue Zeit. Unter dem Schutz von vielen Kämpfern entfaltete das Dorf einen großen Schub nach vorne. Alles was bisher ein Schattendasein führte kam nun zum Vorschein und brachte neue Ideen und altes Wissen zum Vorschein. Dies war der erste Schritt die Germanen des eigenen Stammes wach zu rütteln. Der nächste würde dazu führen, dass die wenigen Kämpfer immer mehr wurden um das Römergesindel zu bekämpfen.


    Schlechte Nachrichten kamen von den Werbeversuchen der Stammesführer. Kaum ein Dorf hatte Interesse daran sich der Gemeinschaft anzuschließen. Jedes Dorf unter jeder Gau plante für sich selber. Rom war weit, so weit dass der nächste feindliche Stammesteil wichtiger war als die wirklichen Invasoren. Die Pest an den Hals der Römer.

    Ich denke das ich Vortritt habe, aber ich wollte einfach nur einmal reinsehen. Du kannst ruhig den Mann bedienen. Für Norwiga war es nur wichtig so schnell wie möglich weg zu kommen. Was hatte sie geritten nach dem Römerlein zu suchen und jetzt stand er neben ihr und würde sie ohne mit der Wimper zu zucken an die nächstbesten Legionäre verraten. Die dummes germanisches Ding. So drehte sich Norwiga herum und enteilte dem Laden, dem Römer und einem möglichen Verrat.

    Norwiga war verkleidet und schlich sich in der Stadt Mogontiacum herum. Dabei kam sie auch an der Taberna Medica Alpina vorbei.
    Da sie neugierig war betrat sie die Einrichtung und sah sich aufmerksam um. Vielleicht konnte sie ja etwas ergattern was sie in ihrer Siedlung nicht hatte. So stand sie herum, da niemand kam und beobachtete. Plötzlich ging die Türe auf und herein trat sie glaubte es kaum ihr kleiner Römer. Musste das jetzt umbedingt sein. Hoffentlich erkannte er sie nicht. Sie verkroch sich immer mehr in ihren dunklen Umhang.

    Norwiga hatte mit Hilfe ihrer Zettel vor der Versammlung der Gaufürsten gesprochen. Es hatte so viel gegeben dass erwähnt werden musste. Vieles lief falsch und so wie bei den Römern die Aufmerksamkeit nachließ und nur noch dahinplätscherte, so war es auch bei den Germanen. Bis auf gelegentliche Überfälle hatten schon lange keine großen Auseinandersetzungen mehr mit den Römern stattgefunden. Auf beiden Seiten des Limes war Ruhe eingekehrt. Die Römer hatten sogar Zeit sich einen Bürgerkrieg zu gönnen. Zu früheren Zeiten wäre das für die Germanenkrieger eine Einladung gewesen über die Grenzregionen herzufallen. Selbst jetzt waren die Möglichkeiten noch da ordentlich zu zuschlagen. Die Legionen an der germanischen Grenze waren alle noch nicht auf ihrer Sollstärke von 5000 Mann, die Iststärke war weit geringer. Die Verluste der Römer waren sehr hoch gewesen beim sich selber gegenseitig abschlachten. Norwiga hatte sich gefreut und war begeistert über jede Schlacht die die Römer geschlagen hatten. Denn egal wer gewann es starben immer wieder die verhassten Römer.


    Nun hatte sie ihre Pläne vor den Gaufürsten dargelegt und wartete darauf was diese dazu meinten. Was sie überraschte war das lange Schweigen das ihrem Vortrag folgte.


    Endlich räusperte sich Gutmurt als Gastgeber:
    „Als erstes möchte ich Norwiga danken für ihren Vortrag. Vieles was du angemerkt hast stimmt und könnte unsere Schlagkraft erhöhen. Nicht umsonst habe ich dich zur Anführerin meiner Krieger gemacht. Ich sehe allerdings ein Problem in der Beschaffung von Eisenwaffen. Wir haben von diesen einfach zu wenig und selber machen können wir diese nur bedingt. Wo also sollen wir sie hernehmen?“


    Gaufürst Ansgar meldete sich zu Wort: „Auch ich sehe dasselbe Problem wie Gutmurt, woher nehmen und nicht stehlen. Zu deinen sonstigen Anregungen Norwiga stimme ich dir vollen Herzens zu. Damit könnten wir den Römern ordentlich Schläge verpassen.“


    Gaufürst Ekwin lächelte nur und sagte: „Norwiga ich unterstelle dir meine Krieger. Nur ein toter Römer ist ein guter Römer.“


    Gaufürst Gandalf: „Ich weiss nicht, ich weiss nicht das ist so …. neu …. so römisch irgendwie.“


    Holmar der geizige Gaufürst meinte: „Ich bin dagegen das provoziert ja regelrecht einen Angriff der Römer. Und dann diese Unkosten für den Unterhalt und die Waffen, oh je das kostet sicherlich so viel.“


    So erhob sich zum Schluss Rodewin der größte der Gaufürsten. Er stellte mit seinen Kriegern einen großen Teil der neuen Elitekämpfer: "Freunde wir sollten uns erst einmal klar werden was uns Norwiga vorschlägt. Mit neuen Methoden den Römern den größtmöglichen Schaden zu zufügen. Natürlich würden die Unterhaltungskosten sehr hoch sein, doch der Nutzen wäre weitaus höher. Allein wenn wir an das von den Römern kultivierte Land denken und das viele Vieh sowie die Schätze die uns in die Hand fallen könnten. Wir würden reichlich entschädigt werden.“
    Wieder trat Stille ein und die Anführer überdachten das bisher gesagte. Als sich Rodewin nochmals erhob starrten ihn alle gespannt an.
    „ Freunde Norwigas Pläne sind genau das was wir brauchen um aktiv gegen die verhassten Römer vorgehen zu können. Ohne wenn und aber unterstütze ich ihre Vorgehensweise. Was aber auch in Betracht gezogen werden muss sind die Kosten für Verpflegung und Anschaffung. Dies können wir nicht selber stemmen. Daher schlage ich vor, dass ich noch einige befreundete Gaufürsten anspreche ob sie sich uns anschließen. Je mehr wir sind desto erfolgreicher kommen wir voran. Selbst wenn wir von den anderen nur Nahrungsmittel erhalten wäre uns damit schon gedient. Ich schlage weiterhin vor, dass Norwiga mit der Ausbildung der Krieger sofort beginnt und wir Gaufürsten versuchen an Waffen und Erze heranzukommen. Lasst euch dazu was einfallen. Wer dafür ist hebt die Hand.“
    Einstimmig waren alle Anführer dafür Norwigas Plan zu unterstützen.




    In Gutmurts Dorf dröhnte es von den Äxten und Hämmern als die Krieger daran gingen eine Art kleiner Kaserne aufzubauen. In ihr sollte zukünftig geübt werden.

    Endlich kamen die einzelnen Gruppen der Germanenkrieger wieder zurück. Ein Teil führte geraubte Gegenstände wie Schmuck, Münzen u.v.m. mit sich. Diese Sachen wurden dann so ausgebracht wie wenn die Germanen eiligst verschwinden mussten. Überhastet verschwinden mussten, eben eine richtig schöne Flucht. Die Pferde wurden nun auch freigelassen und verschwanden in Richtung des Hofes von dem sie gestohlen worden waren. Nun die Besitzer konnten mit ihnen natürlich nichts mehr anfangen, denn wer gestorben war brauchte keine sterblichen Dinge mehr. Sie musste immer noch lachen als sie an das dümmliche Gesicht des Römers dachte der am Kreuz die Martern seiner Frau mitansehen musste als ihre Krieger mit ihr ihren Spaß gehabt hatten. Nun beide waren dann schnell gestorben und so hatten sie ihren Plan ausführen können. Wenn die Römer wüssten wie leicht man durch ihren viel gerühmten Limes schlüpfen konnte. Die Boote waren gut versteckt worden so dass eine Rückkehr unter den Augen der Classis wieder ein leichtes werden würde. Vor den Legionären der Secunda hatte Norwiga Respekt vor den Träumern der Classis nicht. Denen konnte man am hellichten Tag die Geldbörse am Hintern wegstehlen und keiner würde es merken. Wotan möge die Classis und ihre Wachboote weiterhin mit Blindheit schlagen.

    Auf einem weitern Pergament hatte Norwiga neuartige Kampftaktiken und Einheitenaufstellungen gegen die Römer zusammen gefasst.



    Die leichte Bewaffnung und Ausrüstung unser Krieger gestattet uns eine große Beweglichkeit im Kampf und vor allem eine offensive Taktikanwendung. Unsere normale Kampfweise ist der Infanteriekampf, dies ist unsere Stärke und da sind wir den Römern weit überlegen. Allerdings nur dann, wenn wir uns nicht auf das Gefecht der verbundenen Waffen der Römer einlassen. Infanteriekampf in Verbindung mit der taktischen Komponente des Geländekampfes geben uns alle Vorteile in die Hand. Damit sind wir den Römern absolut überlegen. Hauptpunkt muss im Kampf gegen die Römer der schnelle Angriff sein, damit der Gegner nicht seine Distanzwaffen zum Einsatz bringen kann. Problem dabei ist allerdings der große Verlust an Kämpfern bis wir am Gegner sind. Also heißt es ab jetzt wie die Römer denken, Wälle anlegen daraus hervorbrechen und dem Feind Verluste zufügen ohne eigne zu bekommen. Das Gelände, das Wetter und was auch immer einwirkt muss wesentlich besser genutzt werden. Eine offene Feldschlacht gegen die Römer ist absolut tödlich für uns und muss mit allen Mitteln verhindert werden. Erst wenn wir genügend Chattische Elitekämpfer haben können wir eine Feldschlacht gegen die Römer starten.


    Um den Sturmangriff noch besser zu entwickeln habe ich für unsere Krieger die Eberkopfformation (Cuneus) entwickelt. Es ist eine Ableitung der römischen Keilformation, allerdings nicht als eine einzelne Spitze sondern als ein Haufen der von allen Seiten gleich groß ist also 20 Mann breit und 15 Glieder tief. Der Abstand zwischen den einzelnen Gliedern muss das Doppelte der Seitenabstände der einzelnen Rotten betragen. Das wären dann 1 m Frontbreite und 2 m in die Tiefe. Der Anführer und die vornehmsten Krieger sind in der ersten Schlachtreihe und die anderen Krieger reihen sich dann dahinter ein. Damit haben wir eine Dichte von 300 Kriegern die im Gleichschritt ihre Waffen auf ihre Schilde schlagen und dazu den Schlachtgesang erheben. So dann haben wir zwei Möglichkeiten: 1. Wir durchstoßen die römische Schlachtlinie mit der tiefen Staffelung, sind dadurch geschützt und rollen dann alles auf oder 2. Wir werden aufgehalten und kommen nicht weiter, dann lösen sich die hinteren Reihen auf und orientieren sich jeweils links oder rechts an der Schlachtlinie und wir stehen dann als Phalanx vor den Römern. Dadurch erhöhen wir permanent den Druck auf die römische Schlachtreihe bis diese zurückweicht oder zerbricht. Das Ergebnis dürfte klar sein. Sollten die Römer wiedererwarten zu stark sein so können wir uns auf von uns vorbereitetes Gelände zurückziehen.


    Für die Defensive benötigen wir eine Abwehrformation die einen Angriff der Römer aufhält und auf splittet. Ich nenne diese Formation den Schildwall (Schlachtreihe). Diese Formation ist flexibel und kann 4 bis 16 Glieder tief gestaffelt sein. Unterstützung können wir uns durch unsere mitgeführten Wagen erhalten in dem wir diese als Wagenburg auffahren. Damit haben wir noch eine zusätzliche letzte Verteidigungsstellung. Was wir neu erlernen müssen ist auch die Abwehr aus vorbereiteten Befestigungen ganz wie die Römer und wenn wir nachts lagern errichten wir zukünftig Befestigungen hinter denen wir lagern. Wir müssen disziplinierter sein als der römische Feind.


    Ich möchte weiterhin anmerken, dass wir mit den aufgeführten Kampfweisen eine Feldschlacht gegen die Römer bestehen können, wir uns jedoch nur darauf einlassen wenn wir alle Vorteile auf unserer Seite wissen. Ansonsten empfehle ich die Kampfform des zerstreuten Gefechts. D. h. durch die natürlichen Gegebenheiten des Geländes den an der Entfaltung und Entwicklung seiner Kräfte gehinderten Gegner durch plötzliche, blitzartige Angriffe möglichst viel Schaden zuzufügen ohne eigene große Verluste. Großer Vorteil ist weiterhin der, dass römische Gegenschläge ins Leere laufen da die Römer sich nicht voll entwickeln können. Durch stetige Überfälle und Hinterhalte zermürben wir die Römischen Hunde bis sie besiegt oder vernichtet worden sind.


    Hierzu benötigen wir schnelle kombinierte Truppen die sich schnell entfalten oder auch wieder zurückziehen können. Diese Einheit soll aus einem Reiter und einem Fußkrieger bestehen, wobei der Fußkämpfer genauso schnell sein soll wie der Reiter. Sie stellen eine gemeinsame Einheit dar die entweder zu Pferd und Fuß oder aber nur Fuß kämpfen können. Die Pferde müssen dabei in der Lage sein an dem Ort an dem ihr Reiter sie verlassen hat stehen zu bleiben bis dieser wiederkommt.



    Sim-Off:

    Anhand meiner Recherche konnte ich feststellen, dass es diese Chattischen Elitekämpfer tatsächlich gab. Ebenso sind die aufgeführten Kampftaktiken bei den Chatten nachgewiesen. Weiterhin waren die chattischen Krieger wirklich so diszipliniert wie im Text angedeutet und lagerten hinter Feldbefestigungen ganz wie die Römer. Die Chatten waren allerdings der einzige Stamm der diese Art der Kampftaktiken angewendet hat. Siehe hierzu u.a. Das Heer des Arminius von Strassmeier und Gagelmann, ebenso Berichte des Tacitus.

    Endlich waren Gutmurts Krieger einschließlich Norwiga zurück, erfolgreich zurück. Sie hatten alles was wichtig war ausgekundschaftet und als wichtigsten Teil festgestellt, dass die Römer sorgloser geworden waren. Die Grenze war löchriger geworden und die Bewachung erfolgte in den gewohnten Abläufen. Zur Ablenkung hatten Gutmurts Krieger einige römische Bauernhöfe geplündert und dann in Brand gesetzt. Die Spuren die sie hinterlassen hatten sollten rein auf Plünderer hinweisen. Nun diese Sache war erledigt und nun sollte Norwiga ihren Plan darstellen wie die Krieger für den einen möglichen Kampf vorbereitet werden müssten.


    Zu seiner Überraschung hatte Norwiga ein Pergament in der Hand auf der Notizen standen. Also konnte Norwiga schreiben und lesen wie die Römer. Diese Frau sinnierte er war verdammt gefährlich. er möchte sie nicht als Feind haben wollen.



    Meine Planungen gegen Rom


    Organisation unserer Heere
    Bisher war es so, dass germanische Streitkräfte als Stammesaufgebot auftraten. Aus diesem Aufgebot wurden die 100 besten Krieger eines Gaus (Centini) gewählt und bildeten Elitekämpfer. Weiterhin kamen dann noch die Kämpfer aus den Gefolgschaften hinzu (Comitatus) und bildeten das Aufgebot der Elitekämpfer. Somit hatte man zwischen 150 bis 200 Elitekrieger pro Gau. Der große Rest bestand aus dem Stammesaufgebot.


    Diese Aufstellung hat sich in der Vergangenheit als wenig schlagkräftig gegen römische Heere erwiesen, daher stellen wir aus den Centini und Comitatus eine neue Kriegerkaste von Chattischen Elitekriegern auf, die man anhand einer symbolischen Fessel (Sklavenhalsband) erkennen kann. Diese Kämpfer werden extra ausgebildet und bleiben stetig unter Waffen und zwar bis ins hohe Alter. Ausgestattet sind diese Kämpfer mit einer Vollbewaffnung von Speer, Schwert und Schild. Die Krieger werden von den jeweiligen Ortschaften in denen sie wohnen versorgt. Im Gegenzug verzichten die Chattischen Krieger auf Hab und Gut und sind nur für den Kampf da.


    Gaugemeinschaft des Gutmurt: 50 Krieger
    Gaugemeinschaft des Ansgar: 50 Krieger
    Gaugemeinschaft des Ekwin: 80 Krieger
    Gaugemeinschaft des Gandalf: 70 Krieger
    Gaugemeinschaft des Holmar: 60 Krieger
    Gaugemeinschaft des Rodewin: 110 Krieger
    Gesamt 420 Krieger


    Stammesaufgebote der verbündeten Dörfer
    Gau des Gutmurt: 60 Krieger
    Gau des Ansgar: 60 Krieger
    Gau des Ekwin: 97 Krieger
    Gau des Gandalf: 85 Krieger
    Gau des Holmar: 73 Krieger
    Gau des Rodewin: 134 Krieger
    Gesamt 509 Krieger


    Die Gesamtstärke unserer Krieger beläuft sich auf 929 Krieger. Diese können wir den Römern bei einem Angriff entgegenstellen.


    Das Stammesaufgebot wird mit der Regelbewaffnung ausgestattet d. h. Speer und Schild.



    Regelung des Kriegsdienstes kraft Gesetz
    Mit der Volljährigkeit erhalten unsere jungen Männer Schild und Lanze vor der Volksversammlung und werden feierlich als Krieger aufgenommen. Der Waffendienst ist bindend, bei Nichterscheinen zum Waffendienst wird der Betreffende durch die Priester im Moor versenkt.
    [Blockierte Grafik: http://www.meinkleinerstaat.de/imperium/gerstrafe.jpg]


    Bewaffnung
    Für eine kampfstarke Streitmacht bedarf es vorrangig Waffen auf einem hohen Niveau. Also Schwerter, Speere, Schilde u.v.a. aus Eisenerz um mit den Römern gleichzuziehen. Die Waffen die bisher bei den Stammesaufgeboten in Gebrauch waren bestehen zum Großteil nur aus angespitzten Speeren. Das ist lächerlich und führt bei einem Kampf zum Verlust der damit ausgestatteten Krieger.



    Lange Stoßlanzen ca. 5000 Stück
    Mittlere Stoßlanzen ca. 5000 Stück
    Wurflanzen in Art des Pilums ca. 20000 Stück
    Bogen ca. 5000 Stück und 50000 Pfeile
    Schilde ca. 20000 Stück
    Schwerter ca. 25000 Stück

    Die junge Germanin zog mit den Kriegern weiter und kundschaftete die Verteiidgungsanlagen, Siedlungen und die Limessicherung aus. Die Bereitschaft der Römer war nicht zu hoch angesiedelt. Die langen Jahre der Ruhe an der germanischen Grenze hatte sie verweichlicht. Ein überraschender Angriff mit der nötigen Kriegerstärke würden die meisten Römischen Schutzeinrichtungen zerstören können. Einzig Mogontiacum würde stanndhalten können mit ihren dort stationierten Verbänden. Hier würde es zu einer großen Belagerung kommen. Ja wenn .... wenn man die Römer nicht irgendwie woanders binden könnte. Da bedurfte es eines gut durchdachten Plans um die Truppen zu vernichten. War die Grenze dann einmal von Truppen entblößt könnten die germanischen Krieger wie eine todbringende Welle über die Römerlein hinwegbrausen.


    Nun jedenfalls waren alle wichtigen Informationen eingeholt und es wurde Zeit die Spuren zu verwischen. So sandte Norwiga ihre Germanen aus um einige römische Höfe abzubrennen. Wichtig war viel Rauch und viel Verwüstung damit es nach einer ordentlichen Plünderung durch Germanen aussah. Und schon bald konnte sie den Rauch der zerstörten Höfe sehen. Gut gemacht meine Krieger. Nur weiter so.


    Es wurde allerdings langsam Zeit, dass ihre Krieger wieder zurück kehrten, denn sicherlich hatte ihr kleiner Römer nichts eiligeres vorgehabt, als die Secunda zu alarmieren. Diese Torheit mit diesem Kerl hatte ihr jetzt wertvolle Zeit gekostet. Ich hätte doch den Burschen kalt machen sollen, verdammte Gefühle aber auch.

    In der Zwischenzeit bis zur Rückkehr Norwigas hatte Gutmurt in Absprache mit den anderen Anführern die ausgebildeten Krieger versammelt. Hierzu wurde ein Kriegerthing angesetzt der für alle bindend war. So kamen die ersten Gruppen zusammen in Gutmurts Dorf. Als alle beisammen waren staunten die Dorfbewohner die 204 Krieger an. Es fehlten nur die Kämpfer aus Gutmurts Dorf. Ein erster entscheidender Schritt war getan um eine kleine aber gute Streitmacht zusammen zu bekommen. Sollten die Römer versuchen eines der Dörfer zu bedrohen so würden sie jetzt eine böse Überraschung erleben. Mit Norwiga hatte auch eine passende Anführerin für die Krieger, da sie ihr Hass auf Rom immer weiter vorantreiben würde. Die Zeit würde es zeigen was sich aus dieser Situation noch entwickeln würde.




    Die Krieger vom Dorf des Ansgar (20 Krieger)




    Die Krieger vom Dorf des Ekwin (50 Krieger)




    Die Krieger vom Dorf des Gandalf (30 Krieger)




    Die Krieger vom Dorf des Holmar (29 Krieger)





    Die Krieger vom Dorf des Rodewin (75 Krieger)

    Nun ist es soweit, Gutmurts Gefolgsleute, also wir, sind ausgewählt worden zu einem besonderen Unternehmen. Wir sollen uns an den Limes begeben und dann versuchen einzusickern. Das heißt schon im Vorfeld das diesseitige von den Römern kontrollierte Gebiet ungesehen zu durchqueren um dann auf der anderen Seite des Rhenus wieder zusammenzufinden. In kleinen Gruppen von 2-3 Kriegern sollen wir uns an die Querung machen. Sobald wir im römischen Gebiet sind sehen wir uns um nach Befestigungen aller Art ohne selber gesehen zu werden. Nun wir werden sehen wie alles funktionieren wird.

    Heute ist ein besonderer Tag für das gesamte Dorf. 14 Jünglinge aus dem Dorf werden zu Männern erhoben. Hierzu sind die Priester, Gutmurt als Häuptling und die Ältesten zusammengekommen um das Ritual der Mannbarkeit durchzuführen. Frauen und Kinder dürfen nicht daran teilnehmen mit Ausnahme meiner Wenigkeit der einzigen Kriegerin des Dorfes. Und so treten die Jünglinge immer zu zweit vor Gutmurt der sie in der alten Sprache unter Anrufung von Wotan in den Kreis der Männer aufnimmt. Es ist eine sehr feierliche Zeremonie als die jungen Männer nun ihren Schwertgurt erhalten. Die Augen der Väter leuchten vor stolz auf die Söhne und so wird dann hinterher ordentlich gefeiert. Nun sind auch die Frauen und Kinder dabei, versorgen die Feierenden so dass für manchen der erste Rausch zustande kommt. Es tut immer gut, wenn das Dorf etwas zu feiern hat und man wieder ordentlich lachen kann. Viel zu selten geschieht dies in diesen Tagen.




    Doch für die jungen Männer wird der Tag nach ihrer Erhebung eine wesentlich ernstere Veränderung nach sich ziehen. Ab Morgen gehören sie mir und den Gefolgsleuten Gutmurts. Sie werden im Kampf geschult, lernen den Umgang mit den meisten Waffen und Schilden und vor allem wie sie gegen Legionäre kämpfen müssen um zu siegen. Das hat es früher nicht gegeben, das ist eine Besonderheit hier im Dorf. Gutmurt weiss sich durchaus der Gefahr ausgesetzt, dass die Römer jederzeit in Germanien einfallen können und sein Dorf jederzeit von römischen Truppen erreicht werden kann. Er will darauf vorbereitet sein und so werden in letzter Zeit alle kampffähigen Männer gedrillt.


    Diese Geschichte hat sich auch bei den anderen Dörfern herumgesprochen und so kommen in letzter Zeit immer mehr junge Männer zu uns um sich der Waffenausbildung zu stellen. Gutmurt ist sich mit den meisten anderen Anführern darüber einig geworden, dass sie für die Zeit des Training den Unterhalt ihrer Männer tragen. Was daraus werden soll kann ich noch nicht genau sagen, aber es kommt meinem Ziel immer näher Tod und Verderben in das Imperium zu tragen.


    Auf jeden Fall sind mittlerweile alle Dörfer in der Nähe zum Limes mit Palisaden versehen und die Waffen wie auch Ausrüstung in guter Eisenqualität werden angeschafft. Auch sind von den jeweiligen Gefolgsleuten der Anführer immer kleine Gruppen als Späher unterwegs um die Grenze nicht unbeobachtet zu lassen.




    So entgeht uns nicht die geringste Veränderung auf römischer Seite. Dies ist auch wichtig, denn wie schnell sich die Lage ändern kann bei den römischen Hunden wissen wir alle zur genüge. Gutmurt wie auch ich wollen vorbereitet sein falls es den Römern einfallen sollte sich wieder einmal bei uns umzusehen.



    Einer meiner besten Freunde ist Wolfhard. Er ist sehr bodenständig und liebt den Umgang mit dem Vieh und die Bodenbearbeitung. Gerste und Hirse sind seine bevorzugten Getreidesorten. Für ihn und seine Familie ist das Leben am Schönsten, wenn er sein Haus im Winter mit Vorräten gefüllt weiß und seine Tiere sich erdenklich vermehrt haben.




    Wolfhard wohnt in einem Langhaus, es ist dreischiffig aufgebaut, 8 m breit und knappe 60 m lang. Hier wohnt die zehnköpfige Familie mit den 8 Unfreien und den Nutztieren gemeinsam unter einem Dach. Die Tiere sind durch eine Trennwand vom Wohnraum abgesondert, geben aber im Winter eine herrliche Wärme ab, so dass es die Bewohner selten friert. Der Wohnraum ist offen und hat keine Trennwände. In der Mitte befindet sich eine Feuerstelle auf der das gemeinsame Essen gekocht wird. Im Dach befindet sich eine Öffnung durch die Rauch abziehen kann. Es gibt einen Eingangsbereich für die Bewohner des Hauses und einen größeren für das Vieh. Zusätzlich besitzt mein Freund noch zwei Speicherbauten und ein Nebengebäude in denen sich die Vorräte und Arbeitswerkzeuge befinden.




    Wolfhards Familie sind seine Gefährtin Rotraud, die beiden großen Söhne Meinhard und Knut, die drei Mädchen Ida, Hiltrud und Dietlinde, sowie der größte aller Krieger des Dorfes das Baby Hagen. Nicht zu vergessen leben Volkward und Wunna, die Eltern von Wolfhard in der Gemeinschaft. Jedes Mitglied in der Wohngemeinschaft hat seine festen Aufgaben zugeteilt bekommen.




    Am frühen Morgen verlassen Wolfhard, seine beiden Söhne und die Sklaven den Hof und kümmern sich um die Felder. Währenddessen ist Rotraud mit den Mädchen draußen beim Vieh um es zu melken und zu füttern. Wunna kümmert sich in der Zeit um das Baby und um das Essen, einen Getreidebrei. Volkward treibt sich derweil in der Scheune rum um kaputte Werkzeuge wieder zu richten. Die Mädchen sind mittlerweile fertig mit ihrer Arbeit und suchen nun nach Hühnereiern. Fleißig sammeln sie diese ein und bringen einen großen Korb mit Eiern ins Haus. Wolfhard, seine Begleiter und seine Frau sind nun auch wieder im Wohnraum und nehmen ein gemeinsames Mahl ein. So dreht sich das Gespräch meistens um die Dinge die gerade festgestellt worden sind. Nach dem gemeinsamen Mahl wäscht sich die Familie während die Sklaven wieder auf dem Weg zu den Feldern sind und sie das Vieh mit auf die Weiden treiben. Die beiden Söhne verlassen nun auch wieder den Hof um sich als Hirten um das Vieh zu sorgen. Wolfhard macht sich nun auch auf den Weg zu den Feldern und seinen Sklaven. Wolfhards Gefährtin und die Mädchen kümmern sich um die Kleidungsstücke. Löcher müssen gestopft werden, Hosen und Kittel werden am Fluss gewaschen und gereinigt. Danach hängen sie die Wäschestücke an einer Leine in den windigen und sonnigen Tag. Oma Wunna richtet die Kochstelle wieder her und bespasst den Babykrieger.




    Nachdem die Wäsche erledigt ist geht es für alle weiblichen Hausbewohner ans Käsemachen. Wolfhards Familie stellt zwei Sorten von Käse her. Zum einen wird der würzige Weichkäse hergestellt den alle gerne verzehren, zum anderen gibt es noch den Hartkäse der für die römische Grenze zum Tauschen gedacht ist. Es hängt viel Arbeit daran und alle sind mehr als beschäftigt. So vergeht der Nachmittag recht schnell. Die Mädchen dürfen jetzt zum Spielen in den Wald und sammeln neben her Waldfrüchte (Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Eicheln, Schlehen) Wurzeln, Wildkräuter, Spörgel und Honig.


    Opa Volkward hat derweil seine Werkzeuge gerichtet und so stehen diese wieder bereit zum Arbeitseinsatz. Hierzu zählen der einfache Pflug, der Scharpflug, eine Egge, mehrere Spaten, Hacken und Harken, sowie ein Sortiment von Sicheln und Sensen.



    Zwischenzeitlich hatte Wolfhard die Sklaven beaufsichtigt wie sie mit den Pflügen die Felder bearbeiteten. Wolfhart hatte letztes Jahr einige Felder brach liegen lassen die nun wieder für die Aussaat vorbereitet werden mussten. Wichtig war jedoch auch eine vernünftige Düngung mit dem Mist der Tiere. Einige Sklaven waren mit dem Mist unter auf einem Wagen mit zwei Ochsen zu den Feldern unterwegs und ein anderer Teil wartete bereits auf das Ausbringen.




    Heute allerdings müssen die männlichen Hausbewohner einschließlich der Sklaven für Gutmurt und die Sippe einen Damm weiterbauen. Er soll einen Weg zwischen den Feldern des Dorfes über das Sumpfgebiet im Norden auf festen Grund folgen, damit guter Boden für neue Felder umgewandelt werden kann. Viele Dorfbewohner arbeiten jetzt daran und so kommen die Bauarbeiten gut voran. Zuerst wird ein Knüppeldamm angelegt und fest verankert. Darauf werden dicke Dielen gelegt um auch ein Befahren zu ermöglichen. So ist der Anschluss noch gegen Abend erreicht und man kann in aller Ruhe die neuen Felder aufbauen.




    Ein Blick über Wolfhards Hof. Im Hintergrund sind die Nebengebäude zu erkennen wie auch eine Abgrenzung zu den anderen Höfen. In der Mitte befindet sich ein tiefer Brunnen der reichhaltig Wasser enthält. Im vorderen Bildteil erkennt man gut die Konstruktutionsweise des Haupthauses.




    Ein typischer germanischer Hof wie er vor allem einzel stehend oft vorkam. Der Nachbar von Wolfhard Otfried besitzt diesen Hof, er ist wesentlich kleiner als der von Wolfhard.




    Am Abend sitzen alle Hausbewohner zusammen und erzählen von den heutigen Vorkommnissen. Für die Kinder werden Geschichten über die Götter erzählt und so schleppt sich der Abend dahin. Eigentlich müsste Wolfhard noch die abgezogenen Tierhäute von letzter Woche zu Schuhen weiterverarbeiten es wird dringend Zeit das die Kinder neues Schuhwerk bekommen, da sie in dem Alter einfach zu schnell herauswachsen, aber heute ist er zu erschöpft dazu. Es war doch ein schwerer Arbeitstag und so ziehen sich die Bewohner in ihre Schlafnischen zurück um schnell oder auch weniger schnell einzuschlafen.

    Ich bin Norwiga eine Germanin vom untergegangenen Stamm der Cherusker und eine Kriegerin. Meine Eltern sind Bernulf und Amelinde. Beide führten unsere kleine Sippe lange Jahre so gut es ging. Nun sind wir im Dorf von Gutmurt im Süden angekommen. Hier bei den Chatten unseren größten Feinden fanden wir Hilfe die wir uns so sehr gewünscht und erhofft hatten. Trotz erheblichen Widerständen innerhalb seiner Sippe nahm uns Gutmurt bei sich auf. Vermutlich lag es aber auch daran, dass viele meiner Sippe Handwerker waren und ein goldenes Händchen hatten für Werkzeuge und Waffen aller Art. Nun jedenfalls wurden wir aufgenommen und sind jetzt Chatten. Meine Sippe kümmert sich um den Fischfang und die Werkzeugherstellung.




    Das Dorf in dem ich wohne liegt 50 Meilen nordöstlich von Mogontiacum, auf dem eroberten Gebiet der Marser, in einem verschwiegenen Tal gelegen. Am Dorf führt ein kleiner Fluss vorbei der reichhaltig Fische beherbergt. Im Norden und Osten befinden sich bewaldete Anhöhen in denen man Wild, Beeren und Wurzeln finden kann. Die Felder des Dorfes tragen Gerste und Bohnen. Auf den Weiden findet man neben Pferden auch Rinder, Schafe, Ziegen und Geflügel, aber auch Hunde und Katzen sind im Dorf vorhanden. Wir sind von Wotan gesegnet, denn in den letzten drei Jahren verstarb niemand aus Gutmurts Sippe.




    Nun sind mit uns die Bewohner des Dorfes auf über 324 Personen zusätzlich der Sklaven angewachsen. Im Dorf stehen mittlerweile 39 Langhäuser und eine Palisade umfasst die gesamte Anlage. Gutmurt ist jetzt zu einem mächtigen Anführer geworden, der auch bei den Beratungen des Stammes gern gesehen und gehört wird. Er hat jetzt eine kleine Gruppe von Gefolgsleuten die von seinen bestem Krieger geführt wird … und zwar von mir. Nachdem meine Geschwister alle umkamen, versuchte ich den Eltern den Sohn zu ersetzen den sie sich für das Alter immer gewünscht hatten. In langen harten Jahren habe ich das Kriegshandwerk erlernt und nun ist mir die Ehre zuteil geworden der Anführer der 24 köpfigen Gefolgsleute des Gutmurts zu werden. Wir sind eine gute eingespielte Truppe und sehr kampfstark.



    Name: NORWIGA
    Stand: Germanische Kriegerin (für euch Römer Fremde)
    Wohnort: Diesseits und Jenseits des Rhenus (Mogontiacum für euch Römer)
    Gens: lieber würde ich mir die Zunge abschneiden als mit euch Römern irgendwelche Verwandtschaftsgrade zu besitzen