Ich lachte leise, aber nicht spöttisch, eher warm. "Na ja… glaub mir, das sieht von außen vielleicht so aus, als würde mir niemand reinreden. Aber manchmal habe ich das Gefühl, mein Kopf macht das ganz alleine." Ich lehnte mich ein Stück zurück, die Schultern gegen die Bettkante gedrückt, und betrachtete Ildrun. "Manchmal wünschte ich, ich hätte jemanden, der mir sagt, was ich tun soll. Einfach nur, damit ich mal aufhören kann, alles ständig selber entscheiden zu müssen. Dieses Gefühl, dass jeder Schritt von mir irgendwie richtig sein muss, sonst… fällt alles auseinander."
Papias rollte sich jetzt halb auf den Rücken, eine Einladung, weiterzukraulen, die ich ohne Zögern annahm. Seine Augen waren halb geschlossen, vollkommen entspannt. Ein kleines, zufriedenes Geräusch entwich ihm, und ich spürte, wie sich mein Brustkorb ein bisschen leichter anfühlte.
"Aber vielleicht ist das einfach so: Du wünschst dir meine Freiheit, und ich beneide dich um deine Klarheit. Um dieses Feuer in dir." Ich sah wieder zu ihr, ein kleines Lächeln auf den Lippen. "Du sagst, du bist es leid, immer für Farold verantwortlich zu sein. Aber trotzdem… du gibst ihn nicht auf. Nicht mal, wenn du wütend bist. Das zeigt doch, wie stark du eigentlich bist."
Ich schwieg einen Moment, lauschte dem leisen Atem der Tiere, dem entfernten Knarzen des Hauses. Dann, fast flüsternd: "Vielleicht sagen uns zu viele Leute, was wir sein sollen. Und wir verlieren dabei aus dem Blick, wer wir wirklich sind." Langsam streckte ich eine Hand aus, zögernd, und legte sie dann leicht auf ihren Arm, nur wenn sie es zulassen wollte. "Ich will dich nicht ändern, Ildrun. Ich mag dich genauso, wie du bist."