Beiträge von Gaius Terentius Nero

    Hortalus war erst kurz in Amt und Würden, genau wie er selbst, doch war offensichtlich, daß der gute Hortalus schwer an seinem Los trug. Sein Bericht war negativ, seine Aussichten klar. Mit der Legio II würde man im Ernstfall kaum rechnen können. Nero erhob sich und ging zur Karte.

    Die Mannstärke ist auch unser Problem, wie auch das der Classis. Die 5 Boote aus Confluentes patrouillieren den Rhenus bis etwa hier...sein Finger zeigte auch einen recht großen Flussabschnitt. Die Ala kümmert sich auf den Strassen um Präsenz. Die Zusammenarbeit mit den Legionsreitern funktioniert wider Erwarten gut und die Überfälle sind seit dem letzten Zwischenfall vor 2 Wochen ausgeblieben. Ich bin der Meinung, daß wir unter den gegebenen Umständen unseren Abschnitt halten können. Banden bis 30 Mann sind selten und von daher ein beherrschbares Problem. Er wies auf die Seite des Terra incognita. Da wir nicht wissen ob und wieviele Barbaren sich dort formieren können wir nur so weitermachen wie bisher und hoffen, daß es sich bei einer Zusammenrottung verschiedener Stämme um Gerüchte handelt. Denn alles war größer ist als 500 Mann stellt uns vor Probleme, denn wir haben keine mobile Einheit dieser Stärke um sie aufzuhalten.

    Auch er nahm nach seiner Einschätzung wieder Platz.

    Nero verstand und entgegnete, Ich verstehe, nun, wir Römer haben die Bonitas, die Tugenden, welche wir unseren Kindern als das wegweisende Verhalten mit auf den Weg geben. Dieses Heal scheint mir eine Mischung aus verschiedenen Tugenden zu sein, welche den guten, untadeligen Ruf eines Mannes festigen.

    Doch es ist wie immer im Leben, es sind Ideale. Er lächelte sie vielsagend an Ideale welche zuweilen den Umständen zum Opfer fallen...zumindest bei uns Römern.

    Er wußte, daß es bei den Stämmen genauso war. Wahrscheinlich schlugen sie sich deshalb ständig den Schädel ein und taten sich schwer mit Allianzen.

    Als Adelheidis sich entschuldigend schnell entfernte und mit dieser Eila sprach festigte sich sein Bild von ihr. Sie stand ein woran sie glaubte.

    Es war Zeit zu gehen, wo war denn dieser Germanicus Cerretanus? sah er sich suchend um. Er fand ihn , etwas konsterniert und sprach ihn an.

    Germanicus Cerretanus, ...danke für das köstliche Essen, welches selbst die Sinne eines Marcus Gavius Apicius begeistert hätte, doch leider müssen wir nun wieder gehen, die Pflicht ruft! Er sah, daß Varro bereits mit Eila in Richtung Haus ging, nickte den Honoratioren und dem Gastgeber freundlich zu und machte sich dann auf dem Weg.

    Adalheidis nickte: "Seid nur wachsam.", sagte sie.

    "Auch Rom wurde ja im Zeichen einer Wölfin geboren, das ist doch richtig, nicht wahr? Nur das die Wölfin fett geworden ist und sich auf ihrem Lager aus Gold und Purpur die Pfoten leckt. Die jungen Wölfe meinen zu wissen, dass ihre Zeit gekommen ist, doch wer die Zeichen liest, weiß, dass es noch viel zu früh ist. Eines Tages wird es so weit sein, aber nicht jetzt, nicht zu unseren Lebzeiten. Ich sage das nicht, um dich zu beleidigen, Römer. Die Welt ist kein immerwährendes Vorwärtsstürmen. Die Welt bewegt sich im Kreis, und wenn einst alles in Asche liegt, wird etwas Neues emporsteigen, von dem weder du noch ich noch irgendein Mensch schon etwas weiß."

    Sie lächelte plötzlich breit:

    "Vielleicht wolltet ihr ein wenig für Hael sorgen, um die jungen Wölfe zu verwirren?"

    Adalheidis flocht das germanische Wort ein, denn es gab keine genaue Übersetzung.

    Nero kaute auf seinem Kräuterbällchen und lauschte den Analogien seiner Gesprächspartnerin. Ohne über deren Bemerkungen erbost zu sein entgegnete er,

    Nun Adelheidis, nichts hält ewig, nicht wahr? Jeder Einzelne trägt durch sein Handeln oder Nichtstun zum Lauf der Dinge bei. Was mich betrifft, so bin ich aus einem einzigen Grund hier,...nämlich den die Strecke Confluentes-Mogontiacum-Borbetomagus bestmöglich zu sichern und ggf. Maßnahmen zu ergreifen um dies ultimativ zu demonstrieren.

    Er sah sie hiernach fragend an Was, ehm,was bedeutet dieses Wort...Hael? Während er dies aussprach bekam er mit was diese Eila ihrem Gastgeber konterte. Helm ab, dachte er. Die Frau hatte Format.

    Nero nahm sich zwei der Leckereien und traute seinen Ohren nicht was Adelheidis ihm durch die Blume zu verstehen gab. Der Besuch hier begann interessant zu werden.


    Nun, gute Adelheidis ich komme geradewegs aus Britannia, aber ursprünglich aus Labici, das ist etwa 15 Meilen von Roma entfernt an den nördlichen Hängen der Albaner Berge. Ein Zug von Wehmut kam über sein Gesicht. Es war viel zu lange her, daß er in der Heimat gewesen ist.


    Nach dem Verzehr des zweiten Bällchens lehnte er weitere Leckereien dankend ab. Ein Sklave mit frischem Wasser und Handtüchern kam vorbei und er reinigte kurz seine Hände. Hiernach wandte er sich wieder Adelheidis zu und entgegnete,


    Ich kann dir versichern, daß unseren Grenzpatrouillen die Stellen bekannt sind, die sich für eine Überquerung eignen. Aber natürlich hast du recht, es ist mein erster Winter in Germania, was ein zu bewältigendes Problem für mich darstellt, denn Winter kenne ich aus meiner Zeit in Britannia.


    Die dort ansässigen Kelten waren seiner Meinung nach die zähesten, härtesten und fanatischsten Kämpfer mit denen er bisher zu tun hatte. Dem Vernehmen nach waren die Stämme hier zerstritten und die Unruhestifter eher Plünderer als Eroberer.


    Wenn alte Männer Kriege beginnen müssen junge Männer sterben, das ist seit jeher so Adelheidis. Denn wenn eine dominante Zivilisation wie die Römische nach der Herrschaft strebt, dann gibt es immer wieder jemanden der etwas dagegen hat zivilisiert zu werden und die Segnungen der römischen Lebensart anzunehmen. Natürlich braucht ein wachsendes Volk Ressourcen welches das Kernland als solches kaum mehr aufbringen vermag. So werden Gebiete erobert, Grenzen verschoben, Leben beendet. Im Grunde zählt nur das Recht des Stärkeren, die Zeiten sind so, der Mensch ist so. Wenn wir es nicht tun, dann der dominante Nachbarstamm. Besitz weckt Begehrlichkeiten…und unsere Aufgabe ist es unsere Bürger zu schützen, ob sie es wert sind oder nicht, ob wir das wollen oder nicht…Hungrige Wölfe kann man jagen und töten...wir können das auf jeden Fall.


    Das sollte nichts rechtfertigen, nur erklären.

    Nero lauschte ihrer Stimme und war bald von ihrer Art gefangen. Ihre Aussagen über den Kult brachten ihm zwar keine neuen Erkenntnisse jedoch war er ein wenig überrascht über ihre Andeutung. War seine Verstimmtheit so offensichtlich?

    Nun, ich bin kein großer Anhänger politisch motivierter Feiern. wich er aus. Ob sie es ihm abnahm? Als Befehlshaber war die Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil seiner Aufgaben. Nein, es war die beiläufig angebrachte Bemerkung über den Winter.

    Ich sehe dem Winter ein wenig skeptisch entgegen,...es ist mein erster Winter in Germania. lächelnd schloß er ...man munkelt ja schreckliche Dinge über den germanischen Winter, aber ich mache mir keine Sorgen, wir sind mit Allem gut versorgt und er endet ja bekanntlich im Frühling.

    Wollte sie ihn etwa aushorchen? Er beschloß ein wenig auf Distanz zu gehen, denn der Verdacht hier eine Informantin vor sich zu haben war nicht von der Hand zu weisen. Das Parkett dieser Veranstaltung wurde etwas schlüpfrig. Ob es wohl noch etwas von diesen köstlichen kleinen Bällchen gibt?,...die mit der Kräuterfüllung?!

    lenkte er ab. Ich fürchte ich werde auf lange Zeit gustatorisch verdorben sein. Was ehrlich gemeint war, denn die angebotenen Speisen und Getränke waren erlesen und ließen auf den Anspruch des Gastgebers schließen, der gerade zu ihnen trat.

    Nero zwinkerte kurz ob dieser Information. Das war eine sehr interessante Information. Ebenso ihre fast schon anstößige Art ihn anzusehen. Das war er von Frauen nicht gewohnt, weder von Sklavinnen noch von Gleichgestellten. Er nahm noch einen Schluck und räusperte sich dann, Nun ich, ähem,...ich habe da etwas von Tacitus gelesen, der sich kurz über diesen, ja,...diesen Kult geäußert hat,...aber die weißt ja wie das ist, da wird die Sicht des Tacitus zum Weltbild.
    Er sah sie an und fragte sich ob sie vielleicht eine Priesterin des Kultes sei. Und wenn wie würde er das erkennen? ...vielleicht kannst du mir helfen, und erzählst mir ein wenig vom Kult und dem Volk der Myrginge... Sie plauderte offenbar gerne, und er mochte ihre Stimme. Auffordernd lächelte er Adelheidis an.

    Nero betrachtete die Sklavin, wie er annahm und winkte ab.Nein, nein,...ich bin eigentlich ein Süßer...ich habe wohl einfach nur die Wucht eures Honigs unterschätzt. Er lächelte , denn es war ja nicht das erste Mal, daß man die Wucht in Germania unterschätzt hat. Er griff nach dem Becher und roch daran. Cervicia...nach Met und verdünntem Vinum sicherlich ein Fehler. Varro würde ihn wohl auf´s Pferd setzen müssen.
    Das Fleisch wies er ab, er hatte genug für´s erste, im Grunde für den Tag.
    Adelheidis?...bist du ein heimisches Gewächs? fragte er interessiert, denn ihr Äußeres ließ nicht direkt darauf schließen.

    Derlei Geselligkeiten waren Nero zuwider. Alles lächelte sich an und würde jedoch lieber einen oder mehrere Meuchelmorde begehen. Sein Blick wanderte durch den Garten, der sich immer mehr füllte.
    Jener Cerretanus, der Gastgeber wieselte durch die Menge und hielt seine obligatorischen Pläuschen. Als neuer Princeps Praetorii musste er das, schließlich war er die rechte Hand des LAPP. Politik in Reinkultur. Arschkriechen und meucheln…Seufzend nahm Nero sich ein Stück des klebrigen Honigkuchens. Dieser war süß…sehr süß. Es kam ihm vor als hätte der Kuchen seine gesamte Spucke aufgesogen. In seiner Not griff er zu seinem abgestellten Becher, doch der enthielt nur Met.
    Mit großen Augen sah er Varro an, schüttete den Met zu Boden und bat um einen Schluck Vinum aus Varros Becher. Bei allen Göttern, das war mit Sicherheit sein letzter Honigkuchen. Dankbar sah er Varro an und nickte kopfschüttelnd. Er hatte bereits viel überlebt und einige Verletzungen überstanden, jedoch noch nie hatte er sich so seltsam verlassen gefühlt wie bei diesem Bissen Honigkuchen. Konsterniert wusch er sich im Brunnen den Honig von der Hand. Am liebsten würde er jetzt gehen, doch er sollte zumindest mit dem Gastgeber noch ein kleines Gespräch führen… als wieder eine Sklavin mit einem Tablett auf sich zukam. So wie es schien war es Vinum,…Er winkte sie zu sich.

    Nero hatte sich entschieden Varro mit zum Legaten zu nehmen, was bei den Stabsoffizieren übel aufgestoßen war. Das tangierte ihn nicht weiter, denn schließlich waren die Stabsoffiziere dem Legaten bekannt und es ging hier um einen Antrittsbesuch. Da dürfte es, im Anbetracht der momentanen Lage wohl pragmatischer sein den Decurio der Turma Prima mitzubringen. Kopfschüttelnd betrachtete er das Szenario in diesem Officium. Hier schien man alle Zeit der Welt zu haben.

    Nero war drauf und dran den Germanicer in seiner Schranken zu weisen als Varro intervenierte und ihn in den Garten komplementierte. Dieser Cerrezanus war sein Onkel,...schön,...er war aber auch der Princeps Praetorii was ihn zur rechten Hand des LAPP machte. Und auch wenn er dieses Amt erst seit kurzem hatte, so war es sicher unklug durch eine Kurzschlusshandlung eventuell den LAPP gegen sich aufzubringen.
    Im Garten nahm er ein paar Häppchen auf einem Teller und einen Humpen Met. Diesen stellte er auf dem Brunnenrand ab und lauschte der Gesichte um Primus.

    Nero und Varro trafen gemeinsam ein und wurden nach kurzen Klopfen herein gelassen.
    Sie waren in kleiner Rüstung , also lederner Harnisch und Helm unterwegs. Es war wohl unwahrscheinlich, daß es im Garten des Hauses zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam.
    Ein Sklave sah sie freundlich an, wahrscheinlich um ihre Namen zu erfahren.
    Terentius Nero, Praefectus Alae. stellte sich Nero vor und trat zur Seite um den Blick auf Varro freizumachen, der sicherlich in der Casa Germanica keiner Vorstellung bedurfte.

    Nero hatte Balbus zum Cornicularius befördert weil er vermutete, daß dieser über sämtliche Vorgänge in diesem Castellum im Bilde war und wurde nicht enttäuscht. Na schön,... meinte er und schob das Schreiben wieder Balbus zu.
    Abschrift machen, Frugi informieren und mit diesem Schreiben in Richtung Roma in Marsch setzen Ein kurzer bestätigender Blick und Balbus durfte wegtreten.

    Nero sah den Männern an,daß sie lange genug hier stationiert waren um bei dieser Angelegenheit in frenetischen Jubel zu verfallen der auch ausblieb. Es würde eine Zeit der höchsten Aufmerksamkeit auf sie zukommen. Man würde dem unsichtbaren, zahlenmäßig nicht kalkulierbaren Gegner die Stirn bieten, jederzeit mit Hinterhalten und Konfrontation rechnen müssen. Es würde keine große Schlacht auf offenem Feld werden, vielmehr kleinere, zufällige oder provozierte, den Gegner begünstigende Gefechte. Ihr Feind war nicht nur der ominöse Gegner, sondern auch der Wald der ihn verbarg, die Unzufriedenen unter der indigenen Bevölkerung, es war eine Zeit der Unsicherheit. Das machte Männer nicht mehr berechenbar. Besonders in Einheiten wie dieser.
    Deshalb werden wir unsere Aufgabe, die Menschen hier in unserem Patrouillengebiet, hier in dieser Stadt jeder Villa rustica, jedem Meiler zu schützen und zu bewahren sehr ernst nehmen.
    Er ließ die Worte kurz wirken, dann schloß er,
    Wir werden für sie da sein, wie wir für uns da sind. Wir sind die ALA II NUMIDIAE das ist Privileg und Verpflichtung zugleich! Zeigen wir es der Welt was es heißt sich mit einem von uns, mit einem von unseren Bürgern anzulegen!
    Jetzt brandete Zustimmung aus 500 Kehlen. Manches Pferd trat unruhig auf, denn die Begeisterung schien wie ein Grollen, wie ein nahendes Unwetter.
    Nero hob die Arme und es wurde ruhig.
    Ihr werdet hingehen und da seiin, ihr werden kämpfen und siegen, ihr werdet diejenigen sein welche die Legende um die ALA II NUMIDIAE am Leben halten! Macht den Kaiser Stolz, macht das Volk sicher! Ala II Numidiae ...wegtreten! Damit wandte er sich um und verließ das Podium in Richtung Principia, gefolgt von seinem Stab...ob er nun wollte oder nicht.

    Nero grüßte zurück und nahm das Schreiben an und fragte sich ernsthaft warum er nichts von diesem Frugi wußte. Er schüttelte leicht den Kopf und seufzte in der Erkenntnis, daß er sich um die Auswüchse in seiner Principia würde kümmern müssen.
    Das Schreiben war nicht unterschrieben und nicht versiegelt.
    Seltsam,... dachte sich Nero und schickte den Schreiber mit den Worte, Wer hat die Angelegenheit zum diesen Frugi bearbeitet?...er soll herkommen! Er blickte von dem Schreiben auf und komplementierte den Scriba auf diese Weise raus.

    Nero nickte verstehend und trank einen Schluck verdünnten Weines. Es war nicht ungewöhnlich, daß wohlhabende Männer nach dem Tode ihres Weibes erneut heirateten und noch im höheren Alter Kinder zeugten.
    Was das Angebot ihn zu begleiten anging , so kam ihm dies gerade Recht.
    Gerne, aber apropos Begleitung, ich habe einen Termin beim LAPP und möchte, daß du mitkommst, ebenso einen Decurio aus dem Stab,..wen schlägst du da vor? Er kannte die Herren nur vom Sehen und kurzen Gesprächen, daher vertraute er auf Varro´s Empfehlung.
    Da fiel ihm noch etwas ein, er stand auf und setzte sich wieder hinter den Schreibtisch, was nach der Beantwortung seiner Frage eine Art stiller Rauswurf für den Germanicer bedeutete.

    Ja die alten Geschichten. Natürlich kannte er den Stein Er hatte ihn bereits aufgesucht. Nero erhob sich und ging zum Beistelltisch. Dort goß er die beiden Becher halbvoll mit einem guten Falerner, gerade so verdünnt, daß er dienstlich akzeptabel war und noch genug Geschmack hatte um zu munden.
    Er reichte Varro einen Becher und nahm wieder Platz.
    Sie schwiegen eine Weile.
    Du tägst Primus´Schwert nicht wahr? Natürlich war ihm die Waffe aufgefallen. Der fein ausgearbeitete Griff mit den Kerbungen an der richtigen Stelle um die Waffe griffsicher zu führen. Dekoriert mit Elfenbein und Silber.
    Es war ihm zwar ein Bedürfnis die Devotionalien um Primus zu komplettieren, aber er wußte die Spatha in guten Händen, weshalb er beruhigend die Hand hob. …keine Sorge,…ich weiß wie du daran gekommen bist. Das Schwert war in Primus´ Nachlass welcher damals von Germanicus Sedulus, seine Freund und Patron verwaltet wurde.
    Es war also sein gutes Recht, vor allem weil Primus es ihm ausdrücklich erlaubt hatte, die wenigen Dinge sinnstiftend zu vergeben. Was ihn natürlich trotzdem ein wenig fuchste, aber er schätzte Varro und es war ihm ein Bedürfnis, daß er das Schwert weiterhin ehrte.
    Etwas anderes,…ich habe hier eine Einladung von einem Germanicus Cerretanus,…dem Princeps Praetorii…ist das Verwandschaft? Suchte er die Situation etwas zu entspannen.

    Nachdem das Horn verklungen und die typischen Geräusche sich gelegt hatte ruhten alle Augen auf den Praefectus. Nero trat an die Abgrenzung und salutierte seinen Männern.
    Salvete Männer der Ala II Numidiae !
    Ein vielstimmiger Gruß kam zurück und verhallte.
    Nero nickte und sah von links nach rechts.
    Mein Name ist Gaius Terentius Nero ich komme direkt aus Britannia um hier über euch das Kommando zu übernehmen.
    Für alle die es noch nicht begriffen hatten. Während die Stabsoffiziere mit überheblichen Mienen aus die Männer starrten wie eine Katze auf eine Maus.
    Es sind unruhige Zeiten in unserer Provinz, es gibt Gerüchte, Informationen, Erkenntnisse.
    Er lies das wirken.
    Infolge dessen werden wir die Präsenz unserer Patrouillen auf den Strassen rund um Mogontiacum bis Confluentes und bis Borbetomagus ausweiten. Die Patrouillen werden mit den dort ansässigen Einheiten koordiniert.
    Bis auf weiteres werden wir von zwei Turmae der Legionsreiterei unterstützt, diese soll den Turmae annähernd Sollstärke verleihen und dem Feind, sollte er uns beobachten den Eindruck einer voll einsatzbereiten Ala vermitteln!...einer Ala die sich hier in der Provinz bereits einen guten Namen gemacht hat.

    Er sah in Richtung der Legionsreiter, die wie auch die Alenreiter in voller Montur angetreten waren und sich optisch nicht von diesen unterschieden. Ihre Gesinnung jedoch, daß sie die Ala als Halbwilde, als verlotterten Haufen barbarischer Krieger verunglimpften, ja sich Sorgen um ihre Reputation machten, um ihre Karrieren fürchteten,…das konnte man nicht sehen, man wußte es.

    Nero bestieg das Podium, welches die Männer errichtet hatten und sah sich den Aufmarsch an. Es waren mehr als erwartet, wenngleich eine quingenaria: etwa 500 Reiter in 16 Turmae zu jeweils 32 Mann haben sollte waren es laut der letzten Zählung abzüglich eines ehrenhaft entlassenen, im Kampf schwer verwundeten Eques 435 plus die 45 Equites der Legion.
    Es dauerte eine Weile bis sich alle bis auf die Wachen auf dem Campus versammelt hatte.
    Er sah ein wenig stolz auf seine Ala II Numidiae. Sie war zwar nur halb so groß wie seiner Zeit die Ala I Augusta Nerviana, wo er als Decurio diente, aber es war auch ein beeindruckender Anblick. Die Luft füllte sich mit dem Gerüchen von Pferden Leder und Eisen.
    Das hier sollte wohl seine letzte Station als Praefectus Alae sein. Er hoffte er würde sie ebenso mit Bravour abschließen wie seine bisherigen Kommandos. Ein Blick nach rechts und links zeigte ihm, daß seine Führungsoffiziere bereits versammelt um ihn warteten. Sein Blick suchte nach Varro, als ihm einfiel, daß Varro eine Turma führte und kein Stabsoffizier war.
    Also sah er wieder nach vorn, zu den Männern und siehe da, die Turma Prima stand bereits ausgerichtet auf ihrem Platz, Varro und sein Stellvetreter,…wie hieß er noch?...Ocella, …Matinius Ocella. Nero war bekannt dafür seine Männer mit Namen zu kennen.
    Machte einen guten Eindruck die Prima, wie alle Turmae, naja ausser den Legionsreitern vielleicht. Da war noch etwas Chaos drin.
    Er nickte dem Cornicen zu und kurz darauf ertönte ein Hornsignal zur Hab acht!