Beiträge von Lucius Aelius Quarto

    Quarto hatte gerade einige Wachstafeln studiert und sah nun auf.
    “Salve Advocatus Imperialis Decimus Mattiacus. Sehr schön, ich freue mich auch.
    Ich habe hier eine ganze Reihe von Verfahren vorgefunden, die der weiteren Bearbeitung harren.“
    , er hielt die Tafeln in die Höhe: “Die würde ich gerne kurz einzeln mit dir durchgehen, um mir eine Übersicht zu verschaffen und zu besprechen, wann eine Hauptverhandlung eröffnet werden kann.“

    “Ich nehme deinen Protest zur Kenntnis. Dennoch, meine Auffassung der Rechtslage lässt nicht zu, dass ich ein Decretum Provinciale als Rechtsnorm ansehe, welche innerhalb der Stadt Rom bindend ist.


    Da sich deine Anzeige auf ein solches Decretum Provinciale beruft, sehe ich keinerlei Handhabe für die Eröffnung einer Hauptverhandlung.


    Die Anzeige wird hiermit zurückgewiesen. Kosten sind keine entstanden. Die Vorverhandlung ist damit geschlossen.“


    Prandium rückte näher und Quarto knurrte bereits der Magen. Zeit diese Sache hinter sich zu bringen.

    “Das wäre vermutlich weniger ein Wagnis, als vielmehr eine Torheit, denn § 1 Lex Provincialis sagt in seinen Abschnitten (1) und (3) etwas anderes.
    Hier in Rom hast du allerdings keine Weisungsbefugnisse gegenüber den innerhalb der Stadt stationierten Einheiten des Exercitus Romanus, noch über die Administration, bestehend aus den gewählten Magistraten des Cursus Honorum. Aus diesem Grund findet diese Anhörung auch vor mir, dem Praetor Urbanus statt.
    Somit sehe ich auch keine Grundlage dafür, dass ein von dir erlassenes Dekret innerhalb Roms bindend ist.“

    “Der besagte Vorfall ereignete sich anlässlich des Conventus im Palatium Augusti in Rom?“


    Quarto wandte sich einem Scriba zu, flüsterte ihm etwas und dieser reichte ihm schließlich zwei Schriftrollen. Nach kurzem Suchen fand er die Stellen, die er gesucht hatte.


    “Secundus Flavius Felix, wenn ich § 35 (1) Codex Universalis und § 5 (2) Lex Provincialis zu rate ziehe, dann muss ich daraus ableiten, dass sich deine Befugnisse als Legatus Augustus pro Praetore zwar auf das umliegende Territorium der Provinz Italia erstrecken, nicht jedoch auf das Stadtgebiet Roms und schon gar nicht auf das Innere des Palatium Augusti.
    Folglich hat auch ein von dir nach § 2 Lex Provincialis erlassenes Decretum Provinciale innerhalb Roms keine Rechtwirkung.
    Oder kannst du etwas vorbringen, dass eine andere Schlussfolgerung zulässt?“

    “Sehr schön. Ich stelle hiermit die Anwesenheit der Senatoren Secundus Flavius Felix und Marcus Vinicius Hungaricus fest.“, sagte Quarto, an den Scriba gerichtet.


    “Legatus Augustus pro Praetore Flavius Felix. Deine mir vorliegende Anzeige ist etwas… karg. Schildere mir bitte kurz mit eigenen Worten was vorgefallen ist.“

    ”Unsere Hauptanliegen sind doch wohl die Belebung von Ostia und Misenum. Das sind jedoch Projekte, die nicht mit dieser Wahlperiode abgeschlossen sein dürften, wenn sie denn jemals gänzlich erledigt sein werden.”

    “Als neu gewählter und amtierender Praetor Urbanus übernehme ich hiermit als Iudex Prior den Vorsitz über dieses laufende Verfahren.


    Bevor wir fortfahren, verlese ich nun die Namen der Prozessbeteiligten, zwecks Prüfung ihrer Anwesenheit.


    Als beisitzende Richter: Adria Germanica und Spurius Purgitius Macer


    Als Angeklagter: Gaius Scribonius Curio


    Als sein Advocatus: Marcus Decimus Mattiacus


    Als Vertreter der Anklage: Marcus Decimus Livianus


    Ich bitte die Genannten, ihre Anwesenheit zu bestätigen.“

    *hust* "Ziemlich trockene Luft hier." ;)


    Das Gericht bestätigt den Eingang der Anzeige
    ANTE DIEM III NON OCT DCCCLV A.U.C. (5.10.855/102 n.Chr.)


    Angezeigter: Marcus Vinicius Hungaricus


    Anzeigender: Secundus Flavius Felix


    Die genannten Prozessbeteiligten mögen sich zwecks einer ersten Anhörung in der Gerichtshalle der Basilica Ulpia einfinden.



    gez. Lucius Aelius Quarto

    Der Sella Curulis – der kurulische Stuhl – ist ein Klappstuhl ohne Arm- und Rückenlehnen und mit x-förmig gekrümmten Beinen. Er ist das Amtszeichen der höheren Magistrate des Cursus Honorum und er wird nur während ihrer Amtshandlungen benutzt.
    Dieser kurulische Stuhl steht in der großen Halle der Basilica Ulpia, wo Iudicium Maior und Iudicium Minor zu Gericht sitzen und wo der Praetor Urbanus seinen Amtsgeschäften nachgeht.


    Jetzt saß Lucius Aelius Quarto auf diesem Stuhl und versuchte es sich mithilfe eines Löwenfells – Leopard war irgendwie nicht zu bekommen, obwohl das sehr viel traditionsbewusster gewesen wäre – darauf bequem zu machen. Gar nicht so einfach, wie er bald feststellen musste.
    Natürlich saß er dort nicht alleine. Neben ihm waren da einige juristische Berater, diverse Klienten und natürlich die beiden Liktoren, die ihm innerhalb Roms zustanden. Diese standen, sehr würdevoll, links und rechts auf dem leicht erhöhten Podium.

    “Wir feiern natürlich in Rom und wollen am…“, er stockte und schaute zu seiner Braut herüber: “Darf ich das jetzt überhaupt schon verraten, oder bringt das Unglück?“