Beiträge von Lucius Aelius Quarto

    Aelius Quarto hatte sich erhoben, um den unverhofften Gast zu begrüßen.


    “Salve!“, sagte er.
    “Ich bin Lucius Aelius Quarto.“


    Er machte eine einladende Geste.
    “Möchtest du mir beim Essen Gesellschaft leisten? Bei einem kleinen Happen und einem guten Schluck Wein lässt es sich angenehmer reden.“

    “Ah. Mmmh, ja.
    Göttliche Zeichen sind das Eine. Aber darüber darf man nicht die Vernunft vergessen. Rationalität ist schließlich das, was uns Menschen ausmacht und uns zusammen mit dem Glauben und der Liebe über die wilden Tiere erhebt.“

    “Dein Sohn Flavus, ja, ja. Es war und ist mir nach wie vor eine Freude. Du kannst dich wirklich glücklich schätzen. Er hört zu und nimmt Rat an. Das ist, leider hast du recht, nicht bei allen jungen Männern dieser Tage so. Manche von ihnen sind zu sehr von sich selbst eingenommen, stolz und verstockt. Aber nicht dein Sohn, nein. Er hat getan, wozu ich ihm geraten habe und das hat er gut gemacht. Die wichtigsten Senatoren hat er aufgesucht, als er sich zur Wahl gestellt hat, und der Lohn war die Wahl zum vigintivir.“

    “Ja, in der Tat, die Garde kontrolliert sehr penibel und nimmt dabei niemanden aus. Dabei ist der Imperator Caesar Augustus überhaupt nicht hier, sondern in Campania. Ich weiß gar nicht, ob so strenge Kontrollen unter diesen Umständen nötig sind. Aber ich habe auch gar keinen Einfluss darauf.“

    Quarto ergriff beide Hände und antwortete: “Praetor urbanus. Du ehrst mich und mein Haus mit deiner Anwesenheit.“
    Dann machte er eine einladende Geste.
    “Bitte. Sei mein Gast. Lass dich nieder und wenn du erlaubst, dann werde ich uns Wein bringen lassen.“

    “Was redest du da nur? Lucius Iulius Cent O? Was...?“
    Quarto kratzte sich nachdenklich am Bart.
    “Lucius Iulius – wie?“
    Aber er wusste natürlich, dass sein Sklave ein grausames Latein sprach und manche Namen schrecklich verstümmelte.
    Dennoch: “Den kenne ich nicht, glaube ich.“


    Er überlegte kurz.
    Aber dann sagte er: “Nein, nein, dass war sicher nicht falsch. Bitte ihn herein. Vielleich möchte er mit mir speisen. Sage in der culina bescheid, dass ich augenscheinlich einen Gast habe.“

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Ursus schüttelte bedauernd den Kopf. "Gerne würden wir uns der Ludi Romani annehmen, aber wir schaffen es schlicht nicht. Vielleicht möchte die Albata ja das Rennen ausrichten? Oder die Russata? Ich habe sowohl Annaeus Florus als auch Purgitius Macer hier unter den Zuschauern gesehen. Und die Albata als Sieger bei den Ludi Apollinares wäre doch irgendwie prädestiniert dafür, findest Du nicht?" Gerne hätte er die Herausforderung angenommen, ein ähnlich gutes Rennen zu organisieren, wie die Veneta es zustande gebracht hatte. Aber es gab sicher eine nächste Gelegenheit. Zu der er auch bestimmt in Rom sein würde.


    “Mmmh, die Albata, ja. Du hast sicherlich recht, die könnte gerne die ludi Romani ausrichten, zumal sie mit Felix und Fortunatus zwei aurigae hat, die als heiße Favoriten gehandelt würden.“, stimmte Aelius Quarto zu.

    Ad
    L. Aelius Quarto
    Domus Aeliana
    Roma


    Salve, ehrenwerter Senator,


    zunächst möchte ich mich vorstellen. Ich bin Tiberius Decimus Crassus, Sohn deines Klienten Titus Decimus Verus. Ich schreibe dir, weil ich vorhabe bei den nächsten Wahlen des Cursus Honorum als Vigintivir zu kandidieren und deshalb gerne eine Unterredung mit dir führen würde. Ich hoffe du findest Zeit für mich und du kannst einen Termin für mich vereinbaren.


    Tiberivs Decimvus Crassvs


    An
    Tiberius Decimus Crassus
    Casa Decima Mercator
    Roma


    Salve Tiberius Decimus Crassus!


    Wie dem Vater, so steht meine Tür auch dem Sohne offen. Gerne werde ich Dich deshalb empfangen um Dich kennen zu lernen.
    Zeige diese Einladung bei den Wachen des Palatium Augusti vor. Man wird Dich einlassen und zu meinem Haus, der domus Aeliana führen.


    gez. Lucius Aelius Quarto



    ANTE DIEM XIX KAL SEP DCCCLIX A.U.C.
    (14.8.2009/106 n.Chr.)

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Ursus zuckte bedauernd mit den Schultern. "Leider sind wir personell momentan dramatisch unterbesezt. Und ich kann das selbst nicht auffangen, da ich ja zur Zeit bei der Legio I in Mantua bin. Aber gewiß werden wir bald als Veranstalter fungieren können. Übrigens war euer Rennen fabelhaft organisiert. Ich denke, das hat neue Maßstäbe gesetzt."


    “Oh, vielen Dank für das Lob. Wir haben uns um einen angemessenen Rahmen für die Rennen bemüht. Es freut mich, dass es dir gefallen hat. Die Aurata kann sich also nicht der ludi Romani annehmen? Ob es dann wohl eine andere factio tun wird? Wir von der Veneta können doch nicht schon wieder...“

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Ursus zuckte mit den Schultern. "Ihr habt in der Vergangenheit sehr oft gewonnen, während wir schlecht aussahen. Deshalb begannen unsere Anhänger mit den Sprechchören gegen euch. Aber von Feindschaft zu reden, fällt mir sehr schwer. Ein sportlicher Wettstreit sollte genau das sein - und nicht irgendwie ausarten. Wobei ich auch die gelegentlichen Prügeleien zwischen den Anhängern der verschiedenen Factiones nicht als weiter tragisch betrachte." Er mußte grinsen. Nur selten kam es zu ernsthaften Verletzungen. "Ich jedenfalls habe kein Problem damit, daß Anhänger anderer Factiones meine Freunde sind. Vielleicht sollten wir einfach bei unseren Leuten mal nachhören, wie sie zu dem Vorschlag stehen?" Daß Quarto sie als Freunde bezeichnete, ehrte und freute den Aurelier ungemein. Er empfand es ebenso, hätte es aber als anmaßend empfunden, es zu erwähnen.


    “Ja. Gut. Ich werde es bei meinen Leuten einmal anklingen lassen. Aber in Kürze stehen uns ohnehin erst einmal wieder große Rennen bevor; im September sind die ludi Romani!
    Die facto Aurata wird sich wohl nicht zufällig die Ehre geben und als Verantstalterin auftreten?“

    “Hast du ein Zeichen der Götter gehört oder gesehen, Titus Decimus?“, fragte Aelius Quarto. Und er fragte es nicht etwa in spöttischem Tonfall, er lächelte auch nicht, als er diese Frage stellte, nein, er fragte das ganz ernst, um dann aufmerksam auf die Antwort zu warten.


    “Oh! Nein, nein.“, sagte da der Sklave und wurde ganz aufgeregt.
    “Wirklich, Herr, dass geht nicht.“
    Er fuchtelte wild mit dem Besen.
    “Zutritt haben nur die Mitglieder. Hier steht es... glaube ich...“
    Er zeigte auf das polierte Messingschild neben den Eingang. Dort stand es angeblich in lateinischer und sogar in griechischer Sprache geschrieben. Aber der Sklave konnte nicht lesen.


    “Es ist auch niemand da. Aber selbst wenn, Herr; ich dürfte dich nicht hinein lassen. Du musst zu einem Mitglied gehen, das dich hier einführt, und dann steht dir die Tür jederzeit offen, Herr. So sind die Regeln der Veneta.“


    “Oh ja, Herr.“, antwortete der kleine Dicke und ließ den Besen sinken. 'Herr', so sprach er Iulius Centho an, weil er natürlich ein Sklave war und Centho unverkennbar ein freier Römer. Und er sprach weiter. Denn anders als Narcissus, der stets wortkarge und griesgrämige Narcissus, der hier früher einmal gearbeitet hatte bevor er mit Magenkrämpfen und auf die Welt schimpfend starb, war dieser Sklave lebenslustig und hatte eine lose Zunge.


    “Die Veneta“, sagte er deshalb keck: “ist der großartigste und wundervollste Rennstall von ganz Rom, nein, der ganzen Welt, Herr. Einmal ein Blauer, immer ein Blauer, so sagt man.
    Aber eine Vollversammlung hat es erst gegeben. Und überhaupt ist der Zutritt nur Mitgliedern erlaubt. Leider, Herr.
    Aber du kannst dich an ein namenhaftes Mitglied wenden, wenn du auch aufgenommen werden willst. Wenn sich einer von denen für deine Aufnahme beim princeps ausspricht, dann kann das was werden. Oder du gehst direkt zum princeps, dem Senator Lucius Aelius Quarto. Oder zu seinem Stellvertreter, dem Senator Quintus Germanicus Sedulus. Oder zu Senator Medicus Germanicus Avarus oder zu Manius Tiberius Durus, er ist auch Senator. Das sind die bekanntesten Männer der Veneta hier in Rom.“